
Die EU-Kommission will den Anteil von Strom am Energieverbrauch bis zum Jahr 2040 auf 46 Prozent verdoppeln, um die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten zu verringern. Dies geht aus einem Entwurf der Europäischen Kommission hervor, der am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Die EU-Kommission will ihre Vorschläge am Freitag vorstellen und reagiert damit auf die Folgen des Iran-Kriegs, der Öl- und Erdgaspreise in die Höhe getrieben hatte.
Das Ziel werde innerhalb der Kommission noch verhandelt und könne sich bis zur Veröffentlichung ändern, hieß es. Die Kommission lehnte auf Anfrage eine Stellungnahme ab. Derzeit werden lediglich 23 Prozent des Endenergieverbrauchs in der EU durch Strom gedeckt. Der Anteil stagniert seit einem Jahrzehnt.
Viel Geld fürs Stromnetz
Eine Erhöhung auf 46 Prozent würde einen massiven Zuwachs an Elektrofahrzeugen, einen stärkeren Austausch von Gasheizungen durch strombetriebene Wärmepumpen sowie die Elektrifizierung von Industrieprozessen erfordern. Zudem wären umfangreiche Modernisierungen der Stromnetze notwendig, die Investitionen in Höhe von Hunderten Milliarden Euro nach sich ziehen würden.
Der deutlich höhere Anteil von Strom am Energieverbrauch könnte dem Entwurf zufolge die Importkosten der EU für fossile Brennstoffe bis 2040 um bis zu 260 Milliarden Euro pro Jahr senken. Die EU importiert mehr als 80 Prozent ihres Gasbedarfs und über 90 Prozent ihres Öls. Dem Entwurf zufolge will die Kommission im vierten Quartal eine Gesetzgebung vorschlagen, um das Ziel rechtlich zu verankern.
APA/Reuters




