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Ölpreise gesunken

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Singapur, 14.12.2018

Die Ölpreise sind am Freitag gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete in der Früh 60,95 US-Dollar (53,60 Euro). Das waren 50 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 31 Cent auf 52,27 Dollar.

Auch zum Wochenschluss zeigte sich am Ölmarkt die Skepsis der Anleger zur Wirksamkeit der beschlossenen Kürzung der Fördermenge durch wichtige Ölstaaten. Die in der sogenannten "OPEC+" zusammengefassten Förderländer hatten sich in der vergangenen Woche nach langen Verhandlungen zu dieser Maßnahme durchgerungen. Zuletzt hatte sich die Unsicherheit wegen der rekordhohen Ölproduktion in den USA weiter verstärkt.

Im Handelsverlauf dürfte daher die Ölförderung in den USA stärker in den Fokus rücken. Am Abend werden neue Daten zur Anzahl der aktiven Bohrlöcher in den USA veröffentlicht. Zuletzt hatte sich die Zahl der Förderanlagen vergleichsweise stabil auf einem hohen Niveau gehalten.

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Noch kein Ende des Klimagipfels in Sicht

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Katowice (Kattowitz), 14.12.2018

Das Finale der UN-Klimakonferenz in Katowice ist am Freitag gegen 3.00 Uhr vom polnischen COP-Vorsitz mit der Vorlage eines Textentwurfs eingeleitet worden, die weiteren Verhandlungen könnten bis Samstag andauern. Das Papier enthält ungelöste Fragen, für Global 2000 handelt es sich um einen "Kompromisstext", der verbessert werden muss. "Viel zu schwach" lautete die Einschätzung von Greenpeace.

Aus Verhandlungskreisen wurden weiterhin bestehende Probleme bei den Transparenzregeln im "Rulebook" bekannt, es gibt etwa keine Einigkeit darüber, wie die nationalen Zusagen ("Nationally Determined Contributions", NDCs) zur Begrenzung der Erderwärmung überprüft werden sollen. Auch beim Thema "Loss and Damage", ein ständiger Streitpunkt bei den Klimakonferenzen, wurde kein großer Wurf erzielt. Diese Bezeichnung für Zahlungen der Industriestaaten als Entschädigung für bereits eingetretene Klimaschäden an die Entwicklungsländer sollte im Abschlusstext verankert werden, doch wie es aus informierten Kreisen hieß, werde dies - vor allem auf Drängen der USA - wohl nur in Form einer Fußnote geschehen.

Harjeet Singh von Actionaid International bezeichnete die Angebote der Industriestaaten im Bereich "Loss and Damage" als "grausamen Witz". Im Entwurfstext fehle auch eine klare Festlegung, wie die zugesagten 100 Milliarden Dollar pro Jahr aus öffentlichen und privaten Mitteln ab 2020 ausgezahlt werden, und welche Transfers dabei mitzählen. Dass hier auch Kredite und Garantien Geltung finden, sei unfair.

Der Textentwurf sei inhaltlich weit davon entfernt, eine Ambition beim Klimaschutz zu liefern, sagte der Klimaexperte von Greenpeace, Adam Pawloff, gegenüber der APA und sei daher "viel zu schwach" und lasse vieles offen. Das trifft auch auf den Umgang mit dem jüngsten Bericht des Weltklimarats IPCC zu: Der Vorschlag der polnischen Präsidentschaft sehe zwar eine Erwähnung des Berichts vor, nach derzeitigem Stand werden daraus aber keinerlei Konsequenzen gezogen, hieß es von Global 2000. Der aktuelle Entwurf trage der Dramatik der Situation in keiner Weise Rechnung. "Wir fordern die EU und Österreichs Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) in ihrer Funktion als EU-Ratspräsidentin auf, jetzt entschlossen für mehr Ambition zu kämpfen", erklärte Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000.

Die am 2. Dezember gestartete UN-Klimakonferenz sollte offiziell am Freitag offiziell zu Ende gehen, Hauptaufgabe ist es, dass sich die 196 Länder auf das "Rulebook" einigen, an seit 2016 gearbeitet wird. Mit diesem Regelwerk soll das Pariser Abkommen von 2015 in die Tat umgesetzt werden und somit eine Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erreicht werden. Auf der COP24 muss auch geklärt werden, ab wann diese Regeln gelten sollen. Auch diese Frage schien am Freitag aber noch ohne Antwort, wie auch jene, ob die Anwendung des "Rulebooks" erst einmal nur für die Industrieländer vorgesehen ist. Eine lange Nacht mit offenem Ausgang steht den Verhandlern in Polen daher wohl bevor.

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Auto-Neuzulassungen in der EU sanken dritten Monat in Folge

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Brüssel, 14.12.2018

Der europäische Automarkt verliert weiter an Fahrt. Im November sank die Nachfrage in der Europäischen Union den dritten Monat in Folge. Der Branchenverband Acea machte wie in den Monaten zuvor die neuen EU-Abgasregeln für den Rückgang verantwortlich. Die Zahl der Zulassungen in den EU-Ländern sank im November um 8 Prozent auf rund 1,12 Millionen, wie Acea am Freitag mitteilte.

Innerhalb der EU ging in Österreich die Nachfrage mit 20,1 Prozent nach Schweden mit 20,5 Prozent am stärksten zurück. Von Jänner bis November betrug das österreichische Minus 1,8 Prozent.

Die Nachfrage ging auch in allen fünf Hauptmärkten - Deutschland (-9,9 Prozent), Frankreich (-4,7 Prozent), Italien (-6,3 Prozent), Spanien (-12,6 Prozent) und Großbritannien (-3,0 Prozent) - zurück. In den ersten elf Monaten des Jahres schmolz der Anstieg der Neuzulassungen damit weiter: Das Plus lag nur noch bei 0,8 Prozent, die Zahl der Fahrzeuge bei knapp 14,2 Millionen.

Bei den großen Herstellern erzielten nur Daimler mit 3,3 Prozent und Toyota mit 3,8 Prozent im November Zuwächse. Die übrigen deutschen Hersteller mussten Federn lassen. So sanken die Neuzulassungen bei der Volkswagen-Gruppe um knapp 11 Prozent und die bei BMW um 2,8 Prozent. Die zum PSA-Konzern gehörende Marke Opel verzeichnete zusammen mit Vauxhall ein Minus von 7,7 Prozent; der gesamte PSA-Konzern einen Rückgang von 5,8 Prozent. Auch Renault, FiatChrysler und Ford mussten bei den Neuzulassungen Abstriche machen. Zweistellige Zuwächse erzielte hingegen die Marke Volvo.

Seit dem 1. September dürfen nur Autos verkauft werden, für die eine Zulassung nach dem neuen Messerverfahren WLTP vorliegt. Vor diesem Hintergrund kommt es bei Autoherstellern derzeit immer noch zu Einschränkungen beim Angebot an Neuwagen. Bei WLTP geht es um eine bessere Abbildung des tatsächlichen Verbrauchs sowie der Schadstoff- und CO2-Emissionen.

"Die WLTP-Verwerfungen erweisen sich als hartnäckiger als zunächst erwartet", kommentierte die Unternehmensberatung EY. "Die nach wie vor bestehenden Lieferengpässe werden wohl dazu führen, dass der EU-Neuwagenmarkt in diesem Jahr allenfalls noch minimal wachsen wird".

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Nachtsitzung der Minister vor Abschluss des Weltklimagipfels

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Katowice (Kattowitz), 14.12.2018

Vor dem geplanten Ende der UN-Klimakonferenz in Polen am Freitag haben Unterhändler und Minister bis in die Nacht über Textentwürfe beraten. Bis kurz vor Schluss waren zentrale Streitpunkte noch ungelöst. Die polnische Präsidentschaft der Konferenz in Kattowice, zu der mehr als 30.000 Teilnehmer und Beobachter angereist sind, hatte zuletzt eine Verlängerung ins Spiel gebracht.

Das Treffen der 196 Staaten und der EU läuft seit knapp zwei Wochen. Ziel ist unter anderem ein Regelwerk für die praktische Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015. Damals wurde vereinbart, dass die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzt werden soll, möglichst sogar auf 1,5 Grad. Die zugesagten Maßnahmen der Staaten reichen dafür bei weitem nicht aus.

Ein Konflikt auf der Konferenz ist, dass die ärmeren und vom Klimawandel besonders betroffenen Staaten verlässliche und längerfristige Finanzzusagen wollen. Zudem fordern sie eine öffentlich sichtbare Anerkennung der Schäden, die Klimawandel-Folgen wie Hitze, Dürre oder Überschwemmungen anrichten. Gestritten wird auch um ein klares Bekenntnis zum 1,5-Grad-Ziel, das ein radikales Umsteuern erfordern würde.

Der deutsche Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber beklagte die Tatenlosigkeit vieler Staaten im Kampf gegen die Erderhitzung. "Das Defizit ist irrsinnig. Kaum ein Staat tut genug. Wir fahren diesen Planeten gerade an die Wand", sagte der Gründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Bezahlen dafür würden die jungen Leute, speziell in den verletzlichsten Gesellschaften weltweit. "Jungen Leuten, die ich treffe, sage ich: Eure Zukunft wird euch gerade gestohlen - seid ihr nicht zornig, seid ihr nicht ärgerlich?"

Schellnhuber zweifelt auch daran, ob die großen jährlichen UN-Konferenzen noch Sinn ergeben. Denn in Richtung einer Senkung der Treibhausgas-Emissionen sei viel zu wenig geschehen. "Das Format der Klimakonferenzen läuft sich möglicherweise tot", bilanzierte er.

Eine Protestaktion mit dem Motto "Schulstreik fürs Klima" der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg wollen an diesem Freitag auch deutsche Schüler folgen. Statt zur Schule zu gehen protestiert die 15-Jährige seit Monaten immer freitags gegen den Klimawandel. Zum Endspurt der UN-Klimakonferenz rief Thunberg nun zu einem internationalen Schulstreik auf. Proteste waren unter anderem in Berlin, Hamburg, München und Köln geplant.

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Luftschadstoffe beeinflussen Aerosolbildung und damit Klima

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Wien/Innsbruck, 14.12.2018

Luftschadstoffe beeinflussen die Entstehung winziger Teilchen (Aerosole) in der Atmosphäre. Je nach ihrer Mischung können Schadstoffe wie Schwefelsäure und Ammoniak die Aerosolbildung reduzieren oder verstärken, zeigt ein internationales Forscherteam im Fachjournal "Science Advances". Das hat Auswirkungen auf das Klima, da die Partikel Sonnenlicht reflektieren und zur Wolkenbildung beitragen.

Die Bildung neuer Aerosolpartikel ist ein komplizierter Prozess. Forscher haben erst vor kurzem begonnen, diesen auf molekularer Ebene zu verstehen. Zu wichtigen neuen Erkenntnissen verhalf ihnen dabei in den vergangenen Jahren das Experiment CLOUD (Cosmics Leaving Outdoor Droplets) am Europäischen Kernforschungszentrum CERN. In einem 26 Kubikmeter großen Edelstahltank können die Wissenschafter die Bildung von Aerosolpartikel und Wolken unter extrem präzisen kontrollierbaren Bedingungen untersuchen.

Damit Wasserdampf in der Atmosphäre zu Tröpfchen kondensieren kann, sind Kondensationskeime erforderlich. Solche Keime können aus natürlichen Prozessen stammen, etwa winzige Sandkörner, oder von menschlichen Aktivitäten, etwa Rußpartikel. Sie können aber auch aus organischen Gasmolekülen neu gebildet werden. Diese werden hauptsächlich von Nadelbäumen in größeren Mengen emittiert, vor allem in den großflächigen nördlichen (borealen) Nadelwäldern.

