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Verbund-Wasserführung war im dritten Quartal geringer

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Wien, 19.10.2018

Der überaus trockene Sommer hat die Wasserführung des führenden heimischen Stromkonzerns Verbund gedrückt. Bisher lag die Wasserführung des Konzerns im heurigen Jahr um sechs Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt, sagte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber am Donnerstag auf der Gewinn-Messe. Fürs erste Halbjahr war noch ein Wert von 8 Prozent über dem langjährigen Schnitt vermeldet worden.

"Wir hatten ein gutes erstes Quartal", zuletzt aber "vier relativ trockene Monate", wie man auch am Wasserstand der Donau sehen könne, so Anzengruber. Bereits der Juni hatte eine unterdurchschnittliche Wasserführung aufgewiesen. Seine Neunmonatszahlen wird der Verbund am 7. November publizieren.

Wasserkraft sei derzeit die einzige wirtschaftlich wettbewerbsfähige Stromerzeugung in Österreich. Die erneuerbare Erzeugung werde auch am Kapitalmarkt honoriert, wie der gut 90-prozentige Aktienkursanstieg des Verbund seit Anfang 2018 zeige. Mit 128 Wasserkraftwerken in Österreich und im süddeutschen Raum habe der Verbund 8.200 MW Leistung installiert, zudem habe man 153 Windkraftanlagen mit 418 MW Leistung in Österreich, Deutschland und Rumänien. Künftig werde sich der Verbund - wegen der Volatilität der erneuerbaren Energien - stärker auf Speicher konzentrieren, wiewohl man bereits über 4.000 MW an Pumpspeicherleistung im Inland verfüge.

Rückenwind erhalte der Verbund aktuell durch die günstigeren Strompreise, die sich nach einer fast zehnjährigen Durststrecke erstmals zu erholen beginnen würden; die Preise auf Großhandelsebene lägen aber noch immer unter dem Stand von vor zehn Jahren. Auch die mittlerweile höheren CO2-Preise würden das Verbund-Portfolio unterstützen; die Notierungen seien von vormals fünf auf 20 Euro pro Tonne CO2 gestiegen, seien aber noch deutlich entfernt von den mehr als 30 Euro/t von vor zehn Jahren.

Die noch bestehende Steinkohle-Verstromung im Fernwärmekraftwerk in Mellach wird der Verbund "wahrscheinlich 2019 ganz beenden", sagte Anzengruber - und die dortige 246-MW-Anlage dann komplett mit Gas betreiben, wie dies derzeit zum Teil der Fall ist. Diese Anlage und auch das 850-MW-Gas-Kombikraftwerk Mellach sind kürzlich (wie auch andere heimische Kraftwerke) für drei Jahre vom Netzbetreiber APG als Netzreserve kontrahiert worden. Damit trage der Verbund zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit in Österreich bei.

Auf dem Weg zum Ziel für 2030, dass Österreichs Stromerzeugung übers Jahr bilanziert zu 100 Prozent erneuerbar ist, gilt es noch viel zu tun, betonte Anzengruber. Derzeit stehe Österreich erst bei 75 Prozent oder 70 Terawattstunden (TWh), es gelte also noch 35 TWh hinzuzufügen. "Das ist ein ziemlich heftiges Unterfangen", so der Verbund-Chef: "2030 ist nicht mehr lange, das ist für unsere Branche 'morgen'."

Für die 380-kV-Leitung in Salzburg wartet der Verbund schon über zwei Jahre auf ein Urteil, "vielleicht liegt es unterm Christbaum, hoffe ich". Im Frühjahr habe er noch auf eine Entscheidung vor dem Sommer gehofft.

Zur seit 1. Oktober wirksamen Trennung der früher gemeinsamen deutsch-österreichischen Stromhandelszone hofft Anzengruber, dass diese künstliche technische Barriere "in einigen Jahren wieder weg" sein könnte. Jedenfalls kämpfe man nach wie vor dagegen. Er habe lange vor dem Problem inständig gewarnt, denn die beiden Märkte würden nun tatsächlich "gewaltig auseinanderklaffen". Anzengruber: "Kleinere Märkte haben immer höhere Preise."

Im Halbjahr hat der Verbund, an dem die Republik Österreich 51 Prozent hält, 1,37 Mrd. Euro umgesetzt. Die Eigenerzeugung wuchs um 16 Prozent auf 17,5 TWh, der gesamte Stromabsatz um 5 Prozent auf 29,8 TWh. Der Personalstand lag bei 2.737, um 3,7 Prozent niedriger.

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OMV bleibt auf Akquisitionskurs und hat das Geld dafür

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Wien, 19.10.2018

Der OMV-Öl- und Gaskonzern wird auf Akquisitionskurs bleiben und kann sich das auch leisten, sagte OMV-Finanzvorstand Reinhard Florey am Freitag auf der Gewinn-Messe in Wien. In den nächsten Jahren, bis 2025, plant die OMV ja Zukäufe für insgesamt 10 Mrd. Euro. Möglich sei das durch den Cash Flow aus dem operativen Upstream- und Downstream-Geschäft, so Florey.

Der Cash Flow solle heuer im Gesamtjahr neben der Dividenden auch die Zukäufe finanzieren können - inklusive die zuletzt mit einem neuen Agreement bedachte Achimov-IV/V-Akquisition in Westsibirien, die unter einer Milliarde kosten dürfte. Zu Achimov habe man sich statt der Abgabe von 38 Prozent der OMV-Norwegen-Tochter für eine Cash-Variante entschieden, da nun der OMV das Halten von Cash nicht mehr so wichtig sei wie früher. Auch diese Russland-Transaktion sei aus dem Cash finanzierbar. "Wir denken überhaupt nicht an eine Kapitalerhöhung", sagte der CFO auf eine Kleinaktionärsfrage.

Im Frühjahr hat sich die OMV in Abu Dhabi um 1,5 Mrd. US-Dollar (1,3 Mrd. Euro) in Ölfelder eingekauft, trotz dieses Großzukaufs sei der freie Cashflow vor Dividende positiv gewesen. Die Dividende machte an die 700 Mio. Euro aus, 200 Mio. Euro brachte eine Desinvestition in Pakistan.

Bei den geplanten Zukäufen stehe ganz klar nicht im Fokus Nordamerika, Südamerika, Fracking oder Shale-Oil bzw. Shale-Gas. Man wolle profitabel wachsen und sehe das in erster Linie im integrierten Geschäftsmodell vom Bohrloch bis zur Tankstelle. Mit den über 1,5 Mrd. Euro operativem Ergebnis und 2,3 Mrd. Euro im operativen Cashflow im heurigen ersten Halbjahr sei man "auf sehr gutem Weg, mit einer soliden finanziellen Basis das Wachstum fortsetzen zu können", so der CFO. Dass das Wachstumsziel so stark in den Vordergrund gestellt werde, sei das neue an der im März adaptierten Strategie.

In Libyen ist die OMV weiterhin mit einer angespannten Sicherheitslage und einer nicht eindeutigen politische Lage konfrontiert, wie Florey erklärte. Es habe zwar dennoch in den letzten Monaten keine Unterbrechung der Förderung für den Konzern gegeben, "doch könnte die Förderung bei stabiler Lage deutlich ausgebaut werden". Die derzeit 28.000 Barrel Öl-Äquivalent (boe) tägliche Produktionsmöglichkeit in Libyen "mit sehr tapferen lokalen Leuten" mache gemessen an der Gesamtproduktion des Konzerns von 430.000 boe/d "deutlich unter 10 Prozent" aus, sodass die Sensitivität nicht groß sei.

Wasserstoff als Treibstoff der Zukunft sei der OMV ein großes Anliegen - deshalb habe man im In- und Ausland die ersten entsprechenden Tankstellen errichtet. "Aber die Automobilindustrie hat mit der Entwicklung nicht Schritt gehalten", kritisierte Florey. Insgesamt sei die Zahl von Wasserstoffautos recht gering, aber er persönlich glaube an ein großes Zukunftspotenzial. Wasserstoff könne zum Antrieb von Fahrzeugen tatsächlich klimaneutral eingesetzt werden - bei Elektroautos könne man das durch den Strommix nicht behaupten, meinte der OMV-Vorstandsdirektor.

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Ölpreise stabilisieren sich nach Vortagesverlusten

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Singapur/Frankfurt, 19.10.2018

Die Ölpreise sind am Freitag nach den deutlichen Vortagesrückgängen leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete in der Früh 79,61 US-Dollar (69,20 Euro). Das waren 32 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur November-Lieferung stieg um 28 Cent auf 68,93 Dollar.

Ein etwas schwächeres Wirtschaftswachstum in China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt mit einem hohen Verbrauch an Rohöl, konnte die Preise zuletzt nicht weiter belasten. Chinas Wirtschaftsleistung war im dritten Quartal nur um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewachsen. Experten hatten mit 6,6 Prozent Zuwachs gerechnet.

Trotz der aktuellen leichten Erholung ist der US-Ölpreis seit Montag mehr als vier Prozent und der für Brent-Öl mehr als zwei Prozent gesunken. Damit sind die Ölpreise bereits die zweite Woche in Folge unter Druck. Als Ursache für den jüngsten Preisrückgang, der am Mittwoch eingesetzt hatte, gilt ein unerwartet starker Anstieg der Ölreserven in den USA.

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Russland baut Atomkraftwerk in Usbekistan

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Taschkent, 19.10.2018

Russland wird in der Ex-Sowjetrepublik Usbekistan das erste moderne Atomkraftwerk in Zentralasien errichten. Der usbekische Staatschef Schawkat Mirsijojew und der russische Präsident Wladimir Putin gaben am Freitag in Taschkent den symbolischen Startschuss für das knapp zehn Milliarden Euro teure Projekt.

Das Kraftwerk mit zwei russischen Druckwasser-Reaktoren mit je 1.200 Megawatt Leistung soll an einem See nahe der Stadt Buchara entstehen. In der dortigen Bergbauregion fördert Usbekistan eigenes Uran. Putin sprach sich bei seinem Besuch für einen Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen aus. Firmenvertreter beider Länder unterzeichneten Verträge in Milliardenhöhe, wie das usbekische Wirtschaftsministerium mitteilte.

Usbekistan ist mit 31 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land im früher sowjetischen Zentralasien. Wegen seiner Grenze zu Afghanistan ist es strategisch wichtig. Unter dem diktatorisch herrschenden Langzeitpräsidenten Islam Karimow isolierte sich Usbekistan und beschränkte auch den Kontakt nach Moskau. Mirsijojew regiert seit 2016 weniger autoritär. Er betreibt politische und wirtschaftliche Reformen und hat internationale Kontakte ausgeweitet.

Das erste Kernkraftwerk Zentralasiens war ein kleiner Reaktor in der kasachischen Stadt Aktau, der von 1973 bis 1999 lief.

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Altmaier erwartet bald Batteriezellen-Konsortium

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Berlin, 19.10.2018

Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat Hoffnungen auf eine baldige Einigung mit deutschen Firmen und anderen EU-Ländern auf eine gemeinsame Fertigung von Batteriezellen genährt. "Es gibt eine Reihe von Unternehmen, die bereit sind, bei der Batteriezellenproduktion einzusteigen", sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel", wie das Nachrichtenmagazin am Freitag mitteilte.

