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SBO nach drei Quartalen mit 21,3 Mio. Euro Nettoverlust

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Wien/Ternitz, 26. Nov. 2020

Der im Wiener Leitindex ATX börsennotierte Ölfeldausrüster SBO kämpft weiterhin mit der coronabedingt niedrigen Ölnachfrage und hat in den ersten drei Quartalen einen Umsatz- und Ergebniseinbruch erlitten. Der Umsatz ging um fast ein Drittel auf 236,4 Mio. Euro zurück, das Ergebnis nach Steuern drehte auf -21,3 Mio. Euro in die Verlustzone, nachdem im gleichen Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 26,6 Mio. Euro ausgewiesen worden war.

"Nach der abrupten Talfahrt in der ersten Jahreshälfte haben sich die Ölmärkte zwar stabilisiert. Für eine nachhaltige Erholung war die Nachfrage nach Rohöl jedoch weiterhin zu gering", sagte SBO-Chef Gerald Grohmann am Donnerstag laut Mitteilung. Grohmann verweist jedoch auf den hohen Bestand an liquiden Mitteln in Höhe von 322 Mio. Euro, mit dem man gut aufgestellt sei, um durch die Krise zu kommen.

Zum 30. Juni nahm die Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment Wertabschreibungen bei den Tochtergesellschaften in Nordamerika in Höhe von 20,5 Mio. Euro vor, die zwar nicht cash-wirksam sind, aber das Ergebnis drücken. Das Betriebsergebnis (EBIT) vor Einmaleffekten blieb mit 1,1 Mio. Euro positiv. Das EBIT nach Einmaleffekten belief sich auf minus 19,8 Mio. Euro. SBO generierte in den ersten neun Monaten 2020 einen operativen Cashflow von 81,3 Mio. Euro und konnte dadurch eine Nettoliquidität von 10,5 Mio. Euro ausweisen. Das Gearing (Verschuldungsgrad) verbesserte sich auf minus 3,5 Prozent. Der Bestand an liquiden Mitteln stieg auf 322,0 Mio. Euro (31. Dezember 2019: 265,2 Mio. Euro).

"Das Tal scheint bereits erreicht zu sein", meint Grohmann. Mit einer deutlichen Erholung rechnet er für das zweite Halbjahr 2021, wenn die Corona-Auswirkungen bis dahin wirksam bekämpft werden können.

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voestalpine-Elektroband sorgt für Windstrom im Burgenland

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Linz, 26. Nov. 2020

Elektroband aus Linz hilft künftig sauberen Strom im Burgenland zu erzeugen. Die voestalpine liefert rund 1.000 Tonnen des Werkstoffs, der über spezielle magnetische Eigenschaften verfügt, an den deutschen Windenergieanlagen-Hersteller Enercon. Bei diesem hat der Energieversorger Burgenland den Bau von 51 neuen Windrädern in insgesamt sieben Windparks in Auftrag gegeben.

Im Sommer wurde mit den Arbeiten an den Windparks begonnen. U.a. geht es um den Bau der Anlage Zurndorf II, die Erweiterung der Windparks Nickelsdorf und Andau, sowie die Erneuerung jener in Parndorf, Gols, Potzneusiedl und Neudorf. Insgesamt entspricht das einem Gesamtumfang von zusätzlichen 212 Megawatt.

Elektroband ist ein kaltgewalztes Stahlband aus Eisen-Silizium-Legierungen und kommt dank seiner besonderen magnetischen, mechanischen und physikalischen Eigenschaften überall dort zum Einsatz, wo elektrische Energie in eine andere Form von Energie umgewandelt wird. Im Fall eines Windrades heißt das: Der Wind treibt die Rotorblätter an und diese mechanische Rotationsenergie wird durch einen Generator in elektrischen Strom umgewandelt. Das Elektroband fungiert dabei als Magnetkern. Je effizienter das Elektroband ist, umso effizienter arbeiten die Generatoren.

Elektroband wird nicht nur in Windrädern eingesetzt, sondern auch in Hydrogeneratoren für Wasserkraftwerke oder diversen Motoren - vom Antriebsmotor eines Elektro- oder Hybridfahrzeugs bis hin zu Kleinmotoren für Fensterheber, von Industriemotoren bis hin zu Haushaltsgeräten. "Mit unserem Premium-Elektroband aus Linz setzen wir insbesondere beim Einsatz im Bereich der erneuerbaren Energien laufend neue Maßstäbe in puncto Leistungsstärke und Nachhaltigkeit", betont Hubert Zajicek, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Leiter der Steel Division - nach eigenen Angaben europäischer Marktführer bei nicht kornorientierten Elektrobändern.

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EU billigte Ausschreibungen zur Stilllegung von Kohlewerken

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Düsseldorf, 26. Nov. 2020

Die EU-Kommission hat am Mittwoch grünes Licht für einen wichtigen Teil des beschlossenen Kohleausstiegs in Deutschland gegeben. Dabei wurden die geplanten Entschädigungen für Stilllegungen von Steinkohlekraftwerke genehmigt. "Diese Entscheidung ist ein wichtiges Signal und schafft Planungssicherheit für alle Beteiligten", teilte die deutsche Regierung mit. Bei der Braunkohle wollen die Brüsseler Wettbewerbshüter die Entschädigungen an die Betreiber allerdings weiter prüfen.

Nach Angaben der deutschen Regierung ist aber nicht mit einer Verzögerung des Kohleausstiegs zu rechnen. In der Steinkohle werden Entschädigungen über ein Auktionssystem ermittelt. Die EU-Kommission entschied, dass diese Regelung mit Ausschreibungen zur Stilllegung von Kraftwerken nicht zu übermäßigen Wettbewerbsverzerrungen führt. Sie könnte dazu beitragen, dass Deutschland die Klimaziele der EU erreiche.

Die Bundesnetzagentur will die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde am 1. Dezember bekannt geben, wie die Behörde twitterte. Damit sollen Kraftwerkskapazitäten im Umfang von vier Gigawatt noch dieses Jahr stillgelegt werden. Zu den Betreibern von Steinkohlekraftwerken gehören unter anderem die Versorger Vattenfall, Uniper und EnBW. Sie können sich in jährlichen Ausschreibungen um Entschädigungen bei Abschaltung bewerben. Die letzte Runde sollte 2027 stattfinden, danach kann entschädigungslos stillgelegt werden. Nach dem Willen der EU-Kommission soll die letzte Runde 2027 allerdings entfallen. Das dürfte zu einem stärkeren Wettbewerb in den vorherigen Runden führen.

Im Braunkohlebereich ist der Wettbewerb mit nur zwei großen Anbietern deutlich geringer, weswegen hier Ausschreibungen auch weniger Sinn machen. Hier sind Entschädigungen von 4,35 Mrd. Euro vorgesehen - 2,6 Milliarden für RWE und 1,75 Milliarden für die ostdeutsche LEAG. Es müsse geklärt werden, ob dies angemessen sei, sagte Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. "Zu Recht, denn es kann nicht sein, dass etwa LEAG Milliarden zugesteckt werden soll, ohne dass dafür Braunkohlemeiler früher vom Netz gehen." Die Bundesregierung betonte, die Prüfung habe keinen Einfluss auf die Stilllegung von Braunkohlekraftwerkskapazitäten.

RWE teilte mit, das Prüfverfahren zur Braunkohle überrasche nicht. "Das ist ein normales Prozedere." Es könne am Ende zu mehr Rechtssicherheit führen. "Ungeachtet dessen ist das Kohleausstiegsgesetz in Kraft getreten und wir gehen davon aus, dass die Stilllegungen am Ende diesen Jahres beginnen. Bundesregierung und Betreiber streben an, auch den öffentlich-rechtlichen Vertrag noch in diesem Jahr zu unterzeichnen."

Die Kohleverstromung soll in Deutschland bis 2038 beendet werden. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sagte, mit den Ausschreibungen in der Steinkohle könne sichergestellt werden, dass Entschädigungen auf ein Minimum begrenzt würden. Damit werde eine übermäßige Wettbewerbsverzerrung auf dem europäischen Binnenmarkt vermieden.

Nach dem Kohleausstiegsgesetz soll jedes Jahr ab 2020 eine bestimmte Menge an Steinkohle-Leistung zur Abschaltung ausgeschrieben werden. Wer die geringsten Entschädigungen verlangt, erhält den Zuschlag. Die Ausschreibungen werden über die Bundesnetzagentur organisiert. Vattenfall will etwa sein Großkraftwerk in Hamburg-Moorburg stilllegen. Der Düsseldorfer Versorger Uniper will in mehreren Schritten bis 2025 aus der Kohleverstromung in Deutschland aussteigen - mit Ausnahme des erst vor wenigen Monaten in Betrieb gegangenen Kraftwerks Datteln 4.

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Russland will Wasserstoff nach Deutschland liefern

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Moskau/Berlin, 26. Nov. 2020

Russland will zu einem Hauptlieferanten für klimaschonenden Wasserstoff nach Deutschland werden. "Wir sind in engem Kontakt mit deutschen Unternehmen, um bei Wasserstoff auf allen Ebenen zusammenzuarbeiten", sagte Russlands stellvertretender Energieminister Pawel Sorokin beim Branchenforum der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) in Moskau. "Bei der Herstellung, beim Transport und beim Verbrauch von Wasserstoff."

Deutsche und russische Firmen wollen sich laut AHK für gemeinsame Pilotprojekte zu nachhaltiger Energie stark machen. "Russland ist bereits einer der größten Erdgasexporteure, hat daher die Infrastruktur, um ein Akteur auf dem Gebiet der Wasserstoffenergie zu sein", sagte Markus Schöffel vom Industriekonzern Thyssenkrupp. Die Möglichkeiten, in Russland erneuerbare Energien zu erzeugen, seien ebenfalls "gigantisch". Armin Schnettler von Siemens erklärte, man sei "bereits in Gesprächen über Großprojekte".

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IATA will Subventionen für nachhaltigen Treibstoff

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Genf, 26. Nov. 2020

Der Dachverband der Fluggesellschaften (IATA) fordert von Staaten weltweit Investitionen in nachhaltige Flugkraftstoffe. Das sei ein entscheidender Schritt, um die Ziele der Flugbranche zur Verringerung klimaschädlicher Treibstoffgase bis 2050 zu erreichen, teilte der Verband am Mittwoch in Genf mit.

Alternative Brennstoffe, die etwa aus Speiseöl und Biokraftstoffen hergestellt würden, kosteten derzeit zwei bis vier mal so viel wie fossile Brennstoffe wie Kerosin. Mit staatlichen Anreizen könne die Produktion von rund 100 Millionen Liter auf bis zu 7 Milliarden Liter im Jahr gesteigert werden - eine Menge, ab der die Treibstoffe im Preis wettbewerbsfähig würden.

"Wir wissen schon lange, dass eine Energiewende zu nachhaltigen Flugkraftstoffen (SAF) der Gamechanger ist. Aber Energiewenden brauchen Regierungsunterstützung", teilte IATA-Chef Alexandre de Juniac mit. Mit Investitionen und Anreizen für Hersteller könnten Staaten zugleich Arbeitsplätze schaffen und den Klimawandel bekämpfen.

Dem Verband gehören nach IATA-Angaben 290 Fluggesellschaften an, die zusammen 82 Prozent des Luftverkehrs abdecken.

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"KlimaKonkret" will überhitzte Regionen klima-fit machen

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Wien, 25. Nov. 2020

30.000 Faltpläne werden in den kommenden Tagen in Österreichs Städten und Gemeinden landen - und hoffentlich entfaltet werden, geht es nach dem Absender: der Initiative "KlimaKonkret", die mit Support von Andre Heller realisiert wurde. Trotz Coronakrise und Lockdown, die gerade alle "Gedanken und Zustände" versiegeln würden, wolle man das Projekt jetzt vorstellen, sagte Heller. Konkret geht es um regionale Klimaanpassung, die aufgrund zunehmender Hitze dringen notwendig sei.