Bis vor einiger Zeit dachte man, dass für die Bildung von Kondensationskeimen aus diesen organischen Verbindungen Schwefelsäure unerlässlich ist. Im CLOUD-Experiment wiesen die Wissenschafter aber vor zwei Jahren nach, dass die organischen Verbindungen auch alleine als Geburtshelfer für Kondensationskeime fungieren können.

Nun zeigte das internationale Forscherteam, dem auch Wissenschafter der Universitäten Wien und Innsbruck angehörten, dass in kontinentalen, mäßig belasteten Atmosphären, etwa in borealen Wäldern, Aerosolpartikel am effizientesten gebildet werden, wenn sowohl Schwefelsäure, Ammoniak als auch organische Stoffe gleichzeitig vorhanden sind. Stickoxide hingegen reduzierten die Menge der neu gebildeten Partikel.

Die Ergebnisse helfen zu verstehen, wie sich die Bildung neuer Partikel und die damit verbundenen Auswirkungen auf das Klima verändern, wenn in Zukunft die Luftverschmutzung durch strengere Vorschriften und bessere Abgasreinigung abnimmt, betonen die Wissenschafter in einer Aussendung.

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EVN setzt Investitionskurs fort

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Wien/Maria Enzersdorf, 13.12.2018

Der NÖ-Energieversorger EVN hält an seinem Investitionskurs bei Stromnetzen, Windparks und der Trinkwasserversorgung fest, kritisiert aber den Rahmen für den Erneuerbaren-Ausbau. 2017/18 hat man dank Sonderfaktoren wie schon im Jahr davor mehr verdient, 2018/19 schwenkt man auf ein Normaljahr mit weniger Gewinn ein. Den Rollout der intelligenten Stromzähler (Smart Meter) startet die EVN erst 2020.

In die Netzinfrastruktur in Niederösterreich hat das börsennotierte Unternehmen 2017/18 rund 150 Mio. Euro investiert, hier gehen die Aktivitäten im Hinblick auf volatilere Erzeugung (Erneuerbare) und komplexere Verbrauchsmuster (E-Autos) weiter, hieß es am Donnerstag im Bilanzpressegespräch. Vorangetrieben werden soll auch der geplante Ausbau der Windkraft-Kapazität: Hier erfolgte zuletzt eine Steigerung um 49 auf 318 MW, im neuen Geschäftsjahr sollen 370 MW erreicht sein, mittelfristig 500 MW, sagte Vorstandsdirektor Franz Mittermayer. Daneben verfüge man noch über 306 MW Wasserkraft-Erzeugungskapazität.

Der dritte Schwerpunkt soll beim Ausbau der überregionalen Trinkwassernetze liegen, hier will man bis 2030 rund 165 Mio. Euro investieren; hier erfolgt der Ausbau wegen des erwarteten Bevölkerungsanstiegs im NÖ-Versorgungsgebiet um ein Fünftel bis 2030. Im Ausland engagiert man sich bei Kläranlagen (drei wurden in Mazedonien fertig, eine erweiterte in Prag). In Bahrain zog man im September auch offiziell den Auftrag für die Kapazitätsverdopplung einer Kläranlage auf 1,6 Mio. Einwohner an Land in einem Konsortium (180 Mio. Euro Gesamtauftragswert) erhalten; in Kuwait verhandelt man exklusiv ein Abwasserprojekt, der finale Auftrag wird 2018/19 erwartet.

Die Rahmenbedingungen für die geplante 100-prozentige Deckung des Stromverbrauchs mit Erneuerbaren - bilanziell über ein Jahr gesehen - im Sinne der heimischen Klima- und Energiestrategie (#mission2030) hält das EVN-Management für unzureichend. Die Volatilität im Netz werde zunehmen, es gebe aber zu wenig kalorische Kraftwerke zur Stabilisierung, und auch saisonale Sommer-Winter-Batterien würden noch fehlen. In Deutschland zahle die Bevölkerung im Jahr 22 bis 25 Mrd. Euro für Erneuerbare, in Österreich betrage die Förderung dagegen nur 800 bis 900 Mio. Euro jährlich, kritisierte EVN-Vorstandschef Stefan Szyszkowitz.

Weil die Erzeugung wegen des planmäßig steigenden Angebots an Erneuerbaren Energien immer volatiler werde, sei eine kalorische Stromproduktion für die Regel- und Ausgleichsenergie nötig, um die Netze stabil zu halten, gab der EVN-Chef zu verstehen. Der Kohleblock der EVN in Dürnrohr (NÖ) soll sein "Ende der technischen Verfügbarkeit mit 2025" haben, sagte Szyszkowitz und bezeichnete das Weiterfahren als eine Verantwortung im Hinblick auf die Gefahr eines Blackouts.

Mit der Smart-Meter-Ausrollung bei den Kunden wird die EVN erst im Jahr 2020 beginnen, sagte Szyszkowitz und räumte ein, dass man damit "spät dran" sei. Die Hardware sei vorhanden, es habe aber Probleme mit der Software und der damit verbundenen Sicherheit gegeben, erläuterte Mittermayer: "Ich gehe davon aus, dass wir Ende 2019 mit ersten Tests beginnen können."

Dank günstiger Bewertungseffekte und anderer Sonderfaktoren hat die EVN 2017/18 an den vorjährigen Nettogewinn anschließen können und will gleich viel an die Aktionäre ausschütten, erneut 0,44 Euro je Aktie plus 0,03 Euro/Aktie Sonderbonus. Profitiert hat man etwa von Effekten aus der Bewertung von Absicherungsgeschäften, während das energiewirtschaftliche Umfeld wärmer war. Der Nettogewinn stieg um 1,4 Prozent auf 254,6 Mio. Euro, für 2018/19 geht man von 160 bis 180 Mio. Euro aus, eine Rückkehr zu einem Normaljahr. Das EBITDA sank um 6,9 Prozent auf 671,8 Mio. Euro, das EBIT stieg um 13,3 Prozent auf 392,9 Mio. Euro.

Die Umsatzerlöse sanken um 6,5 Prozent auf 2,073 Mrd. Euro, v.a. wegen einer geringeren Stromvermarktung aus thermischer Produktion. Wegen einer um 16,5 Prozent auf 3.313 Gigawattstunden (GWh) gesunkenen Wärmekraft-Erzeugung ging die gesamte Stromproduktion um 8,8 Prozent auf 5.526 GWh zurück. Die Erneuerbaren-Erzeugung stieg um 5,7 Prozent auf 2.213 GWh. Der Stromverkauf an Endkunden blieb mit 18.413 GWh fast unverändert (-0,7 Prozent). Der Erdgasverkauf an Endkunden kletterte um 9,9 Prozent auf 5.178 GWh. Beim Wärmeverkauf an Endkunden erzielte die EVN einen Zuwachs um 3,2 Prozent auf 2.219 GWh.

Die Mitarbeiterzahl betrug im Schnitt 6.831 (6.840), davon 2.396 (2.368) in Österreich und 4.435 (4.472) im Ausland.

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Energiepreise in Deutschland stark gestiegen

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Berlin, 13.12.2018

Die eingeschränkte Binnenschifffahrt hat die Energiepreise in Deutschland so kräftig steigen lassen wie seit sieben Jahren nicht mehr. Sie erhöhten sich im November um 9,3 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Die wegen der langen Dürre niedrigen Pegelstände behinderten die Binnenschifffahrt und verteuerten so den Transport von Heizöl und Benzin.

Die gefallenen Weltmarktpreise kamen deshalb nicht bei den Verbrauchern an, sagten Ökonomen. Shell musste wegen des Niedrigwassers im Rhein sogar zeitweise die Produktion in den Raffinerien in Godorf und Wesseling zurückfahren.

Durch die kräftig gestiegenen Energiepreise sank die Inflation insgesamt nur leicht: Die Teuerungsrate fiel auf 2,3 Prozent, nachdem im Oktober mit 2,5 Prozent noch ein Zehn-Jahres-Hoch erreicht wurde. Sie bewegt sich damit über der Marke von knapp zwei Prozent, die die EZB in den Euro-Staaten als ideal für die Konjunktur ansieht.

Gedämpft wurde die Teuerung durch Lebensmittel, die nur noch 1,4 Prozent mehr kosteten als im November 2017. Obst verbilligte sich dabei um 4,2 Prozent, Molkereiprodukte und Eier kosteten nur noch 0,5 Prozent mehr. "Hingegen war Gemüse mit plus 9,8 Prozent erheblich teurer als ein Jahr zuvor", erklärten die Statistiker.

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Heizöl- und Spritpreise treiben deutsche Inflation an

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Wiesbaden, 13.12.2018

Angeheizt von teilweise drastisch gestiegenen Energiepreisen hat sich die Inflationsrate in Deutschland auch im November über der Zwei-Prozent-Marke gehalten. Die Verbraucherpreise lagen um 2,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, nach 2,5 Prozent im Oktober, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

Die Behörde mit Sitz in Wiesbaden bestätigte damit vorläufige Angaben. Besonders tief in die Tasche greifen mussten Verbraucher mit Beginn der kälteren Jahreszeit für leichtes Heizöl, das sich rasant um 40,7 Prozent verteuerte. Die Spritpreise stiegen um 15 Prozent.

Ein Grund ist nach Einschätzung von Experten, dass wegen des Niedrigwassers im Rhein die Versorgung per Tankschiff schwieriger geworden ist. Insgesamt verteuerte sich Energie binnen Jahresfrist um 9,3 Prozent. Seit März 2018 habe sich der Preisanstieg kontinuierlich verstärkt, erklärten die Statistiker. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im November lediglich bei 1,4 Prozent gelegen.

Bei Nahrungsmitteln gab es einen gegenläufigen Trend: Der Preisanstieg schwächte sich weiter ab und dämpfte somit die Gesamtteuerung. Insgesamt verteuerten sich Nahrungsmittel um 1,4 Prozent, nach 1,9 Prozent im Oktober. Deutlich mehr zahlen als im Vorjahresmonat mussten Verbraucher allerdings für Gemüse (plus 9,8 Prozent). Auch Bier (plus 5,9 Prozent) sowie Tabakwaren (plus 3,1 Prozent) kosteten binnen Jahresfrist mehr. Von Oktober auf November des laufenden Jahres erhöhte sich der Verbraucherpreisindex insgesamt um 0,1 Prozent.

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt für den Euroraum mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Dauerhafte niedrige oder in großem Stil sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das bremst die Wirtschaft. Im Euroraum lag das Preisniveau nach Angaben des Statistikamts Eurostat im November um 2,0 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats.

Der für europäische Vergleichszwecke berechnete Preisindex HVPI für Deutschland, den die EZB für ihre Geldpolitik heranzieht, legte im November im Jahresvergleich um 2,2 Prozent zu.

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IEA hält zu hohes Ölangebot auch 2019 für möglich

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Paris, 13.12.2018

Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) könnte das Ölangebot trotz der angekündigten Förderkürzung durch wichtige Ölstaaten auch 2019 zu hoch sein. Es gebe nach wie vor ein Potenzial für eine Überversorgung im nächsten Jahr, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht der Agentur, in der sich führende Industriestaaten zusammengeschlossen haben.

Demnach berge der jüngste Anstieg der Ölreserven sogar die Gefahr "einer signifikanten Überversorgung im nächsten Jahr". Die IEA bezifferte das Fördervolumen der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) im November auf mehr als 33 Millionen Barrel pro Tag. Selbst wenn die in der "OPEC+" zusammenfassten Ölstaaten aus OPEC-Mitgliedern und anderen Förderstaaten wie Russland ihre beschlossene Produktionskürzung vollständig umsetzen sollten, könnte dies möglicherweise ein Überangebot nicht verhindern.

