
Die Ölpreise haben am Dienstag im frühen Handel ihre Verluste vom Vorabend weitgehend wettgemacht. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im November legte zuletzt um 0,14 Prozent auf 105,43 US-Dollar zu.
Fehlende Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran sowie Anzeichen einer starken Nachfrage sorgten für ein Plus bei den Ölnotierungen, während die Wiederaufnahme von Öllieferungen über eine wichtige Pipeline des führenden Exporteurs Saudi-Arabien nicht für eine Entlastung sorgte. US-Präsident Donald Trump dementierte einen Medienbericht, nach dem er mögliche Lockerungen von Sanktionen gegen den Iran im Gegenzug für Eingeständnisse beim iranischen Atomprogramm in Aussicht gestellt haben soll.
„Das ist unwahr. Ich habe ihnen NICHTS angeboten!“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social mit Bezug auf einen entsprechenden Artikel des Nachrichtenportals „Axios“. Er forderte das Medium auf, die „Falschmeldung“ zurückzuziehen.
Der Iran wiederum hat mit dem Ausfall aller Ölexporte aus Nahost gedroht, sollte er weiter am Verkauf des eigenen Öls gehindert werden. Kein Land in der Region werde in diesem Fall in der Lage sein, Öl zu exportieren, sagte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf nach Angaben staatlicher Medien. Zudem sei keine regionale Infrastruktur sicher, wenn der Iran nicht sicher sei. Qalibaf nahm Bezug auf eine Rede von US-Präsident Donald Trump bei der UNO-Generalversammlung vergangener Woche. Darin hatte Trump erneut mit schweren Angriffen gedroht.
In dieser Woche wollen demnach Vermittler aus Katar und Pakistan zusammenkommen, um ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran zu erörtern. Vor wenigen Tagen hatte Trump einem iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der für Erdöl-Lieferungen wichtigen Straße von Hormus eine Abfuhr erteilt.
Saudi-Arabien hat unterdessen etwa die Hälfte der Öltransporte durch seine Ost-West-Pipeline wieder aufgenommen. Die quer durch das Land verlaufende Leitung ist eine wichtige Alternative zur Route durch die Straße von Hormus.
Drohnenangriffe hatten den Betrieb Anfang des Monats zum Erliegen gebracht. Inzwischen werden durch die Pipeline zum Roten Meer mindestens 3,5 Millionen Barrel pro Tag transportiert, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete.
„Es gibt weiterhin enorme geopolitische Risiken, aber der Markt hat gelernt, dass das Öl immer wieder einen Weg nach draußen findet“, sagte Haris Khurshid, Anlagechef bei Karobaar Capital. „Wir sehen nicht die anhaltende Neubewertung, die zu erwarten wäre, wenn Öl-Händler mit einer deutlichen Verschlechterung der tatsächlichen Versorgungslage rechnen würden.“
Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist leicht gefallen. Wie das OPEC-Sekretariat am Dienstag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Montag 111,75 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Am Freitag hatte der Preis 112,78 Dollar betragen. Die OPEC berechnet diesen Preis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.
APA