"Es gibt Milliarden Menschen in der Zukunft, die darauf angewiesen sind, das wir jetzt kluge Taten setzen", sagte Heller . "KlimaKonkret" soll Gemeinden, Städten und Kommunen Unterstützung bieten, ihre Probleme mit dem Klimawandel in den Griff zu bekommen. Anlaufstelle ist dabei entweder das Climate Change Centre Austria (CCCA) bzw. der Klima- und Energiefonds. "Es ist deutlich geworden: Die Klimakrise macht den Menschen zu schaffen, Siedlungskerne müssen daher umgerüstet werden, denn auch in den kleinen Städten - und nicht nur in den Megacitys spürt man das. Es ist eine schreckliche Entwicklung", beschrieb Theresia Vogel, die Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds, die Herausforderung.

Bei einer virtuellen Pressekonferenz am Mittwoch präsentierten Sabine Naderer-Jelinek (SPÖ), seit dem Vorjahr die neue Bürgermeisterin von Leonding in Oberösterreich, und Peter Eisenschenk (ÖVP), Bürgermeister der niederösterreichischen Bezirkshauptstadt Tulln, ihre Projekte, wie auf den zunehmenden Handlungsbedarf reagiert werden kann - und muss. "Wir haben in den vergangenen Jahre drei Aktionsfelder etabliert", erläuterte Eisenschenk. "Ein zentrales Ziel ist es, Hitzeinseln durch noch mehr Stadtgrün zu reduzieren". Konkret geht es um die problematische Zone Donaulände in Tulln, die in einen klimafitten Platz umgewandelt werden soll: "Es muss noch vieles geklärt werden, aber am 9. Dezember soll das im Gemeinderat beschlossen werden". Zudem will man bis 2025 CO2-neutral sein, die ganze Gemeinde dann 2040 - und in Sachen Mobilität will man eine Stadt "der kurzen Wege" werden.

Die Faltpläne sollen nun für alle Gemeinden Österreichs die Initialzündung für ähnliche Maßnahmen werden, erläutert Heller, "dieser Plan enthält die Informationen, was man bei Bauvorhaben tun kann und wohin sich die 2.100 Gemeinden hinbewegen können". Dabei solle man nicht davon ausgehen, dass die Gemeinden bisher passiv geblieben werden, betonte Naderer-Jelinek: "Ich kenne viele Bürgermeister und Bürgermeisterinnen die gern tätig werden würden" - daher sei die Initiative so wichtig, weil es mit ihr nun eine konkrete Ansprechstelle gebe, bei der angefangen von Möglichkeiten bezüglich Förderungen bis hin zur konkreten Umsetzung von Projekten alle Informationen bereit stehen.

In "ihrer" Stadt Leonding zeige der Klimawandel seine Wirkung auf Deutlichste, führte Naderer-Jelinek aus: Zwar konnte man trotz Wachstums eine Stadt mit zwei Drittel Grünflächen bleiben, nicht zuletzt wegen dem Kürnbergwald: "Der war bis vor ein paar Jahren ein funktionierendes Ökosystem, dann begann der Kahlschlag - Borkenkäfer, Trockenheit und Hitze erledigen den Rest. Was überbleibt ist Beton, der dazu führe, dass der Stadtplatz im Sommer aufgrund der Hitze nicht mehr nutzbar sei, bei Kindereinrichtungen musste man mit Beschattungssystemen reagieren, viele Gärten wären im Sommer für die Kinder nicht mehr nutzbar. Um dieser Entwicklung etwas entgegen zu setzen, erstellte die Stadt einen Naderer-Jelinek ein 100 Punkteprogramm für den Klimaschutz.

"Wir stehen vor dem gemeinsamen Problem, die schnell verlaufenden Entwicklungen lösen zu müssen", sagte Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb, die auch als Vertreterin des CCCA an der Pressekonferenz teilnahm. "Die Gemeinden müssen rascher agieren - und sie können das", lautete ihre Antwort, auf die Frage, welche Ergebnisse sie sich von "KlimaKonkret" erwarten würde. Ihr falle auf, dass der Fokus sehr auf der Einsparung von CO2 liegen würde, "aber selbst wenn wir Paris einhalten, bedeutet das ein halbes Grad mehr - und noch mehr für Österreich - und das ist der Temperaturunterschied zwischen Hungersnot und eine florierenden Landwirtschaft", erinnerte sie an die Folgen der Kleinen Eiszeit Anfang des 15. Jahrhunderts. Daher müsse auf jeden Fall eine Anpassung an den Klimawandel stattfinden, denn Höchstwerte von über 40 Grad Celsius seien noch nicht das Ende.

(S E R V I C E - www.klimakonkret.at, info@klimakonkret.at oder: +43 664 8565148 (Dienstag bis Donners tag, 9 bis 16 Uhr))

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EU-Klimaziele: Von der Leyen fordert Rückhalt der EU-Staaten

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EU-weit/Brüssel, 25. Nov. 2020

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat die EU-Staaten aufgefordert, sich geschlossen hinter ein drastisch verschärftes Klimaziel für 2030 zu stellen. Mit der anvisierten Senkung der Treibhausgase um mindestens 55 Prozent im Vergleich zu 1990 sei die EU auf dem richtigen Weg, sagte von der Leyen am Mittwoch im Europaparlament.

Bisher gilt eine Zielmarke von 40 Prozent. Die Verschärfung soll der EU helfen, das Pariser Klimaabkommen einzuhalten und bis 2050 "klimaneutral" zu werden, also keine zusätzlichen Treibhausgase mehr auszustoßen. Österreich trägt dies mit, einige EU-Staaten haben jedoch Bedenken. Die Entscheidung soll möglichst beim EU-Gipfel am 10. und 11. Dezember fallen. Ein hoher EU-Vertreter hatte jedoch zuletzt gesagt, es nicht klar, ob bis dahin alle Vorbehalte auszuräumen seien.

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Andritz AG liefert Entschwefelungsanlage nach Indien

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Graz, 25. Nov. 2020

Der Grazer Anlagenbauer Andritz AG hat einen Millionen-Auftrag in Indien an Land gezogen: Die Steirer liefern für das thermische Kraftwerk Mundra eine auf Seewasser basierende Rauchgasentschwefelungsanlage (REA). Über den genauen Auftragswert wurde Stillschweigen vereinbart, doch vergleichbare Aufträge bewegen sich zwischen 20 und 25 Mio. Euro. Die Fertigstellung ist im 3. Quartal 2023 geplant, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung der Andritz.

Auftraggeber ist die Tata Projects Limited. Das Kraftwerk mit einer Leistung von fünfmal 830 MW wird von Coastal Gujarat Power Limited, einer Tochtergesellschaft von Tata Power, betrieben. Der Lieferumfang umfasse das "komplette Basis- und Detailengineering für die Absorbereinbauten sowie weitere wesentliche Lieferungen", hieß es in der Aussendung. Die REA-Technologie verwendet das Kühlwasser des Kraftwerks - es handelt sich um eine offene Durchlaufkühlung mit Seewasser - zur Abscheidung von allen sauren Bestandteilen. Abscheidungsgrade von bis zu 95 Prozent seien möglich. "Durch die integrierte Oxidation des Seewassers wird es vollständig aufbereitet wieder in den offenen Kühlwasserkreislauf zurückgeführt", hieß es vonseiten des Unternehmens.

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Kreise - OPEC+ neigt weiter zu Verlängerung der Ölförderbremse

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Moskau/London, 25. Nov. 2020

Die großen Erdöl-Exporteure neigen Insidern zufolge weiter zu einer Verlängerung der aktuellen Förderbeschränkungen. Daran ändere auch der jüngste Preisanstieg nichts, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch. "Es sieht so aus, dass eine Verlängerung notwendig ist", sagte eine von ihnen. Grund seien mögliche Preisrückschläge und Nachfrage-Rückgänge infolge der aktuellen Coronavirus-Beschränkungen.

Ursprünglich wollte die Ländergruppe OPEC+, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, die Fördermengen ab Jänner um zwei Millionen Barrel pro Tag erhöhen.

Dank Erfolgen bei der Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs haben sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee und die US-Sorte WTI in den vergangenen Wochen um jeweils knapp 30 Prozent verteuert. Mit 48,75 Dollar (41,09 Euro) beziehungsweise 45,72 Dollar je Barrel waren die beiden Terminkontrakte so teuer wie zuletzt vor neun Monaten. Analysten erwarten daher, dass einige Mitglieder des Kartells gegen eine Verlängerung der Förderbeschränkungen aufbegehren könnten.

Für 30. November ist ein OPEC-Ölministertreffen geplant, für den Folgetag (1. Dezember) ein OPEC+-Treffen.

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SNAM plant Investitionen von 7,4 Mrd. Euro

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Mailand, 25. Nov. 2020

Der italienische Gasnetzbetreiber SNAM, der 2016 mit der deutschen Allianz Capital Partners einen 49-Prozent-Anteil an der OMV-Pipelinetochter Gas Connect Austria (GCA) übernommen hat, hat am Mittwoch seinen Entwicklungsplan bis 2024 vorgestellt. Dieser sieht Investitionen in der Größenordnung von 7,4 Mrd. Euro vor, eine Milliarde mehr als im letzten Entwicklungsplan.

6,7 Mrd. Euro dienen der Modernisierung der Infrastrukturen, der Digitalisierung und dem Übergang zu Wasserstoff, teilte SNAM-Chef Marco Alvera in einer Presseaussendung mit. Für die Digitalisierung sind Investitionen in Höhe von 500 Mio. Euro vorgesehen. Damit will SNAM zur weltweit fortgeschrittensten Gasversorgungsgesellschaft der Welt avancieren. Auch Satelliten und Drohnen sollen zur Kontrolle der Gasnetze eingesetzt werden.

Der börsennotierte SNAM-Konzern rechnet im kommenden Jahr mit einem Wachstum des Nettogewinns von 3 Prozent. Bis 2022 soll die Dividende pro Aktie um 5 Prozent wachsen.

SNAM hatte zusammen mit der Allianz Capital Partners das 49-prozentige GCA-Paket um 601 Mio. Euro erworben. Die Gas Connect Austria betreibt ein mehr als 900 Kilometer langes Erdgas-Hochdruckleitungsnetz in Österreich. SNAM ist in Österreich mit 84,47 Prozent Mehrheitseigentümer der Trans Austria Gasleitung GmbH (TAG), 15,53 Prozent gehören der Gas Connect Austria. Die TAG ist eine der wichtigsten Transportleitungen für die Erdgasversorgung Österreichs, Italiens, Sloweniens und Kroatiens.

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Bestnote von Global 2000 und WWF nur für fünf Stromanbieter

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Wien, 25. Nov. 2020

Nur fünf von insgesamt 148 Stromanbietern am heimischen Strommarkt haben von den Umweltschutzorganisationen Global 2000 und WWF die Bestnote "Treiber der Stromzukunft" erhalten, und lediglich elf schafften es in die zweitbeste Kategorie "Solide Grünstromanbieter". Bei den restlichen Anbietern sehen die Umweltorganisationen noch einen "massiven Verbesserungsbedarf", wie sie am Mittwoch erklärten.

Zwar bestehe derzeit die Wahl zwischen 131 deklarierten "Grünstromanbietern", doch seien Eigentümerstruktur und Geschäftsgebaren für Laien oft schwer zu durchschauen. Bewertet haben Global 2000 und WWF beim "Stromanbieter-Check 2020" neben den gesetzlichen Stromkennzeichnungs-Mindestregeln auch die Unternehmensstrategie, den Ausbau von Erneuerbaren, die Naturverträglichkeit der Kraftwerke sowie Energiespar-Anstrengungen.