Allerdings räumten die IEA-Experten auch ein, dass es noch zu früh sei, um die Erfolgsaussichten des Kürzungsbeschlusses vollständig abzuschätzen. Zuletzt hatten sich am Ölmarkt Bedenken über die Wirkung der Maßnahme auf die Ölpreise breit gemacht. Vor dem Hintergrund der rekordhohen Fördermenge in den USA könnte die Kürzung nicht ausreichen, um einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage zu erreichen, hieß es.

Nachdem die Ölpreise zunächst nach der beschlossenen Förderkürzung der "OPEC+" in einem Volumen von 1,2 Millionen Barrel pro Tag deutlich zulegten, sind die Notierungen für Rohöl aus der Nordsee und für US-Öl seit Beginn der Woche wieder etwas gesunken.

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EVN: Rahmen für Erneuerbaren-Energiezukunft unzureichend

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Wien/Maria Enzersdorf, 13.12.2018

Der niederösterreichische Energieversorger EVN hält die Rahmenbedingungen für die geplante 100-prozentige Deckung des Stromverbrauchs mit Erneuerbaren im Sinne der #mission2030 für unzureichend. Die Volatilität im Netz werde zunehmen, es gebe aber zu wenig kalorische Kraftwerke zur Stabilisierung und auch saisonale Sommer-Winter-Batterien würden noch fehlen, erklärte das Management am Donnerstag.

Für den kurzzeitigen Ausgleich und die Frequenzstabilisierung seien Batteriespeicher geeignet, wie man sie etwa in Prottes (NÖ) teste, sagte EVN-Vorstandsdirektor Franz Mittermayer im Bilanzpressegespräch. Für eine Langzeitspeicherung von Strom wäre eine solche Lösung aber zu teuer, die würde zum Beispiel für zwei Haushalte 3 Mio. Euro kosten. "Da muss eine andere Technik gefunden werden", so Mittermayer, nämlich etwa die Speicherung von aus Überschussstrom gewonnenem Wasserstoff in Gasspeichern.

Weil das Wind-, Solar- und Wasserkraftangebot im Sommer besser ist, müsse saisonal eine Strommenge von 11,5 Terawattstunden (TWh), über ein Sechstel des Stromverbrauchs Österreichs, für den Winter gespeichert werden, sagte EVN-Vorstandschef Stefan Szyszkowitz. Damit könnte dann die Leistungslücke von 9.500 Megawatt (MW) bewältigt werden, die es vor allem im Dezember und Jänner gebe. Deshalb begrüße man, dass Übertragungsnetzbetreiber (TSO) in der EU auch im Netz Strom speichern können sollen.

Weil die Erzeugung wegen des planmäßig steigenden Angebots an Erneuerbaren Energien immer volatiler werde, sei eine kalorische Stromproduktion für die Regel- und Ausgleichsenergie nötig, um die Netze stabil zu halten, gab der EVN-Chef zu verstehen. "Ohne Gas sind die nächsten Jahre nicht vorstellbar, was die Versorgungssicherheit betrifft", meinte Mittermayer dazu. Seitens der EVN könnte man sich etwa neue, kleinere Gasturbinenanlagen vorstellen, die müssten aber rentabel und eine Inanspruchnahme zur Netzstabilisierung durch die Austrian Power Grid (APG) als TSO gewährleistet sein, hieß es aus dem Unternehmen. Für die 27 TWh Stromvolumen, die bis 2030 in Österreich aus Wind, PV und Wasserkraft dazugebaut werden sollen, um für den dann erwarteten Verbrauch von 88 TWh gerüstet zu sein, fehle der parallele Kraftwerkspark, so Mittermayer: "Denn je mehr volatile Erneuerbare es gibt, umso mehr flexible Backup-Leistung werden wir brauchen." Im übrigen sehe man in Österreich kein Potenzial von zusätzlichen 6 TWh Wasserkraft als Teil der geplanten 27 TWh. Und das Photovoltaik-Ausbauziel "hieße PV auf 80 Prozent aller Dächer".

Zur Netzstabilisierung hat die EVN in der Saison 2017/18 erstmals eine Leistung von 1.090 MW bereitgestellt, sagte Szyszkowitz. Und im Zeitraum Mai bis September seien zusätzlich noch 430 MW für Österreich kontrahiert gewesen. In Summe seien die thermischen EVN-Kraftwerke an 157 Tagen im Einsatz gewesen. Eine direkte Bereitstellung von Kapazitäten für den süddeutschen Raum ist nach dem Ende der deutschösterreichischen Preiszone mit 1. Oktober nicht mehr zulässig; nun erfolgt die Reservekapazitäts-Bereitstellung für die Verbund-Tochter APG. Ein neuer 430-MW-Vertrag läuft vorerst bis September 2021.

Der Dürnrohr-Kraftwerksblock, der ursprünglich als Grundlast-Einheit für den Winter gebaut wurde und außer zum Anfahren mit Steinkohle befeuert wird, soll sein "Ende der technischen Verfügbarkeit mit 2025" haben, sagte Szyszkowitz auf Anfrage. Umweltorganisationen geht der Ausstieg der EVN aus der Kohleverstromung ja nicht rasch genug. Der EVN-Chef meinte zu dem Thema, hier sei auch Verantwortung im Hinblick auf die Gefahr eines Blackouts gefragt.

Den rechtlichen Rahmen für Investitionen in die Erneuerbaren Energien, die ab 2030 - bilanziell übers Jahr gesehen - den gesamten heimischen Strombedarf abdecken sollen, sieht Szyszkowitz als unzureichend an. In Deutschland etwa zahle die Bevölkerung im Jahr 22 bis 25 Mrd. Euro für Erneuerbare. Im üblichen Verhältnis 10:1 betrachtet wären das für unser Land 2,2 bis 2,5 Mrd. Euro, rechnete er vor. Tatsächlich betrage die Förderung in Österreich aber nur 800 bis 900 Mio. Euro jährlich.

Das soeben vom Parlament beschlossene neue Standortentwicklungsgesetz (StEntG) begrüßte der EVN-Chef. Die heimische E-Wirtschaft habe eine reihe standortrelevanter Projekte, die Durchlaufzeiten in den Genehmigungsverfahren seien hier bisher einfach zu lang. Das neue Gesetz sei hier "ein wesentlicher Schritt nach vorn". Projektgegner von NGOs oder aus der Bevölkerung sieht er nicht ausgebootet, die großen Projekte würden ohnedies immer intensiv diskutiert. Die E-Wirtschaft rechnet, dass für die Energiezukunft 2030 rund 50 Mrd. Euro Investments nötig sind, davon 30 Mrd. Euro für die Erzeugung, 20 Mrd. Euro für die Netze. Maßnahmen zu Stromspeichern, Batterien, "Power to X" usw. sind in diesen Summen aber noch nicht enthalten.

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Klimabilanz von Urlauben stark von Reiseart abhängig

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Wien, 13.12.2018

Die Klimabilanz einer Urlaubsreise hängt vor allem vom Verkehrsmittels bei der An- und Abreise ab. "Die Treibhausgas-Emissionen werden umso höher, je weiter sie wegfahren", erläuterte Günther Lichtblau vom Umweltbundesamt am Donnerstag. In einer vom Fachverband der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer beauftragten Studie stechen daher typische Flugreisedestination der Österreicher negativ hervor.

"Wir bekommen immer wieder zu hören, dass wir Umweltzerstörer sind", sagte Fachverbands-Obmann Franz Hörl bei einer Pressekonferenz in Wien. "Ein Skiurlaub verbraucht ein Fünftel der Treibhausgasemissionen einer Spanienreise und ein Vierzehntel eines Urlaubs auf den Malediven", zitierte dazu Reinhard Klier, Vorsitzender des Umweltforums im Fachverband, aus der Studie des Umweltbundesamts.

Die Untersuchung weist für einen fünftägigen Skiurlaub mit dem Pkw in Österreich 33 Kilogramm CO2-Emissionen pro Person und Tag auf. Um rund ein Drittel besser ist die Bilanz mit der Bahn als Transportmittel. Ein typischer Sommerurlaub mit dem Auto in Italien verursacht dagegen 41 Kilo CO2, eine Flugreise von Österreich nach Spanien kommt auf 159 Kilo CO2 und eine zweieinhalb Wochen dauernde Langstreckenflugreise 454 Kilogramm CO2-Emissionen pro Person und Tag.

"Das ist ein Ergebnis, das wir in so einer Deutlichkeit gar nicht erwartet hätten", sagte Lichtblau, der die Unabhängigkeit seines Instituts auch bei dieser Studie betonte. Zweitwichtigster Einflussfaktor auf die Treibhausgasbilanz eines Urlaubs ist demnach die Ausstattung der Unterkunft - etwa die Art der Heizung oder Kühlung, der Wellnessbereich oder ob auf regionale Küche gesetzt wird.

Eine untergeordnete Rolle spielen die Urlaubsaktivitäten, die das Umweltbundesamt ebenfalls untersucht hat. Auch hier schneidet ein typischer Skiurlaub im Inland jedoch etwas besser ab als eine Autoreise nach Italien. Dabei wurden laut Lichtblau nicht nur Emissionen an Ort und Stelle miteinbezogen, sondern auch vorgelagerte Prozesse wie die Treibstoffproduktion für Pistenraupen sowie der Energie- und Materialeinsatz für Liftanlagen und Beschneiung.

"Eine halbe Stunde Jetski-Fahren verursacht so viel Emissionen wie eine Woche Skifahren", hob Lichtblau hervor. Das liege auch am sauberen Strom-Mix, den wir in Österreich haben, betonte der Experte des Umweltbundesamts. Wie beim Skiurlaub wurde für den Sommerurlaub außerdem ein Tagesaufhalt in einer Therme bzw. einem Wasserpark angenommen. Zu "relativ viel am Stand liegen und die Füße in den Sand stecken" kommen im Sommer noch Ausflüge mit dem Pkw hinzu.

"Man braucht sicher kein schlechtes Gewissen haben, wenn man auf Skiurlaub fährt", sagte Klier. Die in Auftrag gegebene Studie sei außerdem keine Einzelmaßnahme der Wirtschaft, seit Jahren würden Maßnahmen im Energieeffizienzbereich gesetzt, betonte er.

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Israelische Forscher verwandeln Kot in Kohle

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Beershewa, 13.12.2018

Israelische Forscher haben eine Vision: eine Toilette, mit der man Energie gewinnt statt verbraucht. Damit diese Idee Wirklichkeit werden kann, haben Amit Gross und Reut Yahav-Spitzer im Labor menschlichen Kot in Kohle verwandelt. Die Studie dazu präsentieren sie im "Journal of Cleaner Production".

In einem Druckgefäß haben die Wissenschafter der Ben-Gurion Universität (BGU/Beerscheva) dafür den Kot unter starker Hitze zu Kohle gepresst. Unter ähnlichen Bedingungen ist Kohle auch natürlich entstanden - allerdings brauchte der Prozess wesentlich länger. In einem Labor der Universität im Campus Sde Boker dauert die sogenannte Hydrothermale Carbonisierung (HTC) gerade einmal zwischen zehn Minuten und zwei Stunden.

Die Energiebilanz des Verfahrens gibt den Forschern Hoffnung, dass die Technik Schule machen könnte: "In unserem Versuch ist drei-bis viermal so viel Energie entstanden, wie wir für die Herstellung der Kohle ursprünglich verwendet haben", berichtete Gross. Für die Toilettenspülung und den Transport der Exkremente in Klärwerke werde derzeit sinnlos Energie verbraucht - und der Kohlenstoff der heruntergespülten Fäkalien bleibe weitgehend ungenutzt.

