Norwegischer Staatsfonds bleibt hinter Klimazielen zurück

5. Mai 2026, Oslo
Aktivisten sehen Rückzug aus aktivem Engagement
 - Stuttgart, APA/dpa

Trotz erklärter Ambition, die Klimaerwärmung zu bekämpfen, zieht sich Norwegens Staatsfonds aus seinem aktiven Engagement bei Unternehmen, in die er auch in Hinblick darauf investiert ist, zurück, hat eine Umwelt-NGO in einem Bericht am Dienstag kritisiert. Die Verwalterin des Fonds, die Norges Bank Investment Management (NBIM), habe in nur drei Fällen das Management von Öl- und Gasförderern missbilligt, so die NGO Framtiden i Vaare Hender (Zukunft in unseren Händen).

Ein Rückzug aus dem aktiven Engagement gegen den Klimawandel von NBIM laufe Gefahr, dauerhaft zu werden, so die NGO. Konkret beziehen sich die von den Aktivisten angeführten Fälle auf Abstimmungen der NBIM zum Management bei Öl- und Gasförderern wie Petrobas, ExxonMobiel und Chevron. Der Fonds erklärte in Reaktion, er erwarte weiterhin von den Unternehmen in seinem Portfolio, dass sie ihre Aktivitäten auf einen „Netto-Null-Pfad“ bei Treibhausgasemissionen ausrichten und glaubwürdige, zeitgebundene Übergangspläne offenlegen. Man stehe im „intensiven Austausch“, so der Fonds.

Seit 2022 ist es das Ziel des Fonds, in allen Unternehmen, in die er investiert ist, bis 2050 ein Netto-Null bei Treibhausgasemissionen zu erreichen, im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen. Derzeit trifft das weltweit auf etwa 7.200 Unternehmen zu. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die NBIM die Möglichkeit, sich aus Investitionen zurück zu ziehen, bei Hauptversammlungen das Thema Null-Emissionen zur Abstimmung zu bringen und Erwartungen an die Unternehmensvorstände speziell zum Thema Klimawandel abzugeben. Norwegens Staatsfonds ist mit einem Volumen von 2,2 Billionen US-Dollar (1.880,34 Mrd. Euro) der weltweit größte seiner Art.

APA