Filtern nach
Ihr Suche ergab leider kein Ergebnis! Bitte versuchen Sie es mit einem anderen Begriff.
0
0
160686360008
801606923180

Siemens Energy und Porsche starten Wasserstoff-Pilotprojekt

Weiter zum Artikel
Berlin, 02. Dec. 2020

"Grüner" Wasserstoff gilt als eine der wichtigsten Zukunftstechnologien: Die deutschen Firmen Siemens Energy und Porsche planen nun ein Pilotprojekt in Chile. Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) übergab dazu am Mittwoch einen Förderbescheid. Es ist der erste für ein internationales Projekt.

Siemens Energy will in Chile nach Firmenangaben gemeinsam mit dem Sportwagenbauer Porsche und einer Reihe internationaler Unternehmen ein Projekt entwickeln, aus dem die weltweit erste integrierte und kommerzielle Großanlage zur Herstellung synthetischer, klimaneutraler Kraftstoffe hervorgehen soll.

Porsche ist Hauptabnehmer des grünen Kraftstoffs. Diese sollen etwa im Motorsport genutzt werden, wie Porsche-Chef Oliver Blume sagte. Elektromobilität sei "ohne Wenn und Aber" für den VW-Konzern die Technologie der Zukunft. Es werde aber auch in künftig noch Verbrenner geben.

Altmaier sprach in einer digitalen Konferenzschaltung von einem wichtigen Schritt zur Umsetzung der Wasserstoffstrategie der Regierung. Altmaier übergab einen Förderbescheid in Höhe von 8,23 Millionen Euro an den Vorstandsvorsitzenden der Siemens Energy AG, Christian Bruch.

Der Bedarf an Wasserstoff könne nicht nur aus heimischen Quellen gedeckt werden, so Altmaier. Deswegen müssten in anderen Ländern Produktionskapazitäten aufgebaut werden. Deutschland habe bereits eine Reihe von Energiepartnerschaften geschlossen.

Das Pilot-Projekt "Haru Oni" nutzt nach Firmenangaben die hervorragenden Windbedingungen im Süden Chiles, um mit Hilfe von grünem Windstrom klimaneutralen Kraftstoff zu erzeugen. "Erneuerbare Energie wird nicht mehr nur dort produziert, wo sie gebraucht wird, sondern wo natürliche Ressourcen wie Wind und Sonne in großen Mengen vorhanden sind", so Bruch. Es würden weltweit neue Lieferketten entstehen, um regenerative Energie von einer Region in die andere zu transportieren.

Deutschland soll nach dem Willen der Regierung bei der Nutzung neuartiger klimafreundlicher Wasserstoff-Energie weltweit zum Vorbild werden. Im Zentrum steht dabei sogenannter grüner Wasserstoff, der ausschließlich mit erneuerbarer Energie gewonnen wird. Er kann als Basis für Kraft- und Brennstoffe dienen, um etwa in Industrie und Verkehr die Nutzung von Kohle, Öl und Erdgas abzulösen.

Die deutsche Regierung will den Ausbau erneuerbarer Energien aus Wind und Sonne in Deutschland vorantreiben. Sie geht allerdings davon aus, dass ein großer Teil der benötigten Wasserstoff-Menge auf absehbare Zeit importiert werden wird.

1
0
160686360004
401606901760

Nordex will mit Kapitalerhöhung 200 Millionen Euro einsammeln

Weiter zum Artikel
Rostock, 02. Dec. 2020

Der Hamburger Windanlagenbauer Nordex nutzt den Höhenflug seiner Aktie für eine rund 200 Millionen Euro schwere Kapitalerhöhung. Über Nacht sollen 10,67 Millionen Aktien bei großen Investoren untergebracht werden, wie Nordex mitteilte. Das frische Geld solle der "weiteren Unterstützung des zukünftigen Wachstums" und zur Stärkung der Bilanz dienen. Zum Xetra-Schlusskurs könnte das Unternehmen damit 212 Millionen Euro einnehmen.

Der spanische Großaktionär Acciona wolle sich "mit einer wesentlichen Order" an der Kapitalspritze beteiligen. Acciona hält 36,4 Prozent an Nordex und hatte dem Unternehmen schon vor einem Jahr mit 99 Millionen Euro frischem Kapital unter die Arme gegriffen.

Nordex-Aktien schlossen am Dienstag im Xetra-Handel mit 19,91 Euro knapp unter ihrem Jahreshoch. Allein im November hat der Aktienkurs um zwei Drittel angezogen. Nachbörslich fielen die Papiere aber um sechs Prozent.

2
0
160686360004
401606918080

Studie: Versicherer ziehen sich aus Kohlegeschäft zurück

Weiter zum Artikel
München, 02. Dec. 2020

Eine steigende Zahl von Versicherern zieht sich nach einer Studie von Umweltschutzorganisationen aus dem Kohlegeschäft zurück. Für Bergwerke und andere Unternehmen der Kohleindustrie wird es demnach zunehmend schwieriger, sich zu versichern. Das berichtete "Insure our Future", ein Zusammenschluss von Klima- und Umweltinitiativen aus den USA, mehreren europäischen Ländern und einigen anderen Nationen.

Demnach haben 23 der weltweit 30 größten Versicherer in den vergangenen drei Jahren ihr Kohlegeschäft entweder beendet oder eingeschränkt, sechs mehr als vor einem Jahr. Die Klimaschützer forderten die Branche auf, auch aus dem Öl- und Gasgeschäft auszusteigen - in diesem Bereich hat sich die Versicherungsbranche den Angaben zufolge bisher sehr viel weniger Selbstverpflichtungen auferlegt.

Deutsches Mitglied von "Insure our Future" ist die Initiative Urgewald, die viele Manager und Aktionäre von deren Auftritten bei Hauptversammlungen kennen. Was die Kohle betrifft, ziehen sich viele Unternehmen laut dem mittlerweile zum vierten Mal veröffentlichten Report auch bei ihren Kapitalanlagen aus Kohleinvestitionen zurück.

Demnach haben sich insgesamt 65 Versicherungsunternehmen mit einem Portfolio in Höhe von insgesamt 12 Billionen Dollar (rund 10.027 Mrd. Euro) verpflichtet, keine neuen Gelder mehr in der Kohlebranche anzulegen oder ihre bestehenden Investitionen zu reduzieren. Auch die beiden österreichischen Versicherer UNIQA und Vienna Insurance haben sich bereits teilweise zurückgezogen.

Allerdings ist das tätige Bekenntnis zum Klimaschutz laut der Studie weitgehend auf europäische und australische Versicherer beschränkt. Große Versicherungen in den USA und Ostasien sowie die britische Versicherungsbörse Lloyd's erlegen sich der Studie zufolge weniger Beschränkungen auf. Die Autoren werteten sowohl öffentlich verfügbare Informationen als auch die Antworten von 20 Versicherungen aus, die den Fragenkatalog der Klimaschützer beantworteten.

"Insure our Future" veröffentlicht darüber hinaus auch alljährlich ein internationales Klimaranking der Versicherungen. Platz eins belegt die französische Axa. Dahinter folgen Swiss Re, Hannover Re, Zurich und Munich Re.  

3
0
160686360004
401606901640

Cleen Energy bestätigt vorläufige Zahlen

Weiter zum Artikel
Wien/Haag, 02. Dec. 2020

Nach mehrmaligen Verschiebungen hat die burgenländische Cleen Energy ihren Jahresabschluss für 2019 vorgelegt. Die im August veröffentlichten vorläufigen Zahlen wurden bestätigt.

Bei einem Umsatz von 3,34 Mio. Euro schrieb das Unternehmen einen Verlust von 1,62 Mio. Euro. Für die Jahre 2020 und 2021 rechnet das Unternehmen wegen neuer Aufträge mit deutlichen Steigerungen des Umsatzes, heißt es im Geschäftsbericht.

4
0
160677720007
701606777200

Lockdown drückt Energieverbrauch

Weiter zum Artikel
Wien, 01. Dec. 2020

Die geringere Nachfrage zeigt sich auch in niedrigen Strompreisen.

Im Vorjahr stieg der Energieverbrauch hingegen an - vor allem im Verkehrssektor und in privaten Haushalten. Die Erneuerbaren legten um fünf Prozent zu. 

Der aktuelle Lockdown drückt den Stromverbrauch in Österreich derzeit stark nach unten. So sei dieser in der vergangenen Woche um sieben Prozent unter dem Vorjahreszeitraum gelegen, teilte der Netzbetreiber APG am Freitag mit. Das sei vor allem der Schließung des Einzelhandels zu verdanken. Die geringere Stromnachfrage zeigt sich auch im Strom-Großhandelspreis. In der letzten Oktoberwoche sei der wöchentliche Strompreis mit 32 Euro pro Megawattstunde um fast zehn Euro unter dem Wert von 2019 gelegen, sagt APG-Vorstand Thomas Krall. Schon im ersten Lockdown im Frühjahr gab es einen deutlichen Einbruch des Energieverbrauchs. Damals fuhren auch Teile der Industrie ihre Produktion herunter. 

Anstieg im Vorjahr 
Auch beim Energieverbrauch wird 2020 aber eine Ausnahme bleiben. Im Vorjahr stieg der energetische Endverbrauch um ein Prozent auf 317 Terawattstunden (TWh). Das zeigt die am Freitag von der Statistik Austria präsentierte Energiebilanz für das Jahr 2019. Der Anstieg ist vor allem auf einen höheren Energieeinsatz im Verkehrssektor zurückzuführen, der insgesamt für mehr als ein Drittel des Verbrauchs verantwortlich ist. 

Im Flugverkehr ist der Energiebedarf sogar um 15 Prozent gestiegen. Insgesamt hat der Verbrauch des Flugverkehrs in den vergangenen zehn Jahren um 50 Prozent zugenommen. Am Gesamtverbrauch macht er mit 3,6 Prozent aber immer noch einen zu vernachlässigenden Anteil aus. Anders als der Straßenverkehr. Dessen seit Jahren steigender Energieverbrauch hat auch im Vorjahr leicht zugenommen und wird zum immer größeren Problem in der österreichischen Energiebilanz. 31 Prozent des gesamten österreichischen Verbrauchs hängen am Straßenverkehr. Darauf ist auch der leichte Anstieg beim Einsatz von Erdölprodukten (plus zwei Prozent) zurückzuführen. Andere fossile Energieträger sind im energetischen Endverbrauch vergangenes Jahr ebenso angestiegen. Die leichten Zunahmen von Kohle und Erdgas hängen aber in erster Linie mit dem erhöhten Heizbedarf zusammen. Insgesamt ist der Energiebedarf 2019 auch bei privaten Haushalten um zwei Prozent gestiegen. 