Er führe auch Gespräche dazu mit einigen europäischen Ländern. Er sei zuversichtlich, "schon in den nächsten Wochen ein gemeinsames Ergebnis zu erzielen". Das von ihm angekündigte industriepolitische Konzept wird nach Altmaiers Worten auf den Säulen "Stärken" und "Schützen" beruhen. Mit Blick auf Übernahmeversuche von Firmen durch chinesische Investoren sagte er, man müsse künftig in den Bereichen nationale Sicherheit, hoch innovative Firmen und kritische Infrastrukturen genauer hinschauen. Wenn sich da ein Aufkauf auf Basis des Außenwirtschaftsrechts nicht verhindern ließe, würde er künftig auch persönlich nach deutschen Investoren suchen, berichtete das Magazin.

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EVN-Chef sieht großen Nachholbedarf bei Stromspeichern

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Wien/Maria Enzersdorf, 19.10.2018

Für das Erreichen des Klima- und Energiestrategie-Ziels einer zu 100 Prozent erneuerbaren Stromaufbringung in Österreich im Jahr 2030 sieht EVN-Chef Stefan Szyszkowitz noch großen Handlungsbedarf. Aus jetziger Sicht werde es 2030 ein Defizit von rund 8.000 MW Leistung geben, die vom Sommer in den Winter gebracht werden müssten. Zum Vergleich: Das Gaskraftwerk Mellach hat rund 840 MW Leistung.

Künftig seien nicht nur "andere Kraftwerke", sondern auch neue Batterien nötig, die sich von herkömmlichen unterscheiden. Der Test chemischer Speicher habe ergeben, dass die Bevorratung einer elektrischen Leistung für 600 Haushalte 3 Mio. Euro koste. Gehe es um die Strommenge (Arbeit), so reiche diese zu dem Preis überhaupt nur für einen einzigen Haushalt für 700 Tage. Die jetzt getesteten Speicher seien also noch keine Antwort darauf.

Die EVN setze ihre thermischen Kraftwerke, die in den letzten Jahren im Schnitt jeweils 130 bis 160 Tage gelaufen seien, nur noch für die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit ein. Abgerufen würden diese Anlagen aber zu einem Preis, der sich an schon abgeschriebenen Anlagen orientiere. "Das ist kein Anreiz für eine Neuinvestition", kritisierte der EVN-Chef. Mit der jüngsten 3-jährigen Kontrahierungsvereinbarung, die die EVN und auch einige andere Versorger kürzlich mit dem Netzbetreiber APG abgeschlossen haben, habe man "nur Zeit gekauft", so Szyszkowitz am Freitag auf der Gewinn-Messe in Wien. Auf dem Weg zu 2030 oder 2050 werde es ohne Gas aber nicht gehen, "sonst gehen bei uns die Lichter aus".

Das 100.000-Dächer-Photovoltaik-Ziel der Regierung werde - als Baustein für die 2030er Ziele einer übers Jahr bilanziert 100 Prozent erneuerbaren Stromaufbringung - nicht ausreichen, warnte der EVN-Chef: "Wir bräuchten eigentlich 200.000 solche Anlagen pro Jahr, um auf die 100 Prozent zu kommen." Das sei ein enormes Ziel, das gehe bis hin in die Bauordnungen. Und für den Windkraft-Ausbau sei auch die Akzeptanz der Bürger nötig.

Auch für das Zuhause-Auftanken der E-Autos werde man sich noch etwas einfallen lassen müssen - hier gehe es weniger um die elektrische Arbeit, also das Stromvolumen, sondern um die Leistung. Derzeit gebe es daheim meist 6-kW- oder 8-kW-Anlagen, für E-Autos seien welche mit 22 kW nötig.

Für den Umbau des gesamten Stromsystems in die Energiezukunft gelte es 50 Mrd. Euro in die Hand zu nehmen, das sei selbst in 10 Jahren schwierig.

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"Im Zweifel gegen die Natur"

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St. Pölten, Wien, 18.10.2018
Der geplante Neubau des EVN-Wasserkraftwerks am Kamp in Rosenburg treibt Umweltschützer auf die Barrikaden: Die EVN steht im wirtschaftlichen Eigentum des Landes Niederösterreich, das die Gutachter bestellt.
 
Mehr als eineinhalb Meter in die Höhe und etwa genauso weit in die Tiefe: Um diese Dimensionen soll das Wasserkraftwerk des niederösterreichischen Strom-, Gas- und Wärmeversorgers EVN am Kamp in Rosenburg wachsen. Durch Abriss und Neubau soll der Staudamm erhöht werden, gleichzeitig will man das Flussbett auf einer Länge von eineinhalb Kilometern ausbaggern. Zudem sollen 2,9 Hektar Wald fallen, weil die Stämme sonst im Stausee stehen. Die EVN rechnet mit Kosten von rund zehn Millionen Euro.
 
Die Intention vonseiten der EVN ist, wie es heißt, die erneuerbaren Energieträger auszubauen, damit Österreich die Ziele der heuer präsentierten Klima- und Energiestrategie erreicht: Strom soll demnach bis 2030 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen kommen, aktuell sind es 70 Prozent. Im Fall des geplanten Kraftwerks am Kamp, für das die Umweltverträglichkeitsprüfung läuft, sind aber gerade die Umweltschützer empört. Denn das Kraftwerk befindet sich in einem Natura-2000-Schutzgebiet, und durch den Ausbau würde eine Fläche von mehr als acht Fußballfeldern zerstört werden, sagte Gerhard Egger, Leiter der Gewässerschutzabteilung des WWF Österreich, am Mittwoch.
 
Und das, obwohl die Leistung des Kraftwerks von derzeit 4,2 Gigawatt (GW) pro Jahr zwar auf 8,4 GW verdoppelt werden soll, diese damit aber noch immer nur halb so groß wie jene eines modernen Windkraftwerks wäre, so Egger. Konkret würden rund 1200 Haushalte mehr mit Strom versorgt werden. Generell habe die Wasserkraft auf dem Weg zur 100-prozentigen Stromerzeugung aus Erneuerbaren bis 2030 in Österreich, wo es bereits rund 5200 Wasserkraftwerke gibt, das geringste Potenzial. Österreich und die Schweiz haben die höchste Wasserkraftwerk-Dichte der Welt – rund 60 Prozent der Fließgewässer sind hierzulande in keinem guten ökologischen Zustand.

„Verstoß gegen EU-Richtlinien“

Ein massiver Vorwurf kommt dazu von Clemens Feigel von der Bürgerinitiative für einen lebendigen Kamp. Dabei geht es um die Gutachten der EVN zum Projekt, die das Land Niederösterreich derzeit prüft – das allerdings Mehrheitsbesitzer der börsennotierten EVN AG ist. „Wenn die Behörde mit der EVN kooperiert, kann man kein Vertrauen mehr haben“, so Feigel.

Der von den Umweltschützern mit der Causa beauftragte Jurist Josef Unterweger formuliert es folgendermaßen: „Der Projektant steht im wirtschaftlichen Eigentum des Landes Niederösterreich, das Land Niederösterreich bestellt die Gutachter und entscheidet dann auch noch, ob diese gut gearbeitet haben.“ Tatsächlich sei das Projekt mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie, wonach der ökologische Gewässerzustand zu verbessern ist, und der EU-Fauna-Flora-Habitatrichtlinie nicht vereinbar, sagt er.
In diesem Zusammenhang ebenfalls interessant: „Bevor das Projekt eingereicht wurde, wurde der Kamp, auf dessen Länge von 55 Kilometern 23 Kraftwerke stehen, als erheblich veränderter Fluss eingestuft, der nicht mehr sanierungsfähig ist“, ergänzte Egger. Die Umweltkriterien für den Kraftwerksneubau sind dadurch geringer. „Das ist kein Zufall.“

„Derzeit ist die politische Situation im Zweifel gegen die Natur“, meinte dazu Ulrich Eichelmann, Geschäftsführer von Riverwatch. Allen Klimaschutzmaßnahmen zum Trotz rode man Bäume, was die CO 2 -Emissionen ansteigen lässt, und verkaufe die Zerstörung der Natur als Umweltschutz. Sollte das Projekt Kampkraftwerk Rosenburg genehmigt werden, würde eine „rote Linie“ überschritten, so die NGOs, die in diesem eine Art „Nagelprobe“ für die Umweltgesetze sehen. Fahren tatsächlich die Bagger am Kamp auf, werde man sich diesen jedenfalls entgegenstellen – so wie einst in Hainburg, wo der Protest gegen den geplanten Kraftwerksbau in den 80ern schließlich in den Nationalpark Donau-Auen mündete.

Die EVN sieht das freilich anders und vermutlich auch das Land Niederösterreich – Letzteres will aber keine Stellungnahme abgeben, weil es sich um ein laufendes Verfahren handle, wie es auf Nachfrage der „Wiener Zeitung“ aus dem Büro von Umweltlandesrat Stephan Pernkopf (ÖVP) heißt. Vor allem der Vorwurf, die Behörden würden mit der EVN kooperieren, stößt dieser sauer auf. Hier seien unabhängige Gutachter am Werk, heißt es. „Der Vorwurf ist eine bösartige Anschuldigung, mit der man den Rechtsstaat in Frage stellt“, sagt auch Ernst Brandstetter von „Oesterreichs Energie“, der Interessenvertretung der österreichischen E-Wirtschaft. Damit werde eigentlich behauptet, das Land verstoße gegen seine eigenen Gesetze.

Auch den Begriff Natura-2000-Gebiet habe man offenbar falsch interpretiert, sagt EVN-Sprecher Stefan Zach. In diesem seien per definitionem menschliche Eingriffe erlaubt, sofern diese den Erhaltungszustand des Schutzgutes nicht erheblich beeinträchtigen. Fast die Hälfte der Wasserkraftwerke Niederösterreichs stehen laut Zach in Natura-2000-Gebieten, Windräder ebenfalls.

Ybbs-Kraftwerk in Pipeline

Apropos Windräder: Die Überschneidung der Umweltschützer, die gegen Wasserkraftwerke, aber auch Windparks protestieren, sei groß, so Zach. Um die Klimaziele zu erreichen, müsse man jedoch die Erneuerbaren ausbauen. Für Niederösterreich bedeute das Investitionen in Windräder und Photovoltaik-Anlagen, aber auch, die verbleibenden Potenziale der Wasserkraft zu nutzen. Ein neues Wasserkraftwerk sei zum Beispiel bei Ferschitz an der Ybbs in der Pipeline.

Den Berechnungen von „Oesterreichs Energie“ zufolge müsste man die Stromerzeugung aus Erneuerbaren um 30 Terawattstunden (TWh) pro Jahr erhöhen, um das 2030-Ziel zu erreichen. Der Stromverbrauch wird demnach bis dahin von 65 TWh auf 88 TWh steigen. „Wenn man die Potenziale, die wir haben, vergleicht“, sagt Brandstetter, „müssten sechs bis acht TWh aus Wasserkraft kommen, je elf bis 13 aus Wind und Photovoltaik und zwei aus Biomasse.“ Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) möchte vor allem auf Biomassekraftwerke und Photovoltaik fokussieren, wie sie sagte.
 