Dieser Check erhöhe die Transparenz deutlich, ob nicht etwa doch versteckt Kohle- oder Atomanlagen mitfinanziert würden, so Global-2000-Energiesprecher Reinhard Uhrig und WWF-Energiesprecher Karl Schellmann. Um in Österreich bis 2030 den Strombedarf, bilanziell übers Jahr gesehen, zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen zu decken, sei ein klarer Rahmen zur Naturverträglichkeit und eine unmissverständliche Stromherkunftsdeklaration nötig. Global 2000 und WWF raten, zu einem engagierten Anbieter zu wechseln, um ein Zeichen für die Nachfrage nach naturverträglichem und erneuerbaren Strom zu setzen.

Die am besten benoteten "Treiber der Stromzukunft" stellen aktuell freilich lediglich 0,4 Prozent des Strommarktes, die zweitbeste Kategorie "Solide Grünstromanbieter" auch nur 2,2 Prozent. Von den weiteren 23 der 39 aktiv von sich aus teilnehmenden Stromanbietern - die auch die gestellten Fragen beantwortet haben - wurden zwölf als "Stromanbieter im Wandel" klassifiziert, die 22 Prozent des Strommarktes stellen.

Sieben Akteure erhielten die Einstufung "Stromanbieter mit großen Herausforderungen und wenig Transparenz" und vier das Etikett "Nachzügler und Intransparente". Die 39 aktiv am Check beteiligten Anbieter decken 57 Prozent des österreichischen Endverbrauchs an Strom ab. Die übrigen, "intransparenten" Unternehmen habe man nur mit einigen öffentlich verfügbaren Daten bewerten können, hieß es am Mittwoch.

Zum Sieger des Rankings wurden die "Stadtwerke Murau" gekürt, gefolgt von AAE, KWG, W.E.B. und Alpenenergie, die ebenfalls die Bestnote "Treiber der Stromzukunft" erhielten - eine Gruppe, die die Energiewende aktiv und in großen Schritten vorantreibe. In die zweitbeste Gruppe "Solide Grünstromanbieter", die laut Check noch in einzelnen Aspekten Verbesserungs- bzw. Nachholbedarf habe, kamen eFriends, E-Werk Redlmühle, Karlstrom, Polsterer Kerres Ruttin, die oekostrom AG, Energie Burgenland, EVG Mitheis, E-Werk Schattwald, Stadtwerke Wörgl, Kraftwerk Haim und MeinAlpenStrom. Der "Stromanbieter-Check 2020" ist der bereits dritte von Global 2000 und WWF, den ersten gab es 2017.

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Biomasse-Potenziale bei Weitem nicht genutzt

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Aigen im Ennstal, 24. Nov. 2020

25 Jahre Österreichischer Biomasse-Verband 

Die heimische Biomasse-Branche trifft sich unter strenger Einhaltung der aktuellen gesetzlichen Bestimmungen im steirischen Aigen im Ennstal. Neben dem alljährlichen Branchen-Update, der Umsetzung der Regierungsübereinkünfte und den Auswirkungen auf die Bioenergiemärkte im Wärme-, Strom- und Treibstoffsektor steht auch das 25-jährige Bestandsjubiläum des Österreichischen Biomasse-Verbandes (ÖBMV) auf der Agenda. Präsident Franz Titschenbacher bei der Eröffnung: „Die Corona-Pandemie verändert unsere Gesellschaft sowie unser Wirtschaftssystem und stellt uns vor ungeahnte Herausforderungen. Das Jahr 2020 ist von neuen Weichenstellungen geprägt. Mit der Bewältigung der Corona-Krise und den dafür vorgesehenen Förderprogrammen erhalten wir die Chance, Fehlentwicklungen der Vergangenheit zu korrigieren, neue Impulse zu setzen, um so möglichst stark aus der Krise zu kommen. Gleichzeitig nimmt das Regierungsziel Klimaneutralität bis 2040 zunehmend Gestalt an. Ein neues Ökostrom-Regime sowie Gesetze und Verordnungen zur Forcierung erneuerbarer Wärme, Mobilität und Gase befinden sich in Vorbereitung sowie Umsetzung. Die kommenden Monate werden darüber entscheiden, ob Österreich die aktuelle Chance der vollständig erneuerbaren Energieversorgung endlich nutzen wird.“

Potenziale reichen für 400 Prozent erneuerbare Energie
 „Die konsequente Nutzung der Bioenergie-Potenziale ermöglicht es, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: 100 Prozent reale erneuerbare Stromerzeugung durch den Schluss der Winterstromlücke, 100 Prozent erneuerbare Fernwärme, 100 Prozent erneuerbare Landwirtschaft durch den Einsatz von Holzdiesel, den Ausstieg aus Gasheizungen für 100 Prozent erneuerbare Wärme und einen gewichtigen Beitrag für nachhaltige Mobilität und Industrie. Wichtig ist eine konsequente Sektorkopplung mit der Forcierung von Grünem Gas und dessen priorisierter Einsatz für die Strom- und Fernwärmeerzeugung, Mobilität und Industrie. Für Raumwärme haben wir bessere Lösungen“, schließt Titschenbacher. Geht man bis 2030 von einer Vervierfachung der Biomassekessel-Verkäufe, dem Zubau von 1TWh Strom aus fester Biomasse, einer Einspeisung von 5 TWh erneuerbarem Gas, dem Bau von 500 zusätzlichen Biomasse-Nahwärmeanlagen und dem Bau von 200 MW „Local Green Gas“-Anwendungen in der Industrie sowie 250 MW Großanlagen für die Produktion von Holzdiesel und Holzgas aus, bleiben noch immer etwa 190 PJ (!) an nachhaltig verfügbaren Bioenergie-Potenzial ungenutzt (siehe Grafik unten). Mit diesem Potenzial wäre der komplette Umstieg der Land- und Forstwirtschaft auf Holzdiesel sowie der Betrieb sämtlicher Gaskraftwerke und Gas-KWK-Anlagen sowie Gas-Fern-Wärmekessel mit erneuerbarem Gas möglich. Die bei der Gaserzeugung anfallende Abwärme könnte die Basis für erneuerbare Fernwärme bilden, die wiederum den Gasverbrauch durch den Ersatz von Gasthermen dämpfen könnte. Die verbleibenden Gas-Thermen und -Kessel können mit anderen erneuerbaren Energietechnologien ersetzt werden. Die restlichen Potenziale können für den forcierten Ausstieg aus fossilem Erdgas in Industrie, Gewerbe und Mobilität verwendet werden.   

Sinkender Energieholzbedarf trifft auf steigendes Energieholzangebot
80 Prozent der heimisch eingesetzten Biomasse werden im Raumwärme-Bereich eingesetzt. Holzzentralheizungen sowie Biomasse-Fern- und Nahwärme werden immer beliebter und ersetzen zusehends die klimaschädlichen fossilen Energieträger Erdgas und Heizöl. Dennoch: Die Menge an eingesetzter Biomasse im Raumwärmebereich wird langfristig aufgrund höherer Effizienz der Anlagen sinken. Das belegen auch aktuelle Zahlen. Seit 2010 wurden etwa 4.000 MW an Biomassekesseln installiert, der Biomasseeinsatz ist im selben Zeitraum leicht gefallen. Die zusätzlich freiwerdenden Potenziale können für den Ausstieg aus Erdöl und Erdgas in anderen Bereichen genutzt werden. Aktuell herrscht in Österreich ein enormes Überangebot an niederwertigem Holz. Dieses Überangebot wird aufgrund mehrerer Effekte weiterhin lange anhalten. Der steigende Einsatz nachwachsender Rohstoffe in der Güterproduktion und in der Bauwirtschaft führt zu zusätzlichen Mengen an Nebenprodukten, Reststoffen und Abfällen (Waldhackgut, Brennholz, Sägespäne, Ablauge, Rinde, Altholz, etc.). Die Klimaerwärmung und die dadurch notwendige Anpassung der Wälder in Richtung Mischwald führt außerdem zu einem steigenden Anfall an niederwertigem Holz (Waldpflegeholz, Sturmschäden, Schneebruch, Borkenkäfer, Pilz- und Bakterienbefall). „Gelingt es nicht, die anfallenden Holzmengen zu nutzen, gelangt der im Holz gespeicherte Kohlenstoff ungenutzt durch Verrottung in die Atmosphäre. Aktuell verhindert das Überangebot an Holz die Nutzung der großen Biomasse-Potenziale in der Landwirtschaft. Diese können durch die aufwendige Logistik nicht gegen Energieholz konkurrieren“, erklärt Titschenbacher. „Künftig wollen wir verstärkt auf die Holzvergasung setzten. Diese Technologie ermöglicht falls nötig auch den Einsatz landwirtschaftlicher Reststoffe bis hin zum Klärschlamm. Die Produktion verschiedener Produkte beginnend bei Strom und Gas sowie Kraftstoffe bis hin zu Wasserstoff wäre möglich.“ 

25 Jahre Österreichischer Biomasse-Verband
Der Abendempfang stand heuer ganz im Zeichen des 25-jährigen Bestehens des Österreichischen Biomasse-Verbandes und bot in „analog“ und „digital“ prominent besetzter Runde einen Rückblick auf zweieinhalb spannende und erfolgreiche Jahrzehnte. Zu den Gratulanten zählten unter anderem Bundesministerin Elisabeth Köstinger, Staatssekretär Magnus Brunner, Landesrat Johann Seitinger und EU-Parlamentsabgeordnete Simone Schmiedtbauer. „Die Bioenergiebranche hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ausgezeichnet entwickelt. Aus den Visionen und Ideen der Pioniere ist ein starker Sektor gewachsen, der heute vielen Menschen Arbeit gibt und einen wertvollen Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen leistet. Der Österreichische Biomasse-Verband hat zahlreiche Meilensteine im Bereich der erneuerbaren Energie gesetzt“, schilderte Titschenbacher. Der Biomasse-Verband wurde am 20. April 1995 als unabhängige Informations-, Diskussions- und Expertenplattform gegründet und zählt aktuell 1.700 Mitglieder aus allen Bereichen der Bioenergie. Nach der Gründung erfolgte die Ausgestaltung der ersten Ziele, die ersten Messeauftritte sowie Publikation folgten. Als besonders wertvoll erwies sich das Biowärme-Schulungsprogramm für Installateure und Rauchfangkehrer, das bereits im Jahr 1999 startete. 2012 organisierten sich mehr als 600 heimische Fern- und Nahwärme-Betreiber unter dem Dach des Österreichischen Biomasse-Verbandes und gründen die Arbeitsgemeinschaft Biomasse-Nahwärme (ABiNa). Die Verbandszeitschrift ökoenergie wurde nach einem Relaunch zu einem gemeinsamen Sprachrohr aller erneuerbaren Energien ausgebaut und mittlerweile 116 Mal gedruckt. 2019 wurde ein Gemeinschaftsbüro für die erneuerbaren Energieverbände und für den gemeinsamen Dachverband am Standort des Biomasse-Verbandes realisiert. 2020 wurde die weltweit bedeutendste Branchen-Veranstaltung, die Mitteleuropäische Biomassekonferenz (CEBC), zum sechsten Mal erfolgreich veranstaltet. Seit seiner Gründung engagiert sich der ÖBMV auch in den internationalen Branchenvertretungen und deren Leitung

Österreichischer Biomasse-Verband
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biogas20: Online-Kongress der Biogasbranche zu Biomethan und Zukunftsmärkten

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Wien, 24. Nov. 2020


Biogas20, der alljährliche Fachkongress rund ums Thema Biogas findet am 10. und 11. Dezember im Online-Format statt. Im Rahmen von klimaaktiv, der Klimaschutzinitiative des BMK, werden aktuelle und zukünftige Chancen und Herausforderungen für die Branche beleuchtet.   