Gross und seine Kollegen träumen deshalb von einer effizienten Toilette: Ein eingebautes Druckgefäß könnte den Kot direkt in Kohle verwandeln. "Damit könnten wir die Treibhausgasemission verringern," sagte Gross. Denn bei dieser Form der Biokohle würde, anders als bei fossilen Brennstoffen, die Atmosphäre nicht zusätzlich mit CO2 belastet.

Auch Entsorgungsproblem gelöst

Zugleich würde die nachhaltige Sanitäranlage das Problem der Entsorgung von Fäkalien lösen. Laut WHO sterben jährlich 842.000 Menschen an den Folgen von Hygienemängeln, auch weil sie keinen Zugang zu sauberen Toiletten haben. "Bei unserem Verfahren werden Krankheitserreger im Kot abgetötet", sagt Gross, "eine Infektionsgefahr geht von der Kohle nicht mehr aus".

Nur die Farbe der Briketts erinnert noch daran, woraus sie ursprünglich hergestellt worden sind. Am Geruch hingegen lässt es sich nicht mehr erkennen. Der ist leicht scharf und erinnert an Verbranntes.

In weiteren Studien wollen die Wissenschafter von der Ben-Gurion Universität nun testen, wie sich die Briketts aus menschlichen Exkrementen beim Grillen verhalten. Außerdem soll geprüft werden, ob die während der Kohleherstellung entweichenden Gase bei der kommerziellen Nutzung ein Problem für die Umwelt sein könnten. "Wir wollen außerdem Salat mit dem nährstoffreichen Wasser, das als Nebenprodukt im Verfahren entsteht, gießen und so dessen Potenzial als Düngemittel untersuchen", sagte Forscherin Yahav-Spitzer.

Die israelische Universität hat in der Vergangenheit bereits Geflügelkot in Kohle verwandelt, die 24 Prozent mehr Energie als herkömmliche Biokohle aufweist. Völlig neu ist der Ansatz der Forscher der Ben-Gurion Universität somit nicht.

Braunkohle aus Klärschlamm

Studenten der Technischen Universität Berlin haben außerdem vor einigen Jahren ein Verfahren entwickelt, mit dem sie menschliche Fäkalien in Biokohle verwandeln und diese als Düngemittel nutzen können. Das Klärwerk der Stadt Lingen, das Schweizer Unternehmen AVA-CO2 sowie die Düsseldorfer Firma TerraNova Energy betreiben zudem Forschungsprojekte, um aus Klärschlamm Braunkohle herzustellen.

Ludwig Leible vom Karlsruher Institut für Technologie hat indes Zweifel, ob die Toiletten-Idee der Israelis in absehbarer Zeit markttauglich ist: "Die Technologie dahinter ist nicht simpel und gerade in Entwicklungsländern nur schwer umzusetzen." Der Agrarwissenschafter gibt außerdem zu bedenken, dass die Energie, die in der Kohle lagert, in elektrischen Strom oder Wärme umgewandelt werden müsse, was die Energiebilanz deutlich schmälern würde.

Außerhalb eines geschlossenen Toilettensystems sei Kohle, die aus menschlichem Kot hergestellt wird, zudem noch sehr teuer: "Die HTC-Kohle kostet etwa 600 bis 800 Euro pro Tonne - Steinkohle nur ein Zehntel davon." Für den Markt sei sie deshalb bisher wenig attraktiv. Er wolle die "visionäre" Idee "nicht kaputt reden", sagte Leible. Es sei allerdings noch ein weiter Weg.

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Bisher kein Erfolg bei Klimagipfel in Katowice

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Katowice (Kattowitz), 13.12.2018

Auch einen Tag vor dem offiziellen Ende der UN-Klimakonferenz sind die Verhandlungen in Katowice in einer schwierigen Phase. Derzeit werde stark über das Thema Finanzierung und Erhöhung der Ambition verhandelt, hieß es am Donnerstag von Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von Global 2000. Schwierigkeiten gibt es auch beim offiziellen Hauptziel, dem Regelwerk für das Pariser Abkommen.

Bei diesem "Rulebook" schienen zumindest gegen Mittag noch einige Fragen offen, wie es aus informierten Kreisen hieß. So schien ungeklärt, ob das Regelwerk 2023 oder erst 2024 implementiert werden soll, ebenso die Frage, in welcher Frequenz die einzelnen Nationen über ihre Klimabemühungen Bericht erstatten sollen, nämlich alle zwei oder alle vier Jahre - und zudem ging es auch um das Thema der Überprüfbarkeit der Angaben. Wie angespannt die Lage ist, zeigte auch, dass UN-Generalsekretär Antonio Guterres außerplanmäßig zu der Konferenz gekommen ist.

Karsten Sach, der im deutschen Umweltministerium für Klimaschutz zuständig ist, stellte fest, es sei "ganz entscheidender Moment" wie der erste vollständige Text der Verhandlungsergebnisse aufgenommen werde: "Ob der abgeschossen wird oder nur hier und da angeschossen wird, was auf jeden Fall passieren wird". Ob dieser Text am Nachmittag auch tatsächlich vorliegen wird, war aber ebenfalls noch offen.

Auch wenn der Fokus auf dem "Rulebook" liegt, Adam Pawloff, Klimaexperte bei Greenpeace, vermisste auf der COP24, dass reale Konsequenzen aus dem jüngsten Report des Weltklimarats IPCC gezogen werden. Der Bericht sei "eindringliche Warnung und gleichzeitig Hoffnung", so Pawloff unter Hinweis auf dessen Hauptaussage, dass bereits jetzt etwas unternommen werden müsse, um die Erderwärmung auf unter 1,5 Grad zu halten. "Die Bereitschaft für entschlossenes Handeln herrscht nur bei den Staaten, die jetzt schon stark vom Klimawandel betroffen sind," sagte der Sprecher der NGO.

Der Ex-Präsident des vom Untergang im Pazifik bedrohten Inselstaats Malediven zog indes einer vernichtende Bilanz über alle bisherigen Weltklimakonferenzen. "Nichts haben wir erreicht", sagte Mohamed Nasheed. Der Kohlendioxidausstoß steige und man rede weiterhin, moralische Appelle an die reichen Staaten halte er inzwischen für nutzlos.

Was das Positive betrifft, so äußerte sich Global 2000 zufrieden mit dem Umstand, dass sich die "High Ambition Coalition" für eine deutliche Anhebung der Ambition ausgesprochen hat und dabei fordert, die nationalen Klimapläne in Einklang mit den Klimazielen von Paris zu bringen. Auch Österreich hat am Donnerstag bekanntgegeben, diese Forderungen zu unterstützen. "Dass hier kein ernsthafter Beitrag zum Green Climate Fund oder dem Anpassungsfonds zugesagt wurde", ist für Wahlmüller jedoch wiederum ein unerfreulicher Aspekt.

Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hatte am Donnerstag bei der UNO-Klimakonferenz bekannt gegeben, dass Österreich die "High Ambition Coalition" (HAC) für mehr Klimaschutz unterstützt. "Wir sind an einem Punkt angelangt, wo die Bemühungen für ein gutes Ergebnis beim Klimagipfel einen starken politischen Vorstoß brauchen", hielt die Ministerin fest.

Die "High Ambition Coalition" wurde ursprünglich im Rahmen der COP21 in Paris gegründet. Sie ist ein Bündnis aus industrialisierte Ländern und Entwicklungsländern und weckte am Mittwoch mit dem "Statement on stepping up climate ambition" neue Erwartungen bei den bisher etwas stockenden Verhandlungen, nachdem sie ankündigt hat, bis 2020 ehrgeizigere Klimaschutzpläne vorzulegen. "Wir sind mitten in einer sehr intensiven Phase der Verhandlungen", sagte Köstinger, die in ihrer Rolle als Österreichs Umweltministerin diese Initiative und die aktuelle Erklärung für mehr Ambition im Klimaschutz und bei der COP in Katowice unterstützt.

Inhalt der gemeinsamen Erklärung ist auch der aktuelle IPCC-Sonderbericht, der den Handlungsbedarf klar aufzeigt und der bei der COP bereits für Kontroversen gesorgt hat. "Der IPCC-Report ist unmissverständlich", stellte Köstinger fest. "Nur durch ein schnelles globales Handeln können wir die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen. Daher bekennt sich die 'High Ambition Coalition' zu entschiedenem weltweitem Klimaschutz", so Köstinger. "Gemeinsam müssen wir handeln, die COP24 ist die Chance, dass sich die Staatengemeinschaft verbindlich auf einen Handlungsrahmen einigt, um den Klimawandel zu bekämpfen."

Unterstützer der Initiative sind unter anderem die EU-Kommission, Kanada, Frankreich, Spanien, Dänemark, Costa Rica, Argentinien, Kolumbien, Äthiopien, Fidschi, Finnland, Deutschland, Granada, Italien, Jamaika, Luxemburg, Mazedonien, Marshallinseln, Mexiko, Monaco, Niederland, Neuseeland, Norwegen, Portugal, Santa Lucia, Schweden, Großbritannien und nun auch Österreich.

Der Weltklimagipfel soll am Freitag enden, die Verhandlungen laufen aber schleppend. Klimaschützer hatten kritisiert, dass zwar viel über die Regeln für die praktische Umsetzung des Pariser Klimaabkommens gesprochen werde, aber die Staaten sich mit konkreten Zusagen zum Einsparen von Treibhausgasen zurückhielten.

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EU-Gericht erklärt Diesel-Grenzwerte für nichtig

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Luxemburg, 13.12.2018

Das Gericht der Europäischen Union (EuG) hat Stickoxid-Grenzwerte für Dieselfahrzeuge gekippt. Das dem EuGH nachgeordnete Gericht erklärte am Donnerstag eine Verordnung der EU-Kommission zu höheren Abgaswerten der Euro-6-Norm für teilweise nichtig. Geklagt hatten Paris, Brüssel und Madrid. Sie dürfen die Grenzwerte nun anfechten und im Zweifel auch Fahrverbote für neue Dieselautos verhängen.

Hintergrund des Streits ist, dass die EU-Kommission bei der Einführung des neuen Abgastests RDE, der die Emissionen auf der Straße statt im Labor misst, die Grenzwerte nachträglich erhöht hatte. Statt den im Euro-6-Regelwerk vorgeschriebenen 80 Milligramm Stickstoffdioxid je Kilometer dürfen die Dieselautos für eine Übergangszeit 168 Milligramm und danach 120 Milligramm ausstoßen.

Begründet wurde das mit Messungenauigkeiten. Wenn die Autos aber mehr von dem Reizgas ausstoßen dürfen, macht es das für die Städte schwerer, die gesetzlichen Vorgaben zur Luftqualität einzuhalten.

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Das lange Warten auf die Leitung

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12.12.2018
Seit Herbst 2012 prüfen Richter, ob die geplante 380-kV-Leitung durch Salzburg die Umweltauflagen erfüllt. Jetzt macht der Leitungsbetreiber APG Druck: Das Höchstgericht soll eine Frist setzen, damit ab Herbst 2019 gebaut werden kann.
 
Helmut Kretzl Wien. Es ist eine fast schon endlose Geschichte, das Projekt der geplanten 380-kV-Stromleitung durch das Bundesland Salzburg, von Elixhausen nach Kaprun. Vor mehr als sechs Jahren, am 28. September 2012, hat die Verbund-Tochter Austrian Power Grid (APG) das Projekt zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingereicht. Abgeschlossen ist es bis heute nicht.
Zwar beurteilte das Land Salzburg das Projekt bereits im Dezember 2015 positiv. Doch nach einer Berufung von Leitungsgegnern ist seither das Bundesverwaltungsgericht als nächsthöhere Instanz mit dem Projekt befasst. Dort ist die UVP seit nunmehr 34 Monaten anhängig. Zu lange, befindet jetzt die APG in ihrer Funktion als Netzbetreiber und größter Stromtransporteur des Landes.