Wiener Zeitung am 18.10.2018, S. 9
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Herausforderung fürs Stromnetz

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18.10.2018
Elektromobile Die Experten sind sich einig: Die Zukunft des Individualverkehrs ist elektrisch. Für die Stromnetzbetreiber ist diese Prognose nicht nur positiv.
 
Ein fiktives Zukunftsbeispiel aus dem Kanton Zürich: Wenn die pendelnden Zürcherinnen und Zürcher dereinst nach Feierabend mit ihren Elektroautos in die heimischen Tiefgaragen kurven, werden sie ihre Boliden ans Stromnetz anschliessen. Nehmen wir an, sie verwenden Schnell-Ladestationen (11 Kilowatt Leistung) und diese sind so eingestellt, dass sie laden, sobald der Niedertarif beginnt. In diesem Fall würde im Kanton Zürich von einer Sekunde auf die andere etwa 1,6 Gigawatt zusätzliche Leistung aus dem Stromnetz bezogen. Das ist mehr, als das Atomkraftwerk Leibstadt unter Volllast leistet.

Das Beispiel ist natürlich nicht realistisch, denn es geht davon aus, dass sämtliche Autos elektrisch betrieben würden und dass alle zur selben Zeit laden. Aber es zeigt, dass sich die Betreiber der Stromnetze durchaus Gedanken zur Elektromobilität machen sollten. Heute ist Elektromobilität für die Netzbetreiber keine Herausforderung. Da die Durchdringung gering ist, stellt beispielsweise EKZ noch keine Veränderung fest, die auf Elektromobilität zurückzuführen wäre. Spürbar ist hingegen das steigende Interesse an der E-Mobilität. Immer mehr Kunden beschäftigen sich mit dem Thema und zeigen Interesse an einer eigenen Ladestation.

Vorreiter Norwegen

Die Elektromobilität wächst in der Schweiz durchschnittlich. 2,7 Prozent der neu zugelassenen Personenfahrzeuge waren 2017 elektrisch betrieben. Der Bund möchte diesen Anteil bis 2022 auf 15 Prozent erhöhen. In Norwegen waren letztes Jahr - aufgrund starker staatlicher Förderung - schon über 20 Prozent der Neuzulassungen vollelektrisch. Studien gehen davon aus, dass gewisse Stromnetze erstmals an Grenzen stossen, wenn jedes zehnte Auto elektrisch fährt und vermehrt 11-Kilowatt-Ladestationen genutzt würden. Laden zu viele Elektroautos gleichzeitig, kommt es im Stromnetz zu einem Leistungsengpass. Durch die zu hohe Last würde die Netzinfrastruktur schneller altern und wäre anfälliger für Defekte.

Wie also dieser Herausforderung begegnen? Eine naheliegende Lösung ist der Netzausbau. Dafür würden bestehende Stromleitungen und Transformatoren durch leistungsfähigere Komponenten ersetzt. Ein verstärktes Netz könnte die zusätzlich benötigte Leistung für die Ladestationen bereitstellen. Das ist allerdings eine aufwendige Lösung. Denn der Ausbau des Stromnetzes kostet nicht nur viel Geld, er ist auch mit intensiver Bautätigkeit verbunden, die von der Bevölkerung als störend wahrgenommen wird.
Es geht aber auch anders. Denn alle Elektrofahrzeuge gleichzeitig aufzuladen, ist gar nicht nötig. Ein sinnvoller Ansatz ist ein verstärkter Einsatz des sogenannten Lademanagements. Die meisten Fahrzeuge stehen über 90 Prozent der Zeit still. Zudem ist ihr täglicher Energiebedarf gering. Der Durchschnittspendler legt pro Tag etwa 24 Kilometer auf der Strasse zurück. Das entspricht rund 5 Kilowattstunden Energie und damit nicht einmal zwei Stunden Ladezeit an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose. Es wäre also ohne Komforteinbussen möglich, das Laden vieler Elektrofahrzeuge zu verschieben. Für die meisten Leute ist es nicht erheblich, ob ihr Auto von 20 bis 22 Uhr oder erst von 1 bis 3 Uhr geladen wird. Hauptsache, es steht am Morgen geladen wieder bereit.

In kleinerem Rahmen sind solche Lademanagement-Lösungen schon heute im Einsatz. In Parkgaragen von modernen Mehrfamilienhäusern sind die Ladestationen immer häufiger mit einer intelligenten Steuerung verknüpft. Das System entscheidet dann selbst, wann welches Auto mit welcher Leistung geladen wird. So wird sichergestellt, dass der Netzanschluss nie überstrapaziert wird und gleichzeitig alle Fahrzeuge am nächsten Morgen geladen zur Verfügung stehen.

Auch in grösserem Rahmen arbeiten die Netzbetreiber bereits an Möglichkeiten des Lademanagements. Wer heute beispielsweise im Netz von EKZ eine Ladestation für Elektrofahrzeuge baut, muss diese nicht nur melden, er muss zusätzlich eine Möglichkeit zur Steuerung einbauen. So könnte der Netzbetreiber die Ladestationen im Notfall, wenn zu viel Leistung bezogen würde, abschalten. Darüber hinaus ist mit der Steuerungsmöglichkeit schon heute eine wichtige Voraussetzung für ein künftiges Lademanagement geschaffen.

Marina González Vayá, Smart Grid Specialist, Noël Graber, Kommunikation, beide EKZ, Zürich.
Statt das Netz auszubauen, lohnt es sich, das Laden zu steuern.
 
 
von Noel Graber und Marina Gonzales Vaya 
Handelszeitung am 18.10.2018, S. 44
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Proteste gegen Kampkraftwerk Rosenburg

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St. Pölten, Wien, 18.10.2018

Der geplante Abriss und Neubau des EVN-Kampkraftwerks Rosenburg treibt Umweltschützer auf die Barrikaden. Denn das Kraftwerk befindet sich in einem Natura-2000-Schutzgebiet, außerdem werden die Gutachter für die Umweltverträglichkeitsprüfung vom Land Niederösterreich bestellt, das allerdings die Mehrheit an der börsennotierten EVN AG hält. Die Kraftwerksgegner befürchten daher mangelnde Objektivität bei den den Prüfverfahren.


Sollte das Projekt genehmigt werden, würde damit eine „rote Linie“ überschritten, so die NGOs. Sie sprechen von einer Art „Nagelprobe“ für die Umweltgesetze. Die EVN und die Interessenvertretung Oesterreichs Energie sehen im Vorwurf eine unhaltbare Anschuldigung, die den Rechtsstaat in Frage stelle. Um die Klimaziele zu erreichen, müsse man erneuerbare Energien ausbauen.
 

Wiener Zeitung am 18.10.2018, S. 1
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Versteckte Stromfresser finden

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18.10.2018
Die Umwälzpumpentausch-Aktion wird mit 50 Euro je Pumpe gefördert.
 
PUMPENTAUSCH Den wenigsten Hauseigentümern ist bekannt, dass für das Heizen der Räume nicht nur Energie in Form von Holz, Heizöl oder Gas erforderlich ist, sondern auch Strom benötigt wird. Die Umwälzpumpen befördern im Dauereinsatz das Heizungswasser vom Heizkessel zu den Heizkörpern oder in die Fußbodenheizung.
 
Moderne Pumpen sparen Geld

Um Strom und damit verbundene Kosten zu sparen, gibt es bei den VKW die Umwälzpumpentausch-Aktion. Alte Heizungsumwälzpumpen werden durch energieeffiziente Umwälzpumpen der Klasse "ErP ready" ersetzt. Diese reduzieren den Stromverbrauch gegenüber veralteten Pumpen um bis zu 80 Prozent. Ein Tausch, der sich also lohnt. In den meisten installierten Heizanlagen verrichten derzeit noch überdimensionierte Umwälzpumpen mit einer Leistung von 80 bis 110 Watt ihre Arbeit und sind somit verantwortlich für einen ineffizienten Stromeinsatz. Die neue Umwälzpumpe hingegen benötigt für dieselbe Arbeit weniger als 20 Watt.

Auch der Austausch ist eine einfache, schnelle und saubere Sache. Es entsteht dabei weder Staub noch Lärm und er kann auch während der Heizperiode durchgeführt werden. Der Installateur erledigt dies im Handumdrehen.Außerdem können neben der Energieeinsparung auch Geräuschbelästigungen durch die Umwälzpumpe gelöst werden.

Förderpaket Kunden der VKW und der VKW-Ökostrom GmbH, deren Heizsystem älter als fünf Jahre ist, können von einem befugten Heizungsinstallateur ihre Heizungsumwälzpumpen durch energieeffiziente Umwälzpumpen der Klasse "ErP ready" ersetzen lassen. Die VKW und die VKW-Ökostrom GmbH fördern den Pumpentausch mit 50 Euro je Pumpe. Zudem erhalten Kunden einen Rabatt eines an der Aktion teilnehmenden Installateurs in Höhe von 30 Euro je Pumpe.

Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass im Rahmen der Energieförderung Vorarlberg weitere Fördermöglichkeiten in Bezug auf solarthermische Anlagen, Fernwärmeanschlüsse, Holzheizungen und elektrische Wärmepumpen bestehen.

FÖRDERUNG BEANTRAGEN

1. Einfach einen Förderantrag bei der VKW (www.vkw.at oder beim VKW Kundenservice unter Tel. 05574 9000) anfordern. 2. Einfach gemeinsam mit dem Installateur den Antrag ausfüllen. 3. Dann den Antrag an die VKW schicken. 4. Die VKW überweist den Förderbetrag direkt auf das Konto. 5.Der Installateur berücksichtigt seinen Rabatt sofort auf der Rechnung. WWW.VKW.AT
 
Vorarlberger Nachrichten am 18.10.2018, S. BL30
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Gas und Öl auf Dauer unsicher

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18.10.2018
Studie der TU Wien zeigt den tatsächlichen Wärmeverbrauch an Gebäuden auf.
 
HEIZKOSTENVERGLEICH. Was bringen Heizkostenvergleiche wirklich? Die Technische Universität (TU) Wien wollte dies wissen und führte zu diesem Thema eine Studie durch. Anders als bei herkömmlichen Vergleichen basieren Berechnungen auf dem tatsächlichen Gebäudebestand in Österreich und damit auf realistischen Einschätzungen über den Wärmeverbrauch der betrachteten Gebäude. Überdies werden von der EU empfohlene Entwicklungsszenarien der Energiepreise hinterlegt.

Hohe Differenz möglich Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass nicht nur die momentane Situation abgebildet wird, sondern auch die Unsicherheiten berechnet werden, die sich aus möglichen Energiepreisschwankungen, ineffizienten Betriebsweisen und anderen Einflussfaktoren ergeben.