Im Fokus des diesjährigen Branchentreffs stehen folgende Themen: 

•               Die zukünftige Energie- und Rohstoffwelt
•               Biogas und Biomethan zur Bereitstellung von Strom, Wärme und Kraftstoff
•               Greening the Gas grid
•               Forschungs- und Weiterentwicklungsnotwendigkeiten im Biogassektor

Der Online-Kongress wird von Bundesministerin Leonore Gewessler, Biogas-Obmann Norbert Hummel, dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer Österreich Josef Moosbrugger und Gerhard Löffler als Vertreters des Landes Salzburg eröffnet. 

Daran anschließend widmen sich vier Vorträge dem Thema Biomethan, wobei sowohl der Blick über nationale Grenzen gewagt als auch ein innovatives Projekt präsentiert werden wird. Auch das AGCS Biomethan Register Austria wird mit einem Vortrag zu den "Herausforderungen am Weg zum europäischen Biomethannachweis" vertreten sein. 

Im Anschluss werden Zukunftsmärkte für Biogasanlagen diskutiert und die Vielfältigkeit der Biogastechnologie aufgezeigt. Das Abschlussplenum des ersten Tages beschäftigt sich sowohl mit Finanzierungsmöglichkeiten von Biogas- und Biomethananlagen als auch mit dem lange erwarteten Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG). 
Am zweiten Tag dreht sich der erste Vortragsblock um Effizienzsteigerungen bei Biogasanlagen, der Nachmittag widmet sich der Emissionsminderung von Biomethan sowie dem Einsatz biologischer Flockungsmittel. 

Das umfangreiche und breitgefächerte Programm bietet Anknüpfungspunkte für Wissenschaft und Wirtschaft gleichermaßen. Durch den Rückgriff auf benutzerfreundliche Online-Tools sind auch Frage- und Diskussionsmöglichkeiten gewährleistet. 

Der Kongress findet mit Unterstützung durch klimaaktiv, der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), dem Land Salzburg, der Landwirtschaftskammer und der European Biogas Association (EBA) statt.


Nähere Infos und das Programm finden Sie hier.

 

Zur Anmeldung geht es hier.

 

AGCS Biomethan Register Austria
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Enel will 190 Mrd. Euro in erneuerbare Energien investieren

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Rom, 24. Nov. 2020

Europas größter Versorger Enel will wie etwa sein Rivale Iberdrola für den Ausbau der erneuerbaren Energien tief in die Tasche greifen. In den kommenden zehn Jahren sollen 160 Milliarden Euro investiert werden, um unter anderem bis 2030 die CO2-Emissionen um 80 Prozent zu reduzieren. Weitere 30 Milliarden Euro will der Konzern dafür bei Dritten einsammeln.

Der Energieversorger, der rund 46 Prozent der Gesamtausgaben für sein reguliertes Netzgeschäft vorgesehen hat, plant außerdem, seine Kapazität für grünen Wasserstoff bis 2030 auf über zwei Gigawatt zu erhöhen.

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Aramcos Ölversorgung von Angriff nicht betroffen

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Jeddah/Sanaa, 24. Nov. 2020

Der Angriff auf eine Anlage des saudi-arabischen Ölgiganten Aramco im Küstenort Jeddah hat dessen Versorgung nach offiziellen Angaben nicht beeinträchtigt. Das Geschoß, das die Houthi-Rebellen aus dem Jemen nach eigenen Angaben abfeuerten, habe eine Explosion und einen Brand in einem Tank ausgelöst, teilte das Energieministerium in Saudi-Arabien am Dienstag mit. 

Die Ölversorgung des Staatskonzerns an Kunden sei aber nicht betroffen gewesen, hieß es in einem Bericht der staatlichen Agentur SPA. Der von Saudi-Arabien finanzierte Nachrichtenkanal "Al-Arabiya" berichtete am Dienstag, die Schäden seien gering gewesen. Der Sender zeigte Aufnahmen schwarzer Spuren und einige Schäden am Oberrand eines Tanks. Feuerwehrleute hatten den Brand nach dem Angriff am frühen Montagmorgen gelöscht, Opfer gab es nach offiziellen Angaben aus Riad nicht.

Saudi-Arabien sprach von einem "feigen Terrorakt", der die weltweite Energieversorgung und die Weltwirtschaft gefährde. Die Houthi-Rebellen seien "eindeutig" als Verantwortliche bestimmt worden, sagte der Sprecher der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jemen, Turki al-Malki. Das Königreich bombardiert in dem Bürgerkriegsland Stellungen der Houthis, die es als Verbündete seines Erzrivalen Iran betrachtet. Es gebe bei dieser und vergangenen Angriffen im Land "stichhaltige Beweise" für eine direkte Mitwirkung Teherans.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres zeigte sich nach Worten seines Sprechers besorgt. Angriffe auf zivile Einrichtungen und zivile Infrastruktur seien ein Verstoß gegen humanitäres Völkerrecht. Auch Großbritanniens Außenminister Dominic Raab verurteilte die Attacke. "Dieser Angriff auf zivile Infrastruktur widerspricht Behauptungen der Houthis, den Konflikt beenden zu wollen", schrieb Raab bei Twitter. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Ahmed Aboul Gheit, sprach in einer Mitteilung ebenfalls von einem "Terrorakt".

Schon im September 2019 hatten mehrere Explosionen die Anlagen von Saudi Aramco beschädigt. Seinerzeit hatten mehrere Raketen und Drohnen zwei der wichtigsten Ölanlagen im Osten Saudi-Arabiens getroffen. Die Houthi-Rebellen bekannten sich zu diesen Angriffen. Saudi-Arabien und die USA machten den Iran verantwortlich, Teheran wies dies zurück. Die Angriffe ließen die Sorgen vor einer weiteren Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran wachsen.

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Hohe Nachfrage bei Solarauktion in Deutschland

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Bonn, 24. Nov. 2020

Während der Neubau von Photovoltaikanlagen in Deutschland boomt, herrscht bei Windrädern an Land weiter Flaute. Das zeigt das Ergebnis der jüngsten Ausschreibung der Bundesnetzagentur für die Ökostromförderung. An dem gemeinsamen Verfahren beteiligten sich ausschließlich Solarprojekte. Für Windenergieanlagen wurde erneut kein einziges Gebot abgegeben, wie die Bonner Behörde am Dienstag mitteilte.

Die Nachfrage nach der EEG-Förderung für Solaranlagen war so hoch, dass nicht einmal jedes zweite Gebot berücksichtigt werden konnte. Die Bundesnetzagentur hatte eine Leistung von 200.000 Kilowatt ausgeschrieben, eingegangen waren Gebote für über 500.000 Kilowatt. Von den 43 zum Zuge gekommen Anträgen entfällt fast die Hälfte auf Bayern. Die erfolgreichen Anlagenbetreiber erhalten einen garantierten Preis für ihren Strom von durchschnittlich 5,33 Cent je Kilowattstunde.

Bei der Biomasse war die Nachfrage deutlich niedriger als die angebotene Menge. Nicht einmal ein Drittel wurde erreicht. Die geringe Beteiligung in der Ausschreibungsrunde könnte nach Einschätzung der Netzagentur daran liegen, dass die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes einen deutlich höheren Höchstpreis für Biomasseanlagen ab der kommenden Runde vorsieht und Anlagenbetreiber deshalb mit der Gebotsabgabe warteten. Die Bundesregierung will mit der EEG-Reform, die derzeit im Bundestag beraten wird, auch den Bau von Windrädern und Solaranlagen vorantreiben.

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Studie: Digitalisierung hilft bei Erreichen der Klimaziele

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Berlin, 24. Nov. 2020

Eine umfassende Digitalisierung in den Bereichen Mobilität und Verkehr, industrielle Fertigung und bei Gebäuden kann einer Accenture-Studie zufolge fast die Hälfte zur Einhaltung der deutschen Klimaziele beitragen. "Bis zu 120 Megatonnen Kohlendioxid können bis 2030 im besten Fall eingespart werden", sagte Achim Berg, Präsident des Digitalverbandes Bitkom, der die Studie in Auftrag gegeben hatte.

Das entspreche fast jeder zweiten Tonne dessen, was Deutschland noch einsparen muss, um die selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen. "Je schneller und konsequenter Digitaltechnologien eingesetzt werden, desto mehr CO2 können wir künftig einsparen", sagte Berg am Dienstag.

Mit dem Pariser Klimaschutzabkommen hatte sich Deutschland 2015 verpflichtet, bestimmte Klimaziele zu erreichen und Maßnahmen einzuleiten, um die Treibhausgasemissionen zu senken. Im Jahr 2019 lag der CO2-Ausstoß noch bei 805 Megatonnen. 2030 darf der nur noch 543 Megatonnen betragen. Bis dahin müssen demnach 262 Megatonnen Kohlendioxid weniger ausgestoßen werden als im vergangenen Jahr.

In der Studie werden insgesamt sieben Anwendungsbereiche für digitale Technologien untersucht, in denen ein besonders großer CO2-Einspareffekt erzielt werden kann. Die nun vorgelegten Ergebnisse beziehen sich auf vier Bereiche, nämlich industrielle Fertigung, Mobilität, Gebäude sowie Arbeit & Business. Bis Frühjahr 2021 folgen noch die Themen Landwirtschaft, Energie und Gesundheit.

Entscheidend werde sein, mit welchem Tempo die Digitalisierung in der kommenden Dekade vorangetrieben wird, hieß es beim Bitkom. So beziffert die Studie das CO2-Einsparpotenzial der betrachteten vier Bereiche bei einer eher moderaten Entwicklung der Digitalisierung, wie sie aktuell in Deutschland stattfindet, auf rund 78 Megatonnen bis zum Jahr 2030 - das seien 30 Prozent der notwendigen CO2-Einsparungen. Mit einer beschleunigten und gezielten Digitalisierung sei dagegen eine Verringerung um 120 Megatonnen CO2 möglich. Dies entspreche 46 Prozent der notwendigen Einsparungen.

Das größte Einsatzpotenzial ermittelte die Studie im Bereich der industriellen Fertigung: Bis zu 61 Megatonnen CO2 können bei einer beschleunigten Digitalisierung bis 2030 vermieden werden - und 35 Megatonnen bei einem moderaten Digitalisierungstempo. Dafür müsse die Produktion automatisiert und die Anlagen, Maschinen, Werkstücke und ihre Bauteile miteinander vernetzt werden, damit die Prozesse selbstständig unter möglichst geringem Material- und Energieeinsatz ablaufen.

Im Bereich Mobilität errechnete die Studie ein Sparpotenzial von bis zu 28 Megatonnen CO2 bei einer beschleunigten Digitalisierung - und 17 Megatonnen CO2 bei einer moderaten Digitalisierung bis 2030. Hier könnte der Verkehr intelligent gesteuert werden. In diesem Szenario liefern Sensoren an der Straße oder GPS-Systeme in Autos Daten, mit denen Ampeln geschaltet, Verkehrsströme umgeleitet oder öffentliche Transportmittel gestärkt werden können. Zum anderen lägen große Potenziale in einer smarten Logistik, die Leerfahrten vermeide und Frachtrouten optimiere.

Einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leiste auch das Homeoffice. 2019 haben nach Angaben des Bitkom erst 12 Prozent der Berufstätigen in Deutschland im Schnitt zwei Tage pro Woche im Homeoffice gearbeitet. Bei einer moderaten Entwicklung erreicht dieser Wert im Jahr 2030 48 Prozent - und 55 Prozent bei einer beschleunigten Digitalisierung der Büroarbeit. Auch der Ersatz von Geschäftsreisen durch Videokonferenzen sowie eine Reduktion von Büroflächen fielen ins Gewicht. Zwischen 10 und 12 Megatonnen CO2 könnten so bis 2030 eingespart werden. "Der Staat sollte Anreize für zeit- und ortsflexibles Arbeiten setzen, ohne diesen Bereich übermäßig zu regulieren", forderte Berg.

