Brent-Ölpreis mit Rückgängen

10. Juni 2026, Wien

Die Ölpreise haben sich am Mittwoch trotz der jüngsten Angriffe der USA auf Ziele im Iran nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete 90,96 US-Dollar und damit 0,6 Prozent weniger am Vorabend.

Damit bleibt die Notierungen für Öl der Sorte Brent knapp über dem tiefsten Stand seit April, der am Dienstag erreicht worden war. Anders als in den vergangenen Handelswochen konnte eine Gefährdung der Waffenruhe im Iran-Krieg durch gegenseitige Angriffe der USA und des Iran die Ölpreise bisher nicht nach oben treiben.

Beide Länder hatten sich zuletzt trotz einer Waffenruhe und laufenden Verhandlungen über ein Kriegsende erneut gegenseitig angegriffen. Als Reaktion auf den Abschuss eines US-Militärhubschraubers bombardierte das US-Militär Luftabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen im Bereich der Straße von Hormus. Diese ist infolge des Iran-Kriegs praktisch gesperrt, was den Transport von Öl aus den Fördergebieten am Persischen Golf seit Monaten behindert.

Die Angriffe hätten einmal mehr gezeigt, dass ein Abkommen für ein Ende des Iran-Kriegs nach wie vor „in weiter Ferne liegt“, sagte Analyst Saul Kavonic vom australischen Finanzdienstleister MST Marquee. Allerdings habe sich der Ölmarkt zuletzt etwas zuversichtlicher gezeigt, weil die militärischen Angriffe verhältnismäßig ausgefallen seien. Dies mache deutlich, dass weiterhin der Wunsch besteht, eine Einigung zu erzielen.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) ist zuletzt gesunken. Wie das OPEC-Sekretariat am Mittwoch in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Dienstag 98,92 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Am Montag hatte der Preis 102,51 Dollar betragen. Die OPEC berechnet diesen Preis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.

APA/dpa-AFX