Das Ergebnis: die Unsicherheiten, wie hoch die zukünftigen Heizkosten tatsächlich ausfallen könnten, sind für Gas-und Ölheizungen wesentlich höher, als für Heizanlagen auf Basis erneuerbarer Energie. So können die Heizkosten eines unsanierten Einfamilienhauses das mit Öl beheizt wird, um fast 3000 Euro pro Jahr differieren, wenn man von historischen Preisschwankungen ausgeht. Auch Gasheizungen könnten sich als sehr teuer entpuppen, wenn, wie in immer mehr Ländern der Fall, CO2 Steuern eingeführt werden. Fossile Energieträger weisen laut TU-Studie kaum Kostenvorteile gegenüber erneuerbaren Energieträgern auf.

Lukas Kranzl, Leiter der Studie, stellt fest: "In allen untersuchten Kategorien von Gebäuden können erneuerbare Heizsysteme wettbewerbsfähige Lösungen darstellen. Im unsanierten Einfamilienhaus liegen biogene Energieträger vorne, im Neubau weisen Luftwärmepumpen die günstigsten Heizkosten auf. In Mehrfamilienhäusern können Hackschnitzel und Pellets sowohl im unsanierten Bestand als auch im sanierten Bestand eine günstige Heizungsform darstellen. Bedeutsamer als diese eher geringfügigen Kostenvorteile ist allerdings die Tatsache, dass in allen Fällen das Risiko sehr hoher Heizkosten bei fossilen Heizsystemen deutlich höher ist." Peter Püspok, Präsident des Verbands Erneuerbare Energie Österreich ,über die Studie und deren Ergebnisse: "Diese Untersuchung wurde bei der TU Wien in Auftrag gegeben, weil konventionelle Heizkostenvergleiche viele relevante Fragen gar nicht stellen. Der vorliegende Kostenvergleich zeigt, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien beim Heizen heute wirtschaftlich möglich ist. Die Kostenunterschiede zwischen fossilen und erneuerbaren Energieträgern sind aber so gering, dass es von alleine sicher nicht zu einer Trendwende in Richtung Nutzung erneuerbarer Energie kommen wird."

Püspoks Fazit: "Ohne Wärmewende gibt es keine Energiewende, und ohne Energiewende werden wir unsere Klimaziele niemals erreichen. Um eine Trendwende herbeizuführen, müssten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dahingehend geändert werden, dass bei fossilen Energieträgern Kostenwahrheit hergestellt wird. Die Politik muss den fossilen Energien durch eine CO2-Abgabe die Klimawandel-Rechnung schicken!"
 
 
Vorarlberger Nachrichten am 18.10.2018, S. BL28
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Ökostrom als Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz

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18.10.2018

Beim Dornbirner Unternehmen Ölz wird ab sofort zu 100 Prozent Ökostrom aus Vorarlberg bezogen. Das haben die Verantwortlichen in einer Aussendung bekannt gegeben. Die Energie werde aus Wasserkraft gewonnen. Dadurch entstünden keine CO2-Emissionen. Durch eine Zertifizierung von TÜV Austria sei auch die Stromherkunft gesichert. Bei jeder Kilowattstunde könne nachverfolgt werden, in welchem Wasserkraftwerk die Stromlieferung erzeugt worden sei. "Durch den Ökostrom haben wir uns für eine Energie entschieden, die heimisch und nachhaltig erzeugt wird, als aktiver Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz", sagte Florian Ölz, Geschäftsführer Einkauf/Fuhrpark.

Neue Vorarlberger Tageszeitung am 18.10.2018, S. 21
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Im europäischen Spitzenfeld

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18.10.2018
Bei Wärmepumpen, Solarthermie und Photovoltaik hat Vorarlberg die Nase vorn.
 
SONNENENERGIE Vorarlberg liegt bei Wärmepumpen, thermischen Solaranlagen und Photovoltaikanlagen im europäischen Spitzenfeld. Seit 2005 hat sich der Einsatz jeweils vervielfacht. Diese positive Bilanz zogen Energie-Landesrat Christian Gantner, die Experten von Energieinstitut und illwerke vkw beim 16. Solarund Wärmepumpentag. Und das Beste: Das Interesse an neuen Trends ums umweltfreundliche Heizen ist tendenziell steigend.

Beitrag zur Energieautonomie Das wird auch von politischer Seite bestätigt. "Das Interesse der Bevölkerung für erneuerbare Energie ist ungebrochen", freut sich Energie-Landesrat Christian Gantner. "Man merkt, die Vorarlberger wollen ihren ganz persönlichen Beitrag zu Klimaschutz und Energieautonomie leisten. Jede Kilowattstunde aus Solarthermie, Photovoltaik und Wärmepumpen macht uns unabhängig und bringt uns einen Schritt näher Richtung Energieautonomie."

Das Land hat dazu im laufenden Jahr erstmals eine Förderung für 100 Stromspeicher für Photovoltaikanlagen aufgelegt. "Damit wird ein Beitrag zum hohen Engagement der Bevölkerung geleistet. "Speicher helfen außerdem, erneuerbare Energietechnologien besser in das gesamte Energiesystem zu integrieren", so Landesrat Gantner. Tatsächlich liegt Vorarlberg bei der Nutzung erneuerbarer Energien für Gebäude im europäischen Spitzenfeld. Der Marktanteil von Wärmepumpen bei Einfamilienhäusern liegt seit Jahren über 80 Prozent -im internationalen Vergleich ein Spitzenwert. Auch größere Wohnanlagen und Gewerbebetriebe nutzen die umweltfreundliche Heiztechnologie immer mehr.

Bis Ende 2017 waren rund 300.000 Quadratmeter thermische Solaranlagen und 500.000 Quadratmeter Photovoltaikanlagen in Vorarlberg installiert. Das entspricht einer Fläche von insgesamt 2,2 Quadratmeter pro Einwohner. Auch damit liegt Vorarlberg im europäischen Spitzenfeld.

Trend zur Photovoltaik Der Trend geht dabei eindeutig von der Solarthermie zur Photovoltaik, deren Preise in den vergangenen Jahren deutlich gesunken sind. Von einem "Technologiewechsel" spricht der Geschäftsführer des Energieinstituts, Josef Burtscher. "Der Wirkungsgrad thermischer Solaranlagen ist höher, dafür hat der erzeugte Strom einen höheren energetischen Wert." Er kann somit nicht nur für Warmwasser, sondern auch für elektrische Antriebe genützt werden.

Die Sonnenstrom-Anlagen lassen sich mit Wärmepumpen kombinieren, die aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme erzeugen, so der Energieexperte. Ergänzt werden diese Anlagen immer öfter mit Batteriespeichern, die den erzeugten Strom im eigenen Haus puffern. Burtscher sieht hier vor allem emotionale Gründe: "Die Leute sind einfach stolz darauf, wenn sie ihren eigenen Sonnenstrom auch selbst verbrauchen können und einen Schritt mehr zu ihrer individuellen Energieautonomie machen."
Zehn Jahre Ökostrom Ideale Ergänzung dazu ist der VKW Ökostrom, dessen zehnjähriges Jubiläum im Rahmen des Solar-und Wärmepumpentages gefeiert wurde. Mehr als 200 Millionen Kilowattstunden aus Kleinwasserkraftwerken, Photovoltaik sowie Biogas-und Windenergieanlagen lieferte der VKW Ökostrom in diesem Zeitraum.

"Rund 9000 Kunden zahlen ganz bewusst einen kleinen Aufpreis und unterstützen damit den Bau neuer privater und gemeindeeigener Ökostromanlagen in Vorarlberg", schildert Helmut Mennel, Vorstand von illwerke vkw. "Auch das zeigt das hohe Engagement der Bevölkerung für die Energieautonomie."
 
 
Vorarlberger Nachrichten am 18.10.2018, S. WA26
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Energieziele schwer zu erreichen

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Linz, Wien, 18.10.2018

Der Ausbau erneuerbarer Energieträger gehört zu den wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel. Die Energiestrategie der Bundesregierung ("#mission2030") sieht vor, dass der Gesamtstromverbrauch bis 2030 zu 100 Prozent aus diesen erneuerbaren Energien (Wasser, Wind, Photovoltaik) gedeckt werden soll. Dieses Ziel zu erreichen, wird allerdings schwierig, wie Vertreter derÖsterreichischen Gesellschaft für Energietechnik (OGE) gestern bei einem Pressegespräch erklärten.

Laut einer Studie der Austrian Energy Agency wird der Mehrbedarf an Strom 2030 35 Terrawattstunden betragen. Diese müssen mit Erneuerbaren Energien erzeugt werden. Zum Vergleich: Mit Photovoltaik werden aktuell 1,2 Gigawattstunden jährlich erzeugt. Für Kari Kapsch, den Präsidenten des Österreichischen Verbands für Elektrotechnik, sind die Ziele dennoch machbar: Es brauche jedoch mehr Energieeffizienz.


Erwin Raffeiner, Geschäftsführer des Linzer Unternehmens Sprecher, wies auf den Fachkräftemangel in der Energiewirtschaft hin. Er forderte eine höhere Technik-Fokussierung im Bildungsbereich und eine Aufwertung im Förderbereich: Derzeit würde nur ein Prozent des Fördervolumens in die Energiewirtschaft fließen. 


"Die Energiebranche als Arbeitgeber muss für junge Menschen wieder attraktiver werden."
Erwin Raffeiner, Geschäftsführer Sprecher Automation
 

Oberösterreichische Nachrichten am 18.10.2018, S. 11
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"Unterdurchschnittliche Nutzung von leistungsfähigen Netzen"

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Genf, Wien, 18.10.2018
Globales Wettbewerbsranking: Deutschland ist neue Nummer eins bei Innovation. Österreich hinkt bei Digitalisierung hinterher.
 
Österreich hat beim weltweiten Standort-Ranking des World Economic Forums (WEF) bei der Digitalisierung nicht gut abgeschnitten. Bessere Werte erzielt das Land jedoch bei der makroökonomischen Stabilität sowie bei der traditionellen Infrastruktur, erklärt das Österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) die Ergebnisse des Global Competitiveness Report 2018 am Mittwoch.
Das WEF hat zwölf Säulen der Wettbewerbsfähigkeit zur Bewertung von 140 Ländern herangezogen, etwa Innovationsfähigkeit, Finanzsystem, Infrastruktur, Bildung und Gesundheitsweisen. Insgesamt rangiert Österreich auf Platz 22 und verliert damit einen Platz. Deutschland belegt insgesamt hinter den USA und Singapur den dritten Platz. Zudem schneidet der Nachbar als innovationsfreundlichster Standort weltweit ab. In der Gruppe der zehn besten Standorte finden sich ebenfalls vergleichbare Länder wie die Schweiz (4), die Niederlande (6), Schweden (9) und Dänemark (10). In Österreichs Nachbarschaft entwickelten sich Tschechien (29), Slowenien (35), Polen (37) und Ungarn (48) positiv.

Österreich will von Singapur Papierlosigkeit lernen

Beim Indikator Digitalisierung belegt Österreich Rang 46. Das Wifo begründet dies vor allem mit der „unterdurchschnittlichen Nutzung von leistungsfähigen Netzen der Breitbandkommunikation“. „Die Nutzung ist in diesem Bereich noch schlechter als die Infrastruktur, wobei auch diese nicht übermäßig ausgebaut ist“, führt Wifo-Volkswirt Michael Peneder auf APA-Anfrage aus.

