
Angesichts geopolitischer Spannungen will Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) den Aufbau von neuen Energiepartnerschaften vorantreiben. Ziel ist ein Südkorridor, der künftig grünen Wasserstoff aus Nordafrika über Italien nach Mitteleuropa transportieren soll. Österreich soll dabei als Transit- und Verteilknoten fungieren, teilte das Wirtschaftsministerium anlässlich der UNIDO-Wasserstoffkonferenz in Wien mit.
Zur Vorbereitung auf den künftigen Markt fließen auf nationaler Ebene 275 Mio. Euro in vier Leuchtturmprojekte. Der erneuerbare Wasserstoff wird laut Ministerium in erster Linie für die Dekarbonisierung energieintensiver Branchen wie der Stahl-, Chemie- oder Glasproduktion benötigt. Die Pläne sind in die neue österreichische Afrika-Strategie eingebettet, die auf gemeinsame Investitionen in Zukunftstechnologien sowie den Ausbau der Infrastruktur abzielt.
Algerien im Fokus
Algerien gilt dabei aufgrund seines Potenzials für erneuerbare Energien und der bestehenden Energieinfrastruktur als möglicher zentraler Partner für eine angestrebte Zusammenarbeit. Am Rande der UNIDO-Konferenz sprach Hattmannsdorfer mit dem Generalsekretär des algerischen Energieministeriums, Nabil Kafi, über den Aufbau der künftigen Transportroute. „Wasserstoff wird zum Schlüssel, um Energieversorgung zu diversifizieren, Industrie abzusichern und Europa unabhängiger zu machen“, betonte der Minister.
Für den Herbst plant Hattmannsdorfer eine Reise nach Algerien, um mögliche Kooperationsprojekte für die künftige Wasserstoffwirtschaft auszuloten.
APA




