Berlin und Abu Dhabi bauen Kooperationen im Energiesektor aus

11. September 2026, Berlin/Abu Dhabi
Unter anderem mit OMV-Kernaktionär ADNOC
 - Abu Dhabi, APA/AFP

Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bauen ihre Zusammenarbeit im Energiesektor aus. Beide Länder vereinbarten am Freitag mehrere Abkommen zu erneuerbaren Energien und Erdgas. Die Verträge sind Teil einer breiteren Investitionsoffensive im Volumen von 40 Milliarden Euro.

Der größte deutsche Stromerzeuger RWE unterzeichnete eine Absichtserklärung mit dem staatlichen emiratischen Ökostrom-Unternehmen Masdar. Dabei geht es um eine mögliche gemeinsame Teilnahme an deutschen Offshore-Wind-Auktionen 2027 mit einem potenziellen Investitionsvolumen von mehr als drei Milliarden Euro. Zudem vereinbarten Masdar und der deutsche Infrastrukturinvestor Luxcara, gemeinsame Investitionen in Energiespeicher und Offshore-Windkraft im Wert von mehr als fünf Milliarden Euro zu prüfen.

Flüssiggas

Im Bereich Flüssigerdgas (LNG) schloss RWE eine weitere Absichtserklärung mit dem staatlichen Ölkonzern und OMV-Kernaktionär ADNOC, die auf einer ersten Rahmenvereinbarung vom Februar aufbaut. Beide Seiten planen bis zu zwei LNG-Abnahmeverträge, um ab den frühen 2030er-Jahren den deutschen sowie weitere europäische und asiatische Märkte zu versorgen. Das LNG soll von ADNOC Gas und der internationalen ADNOC-Sparte XRG kommen.

XRG, ADNOC und der staatliche deutsche Energiekonzern SEFE unterzeichneten ebenfalls eine Absichtserklärung für eine engere Zusammenarbeit bei Erdgas und LNG. Die VAE und Deutschland bauten auf einer jahrzehntelangen, vertrauensvollen Partnerschaft auf, erklärte ADNOC-Chef und Industrieminister Sultan al-Dschaber. Damit solle das Wirtschaftswachstum langfristig gefördert werden.

Engere Beziehungen angestrebt

Die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den VAE belaufen sich auf rund 15,5 Milliarden Dollar pro Jahr. Angesichts der wachsenden politischen Unsicherheiten wie dem Krieg im Iran streben beide Länder engere Beziehungen an. Dabei spielt die Energieversorgung eine zentrale Rolle.

APA/Reuters