APG fordert Kraftwerksstrategie

11. März 2026, Wien

Der trübe Winter brachte Stromsystem ans Limit, warnt der Netzbetreiber.


Der Winter 2025/26 war einer der trübsten seit 30 Jahren, dazu kamen wenig Wind und schlechte Wasserführung in den Flüssen. Das hat die Stromversorgung in Österreich an ihre Grenzen gebracht, wie die Daten der für das Hochspannungsnetz zuständigen Austrian Power Grid (APG) zeigen. Nur mit Importen und vollem Einsatz aller vorhandenen Gaskraftwerke konnte der Strombedarf an etlichen Tagen gedeckt werden. Ein Spitzenwert wurde am 1. Februar 2026 erreicht. An dem Tag wurden 55 Prozent des durchschnittlichen Tagesverbrauchs von 193 GWh in dieser Jahreszeit gedeckt.


Um das Stromnetz längerfristig sicherstellen zu können, appelliert APG-Vorstandschef Gerhard Christiner für eine rasche Entscheidung, wie der Kraftwerkspark künftig aussehen soll. Es sei eine politische Frage, in welchem Ausmaß man künftig von Importen abhängig sein wolle. Die meisten thermischen Kraftwerke in Österreich näherten sich in den nächsten Jahren dem Ende ihrer Betriebszeit. Für einen Ersatz brauche es aber „Kapazitätsmärkte“, also staatliche Investitionsanreize dafür, dass sie gebaut werden und einsatzbereit dastehen, weil sie sich mit wenigen Einsatzstunden im Jahr nicht rechneten.mg

Salzburger Nachrichten