
Der Schweizer Rohstoffhändler Gunvor verhandelt Insidern zufolge über den Kauf von US-Erdgasvorkommen. Die Gespräche mit dem privaten Energieunternehmen Silver Hill Energy Partners befänden sich in einem frühen Stadium und eine Einigung sei nicht garantiert, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.
Der Kaufpreis für die Anlagen im Haynesville-Schiefergasbecken in den Bundesstaaten Texas und Louisiana liege voraussichtlich zwischen 1,2 und 1,5 Mrd. Dollar (1 bis 1,3 Mrd. Euro). Sollten die Verhandlungen erfolgreich sein, werde der von Gunvor unterstützte Förderer Western Natural die Betriebsführung übernehmen. Gunvor lehnte eine Stellungnahme ab. Silver Hill und Western Natural reagierten zunächst nicht auf Anfragen.
Für Gunvor wäre dies das zweite Geschäft in der Haynesville-Region in diesem Jahr. Der Rohstoffhändler hatte nach Reuters-Berichten vom Juni die rund 300 Mio. Dollar schwere Übernahme von dortigen Gasvorkommen durch Western Natural finanziell unterstützt. Gunvor setzt mit den Investitionen auf eine steigende Nachfrage nach US-Erdgas. Diese wird durch den hohen Strombedarf von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) und neue Exportterminals an der US-Golfküste angetrieben. Zudem hat der Krieg im Iran das weltweite Interesse an US-Flüssiggas (LNG) verstärkt. Importeure suchen verstärkt nach Alternativen zu Lieferungen aus dem Nahen Osten, die durch die Blockade der Straße von Hormuz durch Teheran beeinträchtigt sind. Neben Gunvor haben auch andere große Rohstoffhändler wie Vitol oder der Hedgefonds Citadel zuletzt verstärkt in US-Erdgas investiert.
APA/Reuters