Ökostrom-Ziele in weiter Ferne 
Im energetischen Endverbrauch gab es bei erneuerbaren Energieträgern im Vergleich zum Vorjahr keine nennenswerte Änderung. Jedoch in der Produktion. Insgesamt produzierten erneuerbare Energieträger 2019 um fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Mit einem Plus von 24 Prozent legte die Windkraft am deutlichsten zu und liegt nun bei einer Erzeugung von 7,5 TWh. Fotovoltaik verzeichnete eine Steigerung von 17 Prozent auf knapp zwei TWh und auch die Energie aus der ohnehin gut ausgebauten Wasserkraft legte aufgrund der guten Wasserführung im Vorjahr noch einmal um sieben Prozent auf 41 TWh zu. Vom Ziel, dass bis 2030 (bilanziell) 100 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energieträgern kommen sollen, liegt die österreichische Energiewirtschaft trotz der leichten Zuwächse aber noch weit entfernt - zumal sich auch der Strombedarf bis dahin deutlich erhöhen wird. 

Bis 2030 sollen die Erzeugungskapazitäten von Fotovoltaik um elf TWh, bei Wind um zehn TWh und bei Wasserkraft um weitere fünf TWh ausgebaut werden. Ein ambitioniertes Ziel, zumal die Umsetzung des Erneuerbaren Ausbau Gesetzes (EAG) zuletzt ins Stocken geraten ist.

Die Presse, von David Freudenthaler
5
0
160677720007
701606777200

Angriff auf deutschen Strommarkt

Weiter zum Artikel
01. Dec. 2020

Neue Anbieter mischen das Geschäft mit der Elektrizität auf - darunter ein bekannter E-Mail-Provider und zwei Aufsteiger aus Norwegen und Großbritannien. 

Wer erfolgreich Strom verkaufen will, braucht keine eigenen Kraftwerke. Deutschlands größter Versorger Eon, der hierzulande 14 Millionen Haushalte beliefert, ist dafür das beste Beispiel. Der Essener Energieriese hat praktisch die komplette Stromerzeugung ausgelagert, um sich ganz auf den Vertrieb und die Verteilnetze zu konzentrieren. 

Das ist eine Spezialisierung mit Risiken: Die Margen sind eng, der Wettbewerb unter den mittlerweile 1300 Stromanbietern ist extrem hart. Das Internet schafft mehr Preistransparenz, als den Platzhirschen lieb sein kann. Und wenn die Tarife nicht mehr überzeugen, ist der Anbieter mit wenigen Klicks gewechselt. Zum Erfolgsfaktor wird dabei immer stärker die digitale Kompetenz, mit der auch Branchenfremde ihr Glück auf dem Energiemarkt versuchen. Im Trend liegen Ökostromanbieter, die zumeist den Ausbau erneuerbarer Energien in anderen Ländern finanzieren und so ein zumindest bilanziell grünes Produkt vermarkten - sowie Anbieter mit digitalen Plattformen. "Wir sehen die Strombranche in einer Art Vorreiterstellung, was die Digitalisierungsmöglichkeiten angeht," sagt Jan Oetjen. Er ist Geschäftsführer von Web.de, dem mit Abstand größten E-Mail-Provider in Deutschland, der Eon schon seit längerem Konkurrenz macht. 
Vom Stromeinkauf an der Börse bis zum Vertrieb: Überall ließen sich die Prozesse sehr weit digitalisieren und dadurch die Kosten drücken, sagt Oetjen. Beim Verkauf der Stromverträge kann er eine weitere Stärke ausspielen: den riesigen Adressenbestand von 30 Millionen Nutzern des E-Mail-Dienstes, die Web.de mit sehr überschaubaren Kosten und ohne den Umweg über provisionsgierige Vergleichsportale ansprechen kann. "Wir sind mit der Entwicklung unseres Stromproduktes sehr zufrieden", sagt Oetjen - lässt sich aber keine Zahlen entlocken. 

Tibber ist in dieser Hinsicht offensiver. Das 2016 gegründete Start-up aus Norwegen ist nach dem Markteintritt in Schweden seit diesem Frühjahr auch in Deutschland aktiv. Es wirbt damit, Grünstrom im monatlich kündbaren Abo-Modell zum Einkaufspreis weiterzureichen - und zudem den Strombezug flexibel über eine App steuerbar zu machen, damit man beispielsweise dann Wäsche waschen kann, wenn Elektrizität im Großhandel gerade wenig kostet. Letzteres setzt allerdings ein digitales Mess- und Steuergerät voraus, ein sogenanntes Smart Meter. In den skandinavischen Ländern schon gang und gäbe, sind Smart Meter in Deutschland erst wenig verbreitet. 
Bislang hätten hierzulande auch nur wenige Tibber-Kunden solche Geräte, gesteht Deutschland-Chefin Marion Nöldgen im Gespräch mit der F.A.Z. Mit Smart Meter bietet das Start-up sogar den stündlichen, oft noch günstigeren Einkaufspreis an statt dem monatlichen Durchschnittspreis. Der Vorteil sei für Geringverbraucher allerdings nicht so groß, zumal die Anschaffung beim Tibber-Vertragspartner einmalig 130 Euro und der Betrieb 9 Euro im Monat zusätzlich kostet. Anders verhalte es sich aber für Kunden mit großen Stromgeräten wie Elektroautos oder Wärmepumpen. Für diese mache es schon etwas aus, wenn die Kilowattstunde im Einkauf mal 10 Cent weniger kostet. Und von diesen dürfte es im "Potentialland der Elektromobilität" künftig immer mehr geben, sagt Nöldgen. 

In Deutschland will sie hoch hinaus, harter Wettbewerb und Bürokratie hin oder her. Man habe ein "echtes digitales Produkt", nicht bloß eine bunte App und eine Website. Auch werbe man nicht nur mit Lockangeboten und sehe bei der Konkurrenz "einen wahnsinnigen Dschungel von veralteten Vertragsstrukturen mit ewig langen Laufzeiten". Glaubt man der Tibber-Geschäftsführerin und studierten Wirtschaftsinformatikerin, ist das Start-up in den vergangenen Monaten "überrannt" worden. Genaue Zahlen will sie zwar nicht nennen. Von den rund 100 000 Kunden in Norwegen, Schweden und Deutschland entfielen aber schon mehr als 10 Prozent auf die Bundesrepublik. Auch schwarze Zahlen habe man im dritten Quartal geschrieben. 
Tibber finanziert sich über die monatliche Grundgebühr, die hiesige Kunden 3,99 Euro kostet - und den Verkauf von Smart Metern, Raumluftsensoren und anderen Produkten aus dem hauseigenen Online-Handel. Umgekehrt gilt strenge Kostendisziplin: Bislang kommt das Start-up mit 70 Mitarbeitern aus, zehn davon in Deutschland. Den Rückhalt von Investoren, darunter Paypal-Gründer Peter Thiel, hat Tibber: Erst vor wenigen Tagen schossen die Geldgeber noch mal 55 Millionen Euro nach. 

Dass Bewegung im Markt ist, zeigt der Angriff von Octopus Energy aus Großbritannien. Auch dieses Unternehmen hat auf dem deutschen Strommarkt Großes vor. Octopus hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2024 eine Million Kunden in Deutschland zu gewinnen. Für die Expansion in Deutschland will das Unternehmen 80 Millionen Euro investieren, gab es nun bekannt. Der monatliche Grundpreis liegt mit 12 Euro allerdings höher als bei der Konkurrenz. 
Das britische Start-up hat auf der Insel bewiesen, dass es den bisherigen Großunternehmen auf dem Strommarkt in kurzer Zeit Marktanteile abnehmen kann. Innerhalb von nur vier Jahren hat der in London ansässige Newcomer 1,8 Millionen Privat- und 20 000 Geschäftskunden in Großbritannien gewonnen. Täglich kämen 2000 bis 3000 Kunden dazu, sagt das Unternehmen. Mit einem Marktanteil von mehr als 6 Prozent zählt das Start-up schon zu den sechs größten Energieversorgern im Land. Der Jahresumsatz hat sich seit Anfang 2019 auf rund 2,2 Milliarden Euro gut verdreifacht. 

Gemeinhin gilt der britische Strom- und Gasmarkt als ähnlich schwierig wie der deutsche. Die Gewinnmargen der Unternehmen sind klein. Schon zahlreiche Anbieter mussten nach kurzer Zeit wieder aufgeben. Viele locken mit günstigen Einstiegstarifen und erhöhen später die Preise. Octopus verspricht, das nicht zu tun: "Wir bieten den Kunden ein langfristig gutes Preis-Leistungs-Verhältnis statt kurzfristig niedrigen Preisen, die sofort wieder angehoben werden, sobald der Kunde gerade nicht hinsieht", sagt Gründer und Vorstandschef Greg Jackson, der zudem den Beitrag seines Unternehmens zur Energiewende betont. Octopus biete 100 Prozent "grünen Strom" und kämpfe damit auch gegen die Klimakrise. 
Das Geheimnis des Erfolgs liegt in einer IT-Plattform namens "Kraken". Das Computerprogramm, das große Mengen Daten mit Künstlicher Intelligenz analysiert, ermöglicht es, große Teile der Energieversorgungskette zu automatisieren. So kann das Unternehmen mit nur wenigen Mitarbeitern operieren und Kosten sparen. "Kraken" managt dabei unterschiedliche Tarife mit schwankenden Preisen, je nach Angebots- und Nachfragesituation. Das Programm ist so attraktiv, dass auch die britische Tochtergesellschaft von Eon und weitere Energieversorger Lizenzen erworben haben. 17 Millionen Energiekonten werden nach Angaben von Octopus über die Plattform versorgt. Das Start-up zählt in Großbritannien mittlerweile zu den "Einhörnern", also zu den Jungunternehmen mit einer Milliardenbewertung. Bei der jüngsten Finanzierungsrunde im Frühjahr stieg das australische Energieunternehmen Origin Energy mit 330 Millionen Euro ein, und Octopus wurde insgesamt mit fast 1,5 Milliarden Euro bewertet. 

Das Geld aus seiner jüngsten Finanzierungsrunde steckt Octopus nun in die eigene globale Expansion. Seit Beginn dieses Jahres ist das Start-up in den Vereinigten Staaten, Australien und Neuseeland aktiv. 2019 haben die Briten das deutsche Start-up "4hundred" gekauft, dieses soll nun die Basis für den Ausbau von Octopus Energy Germany sein. Dass der deutsche Markt hart umkämpft ist, schreckt Gründer Jackson nicht ab. Die Zielmarke von einer Million Kunden in vier Jahren nennt er selbst ambitioniert - glaubt aber an den Erfolg. 
 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, von Helmut Bünder, Bonn, Philip Plickert, London, und Niklas Záboji, Frankfurt
6
0
160677720007
701606777200

Es ist ohne fossile Energie machbar

Weiter zum Artikel
01. Dec. 2020

Energiewende Schweiz Unser Land kann die Energieversorgung klimaneutral umbauen.

