Uniper spricht laut Insider mit Kanada über mehr LNG

6. März 2026, Frankfurt/Ottawa
Uniper will größerer Kunde von kanadischem LNG-Sektor werden
 - Düsseldorf, APA/dpa

Der deutsche Energiekonzern Uniper hat Insidern zufolge seine Gespräche mit Kanada über einen Ausbau der Flüssiggas-Importe (LNG) in den vergangenen Wochen intensiviert. Die Verhandlungen seien Teil der Pläne der deutsche Bundesregierung für eine breitere Wirtschaftspartnerschaft, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Damit solle die Abhängigkeit von Lieferungen aus den USA verringert werden.

Die Gespräche auf Unternehmens- und politischer Ebene fänden statt, während sich Deutschland um einen kanadischen U-Boot-Auftrag bewirbt. Nachdruck bekommen die Unterredungen zudem durch den Iran-Krieg. Katar hatte wegen der Angriffe aus dem Iran seine LNG-Produktion am Montag gestoppt.

Bei dem Versuch, eine weitreichende Wirtschaftsvereinbarung an dem zwölf Milliarden Dollar schweren U-Boot-Auftrag zu knüpfen, konkurriert Berlin mit Südkorea. Die Thyssenkrupp-Rüstungstochter TKMS will sich gegen die Hanwha Group durchsetzen. Eine Entscheidung wird noch in diesem Jahr erwartet. Die Bemühungen spiegeln auch die Befürchtung wider, dass Deutschland bei der Energieversorgung zu sehr von den USA abhängig sein könnte. Dies gilt insbesondere nach der Energiekrise, die Europas größte Volkswirtschaft traf, nachdem der frühere Hauptgaslieferant Russland seine Lieferungen eingestellt hatte. Im vergangenen Jahr kamen rund zehn Prozent der deutschen Gasimporte über die LNG-Terminals des Landes. Davon stammten 96 Prozent aus den USA.

Die Gespräche könnten dazu führen, dass Uniper nach einer ersten langfristigen Vereinbarung mit Tourmaline im vergangenen Jahr zu einem größeren Kunden im aufstrebenden kanadischen LNG-Sektor werde. Die mangelnde Regasifizierungskapazität an der kanadischen Ostküste sei jedoch eine potenzielle Hürde und könnte den Bau von Terminals dort erfordern, sagten die Insider.

Lehre aus Russland-Fiasko: Gasbezug breiter aufstellen

Das deutsche Wirtschaftsministerium bestätigte, das Bieterverfahren für die U-Boote solle bestmöglich flankiert werden. Bei einer solchen Auftragsvergabe werde regelmäßig erwartet, dass der Auftrag auch Wertschöpfung im Land des Auftraggebers generiere. Deutschland und Kanada hatten Anfang der Woche eine Vereinbarung zur Ausweitung der Zusammenarbeit in strategischen Sektoren unterzeichnet. Das kanadische Ministerium für natürliche Ressourcen erklärte, das Interesse Deutschlands an LNG-Importen sei bekannt. Entscheidungen über die Umsetzung von Projekten oder die Lieferung von LNG sei aber Sache der Firmen.

Uniper arbeite kontinuierlich daran, die Energieversorgung in Deutschland und Europa weiter zu diversifizieren und zu sichern, sagte ein Konzernsprecher. Vor diesem Hintergrund sei im vergangenen Jahr ein Bezugsvertrag mit Tourmaline abgeschlossen worden. „Der kanadische Markt ist für uns grundsätzlich interessant – insbesondere wegen seines stabilen regulatorischen Umfelds, der großen und verlässlichen Gasressourcenbasis sowie der perspektivischen Möglichkeiten entlang der LNG-Wertschöpfungskette.

APA/Reuters