Gaspreis steigt nach Irans Angriffen auf Energiewirtschaft

12. März 2026, Amsterdam
Transport von Flüssiggas ist faktisch zum Erliegen gekommen
 - Mukran, APA/dpa

Der Preis für europäisches Erdgas ist am Donnerstag nach erneuten Angriffen des Iran auf die Energiewirtschaft in der Region am Persischen Golf deutlich gestiegen. An der Börse in Amsterdam sprang die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat zum Handelsbeginn um rund zehn Prozent auf 53,83 Euro je Megawattstunde (MWh) nach oben. Im frühen Handel ist der Preis wieder ein Stück weit zurückgefallen, auf 52,25 Euro.

Mit dem Preisanstieg hat sich europäisches Erdgas seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran vor fast zwei Wochen um rund 70 Prozent verteuert. Dies ist der stärkste Anstieg seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor vier Jahren. Die globalen Öl- und Gasmärkte sind durch den Krieg im Nahen Osten stark beeinträchtigt. Der Transport von Flüssiggas aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormuz ist durch den Krieg faktisch zum Erliegen gekommen.

Stärkere Angriffe auf Energiewirtschaft wichtiger Förderstaaten

Zuletzt haben Meldungen über immer stärkere Angriffe der iranischen Streitkräfte gegen die Energiewirtschaft wichtiger Förderstaaten am Persischen Golf die Preise angetrieben. Unter anderem wurden im Oman Treibstofftanks im Hafen von Salala mutmaßlich von iranischen Drohnen getroffen.

Der Preissprung beim Erdgas folgte auf einen Anstieg des Preises für Rohöl der Nordseesorte Brent auf über 100 US-Dollar pro Barrel (159 Liter). „Iranische Angriffe auf Energieinfrastruktur und auf Tanker im Oman, Irak und Bahrain sorgten für weitere Produktionsreduzierungen und verstärken die Sorgen um die Öl- und Gaslieferungen“, kommentierten Analysten der Dekabank. Auch fast zwei Wochen nach Kriegsbeginn gebe es weiterhin keine konkreten Anzeichen für ein zeitnahes Kriegsende, trotz der wiederholten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über ein „baldiges“ Kriegsende.

APA/dpa-AFX