In der Studie wurde auch berechnet, wie viel Kohlendioxidausstoß die Digitalisierung selbst verursacht. Dieser Ausstoß falle insbesondere bei der Herstellung und dem Betrieb von Endgeräten wie Smartphones, Computer oder Tablets an, aber auch beim Betrieb der Netzinfrastruktur und der Rechenzentren CO2-Emissionen. Der Studie zufolge werden bei einer Digitalisierung im moderaten Tempo rund 16 Megatonnen CO2 jährlich ausgestoßen. Bei einer beschleunigten Digitalisierung seien es 22 Megatonnen. Das CO2-Einsparpotenzial sei aber rund fünf Mal höher als der durch die Digitalisierung verursachte Ausstoß.

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Athen: Ankara wird nicht so leicht die EU wieder reinlegen

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Athen/Ankara, 24. Nov. 2020

Die griechische Regierung sieht in den andauernden der Aktivitäten des türkischen Forschungsschiffes "Oruc Reis" im östlichen Mittelmeer einen weiteren Beweis dafür, dass die Türkei es mit ihrer EU-Annäherung nicht ernst meint. Damit gebe Ankara dem anstehenden EU-Gipfel (am 10. und 11. Dezember) keine Chance, positive Entscheidungen für die Türkei zu treffen.

"Die EU ist nicht naiv", erklärte schriftlich der griechische Außenminister Nikos Dendias am Dienstag weiter. Ankara werde "dieses Mal nicht so leicht die EU wieder reinlegen", hieß es.

Die EU-Staaten Griechenland und Zypern werfen der Türkei vor, in Meeresgebieten nach Erdgas zu suchen, die nach internationalem Seerecht nur von ihnen ausgebeutet werden dürften. Die Türkei erinnert daran, dass sie das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen nicht unterschrieben habe und die erkundeten Zonen nach Lesart Ankaras zum türkischen Festlandsockel gehörten. Kleine Inseln aber auch große Eilande, wie Kreta und Rhodos, hätten der Ansicht Ankaras nur sechs Seemeilen Hoheitsgewässer und keinen Festlandsockel.

Die EU kritisiert die türkischen Aktionen in den entsprechenden Meeresgebieten scharf und hat der Türkei wiederholt mit Sanktionen gedroht. Um diese Sanktionen abzuwenden hatte Ankara kurz vor dem vergangenen EU-Gipfel Mitte September das Forschungsschiff "Oruc Reis" abgezogen. Damals wurde dies als Zeichen der Entspannung gewertet und die Debatte über EU-Sanktionen auf den Gipfel im Dezember verlegt. Anfang Oktober aber entsandte Ankara erneut die "Oruc Reis" ins östliche Mittelmeer.

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US-Klimabeauftragter Kerry hat Verbindungen zu Österreich

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Washington/Wien, 24. Nov. 2020

Der künftige US-Klimabeauftragte John Kerry hat Verbindungen zu Österreich. Die Familie Kerry hat altösterreichisch-jüdische Wurzeln in Niederösterreich und Nordmähren. Als US-Außenminister weilte Kerry mehrmals, und 2015 auch wochenlang in Wien. Es war der "längste durchgängige Österreich-Aufenthalt eines US-Außenministers, den es je gab", betonte der österreichische Botschafter in Washington, Martin Weiss, unlängst.

In Wien rang Kerry ab dem Juli 2014 mit dem iranischen Außenminister Mohammad Javad Zarif um ein Atom-Abkommen. An den Verhandlungen nahmen auch die Außenminister der UNO-Vetomächte Großbritannien, China, Frankreich, Russland sowie Deutschland teil. Ziel war es, den Iran davon abhalten, eine Atombombe bauen zu können. In Wien hatten schon zuvor Gespräche auf Expertenebene stattgefunden, hat hier doch die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO/IAEA) ihren Sitz.

Die Iran-Gespräche im Wiener Innenstadtpalais Coburg gestalteten sich allerdings äußerst schwierig. Kerry sprach von "bedeutenden Differenzen". Nachdem klar war, dass die gesetzte Frist bis 20. Juli 2014 nicht eingehalten werden konnte, wurde ein Übergangsabkommen verlängert. Die neue Deadline war der 24. November. Doch auch innerhalb dieser Frist konnte keine Einigung auf ein neues Abkommen erzielt werden. Gespräche wurden in Genf, Lausanne und Maskat fortgesetzt.

Der damalige Außenminister und heutige Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) setzte sich dafür ein, die Iran-Verhandlungen wieder nach Wien zu bringen. Und tatsächlich begaben sich der US-Außenminister und seine Amtskollegen Ende Juni 2015 erneut in die Bundeshauptstadt, obwohl Kerry Ende Mai bei einem Radunfall in den französischen Alpen einen Oberschenkelbruch erlitten hatte und das Krankenhaus erst Mitte Juni verlassen konnte. Kerry landete am 27. Juni 2015 in Wien - gestützt auf Krücken, um im Endspurt einen Atom-Deal zu erreichen.

Der Endspurt wurde zu einem Marathon, die Frist mehrmals verschoben. Hunderte Journalisten aus aller Welt verfolgten die Gespräche an Ort und Stelle. Nur langsam zeichneten sich Fortschritte ab. Die Verhandlungsführerin, Catherine Ashton, leitete die Gespräche weiter, auch nachdem ihre Amtszeit als EU-Außenbeauftragte geendet hatte. Kerry und Zarif blieben in Wien, bis am 14. Juli 2015 der Durchbruch gelang: eine Einigung im 13 Jahre alten Atomstreit mit dem Iran. "Das ist der gute Deal, den wir wollten", sagte Kerry, der für US-Präsident Barack Obama tätig war, erleichtert. Der spätere US-Präsident Donald Trump sah dies bekanntlich anders und stieg aus dem Atomabkommen wieder aus.

Drei Monate nach den Iran-Verhandlungen reiste Kerry wieder nach Wien. Er nahm im Oktober 2015 gemeinsam mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow an einer Syrien-Konferenz teil. Auch dafür hatte Kurz Wien angeboten. Die Verhandler zeigten sich hoffnungsfroh. Es fanden weitere hochrangige Syrien-Treffen in Wien unter Beteiligung zahlreicher Staaten statt, inklusive dem Iran, aber ohne syrischen Vertreter. Die Syrien-Konferenz am 14. November 2015 wurde überschattet von den Pariser Anschlägen auf Bars, Restaurants sowie den Konzertsaal Bataclan. Kerry verfolgte die Ereignisse von Wien aus. Und im Mai 2016 gab es dann noch einmal eine große weltpolitisch relevante Konferenz in Wien unter Beteiligung Kerrys. Russland, die USA und rund 20 weitere Staaten besprachen die bis heute ungelösten Konfliktherde Syrien und Libyen.

Doch nicht nur Berufliches verbindet Kerry mit Österreich. Seine familiären Wurzeln liegen in der Donaumonarchie. Sein Großvater Fritz Kohn kam 1873 in Horni Benesov zu Welt, als es noch Bennisch hieß und in dem zum Habsburgerreich gehörigen Teil Schlesiens lag. Die Recherchen des österreichischen Ahnenforschers Felix Gundacker ergaben, dass Kerrys Urgroßvater Benedikt Kohn, Braumeister in Bennisch, 1876 starb und seine Ehefrau Mathilde, geborene Fränkel, und mehrere Kinder hinterließ - Fritz, Ida und Otto, vermutlich noch Max. Aus wirtschaftlicher Notwendigkeit zog die Familie Richtung Wien und fasste 1880 in Mödling Fuß.

Im Jahr 1900 heiratete Fritz Kohn in Wien Ida Löwe, eine 1877 geborene Jüdin aus Budapest. Im Jahr darauf kam Sohn Erich zur Welt, Vater Fritz änderte den Familiennamen - und auch die Religion vom Judentum zum Katholizismus. Begründet wurde die Änderung mit der Häufigkeit des Namens, der spezifisch jüdisch sei. "Kerry" wurde es durch reinen Zufall. Fritz und sein Bruder ließen laut Medienberichten einen Stift über einem Atlas kreisen und beschlossen, den Namen anzunehmen, auf den die Bleistiftspitze zeigen würde. Es traf die irische Grafschaft Kerry.

Fritz suchte wohl - wie viele andere auch zu dieser Zeit - bessere berufliche Chancen und wanderte mit seiner Frau und Erich 1905 in die USA aus, wo sie sich zunächst in Chicago niederließen. 1915 kam Richard - Vater des künftigen US-Klimabeauftragten des designierten US-Präsidenten Joe Biden - zur Welt. Sechs Jahre später erschoss sich Fritz, mittlerweile Frederick Kerry, dessen Firma pleitegegangen war, in einem Hotel in Boston. Geschwister von John Kerrys Großmutter Ida wurden von den Nazis in den KZ Treblinka und Theresienstadt ermordet.

John Kerry selbst erfuhr erst im Laufe des Präsidentschaftswahlkampfes 2004 - er unterlag damals dem republikanischen Amtsinhaber George W. Bush - die Geschichte seiner Ahnen. Er hatte zuvor weder den Geburtsort noch den ursprünglichen Namen und die Religion seines Großvaters gekannt. Kerry hatte lange Zeit an irische Vorfahren geglaubt.

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Weinelt bleibt Obmann des Fachverbands Gas Wärme

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Wien, 24. Nov. 2020

Peter Weinelt, Generaldirektor-Stellvertreter der Wiener Stadtwerke, bleibt für weitere fünf Jahre Obmann im Fachverband Gas Wärme (FGW). Als seine Stellvertreter wurden EVN-Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz und Wiener-Netze-Geschäftsführer Gerhard Fida bestätigt, wie der Fachverband am Dienstag mitteilte.

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Photovoltaik wird in Vorarlberg forciert

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23. Nov. 2020

Gesetzesänderung tritt bereits nächste Woche in Kraft, damit Bundesförderungen genutzt werden können.
Nicht nur die Corona-Pandemie war Thema in der gestrigen Landtagssitzung. Auch die Photovoltaik wurde in einem Tagesordnungspunkt behandelt. Konkret wurde vom Landtag einstimmig beschlossen, das Elektrizitätswirtschaftsgesetz zu ändern. Diese hat zur Folge, dass künftig Photovoltaikanlagen mit einer maximalen Leistung von 500 kW-Peak ohne elektrizitätsrechtliche Bewilligung errichtet werden können. Bisher war die Grenze bei 100 kw-Peak gelegen. Für Anlagen mit mehr als 500 kW-Peak wird ein vereinfachtes Bewilligungsverfahren ermöglicht.

ÖVP-Energiesprecherin Christina Metzler zeigte sich erfreut über die Gesetzesänderung. Diese sei ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung, um die Nutzung der Sonnenenergie in Vorarlberg noch stärker zu nutzen. Immerhin gebe es bis zu 4000 potenzielle Dachflächen mit jeweils 400 Quadratmetern, die noch für Photovoltaik genutzt werden könnten, erläuterte die junge Abgeordnete.
Positiv bewertete die Novelle auch FPÖ-Energiesprecher Daniel Allgäuer. Durch diese komme es zu einer Besserstellung der Photovoltaik gegenüber anderen Stromerzeugungsanlagen. Dieser Umstand lasse sich jedoch gut argumentieren, da die Nutzung von Sonnenenergie emissionsfrei sei und ein erneuerbarer Energieträger genutzt werde.

