
Der Österreichische Biomasse-Verband fordert einen beschleunigten Umbau der heimischen Wälder, um die Klimaziele zu erreichen und die Energieversorgung zu sichern. Der Biomasseverband hat am Mittwoch eine Studie des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) präsentiert, die die hohen Fichtenbestände als Klimarisiko einstuft. Die Holzernten sollen laut Experten bis 2050 steigen, um klimafitte Mischwälder zu etablieren und Rohstoffe für den Ausstieg aus Öl und Gas zu liefern.
Laut BFW-Institutsleiter Silvio Schüler ist der österreichische Wald binnen eines Jahrzehnts vom Hoffnungsträger zu einem stark vom Klimawandel betroffenen Bereich geworden. Um das Risiko durch Stürme, Dürre und Schadinsekten zu minimieren, empfehlen die Experten, besonders alte, zuwachsschwache Bestände zu verjüngen. Neue Flächen sollen bevorzugt mit Lärchen, Tannen, Eichen und Kiefern aufgeforstet werden. Erst ab der Mitte des Jahrhunderts, wenn die Wirtschaft weitgehend emissionsneutral arbeiten soll, wird die Holznutzung wieder reduziert, um die Kohlenstoffvorräte im Wald langfristig zu erhöhen.
Biomasse überholt Erdgas
Durch diese Mobilisierungsmaßnahmen ließe sich die Biomassenutzung in Österreich bis 2040 von derzeit rund 250 auf 300 bis 350 Petajoule (PJ) steigern. Damit könnten laut Biomasse-Strategie der Österreichischen Energieagentur künftig 30 bis 50 Prozent der Energieversorgung abgedeckt werden. Zum Vergleich: Der gesamte energetische Endverbrauch in Österreich belief sich 2025 laut vorläufigen Daten der Statistik Austria auf 1.054 PJ. Besonders wichtig sei der Rohstoff für den Wärmesektor, wo bereits heute rund die Hälfte der benötigten Energie durch Biomasse bereitgestellt werde.
Die steigende Bedeutung biogener Energieträger zeige sich auch im aktuellen Jahresvergleich: Laut den vorläufigen Energiebilanz-Daten für 2025 hat die Bioenergie das fossile Erdgas erstmals überholt und deckt mittlerweile 21 Prozent des Bruttoinlandsverbrauchs ab. Ein vollständiger Ersatz aller verbliebenen Ölkessel durch erneuerbare Energien bis 2040 ist den Verbandsangaben zufolge machbar, sofern der Kesseltausch weiter forciert wird. Dies würde zudem Rohstoffe für Sektoren freimachen, in denen man schwer auf fossile Energieträger verzichten könne, wie etwa den Flugverkehr.
APA



