Tiwag bewirtschaftet niederösterreichische Windparks

29. April 2026, Innsbruck
Tiwag wird in NÖ aktiv
 - Bergtheim, APA/dpa

Der landeseigene Tiroler Energieversorger begibt sich mit der Bewirtschaftung von niederösterreichischen Windparks auf neues Terrain. Vier Windparks der Windkraft Simonsfeld AG sollen laut einer getroffenen Vereinbarung ins Produktportfolio aufgenommen werden. Während die Tiwag über viel Erfahrung im Bereich der Wasserkraft verfüge, wolle man diese nun auch bei der Windkraft aufbauen, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung.

Daher biete sich hier die „Zusammenarbeit mit Profis“ an, sagte Vorstandsdirektor Michael Kraxner. Es sei jedenfalls sinnvoll – neben dem Ausbau der Wasserkraft – „das Portfolio mit winterlastigen Erzeugungsprofilen wie der Windkraft zu erweitern“. Von den vereinbarten vier Windparks übernahm die Tiwag vorerst die Bewirtschaftung von drei Anlagen mit elf Windrädern in den Gemeinden Poysdorf, Wilfersdorf und Hauskirchen. Bis 2027 soll dann der vierte Windpark mit sechs Windrädern folgen. Damit sollen eine Gesamtleistung von 48 Megawatt und eine Planproduktion von 120 GWh erreicht und Strom für 34.000 Haushalte produziert werden.

Tiwag könnte sich künftig auch in Tirol an Projekten beteiligen

Dass bis dato in Tirol noch kein einziges Windrad steht und auch die Tiwag keine konkreten Pläne dazu hat, hatte in der Vergangenheit wiederholt zu Kritik von Oppositionsparteien und NGOs geführt. Kraxner versicherte jedoch, eine „künftige Beteiligung bei Projekten in Tirol“ nicht auszuschließen. Die in Niederösterreich gewonnenen Erkenntnisse könnten „auch in mögliche Kooperationen bei tragfähigen Projekten in Tirol einfließen“.

Die Diversifikation des Produktportfolios durch Wasserkraft, Photovoltaik und Windkraft soll zur Versorgungssicherheit und Leistbarkeit von Strom in Tirol beitragen, meinte Kraxner. Auch die Windkraft Simonsfeld AG zeigte sich davon überzeugt. „Wind und Wasserkraft sind starke Partner der Energiewende, da sich die Saisonalität der Erzeugung ideal ergänzt und flexible Speicherkraftwerke gut geeignet sind, Schwankungen in der Winderzeugung auszugleichen“, sagte Technikvorstand Markus Winter.

Abwerzger: Landesregierung erkennt, dass Windkraft in Tirol keine Zukunft hat

Eine Reaktion auf die Niederösterreich-Pläne der Tiwag kam am Mittwoch unterdessen von der Tiroler FPÖ. Landesparteiobmann Markus Abwerzger sprach von einem „interessanten Projekt“. Dort, wo die „landschaftlichen und ökologischen Gegebenheiten vorhanden sind“, mache Windenergie Sinn. In Tirol sei dies hingegen nicht der Fall, denn hier wäre die Rentabilität der Nutzung der Windenergie eben nicht gegeben – „vor allem aus Gründen der sensiblen alpinen Fauna und des Landschaftsbildes.“ Jedenfalls erkenne auch die Tiroler Landesregierung aus ÖVP und SPÖ – „wenn auch langsam“ – „dass die Windkraft im Bundesland Tirol keine Zukunft hat“, meinte Abwerzger.

APA