Ölpreise steigen – Freigabe von IEA-Ölreserven verpufft

11. März 2026, Paris
Größte Freigabe von Notfall-Ölreserven in der IEA-Geschichte
 - Karlsruhe, APA/dpa

Die Angst vor einer längeren Unterbrechung von Öllieferungen durch die Straße von Hormus hat die Ölpreise heute wieder ein Stück weit nach oben getrieben. Die Freigabe einer Rekordmenge strategischer Ölreserven von führenden Industriestaaten drückte die Preise nicht nachhaltig, auch weil der Schritt bereits antizipiert worden war. Die Preise stiegen nach der Entscheidung bis zum späten Nachmittag sogar noch.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete zuletzt 92,44 Dollar und damit gut 5 Prozent mehr als am Vortag. Am Montag war der Preis nach einem sprunghaften Anstieg bis auf mehr als 120 Dollar dann wieder deutlich gesunken und hatte sich dann am Dienstag stabilisiert.

Straße von Hormuz als Nadelöhr

Mit dem Iran-Krieg ist der Transport von Rohöl aus den Fördergebieten am Persischen Golf durch die Straße von Hormuz faktisch zum Erliegen gekommen. Zuletzt befeuerten Berichte über angeblich vom Iran in der Meerenge verlegte Seeminen die Sorge um die Sicherheit der internationalen Energieversorgung.

Eine Durchfahrt durch die Straße von Hormuz oder durch angrenzende Seegebiete ist mit hohen Risiken verbunden. Ein „unbekanntes Geschoss“ habe ein Frachtschiff in der Meerenge getroffen und einen Brand ausgelöst, meldete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO). Zudem sei im Persischen Golf vor der Küste Dubais ein Massengutfrachter von einem ebenfalls „unbekannten Geschoss“ getroffen worden.

Hoffen auf Markt-Stabilisierung

Den Ölpreis-Anstieg bremsen soll nun die größte Freigabe von Notfall-Ölreserven in der Geschichte der Internationalen Energieagentur (IEA). Insgesamt werden die 32 Mitgliedsländer der Agentur 400 Millionen Barrel Rohöl freigeben, wie es in einer in Paris veröffentlichten Mitteilung heißt.

Noch nie wurde bei einer vorherigen gemeinsamen Aktion so viel Öl aus den Reserven angezapft. Mit dem Schritt sollen die durch den Krieg angespannten Märkte stabilisiert werden.

APA/dpa