Stromausfall, Stau und Öffi-Chaos wegen Gasleck

6. Mai 2026, Wien

Verkehr. Am Montagnachmittag ging beim Matzleinsdorfer Platz gar nichts mehr.

Um 14.26 Uhr am Montagnachmittag fiel in Hunderten Haushalten in Wieden, Margareten und Favoriten plötzlich der Strom aus. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, was der Grund war und wie verheerend sich die Situation auch auf den Pendlerverkehr am Gürtel und die Öffis auswirken würde.


Versorgung gekappt


Die Wiener Netze schrieben auf ihrer Homepage zunächst nur von einer Störung, an deren Behebung man arbeite – tatsächlich war der Strom in diesem Areal aber absichtlich abgedreht worden. Eine Baufirma hatte bei Arbeiten eine Gasleitung beschädigt. Den Strom musste man aus Sicherheitsgründen abschalten, mutmaßlich wegen Explosionsgefahr. Für wie lange, wusste vorerst niemand.
Während sich die Anrainer auf einen Abend ohne Strom vorbereiteten, bahnte sich schon das nächste Problem an: der Abendverkehr.


Neben dem Kappen der Stromversorgung musste man sicherheitshalber nämlich auch die Straße sperren. Konkret wurde der Verkehr am Gürtel in beiden Fahrtrichtungen vom Matzleinsdorfer Platz bis zum Südtiroler Platz gestoppt. Umgeleitet wurden die Pendler über die Triester Straße und die Laxenburger Straße – diese Abschnitte sind für Pendler aus dem Süden aber auch ohne Umleitung schon neuralgische Punkte am Weg in den Feierabend. Dementsprechend schnell bildete sich ein Stau, der bis zur Linken Wienzeile bzw. zum Schweizergarten zurückreichte.


Aber nicht nur für Autofahrer wurde der Weg nach Hause zur Nervenprobe: Auch viele Öffis waren von der Sperre betroffen. Die Straßenbahnlinien 62, 18, 1 und 6 mussten kurzgeführt oder umgeleitet werden. Die Badner Bahn verkehrte nur zwischen Baden und der Aßmayergasse. Ausweichmöglichkeiten, wie die U6, waren stark frequentiert.


Polizei regelte Verkehr


Die Polizei half dabei, den Verkehr beim Matzleinsdorfer Platz zu regeln. Um etwa 17 Uhr konnte zumindest die Totalsperre der Gürtel-Abschnitte wieder aufgehoben werden. Die Wiener Netze erklärten auf KURIER-Nachfrage, dass ein Großteil der betroffenen Haushalte ab zirka 16 Uhr wieder mit Strom versorgt war, lediglich Anrainer im unmittelbaren Umfeld des Gaslecks mussten sich bis in spätere Abendstunden gedulden. Die Arbeiten am Gasleck der Hauptgasleitung dauerten nämlich einige Stunden an.

Kurier