Am gestrigen Dienstag hat man daher einen Fristsetzungsantrag eingebracht. Mit dem Ziel, dass der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) dem Bundesverwaltungsgericht (BVwG) eine Anordnung erteilt, bis wann dieser ein Erkenntnis vorzulegen hat. Normalerweise ist das eine Frist von drei Monaten. Der BVwG kann der übergeordneten Instanz aber auch begründen, warum er nicht in der Lage war, in der vorgesehenen Frist zu einem Erkenntnis zu kommen.

Naheliegende Begründung könnte die Tatsache sein, dass das eingereichte Projekt sehr komplex und umfangreich ist, räumt APG-Vorstandschefin Ulrike Baumgartner-Gabitzer ein. Der Akt umfasst mehr als 10.000 Seiten.
 
Das Gesetz sieht eine BVwG-Entscheidung nach sechs Monaten vor. Einschließlich der ersten Instanz beläuft sich die Verfahrensverzögerung mittlerweile bereits auf 56 Monate. Erzwingen kann freilich auch der VwGH keine Entscheidung.

Konkret geht es um die Errichtung einer neuen Leitung über insgesamt 128 Kilometer, 114 km davon als 380-kV-Leitung. Dafür sollen die bestehenden 220/110-kV-Leitungen über 193 km abgebaut werden. Auch die Zahl der Masten ist mit 449 deutlich geringer als die bestehenden 678. Die jetzt geplanten Projektkosten belaufen sich auf gut 650 Millionen Euro. Eine unterirdische Leitung, wie von einer Bürgerinitiative gefordert, wäre acht bis zehn Mal so teuer. Die auf fünf Jahre veranschlagte Bauzeit würde 6500 Arbeitsplätze sichern. Nach einem positiven UVP-Bescheid könnte der Bau im Herbst 2019 beginnen.
Dass dem Stromnetzbetreiber jetzt der Geduldsfaden gerissen ist, begründet die APG unter anderem mit drohenden Kapazitäts- und Versorgungsengpässen. Schon jetzt sei das bestehende 220-kV-Netz nicht mehr in der Lage, den Anforderungen der Kunden zu entsprechen. Vollends unerreichbar sei unter diesen Bedingungen die Umsetzung der Umwelt- und Klimastrategie, sagt Baumgartner-Gabitzer. Das definierte Ziel, bis 2030 Strom vollständig aus erneuerbarer Energie gewinnen zu können, sei ohne die 380-kV-Salzburgleitung nicht erreichbar. „Ohne diese Leitung kommen wir massiv in Bedrängnis.“

Die APG verweist auf ihre landesweite Versorgungsaufgabe. Die Salzburgleitung sei das „missing link“, also das fehlende Teilstück, im geplanten Ring aus Höchstspannungsleitungen durch Österreich, sagt APG-Technikvorstand Gerhard Christiner. Außer der sicheren Versorgung in Salzburg gehe es um notwendige Stromlieferungen vom Westen in den Osten.

Der in den alpinen Speicherkraftwerken erzeugte und der aus Deutschland importierte Strom müssen zu den großen Verbrauchern im Osten des Landes transportiert werden. Umgekehrt gibt es den Bedarf, Überschüsse aus dem in Ostösterreich erzeugten Windstrom in die Pumpspeicherwerke im Westen zu leiten. In beiden Fällen ist Salzburg der Flaschenhals.

Die Zeit drängt, die bestehende 220-kV-Stromleitung aus den 1960er-Jahren werde den Anforderungen kaum noch gerecht, argumentiert die APG. Schon jetzt müssen thermische Kraftwerke im Osten einspringen, um den Bedarf zu decken. Dieses „Redispatch“ kostet jährlich 130 Millionen Euro. Dazu kommen Kosten für Wartung und Instandhaltung des bestehenden Netzes – die jeweils den Verbrauchern aufgeschlagen werden.

Für die Industriellenvereinigung Salzburg ist die 380-kV-Leitung ein „Paradebeispiel für überlange Verfahren für ein Vorhaben, das im öffentlichen Interesse liegt“, sagt IV-Präsident Peter Unterkofler. Es gehe keineswegs darum, Umweltstandards zu unterminieren, sagt APG-Vorstand Christiner. „Wir haben das ehrliche Interesse, Projekte bestmöglich vorzubereiten – in dem Fristenlauf, der angedacht ist.“
 
Salzburger Nachrichten am 12.12.2018, S. 11
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Lange Leitung

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12.12.2018
Der österreichische EU-Vorsitz brachte im Streit um die Gaspipeline nach Russland keine Einigung zustande. Kritiker meinen gar, Wien vertrete OMV-Interessen und verzögere daher EU-Auflagen für Nord Stream 2.

Mehrere österreichische Minister ziehen dieser Tage Bilanz über die EU-Ratspräsidentschaft und präsentieren voller Stolz diverse Weiterentwicklungen. Weniger laut vorgetragen werden jene Dossiers, in denen Wien keine Fortschritte erzielen konnte. Oder wollte. Zu letzteren Kapiteln – so meinen Kritiker – zählt jene Gasrichtlinie, die auf die Pipeline Nord Stream 2 weitreichende Auswirkungen hätte. Die Leitung führt von Deutschland durch die Ostsee nach Russland und wird von Moskau, Berlin und Wien gleichermaßen forciert.

Neue Bestimmungen würden für mehr Transparenz und einer Öffnung der Pipeline für andere Gasanbieter sorgen. Das allerdings gefährdet die Rentabilität des fast zehn Milliarden Euro teuren Projekts. Brüssels Intentionen werden daher von Russland bekämpft, das seine Gasexporte nach Europa mit Nord Stream 2 – es handelt sich um den zweiten Strang einer bestehenden Pipeline – massiv steigern will. Doch auch diverse Verbündete wollen keine Behinderung des Investments.

Zu ihnen zählt Österreich, das für seinen Energiemulti OMV Politik macht. Der Konzern und seine Partner Wintershall, Uniper (beide Deutschland), Engie (Frankreich) und Shell (britisch-niederländisch) kommen für die Hälfte der Finanzierungskosten der Pipeline auf.

In deutschen und finnischen Hoheitsgewässern wurden schon mehr als 200 Kilometer an Leitungen verlegt. Wenn alles nach Plan läuft, wird Ende 2019 zusätzliches Gas aus Russland nach Europa strömen. Querschüsse der EU kann man da gar nicht gebrauchen. Die von Brüssel geforderte Regulierung könnte die Kalkulationen über den Haufen werfen und dem Hauptbetreiber Gazprom ernste Probleme bereiten.
 
Kritik an Vorsitz

Im seit einem Jahr andauernden Ringen um die Überarbeitung der EU-Gasrichtlinie hat sich Österreich schon bisher skeptisch bis ablehnend zu den Entwürfen geäußert. Diese Position ändert sich auch nicht gravierend, seit das Land im Juli den EU-Vorsitz übernommen hat – zuständig ist Energieministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Allerdings erhielt Österreich dank der Ratspräsidentschaft deutlich mehr Einfluss auf die Verhandlungen. Dem Land wird nun vorgeworfen, eine Einigung mit angeblich ständig neuem Klärungsbedarf zu hintertreiben. Das hat die EU-Kommission erst Ende September bei einer Sitzung des Ausschusses der Ständigen Vertreter der EU-Länder anklingen lassen. Man verstehe nicht, worauf Österreich mit diversen Fragen hinauswolle, monierte die Kommission.

Noch deutlicher wurde Polen, das als entschiedener Gegner von Nord Stream 2 gilt, weil die Pipeline das Land umgeht. Es gebe „keine Notwendigkeit“, die von Österreich ständig neu aufgeworfenen Fragen einzeln durchzugehen, weil sie schon ausführlich beantwortet worden seien. Auch technische Fragen seien längst geklärt, heißt es in einem von der österreichischen Vertretung in Brüssel verfassten Protokoll, das dem ΔTANDARD vorliegt.

Das Einzige was aus Sicht Warschaus fehlt: eine politische Entscheidung. Österreich ließ sich dadurch nicht beeindrucken und forderte Polen auf, die vom Ratsvorsitz „vorgeschlagene Diskussionsstruktur zu respektieren“. Andere Staaten wie die baltischen Länder, Großbritannien, Schweden oder Dänemark sprachen sich ebenfalls für eine Entscheidung aus. Ihnen steht eine Staatengruppe um Deutschland und die Niederlande gegenüber, die kein Interesse an mehr Regulierung hat.

„Kniefall vor Putin“

Regierungsstellen machen – allerdings nur hinter vorgehaltener Hand – kein Hehl aus der Strategie Wiens. Durch Nord Stream 2 werde nicht nur die OMV gestärkt, sondern auch Österreich als Knotenpunkt, weil russisches Gas von Deutschland weiter ins niederösterreichische Baumgarten transportiert werden soll. Im Weinviertel befindet sich ein wichtiger Gas-Hub für die Versorgung in mehrere Richtungen.

Die österreichischen Eigeninteressen sorgen für einige Verärgerung, nicht nur in den Verhandlungen unter den Mitgliedsstaaten. Auch im EU-Parlament wird die Rolle des Landes zum Teil heftig kommentiert. Der Vorsitzende des Energieausschusses, Jerzy Buzek, wirft Österreich vor, die Gasrichtlinie wegen des OMV-Engagements zu verzögern.

Der österreichische EU-Abgeordnete Thomas Waitz findet die Rolle Österreichs „ungeheuerlich“: Das Land verzögere eine Richtlinie, mit der die Abhängigkeit von Russland verringert werden soll. „Das ist ein Kniefall vor Wladimir Putin“, wettert der Grüne. Waitz sieht Nord Stream 2 auch aus ökologischer Sicht äußert kritisch, weil damit weiter auf fossile Energie gesetzt werde.

Allerdings gibt es auch eine andere Lesart. Österreich habe sich sehr wohl um eine Lösung bemüht, sagt ein zuständiger Vertreter der Republik in Brüssel. Konkret wurde ein Kompromissvorschlag vorgelegt, laut dem eine Liste vorrangiger Gaspipelines erstellt werden soll – ähnlich den Transeuropäischen Netzen (TEN). Nur sie sollten in Zukunft zentral reguliert werden.

Ein Köstinger-Sprecher unterstreicht ebenfalls die Lösungsversuche der Präsidentschaft. „Es kann daher überhaupt nicht von einer Verzögerung die Rede sein, wir versuchen, einen konstruktiven Kompromiss zu erleichtern“, heißt es in einer Erklärung. Nachsatz: „Wir agieren selbstverständlich als neutraler Mittler.“
 
USA drohen

Jedenfalls sind angesichts der Uneinigkeit schärfere Regeln für Nord Stream 2 höchst unwahrscheinlich. Der österreichische Vorschlag fand keine Mehrheit, im Jänner übernimmt Rumänien die Präsidentschaft. Das Thema verfolgen auch die USA aufmerksam, wird doch die Umgehung 
des Gastransitlandes Ukraine strikt abgelehnt. Zudem drängt Washington auf mehr Flüssiggasexporte in die EU, was durch relativ günstige russische Energie erschwert wird. Erst am Montag forderten die USA das Ende von Nord Stream 2. Im Ernstfall könnten Sanktionen gegen beteiligte Unternehmen verhängt werden.
 
 
von Andreas Schnauder
Der Standard am 12.12.2018, S. 17
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Ein Krimmler kehrt nach Salzburg zurück

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12.12.2018
Christian Wörister wurde zum Geschäftsführer der Tourismus GmbH der Salzburg AG bestellt.
Anton Kaindl Mittersill, Salzburg-Stadt. Es gab 132 Bewerber für den Job. Der Aufsichtsrat der Salzburg AG bestimmte am Dienstag Christian Wörister zum Geschäftsführer der neuen Tourismus GmbH, in der der Mönchsbergaufzug, die Festungsbahn, die Schafbergbahn und die Wolfgangsee Schifffahrt zusammengefasst sind. Wörister wird sich um die touristischen Belange kümmern, sein Geschäftsführerkollege Mario Mischelin um die technischen.