Daraus ergebe sich vor allem ein Nachfrageproblem, aufgrund dessen die wirtschaftspolitischen Anreize zum weiteren Ausbau der Infrastruktur fehlen würden. Andererseits könnte eine bessere Infrastruktur auch eine bessere Nachfrage hervorrufen, so Peneder. Der österreichische Handelsverband ortet indessen Aufholbedarf bei der Digitalisierung. „Die flächendeckende Versorgung aller Regionen mit Breitband ist für uns ebenso wünschenswert wie ein Ausbau Österreichs zu einem 5G-Pilotland“, sagte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will in einer Aussendung.

Österreich will nun bei der Digitalisierung von Singapur lernen. Für einen leichteren Wissens- und Erfahrungsaustausch haben die beiden Staaten am Mittwoch ein „Memorandum of Understanding“ unterzeichnet. Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte zuvor den Premierminister Singapurs, Lee Hsien Loong, auf dem Ballhausplatz mit militärischen Ehren empfangen.

Konkret will sich Österreich ein Beispiel an der Verwaltung des südostasiatischen Stadtstaates nehmen, die schon jetzt „nahezu papierlos funktioniert“. Beide Länder wollen auch Klein- und Mittelbetriebe bei der Bewältigungen neuer Herausforderungen unterstützen. Außerdem könne Österreich vom Austausch zu Strategien profitieren, so Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck mit Blick auf die „Smart Nation Initiative“ Singapurs.
 
In der Vorwoche war Singapur im von der Weltbank neuen „Human Capital Index“ auf dem ersten Platz gelandet. Dieser Index beruht unter anderem auf Bildungs- und Gesundheitsindikatoren und misst, wie viel ihres Potenzials Kinder in den jeweiligen Staaten ausschöpfen können.

Bestwerte: Arbeitnehmerrechte und Arbeitsmarktpolitik

Neben der Digitalisierung fallen im Ranking des WEF auch einige Indikatoren im Bereich des Finanzsystems in Österreich unterdurchschnittlich aus. Negativ schlagen sich vor allem die Bewertung der Börsenkapitalisierung, der Verfügbarkeit von Risikokapital, der Dauer einer Neugründung sowie der Bereitschaft zu unternehmerischem Risiko nieder.

Starke Ergebnisse erzielte das Land bei der makroökonomischen Stabilität. Österreich belegt in dieser Kategorie zwar Rang eins, teilt sich den Spitzenplatz jedoch mit 30 anderen. Auch bei der traditionellen Infrastruktur wie Straßen- und Eisenbahnverbindungen oder Wasser- und Stromversorgung ist Österreich mit Platz 12 gut bewertet. Am Arbeitsmarkt liegt Österreich an 26. Stelle. Bestwerte erzielt das Land zwar bei den Arbeitnehmerrechten sowie der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Dagegen schneidet es bei den lohnabhängigen Steuern und Abgaben, der Arbeitskräftemobilität sowie bei der Flexibilität der Lohnfindung schlechter ab. Im Bildungsbereich (Rang 17) sticht vor allem die Bewertung des Lehrlingswesens positiv heraus, während digitale Fertigkeiten und die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte die Platzierung herunterdrücken.
 
 
Wiener Zeitung am 18.10.20181, S. 3
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Heißer Sommer und verzerrter Markt setzen Kleinwasserkraftwerken zu

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Linz, 18.10.2018

Viele kleine Kraftwerke liefen heuer auf Sparflamme - Forderung nach mehr Flexibilität
 
Der Wassermangel in Oberösterreich trifft auch die Betreiber von Kleinwasserkraftwerken hart. "Manche Anlagen laufen mit 50 Prozent oder weniger ihrer Jahresleistung", sagt Paul Ablinger, Geschäftsführer und Oberösterreich-Sprecher der Kleinwasserkraft Österreich.

Zwar schwanke die Auslastung regional stark, aber es gebe Sorgenkinder wie das Mühlviertel oder das an Oberösterreich grenzende Waldviertel. "Wir nähern uns der Situation von 2003, als wir den Rekordsommer gehabt haben", sagt der Pettenbacher, der selbst zwei kleine Wasserkraftwerke im Almtal betreibt.
Hinzu komme, dass der Markt "verzerrt" sei. Das liege daran, dass es bei Marktprämien einen "Deckel" für Betreiber gebe. Dies schränke oft die Bereitschaft ein, alte Anlagen zu revitalisieren. Etwas Druck nimmt laut Ablinger der Marktpreis weg. Dieser liegt derzeit bei rund fünf Cent pro Kilowattstunde. Um kostendeckend zu arbeiten, seien aber zwischen zehn und zwölf Cent nötig.

Förderungen mittels Einspeisetarif erhalten nur Neubauten oder revitalisierte Anlagen über 13 Jahre. Diesen Zeitraum müsste man laut Ablinger auf 20 Jahre ausdehnen, dies entspreche der Abschreibedauer der Anlagen. Hier bestehe ebenfalls noch Aufholbedarf. "Wenn in Österreich kein Kohle- und Atomstrom gekauft würden, bräuchten wir keine Förderungen mehr", sagt Ablinger.
 
Kleinwasserkraftwerke kommen in Österreich für ein Zehntel der Stromproduktion auf (siehe Grafik). Sie liefern jährlich rund sechs Terrawattstunden Ökostrom. Diesen Wert könnte man bis 2030 um die Hälfte erhöhen, ist Ablinger überzeugt. Dafür seien Neubauten nötig, "aber nicht nur auf der grünen Wiese". Stattdessen könne man Querbauwerke (Wehren, Talsperren, Absturztreppen) verwenden, die derzeit ungenutzt blieben. In Österreich seien dies 30.000, rechnet Ablinger vor.

Der Branchenvertreter fordert mehr Flexibilität für Betreiber. Die Wasserrahmenrichtlinie der EU, die auf eine nachhaltige und umweltverträgliche Wassernutzung ausgerichtet sei, stehe im Widerspruch mit der Erneuerbare-Energie-Richtlinie. "Wir wehren uns nicht gegen Fischaufstiege oder Wasserabgaben, aber es soll nicht so sein, dass dadurch die Produktion der Kraftwerke eingeschränkt wird." Es sei besser, das ganze Gewässer im Auge zu haben.

Potenzial sieht der Geschäftsführer auch bei der Akzeptanz der Kleinwasserkraft in Österreich: "Sie wird noch immer unterschätzt. Dabei wird sie das Rückgrat der Energiewende sein, weil sie permanent verfügbar, dezentral und regelbar ist."

Wenn in Österreich kein Kohle- und Atomstrom gekauft würden, bräuchten wir keine Förderungen mehr."
Paul Ablinger, Geschäftsführer der Kleinwasserkraft Österreich
 
 
Oberösterreichische Nachrichten am 18.10.2018, S. 11
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SBO-Chef - Hoher Ölpreis ermöglicht einige gute Jahre

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Wien/Ternitz, 18.10.2018

Falls die Weltkonjunktur als Treiber für den Ölverbrauch stark bleibt und Vertrauen in die Nachhaltigkeit des Ölpreises da ist, dann steht die internationale Ölförderbranche vor "einigen sehr guten Jahren", sagte der Chef des börsennotierten Ölfeldausrüsters SBO, Gerald Grohmann, am Donnerstag auf der Gewinn-Messe in Wien.

In den letzten Jahren sei zu wenig in die Exploration von Öl und Gas investiert worden, hier seien Nachholinvestitionen nötig, die in den Krisenjahren 2015, 2016 und auch noch 2017 nicht getätigt worden seien: "Wir werden vermehrte Investitionen in E&P sehen."

Der nordamerikanische Markt sollte anhaltend stark sein, schätzt Grohmann. Und jetzt würden auf den internationalen Märkten - also den Bereichen außerhalb der USA - auch schon die an sich teureren Offshore-Aktivitäten in die Gänge kommen. Wenn Vertrauen in die Nachhaltigkeit des Ölpreises da sei, sollte die gesamte Brauche und auch die SBO profitieren.

Er sehe einen positiven Trend, so Grohmann, doch sei die Branche sehr volatil, könne sich also von einem Tag auf den nächsten ändern. Das Wachstum in der Branche könne daher in einem einzelnen Quartal auch einmal flach ausfallen oder sogar rückläufig sein.

Die Politik von US-Präsident Donald Trump hat für den SBO-Chef zwei Seiten. Einerseits profitieren man in den USA, wo SBO mehr als die Hälfte seiner Mitarbeiter habe, von den Steuersenkungen in den Vereinigten Staaten. Andererseits beobachte man aber "den Aufbau von Handelsbarrieren, ausgehend von den USA, ausstrahlend in die ganze Welt". Da seien "Dinge, die man genau beobachten muss, weil Handelshemmnisse auf die Entwicklung der Weltkonjunktur wirken". Möglicherweise werde aber auch nur "bewusst ein Theaterdonner inszeniert", denn die Aufkündigung der NAFTA-Vereinbarung mit Mexiko und Kanada habe eine Einigung binnen 14 Tagen bewirkt. Im Verhältnis USA-China gebe es "noch keine Besserung", meinte Grohmann, "aber da fehlt uns der Einblick".

Im Halbjahr steigerte SBO den Umsatz um 47 Prozent auf 200 Mio. Euro. Der Auftragseingang wuchs um 63 Prozent auf 244 Mio. Euro. Der Auftragsstand legte mit knapp 80 Mio. Euro auf mehr als das Doppelte zu. Die Neunmonatszahlen will SBO am 28. November veröffentlichen.

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OMV und Shell eröffneten Schnellladestationen für E-Autos

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Wien/London, 18.10.2018

Die OMV und Shell haben heute, Donnerstag, an drei österreichischen Tankstellen ihre ersten 350-kW-Schnellladestationen für Elektroautos in Betrieb genommen. Die OMV eröffnete die Ladestationen an den zwei Autobahntankstellen Mondsee (Salzburg) und Eisentratten (Kärnten), Shell an der Autobahntankstelle Hohenems (Vorarlberg).

Die beiden Konzerne kooperieren mit dem Joint Venture IONITY der Automobilhersteller BMW, Daimler, Ford und Volkswagen. IONITY möchte mit Standortpartnern bis 2020 rund 400 Schnellladesäulen an den wichtigsten europäischen Hauptverkehrsrouten errichten. Derzeit sind europaweit 27 IONITY-Ladestationen in Betrieb.

Die OMV wird in Kooperation mit IONITY bis Ende des Jahres acht weitere Schnellladestation in Österreich in Betrieb nehmen, wie der Konzern auf Anfrage der APA mitteilte. Shell plant vorerst keine weiteren 350-kW-Ladestationen in Österreich.

Die IONITY-Ladestationen an den österreichischen Autobahntankstellen erlauben das gleichzeitige Laden von insgesamt vier Fahrzeugen. Mit einer Ladeleistung von 350 kW sollen die Ladezeiten zum vollständigen Aufladen eines Elektroautos laut IONITY im Durchschnitt zwischen 10 und 15 Minuten dauern.

