
Im deutschen Maschinenbau sorgen die niedrigen Füllstände der Gasspeicher für Unruhe. „In der Branche wächst in Anbetracht der langsamen Speicher-Befüllung die Sorge über Versorgungsengpässe im kommenden Winter“, sagte Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands VDMA, in Frankfurt. Im Maschinen- und Anlagenbau werde Erdgas in vielen kritischen Prozessen benötigt. „Physischer Gasmangel oder explodierende Preise wären eine signifikante Gefahr für die Industrie.“
Der VDMA nimmt auch die Bundesregierung in die Pflicht: „Versorger, Großhandel und letztlich auch die Regierung haben eine klare Verantwortung für die Versorgungssicherheit“, sagte Brodtmann. Man appelliere daher nachdrücklich an die Verantwortlichen, „rechtzeitig aktiv zu werden und ausreichende Vorräte sicherzustellen“.
Wirtschaftsministerium skeptisch mit Blick auf Staatseingriffe
Die niedrigen Gasspeicher in Deutschland haben eine Debatte ausgelöst. Zuletzt waren die Speicher nur zu rund 50 Prozent gefüllt. Das war nach Angaben des Gasspeicher-Verbands Ines der niedrigste Stand für die Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen 2011. Im vergangenen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 67 Prozent. Zum Vergleich: Die österreichischen Speicher sind derzeit zu knapp 65 Prozent gefüllt.
Wegen des Iran-Kriegs mit der faktischen Blockade der Straße von Hormuz sind die Gaspreise diesen Sommer ungewöhnlich hoch, weshalb Händler weniger Gas für den Verkauf im Winter einkaufen.
Das deutsche Bundeswirtschaftsministerium sieht bei der Wintervorsorge vor allem die Privatwirtschaft mit Gasunternehmen und Händlern in der Pflicht. Dennoch bereite die Bundesregierung „die notwendigen Handlungsoptionen so vor, dass sie bei einer Verschlechterung der Lage schnell und gezielt eingesetzt werden können“, erklärte das Ministerium kürzlich. Eine Gasmangellage sei im kommenden Winter derzeit aber nicht zu erwarten.
APA/dpa