Doch dazu braucht esTechnologien, die bisher noch nicht ausgereift sind. So soll etwa CO2 für lange Zeit im Untergrund gespeichert werden. Die wichtigsten Schritte Eine Zukunft fossile Energie verlangt den Umbau der Versorgung. 

So sollen wir klimaneutral werden 
Das Bundesamt für Energie hat einen Weg präsentiert, wie die Schweiz ihre Energieversorgung bis 2050 klimaneutral umbauen kann. Das bedeutet: Fahrzeuge, Heizungen und die Industrie dürfen in 30 Jahren unter dem Strich keine Treibhausgase mehr produzieren. Die Botschaft in den Energieperspektiven 2050+: Dieses Ziel kann erreicht werden. Mit den üblichen Instrumenten: dem Ausbau der Fotovoltaik, mit elektrisch betriebenen Autos, Wärmepumpen und Brenn- und Treibstoff wie Biogas und Wasserstoff. 
Erstaunlich ist: Es bleiben ziemlich grosse Restemissionen, 12 Millionen Tonnen Treibhausgase jährlich, das ist aus heutiger Perspektive immerhin immer noch rund ein Viertel der Emissionen. Die betroffenen Produzenten sind Kehrichtverbrennungsanlagen, die Zementherstellung, die chemische Industrie und Holz- oder Biogaskraftwerke. "Hier können wir die Emissionen nicht an der Quelle vermeiden", sagt Almut Kirchner. Sie ist Energieexpertin beim Beratungsunternehmen Prognos, das im Auftrag des Bundes zusammen mit den Firmen Infras, Ecoplan und TEP Energy die Perspektiven erarbeitet hat. 

Pipeline-Netz aufbauen 
Wie bringt man diese Restemissionen weg, damit das Ziel "Netto null" erreicht werden kann? Die Experten sehen die Lösung in Technologien, welche CO2 an der Quelle abscheiden und das Treibhausgas im Untergrund für lange Zeit speichern. Zwei grosse fossile Kraftwerke sind in Betrieb, bei denen CO2 aus dem Abgas gefiltert wird. Rund 20 derartige Kraftwerke (darunter auch Biomasse-Anlagen) sind im Bau. Das sind aber alles erst Pilot- oder Demonstrationsprojekte, und das Treibhausgas wird industriell verwendet, nicht im Untergrund gespeichert. 

Die Autoren gehen von etwa 7 Millionen Tonnen CO2 aus, die in der Schweiz so abgefangen werden können. Wie viel davon in der Schweiz unterirdisch gebunkert werden kann, weiss niemand so genau. "Wir sind davon ausgegangen, etwa 3 Millionen Tonnen pro Jahr in Zukunft im Jura speichern zu können", sagt Andreas Kemmler von Prognos. Der Rest müsste ins Ausland befördert werden. 
Die norwegische Regierung hat eben ein Projekt bewilligt, um in einer Zementfabrik und in einer Kehrichtverbrennungsanlage CO2 aus den Abgasen zu filtern, flüssig zur Küste zu befördern und im Meeresuntergrund zu lagern. Doch diese Verfahren reichen vermutlich nicht aus, um die Schweiz "klimaneutral" zu machen. Eine weitere Option sehen die Forscher in der Methode, CO2 direkt der Atmosphäre zu entziehen, wie das das Schweizer Unternehmen Climeworks für teures Geld anbietet. 
Für Grünen-Nationalrat Bastien Girod sind zwar die Restemissionen zu hoch gegriffen: "Dank Energieeffizienz, Elektrizifierung und ab 2030 grossflächigem Einsatz von synthetischen Treib- und Brennstoffen braucht es keine fossilen Energieträger mehr." Dennoch sei es nun wichtig, diese Anwendungen voranzutreiben. Der in der Revision des CO2-Gesetzes vorgesehene Klimafonds, der mit CO2-Abgaben für Flugverkehr und Brennstoffe geäufnet werden soll, könne einen wichtigen Beitrag leisten. "Wir sollten rasch Anlagen bauen, die mehr als 100'000 Tonnen CO2 pro Jahr abtrennen können", sagt Girod. Parallel dazu sei ein Pipeline-Netzwerk aufzubauen, um das abgeschiedene CO2 nach Norden und Süden zu transportieren. Ohne diese Technologie gehe es gemäss UNO-Klimarat nicht. 
Für den Wirtschaftsverband Economiesuisse kann "Klima-Neutralität" auch anders erreicht werden. Es müssten nicht zwingend alle Treibhausgasemissionen in der Schweiz reduziert werden. Seien die Kosten einer direkten Reduktion zu hoch oder die daraus entstehende Umweltbelastung zu gross, mache es mehr Sinn, mit Klimaprojekten im Ausland CO2 einzusparen. "Wir müssen verhindern, dass inländische Produktionsstandorte ins Ausland abwandern und internationale Unternehmen ihre künftigen Investitionen in Produktionsanlagen im Ausland tätigen", sagt Kurt Lanz von Economiesuisse. 

2020-Ziel nicht erreicht 
Die Restemissionen sind allerdings eine langfristige Perspektive. Kurzfristig steht die Herausforderung an, die Emissionen möglichst schnell zu senken. Der CO2-Ausstoss pro Kopf sinkt gemäss dem Monitoringbericht zu den Energieperspektiven 2050. 2018 lag er bei 4,1 Tonnen, das sind knapp 30 Prozent weniger als im Jahr 2000 (5,8 Tonnen). 

Dieser Wert ist im Vergleich zu anderen Industriestaaten eher tief. Begünstigend wirkt die weitgehend CO2-freie Stromproduktion (Wasser und Atomenergie) sowie der hohe Anteil des Dienstleistungssektors an der Wertschöpfung. Nicht berücksichtigt ist in diesen Zahlen aber die graue Energie, die durch die Herstellung von Waren und deren Import in die Schweiz entsteht. 
Auch absolut betrachtet sinkt der CO2-Ausstoss in der Schweiz, der Rückgang seit 2000 beträgt 16 Prozent, und dies bei steigender Einwohnerzahl im Land. CO2-Emissionen und Bevölkerungswachstum entkoppeln sich also zunehmend. Das gesetzlich verankerte Ziel, minus 20 Prozent bis 2020 gegenüber 1990, wird die Schweiz aber trotzdem verfehlen. Grüne und Umweltorganisationen fordern, dass die Schweiz bis 2040 "Netto null" ist. 

Das Bundesamt für Energie hat verschiedene Szenarien präsentiert, wie die Schweiz die Emissionen der Treibhausgase in den nächsten 30 Jahren praktisch auf null senken und die steigende Stromnachfrage mit inländischer Energie decken könnte. Hier wichtige Wegmarken des Szenarios "Zero Basis", das als kostengünstigstes eingestuft wird. 

Die Zukunft der Schweiz 
Die Autoren des Berichts gehen unter anderem von folgender Entwicklung bis 2050 aus: Die Bevölkerung wächst auf rund 10 Millionen Menschen. Die Wirtschaftskraft steigt gegenüber 2019 um gut 40 Prozent. Der Personenverkehr nimmt um 17 Prozent zu, die beheizten und klimatisierten Flächen der Gebäude wachsen ebenfalls um den gleichen Betrag. In diesem Szenario wird das Ende der Kernenergie um 2035 angenommen. 

Effizienzsteigerung 
Der gesamte Energieverbrauch wird ohne fossile Energie bis 2050 sinken, obwohl der Stromkonsum deutlich zunimmt. Aber: Energetische Sanierungen und der Umstieg auf Wärmepumpen und Elektroautos senken den Energieverbrauch für Raumwärme und Mobilität um 30 bzw. gut 45 Prozent. Die Energieexperten gehen von rund 1,5 Millionen Wärmepumpen (heute 300'000) und 3,6 Millionen batterieelektrischen Autos aus. 

Stromverbrauch 
Der Rückgang des Stromverbrauchs beträgt 8 Prozent gegenüber 2000. Der gesetzliche Richtwert für 2020 (minus 3 Pro-zent) ist damit bereits erreicht. Allerdings: Nach dem Szenario der neuen Energieperspektiven 2050+ soll Strom zum zentralen Energieträger für Wärme und Mobilität werden. Der Verbrauch wird deshalb steigen, um rund ein Viertel auf 76 Terawattstunden pro Jahr. 

Ausbau erneuerbare Energie 
Die inländische Stromproduktion beruht 2050 fast ausschliesslich auf Wasserkraft (53 Prozent) und neuen erneuerbaren Energien, namentlich Sonnenenergie mit einem Anteil an der Gesamtproduktion von gut 45 Prozent. Ein Bruchteil stammt von Windanlagen und Biomassekraftwerken. Der Ausbau der Fotovoltaik muss langfristig auf bis zu 1,5 Gigawatt (GW) Leistung pro Jahr (aktuell rund 0,3 GW pro Jahr) gesteigert werden. Die Schweizerische Energie-Stiftung kritisiert die Modellierung der neuen Energieperspektiven 2050+: Der Ausbau der erneuerbaren sei viel zu langsam. "Sie zeigen bis 2035 eine steigende Abhängigkeit von Stromimporten. Das ist aber ausgerechnet die Zeit, in der unsere Nachbarländer ihre fossilen und nuklearen Kraftwerke abstellen", sagt Felix Nipkow von der Schweizerischen Energie-Stiftung. Beim Ausbau der Wasserkraft ist die Schweiz bis jetzt auf Kurs. 

Winterstrom 
Heute exportiert die Schweiz im Sommer mehr Strom, als sie importiert. Im Winter ist es umgekehrt. Dieser Zustand wird sich verschärfen, wenn die Kernkraftwerke wegfallen. Er wird aber nicht anhalten. Die Modelle der Energieperspektiven rechnen mit einem Winteranteil der Stromproduktion durch Fotovoltaikanlagen von über 30 Prozent bis 2050. Zudem können die Speicherwasserkraftwerke ihre Produktion je nach Nachfrage in den Winter verschieben. Ohne Import wird es aber nicht gehen. 
Bis 2050 sollte ein solches Bild nur noch eine blasse Erinnerung sein: Die Stadt Zürich im Februar 2012. 
 

