Teurer Strom, teures Gas: Was jetzt auf Haushalte zukommt

24. März 2026

Energie-Preissprung. Gaspreise steigen um 35 Prozent, Strom um 15 Prozent – wen das trifft und wie man darauf reagieren kann.

Die Energiepreise ziehen wieder an. Auslöser ist der Krieg im Nahen Osten, der zentrale Gaslieferungen aus Katar beeinträchtigt. Energieexperte Johannes Benigni warnte dazu im Ö1-Morgenjournal, dass ein Teil dieser Mengen für Jahre fehlen könnte – mit entsprechend nachhaltigen Folgen für das Preisniveau.
Wie rasch sich diese Entwicklung in Österreich niederschlägt, lässt sich bereits beobachten. „Die gestiegenen Großhandelspreise lassen sich schon jetzt in den Endkundentarifen erkennen“, sagt Energieexperte Martin Zwickl vom Vergleichsportal Durchblicker. Bei Gas haben sich die Arbeitspreise seit Februar um rund 35 Prozent erhöht – von 3,85 auf 5,20 Cent pro Kilowattstunde.


Beim Strom fällt das Plus mit etwa 15 Prozent geringer aus, die günstigsten Tarife liegen nun bei rund 10,50 Cent. Auf die Jahresrechnung gerechnet ergibt sich daraus ein Anstieg von rund 17 Prozent bei Gas und acht Prozent bei Strom.

Dass diese Entwicklung nicht im selben Ausmaß bei den Haushalten ankommt wie am Großhandelsmarkt, hat systematische Gründe. Netzentgelte, Abgaben und Grundpreise machen einen erheblichen Teil der Rechnung aus und wirken kurzfristig dämpfend. Hält das erhöhte Niveau jedoch an, wird sich die Dynamik früher oder später auch in den Endkundentarifen niederschlagen und entsprechend fortsetzen.


Der Blick auf die Märkte unterstreicht die Entwicklung. Nordseeöl (Brent) lag am Freitagvormittag bei rund 110 US-Dollar pro Barrel, nachdem die Notierungen tags zuvor zeitweise an der 120-Dollar-Marke gekratzt hatten. Auch am europäischen Gasmarkt kam es zuletzt zu deutlichen Ausschlägen.


Fixtarif oder Floater?


Für Haushalte bedeutet das jedoch keine einheitliche Belastung. Besonders exponiert sind Kunden mit variablen Tarifen – sogenannten „Floater-Tarifen“ –, deren Konditionen unmittelbar an den Großhandel gekoppelt sind. Ebenso trifft es jene, die seit längerer Zeit keinen Anbieterwechsel vorgenommen haben und daher ohne Preisgarantie auskommen müssen.


Wer hingegen zu einem Fixpreis beliefert wird, bleibt vorerst von den jüngsten Ausschlägen abgeschirmt. Trotz der angespannten Lage kann sich ein Wechsel weiterhin lohnen.
„Auch jetzt sind noch erhebliche Unterschiede zwischen den Anbietern zu erkennen“, sagt Zwickl. Gegenüber Standardtarifen lassen sich derzeit rund 105 Euro bei Strom und 131 Euro bei Gas pro Jahr einsparen.


Wer diesen Schritt setzt, sollte aktuell auf fixe Konditionen achten. „Wer sich jetzt eine Preisgarantie sichert, schützt sich vor weiteren Anstiegen“, erklärt Martin Zwickl. Der Hintergrund: Das Niveau am Großhandelsmarkt liegt nach wie vor über jenem, das bei vielen Haushalten bereits angekommen ist – Spielraum nach oben ist also vorhanden.
Am Ende bleibt damit eine einfache Konsequenz: den eigenen Tarif überprüfen. Viele Haushalte zahlen mehr als notwendig – und verlieren durch bloßes Abwarten Monat für Monat Geld.

Kurier