Hitze. Der Anteil der Energieleistung für Kühlung ist in Zypern und Malta am höchsten; der höchste Verbrauch entfällt auf Italien, Spanien und Griechenland. Erneuerbare liefern fast die Hälfte am Strommix.
Wien/Brüssel. Fallende Temperraturrekorde wie zuletzt während der Hitzewelle im Juni gehören in Europa mittlerweile zum Alltag – kein Wunder also, dass der Energieverbrauch für Klimaanlagen auf dem Kontinent kontinuierlich steigt. Im Jahr 2024 verbrauchten EU-Bürger für die Kühlung ihrer Häuser und Wohnungen 80.400 Terajoule (TJ); noch 2018 war der Energieaufwand für diesen Zweck nur halb so hoch (40.500 TJ). Das zeigen neue Daten des EU-Statistikamts Eurostat.
Den höchsten Verbrauch verzeichneten demnach Italien (26.300 TJ), Spanien (14.300 TJ) und Griechenland (11.900 TJ). Betrachtet man den Anteil des Energieaufwands für Kühlung am Gesamtverbrauch, haben jedoch Zypern (16 Prozent) und Malta (15 Prozent) die Nase vorn. In Griechenland liegt dieser Wert bei 7,4, in Spanien und Italien nur jeweils knapp über zwei Prozent.
Im EU-Schnitt verbrauchen Haushalte 61,5 Prozent ihrer Energie fürs Heizen der Wohnräume, 15,6 Prozent für Warmwasser und 14,8 Prozent für Licht und andere elektronische Geräte. Etwas mehr als sechs Prozent fließen laut Eurostat demnach in die Kühlung. Für die Stromproduktion selbst waren Erneuerbare Energieträger mit rund 47 Prozent im Vorjahr maßgeblich. Der Anteil fossiler Energieträger am EU-Strommix lag bei rund 30 Prozent, Atomenergie trug rund 23 Prozent bei. Das Energieangebot aus Atomkraft, Erneuerbaren und Erdgas nahm zu, Rückgänge gab es bei Erdölprodukten, Stein- und Braunkohle.
Insgesamt wurden 1326 Terawattstunden (TWh) Strom aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse erzeugt und damit um 0,5 Prozent weniger als 2024. Rückgänge verzeichnete vor allem die Wasserkraft, aber auch die Ausbeute aus Biogasen und Windkraft war niedriger. Weitgehend ausgeglichen wurden diese Effekte von einer höheren Produktion aus Photovoltaik.
Atomenergie größter Träger
Die Stromproduktion aus fossilen Energieträgern stieg 2025 um 3,2 Prozent auf 832 TWh, vor allem weil mehr Strom aus Erdgas produziert wurde. Atomkraftanlagen produzierten im vergangenen Jahr 651 TWh Strom, was einem kleinen Rückgang von 0,2 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Betrachtet man einzelne Energieträger, liefert die Atomenergie mit einem Anteil von 23 Prozent den größten Beitrag zur Stromproduktion in der EU.
Bei Braun- und Steinkohle sanken sowohl Produktion als auch Verbrauch in der EU – ein Trend, der seit einigen Jahren anhält. Der Steinkohle-Verbrauch verringerte sich 2025 um 3,2 Prozent auf rund 107.000 Kilotonnen (kt), der Braunkohle-Verbrauch sank um 7,7 Prozent auf rund 185.000 kt. Beide Werte lagen auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Datenerhebung 1990. Während bei Steinkohle über 60 Prozent aus Drittstaaten importiert wurden, wurde die Nachfrage bei Braunkohle quasi zur Gänze aus der Produktion innerhalb der EU gedeckt.
Ausstoß reduzieren
Sowohl die Raffinerie-Nachfrage nach Rohöl, als auch die Nachfrage nach Erdölprodukten aus Raffinerien sank 2025 EU-weit. Die Auslieferungen von Erdölprodukten beliefen sich 2025 auf rund 448.000 kt, was einem geringen Rückgang um 2,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2024 entspricht. (aga, ag.)
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