
Trotz der Sorgen über Kerosinmangel infolge des Iran-Krieges gibt es in Europa nach Einschätzung der EU-Kommission keine Hinweise auf umfangreiche Flugausfälle im Sommer. EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas gab am Dienstag in Brüssel zugleich einen Ausblick auf die für Mittwoch angekündigten Empfehlungen der Behörde zu Vorkehrungen gegen eine Energie- und Kerosinkrise.
Wenn die Blockade der für Ölexporte per Schiff wichtigen Straße von Hormuz nicht aufgehoben werde, hätte das „katastrophale Folgen“ für Europa und die ganze Welt, sagte der Kommissar. Nach Einschätzung internationaler Organisationen könnte Flugbenzin in Europa wegen der Lieferausfälle von den Golf-Staaten ab Ende Mai oder Anfang Juni knapp werden. Gut ein Fünftel des Treibstoffbedarfs ist davon abhängig.
Keine weitreichenden Ausfälle demnächst zu erwarten
Für die kommenden Wochen und Monate seien keine weitreichenden Ausfälle zu erwarten, erklärte Tzitzikostas. Europa verfüge über Notreserven an Kerosin, die jedoch nur im absoluten Bedarfsfall und unter voller Transparenz freigegeben würden, um Wettbewerbsverzerrungen auf nationaler Ebene zu vermeiden. Es gelte, mehr Kerosin aus alternativen Bezugsquellen wie den USA zu beziehen. Europa müsse sich vor allem durch ein schnelleres Hochfahren der Produktion nachhaltigen Flugkraftstoffs (SAF) auf Perspektive unabhängiger von Öl machen.
Mit Blick auf mögliche Engpässe kündigte der Kommissar für Mittwoch Leitlinien zu Start- und Landerechten (Slots) der Airlines an Flughäfen, zur Betankungspraxis sowie zu Fluggastrechten an, wie bereits von Reuters berichtet. Flugausfälle aufgrund von Treibstoffmangel dürften demnach als außergewöhnliche Umstände gewertet werden, sodass Airlines ihre Fluggäste nicht entschädigen müssten.
APA/Reuters



