
Der Ölkonzern Adnoc aus Abu Dhabi greift nach dem südafrikanischen Tankstellen- und Vertriebsgeschäft von Shell. Über seine Tochter Adnoc Distribution übernimmt das Unternehmen die Sparte für 1 Mrd. Dollar (876 Mio. Euro), wie der OMV-Großaktionär am Dienstag mitteilte. Mit dem bisher größten Zukauf im Ausland wächst das Netz der Tochtergesellschaft um 55 Prozent auf rund 1.600 Stationen.
Südafrika ist nach den Emiraten, Saudi-Arabien und Ägypten der vierte Markt für Adnoc Distribution. Das Unternehmen sei „weiterhin hungrig auf Wachstum“, sagte Firmenchef Bader Saeed Al Lamki. Zu den künftigen Zielregionen zählten Afrika und Südostasien.
Die Übernahme umfasst 580 Tankstellen sowie das Großhandels-, Schmierstoff- und Luftfahrtgeschäft. Die Marke Shell ist seit mehr als 120 Jahren in Südafrika präsent und soll über eine langfristige Lizenzvereinbarung erhalten bleiben. Im ersten vollen Jahr nach Abschluss des Deals rechnet Adnoc Distribution mit einem Anstieg des Gewinns je Aktie um 6 Prozent. Auf dem südafrikanischen Tankstellenmarkt trifft Adnoc Distribution auf starke Konkurrenz durch Rohstoffhändler. Diese haben den Sektor in den vergangenen Jahren zunehmend konsolidiert. Vitol ist über sein Gemeinschaftsunternehmen Vivo Energy Marktführer. Glencore betreibt das zweitgrößte Netz.
APA/Reuters




