Deutsche Firmen fahren Produktion etwas hoch

9. Juni 2026, Wiesbaden/Berlin
Industrie, Bau und Energieversorger produzierten 0,4 % mehr
 - Wittenberg, APA/AFP

Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im April etwas erhöht. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,4 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Wachstum von 0,5 Prozent gerechnet, nach revidiert minus 0,1 Prozent im März.

„Die Lage bei der Produktion gleicht weiter einem Trauerspiel – nur unter der Lupe ist zu erkennen, dass sich produktionsseitig etwas getan hat“, sagte Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank. „Bisher hat das Fiskalpaket noch nicht gezündet.“

Bei der Industrie allein stagnierte die Produktion im April zum Vormonat. Die Anstiege in der chemischen Industrie (+2,1 Prozent) und in der Herstellung von Metallerzeugnissen (+1,6 Prozent) beeinflussten das Gesamtergebnis positiv. Negativ wirkte sich hingegen der Produktionsrückgang im Bereich der Automobilindustrie (-4,7 Prozent) aus.

Wenig Aufträge

Die Industrie hatte zuletzt überraschend wenig Aufträge erhalten: Die Bestellungen waren im April wegen der sinkenden Nachfrage infolge des Iran-Kriegs mit 3,8 Prozent fast doppelt so stark eingebrochen wie erwartet. Dafür sorgte die schwächere Nachfrage aus den Euro-Ländern und in wichtigen Branchen wie dem Auto- und Maschinenbau.

Die Energieerzeugung wurde im April um 0,2 Prozent erhöht. Im Baugewerbe ging es spürbar um 2,4 Prozent nach oben. „Das könnten witterungsbedingte Einflüsse gewesen sein“, sagte Jens-Oliver Niklasch von der LBBW. „Hier ist wohl das Wetter der Wohltäter.“ Ansonsten zeige sich das altbekannte Bild: „Die Aufwärtsimpulse für die Konjunktur sind bislang eher schwach ausgeprägt“, sagte der Analyst und betonte mit Blick auf die gestörte Energieversorgung durch den Iran-Krieg: „Über allem schwebt die Schließung der Straße von Hormuz.“

APA/Reuters