Europäischer Gaspreis legt um ein Viertel zu

20. März 2026, Wien

Der iranische Angriff auf die weltgrößte Anlage für LNG in Katar treibt den Preis.


Der Preis für europäisches Erdgas ist am Donnerstag deutlich gestiegen: An der Börse in Amsterdam legte die Notierung für den richtungsweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat am Donnerstag in der Früh um 24,5 Prozent auf 67,89 Euro je Megawattstunde (MWh) zu.


In der Nacht waren für den Weltmarkt bedeutende Flüssiggasanlagen in Katar bei einem iranischen Raketenangriff schwer beschädigt worden. US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einer massiven Bombardierung des wichtigen Gasfelds „South Pars“ gedroht. Eine solche Attacke des US-Militärs werde es aber nur geben, falls der Iran weiter Katars Gasindustrie angreife, schrieb er auf der Plattform Truth Social.


Sorgen vor Lieferengpässen


Die Sorgen vor Lieferengpässen werden immer stärker, nachdem der Krieg im Nahen Osten in seine dritte Woche geht. Die starken Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus am Persischen Golf beginnen sich vor allem auf Verbraucher in Asien auszuwirken, die auf Lieferungen aus der Golfregion besonders angewiesen sind und zuletzt auch auf dem europäischen Markt verstärkt Gas nachfragen. Jetzt kommen auch Angriffe auf Gasfelder hinzu. Dies könnte die Versorgung mit Erdgas auch längerfristig beeinträchtigen.


Der TTF-Preis hatte vor Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran bei lediglich 31 Euro gelegen. Er hat sich seitdem mehr als verdoppelt. Da auch der Strommarkt stark von Gaskraftwerken abhängig ist, wirkt sich der Gaspreis auch auf die Strompreise aus. (red/ag)

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