Berner Zeitung
7
0
160677720007
701606777200

Mehr als 50 Prozent grüner Strom

Weiter zum Artikel
01. Dec. 2020

Erneuerbare Energien haben erstmals zu mehr als der Hälfte der hessischen Stromerzeugung beigetragen und damit die konventionellen Energieträger überholt. Nach dem Energiemonitoringbericht 2020 habe die Windenergie mit 52 Prozent den größten Beitrag unter den erneuerbaren Energien geliefert, teilte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) in Wiesbaden mit. Auf Platz zwei rangiere die Photovoltaik mit 21 Prozent. 

Der aktuelle Bericht dokumentiere, wie wichtig die erneuerbaren Energien in Hessen inzwischen seien, betonte der Grünen-Politiker. Das gelte nicht nur für die Stromerzeugung, sondern auch für den Stromverbrauch. " Wir sind traditionell ein Bundesland, das nicht seinen ganzen Stromverbrauch selbst produziert." Es sorge jedoch jedes Windrad und jede Photovoltaikanlage im Land dafür, dass kein Strom aus anderen Bundesländern bezogen werden müsse. 

" Wir haben im Jahr 2019 unser Ziel erreicht, den Anteil der in Hessen erzeugten erneuerbaren Energien am hessischen Stromverbrauch seit 2013 zu verdoppeln" , teilte der Minister mit. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch liegt bei 25 Prozent. " Die Energiewende in Hessen kommt gut voran" , versicherte Al-Wazir. " Wir dürfen uns aber nicht ausruhen." Denn die positive Entwicklung sei in erster Linie auf den starken Windenergiezubau in den Jahren vor 2019 zurückzuführen. Im vergangenen Jahr habe es dagegen einen " regelrechten Einbruch" gegeben. 

Im Vorjahr seien in Hessen lediglich vier Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 13,8 Megawatt in Betrieb genommen worden, teilte der Minister mit. Im Jahr 2018 seien es noch 76 Anlagen mit 232 Megawatt gewesen. Im ersten Halbjahr 2020 wurden nach seinen Angaben jedoch bereits wieder 18 Anlagen mit 58,1 Megawatt installiert. 
Der Ausbau der Photovoltaik entwickele sich weiter positiv. 2019 seien 6379 Anlagen mit einer Leistung von 147 Megawatt in Betrieb genommen worden. Im ersten Halbjahr 2020 seien bereits 105,8 Megawatt installiert worden. 

Neben dem deutlichen Zuwachs bei der erneuerbaren Stromerzeugung stieg nach Angaben des Grünen-Politikers auch der Beitrag der erneuerbaren Energien bei der Wärmeerzeugung. Dabei sei im vergangenen Jahr ein Zuwachs um 3,4 Prozent auf 11 Terawattstunden registriert worden. 
Biogene Feststoffe wie Scheitholz und Pellets hätten dabei den größten Anteil von mehr als 70 Prozent gehabt. Der Verbrauch erneuerbarer Kraftstoffe sei 2019 auf Vorjahresniveau geblieben. Über alle Bereiche - Strom, Wärme, Verkehr - betrachtet, sei der Beitrag der erneuerbaren Energien zum Endenergieverbrauch um insgesamt 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. 

Frankfurter Rundschau
8
0
160677720007
701606777200

Enel will die Energiewende vorantreiben

Weiter zum Artikel
Mailand , 01. Dec. 2020

Enel will die Energiewende vorantreiben

Der italienische Energieversorger Enel beschleunigt die Energiewende und will bis 2030 rund 190 Mrd. Euro in erneuerbare Energien und Netze investieren. Das kündigte CEO Francesco Starace bei einem Kapitalmarkttag an. Allein bis 2023 sollen 48 Mrd. Euro an Investitionen mobilisiert werden. Die Kapazität aus erneuerbaren Energien soll bis 2030 auf 120 Gigawatt fast verdreifacht werden. Gleichzeitig will Enel das Bruttobetriebsergebnis (Ebitda) bis 2023 um jährlich 5 bis 6 % auf 20,7 bis 21,3 (2020 voraussichtlich 18) Mrd. Euro und den bereinigten Nettogewinn um 8 bis 10 % auf 6,5 bis 6,7 (2020 etwa 5 bis 5,2) Mrd. Euro hieven. Die Aktionäre können mit einer Dividendensteigerung von jährlich 7 % auf 0,43 (2020: 0,35) Euro rechnen. Der Aktienkurs des mit einem Börsenwert von 83 Mrd. Euro teuersten Unternehmens Italiens sprang um 3,6 % auf 8,38 Euro. 

Starace ist bereit, die 50-prozentige Beteiligung an der Netzgesellschaft Open Fiber zu verkaufen. Man habe die Digitalisierung in Italien vorangetrieben und den Wert von Open Fiber deutlich gesteigert. "Wenn der Preis gut ist und die Bedingungen stimmen, warum sollten wir dann nicht verkaufen", sagte Starace. Italiens Regierung dringt auf die Zusammenlegung von Open Fiber mit dem Festnetzgeschäft von Telecom Italia zu einer nationalen Netzgesellschaft. 
 

Börsen Zeitung
9
0
160677720004
401606824000

OPEC-Treffen mit Kooperationspartnern verschoben

Weiter zum Artikel
Wien, 01. Dec. 2020

Die Beratungen des Ölkartells OPEC über eine Strategie für 2021 dauern länger als geplant. Ein für Dienstag anberaumtes Treffen mit den zehn Kooperationspartnern wie Russland (OPEC+) wurde auf Donnerstag verschoben, wie aus gut informierten Kreisen verlautete. Bis dahin wollen sich die Beteiligten informell weiter besprechen.

Unter den Ölförderern herrscht Uneinigkeit, ob die Produktion vor dem Hintergrund der Coronasituation für weitere drei Monate gedrosselt oder leicht erhöht werden solle. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass ist Russland für eine allmähliche Erhöhung der Produktion ab Jänner. Saudi-Arabien wolle dagegen die aktuellen Förderkürzungen um drei Monate verlängern.

Der Einbruch der Weltwirtschaft durch die Coronakrise die Ölpreise massiv sinken lassen. Die OPEC+ hatte zur Jahresmitte mit einer beispiellosen Förderkürzung um fast zehn Millionen Barrel am Tag reagiert, um die Ölpreise zu stabilisieren. Ab dem Jahreswechsel wollte die OPEC+ die Förderung wieder leicht ausweiten. Die tägliche Produktionskürzung sollte nach bisherigen Plänen bis April 2022 noch 5,8 Millionen Barrel am Tag umfassen.

Angesichts der anhaltenden Unstimmigkeiten im Ölverbund OPEC+ gaben die Ölpreise am Dienstag weiter nach. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent 47,48 US-Dollar (39,63 Euro). Das waren 40 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 36 Cent auf 44,98 Dollar.

10
0
160677720004
401606838640

Deutschland will Wasserstoff-Produktion von Abgaben befreien

Weiter zum Artikel
Berlin, 01. Dec. 2020

Deutschland will die Produktion von Wasserstoff mit Hilfe erneuerbaren Energie billiger machen. Die Regierung in Berlin will am Mittwoch den Einsatz von Strom aus Wind- oder Sonnenenergie von der Abgabe zur Förderung erneuerbarer Energie befreien, zeigt eine am Dienstag bekannt gewordene Vorlage des Wirtschaftsministeriums. Das Papier ist eine sogenannte Formulierungshilfe für die Fraktionen im Bundestag, wo eine Reform des Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) beraten wird.

Nach Angaben aus SPD- und Unionskreisen ist die Befreiung von der Umlage abgestimmt. Eine Reihe weitere Punkte im EEG ist allerdings noch strittig, wie etwa eine Pflicht für Solaranlagen an Neubauten.

Mit Hilfe von Wind- oder Sonnenstrom erzeugter Wasserstoff gilt als klimafreundlicher Brennstoff gerade für die Industrie. Während bei Autos der direkte elektrische Antrieb favorisiert wird, fehlen klimafreundliche Lösungen für Schwerlaster, die Schifffahrt sowie Chemie- und Stahlindustrie. Klar ist, dass mittelfristig Wasserstoff etwa aus sonnen- und windreichen Gegenden Südeuropas oder Afrikas importiert werden muss. Wind- und Sonnenstrom aus Deutschland werden dies allein nicht leisten können.

11
0
160677720004
401606831860

Coronahilfen haben bisher 27 Mrd. Euro gekostet

Weiter zum Artikel
Wien, 01. Dec. 2020

Bisher haben die staatlichen Coronahilfen in Österreich 27 Mrd. Euro gekostet. Darin sind alle verschiedenen Unterstützungsmaßnahmen von der Kurzarbeit über Umsatzersatz bis zu Kreditgarantien enthalten. Der größte Einzelbrocken ist die Kurzarbeit mit 8,8 Mrd. Euro. Die Stundung von Steuern und Zahlungserleichterungen macht 6,5 Mrd. Euro aus. Garantieübernahmen im Ausmaß von 3 Mrd. Euro und Covid-19-Garantien über 3,7 Mrd. Euro folgen dahinter.

Alleine für den Umsatzersatz, den Gastronomie und Hotellerie seit 6. November und andere im Lockdown geschlossene Unternehmen seit einer Woche beantragen können, wurden bisher 71.886 Anträge für 1,6 Milliarden Euro gestellt. Die Hälfte des Geldes (828 Mio. Euro) ist bereits ausbezahlt.

Für den neuen Fixkostenzuschuss (FKZ II) von bis zu 800.000 Euro je Unternehmen habe es in der ersten Woche 812 Anträge mit einem Volumen von 9,8 Mio. Euro gegeben. Die ersten Auszahlungen sollen im Laufe der Woche folgen. Wesentlich höher sind die Beträge für den - für das Frühjahr gültigen - Fixkostenzuschuss (FKZ I). Hier wurden über 45.113 Anträge 625 Millionen Euro beantragt und davon 380 Mio. Euro ausgezahlt. Auf diese genehmigten 39.057 Anträge entfielen im Schnitt je 9.742 Euro.

"In den unterschiedlichen Programmen werden Millionenbeträge ausgezahlt, die Gelder fließen und die Hilfe kommt an", sagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) am Dienstag. Besonders erfreulich sei die Entwicklung beim Umsatzersatz. "Mit diesem Instrument haben wir in den letzten Wochen tausende Betriebe unterstützt. Ein Großteil der Antragsteller sind kleine und mittlere Unternehmen, damit stützen wir das Rückgrat unserer Wirtschaft." Blümel verweist darauf, dass beim Umsatzersatz und dem Fixkostenzuschuss zusammen bereits mehr als eine Milliarde Euro an die Unternehmen geflossen ist.

