Teure Energie frisst Wettbewerbsfähigkeit

2. Oktober 2026

Leistbare Energie wird zur Schlüsselfrage für die Wettbewerbsfähigkeit von Österreichs Wirtschaft.
Jahrzehntelang standen Steuern, Bürokratie und Arbeitskosten im Mittelpunkt der wirtschaftspolitischen Diskussion. Heute rückt ein weiterer Faktor immer stärker in den Vordergrund: die Energieversorgung. „Energie ist längst nicht mehr nur ein Produktionsfaktor, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Sie beeinflusst Investitionen ebenso wie die Attraktivität ganzer Wirtschaftsstandorte“, betont WKS-Präsident Peter Buchmüller.


Die Entwicklung auf den Energiemärkten zeigt die Brisanz des Themas. Der europäische Gaspreis hat sich innerhalb eines Jahres nahezu verdreifacht und liegt auf dem höchsten Niveau seit 2022. Auch Diesel befindet sich auf Rekordniveau. Für viele Betriebe bedeutet das steigende Kosten und zunehmenden Wettbewerbsdruck. Keine Denkverbote beim Klimaschutz Umso kritischer sieht die Wirtschaftskammer Salzburg nationale Alleingänge bei den Klimazielen. Während die Europäische Union bis 2050 klimaneutral werden will, hat sich Österreich dieses Ziel bereits für 2040 gesetzt. „Das mag ambitioniert klingen, bedeutet aber auch höhere Kosten, mehr Belastungen und weniger Handlungsspielraum für Unternehmen. Wer schneller ans Ziel kommen will als andere, muss die Konsequenzen tragen“, so Buchmüller.


Klimaschutz sei wichtig, brauche aber Augenmaß, Innovationen und Technologieoffenheit. Dazu gehöre unter anderem auch, ohne Denkverbote etwa über CO2 -Speicherung oder die Nutzung heimischer Energieressourcen zu diskutieren. „Ich habe vor Jahren schon auf das umweltschonende Fracking-Verfahren der Montanuni Leoben hingewiesen, mit dem die heimischen Gasvorkommen genutzt werden könnten. Sie reichen aus, um Österreich 30 Jahre lang selbst versorgen zu können. Hätten wir die Förderung gleich in Angriff genommen, müssten wir jetzt nicht teures LNG-Gas importieren“, sagt der WKS-Präsident.

Salzburger Nachrichten