Der zuständige Landesrat Johannes Rauch (Grüne) erwartet sich durch die Gesetzesänderung einen Schub in Sachen Photovoltaik. Die heimischen Anbieter derartiger Anlagen stünden in den Startlöchern – auch angesichts der verstärk­ten Förderung erneuerbarer Energien seitens des Bundes.
Förderung nutzen. Die Gesetzesänderung wurde schließlich noch als dringlich erklärt. Damit kann diese bereits in der kommenden Woche in Kraft treten. Auf diese Weise soll sichergestellt sein, dass eine Förderinitiative des Bundes im kommenden Jänner genutzt werden kann.

 

Neue Vorarlberger Tageszeitung
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Kuhn setzt auf Energie aus der Kraft der Sonne

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23. Nov. 2020

Andreas Kuhn, Geschäftsführer der Kuhn Gruppe mit Salzburg AG Vorstands-
sprecher Leonhard Schitter.

Auch die Firma Kuhn mit Firmensitz in Eugendorf setzt auf Energie aus Sonnenkraft. Die Salzburg AG installierte in der vergangenen Woche eine 19 kWp starke Anlage am Dach des Headquarters. 60 Photovoltaik-Paneele erzeugen zukünftig 18.000 kWh Strom pro Jahr.

Rund 90 Prozent wird vom Unternehmen selbst verbraucht. Der Energiemarkt verändert sich derzeit wie kaum ein anderer Markt in Europa, Klimawandel und Digitalisierung bringen ganz neue Kundenbedürfnisse mit sich. Durch die maßgeschneiderten Produkte und Dienstleistungen der Salzburg AG können sich nicht nur Privatpersonen sondern auch Unternehmen aktiv an der Klimawende beteiligen. „Bei uns steht der Klima- und Umweltschutzgedanke an erster Stelle, darum haben wir uns für eine PV-Anlage auf dem Headquarter unserer Firma entschieden“, sagt Geschäftsführer Andreas Kuhn.

Kronen Zeitung
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Der Ladepunkt im Haus

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23. Nov. 2020

Die Regierung senkt die Hürden für Eigentümer und Mieter von privaten E-Ladestationen.

Die Ambitionen sind beachtlich. Bis 2030 will die Bundesregierung sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen bringen. Dieses Ziel dürfte jedoch nur dann realistisch sein, wenn den Bundesbürgern genügend Ladepunkte zur Verfügung stehen, um ihre Fahrzeuge mit Strom zu versorgen.
Die Infrastruktur ist noch ausbaufähig. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft gibt es derzeit 33.000 Ladestationen. Eine Studie der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums vom Donnerstag kommt zum Ergebnis: Deutschland braucht 2030 mindestens 440.000, vielleicht sogar 843.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektroautos.
Die genaue Zahl ist auch abhängig von der Zahl der privaten Ladepunkte. Die Bundesregierung will nun Haushalte stärker zum Einbau von Ladestationen animieren.

Das wird am jüngst verabschiedeten Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEG) deutlich, das zum 1. Dezember 2020 in Kraft tritt. "Damit die Wende zur E-Mobilität gelingt, brauchen wir eine flächendeckende und zuverlässige Ladeinfrastruktur", sagte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD). Im WEG ist festgehalten, dass jeder Eigentümer einen Rechtsanspruch auf den Einbau einer E-Ladestation auf eigene Kosten hat. Da es rund 800.000 Wohnungseigentümergemeinschaften mit mehr als neun Millionen Eigentumswohnungen in Deutschland gibt, dürfte der Effekt spürbar werden. Was Eigentümer und Mieter nun beachten müssen: Anspruch für Wohnungseigentümer Es sei auf jeden Fall sinnvoll, bei anderen Eigentümern für das Vorhaben zu werben, um dieses Projekt eventuell gemeinsam in Angriff zu nehmen, sagt Julia Wagner, Rechtsreferentin beim Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. So können die Kosten geteilt werden. Findet sich keine Mehrheit, kann der Interessent den Einbau verlangen, kommt aber allein für die Kosten auf und darf die Ladestation allein nutzen. Der Beschluss kann nicht durch die Mehrheit blockiert werden. Formal braucht es dennoch die Zustimmung der Eigentümerversammlung.

Die Hürden für allgemeine bauliche Veränderungen hat das WEG merklich gesenkt. Künftig reicht die einfache Mehrheit, um eine Entscheidung auf der Eigentümerversammlung zu treffen. Das soll etwa notwendige Sanierungen erleichtern. Dann zahlen nur die Eigentümer, die für die Maßnahme stimmen. Nur ihnen ist dann die Nutzung gestattet. Wird der Beschluss mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Eigentümer gefasst, die mindestens 50 Prozent der Miteigentümeranteile repräsentieren, gilt die Entscheidung für alle. Heißt: Alle müssen zahlen, alle dürfen nutzen. Beim Einbau einer E-Ladestation sind die Hürden noch geringer, da ein einzelner Eigentümer Rechtsanspruch besitzt.

Eigentümerwechsel Denkbar ist, dass es zu einem Eigentümerwechsel kommt, sodass es mehr Interessenten für eine eigene Ladestation gibt und Investitionen in das Stromnetz nötig werden. Der Gesetzgeber hat an solche Konstellationen gedacht. Wohnungseigentümer, die bislang keine Nutzer baulicher Veränderungen wie Ladestationen sind, können verlangen, dass sie davon profitieren - gegen angemessenen Ausgleich, etwa die Beteiligung an laufenden Kosten und an Kosten, die durch die Installation entstanden sind. Auch Kosten, die durch die Berücksichtigung neuer Nutzer anfallen - zum Beispiel durch eine Erweiterung des Hausstromnetzes - , könnten darunter fallen. In letzter Konsequenz dürften Gerichte für eine Auslegung sorgen, glaubt Wagner von Haus & Grund Deutschland.

Rechtsanspruch für Mieter Auch Mieter haben laut Wagner einen Rechtsanspruch. Dieser sei im Bürgerlichen Gesetzbuch, nicht im WEG geregelt. Der Mieter könne verlangen, dass der Vermieter ihm bauliche Veränderungen an der Mietsache erlaubt, die dem Laden elektrisch betriebener Fahrzeuge dienen. Der Mieter dürfe eine Ladestation auf eigene Kosten einbauen, "allerdings muss der Vermieter das vorher genehmigen", so Wagner. Der Vermieter darf den Einbau nur dann verbieten, wenn ihm dieser nach einer Interessenabwägung nicht zugemutet werden kann. Ein Verbot kann aufgrund der Beschaffenheit der Bausubstanz erfolgen.

Vor der Gesetzesänderung konnte der Vermieter seine Zustimmung von einer zusätzlichen Kautionsleistung abhängig machen - um sicherzugehen, dass bei einem Auszug des Mieters auch ein Rückbau erfolgt. Nun sei eine zusätzliche Kautionszahlung nicht mehr erforderlich, sondern komme nur im Rahmen der Interessenabwägung zum Tragen, sagt Wagner.

Staatliche Förderung Die Bundesregierung fördert den Kauf und Einbau privater Ladestationen einschließlich des Anschlusses an das Stromnetz mit 900 Euro, wenn der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt. Ab 24. November können Interessenten über die Website der KfW Förderanträge stellen. Die von der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur erstellte Liste der förderfähigen Ladestationen ist auf der KfW-Website verfügbar und wird ergänzt. Experten schätzen die Kosten für Installation und Kauf auf 3000 bis 4000 Euro.
Schon seit längerer Zeit gibt es Zuschüsse für den Erwerb von Elektroautos - bis zu 9000 Euro. Aktuell zeichnet sich ab, dass der Kauf von Elektroautos für eine klimafreundliche Verkehrswende länger gefördert werden soll als bisher geplant. Die zuletzt von der Regierung verdoppelte Kaufprämie solle über 2021 hinaus bis 2025 greifen, hieß es in Koalitionskreisen.

ZITATE FAKTEN MEINUNGEN
Damit die Wende zur E-Mobilität gelingt, brauchen wir eine flächendeckende und zuverlässige Ladeinfrastruktur. Christine Lambrecht Bundesjustizministerin

Handelsblatt, von Frank Matthias Drost Berlin
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Website gestartet

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23. Nov. 2020

DIE ÖSTERREICHISCHE Gaswirtschaft nimmt eine neue Rolle in der Energiewirtschaft ein: Eine nachhaltige, sichere und leistbare Energiewende wird nur mit klimafreundlichem grünen Gas möglich sein. Grüne Gase wie Biogas und Wasserstoff werden schrittweise fossile Energieträger ersetzen. Dazu startet die Gaswirtschaft mit dem neuen Auftritt rund um grünes Gas durch. Die Homepage www.gruenes-gas.at ist im November online gegangen.

 

Energie Report
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Strom: keine Entlastung

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FRANKFURT, 23. Nov. 2020

Die Hoffnung, dass die Bundesregierung Verbrauchern vom kommenden Jahr an beim Strompreis Luft verschafft, um so höhere Kosten fürs Heizen oder Benzin auszugleichen, scheint sich zu zerschlagen. Wie die Internetportale Verivox und Check 24 übereinstimmend berichten, senkt nur ein kleiner Teil der Stromversorger in Deutschland zum Jahreswechsel die Preise, manche Anbieter heben sie sogar weiter an. Heute läuft die Frist für Änderungen zum Jahreswechsel aus. Laut Check 24 wollen 59 von rund 820 Grundversorgern Anfang kommenden Jahres den Strompreis erhöhen oder haben dies schon getan. Im Durchschnitt betrage die Preiserhöhung 4,6 Prozent. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 74 Euro je Jahr. Eine Preissenkung hätten 47 Grundversorger angekündigt, im Schnitt um 2,4 Prozent. Verivox kommt in seiner Zählweise zu etwas weniger Preisanhebungen und mehr Senkungen.

Das Internetportal Switchup, das automatische Wechsel des Stromversorgers anbietet, meint, selbst gleichbleibende Strompreise seien aus Verbrauchersicht "unfair". Die Beschaffungkosten der Stromanbieter seien seit Januar 2019 um 21,3 Prozent gesunken, während die Strompreise für Verbraucher "massiv erhöht" worden seien. Preissenkungen seien "überfällig". Die Bundesregierung hat die EEG-Umlage zur Förderung alternativer Energien für 2021 auf 6,5 Cent je Kilowattstunde gedeckelt - das sollte Verbraucher entlasten.

Frankfurter Allgemeine Zeitung
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Pilotprojekt in Sachen Klima

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23. Nov. 2020

Energie für unser Leben. Erste Erneuerbare Energiegemeinschaft (EEG) in SchnifisErneuerbare Energiegemeinschaft

Schnifis Fährt man mit der Bahn durch Vorarlberg und lässt den Blick aus dem Fenster schweifen, fallen die Dächer mit den schwarzblau glänzenden Platten immer mehr ins Auge. Nicht nur auf den großflächigen Dächern der Betriebe, sondern immer mehr private Haushalte sind - dank der Photovoltaikanlagen auf dem Dach oder am Balkon - zu kleinen Kraftwerken geworden. Bei einem konstant weiter steigenden Stromverbrauch ist jeder Produzent wichtig. Ab und zu wird jedoch durch die effektiven Biogas- und Photovoltaikanlagen mehr Energie produziert, als schlussendlich vom Verbraucher benötigt wird. Warum den überschüssigen Strom nicht einfach in der Nachbarschaft weitergeben?