Über den Härtefallfonds, also die WKÖ und die AMA, sind 785 Mio. Euro gegangen. Dazu kommen noch ein Betrag von 3 Mrd. Euro für "Soforthilfe", etwa Beschaffungen, sowie der NPO-Unterstützungsfonds inklusive Sportligen mit 132 Mio. Euro.

Sollte der Lockdown im Winter weitergehen und der Umsatzersatz weiter fließen, kommen noch große Belastungen auf das Budget zu. Denn von Dezember bis März generiert der Wintersporttourismus rund 14 Mrd. Euro Umsatz. Direkt sind 300.000, indirekt weitere knapp 420.000 Menschen beschäftigt.

Bei Ausfall oder Absage der Wintersaison rechnet das Finanzministerium mit Kosten von 1,6 Mrd. Euro pro Woche für Hilfen vom Umsatzersatz bis zur Kurzarbeit. In der Weihnachtsferienzeit ist der Ausfall noch um die Hälfte höher.

12
0
160677720004
401606828500

E-Control-Spitze - FPÖ sieht Parlament übergangen

Weiter zum Artikel
Wien, 01. Dec. 2020

Bei der am Montag bekannt gegebenen Neubesetzung an der Spitze der Energie-Regulierungsbehörde E-Control sehen die Freiheitlichen das Parlament übergangen. Das für Mittwoch im Wirtschaftsausschuss geplante Kandidaten-Hearing verkomme zur völligen Farce, erklärte die FPÖ am Dienstag. Zudem sei zu hinterfragen, warum die zuständige Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) einen der beiden bisherigen E-Control-Vorstandsdirektoren "abmontiert" habe.

Am Montag hatte das auch für Energie zuständige Ministerium von Gewessler mitgeteilt, dass per 24. März 2021 an der Spitze der E-Control statt Andreas Eigenbauer künftig der Energieexperte Alfons Haber gemeinsam mit Co-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch die Energie-Regulierungsbehörde leiten soll. Tatsächlich findet die laut E-Control-Gesetz vorgesehene Anhörung erst am Mittwoch ab 14 Uhr im parlamentarischen Ausschuss für Wirtschaft, Industrie und Energie statt. Allerdings ist formell auch noch keine Bestellung erfolgt, lediglich eine Nominierung, wie der APA vom Ministerium bestätigt wurde. Zuletzt, Anfang 2016, erfolgte die Bekanntgabe der Neubesetzung - mit Urbantschitsch und Eigenbauer - erst nach dem Hearing im Parlamentsausschuss. Damals war Reinhold Mitterlehner (ÖVP) der zuständige Wirtschaftsminister.

Es sei nicht nachvollziehbar, dass die grüne Verkehrsministerin den Abgeordneten schon zwei Tage vor der Anhörung via Presseaussendung die neue E-Control-Spitze mitteile, kritisierte FPÖ-Wirtschaftssprecher Erwin Angerer am Dienstag. Wenn der Zug ohnedies schon in Richtung Alfons Haber abgefahren sei, bedeute dieser Teil des Ausschusses lediglich "Zeitverschwendung". FPÖ-Energiesprecher Axel Kassegger meinte, es sei zu hinterfragen, warum die Ministerin Andreas Eigenbauer abmontiert habe. "Ich hätte diesen langjährigen bewährten Experten gerne im Ausschuss angehört", so Kassegger. Es sei unverständlich, dass man ihm nicht ermögliche, sich vor dem Ausschuss präsentieren zu können.

13
0
160677720004
401606824120

Deutsche Industrie verbrauchte 2019 etwas weniger Energie

Weiter zum Artikel
Wiesbaden, 01. Dec. 2020

Die deutsche Industrie hat 2019 etwas weniger Energie verbraucht als ein Jahr zuvor. Die Menge sank um 4 Prozent auf 3.821 Petajoule, wie das Statistische Bundesamt bekanntgab. Umgerechnet in haushaltsübliche Kilowattstunden wäre dies nach Angaben der Statistiker vom Dienstag eine Zahl mit 13 Stellen. Gemessen am gesamten Endenergieverbrauch in Deutschland hat die Industrie demnach einen Anteil von etwa einem Drittel.

Wichtigster Energieträger für die Industrie blieb im vergangenen Jahr mit einem Anteil von 30,5 Prozent Gas vor Strom (21,6 Prozent) und Mineralöl (15,5 Prozent) sowie Kohle (15 Prozent). Erneuerbare Energien spielten mit einem Anteil von 4 Prozent Anteil nur eine untergeordnete Rolle bei der Versorgung der in der Statistik erfassten rund 46.000 Betriebe mit jeweils mindestens 20 Beschäftigten.

Größter Energieverbraucher unter den Wirtschaftsbranchen in Deutschland war im Jahr 2019 die Chemische Industrie mit einem Anteil von 29 Prozent. Mehr als ein Drittel der dort eingesetzten Energieträger (36 Prozent) diente als Grundstoff beispielsweise für die Kunststoffproduktion.

14
0
160677720004
401606824060

Wasserstoffzug absolvierte erfolgreich ÖBB-Testbetrieb

Weiter zum Artikel
Wien, 01. Dec. 2020

Der Wasserstoffzug "Coradia iLint" des Herstellers Alstom hat seinen rund dreimonatigen testweisen Einsatz durch die ÖBB erfolgreich absolviert: Die Leistungsanforderungen seien erfüllt worden, der Fahrplan konnte eingehalten werden und das Fahrzeug verfügte zu jeder Zeit über ausreichend Wasserstoffreserven, um Verspätungen und Streckenunterbrechungen abzudecken, resümierte das Unternehmen.

Der Wasserstoffzug war im regulären Fahrgastbetrieb auf der Aspangbahn bzw. Thermenbahn von Wien über Wiener Neustadt nach Fehring und auf der Strecke zwischen Wiener Neustadt und Puchberg am Schneeberg getestet worden. Trotz der Länge und anspruchsvollen Topographie meisterte er die Strecken souverän, lobten die ÖBB. Im Gegensatz zu einem Dieseltriebzug entstehen beim Betrieb des Wasserstoffzugs keine lokalen CO2-Emissionen. Das Projekt wurde vom Klima- und Energiefonds unterstützt.

Die im Probebetrieb gesammelten Daten werden in einer Studie des Austrian Institute of Technology (AIT) und HyCenta evaluiert. Es geht um einen möglichen künftigen Einsatz von Wasserstoffzügen bei den ÖBB, die bis zum Jahr 2030 im Mobilitätssektor CO2-neutral unterwegs sein wollen. Auf der Schiene gelinge dies neben der Elektrifizierung von Dieselstrecken nur durch den Einsatz von Schienenfahrzeugen mit alternativen Antrieben.

15
0
160677720004
401606834680

Umweltaktivisten und Shell streiten über CO2-Reduzierung

Weiter zum Artikel
London, 01. Dec. 2020

Der Öl- und Erdgaskonzern Shell wehrt sich gegen eine von Umweltaktivisten geforderte richterliche Anordnung zur erheblichen Senkung seiner Kohlendioxid-Emissionen. Sollte das Unternehmen dazu verurteilt werden, würde dies weniger nachhaltig produzierenden Konkurrenten in die Hände spielen, warnte Shells Rechtsanwalt Dennis Horeman am Dienstag vor dem Bezirksgericht in Den Haag.

Der Konzern würde bei einem entsprechenden Urteil den Verkauf fossiler Brennstoffe rasch verringern müssen. "Dann könnten andere Anbieter von Energieprodukten in die von Shell zurückgelassene Lücke springen", sagte der Anwalt nach Angaben der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Zudem gebe es für die Klage keine juristische Grundlage.

Mehrere Umweltorganisationen sowie mehr als 17.000 Bürger streben in dem am Dienstag eröffneten Verfahren ein Gerichtsurteil an, durch das der weltweit agierende Konzern verpflichtet werden soll, seinen CO2-Ausstoß innerhalb von zehn Jahren um 45 Prozent gegenüber 2019 zu senken. Shell verstoße bewusst gegen die globalen Klimaziele und investiere weiter umfangreich in die Förderung von Öl und Erdgas, sagte der Anwalt der Kläger, Roger Cox, laut ANP. "Shell stößt substanziell mehr (Treibhausgase) aus, als alle anderen Unternehmen in den Niederlanden und die Bürger zusammen."

Eine Shell-Sprecherin erklärte, der Konzern bekenne sich zum Pariser Klimaabkommen und habe sich das Ziel gesetzt, bis spätestens 2050 ein Netto-Null-Emissions-Energieunternehmen zu werden. "Unsere Ambition ist, den Netto-Kohlenstoff-Fußabdruck der von uns verkauften Energieprodukte bis 2050 um 65 Prozent zu reduzieren - und in einem Zwischenziel bis 2035 um 30 Prozent", heißt es dazu auf der Website von Shell.

Der Konzern mit nach eigenen Angaben rund 80.000 Beschäftigten in mehr als 70 Ländern hat seinen Firmensitz in London und seine Hauptverwaltung in Den Haag. Für das Verfahren sind drei weitere Verhandlungstage bis zum 17. Dezember angesetzt worden. Einen Termin für eine Entscheidung des Gerichts gibt es noch nicht.

16
0
160677720004
401606828560

Energieagentur: Heizen mit Gas und Holz am günstigsten

Weiter zum Artikel
Wien, 01. Dec. 2020

Heizen mit Gas und Holz ist derzeit am günstigsten, geht aus dem Vollkostenvergleich der Oesterreichischen Energieagentur für ein charakteristisches Einfamilienhaus hervor. Erdgas schneidet im Neubau und im sanierten Haus am besten ab, Scheitholz im unsanierten. Eine thermische Sanierung wirkt sich positiv auf das Geldbörserl und die Umwelt aus, Energiekosten und Treibhausgasemissionen sind in sanierten Gebäuden durchschnittlich um rund 60 Prozent niedriger.

Ebenfalls "am Stockerl" puncto Kosten sind Fernwärme, die Wärmepumpe Luft/Wasser sowie vereinzelt auch Pellets- und Öl-Brennwert-Heizungen. Die Energieagentur hat in ihrem Vergleich für ein Einfamilienhaus mit 118 Quadratmetern Nutzfläche neben den Kosten für Energie auch jene für die Investitionen sowie Instandhaltung und Wartung berücksichtigt. Bei den Energiekosten schwankten vor allem Heizöl und Gas. Heizöl sei aktuell um rund ein Viertel billiger, so Energieagentur-Geschäftsführer Peter Traupmann am Dienstag bei der Online-Präsentation des Vergleichs. Die anderen Energieträger hätten sich in etwa parallel zum Verbraucherpreis entwickelt.

