Ölpreise sinken weiter

10. März 2026, Wien
Trump stellt schnelles Kriegsende in Aussicht
 - Zierbena, APA/AFP

Die Ölpreise sind am Dienstag wegen der vagen Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs weiter gesunken. Nachdem die Notierung für Rohöl der Sorte Brent zu Beginn der Woche zeitweise bis auf knapp 120 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen war und damit auf den höchsten Stand seit Sommer 2022, hatte bereits am Montag im Handelsverlauf eine Gegenbewegung eingesetzt. Diese hatte sich am Montagabend nach Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump beschleunigt.

Trump hat ein schnelles Ende des Kriegs im Nahen Osten in Aussicht gestellt. „Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet“, wird er im US-Sender CBS News zitiert. Am Dienstag gingen die Angriffe der USA und Israels auf den Iran indes weiter.

Ein Barrel (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete zuletzt 88,10 US-Dollar. Das waren 1,86 Prozent weniger als am Vorabend. Im Vergleich zu der Zeit vor dem Beginn des Kriegs Ende Februar ist der Rohstoff aber immer noch rund mehr als ein Fünftel teurer. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im April fiel am Dienstag um 1,82 Prozent auf 83,94 Dollar.

Marktbeobachter sehen in den Äußerungen von Trump eine neue Bereitschaft des Weißen Hauses, öffentlich zu signalisieren, dass Schritte zur Beendigung des Kriegs möglich seien. Allerdings machte der Präsident keine konkreten Angaben. Zudem nannte er keine weiteren Details zum Plan, Tanker durch die Straße von Hormuz am Persischen Golf zu eskortieren.

Der Transport von Energierohstoffen aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Straße von Hormuz ist durch den Krieg faktisch zum Erliegen gekommen. Die Energiemärkte sind durch den Krieg im Nahen Osten stark beeinträchtigt. Laut einem Medienbericht senkten zuletzt wichtige Ölstaaten ihre Fördermenge.

Unter anderem habe das führende OPEC-Land Saudi-Arabien seine Fördermenge um 2 bis 2,5 Millionen Barrel pro Tag reduziert, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Zudem hätten die Vereinigten Arabischen Emirate die Fördermenge um täglich 500.000 bis 800.000 Barrel, Kuwait um etwa eine halbe Million Barrel und der Irak um etwa 2,9 Millionen Barrel gesenkt. Weil der Transport von Energierohstoffen aus den Förderregionen am Persischen Golf gestört ist, sind Lagertanks in der Region voll und können keine weiteren Mengen an Rohöl aufnehmen.

„Die große Frage, die sich stellt, ist, wie lange die Straße von Hormuz blockiert bleibt“, sagte Rohstoffexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. Die Möglichkeit eines militärischen Geleitschutzes für Tanker auf der Fahrt durch die Meerenge könnte die Lage am Ölmarkt weiter entspannen. Auf diese Weise dürfte „zumindest eine partielle Öffnung der Straße von Hormuz ermöglicht werden“, sagte die Commerzbank-Expertin.

APA/dpa-AFX