Vorreiter in Vorarlberg
Erneuerbare Energiegemeinschaften (EEG) sollen dies künftig möglich machen. „Energiegemeinschaften sind ein Baustein, um die Energiewende anzutreiben“, weiß Martin Fischer, Manager beim innovation lab (innovationlab.energy). Das innovation lab ist die Zukunftsschmiede der illwerke vkw, es werden dort neue innovative Zukunftstrends entwickelt und neue, zeitgemäße Ideen rund um Energiedienstleistungen von morgen umgesetzt. In der rund 800 Einwohner zählenden Gemeinde Schnifis startet im Jänner 2021 ein einzigartiges Pilotprojekt, das künftig für viele Gemeinden interessant sein kann – die erste erneuerbare Energiegemeinschaft in Vorarlberg wird hier für ein Jahr getestet. Gemeinsam mit dem Land Vorarlberg, illwerke vkw, vorarlberg netz, der Fachhochschule Vorarlberg und der ARGE Energiewenden Vorarlberg wird die Schnifner Bevölkerung dieses Projekt umsetzen. Circa 20 Haushalte, mehrere Gewerbebetriebe, bestehend aus Konsumenten und circa 15 Produzenten, sowie eine Biogasanlage in Kombination mit einer größeren Photovoltaik-Anlage sind an der ersten Energiegemeinschaft beteiligt.

Digitale Plattform
Ziel ist, die produzierte Energie nach Möglichkeit direkt in der Gemeinschaft zu verbrauchen, sprich dort, wo sie erzeugt wird. So bleibt die energetische Wertschöpfung in der Region. „Energiegemeinschaften machen eine über dem Eigenverbrauch dimensionierte Photovoltaik-Anlage sinnvoll und unterstützen so das langfristige Ziel der Energieautonomie Vorarlbergs“, informiert Fischer. Zusätzlich soll der Ausbau der erneuerbaren Energieerzeuger gefördert werden. Um stets alles im Blick zu haben, wurde eine digitale Plattform für die Schnifner eingerichtet. Sie hilft dabei, die erneuerbare Energiegemeinschaft zu optimieren. Zudem visualisiert sie den aktuellen Zustand „und verschafft so den Teilnehmenden einen Überblick. Mithilfe eines Algorithmus ist es möglich, vollautomatisch innerhalb der Gemeinschaft abzurechnen. Die digitale Plattform ist das Herzstück einer Energiegemeinschaft“, weiß er. Energiegemeinschaften wie in Schnifis seien ein wesentlicher Bestandteil der Energiewende – sie würden nicht nur den Ausbau von erneuerbaren Energiequellen wie Sonnenenergie, Wasserkraft oder Biomasse vorantreiben. „Sie machen Konsumenten auch zu Produzenten von nachhaltiger Energie“ und würden dazu beitragen, das Energiesystem ökologischer zu gestalten, ist der Experte überzeugt. Schließlich sei es einfach, zum Beispiel mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage Strom zu produzieren. Das habe zudem noch den großen Energie-Vorteil: Haushalte werden unabhängiger von schwankenden Energiepreisen und können somit Kosten sparen.

„Energie für unser Leben“ ist eine redaktionell unabhängige Serie der Vorarlberger Nachrichten mit Unterstützung von illwerke vkw.
Was ist das? » Erste erneuerbare Energiegemeinschaft Vorarlbergs in der Gemeinde Schnifis» Pilotprojekt mit Erzeugern und rund 30 Verbrauchern der Gemeinde Auf einen Blick » 100 Prozent erneuerbarer Energiemix – nicht nur elektrische Energie, sondern auch Energie aus Wärme, Kälte und biogenen Treibstoffen» 100 Prozent lokal, aus dem Dorf für das Dorf» 100 Prozent aktive Bürgerbeteiligung Wissen Ab 2021 sind erneuerbare Energiegemeinschaften auch gesetzlich verankert  im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG). Das heißt, Gemeinschaften dürfen aus erneuerbaren Energiequellen Energie produzieren, diese verbrauchen, speichern oder verkaufen.

Vorarlberger Nachrichten
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Die Welt retten ist ganz leicht

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23. Nov. 2020

Klimaschutz zum Selbermachen. CO2-Einsparen soll Spaß machen, sagt Andreas Tschas.
Der Schlüssel dazu ist sein Playbook.

Mitarbeiter eines Unternehmens will eine Fußballmannschaft gründen. Ein Werksteam. Er klappert die Abteilungen ab, versucht Kollegen zu begeistert – und muss schließlich auch zum Chef. Denn so ein Werksteam kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Was das mit dem Klimawandel im Allgemeinen und dem brandneuen Green-Start-up Glacier im Speziellen zu tun hat? Sehr viel. Denn Glacier-Gründer Andreas Tschas baut genau auf diesem Prinzip auf: Er will die Unternehmen zum CO2-Einsparen animieren, inspirieren, motivieren – und nicht verpflichten oder gar nötigen. Deshalb, so ist Tschas überzeugt, soll die Initiative „von unten“ kommen, also von Mitarbeitern. Wo wir wieder bei der Gründung des Werksteams wären.
Glacier bietet dafür eine eigene Onlineplattform, die es im wahrsten Sinn des Wortes in sich hat: Mehr als 700 vorselektierte und verifizierte CO2-Konzepte. Anhand dieses Playbooks, wie Tschas die Datenbank nennt, kann sich jedes Unternehmen quasi sein maßgeschneidertes System herauspicken. Beispiel: Ein Betrieb mit 20 Mitarbeitern, drei Dienstautos, Gasheizung mit einem Jahresverbrauch von 100.000 m3 und konventioneller Stromeinspeisung mit einem Jahresverbrauch von 30.000 kWh. Dazu noch drei Dienstautos, die jeweils rund 30.000 Kilometer jährlich fahren sowie eine Kantine mit herkömmlichen Gerichten.
Lösung: Den Fuhrpark auf Elektromobilität umrüsten – spart 55 Prozent CO2-Emissionen, wenn die Autos mit Ökostrom betankt werden. Umstellung der Kantine auf veganes Essen: Bei 20 Mitarbeitern, die ein Mal täglich essen, spart dies 45 Prozent der CO2-Emissionen, die der Küche zugerechnet werden können. Beim Wechsel auf Ökostrom können 90 Prozent CO2-Emissionen, die durch Stromerzeugung entstehen, eingespart werden. 93 Prozent des Ausstoßes, der bei der Verbrennung von Gas entsteht, können durch Umstieg auf Biomasse erzielt werden.
Alles schön und gut. Aber neue E-Autos und neue Heizsysteme bedeuten jede Menge Anschaffungskosten. Wann rentiert sich der Umstieg? Rentiert er sich überhaupt?

Die Antwort, gestellt im Hier und Jetzt, noch dazu mitten in der Coronakrise, lautet: Nein, im Moment nicht. „So richtig spannend wird es, wenn eine echte Bepreisung für CO2-Emissionen eingeführt wird“, sagt Tschas. Glacier sei deshalb auch für die Zukunft angelegt. Dass jetzt schon, kaum dass die Plattform überhaupt auf der Bildfläche erschienen ist, 50 Unternehmen mit von der Partie seien, sei als Bestätigung zu sehen, dass das Produkt etwas tauge. „Diejenigen, die jetzt schon dabei sind, sind allesamt Überzeugungstäter. Das sind Menschen, die mitbekommen, dass sich das Klima längst geändert hat, und die fürchten, dass das unabsehbare Folgen für sie und vor allem für ihre Kinder haben kann.“

Andreas Tschas ist kein naiver Umweltaktivist. Sein Drang, die Welt zu verbessern, basiert auf Realitätssinn und wirtschaftlichem Denken. Das Playbook von Glacier ist nämlich nicht gratis: 990 Euro Jahresmitgliedschaft für Unternehmen bis 50 Mitarbeiter, 2490 Euro bei 51 bis 250, 4990 Euro bei 251 bis 1000 und 9990 Euro bei mehr als 1000 Mitarbeitern. „Die Jahresmitgliedschaft ist auf jeden Fall billiger, als einen eigenen Nachhaltigkeitsbeauftragten anzustellen“, rechnet Tschas vor. Sie inkludiert auch ein sogenanntes Dashboard, auf dem man mitverfolgen kann, wie viel CO2 bereits eingespart wurde.
Höhepunkt des großen Emissionseinsparens soll alljährlich der 18. Mai sein. Da wird der „Climate Impact Day“ zelebriert. 2021 geht’s los. Dieser Tag soll allerdings nicht nur gefeiert werden. Er soll auch der Startschuss sein, um etwas in Gang zu bringen, ein neues Projekt, eine Einsparungsmaßnahme. Dazu werden Livestreams mit Pionieren und Vordenkern angeboten.

500 Betriebe sollen im ersten Jahr zur Teilnahme animiert werden. Glacier-Gründer Tschas hat sich vorgenommen, die Einnahmen in weitere Umweltprojekte investieren: „Wir müssen ins Tun kommen. Und das so einfach und spannend wie möglich.“

 

Salzburger Nachrichten
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Der geplatzte Strom-Deal

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23. Nov. 2020

Die CO2-Steuer sollte Elektrizität verbilligen. Das versprochene Koppelgeschäft fällt aus

Die Bundesregierung wollte die bittere Pille nicht ohne Zucker verabreichen: Wenn ab 1. Januar 2021 Heizöl, Erdgas und Benzin mit einer CO2-Abgabe verteuert wird, werde man die Bürger zum Ausgleich beim Strompreis entlasten, lautete das Versprechen schon vor Monaten. Das helfe "insbesondere Geringverdienenden und Familien."

Jetzt allerdings rückt der Jahreswechsel näher, und es zeichnet sich ab, dass es entgegen dieser Zusage nun doch nicht zu einer Kompensation der CO2-Abgabe kommt. Stattdessen droht eine Doppelbelastung der Verbraucher. Zu den steigenden Preisen für Heizöl und Sprit kommt dann noch ein höherer Strompreis. Ein Doppelschlag ins Kontor im Namen des Klimaschutzes. Das belegen die Daten der führenden Preisvergleichsportale. Energieversorger, die ihre Preise zu Jahresbeginn ändern wollen, müssen das laut Gesetz sechs Wochen vorher bekannt geben. Bis zum Stichtag am Donnerstag dieser Woche hatten laut Check24 bereits 66 Grundversorger ihren Strompreis erhöht oder die Erhöhung zum Jahreswechsel angekündigt. Im Durchschnitt betrug die Preiserhöhung 4,5 Prozent. Das belastet rund eine Million Haushalte.
Dem standen 55 Versorger gegenüber, die die Preise in der Grundversorgung senken - allerdings im Schnitt nur um 2,2 Prozent. Davon profitieren 370.000 Haushalte. "Unterm Strich zahlt ein Musterhaushalt durch die gestiegenen Netznutzungsentgelte und die Mehrwertsteuererhöhung 2021 mindestens 30 Euro mehr für Strom", sagte Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei Check24. "Es wird in jedem Fall teurer." Verbraucherschützer sind verärgert: "Obwohl EEG-Umlage und Beschaffungskosten sinken, geben die meisten Energieversorger diese Vorteile nicht weiter, sondern gehen auf Tauchstation", kritisierte der Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding. "Dabei war die Senkung der Strompreise von der Bundesregierung als Gegenmaßnahme zur CO2-Bepreisung bei Öl und Gas gedacht." Das sei für die Verbraucher "doppelt ärgerlich".

Das Bundeswirtschaftsministerium war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Für das gebrochene Strompreisversprechen hat die Bundesregierung aber einen Grund: die Corona-Krise. Der sinkende Stromverbrauch hatte zur Folge, dass sich die Kosten der Ökostromsubventionen in diesem Jahr auf weniger Kilowattstunden verteilten. Die Umlage, mit der die Ökostromproduktion subventioniert wird, wäre wegen dieses Effekts beinahe von rund 6,8 auf 9,7 Cent pro Kilowattstunde gesprungen. Die Bundesregierung wendete die drohende Teuerung ab, indem sie im kommenden Jahr zum ersten mal einen Teil der EEG-Umlage direkt aus dem Bundeshaushalt zahlt. Rund elf Milliarden Euro hat der Bundesfinanzminister für die Jahre 2021 und 2022 zurückgelegt, um die EEG-Umlage auf zunächst 6,5 Cent, danach auf sechs Cent zu senken. So kommt es zwar nicht zur versprochenen Netto-Entlastung der Verbraucher beim Strom, eine Corona-bedingte Zusatzbelastung wird immerhin vermieden.