Erdgas-Brennwert-Systeme sind im Neubau und thermisch sanierten Haus wegen der geringen Investitionskosten und des relativ hohen Systemnutzungsgrade am günstigsten, so Energieagentur-Experte Georg Trnka. Im unsanierten Gebäude punktet Scheitholz wegen der niedrigen Energiekosten. Am teuersten sind wegen ihrer hohen Investitionskosten im Neubau und im thermisch sanierten Haus Pelletsheizungen und im unsanierten Gebäude Wärmepumpen Erdsonde (Tiefenbohrung). Fernwärme hat durchgehend die höchsten Energiekosten.

Wird die "Raus-aus-Öl"-Förderung des Bundes miteinbezogen, ändert sich das Ranking. Fossile Energieträger schieben sich nach hinten. Im Neubau wurden Ölheizungen nicht mehr berücksichtigt. Im thermisch sanierten Gebäude bleibt Gas zwar am billigsten, die Luft-Wärmepumpe löst aber die Fernwärme auf Platz zwei ab. Im thermisch unsanierten Gebäude ist Scheitholz weiterhin am günstigsten, die Luft-Wärmepumpe und Pellets ziehen aber an der Gasheizung vorbei. Die Mittel für die Raus-aus-Öl-Förderaktion des Bundes seien heuer noch nicht ausgeschöpft.

Ziel der Regierung ist es, die derzeit mehr als 600.000 Ölkessel bis 2035 durch eine Wärmeversorgung auf erneuerbarer Basis zu ersetzen und ab 2025 im Neubau keine Gaskessel mehr zuzulassen. Für heuer sind für den Kesseltausch und die Förderungsaktion "Raus aus Öl" für Betriebe und Private 100 Mio. Euro reserviert. Es stehen noch 56,4 Mio. Euro an Förderungsmitteln zur Verfügung. Für Private wird der Tausch im Rahmen dieser Aktion mit bis zu 5.000 Euro unterstützt. Auch Landesförderungen sind möglich, sodass man auf insgesamt bis zu 10.000 Euro kommen könnte, so Traupmann. Allein der Ölkesseltausch bedeute ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 10 Mrd. Euro. Das sei Geld, das unmittelbar in der Wirtschaft aufschlage und von dem regionale Unternehmen profitierten. Mit Heizungstausch sowie thermischen Sanierungen werde auch die Konjunktur belebt. Bei der thermischen Sanierung könne man von einer "Triple-Win"-Situation sprechen: Die Bewohner profitierten von niedrigeren Energiekosten, durch eine Erneuerung steige der Wert des Gebäudes und es würden sofort Jobs geschaffen, etwa beim Installateur oder Gebäudesanierer.

Die Treibhausgasemissionen sinken bei thermisch sanierten Gebäuden laut Energieagentur um durchschnittlich 63 Prozent. Am besten schneiden insgesamt Heizsysteme mit Scheitholz und Pellets ab. Öl- und Gas-Brennwert-System haben die höchsten Werte.

Bei einem neu gebauten Einfamilienhaus kommt ein Gas-Brennwert-System im Vollkostenvergleich am günstigsten und eine Pelletsheizung am teuersten. Die Bandbreite bei den Gesamtkosten reicht von 1.606 Euro bis 2.673 Euro im Jahr. Die niedrigsten Energiekosten hat man beim System Luft-Wärmepumpe und Photovoltaik 383 Euro, die höchsten bei Fernwärme mit fast 1.000 Euro. Bei den Investitionskosten schneidet die Gasheizung (rund 690 Euro) am besten ab, am anderen Ende liegt die Wärmepumpe Erdsonde (rund 2.000 Euro).

Im thermisch unsanierten Gebäude ist bei den Gesamtkosten Scheitholz (3.845 Euro) am günstigsten. Am teuersten kommen Fernwärme (4.446 Euro) und eine Wärmepumpe Erdsonde mit - abhängig von den Investitionskosten - 4.446 (kompletter Neuausstattung) bis 3.845 Euro. Die reinen Energiekosten haben eine Bandbreite von 1.663 Euro (Wärmepumpe Erdsonde) bis 3.550 Euro (Fernwärme).

Ist das Gebäude thermisch saniert, schwanken die Gesamtkosten zwischen bis zu 2.089 Euro bei der Gasheizung und rund 2.900 Euro bei Pellets. Betrachtet man nur die Energiekosten, kommt auch hier wie im unsanierten Einfamilienhaus die Wärmepumpe/Erdsonde am günstigsten mit 612 Euro, am teuersten Fernwärme mit rund 1.400 Euro.

In Österreich gibt es rund 3,9 Millionen Heizungen. Der größte Teil davon entfiel 2017/18 laut Statistik-Austria-Daten auf Fernwärme (rund 29 Prozent). Dahinter folgten Gasheizungen (23,5 Prozent), Biomasse (rund 19 Prozent), Öl und Flüssiggas (rund 16 Prozent) sowie Solar und Wärmepumpen (rund 8 Prozent). Einen steigenden Trend verzeichneten in den vergangenen Jahren vor allem Wärmepumpen.

Traupmann wies heute auch auf die negative Energiehandelsbilanz hin. 2019 sei der Importwert der fossilen Energieträger bei 11 Mrd. Euro gelegen, während Energie im Wert von 2 Mrd. Euro exportiert wurde.

17
0
160677720004
401606812000

Österreich unter Top-5 im Bewerb um Klima-Überwachungsdienst

Weiter zum Artikel
Wien, 01. Dec. 2020

Österreich ist unter den Top-5 im Rennen um den neuen Standort für die Klimawandel- und Atmosphärenüberwachungsdienste des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), gaben das Klimaschutz- und das Bildungsministerium bekannt. Derzeit sind diese Dienste in Reading (Großbritannien) angesiedelt, wegen des Brexit wird innerhalb der EU ein neuer Standort benötigt. Die Entscheidung wird am 9. Dezember von allen EU-Mitgliedsstaaten getroffen.

Das European Center for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF) mit Sitz in Reading ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, die von 34 Staaten, darunter Österreich, getragen wird. Die Vorhersagen des Zentrums bilden das Kernstück der meisten Wetterprognosen in Europa.

Zu den Aufgaben des ECMWF zählt auch der Betrieb von zwei Diensten des Erdbeobachtungsprogramms "Copernicus" der EU und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Bei diesen beiden Diensten, die mit rund 65 Mio. Euro pro Jahr über den EU-Haushalt finanziert werden, geht es um die Überwachung des Klimawandels sowie der Atmosphäre inklusive CO2-Monitoring.

Kampf gegen Klimakrise

Ihre Daten würden helfen, "den Klimawandel besser zu verstehen und die richtigen Maßnahmen im Kampf gegen die Klimakrise zu treffen", so Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne). Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) betonte, dass die Ansiedlung der "Copernicus"-Dienste "für die österreichische wissenschaftliche Community starke Unterstützung in Fragen der Anpassung an den Klimawandel und die möglichen Minderungsmaßnahmen bedeuten würde". Für Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ist "Wien der beste Standort für die Copernicus Dienste: Lebenswert, stabil, sicher und wissenschaftlich hervorragend aufgestellt".

Zehn Ländern hatten ursprünglich Interesse an einer Ansiedlung bekundet. Alle Bewerber wurden nach den Kriterien wissenschaftliches und soziales Umfeld, Büroverfügbarkeiten, finanzielle Lage sowie Konnektivität und Nachhaltigkeit bewertet.

18
0
160677720004
401606824240

Exxon kündigt Mega-Abschreibung und großen Stellenabbau an

Weiter zum Artikel
Irvine/Irving (Texas), 01. Dec. 2020

Der größte US-Ölmulti ExxonMobil kündigt enorme Abschreibungen an und reagiert mit einem großen Sparprogramm auf anhaltende Belastungen durch die Corona-Krise. Bis Ende 2021 werde die weltweite Mitarbeiterzahl um 15 Prozent reduziert, teilte der Konzern am Montag nach US-Börsenschluss mit. Zum Vergleich: Ende 2019 hatte Exxon inklusive freier Angestellter etwa 88.000 Beschäftigte, es dürften also deutlich mehr als 10.000 Jobs wegfallen.

Im vierten Quartal sollen zwischen 17 Milliarden und 20 Milliarden Dollar (16,8 Mrd. Euro) auf Erdgasanlagen abgeschrieben werden. Die Investitionen in Ausrüstung sowie Erkundungs- und Förderprojekte sollen 2021 zudem auf das niedrigste Niveau seit 15 Jahren gesenkt werden. Exxon leidet stark unter den Folgen der Pandemie, die die globale Nachfrage nach Öl und Gas stark gedämpft hat.

Der Konzern, der in normalen Zeiten im Quartalstakt Milliardengewinne scheffelt, hatte zuletzt sein drittes Vierteljahr in Folge mit tiefroten Zahlen erlitten und streicht seine Ausgaben schon länger drastisch zusammen. Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit leichten Kursaufschlägen auf das angekündigte Sparprogramm, seit Jahresbeginn ist sie jedoch schon um mehr als 45 Prozent gesunken.

19
0
160669080006
601606725180

Fridays for Future: Banken müssen schneller aus Kohle raus

Weiter zum Artikel
Wien, 30. Nov. 2020

Spätestens seit der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens vor rund fünf Jahren ist das Thema Kohleausstieg in Europa angekommen. Ein wichtiger Hebel dabei ist die Finanzierung. Laut Fridays for Future (FFF) hapert es hier allerdings noch. Nach wie vor werden Kohleunternehmen von Banken, darunter auch die Erste Group und Raiffeisen Bank International (RBI), mit riesigen Kreditsummen finanziert, so die Kritik der Klimaschützer.

Die Bewegung fordert deshalb einen rascheren Ausstieg aus der Kohlefinanzierung von den Instituten. "Das Thema ist noch nicht ganz bei den Banken angekommen", sagte Michael Spiekermann von FFF im Gespräch mit der APA. Diese würden zwar an ihren Kohle-Policies arbeiten, wollten sich damit aber Zeit lassen. Die Aktivisten sehen jedoch keinen Grund für weitere Verzögerungen - schon gar nicht, wenn das Klimaziel von maximal 1,5 Grad globaler Erderhitzung zeitgerecht erreicht werden soll.

Gemeinsam mit der deutschen NGO Urgewald hat FFF die Kohle-Finanzierungen von RBI und Erste Group analysiert und errechnet, dass die Banken in den vergangenen vier Jahren Kohleunternehmen nach wie vor mit großen Summen finanziert haben. Die Aktivisten stützen sich dabei auch auf den "Fool's Gold Bericht 2020". Dieser beleuchtet die Finanzflüsse - Kredite, Anleihen, Aktienemission, etc. - der acht wichtigsten Kohleunternehmen in Europa: RWE, PGE, EPH, CEZ, Enel/Endesa und Fortum/Uniper.

