Österreich kann den CO2-Ausstoß wie EU-weit vereinbart bis 2040 um 90 Prozent senken, ohne negative Effekte auf die gesamtwirtschaftliche Leistung. Das würde allerdings zu einem strukturellen Umbau der Wirtschaft mit Verlierern und Gewinnern führen, ergeben Berechnungen von Cesar (Centre of Economic Scenario Analysis and Research). Entscheidend ist die Umverteilung von Zusatzeinnahmen aus der CO2-Abgabe, die von derzeit rund 70 auf 500 Euro/Tonne steigen müsste.
Die Auswirkungen auf einzelne Energieträger wären bei diesem Szenario groß. Benzin könnte sich beispielsweise auf 2,6 Euro/Liter verteuern. Zugleich würde aber der Benzinverbrauch bis 2040 um fast 90 Prozent zurückgehen, daher gäbe es nur wenig Inflationsdruck dadurch. Die Konsumentenpreise würden um 0,2 Prozentpunkte pro Jahr steigen.
Entscheidend ist Umverteilung von CO2-Einnahmen
Entscheidend werde die Verwendung der Mittel aus der CO2-Bepreisung. Die Simulation von Cesar, die auf jenes Wirtschaftsmodell setzt, das in der Erstellung der offiziellen Energie- und Klimaszenarien für Österreich verwendet wird, sieht Klimabonuszahlungen an Haushalte, Investitionszuschüsse für den Austausch fossiler Heizungen und eine Förderung für den Umbau der Industrie vor. Die negativen Effekte auf die Haushalte würden durch die Förderungen so stark kompensiert, dass der private Konsum sogar leicht steigen würde.
Zu den größten Gewinnern zählen die Bauwirtschaft, der Eisenbahnverkehr und die Stromerzeugung. Die größten Verlierer wären der Bergbau, die Raffinerien, die Gasversorgung und der Flugverkehr. Am Arbeitsmarkt würden sogar zusätzliche Fachkräfte gebraucht, Cesar-Ökonom Kurt Kratena räumt im Gespräch mit der APA aber ein, dass nicht alle aus den Branchen mit Jobabbau unmittelbar für eine Arbeit in den boomenden Branchen geeignet sein werden. „Ohne Eingriffe wird es nicht gehen“, so Kratena, die öffentliche Hand werde den Strukturwandel begleiten müssen.
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