Konzerne gaben deutschen Tankrabatt nicht vollständig weiter

29. Juni 2026, München

Der deutsche Tankrabatt von knapp 17 Cent pro Liter hat die Autofahrerinnen und -fahrer laut Untersuchung des Münchner Ifo-Instituts „größtenteils erreicht, aber nicht vollständig“. Bei Super E5 lagen die Preise in Deutschland am 26. Juni um 17 Cent, bei Super E10 um 16 Cent und bei Diesel um zwölf Cent unter Vergleichswerten ausländischer Tankstellen ohne Tankrabatt, wie das Ifo am Montag mitteilte. Mit Auslaufen des Rabatts am Dienstag werden die Preise wieder steigen.

„Ohne den Tankrabatt hätte der Preis für den Liter Superbenzin noch den gesamten Juni hindurch im Tagesdurchschnitt wohl über zwei Euro gelegen“, erklärte Florian Neumeier vom Ifo. Dennoch ist es nach Ansicht der Ifo-Forscher richtig, dass die Regierung den Tankrabatt auslaufen lässt. „Es war eine teure Maßnahme, die den Staat rund 1,6 Milliarden Euro gekostet hat. Die unvollständige Weitergabe beim Diesel bedeutet, dass ein Teil davon bei den Mineralölkonzernen gelandet ist“, erklärte Christian Gréus vom Ifo.

Weitergabe regional unterschiedlich

Auch die Monopolkommission hatte Mitte Juni festgestellt, dass der Tankrabatt zu einem großen Teil, aber nicht vollständig weitergegeben wurde. Die Weitergabe erfolgte demnach regional unterschiedlich – der Preisrückgang war im Nordwesten am höchsten und im Süden am geringsten. Das deutet laut Kommission auf ein „Wettbewerbsproblem auf der vorgelagerten Marktstufe“ hin.

Den deutschen Staat kostete die Maßnahme im Mai und im Juni insgesamt 1,6 Milliarden Euro. Die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD haben sich bereits darauf geeinigt, den Rabatt nicht zu verlängern – sie verwiesen vor allem auf die hohen Kosten.

APA/ag