Hattmannsdorfer läuft in Brüssel Sturm – und gleichzeitig ins Leere.
Als EU-Ratspräsident António Costa unlängst Bundeskanzler Christian Stocker besuchte, bekam er ein Forderungspapier in die Hand gedrückt. Darauf standen auch zwei englische Wörter, die mittlerweile eng mit dem Anstieg der Strompreise in Österreich verbunden sind: Merit Order. Das so bezeichnete System der Preisfindung am europäischen Strommarkt möchte die Regierung überarbeitet wissen.
Im Zuge des Treffens für Wettbewerbsfähigkeit in Brüssel trug Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer das Ansinnen erneut auf EU-Ebene vor: „Es kann nicht sein, dass teures Gas den Preis für günstigen Strom aus Wasserkraftwerken diktiert.“ Aber wirklich weit ist Österreich noch nicht gekommen, wird aus Regierungskreisen bestätigt.
Beim Merit-Order-System gibt das teuerste Kraftwerk, das zur Deckung des Strombedarfs benötigt wird, den Strompreis auf dem europäischen Markt vor. Das sind in der Regel Gaskraftwerke, die es nicht permanent braucht, die aber immer wieder zugeschaltet werden. Da der Gaspreis aktuell fast doppelt so hoch wie im Juni ist, fährt auch der Strompreis hinauf. Auf die Stromrechnung schlägt sich das aufgrund langfristiger Verträge nicht sofort nieder, mittelfristig wird es nicht zu verhindern sein.
Kleine Zeitung




