Öl- und Gaspreise steigen deutlich

19. März 2026, Wien
Ein Barrel Brent kostet 114,90 US-Dollar und damit um 7 % mehr
 - Ponca City, APA/EPA

Die Öl- und Gaspreise haben am Donnerstag angesichts der zugespitzten Lage im Nahen Osten deutlich zugelegt. Katars für den Weltmarkt bedeutende Flüssiggasanlagen sind bei einem iranischen Raketenangriff schwer beschädigt worden.

Ein Barrel (etwa 159 Liter) Brent zur Lieferung im Mai kostete zuletzt 114,90 US-Dollar. Das waren 7,00 Prozent mehr als am Vortag. In der Spitze war der Preis der Nordseesorte bis auf gut 119 Dollar geklettert und damit nur knapp unter das Mehrjahreshoch von vergangener Woche. Mittlerweile stiegen auch die Kontrakte für Brent-Lieferungen im Juni und Juli über 100 Dollar, was zeigt, dass die Marktakteure auch verstärkt Lieferengpässe in den kommenden Monaten einpreisen.

Der europäische Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat verteuerte sich zeitweise um über ein Viertel. Zuletzt notierte er noch gut 18 Prozent im Plus bei 64,67 Euro je Megawattstunde (MWh).

Eskalation im Irankrieg treibt Preise

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einer massiven Bombardierung des wichtigen Gasfelds „South Pars“ gedroht. Eine solche Attacke des US-Militärs werde es geben, falls Iran weiter Katars Gasindustrie angreife, schrieb er auf der Plattform Truth Social. Für diesen Fall drohte er mit einem Angriff „mit einer Stärke und Schlagkraft, wie Iran es noch nie zuvor gesehen hat“.

Zugleich betonte er, dass Israel dieses Gasfeld nicht erneut angreifen werde – solange der Iran Katar nicht weiter attackiere. Die erneut gestiegene Unsicherheit mit Blick auf den Iran-Krieg treibt den Preis für Brent so weiter nach oben.

US-Öl WTI steigt vergleichsweise moderat

Deutlich verhaltener ist die Preisentwicklung bei der US-Sorte WTI. Der Preis für ein Barrel zur Lieferung im April stieg um 3,29 Prozent auf 99,49 Dollar. Die Differenz zwischen Brent und WTI ist derzeit so groß wie seit Anfang 2015 nicht mehr. Seit dem Start des Iran-Kriegs verteuerte sich das WTI-Öl um rund 48 Prozent, während der Brent-Preis um rund 57 Prozent anzog.

Die schwächere Preisentwicklung bei WTI im Vergleich zu anderen globalen Ölsorten ist darauf zurückzuführen, dass an den Märkten darüber spekuliert wird, ob die USA in die Öl-Terminmärkte eingreifen oder andere Maßnahmen ergreifen könnten, um die Folgen der Krise abzumildern. Finanzminister Scott Bessent erklärte jedoch diese Woche gegenüber CNBC, dass keine Maßnahmen am Markt für Energie-Futures ergriffen worden seien.

Die Trump-Regierung könnte allerdings eine Abgabe auf Rohölexporte oder sogar ein Exportverbot in Betracht ziehen, um die durch den Krieg im Nahen Osten verursachten steigenden Energiepreise zu bekämpfen, hieß es in einer Analyse von RBC Capital Markets.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) stieg zuletzt auf den höchsten Stand seit 2008. Wie das OPEC-Sekretariat am Donnerstag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Mittwoch 135,06 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Am Dienstag hatte der Preis 132,87 Dollar betragen. Die OPEC berechnet diesen Preis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.

APA/dpa-AFX