
Die deutsche Regierung wird laut Digitalminister Karsten Wildberger am Mittwoch eine Strategie zum Ausbau von Rechenzentren beschließen. Ziel sei es, bis zum Jahr 2030 die Rechenzentrumskapazitäten mindestens zu verdoppeln, sagte Wildberger zu Journalisten. Die Kapazitäten für Künstliche Intelligenz (KI) sollten dabei mindestens vervierfacht werden. Die Strategie enthalte dafür 28 Einzelmaßnahmen und setze ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag der schwarz-roten Regierung um.
Teil der Strategie ist Wildberger zufolge, Freiflächen zu identifizieren, die für Investoren attraktiv seien. Außerdem solle die Gewerbesteuer künftig dort anfallen, wo das Rechenzentrum stehe und nicht, wo der Firmensitz sei. Auch sollten die Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Wildberger sprach von einem wichtigen Schritt, aber auch weiterhin einem größeren Aufholbedarf gegenüber den USA.
US-Konzerne dominieren
Als Problem wird die starke Dominanz von außereuropäischen Akteuren im Bereich der Rechenzentren genannt. Firmen wie Amazon, Web Services (AWS), Microsoft oder Google dominieren auch als Cloudanbieter den Bereich und haben in den vergangenen Monaten milliardenschwere neue Investitionen angekündigt. Aus Deutschland investieren etwa die Deutsche Telekom und die Schwarz-Gruppe in Großrechenzentren.
Stromnetz entscheidend
Die Strategie listet dabei Vor- und Nachteile des Standorts Deutschland in Europa auf: Zu den Stärken werden eine stabile Versorgungslage, ein hoher Anteil an erneuerbaren Energien, eine gut ausgebaute Infrastruktur sowie die zentrale Lage und Vernetzung innerhalb Europas genannt. Es gebe aber knappe Anschlusskapazitäten im Stromnetz, die für die Standortwahl von Rechenzentren wegen deren Strombedarf sehr wichtig sind.
APA/Reuters



