Ölpreis steigt wegen stockender Friedensgespräche

27. April 2026, Singapur

Die Ölpreise haben am Montag wegen stockender Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran erneut angezogen. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um gut 2 Prozent auf 107,49 Dollar (91,78 Euro) pro Barrel, die US-Sorte WTI um knapp 2 Prozent auf 96,17 Dollar. US-Präsident Donald Trump sagte eine geplante Reise seiner Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Islamabad ab, obwohl der iranische Außenminister Abbas Araqchi bereits in Pakistan eingetroffen war.

Trump forderte den Iran danach auf, bei Verhandlungsbedarf den Kontakt zu suchen. Einem Medienbericht zufolge hat das Land nun einen neuen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormuz und zur Beendigung des Krieges gemacht. Der Plan sei bereits über pakistanische Vermittler übermittelt worden, berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter und zwei weitere Insider. Die Regierung in Teheran hat die strategisch wichtige Straße von Hormuz weitgehend gesperrt, während Washington eine Blockade gegen iranische Häfen verhängt hat. Der Schiffsverkehr in der Region bleibt stark eingeschränkt.

Bereits in der Vorwoche hatten Brent und WTI mit einem Plus von fast 17 beziehungsweise 13 Prozent die größten wöchentlichen Gewinne seit Kriegsbeginn verzeichnet. Angesichts der geringeren Fördermenge im Nahen Osten hob die US-Investmentbank Goldman Sachs ihre Ölpreis-Prognosen für das vierte Quartal an. Die Großbank erwartet nun einen Preis von 90 Dollar pro Barrel für Brent und 83 Dollar für WTI. Die wirtschaftlichen Risiken seien größer, als das Basisszenario für Rohöl allein vermuten lasse, erklärten Analysten. Gründe dafür seien ungewöhnlich hohe Preise für raffinierte Produkte sowie die Gefahr von Engpässen. Die Experten gehen davon aus, dass sich die Exporte der Golfstaaten durch die Straße von Hormuz erst bis Ende Juni normalisieren werden.

APA/Reuters