Für Wörister ist seine Bestellung eine Auszeichnung. „Es ist aber auch ein Wagnis, weil ich bei der Ferienregion Nationalpark einen langfristigen Vertrag habe. Aber mit 46 ist der Zeitpunkt gekommen, noch einmal etwas Neues zu machen. Privat passt es auch, weil unser Sohn Michael erwachsen ist und Architektur studiert.“ Wörister sucht sich eine Wohnung in Salzburg und wird am Wochenende zu seiner Frau Barbara nach Neukirchen pendeln.

Aufgewachsen ist der Pinzgauer in Krimml, wo er zusammen mit dem heutigen Bürgermeister Erich Czerny die Volksschulbank drückte. Mit zehn Jahren wechselte er ins Borromäum nach Salzburg, wo er auch die Matura machte. „Nach Hause kam ich nur alle sechs Wochen. Deshalb kenne ich mich in der Stadt Salzburg schon sehr gut aus.“ Nach dem Studium der Betriebswirtschaft in Innsbruck arbeitete er zuerst im Marketing bei Blizzard. Von 1997 bis 2001 war er Regionalmanager bei der Bezirkshauptmannschaft Zell am See und als solcher an der Gründung der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern mit Sitz in Mittersill beteiligt. Zu dieser wechselte er 2001 als Geschäftsführer. Inzwischen ist er auch Geschäftsführer des Nationalparkzentrums in Mittersill. Privat wohnt er seit 2000 in Neukirchen. Dort war er 15 Jahre lang ÖVP-Gemeinderat.

Wörister sagt, in der Ferienregion sei die Zahl der Nächtigungen seit 2001 um 40 Prozent gestiegen. „Das Nationalparkzentrum ist wirtschaftlich erfolgreich und der Nationalpark selbst ist inzwischen unstrittig und als touristisches Alleinstellungsmerkmal anerkannt. Das freut mich sehr.“ Bei der Tourismus GmbH der Salzburg AG, wo er wahrscheinlich im März anfängt, seien seine Aufgaben unter anderem, neue Märkte zu erschließen und neue Angebote zu schaffen. „Ich denke, wir können sicher punkten.“

 
 
Salzburger Nachrichten am 12.12.2018, S. L14
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Salzburg AG muss Geld abliefern

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12.12.2018
Die Eigentümer erhöhen die Gewinnausschüttung – für das Verkehrsbudget.
Heidi Huber Salzburg. 60 Prozent des Gewinns liefert die Salzburg AG üblicherweise an ihre Eigentümer ab – an Land und Stadt Salzburg sowie an die Energie AG Oberösterreich. Im Vorjahr wurden in Summe 24,5 Millionen Euro ausgeschüttet.

Nächstes Jahr werden es wohl mehr sein. Denn auf Wunsch des Landes Salzburg wird die Dividende auf 70 Prozent erhöht. Das hat der Aufsichtsrat am Dienstag beschlossen. Macht für die Eigentümer 3,8 Millionen Euro mehr. Für das Land ist das ein Plus von 1,6 Millionen Euro, für die Stadt 1,2 Millionen Euro.
Aus dem Büro des Aufsichtsratsvorsitzenden, LH Wilfried Haslauer (ÖVP), heißt es: „Wir brauchen mehr Geld für den Verkehrsbereich, weil wir hier auch kräftig investieren – etwa in billigere Tickets oder den zweigleisigen Ausbau.“ Die höhere Dividende sei da nur ein Beitrag, decke aber bei Weitem nicht die Kosten, die nun vom Land für den Verkehr aufgewendet würden. Die Stadt stimmt der höheren Dividende zu. „Wir tragen das mit, stecken das Geld dieser Sonderdividende aber wieder in den Verkehr“, sagt SPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Auinger.

Der Vorstand hat am Dienstag auch die aktuellen Geschäftszahlen präsentiert. Demnach steuert die Salzburg AG auch heuer auf einen Rekordgewinn zu – trotz Obuskrise. Was heißt, dass die beiden Vorstände im Frühjahr erneut mit einer kräftigen Bonuszahlung rechnen dürfen. 89.000 Euro Prämie brutto und damit zusätzlich 40 Prozent des Fixgehalts gab es 2017 sowohl für Leonhard Schitter als auch für Horst Ebner. Etwas, das SPÖ-Chef Walter Steidl bereits infrage gestellt hat – angesichts der Turbulenzen im Verkehrsbereich. Steidl fordert Konsequenzen. „Die Salzburger sind mit Teuerungen bei Strom und Gas konfrontiert und die Vorstände bekommen für nicht zufriedenstellende Arbeit im Bereich Verkehr auch noch Bonuszahlungen? Das kann’s wohl nicht sein.“ Intern wird mittlerweile auch diskutiert, ob Horst Ebner denselben Bonus erhalten soll wie Leonhard Schitter.

Beschlossen hat der Aufsichtsrat am Dienstag auch das Investitionsprogramm: 2019 investiert die Salzburg AG 137,3 Millionen Euro – nach 136 Millionen Euro im laufenden Jahr. Das Geld fließt in den Ausbau der Übertragungs- und Verteilernetze (66,1 Mill.), den Glasfaser- und Breitbandausbau (24,2 Mill.), den Obus-Bereich (22,4 Millionen Euro), die Erzeugung erneuerbarer Energien (8,8 Mill.) sowie die Lokalbahn (4,4 Mill.). Zwei Millionen Euro steckt das Unternehmen in den Bau von E-Ladestationen.
 
 
Salzburger Nachrichten am 12.12.2018, S. L7
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ABB bestätigt Gespräche mit Hitachi über Stromnetzsparte

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Tokio/Zürich, 12.12.2018

Der Schweizer Industriekonzern ABB hat Gespräche mit dem japanischen Konglomerat Hitachi über die Zukunft der Stromnetzsparte bestätigt. Man sei in Verhandlungen, die 2014 bekannt gegebene strategische Partnerschaft der beiden Unternehmen in der Sparte Power Grid auszuweiten und neu zu definieren, hieß es in einem Statement von ABB am Mittwoch.

Es sei jedoch nicht sicher, dass eine Transaktion zustande kommen werde, weder in Bezug auf den Zeitpunkt, die Struktur oder die Bedingungen.

Damit reagierte ABB auf Medienberichte. Zuvor hatte der japanische Wirtschaftsnachrichtendienst Nikkei über die Gespräche berichtet. Demnach gehe es um eine Transaktion im Wert von umgerechnet bis zu 7,05 Mrd. Dollar (6,2 Mrd. Euro). Der Zeitung zufolge hat der Hitachi-Verwaltungsrat Pläne bestätigt, die Transaktion voranzutreiben. Hitachi hatte jüngst angekündigt, seinen Umsatz mit Stromnetzen in den kommenden drei Jahren um 60 Prozent auf 120 Mrd. Yen (932 Mio. Euro) steigern zu wollen.

ABB werde die Sparte in ein eigenständiges Unternehmen ausgliedern, an dem sich Hitachi anfangs mit rund 50 Prozent beteiligen werde, berichtete "Nikkei" weiter. Im Verlauf einiger Jahre solle es dann vollständig in den Besitz der Japaner übergehen.

Um die Stromnetz-Sparte von ABB gibt es seit längerem Spekulationen. Aktionär Cevian hatte immer wieder eine Abspaltung gefordert. ABB-Chef Ulrich Spiesshofer, der einen solchen Schritt immer wieder abgelehnt hat, hatte im Juli erklärt, das Portfolio sei "nicht in Stein gemeißelt".

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuletzt unter Berufung auf Kreise berichtet, ABB spiele eine Abspaltung der Sparte durch und eine Entscheidung könne bis Jahresende fallen.

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COP24 - "Rulebook" zum Pariser Klimaabkommen

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Katowice (Kattowitz), 12.12.2018

Offene Punkte auf politischer Ebene klären, um möglichst bis zur offiziellen Deadline um 17.00 Uhr einen Verhandlungstext für das "Rulebook" zum Pariser Klimaabkommen vorzulegen. Das ist am Dienstag Hauptaufgabe der Verantwortlichen bei der UNO-Klimakonferenz in Polen. Der Erfolg der COP24 hängt dabei nicht unbedingt von der Pünktlichkeit ab, Verzögerungen gab es auch 2015 beim Pariser Gipfel.

"Jetzt beginnt die entscheidende Phase. Aktuell wird das Regelbuch auch auf technischer Ebene erarbeitet, ich hoffe, dass das bis zum Ende des heutigen Tages abgeschlossen sein wird. Es geht um Transparenz und um die notwendigen Verpflichtungen aller Vertragsparteien, unter Berücksichtigung ihrer Möglichkeiten", sagte Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) gegenüber der APA.

"Wir sehen die Lage eher besorgt, denn die Verhandlungen sind jetzt in einer kritischen Phase, doch allzu viele positive Signale seitens der Teilnehmer haben wir bisher nicht vernommen", kommentierte Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000, im Gespräch mit der APA die aktuelle Lage am Dienstagnachmittag. Die technischen Verhandlungen hätten eigentlich schon am Samstag geschlossen werden sollen und am Montag hätte der Text vorliegen müssen, erinnerte Wahlmüller.

Mit dem Vorliegen des Textes sind dann intensivere Beratungen der Minister möglich, jedoch würden bereits jetzt Gespräche auf Ministerebene stattfinden, sagte der Sprecher der NGO. Laut Mitteilung der polnischen Präsidentschaft wurden am Dienstag für einige "Knackpunkte" jeweils zwei Regierungsvertreter zu deren Klärung eingesetzt. Beispielsweise wurde Deutschland zu einem Vermittler beim Streitthema Finanzen bestimmt.

Klimafinanzierung ist für Wahlmüller dabei eines der Hauptthemen schlechthin, und er vermisst hierbei den Beitrag Österreichs, der gerade durch den EU-Ratsvorsitz auch einen wichtigen symbolischen Charakter hätte. 100 Millionen Euro für den Green Climate Fund (GCF) wären da ein angemessener Beitrag, der gerade in der jetzigen Phase Bewegung in die Verhandlungen bringen könnte. Die finanzielle Unterstützung der ärmsten, aber vom Klimawandel stark betroffenen Staaten, ist nach dem angekündigten US-Ausstieg aus dem Klimaabkommen von Bedeutung für einen Erfolg auf der COP.

Bereits an den Start ging am Dienstag der Talanoa-Dialog, bei dem die Klimaschutzbeiträge der einzelnen Länder für die Pariser Ziele Thema sind. Diese sollen dabei einer ersten Evaluierung unterzogen werden. Umweltministerin Köstinger sieht die COP24 auf dem richtigen Weg, "doch wir haben aber noch viel vor uns in dieser Woche." Die Zusammenarbeit mit EU-Kommissar Miguel Canete und dem polnischen COP24-Chef Michal Kurtyka verlaufe exzellent, "wir sind in allen Themen eng abgestimmt. Es ist wichtig, dass Europa hier mit einer Stimme spricht", schloss Köstinger.

EU-Klimakommissar Miguel Arias Canete rief bei seiner Rede beim "High Level"-Plenum alle Teilnehmer auf, sich in den kommenden Tagen konstruktiv an den Verhandlungen zu beteiligen und die verbleibenden Differenzen zu überbrücken. "Die EU steht bereit, um Lösungen und Kompromisse im Sinne des Pariser Abkommens zu finden", sagte Canete am Dienstagabend.