Konkret habe die RBI laut der Berechnung von FFF Kredite im Wert von 720 Mio. Euro vergeben und Kohleaktien und -anleihen in Höhe von 171 Mio. Euro auf den Markt gebracht. Die Erste Group habe indessen 783 Mio. Euro an Krediten in der Branche vergeben und Aktien und Anleihen im Wert von 283 Mio. Euro auf den Markt gebracht. Die Gelder seien jeweils an die Kohleunternehmen EPH, CEZ und ENEL gegangen. Zudem werde von beiden Banken in Kohleunternehmen investiert, die noch neue Kohlekraftwerke planen, kritisieren die Aktivisten.

Neben den hohen Finanzierungssummen kritisieren die Aktivisten auch die Schwammigkeit der Formulierungen in den Kohle-Policies der Banken sowie das Fehlen konkreter Zeitpläne für einen Kohleausstieg. Darüber hinaus fordern sie, dass Kohle nicht nur in der Projektfinanzierung, sondern auch bei der direkten Finanzierung des Unternehmens ausgeschlossen wird. Denn aktuell laufe die Finanzierung der Kohleindustrie zu 90 Prozent über Unternehmenskredite und nicht über Projektkredite, so Spiekermann.

Andere Banken in Europa wären schon deutlich weiter als die beiden heimischen Institute. Als Positivbeispiel nennen die Aktivisten die Bank-Austria-Mutter UniCredit, die bereits klare Ausschlusskriterien und Zeitvorgaben festgelegt habe: Die Bank schließt ab 2021 alle Unternehmen von der Finanzierung aus, die keine Pläne vorweisen können, bis spätestens 2028 aus der Kohle ausgestiegen zu sein, sagte Nicole Rath von Urgewald. "Die UniCredit legt da ordentlich vor, die RBI und die Erste Group haben noch aufzuholen", so die Aktivistin.

Eine RBI-Sprecherin verwies in einem Statement an die APA darauf, dass eine aktualisierte Kohle-Politik "in Fertigstellung" sei. Diese umfasse einen unmittelbaren Ausstieg aus neuen Finanzierungen von Kohlekraftwerken, darüber hinaus liefen bestehende Finanzierungen aus und würden nicht refinanziert. Auch konkrete Deadlines sollen in der neuen Kohle-Politik verankert werden. Zu den Berechnungen der Aktivisten heißt es von der RBI zudem, dass die "kolportierten Zahlen zum Kohleexposure der RBI nicht stimmen und viel zu hoch gegriffen sind".

Auch die Erste Group sei "gerade dabei, die Richtlinien zu verantwortungsvollen Finanzierung zu überarbeiten, um den Zielen des Pariser Klimaabkommens Rechnung zu tragen," so ein Sprecher der Bank in einem Statement. Man sei sich der Rolle als "maßgeblicher Financier der Wirtschaft in Mittel- und Osteuropa durchaus bewusst" und sei froh, dass Kohle in Europa ein Auslaufmodell ist. Es müsse aber auch verstanden werden, "dass in einigen Teilen Europas Kohlekraftwerke noch immer die Energiesicherheit vieler Millionen armer Menschen gewährleistet", so die Bank. Beide Banken betonten außerdem, mit Fridays for Future im Dialog zu stehen.

Ab dem kommenden Jahr könnte für die Banken auch vonseiten der Europäischen Zentralbank (EZB) Druck kommen, wenn es um den Klimawandel geht. Die EZB will die Institute dazu auffordern, eine Selbsteinschätzung zu ihren Klimarisiken vorzunehmen und auf Grundlage der Resultate Maßnahmenpläne aufzustellen. 2022 will sie die Vorgehensweise der Geldhäuser dann eingehend prüfen.

20
0
160669080004
401606725240

Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 geht weiter

Weiter zum Artikel
Sassnitz, 30. Nov. 2020

Der Bau der deutsch-russischen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, an deren Finanzierung auch die österreichische OMV beteiligt ist, soll im Dezember nach dann etwa einjähriger Unterbrechung weitergehen. Das sagte ein Unternehmenssprecher am Samstag. Zuvor hatte NDR 1 Radio MV darüber berichtet.

Nach Informationen des Senders hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee in Stralsund für Schiffsführer ab dem kommenden Samstaauarbeiten südlich des Gebietes Adlergrund angekündigt und um besondere Vorsicht gebeten. Dort liegen die beiden Rohr-Enden, die von der Anlandestation Lubmin in Richtung Ostsee führen.

Die US-Regierung will Nord Stream 2 kurz vor Fertigstellung verhindern. Im Dezember 2019 waren die Bauarbeiten vor der dänischen Insel Bornholm abrupt gestoppt worden, weil die beiden Schweizer Verlegeschiffe unter dem Sanktionsdruck der USA ihre Arbeit eingestellt hatten. Der US-Kongress hatte zuvor das "Gesetz zum Schutz von Europas Energiesicherheit" (Peesa) mit parteiübergreifender Unterstützung verabschiedet, US-Präsident Donald Trump setzte es trotz scharfer Kritik aus Deutschland und Russland in Kraft.

Durch die zwei jeweils rund 1200 Kilometer langen Leitungen von Nord Stream 2 sollen künftig pro Jahr 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland gepumpt werden. Die etwa 9,5 Milliarden Euro teure Pipeline ist zu 94 Prozent fertig. Die USA laufen aber seit Jahren Sturm dagegen, weil sie eine zu große Abhängigkeit ihrer europäischen Partner von russischem Gas sehen. Unterstützt werden sie von osteuropäischen Staaten wie Polen und den baltischen Ländern. Kritiker werfen den USA dagegen vor, nur ihr Flüssiggas in Europa besser verkaufen zu wollen.

21
0
160669080004
401606738080

Umweltagentur: EU-Länder könnten Klimaziele erreichen

Weiter zum Artikel
Kopenhagen/EU-weit, 30. Nov. 2020

Die Länder der Europäischen Union sind auf dem besten Weg, zwei ihrer drei Klimaziele für 2020 zu erreichen. Einem Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA zufolge, der am Montag in Kopenhagen veröffentlicht wurde, sind die Treibhausgasemissionen seit 1990 ständig zurückgegangen. Bis 2019, also noch vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie, sei das Niveau gegenüber 1990 um 24 Prozent gesunken. Ziel war eine Verringerung um 20 Prozent gegenüber 1990.

Auch die Förderung von erneuerbaren Energien sei auf dem richtigen Kurs, hieß es in dem Bericht weiter. Vorläufige EEA-Daten deuteten darauf hin, dass die 27 EU-Länder 2019 einen Gesamtanteil des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen von 19,4 Prozent erreicht hätten. Das Ziel für 2020 liege bei 20 Prozent.

Unsicher sei, ob das dritte Ziel, die Senkung des Energieverbrauchs, erreicht werde. Nach Schätzungen der EEA sind nur neun der 27 Mitgliedsländer hier auf dem richtigen Weg. Allerdings sei noch unklar, wie sich die Pandemie auf den Energieverbrauch auswirke.

Die EU-Agentur mahnte, dass trotz der positiven Entwicklung nachhaltige und langfristige Anstrengungen erforderlich seien, um die Ziele für 2030 und 2050 zu erreichen.

22
0
160669080004
401606738140

Markt für Wärmepumpen und Photovoltaik wächst kräftig

Weiter zum Artikel
Wien, 30. Nov. 2020

Die Umstellung auf Erneuerbare Energie bring ein kräftiges Wachstum am Markt für Wärmepumpen und Photovoltaik. Heuer dürften die Umsätze der Hersteller mit Wärmepumpen, Photovoltaik-Paneelen und Thermischen Solarkollektoren insgesamt um 10 Prozent auf 313 Mio. Euro steigen, geht aus einer Studie des Marktforschungsinstituts Branchenradar hervor. 2019 lag das Plus sogar bei 19 Prozent. Für die kommenden beiden Jahre werden Zuwächse von mehr als 5 Prozent prognostiziert.

Heuer gibt es der Studie zufolge bei Wärmepumpen ein Plus von rund 8 Prozent auf 177 Mio. Euro. Angeschoben werde diese Entwicklung primär von Heizungswärmepumpen, die etwa 94 Prozent der Erlöse liefern, heißt es in einer Pressemitteilung von heute, Montag. Mittlerweile werde in mehr als 94 Prozent aller neuerrichteten Eigenheime eine Wärmepumpe für Heizung oder Brauchwasser installiert. Für 2021 und 2022 werden Zuwächse von fast 7 Prozent erwartet. 

Bei Photovoltaik-Paneelen werden für heuer trotz anhaltend sinkender Preise Erlössteigerungen von 13 Prozent auf 121 Mio. Euro erwartet. Die Zuwächse kämen vor allem von Installationen auf Gewerbebauten (insbesondere landwirtschaftlichen Gebäuden) und von Photovoltaik-Kraftwerken. Rückläufig seien dagegen weiter Thermische Solarkollektoren, die Herstellererlöse dürften heuer um rund 3 Prozent auf rund 14 Mio. Euro sinken. 

23
0
160669080004
401606728420

AKW Mochovce - IAEO-Bericht zeigt Sicherheitsmängel

Weiter zum Artikel
Bratislava/Wien, 30. Nov. 2020

Eine auf Druck der Umweltschutzorganisation Global 2000 und slowakischer NGOs Ende 2019 von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) sowie Atom-Ingenieuren und Fachleuten absolvierte Untersuchung der Reaktoren 3 und 4 des umstrittenen slowakischen AKW Mochovce hat "massive Sicherheitsmängel" aufzeigt. Das erklärte Global 2000 am Sonntag in einer Aussendung. Auch der slowakische Geheimdienst kritisiere "die Sicherheitskultur und Korruption in Mochovce", hieß es.

"Wir haben nun mit Unterstützung einer slowakischen NGO-Juristin den Bericht der durchaus atomfreundlichen IAEO-Mission erhalten", wurde Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher von Global 2000, in der Aussendung zitiert. Zuvor habe der Betreiber versucht, den Report vor der Öffentlichkeit geheimzuhalten, hielt die NGO fest. "Der Bericht stellt ein vernichtendes Zeugnis über den aktuellen Zustand auf der Mochovce-Baustelle aus: 22 Problemfelder mit mehreren Dutzend Problem-Beispielen und vielen Verbesserungsnotwendigkeiten werden vom Pre-Operational Safety Review Team aufgelistet."

