
Der landeseigene Tiroler Energieversorger Tigas hat angesichts von Verwerfungen am internationalen Energiemarkt infolge des Krieges im Iran Versorgungssicherheit und Preisstabilität in der Gasversorgung betont. „Wir gehen davon aus, dass eine für Sommer geplante Preisreduktion durchgeführt werden kann“, sagte Tigas-Geschäftsführer Gerhard Tollinger am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Verantwortlich dafür sei die langfristige Beschaffung von Gas und dessen Speicherung.
„Der Transport von Energierohstoffen durch die wichtige Straße von Hormuz ist praktisch zum Erliegen gekommen“, berichtete Tollinger vor der Gasdruckregelstation Ampass nahe der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. An der Börse in Amsterdam sei der Erdgaspreis zuletzt auf 70 Euro je Megawattstunde (MWh) geklettert – was seit Kriegsbeginn einer Erhöhung für kurzfristige Produkte um mehr als 80 Prozent entspricht. Durch eine Diversifizierung von Lieferanten, vorausschauende Beschaffung und Speicherung des Rohstoffs könne dennoch hierzulande vorerst Preisstabilität garantiert werden. Auch für den Winter seien – Stand heute – keine wesentlichen Veränderungen zu erwarten.
„Back-Up für Krisenzeiten“ angelegt
So sei mit einer Beteiligung am Gasspeicher Haidach bei Salzburg auch ein „Back-Up für Krisenzeiten“ eingerichtet worden. Der dortige Speicher sei mit 33,5 Terawattstunden der zweitgrößte Speicher Mitteleuropas. Die Tigas habe sich im Zuge des Ukraine-Krieges dort eingemietet und könne so den Jahresbedarf für bis zu 35.000 Haushalte zwischenspeichern. Aktuell sei der Tigas-Speicher zu 41 Prozent gefüllt, für Gesamt-Österreich zu 35 Prozent.
„Wir beobachten den Markt sehr genau“, betonte Tollinger. Man reagiere dementsprechend auf aktuelle Preisentwicklungen und Speicherkapazitäten, plane langfristig und könne so „Preisspitzen kappen“. Wie lange die Preise bei einem weiteren Andauern der Krise in Nahost weiter stabil gehalten werden können, ließe sich nicht exakt beziffern. Eine wichtige Rolle spielten indes auch die vom Staat im Zuge des Ukraine-Kriegs als Reserve eingelagerten 20.000 Terawattstunden: „Wir können ganz Österreich im Winter zwei Monate komplett versorgen.“ Eine weitere Verlängerung der strategischen Gasreserve über 2027 hinaus unterstütze man.
100.000 Kunden in Tirol
Die Tigas beliefert in Tirol aktuell mit einem Gasnetz von rund 4.000 Kilometern 100.000 Kunden. 167 Tiroler Gemeinden werden damit erreicht. Mit einem für 2027 erwarteten Gas-Zusammenschluss zwischen Hochfilzen und Leogang stehe für Tirol indes eine zusätzliche Anbindung an das ostösterreichische Erdgasnetz und somit ein Mehr an Versorgungssicherheit bevor.
APA