Man sei mit der Absicht zum Klimagipfel gekommen, dort ein Regelwerk für dieses Abkommen zu erarbeiten, hielt der EU-Kommissar fest. Dieses sollte "umfassend und ausgewogen sein", sagte Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) bei ihrer Rede, bei der sie zudem auch ein starkes Ergebnis beim heute gestarteten Talanoa-Dialog als Ziel setzte. Damit sende man ein Signal, dass man die Lehren aus dem jüngsten Report des Weltklimarats IPCC ernst nehme. Bei genanntem Dialog sollen die bisherigen Klimaschutzbeiträge der einzelnen Länder einer ersten Evaluierung unterzogen werden.

Köstinger plädierte zudem darauf, bei der COP24 nicht den "kleinsten gemeinsamen Nenner" anzustreben, sondern das bestmögliche Ergebnis zu erreichen: "Das Ergebnis der COP24 soll die Dringlichkeit des Klimawandels und unsere kollektive Verantwortung für diesen einen Planeten, der unsere Heimat ist, beinhalten."

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Schoeller Bleckmann kauft eigene Aktien zurück

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Wien/Ternitz, 12.12.2018

Die Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment AG (SBO) startet kommende Woche ein Aktienrückkaufprogramm. Zwischen voraussichtlich 18. Dezember 2018 und 31. März 2019 will der Ölfeldausrüster bis zu 10.000 auf Inhaber lautende Stammaktien mit einem Nennbetrag von je 1 Euro bzw. bis zu 0,0625 Prozent vom Grundkapital zurückerwerben, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Der zu leistende Gegenwert liege zwischen 55 und 75 Euro je Aktie. Die eigenen Aktien würden für mögliche künftige Mitarbeiterbeteiligungspläne, Beteiligungskäufe oder auch "zu weiteren Zwecken" verwendet.

Im April wurde der Vorstand auf der Hauptversammlung dazu ermächtigt, bis zu 1,6 Millionen Stück Nennbetragsaktien (bis zu 10 Prozent vom Grundkapital) zurückzukaufen.

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SMA gibt China-Geschäft auf und baut Stellen ab

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Niestetal, 12.12.2018

Der schwächelnde deutsche Solarkonzern SMA will sich von seinem China-Geschäft trennen und weltweit 425 Vollzeitstellen abbauen. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Von dem Abbau seien auch 100 Arbeitsplätze in Deutschland betroffen. SMA hatte nach einer Gewinnwarnung im September eine Restrukturierung angekündigt, ohne Details zu nennen.

Im November hatte der Konzern die Prognose nochmals senken müssen. Die Aktie legte am Vormittag nur kurzfristig zu.

Die Maßnahmen seien notwendig, um SMA in einem von starkem Preisverfall geprägten Umfeld schnell wieder in die Profitabilität zurückzuführen, hieß es. Wesentliche Aspekte der Restrukturierung seien die Aufgabe der Standorte in China und der Verkauf der chinesischen Gesellschaften an das dortige Management. "Im Zentrum unserer Überlegungen zur Restrukturierung stand die Standortfrage. Mit den nun beschlossenen Maßnahmen bekennt sich der SMA-Vorstand zum Standort Deutschland", erklärte SMA-Chef Jürgen Reinert.

Der Arbeitsplatzabbau sei dabei "unumgänglich" und soll den Angaben zufolge sozialverträglich bis 2020 umgesetzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen schließt SMA nicht aus. Die geplanten Maßnahmen sollen ab Jänner umgesetzt werden, Voraussetzung ist die Zustimmung des Betriebsrats.

Die zweimal gesenkte Jahresprognose bestätigte SMA. Sie geht von einem Umsatz von 760 Mio. bis 780 Mio. Euro und einem operativen Verlust (Ebitda) im mittleren bis oberen zweistelligen Millionen-Bereich aus. Für 2019 strebt das Management einen wachsenden Umsatz und ein positives Ebitda an.

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Netzausbau: Höhere Entschädigungen für Grundstücksbesitzer

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Berlin, 12.12.2018

Berlin will zusammen mit den Ländern den Ausbau der deutschen Stromautobahnen drastisch beschleunigen. Ein am Mittwoch beschlossenes Gesetz sieht nach Angaben von Wirtschaftsminister Peter Altmaier unter anderem höhere Entschädigungen für Grundstücksbesitzer vor, die ihre Flächen für den Ausbau von Leitungen zur Verfügung stellen. Zudem sollen die Genehmigungsverfahren beschleunigt werden.

Insgesamt könnten die Bürger davon ausgehen, dass mit dem neuen Gesetz die Energiewende besser und auf Dauer auch preisgünstiger umgesetzt werde, sagte Altmaier.

"Das ist ein sehr wichtiger Meilenstein für das bessere Gelingen der Energiewende und das Gelingen des Netzausbaus, der dafür die Voraussetzung ist", erklärte der deutsche Minister. Die Novelle des "Netzausbaubeschleunigungsgesetzes Übertragungsnetz" (NABEG) soll wesentlich dazu beitragen, den von allen Seiten beklagten Rückstand beim Ausbau der großen Stromautobahnen in den nächsten Jahren aufzuholen. Dabei soll die Öffentlichkeit in hohem Maße einbezogen werden, Umweltstandards sollen unangetastet bleiben. Das nötige Geld für die höheren Entschädigungen soll aus den Netzentgelten kommen. Altmaier zufolge steigen die dafür vorgesehenen Kosten von derzeit einmalig 711 Mio. Euro um 108 Mio. Euro.

Altmaier hatte schon vor einiger Zeit einen "Aktionsplan Stromnetz" vorgelegt, der Anfang 2019 konkretisiert und mit Zeitplänen für jedes einzelne Ausbauprojekt angereichert werden soll. Das nun beschlossene Beschleunigungsgesetz, das um Ostern 2019 herum den Bundestag und Bundesrat passiert haben könnte, ergänzt das. Vorgesehen ist unter anderen, dass das bestehende Netz mit Mitteln der Digitalisierung optimiert und stärker ausgelastet werden soll.

Ziel bleibe, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in Deutschland bis 2030 auf 65 Prozent zu erhöhen. Das größte Problem dabei ist, dass Ökostrom - etwa aus Wind - vor allem im Norden und Osten Deutschlands produziert, vornehmlich aber in den Industrienetzen im Westen und Süden das Landes benötigt wird. Dazu allerdings fehlt es derzeit an ausreichend leistungsfähigen Stromautobahnen.

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Kreml kritisiert USA wegen Ablehnung der Nord Stream 2

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Moskau, 12.12.2018

Die Versuche der Vereinigten Staaten, das von Russland unterstützte Pipeline-Projekt Nord Stream 2 nach Deutschland zu untergraben, seien ein Beispiel für unlauteren Wettbewerb, kritisierte der Kreml am Mittwoch. Die Versuche dienten dazu, etwas in Frage zu stellen, was ein reines kommerzielles Projekt sei.

"Wir halten das für nicht richtig oder akzeptabel für uns", sagte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow Reportern auf einer Telefonkonferenz, als er nach dem Widerstand der USA gegen das Projekt gefragt wurde.

Die USA haben erst in dieser Woche wieder offen den Ausstieg aus dem Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 gefordert. "Unsere Position ist ziemlich klar: Wir appellieren an alle Beteiligten, das Projekt zu beenden", sagte der für Energiesicherheit zuständige Staatssekretär im US-Außenministerium, Francis Fannon, in Washington am Montag. Die europäischen Bemühungen, Russland auch nach der Eröffnung von Nord Stream 2 zur Gasversorgung Europas durch die Ukraine anzuhalten, seien vergeblich, Russland könne nicht vertraut werden.

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USA fordern offen den Ausstieg aus Nord Stream 2

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Washington/Moskau/Berlin, 11.12.2018

Die USA haben offen den Ausstieg aus dem Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 gefordert. "Unsere Position ist ziemlich klar: Wir appellieren an alle Beteiligten, das Projekt zu beenden", sagte der für Energiesicherheit zuständige Staatssekretär im US-Außenministerium, Francis Fannon, am Montag in Washington.

Die Pipeline führt von Russland durch die Ostsee nach Greifswald in Deutschland. Bisherige Lieferwege für russisches Gas durch die Ukraine würden damit umgangen. Russland legt großen Wert auf die Pipeline. In der EU gibt es neben wirtschaftlichen und energiepolitischen Interessen an dem Projekt auch Kritik. Österreich steht dem Projekt positiv gegenüber. Auch der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV hat sich am Bau beteiligt.

US-Präsident Donald Trump hat den Bau der Pipeline mehrmals als "furchtbar" bezeichnet und sich offen gegen die Realisierung ausgesprochen. Die Pipeline würde die Abhängigkeit Europas von russischen Energieressourcen weiter erhöhen, sagte Fannon. Es gebe keinen Anlass, den Worten von Russlands Präsident Wladimir Putin zu trauen, der eine Durchleitung von Gas über die Ukraine weiterhin zugesagt hatte.

Die USA versuchen seit geraumer Zeit selbst, ihr im Überschuss vorhandenes und gefördertes Gas in Europa zu verkaufen. In Polen wird etwa gerade ein Terminal für Flüssiggas erweitert. In Litauen machte 2014 ein neues Terminal auf, in Kroatien soll eine solche Anlage 2020 öffnen und vor allem den ungarischen Markt bedienen.

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COP24: Gespräche über Vorgaben für Neuwagen vertagt

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Katowice (Kattowitz), 11.12.2018

Im Streit um schärfere Klimaschutz-Vorgaben für Neuwagen haben das EU-Parlament, die Kommission und die Staaten ihre Gespräche vertagt. "Wir stehen nicht vom Verhandlungstisch auf. Wir haben daher einen fünften Trilog angeboten und wollen die Gespräche fortsetzen", sagte Umweltministerin Elisabeth Kostinger (ÖVP). Es sei Ziel der österreichischen Ratspräsidentschaft, zu einem Ergebnis zu kommen.

Das Ziel ist es, die Autohersteller bis 2030 dazu zu verpflichten, Neuwagen zu bauen, die deutlich weniger CO2 ausstoßen als die bisherigen Modelle. Der Vorschlag der EU-Kommission lag bei einer Reduktion von 30 Prozent bis 2030, jener des EU-Parlaments bei 40 Prozent und der Vorschlag der EU-Mitgliedsstaaten bei 35 Prozent bis 2030. Diese Positionen wurden seitdem im Trilog zwischen Kommission, Mitgliedsstaaten und Parlament verhandelt. "Schon die Anhebung des Ziels auf 35 Prozent war ein Kraftakt, der für viele Mitgliedsstaaten schwierig war. Deutschland hatte bis zuletzt darauf bestanden, nicht über 30 Prozent gehen zu können, dem Kompromiss aber zugestimmt", sagte Köstinger am Dienstag in einem Statement gegenüber der APA.

Die Kommission hat sich von ihrem Ausgangspunkt von 30 Prozent nach oben bewegt, die Staaten auf 35 Prozent mit weiteren Kompromissangeboten. Das Parlament habe sich Köstinger zufolge aber als unbeweglich gezeigt. Die Verpflichtung für Hersteller, bei ihren Flotten diese höheren Einsparungsziele zu liefern, wäre der Ministerin zufolge jedoch "ein Meilenstein in der Klimapolitik".

Köstinger will die Verhandlungen daher fortsetzen. "Wir haben alle ein gemeinsames Interesse, nämlich den Klimaschutz voranzutreiben und den Autoherstellern strenge Auflagen zu geben", sagte sie. Daher habe sie einen fünften Trilog noch vor Weihnachten angeboten. "Wir wollen ein Ergebnis, das ambitioniert ist, und von den Staaten Europas mitgetragen wird", so Köstinger.