Ein schwacher Trost für Verbraucher. Auch klimapolitisch sind die steigenden Preise ein Rückschlag. Eigentlich wollte die Regierung Elektrizität billiger machen, damit klimafreundliche Technologien wie Elektroautos oder Wärmepumpen attraktiver werden. Jetzt ändert sich an deren Betriebskosten erneut nichts zum Vorteil. Der politische Anschub muss sich weiter auf staatliche Zuschüsse beim Kauf beschränken. Deutsche Verbraucher zahlen mit im Schnitt über 32 Cent pro Kilowattstunde bereits die höchsten Strompreise Europas.
Die CO2-Abgabe, die ab 1. Januar auf Heizöl, Erdgas und Benzin fällig wird, steigt in den Folgejahren schrittweise an. 2021 werden diese Brennstoffe mit 25 Euro pro Tonne CO2 belastet, im Jahre 2025 sind es dann schon 55 Euro pro Tonne. Für einen Musterhaushalt mit Gasheizung und Benziner in der Garage bedeuten die neuen CO2-Abgaben aus dem Brennstoffemissionshandelsgesetz mehr als 200 Euro Zusatzkosten im Jahr. Im Jahr 2025 werden es mehr als 450 Euro sein, rechnen Verbraucherschützer vor. Die Strompreise müssten also erheblich sinken, um diese Zusatzkosten der CO2-Bepreisung auch nur ansatzweise auszugleichen. Die Zusatzkosten von zunächst sieben Cent pro Liter Benzin im kommenden Jahr können Verbraucher bestenfalls vermeiden, wenn sie verstärkt zu Fuß gehen, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, wie dies klimapolitisch gewollt ist. Doch der Anreiz, auf ein Elektroauto umzusteigen, ist eher schwach, da es entgegen der politischen Absichtserklärungen nicht gelungen ist, Ökostrom billiger zu machen.

Nach Berechnungen des Tarifvermittlers Switchup.de, der für seine Kunden kontinuierlich und automatisch den Vertragswechsel zum jeweils günstigsten Anbieter organisiert, gab es für starke Preiserhöhungen keinen offensichtlichen Grund: So hatten sich für die Stadtwerke und Regionalversorger die Beschaffungskosten für Elektrizität nicht erhöht, eher im Gegenteil."Aufgrund der stark gesunkenen Beschaffungskosten ist es überfällig, die signifikanten Preiserhöhungen der letzten beiden Jahre umzukehren und Verbrauchern die erzielten Kosteneinsparungen zurückzugeben", fordert Switchup.de-Gründer Arik Meyer. "Falls sich in den kommenden Tagen kein Schreiben vom Stromanbieter im Briefkasten findet, dass die Preise gesenkt werden, sollte man sich einen neuen Anbieter suchen", meint er. "Die Mehrheit der Stromanbieter sieht trotz gedeckelter EEG-Umlage offenbar keinen Spielraum für günstigere Preise", lautet das Fazit von Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. "Wir rechnen daher für das kommende Jahr mit stagnierenden Strompreisen auf hohem Niveau.

Die Welt, von Daniel Wetzel
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Spitze beim Strom

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München, 23. Nov. 2020

Nirgendwo in Europa ist die Kilowattstunde so teuer wie in Deutschland. Die meisten Anbieter halten die Preise 2021 konstant, manche wollen erhöhen. Immer stärker trifft das die Kunden, die wenig verbrauchen

Die große Teuerungswelle bleibt diesmal aus, eine echte Entlastung für die Verbraucher gibt es aber auch nicht: Die Strompreise in Deutschland bleiben 2021 hoch. Die große Mehrzahl der rund 820 regionalen Stromversorger hält zum Jahreswechsel die Preise konstant. Das zeigt eine Untersuchung des Vergleichsportals Verivox. Demnach kündigten lediglich 45 Grundversorger für das kommende Jahr Preissenkungen an. Sie fallen mit durchschnittlich 1,8 Prozent relativ gering aus. Eine Familie mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden (kWh) spart damit 24 Euro im Jahr.

42 Grundversorger wollen die Preise erhöhen. Im Durchschnitt wird Strom dabei um 2,4 Prozent teurer. Das sind Mehrkosten von 31 Euro. Bei gut 730 Stromversorgern bleiben damit nach der Analyse die Preise gleich. Das gilt, obwohl die sogenannte EEG-Umlage für Erneuerbare Energien leicht zurückgeht. Die Bundesregierung hat die Umlage für 2021 auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt. Das macht bei einem Musterhaushalt rund zehn Euro Ersparnis im Jahr aus. "Die Mehrheit der Stromanbieter sieht trotz gedeckelter EEG-Umlage derzeit offenbar keinen Spielraum für günstigere Preise", sagt Thorsten Storck, Energieexperte von Verivox.

Dabei profitieren die Stromfirmen schon länger von sinkenden Kosten beim Stromeinkauf. So sank der Beschaffungspreis an der Leipziger Strombörse seit Januar 2019 um mehr als ein Fünftel, zeigt eine Analyse des sogenannten Tarifaufpassers Switchup. Das Unternehmen organisiert für Stromkunden den Anbieterwechsel. Es sei "überfällig, Verbrauchern die erzielten Kosteneinsparungen zurückzugeben", sagt Switchup-Gründer Arik Meyer.
Stattdessen jedoch hat Deutschland mit mittlerweile mehr als 31 Cent pro Kilowattstunde (kWh) europaweit die höchsten Strompreise. Besonders stark sind dabei in den vergangenen Jahren die sogenannten Grundpreise gestiegen. Das ist jener feste Teil des Strompreises, den die Kunden unabhängig vom Verbrauch zahlen. Diese fixe monatliche Grundgebühr stieg nach einer Analyse von Verivox von 2015 bis 2020 in den Tarifen der Grundversorgung um gut 40 Prozent. Der Arbeitspreis dagegen legte nur um zehn Prozent zu. Das ist der Teil des Strompreises, der sich mit dem Verbrauch ändert.

Die unterschiedliche Entwicklung der beiden Preisbestandteile benachteiligt Geringverbraucher. Bei Kunden, die viel Strom benötigen, fällt der Grundpreis weniger stark ins Gewicht. Kleinverbraucher aber zahlen so mehr für Strom - und sie leiden stärker unter Preiserhöhungen. "Je höher der Stromverbrauch ist, desto niedriger fällt die Strompreissteigerung aus", sagt Verivox-Experte Storck.
So sind in den vergangenen fünf Jahren die Stromkosten in der Grundversorgung für einen Mehrpersonen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 6000 kWh um zwölf Prozent gestiegen. Bei einem Ein-Personen-Haushalt, der 1500 kWh jährlich verbraucht, sind es dagegen 16 Prozent. Unter die Ein-Personen-Haushalte fallen dabei häufig Rentner. Auch mehr als die Hälfte aller Hartz-IV-Empfänger lebt in Single-Haushalten. Sie trifft die Entwicklung besonders hart.

Hinzu kommt: Steigende Grundpreise machen Stromsparen wenig attraktiv. Je höher der Grundpreis im Vergleich zum Arbeitspreis ist, "desto weniger muss ich als Kunde auf die verbrauchten Kilowattstunden achten", sagt Andreas Jahn, Energieexperte beim "Regulatory Assistance Project". Die Organisation berät Regierungen beim Umbau ihrer Energieversorgung in Richtung saubere Energieerzeugung. Mit höheren Grundpreisen schaffe man "zunehmend Flatrates beim Strom. Das System wirkt so automatisch in Richtung Mehrverbrauch", sagt Jahn. Stattdessen müssten sich die Preise stärker an der Nutzung orientieren: "Wenn ich Stromverbrauch vermeide, muss sich das auch in den Kosten widerspiegeln."
In vielen Tarifen außerhalb der Grundversorgung sei das allerdings auch der Fall, sagt Hans Weinreuter, Fachbereichsleiter Energie und Bauen bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. So hätten mittlerweile drei Viertel aller Stromkunden andere Tarife gewählt als die Grundversorgung ihres Anbieters. Dabei gebe es durchaus Modelle mit vergleichsweise geringen Grundpreisen: "Wer wenig verbraucht, sollte einen solchen Tarif mit niedrigem Grundpreis wählen - und umgekehrt", sagt Weinreuter.

Stromsparen lohne aber auch sonst, meint der Experte. Das gelte vor allem bei Elektro-Großgeräten wie Kühl- und Gefrierschränken, der Waschmaschine oder dem Herd: "Da spielt die Musik beim Stromverbrauch." Wer beim Strom sparen wolle, dem rät Weinreuter daher zu zwei Schritten. Zum einen sollte man in einen passenden und günstigeren Tarif wechseln. "Das heißt vor allem: Raus aus der Grundversorgung. Denn die ist am teuersten", so Weinreuter. Bei Preiserhöhungen haben Kunden ein Sonderkündigungsrecht. Sie können ohne Einhaltung einer Frist wechseln. Die Kündigung muss aber bis zum Tag der angekündigten Preiserhöhung beim Anbieter sein. Das mit dem Wechsel gesparte Geld könne man dann in stromsparende Geräte investieren, sagt der Energiefachmann: "Langfristig spart man so doppelt: beim Tarif und beim Verbrauch."

 

Süddeutsche Zeitung, VON ANDREAS JALSOVEC
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Schuldsprüche im Begas-Prozess

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Eisenstadt, 23. Nov. 2020

Geld- und bedingte Haftstrafen für zwei von vier Angeklagten
Insgesamt vier Angeklagte müssen sich im Begas-Prozess am Landesgericht Eisenstadt verantworten.
Zwei von ihnen wurden am Freitag schuldig gesprochen, berichtet der ORF Burgenland . Ein früherer Geschäftspartner der Begas wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten und einer Geldstrafe verurteilt. Ein Mitarbeiter eines Baukonzerns zu 18 Monaten bedingter Haft und ebenfalls einer Geldstrafe.
Bei dem Geschäftspartner der Begas handelt es sich um einen früher selbstständigen Ziviltechniker, der in das nie realisierte Projekt "Reststoffverwertung Heiligenkreuz" involviert war. Er wurde der Ausstellung von Scheinrechnungen an die Begas in Höhe von 42.000 Euro für schuldig befunden. In einem weiteren Anklagepunkt wurde er im Zweifel freigesprochen. Das Urteil lautet 15 Monate bedingt und eine Geldstrafe von 2.700 Euro. Weiters muss er an die Energie Burgenland 42.000 Euro bezahlen. Der Mann nahm das Urteil an.

Prozess geht weiter Beim zweiten Angeklagten, der verurteilt wurde, handelt es sich um einen Mitarbeiter eines Baukonzerns. Er wurde der Untreue und der Geldwäsche für schuldig befunden. Das Urteil lautet 18 Monate bedingt und eine Geldstrafe von 19.200 Euro. Die Energie Burgenland wurde mit Geldforderungen gegenüber diesem Angeklagten auf den Zivilrechtsweg verwiesen. Sein Rechtsvertreter gab noch keine Erklärung ab, das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig.
Der Prozess wird am kommenden Dienstag und am Freitag mit weiteren Zeugeneinvernahmen fortgesetzt. Der Hauptangeklagte, Ex-Begas-Chef Rudolf Simandl, ist wegen schwerer Depressionen nach wie vor nicht verhandlungsfähig. Ein weiterer Ex-Begas-Manager ist schon vor Prozessstart mit einer Diversion davongekommen.

Der Prozess soll bis Anfang Dezember dauern.