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EU-Gipfel mahnte Fortschritte bei Weltklimakonferenz an

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Brüssel, 18.10.2018

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben Fortschritte bei der bevorstehenden Weltklimakonferenz in Kattowitz angemahnt. Die Teilnehmer des Treffens im Dezember in Polen müssten sich auf "ehrgeizige und umfassende Regeln" zur praktischen Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens einigen, heißt es in den am Donnerstag verabschiedeten Schlussfolgerungen des EU-Gipfels in Brüssel.

Der Gipfel nahm darin auch die jüngsten Befunde des Weltklimarats (IPCC) "zur Kenntnis", der deutlich stärkere Anstrengungen zum Klimaschutz gefordert hatte. Die EU hatte sich bei der Pariser Klimakonferenz 2015 gemeinschaftlich darauf verpflichtet, ihren Treibhausgasausstoß bis 2030 um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 zu verringern. Die EU-Kommission erwartet inzwischen sogar eine Senkung um rund 45 Prozent - allerdings will sie dies nicht als offizielles Ziel formulieren. Grund für die stärkere Senkung sind EU-Teilziele bei Energieeffizienz und erneuerbaren Energien, die inzwischen durch Mitgliedstaaten und Europaparlament vereinbart wurden.

Auf Enttäuschung bei Klimaschützern stieß kürzlich der Beschluss der EU-Umweltminister zu Grenzwerten beim Ausstoß des Klimagases CO2 bei Autos. Das Europaparlament hatte eine Verringerung um 40 Prozent gefordert. Der nach hartem Ringen der Umweltminister erzielte Kompromiss sieht nun vor, die Emissionen von Pkw bis 2030 um 35 Prozent im Vergleich zu den Werten von 2021 zu senken. Bei Lieferwagen sollen es 30 Prozent sein.

Für die Weltklimakonferenz kommen Anfang Dezember die Vertreter von rund 190 Staaten im polnischen Kattowitz zusammen. Sie wollen über Schritte zur konkreten Umsetzung der Pariser Klimaschutzziele beraten. Das Abkommen sieht vor, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Nach Einschätzung des Weltklimarats ist dieses Ziel aber nur noch bei einer Verstärkung der weltweiten Anstrengungen zu erreichen.

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Bill Gates und EU-Kommission legen Fonds für Erneuerbare auf

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Brüssel, 18.10.2018

Der US-Milliardär Bill Gates und die EU haben einen gemeinsamen Investitionsfonds zur Unterstützung von Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien aufgelegt. Der Microsoft-Mitbegründer unterzeichnete am Mittwoch eine Absichtserklärung mit der EU-Kommission zur Einrichtung des Fonds im Umfang von 100 Millionen Euro.

Der gemeinsame Topf soll innovative europäische Unternehmen dabei unterstützen, neue Technologien zu "entwickeln und zu vermarkten", erklärte die Kommission. Der Fonds sei der "erste dieser Art" und in einem Rekordtempo aufgelegt worden, erklärte die Kommission. Profitieren sollen von dem Geld Bereiche wie die Energiespeicherung und -produktion sowie der Verkehrssektor. Der Fonds soll Breakthrough Energy Europe (BEE) heißen und im kommenden Jahr starten. Gespeist wird er jeweils zur Hälfte von Gates und aus EU-Mitteln.

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Für Biomasse wird es eng

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Wien, 17.10.2018
Weil die Fördertarife auslaufen, droht mehr als der Hälfte der 240 heimischen Hackschnitzelwerke das Aus. Man könne nicht bis zum neuen Energiegesetz 2020 warten, warnt die Branche.
 
Als bald nach der Jahrtausendwende die Ökostromtarife in Österreich fixiert wurden, war das heutige Schlagwort von der Energiewende noch kein großes Thema. Die Stromerzeugung aus Wind und Sonne steckte auch noch in den Kinderschuhen. Nur die Wasserkraft (auch in Kleinkraftwerken) hatte Tradition, dank der Förderungen wuchsen in der Folge die Biomassewerke rasch und zahlreich. Das war den großen Energieversorgern, die vor allem große Wasser- und Gaskraftwerke sowie die letzten Kohleöfen betrieben, zwar ein Dorn im Auge, aber die mächtige Agrarlobby setzte sich durch.

Heute sind die Windräder, die vor allem im Osten Österreichs stehen, der weitaus größte Faktor beim geförderten Ökostrom: Rund fünf Mal so viel Strom wird aus Wind erzeugt wie aus fester Biomasse, also dem minderwertigen Holz und Holzabfall – konkret waren es laut der Regulierungsbehörde E-Control im Vorjahr 10,5 gegenüber 2,0 Terawattstunden (Milliarden kWh). Beim Stützungsvolumen, das auch die Stromkunden finanzieren, gingen an die Windkraftbetreiber rund 400 der insgesamt 800 Fördermillionen, auf die Biomasse entfielen rund 200 Mill. Euro.

Die ÖVP-FPÖ-Regierung hat sich in ihrer Klima- und Energiestrategie bis 2030 große Ausbauziele bei der Erzeugung von Strom und Wärme aus erneuerbaren Quellen gesetzt und sich auch klar zur Biomasse bekannt. Nicht nur hier zeigte sich die Handschrift von Josef Plank, dem früheren Obmann des Biomasseverbands, der nun als Generalsekretär im Ressort der zuständigen Ministerin Elisabeth Köstinger an einer Schaltstelle sitzt.

Vor diesem Hintergrund wiesenam Dienstag mehrere Vertreter der Biomassebranche auf die schwierige Lage bei den Holzkraftwerken hin. Da die Laufzeit der geförderten Ökostromtarife mit 13 Jahren beschränkt ist, fielen einzelne Hackschnitzelwerke bereits aus dem Förderregime. Bis zu zehn Anlagen hätten deshalb seit Ende 2016 schon zugesperrt, sagte Franz Titschenbacher, der neue Obmann des Biomasseverbands. In Salzburg zum Beispiel speist das Hackschnitzelwerk Großarl seit April keinen Strom mehr ins Netz ein, in Tamsweg wurde die Stromerzeugung aus Biomasse Ende Juni abgeschaltet. Für jedes zugesperrte Holzkraftwerk müsse entweder neu gebaut, Strom aus fossilen Energiequellen produziert oder importiert werden. Laut Biomasseverband fallen nächstes Jahr 140 der insgesamt 240 Anlagen in Österreich aus dem geförderten Tarif. Daher brauche es „möglichst bald eine Übergangslösung“, fordert Titschenbacher, denn man könne nicht auf das neue Gesetz warten, das nach den Plänen der Regierung ab 2020 gelten soll.
 
Die Eckpunkte für dieses Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz hat Köstinger bis Jahresende 2018 in Aussicht gestellt. Daran habe sich nichts geändert, sagte ein Sprecher der Ministerin am Dienstag. „Natürlich geht es auch um die Übergangsregelungen“, wurde betont, mehr könne aber derzeit noch nicht gesagt werden, denn ein Lösungsvorschlag liege noch nicht auf dem Tisch.

Auch Bauernbund-Präsident Georg Strasser wirft sich für die Biomasse in die Bresche: „Wir müssen die Energiewende stärker vorantreiben, denn nur die Stromproduktion aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse kann das Ziel sein.“ Österreich müsse auf alle zur Verfügung stehenden erneuerbaren Energiequellen setzen.

Der Geschäftsführer des Biomasse-Kesselherstellers Polytechnik, Lukas Schirnhofer, empfahl der Politik, beim neuen Ökostromgesetz die Papierindustrie ins Boot zu holen. Die Papierindustrie kritisiert regelmäßig die Verbrennung des Rohstoffs Holz ohne vorherige Erzeugung anderer Produkte als unwirtschaftlich. Die unklare Zukunft des Ökostromförderregimes gefährde längerfristig auch die Technologieführerschaft der österreichischen Anlagenbauer bei Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Es gehe hier nicht nur um rund 1000 Arbeitsplätze in diesen Unternehmen, sondern auch um die vielen Jobs (rund 6400 Vollzeitäquivalente) in den heimischen Holzkraftwerken, so Schirnhofer laut APA.
 
 
von Gerald Stoiber 
Salzburger Nachrichten am 17.10.2018, S. 13
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Wie man eine E-Auto-Batterie außerhalb des Fahrzeugs verwendet

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Dornbirn, 17.10.2018
Vorarlberger Forscher untersuchten, wie man eine Zweitnutzung von Batterien aus Elektrofahrzeugen organisieren könnte
 
Ähnlich Pumpspeicherkraftwerken könnte in Zukunft ein Netz aus Batteriespeichern Verbrauchsspitzen im Stromnetz abdecken. Automatisiert betrieben, könnten sie sich aufladen, wenn Strom im Überschuss vorhanden und der Preis niedrig ist, und im umgekehrten Fall Energie zur Verfügung stellen. Mit dem Aufkommen der Elektromobilität entstand auch die Idee, ausgemusterte Batterien aus E-Autos – sie werden üblicherweise getauscht, wenn die Kapazität auf 70 bis 80 Prozent des Ursprungswertes sinkt – für derartige Speicherzwecke zu verwenden.
 
Doch ist das tatsächlich praktikabel? Im Josef-Ressel-Zentrum für angewandtes wissenschaftliches Rechnen in Energie, Finanzwirtschaft und Logistik wurde erprobt, wie aufwendig es ist, die Batterien umzurüsten. In diesem Rahmen hat Bernhard Fäßler seine Dissertation verfasst, betreut von der Partneruniversität Agder in Norwegen, wo er nun auch arbeitet. Dem Testspeicher, den der Forscher im Klimafonds-Projekt „Smart City Rheintal“ gebaut hat, lag die Batterietechnik des norwegischen Autos Think City zugrunde, das zwischen 2007 und 2011 hergestellt wurde.

Die Funktionsweise eines Fahrzeugakkus wird durch ein Batteriemanagementsystem sichergestellt. „Durch die Ausrichtung auf eine mobile Anwendung beinhalten diese Systeme viele Sicherheitsfeatures“, erklärt Fäßler. Die Managementsysteme beinhalten etwa strikte Schutzmechanismen gegen Überladung. Ihre Funktion ist davon abhängig, dass sie kontinuierlich Signale vom Fahrzeug bekommen, die zeigen, dass es tatsächlich in Betrieb ist. „Möchte man die Batterie unabhängig davon betreiben, muss man einen Weg finden, die Sicherheitsmechanismen zu umgehen“, betont der Forscher. Was sich als keine leichte Aufgabe herausgestellt hat.

Fäßler brachte eine eigens adaptierte Hardware in sein Speichersystem ein. Er schrieb Algorithmen, die dem System eine Fahrzeugsteuerung vorgaukelten und die den Betrieb auf ein anreizbasiertes System hin optimierten. Für den Forscher bestand die Entwicklung aus viel „Blackbox-Engineering“ und war also davon geprägt, dass die genauen Spezifikationen des Systems im Vorhinein unbekannt waren.

Müsste man jedes Batteriemodell für eine Zweitnutzung auf diese Art bearbeiten, wäre das kaum lohnend. „Jeder Zelltyp hat andere Sicherheitsvorgaben und eigene Spezifikationen“, betont Fäßler. In seinem Projekt arbeitete er mit Natrium-Nickelchlorid-Batterien, die im Think City verbaut waren. Neuere Lithium-Ionen-Akkus wären einfacher zerlegbar, die Managementsysteme wurden aber komplexer.