Schon jetzt gilt, dass Neuwagen im Flottendurchschnitt 2020 nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen sollen. Der Verkehrssektor steht für etwa ein Viertel der Treibhausgas-Emissionen in der EU. Sie nahmen zuletzt zu. Auch der Durchschnitt bei Neuwagen stieg 2017 leicht auf nun 118,5 Gramm pro Kilometer. Dazu trägt unter anderem bei, dass große und schwere Stadt-Geländewagen bei Kunden beliebt sind. Autobauer hatten schon 35 Prozent Minderung als möglichen Jobkiller kritisiert. Klimaschützern ist das zu wenig.

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APG brachte Fristsetzungsantrag zu 380-kV-Stromleitung ein

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Wien, 11.12.2018

Die Geduld der Verbund-Tochter APG in Sachen ausständiger Genehmigung der Salzburger 380-kV-Stromleitung ist nach mittlerweile 34 Monaten Verfahrensdauer beim Bundesverwaltungsgericht (BVwG) am Ende. Am Dienstag hat die APG einen Fristsetzungsantrag eingebracht, damit der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) dem BVwG die Anordnung gibt, innerhalb einer bestimmten Frist über die Causa zu entscheiden.

Das fehlende 380-kV-Leitungsstück in Salzburg sei für die Versorgungssicherheit dringend nötig, speziell im Hinblick auf den geplanten Ausbau der Erneuerbaren Energien in Österreich, argumentierte das Management der Austrian Power Grid (APG) am Dienstag vor Journalisten. Die Leitung soll vor allem Strom aus Westösterreich in den Osten bringen können. Dabei geht es einerseits um Elektrizität aus Speicherkraftwerken im Westen, aber auch um aus Deutschland importierten Strom, der primär im Westen ins Land hereinkommt. Benötigt wird der Strom aber hauptsächlich in Ostösterreich, wo die großen Verbraucher sitzen.

Auch soll vermehrt der im Osten anfallende Windkraft-Überschussstrom zu den Pumpspeicherwerken im Westen geleitet werden können, um ihn dann später bei Bedarf von dort wieder abrufen zu können. "Flaschenhals" auf dem Weg vom Osten in den Westen oder umgekehrt ist die alte 220-kV-Stromleitung. Im Vergleich zu den bestehenden 220-kV-Leitungen in Salzburg hat die neue 380-kV-Verbindung die rund siebenfache Kapazität (über 2.000 MW gegenüber derzeit 300 MW).

Das APG-Management geht davon aus, dass der VwGH aufgrund des Fristsetzungsantrags dem BVwG auftragen wird, binnen einer bestimmten Frist ein Erkenntnis zu erlassen - oder mitzuteilen, warum die Erlassung nicht innerhalb der gesetzlichen 6-Monats-Frist möglich sei. In der ersten Instanz betrage die gesetzliche Frist neun Monate, in der nunmehrigen zweiten sechs Monate - entscheide ein Verwaltungsgericht nicht fristgerecht, könne beim VwGH ein Fristsetzungsantrag gestellt werden, was nun erfolgte. Im Regelfall ordne der VwGH eine Frist von drei Monaten an, so der Netzbetreiber. In drei, vier Monaten könnte eine Entscheidung da sein, hofft man. Die würden die Leitungsgegner aber wohl erneut bei den Höchstgerichten beeinspruchen.

Sollte es eine aufschiebende Wirkung im anschließenden Verfahren geben, werde man das analysieren und eventuell trotzdem im Frühherbst einen Baubeschluss fassen. Baustart für die Leitung könnte im Herbst 2019 sein, weil fast nur über den Winter gebaut werden könne. Bis das 650 Mio. Euro teure Vorhaben fertig sei, werde es dann fünf Jahre dauern. Falls das BvWG doch negativ entscheide, könne man als außerordentliches Rechtsmittel noch den VwGH oder den VfGH anrufen.

Die APG hat das Projekt im September 2012 zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingereicht. Die öffentliche Verhandlung dazu startete im Juni 2014. Im Dezember 2015 entschied das Land Salzburg das Projekt positiv. Dagegen beriefen die Leitungsgegner, das Verfahren ging im Februar 2016 zum BvWG in Wien. Die öffentliche Berufungsverhandlung fand ab Mitte Juli 2017 in Wien statt.

Das Ziel der Regierung, dass ab 2030 der gesamte heimische Stromverbrauch - bilanziell übers Jahr gerechnet - zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien bestritten werden soll, sei ohne Salzburgleitung nicht erreichbar, betonte APG-Vorstandschefin Ulrike Baumgartner-Gabitzer am Dienstag. Die E-Wirtschaft geht ja davon aus, dass es bis dahin rund 27 TWh Erneuerbaren-Ausbau geben muss (vor allem Windkraft, PV, Wasserkraft), um für den dann erwarteten Stromverbrauch von 88 TWh gewappnet zu sein.

Der technische APG-Vorstand Gerhard Christiner betonte, dass es mit der neuen 380-kV-Leitung in Summe 65 Leitungskilometer und 229 Masten weniger geben werde als heute. Es würden nämlich 128 km Kabel neu errichtet (davon 114 km 380 kV, 14 km 220 kV), aber 193 km an 220- und 110-kV-Leitungen demontiert. Ähnlich bei den Masten: 449 würden neu errichtet, 678 abgebaut. Und zudem würden die Leitungen von den Siedlungsgebieten wegwandern, hinauf in die Mittelgebirgslagen. Die von Freileitungsgegnern wiederholt geforderte Erdverkabelung habe man aus technischen und auch ökonomischen Gründen nach eingehender Prüfung von Anfang an verworfen; die Kosten seien hier 8- bis 10-mal so hoch, meinte Christiner, das würde sich in einer Größenordnung von 6 Mrd. Euro abspielen.

Christiner verwies auch auf die hohen Kosten, die das fehlende 380-kV-Stück verursache - nämlich vor allem für das Redispatch, bei dem die APG als Leitungsbetreiber kostenpflichtig Kraftwerkskapazität aus kalorischen Anlagen abrufen muss, um die Netzstabilität aufrechtzuerhalten. 2017 betrugen die Kosten für die APG knapp 100 Mio. Euro - heuer sind es derzeit schon 116 Mio. Euro, bis Jahresende erwarten Baumgartner-Gabitzer und Christiner an die 130 Mio. Euro. Zahlen müssen das letztlich die Stromkunden. Der zusätzliche Einsatz an - überwiegend - Gaskraftwerken im Osten (Steiermark, Wien, NÖ, aber auch OÖ und Linz) bewirkt auch einen Mehrausstoß an CO2, laut Christiner waren das 1,5 Mio. t im Jahr 2017. "Ein ausreichend dimensioniertes Netz wäre daher die günstigste Flexibilitätsoption im System", betonte er.

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Salzburg AG investiert 137,3 Mio. Euro im Jahr 2019

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Salzburg, 11.12.2018

Der Aufsichtsrat der Salzburg AG hat am Dienstag für das Jahr 2019 Investitionen in der Höhe von 137,3 Mio. Euro (2018: 136 Mio. Euro) beschlossen. 66,1 Mio. Euro und damit fast die Hälfte der Summe fließen in den Ausbau der Übertragungs- und Verteilernetze für Strom, Fernwärme, Erdgas und Wasser. Der Betrag enthält auch 23,8 Mio. Euro für die Einführung intelligenter Stromzähler (Smart Meter).

Für Glasfaser- und Breitband-Internet ist im kommenden Jahr eine Tranche von 24,2 Mio. Euro vorgesehen. Bis 2030 sollen dann alle Salzburger flächendeckend mit einer Übertragungsrate von 1 Gbit/s versorgt werden können.

Nach der Eröffnung des Pumpspeicherkraftwerks Dießbach Ende Oktober wird im kommenden Jahr weniger Geld (knapp 8,8 Mio. Euro) als zuletzt in den Bereich Erzeugung investiert. 2019 soll mit dem gemeinsam mit dem Verbund errichteten Salzach-Kraftwerk Gries im Pinzgau das bereits 30. Wasserkraftwerk der Salzburg AG im Bundesland in Betrieb gehen.

In seine Verkehrssparte wird das Unternehmen im kommenden Jahr 26,8 Mio. Euro investieren - deutlich mehr Geld als im Vorjahr (rund 17 Mio. Euro). Knapp 4,4 Mio. Euro fließen in die Salzburger Lokalbahn, gut 22,4 Mio. Euro in den Obus in der Landeshauptstadt. Hier schlägt sich vor allem die zuletzt beschlossene Anschaffung von 15 neuen Gelenks-Obussen ab Herbst 2019 zu Buche, um die zuletzt in Kritik geratene Obus-Flotte in der Stadt zu modernisieren.

Auch beim Ausbau der Elektromobilität im Bundesland bleibt die Salzburg AG auf Kurs. Das Unternehmen betreibt derzeit rund 100 öffentliche Ladestationen und 8 Schnellladestationen und fördert gemeinsam mit dem Land Gemeinden unter anderem bei der Errichtung neuer Ladestationen - 2019 mit knapp 2 Mio. Euro. Fortgeführt wird auch die Digitalisierungsstrategie und das hauseigene Innovationsprogramm, das sich auf die Entwicklung, Prüfung und Umsetzung von neuen Geschäftsfeldern konzentriert.

Ab 1. Jänner 2019 startet die Salzburg AG auch ihre neue Tourismus GmbH. Damit bündelt das Unternehmen die touristischen Angebote wie den Mönchsbergaufzug und die Festungsbahn in der Landeshauptstadt und die Schafbergbahn und Wolfgangsee Schifffahrt im Salzkammergut in einer eigenen Tochterfirma.

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Verbund holt sich 500 Mio. Euro über "nachhaltigen" Kredit

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Wien, 11.12.2018

Der börsennotierte Verbund-Konzern hat am 10. Dezember einen syndizierten Kredit in Höhe von 500 Mio. Euro bei zwölf Banken platziert, dessen Zinssatz über die gesamte Laufzeit von fünf Jahren vom Rating einer Nachhaltigkeits-Ratingagentur bestimmt wird. Das teilte der Verbund am Dienstag mit.

Um sich als "nachhaltiges" Unternehmen zu präsentieren, hatte der Verbund schon 2014 einen Green Bond mit einem Volumen von 500 Mio. Euro emittiert, dessen Mittel ausschließlich zur Finanzierung zertifizierter Wasser- und Windkraft-Projekte verwendet werden durften.

Der Zinssatz des aktuellen syndizierten ESG-Kredits (Environmental Social Governance) wird einmal jährlich ausschließlich auf Basis eines externen Nachhaltigkeits-Ratings der Agentur Sustainalytics festgelegt.

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Russland kündigte schrittweise Ölförder-Drosselung an

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Moskau, 11.12.2018

Russland will bei der vereinbarten Drosselung der Ölproduktion zwischen den OPEC-Staaten und weiteren großen Förderländern schrittweise vorgehen. Im Jänner werde der Ölausstoß um mindestens 50.000 bis 60.000 Barrel pro Tag zurückgefahren, kündigte Energieminister Alexander Nowak am Dienstag an.

Die 15 Staaten der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hatten sich am Freitag mit wichtigen Partnerländern wie Russland darauf verständigt, die Ölproduktion ab Jänner 2019 um zusammen 1,2 Millionen Barrel pro Tag zu drosseln. Dabei soll das Ölkartell seine tägliche Fördermenge um 800.000 Barrel verringern, Nicht-OPEC-Staaten sollen weitere 400.000 Barrel pro Tag beisteuern. Mit den Maßnahmen soll der Ölpreis stabilisiert werden. Er ist seit Oktober um fast ein Drittel eingebrochen, was vor allem am weltweiten Überangebot liegt.