Spritpreisbremse: Regulator dämpft die Erwartungen

3. April 2026, die Presse

Treibstoffpreise. Laut E-Control werden nicht alle Tankstellen ihre Preise merkbar senken müssen.
Wien. Zum Start der Spritpreisbremse hat die Regulierungsbehörde E-Control die Erwartungen der Verbraucher gedämpft. Autofahrer würden nicht automatisch an jeder Tankstelle eine Preissenkung sehen, teilten die E-Control-Vorstände Alfons Haber und Michael Strebl mit. Es sei möglich, dass Betreiber aufgrund ihrer bisherigen Preisgestaltung nur eine geringe oder gar keine Senkung vornehmen müssten.
Die am Mittwoch in Kraft getretene Verordnung zielt darauf ab, die Spritpreise um rund zehn Cent je Liter zu senken – je zur Hälfte durch eine niedrigere Mineralölsteuer und durch einen verpflichtenden Rabatt zulasten der Gewinnmargen der Konzerne. Tankstellen müssen die Differenz zwischen Großhandelsnotierungen und Abgabepreis ab heute, 2. April, entsprechend senken, woraus sich eine täglich schwankende Preisobergrenze ergibt. Grundlage ist eine in der Vorwoche mit Zweidrittelmehrheit beschlossene Änderung des Preisgesetzes. Sie greift, wenn die Nettopreise für Kraftstoffe binnen zwei Monaten um mindestens 30 Prozent steigen. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu rund 14.500 Euro.


2022 war Sprit noch teurer
Ein Blick auf die inflationsbereinigten Preise zeigt indes: 2022 war Tanken noch deutlich teurer, damals wurde auch erstmals die Zwei-Euro-Grenze an den Zapfsäulen überschritten. Energieexperten sprachen vom turbulentesten Spritpreisjahr seit der ersten Ölkrise im Jahr 1973. Den Höchstpreis erreichte Diesel Mitte Juli 2022 mit 2,09 Euro, im Jahresschnitt kostete ein Liter Diesel 1,82 Euro. Neben dem Krieg in der Ukraine sorgte ab Oktober 2022 auch die Einführung der CO₂-Bepreisung für einen Preisschub.
Bei der im Sommer 2022 von der BWB präsentierten Branchenuntersuchung wurde kein Marktmissbrauch festgestellt, aber erhebliche Gewinnsprünge der Mineralölindustrie seit Beginn des Ukraine-Kriegs. 2023 ging es mit den Zapfsäulenpreisen wieder nach unten.