Der Forscher kritisiert, dass Fahrzeughersteller mit Daten zu Zellchemie und Management zurückhaltend sind. Er schlägt vor, dass bereits sie eine Wiederverwertung in stationären Anwendungen vorsehen sollten. Gegebenenfalls könnte damit auch ein neues Geschäftsmodell für die Branche entstehen.
 
Der Standard am 17.10.2018, S. 14
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Vom Hype zum Trend

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Wien, 17.10.2018
Zahlreiche Förderungen sollen den Status der E-Autos als Zukunftsmodell festigen. Dabei gäbe es zahlreiche Alternativen.
 
Ob es sich bei den E-Autos bereits um einen Trend handelt, ist noch nicht ganz sicher, ein Hype hat sich auf jeden Fall um sie entwickelt. Für eine Antriebsart, die – inklusive Hybridautos – nicht einmal ein Prozent aller Pkw antreibt, ist das nicht schlecht. Doch der Hype ist nicht nur bei Medien und Autoherstellern groß, auch die Politik ist schon aufgesprungen.

Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) sagt: „Das Elektroauto wird in Zukunft auch in Österreich eine ganz, ganz wichtige Rolle einnehmen.“ Aktuell wird dem Durchbruch der E-Autos Schritt für Schritt der Boden bereitet. Im gesamten Land schießen mit finanzieller Hilfe der öffentlichen Hand Ladestationen aus dem Boden, maßgeblich befördert von den Landesenergieversorgern, die sich überwiegend im Eigentum der Bundesländer befinden.

Ob sich die E-Autos tatsächlich durchsetzen, ist freilich noch nicht gesagt. „Es wird sehr viel von den politischen Rahmenbedingungen abhängen. Die Infrastruktur wird eine wichtige Rolle spielen. Das E-Auto wird aber nicht flächendeckend die alleinige Lösung sein“, prophezeit Helmut Eichlseder, Vorstand am Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik an der TU Graz.

Wie in anderen Gesellschaftsbereichen wird auch beim Autoverkehr die Diversität steigen, glaubt Eichlseder: „Die Vielfalt wird größer sein, und sie wird wahrscheinlich sehr lange bleiben.“ Rein batteriebetriebene Fahrzeuge, also das, was heute unter E-Autos verstanden wird, werden hauptsächlich im urbanen Bereich unterwegs sein. Insgesamt rechnet der Wissenschafter bis zum Jahr 2030 mit einem Anteil der E-Autos von 25 Prozent aller neu zugelassenen Pkw. „Ob es sechs Prozent mehr oder fünf weniger sind, kann man heute natürlich nicht sagen.“
 
Höhere Leistungsfähigkeit

Das Beratungsunternehmen Boston Consulting Group kommt in einer Studie für das Jahr 2030 beim weltweiten Marktanteil auf 14 Prozent reine E-Autos und 36 Prozent der Pkw mit Hybridantrieb. Der von Eichlseder betonte Fokus auf den urbanen Bereich hat mit der Speicherung der notwendigen Energie zu tun, im Fall von E-Autos ist das Strom. Zwar werden die Preise für Großbatterien und damit auch für E-Autos weiter purzeln, die Leistungsfähigkeit wird auch steigen, das Laden wird dennoch aber auf absehbare Zeit umständlich bleiben.

Wasserstoff als Alternative

Viel Potenzial sieht Eichlseder, wenn die Parkzeit als Ladezeit verwendet wird. Für die Langstrecke sind aber andere Alternativantriebe vielversprechender.

Etwa Brennstoffzellen mit Wasserstoff, da steht die Entwicklung aber erst relativ am Anfang. „Sie werden auch 2030 noch keine wesentliche Rolle spielen und bis dahin maximal fünf Prozent Marktanteil haben“, erklärt Eichlseder. Denn natürlich müsste auch für Wasserstoff eine Infrastruktur aufgebaut werden. „Das wird seine Zeit dauern“, sagt der Wissenschafter. Aktuell gibt es in Österreich vier Wasserstofftankstellen für die bisher 20 angemeldeten Wasserstoff-Pkw. Dazu kommt, dass die Wasserstoff-Gewinnung sowie die Brennstoffzellen noch nicht wettbewerbsfähig sind.

Förderungen für Gemeinden

Das batteriebetriebene Auto ist da schon einige Schritte weiter. Die Ladeinfrastruktur ist in Österreich schon gut ausgebaut und wird weiter gefördert. Aktuell läuft die Bundesförderung für Ladestationen im Rahmen des 72 Millionen Euro schweren E-Mobilitätspakets. Dabei bekommen Unternehmen zwischen 200 und 10.000 Euro für die Einrichtung einer öffentlichen Ladestation.

Auch die Länder lassen sich beim Ausbau der Ladeinfrastruktur nicht lumpen. Wien möchte bis 2020 eintausend neue E-Ladestationen errichten. Niederösterreich möchte bis zu diesem Jahr einen Anteil von fünf Prozent an E-Autos haben und fördert dafür Private, Betriebe und Gemeinden beim Autokauf und bei der Installierung von Ladeinfrastruktur.

Besonders generös sind die westlichen Bundesländer. Tirol fördert E-Ladestationen bei Tourismus- und Freizeiteinrichtungen sowie Einkaufszentren mit bis zu 5000 Euro, Vorarlberg subventioniert Gemeinden die Errichtung von Ladestationen sogar mit bis zu 7000 Euro. Salzburg wiederum möchte mittels einer Drittelfinanzierung von Land, der Salzburg AG und Gemeinden jede Kommune des Bundeslandes mit zumindest einer Ladestation versorgen.

Einer anderen Antriebstechnologie, die schon länger auf dem Markt ist, haben die E-Autos inzwischen den Rang abgelaufen: Erdgasautos. In Österreich gibt es gegenwärtig nur rund 5000 solcher Fahrzeuge, wobei Hybridvarianten hier eingerechnet sind. Das sind nur etwas mehr als 0,1 Prozent aller Pkw.

Dieses Schattendasein fristen die Erdgasautos nicht ganz zu Recht, findet TU-Graz-Forscher Helmut Eichlseder: „Erdgas ist eine sehr reizvolle Übergangsvariante, vor allem, wenn man es aus regenerativer Energie bereitstellt.“ Damit ist Biogas gemeint, also Erdgas aus nachwachsenden Rohstoffen oder deren Abfällen. „Es ist eine unterschätzte Technologie, weil der Gesetzgeber per Definition sagt, Strom ist CO 2 -emissionsfrei“, erklärt Eichlseder. Was mit Blick auf die Stromproduktion aber nicht zwangsläufig stimmt.
 
Erdgas wächst nur langsam

Dennoch sind die Bestandszahlen bei reinen Erdgasautos seit 2015 rückläufig. Erdgas-Hybridautos weisen zwar leichte Zuwächse auf, bei weitem jedoch nicht auf dem Niveau der E-Autos. Was jedenfalls absehbar ist: Das Ziel für das Jahr 2020 – resultierend aus der Energiestrategie 2010 – mit mehr als 200.000 Erdgasautos wird sich ziemlich sicher nicht ausgehen. Dabei wird auch diese Antriebsart von Bund und Ländern gefördert. Zwar nicht so stark wie E-Autos, allerdings sind Erdgasfahrzeuge in der Anschaffung billiger als ihre strombetriebenen Kollegen.

Mit 160 Tankstellen mit Erdgas-Zapfsäule in ganz Österreich ist die Infrastruktur für diesen Kraftstoff allerdings noch deutlich dürftiger als für Strom, für den es aktuell österreichweit 932 Ladestationen gibt. Gerade in abgelegeneren Regionen ist die Versorgung mit Erdgas-Tankstellen dünn. Zum Vergleich: Die Zahl herkömmlicher Tankstellen für Benzin und Diesel betrug Ende 2017 in ganz Österreich 2685. Aufgrund der vielfältigen Förderung für Elektroautos wird, im Gegensatz zu den Erdgas-Autos, aus dem E-Hype vielleicht aber doch noch einmal ein Trend.

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Wiener Zeitung am 17.10.2018, S. 12
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Ruf nach Übergangslösung für Biomasse-Kraftwerke

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17.10.2018

Einspeisetarife. Die Förderungen für Biomassekraftwerke laufen nach 13 Jahren aus. Bis Ende des nächsten Jahres werden etwa zwei Drittel der Anlagen keine garantierten Einspeisetarife mehr bekommen. Wegen der immer noch niedrigen Strompreise haben bereits an die zehn Anlagen zugesperrt. Bis zur umfassenden Neuregelung der erneuerbaren Energieträger im Jahr 2020 wollen die Betreiber von Biomasseanlagen eine Übergangslösung.


Es werden auch weiterhin Subventionen für Biomasseanlagen notwendig ein, weil die garantierten Einspeisetarife deutlich über dem Marktpreis für Strom liegen. Das gilt auch für andere erneuerbare Energieträger.


Der Präsident des Biomasse-Verbandes, Franz Titschenbacher, nannte mehrere Gründe, warum man auf Biomasse nicht verzichten soll. Während die Energieausbeute bei Wind- und Sonnenergie vom Wetter abhängt, sei dies bei Biomasseanlagen nicht der Fall. "In der Winterzeit, wo wir am meisten Strom benötigen, sind wir in hohem Maße auf die fossile Stromerzeugung aus Kohle- und Erdgaskraftwerken im In- und Ausland angewiesen." Außerdem steige die Menge an Schadholz, das von der Papierindustrie nicht verarbeitet werden kann.
 

Kurier am 17.10.2018, S. 9
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Deutschland will Bau neuer Stromleitungen beschleunigen

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München, 17.10.2018

Die deutsche Regierung will den Ausbau der Stromnetze beschleunigen und dafür wirksamere Maßnahmen gegen Verzögerungen auf den Weg bringen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf einen Gesetzesentwurf des Wirtschaftsministeriums berichtete, sollen Leitungen entlang bestehender Trassen künftig schneller geplant werden können.

Auch bei Stromleitungen, die neben Straßen oder Bahntrassen gebaut werden, könnten Planungsschritte entfallen. Parallel dazu solle die zuständige Behörde, die Bundesnetzagentur, künftig fortlaufend prüfen, ob es bei Leitungsvorhaben Verzögerungen gibt, berichtete die Zeitung weiter. Verhinderten Grundstückseigentümer Vorarbeiten, drohten Bußgelder. Für Netzbetreiber, die Planungen hinauszögern, sollen die Zwangsgelder demnach auf bis zu zehn Millionen Euro erhöht werden.

Ziel sei dem Entwurf zufolge "eine weitere Beschleunigung des Ausbaus und der Optimierung der Stromnetze". Dies sei auch in Hinblick auf wachsende Anteile erneuerbarer Energien nötig. Die Koalition strebt einen Ökostrom-Anteil von 65 Prozent bis 2030 an. Bei den großen Stromautobahnen soll es deshalb auch möglich werden, "Leerrohre" zu verlegen, durch die nachträglich Kabel gezogen werden können. Für den Südost-Link, der aus dem Raum Magdeburg nach Landshut führen soll, solle dies verpflichtend werden.

