Iran stellt erneut Öffnung der Hormuz-Straße in Aussicht

2. November 2026, Riad/Washington
Der Vorschlag seitens des Iran kommt nicht zum ersten Mal
 - Tehran, APA/AFP/ATTA KENARE

Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs hat Teheran die Öffnung der Seestraße von Hormuz binnen zwei Tagen in Aussicht gestellt, falls die USA den iranischen Bedingungen zustimmen. Über Vermittler sei Washington mitgeteilt worden, dass es möglich wäre, „die Sicherheit in der Straße von Hormuz wiederherzustellen und den Verhandlungsprozess innerhalb kurzer Zeit wieder aufzunehmen“, sagte Außenministeriumssprecher Esmail Baghaei am Montag.

Ursprünglich hatte der Iran einen Sieben-Tage-Plan zur Öffnung der strategisch wichtige Meerenge am Persischen Golf vorgeschlagen. Die mögliche Umsetzung innerhalb von 48 Stunden sei „ein weiterer Hinweis auf den guten Willen des Iran“, betonte Baghaei. Zu den iranischen Forderungen zählen ein Ende der Kämpfe, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte sowie die Aufhebung der Sanktionen gegen den Ölsektor sowie der US-Seeblockade.

Die Straße von Hormuz ist enorm wichtig für den weltweiten Handel mit Öl und Gas. Seit dem Beginn des Iran-Krieges Ende Februar hat Teheran die Meerenge weitgehend blockiert und greift dort regelmäßig Schiffe an. Die USA verhängten im Gegenzug eine Seeblockade iranischer Häfen.

Teheran hatte zuletzt mitgeteilt, Gespräche über einen Fahrplan zur Beendigung des Krieges mit den USA und Israel und einer Öffnung der Straße von Hormuz zu führen. Die Regierung in Teheran gebe „der Diplomatie weiterhin eine Chance“ und sei „in engem und andauerndem Kontakt mit den Vermittlern“, erklärte Außenminister Abbas Araqchi vor wenigen Tagen. Baghaei bestätigte am Montag den Austausch von Nachrichten über Vermittler.

Wieder Tanker beschossen und getroffen

Im Persischen Golf ist am Montag wieder ein Tanker angegriffen worden. Laut britischer Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) wurde das Schiff rund 133 Kilometer östlich der saudi-arabischen Küstenstadt Ras al-Khafji von zwei „unbekannten Geschossen“ getroffen. Verletzte habe es nicht gegeben. Es bekannte sich niemand zu dem Angriff. Erst am Freitag war ein katarischer Tanker laut staatlicher Nachrichtenagentur QNA attackiert worden. Auch dazu hatte sich niemand bekannt.

In der Straße von Hormuz sind unterdessen nach Angaben der iranischen Revolutionsgarde zwei Öltanker nach einer Kollision mit Minen „explodiert“. Die beiden Schiffe seien auf einer „nicht autorisierten Route“ unterwegs gewesen, teilte die Marine der Revolutionsgarde mit, wie iranische Staatsmedien berichteten.

Nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran Ende Februar hat die Islamische Republik die Durchfahrt durch die Meerenge vor ihrer Küste eingeschränkt. In der Vergangenheit wurden wiederholt Schiffe angegriffen, die diesen Beschränkungen dem Iran zufolge Angaben zuwider handelten. Die Führung in Teheran will so ihre Kontrolle über die strategisch wichtige Wasserstraße ausbauen und Druck auf die USA ausüben.

APA/dpa/Reuters/AFP