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RWE-Chef würde bei abruptem Kohleausstieg klagen

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Düsseldorf, 17.10.2018

Wenige Wochen vor der erwarteten Entscheidung der Kohlekommission für einen Ausstieg aus der Verstromung des Brennstoffs haut RWE-Chef Rolf Martin Schmitz auf den Tisch: "Sollte die Politik so einen abrupten Ausstieg beschließen, würde ich geltend machen, was man uns da antut", sagte der Manager in einem am Mittwoch im Voraus veröffentlichten Interview der "Zeit".

"Die Unternehmen würden enteignet - wie bei der Kernenergie. Und man müsste sie dafür entschädigen." Er glaube aber, dass man andere Losungen finden könne, um sich zu verständigen.

RWE steht seit Jahren wegen seiner Braunkohlekraftwerke in der Kritik von Umweltschützern. Eine von der Regierung eingesetzte Kommission soll bis Ende des Jahres einen verbindlichen Fahrplan für einen Ausstieg aus der Kohleverstromung vorlegen. Einige Experten rechnen damit, dass es bereits vor der Weltklimakonferenz Anfang Dezember in Polen eine Empfehlung der Kommission geben wird. Die Mitglieder der Kommission werden am 24. Oktober im Rheinischen Revier erwartet, nachdem sie sich in der vergangenen Woche ein Bild von der Kohleregion in der Lausitz gemacht hatten.

RWE ist bereits durch den gerichtlich verfügten Rodungsstopp im Hambacher Forst unter Druck. Auf die Frage, was es für die RWE-Angestellten bedeuten würde, wenn es im Hambacher Tagebau nicht mehr weitergehe, antwortete Schmitz: "An dem Tagebau hängen Kraftwerke und Veredlungsbetriebe und damit insgesamt 4600 Menschen, die Hälfte unserer Mitarbeiter in der Braunkohle. Die würden ihre Jobs verlieren."

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LNG Stade beantragt Fördermittel für Flüssigerdgas-Terminal

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Berlin, 17.10.2018

In Deutschland haben die Planer des Terminals für Flüssigerdgas-Importe (LNG) in Stade beim Bund Fördermittel für das Großprojekt beantragt. Das Terminal soll stufenweise ausgebaut werden und könnte von Ende 2020 an deutsche Häfen und Tankstellen mit LNG versorgen, sagte der Geschäftsführer der LNG Stade GmbH, Manfred Schubert.

"In der finalen Ausbaustufe soll das LNG-Terminal in Stade dazu beitragen, bis zu 15 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs zu decken."

Die deutsche Regierung wies darauf hin, dass die Errichtung neuer Infrastruktur für den Transport von Erdgas eine privatwirtschaftliche Entscheidung sei. Zur Finanzierung von Projekten seien die verschiedenen Unterstützungsangebote und Programme der öffentlichen Hand grundsätzlich auch für alle Unternehmen offen, soweit diese die jeweiligen Antragsvoraussetzungen erfüllten, wie es in einem der dpa vorliegenden Bericht des Berliner Wirtschaftsministeriums hieß.

Der parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), bezeichnete Stade als "außerordentlich geeigneten Kandidaten im Rennen" um den Bau des ersten LNG-Terminals in Deutschland. Außer in Stade nahe Hamburg laufen auch in Wilhelmshaven, in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) und in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) Vorbereitungen für ein Terminal. "Die Bundesregierung gibt die Standortentscheidung den Unternehmen nicht vor. Somit könnten auch mehrere LNG-Terminals entstehen", heißt es weiter in dem Bericht, der am Mittwoch auch Thema im Wirtschaftsausschuss des Bundestages sein soll.

LNG Stade kooperiert mit dem Dow-Werk in Stade, das zum US-Konzern Dow Chemical gehört. US-Botschafter Richard Grenell, der in Berlin bei der Antragsübergabe dabei war, betonte das Interesse der USA am Ausbau von LNG-Lieferungen nach Europa: "Damit schaffen wir Arbeitsplätze und vertiefen die transatlantischen Beziehungen, während wir gleichzeitig Deutschland helfen, seine Energiequellen zu diversifizieren." EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte größere Erdgas-Importe aus den USA zugesagt, um US-Präsident Donald Trump im Handelsstreit zu besänftigen.

In Stade sind für die erste Ausbaustufe - mit einer Kapazität von 4 Milliarden Kubikmeter LNG - Investitionen von 400 bis 500 Mio. Euro veranschlagt. In zwei weiteren Stufen könnte das Volumen auf bis zu 12 Milliarden Kubikmeter hochgefahren werden. Aus Sicht der deutschen Regierung kann LNG bei der Erreichung der nationalen, europäischen und im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens vereinbarten Klimaziele einen Beitrag leisten.

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BDI: Auf Alternativen zu E-Autos nicht vergessen

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Berlin, 17.10.2018

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, hat bei der Weichenstellung für den Verkehr der Zukunft vor einer einseitigen Fokussierung auf Elektromobilität gewarnt. Bei den Bemühungen um weniger klimaschädliche Treibhausgas-Emissionen bleibe die Optimierung der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren wichtig, mahnte er am Mittwoch auf einem Kongress in Berlin.

"Ich habe die Angst, dass wir uns diese Investitionen und Forschung zur Effizienzsteigerungen nicht mehr leisten wollen. Das wäre massiv kontraproduktiv." Es sei fraglich, dass batteriebetriebene Elektromobilität die einzige Alternative zum Verbrennungsmotor sei: "Wir sollten ergebnisoffen forschen."

Er mahnte die Politik zugleich, mehr Anstrengungen beim Aufbau einer Ladeinfrastruktur für Elektroautos zu unternehmen: "Mit marktwirtschaftlichen Mitteln allein wird sich das nicht einstellen."

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Neubau des Kampkraftwerks "Nagelprobe" für Umweltgesetze

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Wien, 17.10.2018

Der geplante Abriss und Neubau des EVN-Kampkraftwerks Rosenburg in einem Natura 2000-Schutzgebiet sei eine "Nagelprobe" dafür, ob Umweltgesetze noch ernst genommen werden, kritisierten am Mittwoch zahlreiche NGOs bei einer Pressekonferenz in Wien. "Hier geht es um ein echtes Stück Wildnis - und das gibt es in Österreich nicht mehr oft."

Mithilfe des derzeitigen Wehrs werden pro Jahr etwa 4,2 GWh pro Jahr erzeugt. Diese Leistung soll sich durch eine um 1,6 Meter höhere Kraftwerksmauer und eine Ausbaggerung auf eineinhalb Kilometern Länge danach, um eine größere Fallhöhe zu erreichen, verdoppeln. Diese Angaben werden von den Umweltschützern aufgrund der vermehrten Trockenphasen bezweifelt, zudem beklagen sie die Vernichtung der Naturlandschaft im Unterlauf des Kamp durch die Vertiefung sowie den vergrößerten Stausee oberhalb. Eine Fläche von acht Fußballfeldern an Auwald und Flusslandschaft würden vernichtet.

"Es gibt die EU und entsprechende EU-Gesetze, die einzuhalten sind, auch wenn so manche österreichische Politiker davon überrascht sein dürften", meinte der Anwalt Josef Unterweger, der von den Umweltschützern mit der Causa beauftragt wurde. Das Projekt sei mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie und der Flora- und Fauna-Habitatrichtlinie nicht zu vereinbaren. Der Jurist kritisierte zudem, dass der Projektant sich im Eigentum des Landes Niederösterreich befindet, das die Gutachter bestellt und dann auch noch entscheidet, ob diese gut gearbeitet haben.

"Ich habe den Eindruck, dieses Projekt ist nur dazu da, um zu zeigen, dass man sich um EU-Recht, Umweltschutz und Naturschutz nicht mehr kümmern muss", sagte Unterweger. "Man will den Leuten nur zeigen, dass alles geht." Und falls das Standort-Entwicklungsgesetz schon in Kraft wäre, wären am Kamp bereits die Bagger aufgefahren, weil die EVN länger als ein Jahr gebraucht habe, um alle Unterlagen an die Behörde zu übermitteln. Nicht von den NGOs, sondern von den Projektbetreibern würden die Verfahren oft in die Länge gezogen.

Das Projekt ist nach Ansicht von Clemens Feigel von der Bürgerinitiative Lebendiger Kamp völlig unnötig: Mit dem zusätzlichen Strom ließen sich bestenfalls 1.200 Haushalte versorgen, was gerade der halben Leistung eines Windkraftwerks entspräche. Dabei wären nur zehn Prozent der heimischen Flüsse nicht verbaut, bemängelte Ulrich Eichelmann von Riverwatch.

Sollte das Projekt trotz aller Bedenken genehmigt werden, würde eine "Rote Linie" überschritten, gaben sich die NGOs zum Abschluss kämpferisch. "Wir werden den Kamp massiv verteidigen", kündigte Feigel an. Der Geist von Hainburg wurde von den Aktivisten beschworen, die rasch das Motto "Campi im Kampi" parat hatten.

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Deutschland konkretisiert Pläne für schnelleren Netz-Ausbau

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Berlin, 17.10.2018

Das deutsche Wirtschaftsministerium hat Pläne für einen schnelleren Ausbau der Stromnetze im Zuge der Energiewende konkretisiert. Kernpunkte eines Gesetzentwurfs sind einfachere und beschleunigte Genehmigungsverfahren für den Bau von Stromtrassen und die Optimierung von Stromleitungen. Die verschiedenen Planungsschritte sollen besser verzahnt werden.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte bereits angekündigt, den derzeit stockenden Ausbau der Stromnetze beschleunigen zu wollen. Konkret geht es darum, dass künftig Stromleitungen entlang bereits bestehender Trassen schneller geplant werden können. Auch das Monitoring soll besser werden - also die Überprüfung, ob es Verzögerungen gibt. Für Netzbetreiber, die Planungen hinauszögern, sollen Zwangsgelder auf bis zu zehn Mio. Euro erhöht werden. Der Gesetzentwurf soll im Dezember im Kabinett verabschiedet werden.

Laut Bundesnetzagentur sind von erforderlichen 7.700 Kilometern derzeit 1.750 Kilometer genehmigt und nur 950 realisiert. Vor allem um mehr Windstrom von der Küste in den Süden Deutschlands zu den großen Industriezentren zu bringen, braucht es mehr Leitungen. An vielen Orten gibt es Proteste von Bürgerinitiativen gegen den Bau neuer, höherer Strommasten.

Der Koalitionspartner SPD kündigte an, der Entwurf werde "auf Herz und Nieren" geprüft. Der SPD-Politiker Johann Saathoff sagte, der Vorschlag dürfe nicht dazu führen, dass die Akzeptanz für die Energiewende schwinde.

Kritik kam von der Opposition. Der Linke-Politiker Klaus Ernst sagte: "Neben einem schnelleren Netzausbau brauchen wir ein besseres EEG, das zum Beispiel Energiespeicherlösungen vernünftig berücksichtigt und den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien nicht mehr verhindert." Der FDP-Politiker Martin Neumann kritisierte ein mangelndes Management der Energiewende. Die Grünen-Politikerin Ingrid Nestele forderte mehr Planungssicherheit und Verlässlichkeit in der Energiepolitik.