Der Bericht komme zu dem Schluss, dass aktuell das Atomkraftwerks-Management nicht auf eine sichere Inbetriebnahme von Reaktor 3 vorbereitet sei: "Es werden keine hohen Standards gesetzt, die einen sicheren Betrieb garantieren würden. Die Sicherheitskultur des Managements und der Aufsicht wird angezweifelt." Die Studie zeige unter anderem "eine katastrophale Sicherheitskultur bei den Arbeiten auf der Atom-Baustelle" auf. So sei es "in den vergangenen zwölf Monaten allein zu fünf Strahlenquellenzwischenfällen" auf der Baustelle gekommen.

Auch der neue Chef des slowakischen Geheimdienstes SIS habe diese Woche in einem Interview massive Probleme in Mochovce beklagt, erinnerte Global 2000 weiters. Vladimír Pčolinský habe einerseits die grassierende Korruption und Betrügereien beim Bau des Atomreaktors angesprochen, die dieses Jahr bereits zu mehreren Razzien der slowakischen Kripo auf der Baustelle und Korruptions-Ermittlungen gegen führende Manager führten. "Andererseits sieht der Geheimdienst-Chef ein völliges Kontrollversagen bei der Bauleitung und auch bei der Atomaufsicht des Landes." Daher sei auf der Baustelle von Mochovce die nukleare Sicherheit selbst "ein Riesenproblem".

Die Blöcke 1 und 2 des rund 120 Kilometer von der Grenze zu Österreich gelegenen Kernkraftwerks Mochovce waren 1998 und 2000 ans Netz gegangen. Die Arbeiten an den Blöcken 3 und 4 wurden an sich in den 1990er-Jahren aus Geldmangel eingestellt und ab 2008 wieder aufgenommen.

24
0
160669080004
401606748400

Ökostrom- und KWK-Anlagen - Fristen sollen gestreckt werden

Weiter zum Artikel
Wien, 30. Nov. 2020

Um den Erhalt der Förderbarkeit für Ökostromanlagen und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen trotz Verzögerungen durch die Corona-Pandemie zu sichern, sollen das Ökostromgesetz und KWK-Gesetz geändert werden. Krisenbedingt kommt es zur Zeit bei der Errichtung und Inbetriebnahme von Ökostromanlagen sowie Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung zu Verzögerungen, die im schlimmsten Fall zum Verlust der Förderung führen könnten.

Deshalb sollen Inbetriebnahmefristen, die in weniger als einem Jahr enden, je nach Erzeugungstechnologie um 6 bis 12 Monate verlängert werden, sieht die dem Wirtschaftsausschuss zugewiesene Regierungsvorlage vor. Konkret geht es um laufende Fristen zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Covid-19-Schutzmaßnahmenverordnung mit 3. November.

Für die Inbetriebnahme von Ökostromanlagen, die via Einspeisetarif oder Investitionszuschuss gefördert werden, sollen die Fristen um 12 Monate verlängert werden. Bei den KWK-Anlagen, die via Investitionszuschuss gefördert werden, sollen es 6 Monate sein. Ferner sollen Fristen für die Inbetriebnahme von Photovoltaikanlagen, die im Zeitraum vom 3. November bis 31. Dezember 2020 zu laufen beginnen, um 6 Monate verlängert werden.

25
0
160669080004
401606725120

Fördermittel für Solarstrom beinahe ausgeschöpft

Weiter zum Artikel
Wien, 30. Nov. 2020

Knapp 50 Millionen Euro sind heuer an Fördermitteln des Klimaschutzministeriums für Sonnenstrom zur Verfügung gestellt worden - und diese Gelder sind schon fast ausgeschöpft, so Ressortchefin Leonore Gewessler am Sonntag. Von Privaten, Betrieben, Landwirtschaft und öffentlicher Hand würden damit rund 21.000 Anlagen finanziert und in Betrieb genommen - so viele wie noch nie. Dies entspreche einem Leistungszuwachs von knapp 450 MWp (Megawatt Peak) Sonnenstrom in diesem Jahr.

Damit könne der Strombedarf von 127.000 Haushalten gedeckt werden. Im Vorjahr wurden Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 247 MWp neu installiert. Ende 2019 war eine Gesamtleistung von 1.702 MWp in Betrieb, welche zu einer Stromproduktion von mindestens 1.702 GWh führte.

"Wir haben uns im Regierungsprogramm das Ziel gesetzt, bis 2030 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Sonnenstrom ist dabei ein Zugpferd", meinte Gewessler. Mit Investitionen in Sonnenstromanlagen würde auch die heimische Wirtschaft gefördert, Wertschöpfung und Jobs gesichert. "Viele Menschen in Österreich werden mit ihrem Sonnen-Kraftwerk zum aktiven Teil der Energiewende."

26
0
160669080004
401606748940

OPEC sieht erst allmähliche Erholung des Ölmarkts 2021

Weiter zum Artikel
Wien, 30. Nov. 2020

Das Ölkartell OPEC geht davon aus, dass sich die Nachfrage nach dem Rohstoff 2021 erst allmählich wieder erholt. Die schwierige Lage auf dem Ölmarkt 2020 werde sich zumindest im ersten Quartal 2021 fortsetzen, sagte der algerische Energieminister Abdelmadjid Attar am Montag zum Auftakt des Halbjahrestreffens des Kartells. Konkrete Schritte deutete er erwartungsgemäß noch nicht an.

Am Dienstag folgt ein Treffen der 13 OPEC-Mitglieder mit ihren zehn Kooperationspartnern wie Russland (OPEC+). Der Einbruch der Weltwirtschaft durch die Coronakrise hatte heuer die Ölpreise massiv unter Druck gesetzt.

Die OPEC+ hatte zur Jahresmitte mit einer beispiellosen Förderkürzung um fast zehn Millionen Barrel am Tag reagiert, um die Ölpreise zu stabilisieren. "Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Attar. Nun geht es darum, ob die zum Jahreswechsel vorgesehene Aufweichung der Förderkürzung wie geplant kommt oder verschoben wird. Zwischen Jänner 2021 und April 2022 soll nach bisherigen Plänen die tägliche Produktionskürzung noch 5,8 Millionen Barrel am Tag umfassen.

Die Ölpreise hatten am Montag empfindlich auf Medienberichte über Uneinigkeit im Ölverbund OPEC+ reagiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete zuletzt 47,45 US-Dollar (39,80 Euro). Das waren 73 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 65 Cent auf 44,88 Dollar.

27
0
160669080004
401606739940

Erdgas-Forschungsschiff "Oruc Reis" zurück in der Türkei

Weiter zum Artikel
Istanbul/Ankara/Athen, 30. Nov. 2020

Das türkische Forschungsschiff "Oruc Reis" ist nach monatelanger umstrittener Erkundung von Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer in die Türkei zurückgekehrt. Die seismischen Untersuchungen, die am 10. August begonnen hätten, seien abgeschlossen, teilte das Energieministerium in Ankara am Montag auf Twitter mit. Die "Oruc Reis" sei nach Antalya zurückgekehrt.

Das Schiff lag auch nach Angaben der Plattform Marinetraffic Montag früh am Hafen der südtürkischen Küstenstadt. Das für seismische Erkundungen des Meeresbodens ausgerüstete und einen Tauchroboter tragende Schiff "Oruc Reis" hatte seit August mit kurzer Unterbrechung im östlichen Mittelmeer vor griechischen Inseln und westlich von Zypern nach Erdgas gesucht. Der Einsatz wurde mehrmals und zuletzt bis zum 29. November verlängert. Energieminister Fatih Dönmez hatte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu schon vor mehr als einer Woche angekündigt, dass die Arbeiten damit abgeschlossen seien.

An der Mission hat sich ein lange schwelender Streit um Erdgas zwischen Griechenland und der Türkei wieder entzündet. Bei dem EU-Gipfel am 10. und 11. Dezember in Brüssel soll über mögliche weitere Sanktionen gegen die Türkei wegen der Erdgaserkundungen gesprochen werden. Südwestlich von Zypern sucht nach wie vor das türkische seismische Erkundungsschiff "Barbaros Hayrettin Pasa" nach Erdgas.

Die griechische Regierung sieht den neuerlichen Rückzug der "Oruc Reis" kritisch. Die Türkei müsse nun beweisen, dass sie es mit dem Ende der Forschungsaktivitäten ernst meine, hieß es am Montag aus Kreisen des Außenministeriums gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Athen mutmaßt, dass die "Oruc Reis" nur wegen des anstehenden EU-Gipfels (10. und 11. Dezember) abgezogen wurde und ihre Forschungsarbeiten anschließend wieder aufnehmen könnte, so wie es bereits im Oktober der Fall gewesen war, als die EU-Staaten beim damaligen Gipfel über Sanktionen gegen Ankara berieten.

Griechenland und Zypern werfen der Türkei vor, im östlichen Mittelmeer illegal Vorkommen zu erkunden. Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe zurück und vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer zum türkischen Festlandsockel gehörten.

28
0
160669080004
401606738020

E-Control - Urbantschitsch bleibt, Haber kommt

Weiter zum Artikel
Wien, 30. Nov. 2020

An der Spitze der E-Control gibt es ab 24. März 2021 einen Wechsel: Statt Andreas Eigenbauer soll künftig der Energieexperte Alfons Haber gemeinsam mit Co-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch die Energie-Regulierungsbehörde leiten. Das teilte das Energieministerium von Leonore Gewessler am Montag mit. Der Vertrag von Urbantschitsch wurde verlängert, die neue Funktionsperiode läuft bis März 2026.

Urbantschitsch und Haber seien aus einem breiten Bewerbungs- und Hearingprozess als Bestgereihte hervorgegangen und von Gewessler für den Vorstand nominiert worden, heißt es in der Mitteilung. Nun müssen sie sich in einer Anhörung im Wirtschaftsausschuss präsentieren.

"Mit Dr. Wolfgang Urbantschitsch und Dr. Alfons Haber werden zwei hochkompetente und erfahrene Menschen in der kommenden Periode im Vorstand der E-Control tätig sein", sagte Gewessler laut Mitteilung. "Ganz besonders bedanken möchte ich mich auch bei DI Andreas Eigenbauer für die Arbeit in den vergangenen Jahren."

Haber wird die Aufgaben von Eigenbauer übernehmen, der nach zehn Jahren in leitender Funktion, davon fünf als Vorstand, ausscheidet.

Alfons Haber hat seit 2013 eine Professur für Netz- und Systemintegration an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Landshut inne. Davor war er in unterschiedlichen Funktionen an der TU München, sowie für OMV, Plaut und auch die E-Control tätig.

29
0
160669080004
401606725000

Preise für Haushaltsenergie im Oktober gesunken

Weiter zum Artikel
Wien, 30. Nov. 2020

Die Preise für Haushaltsenergie sind im Oktober gesunken und waren um 8,4 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Deutlich billiger waren Heizöl und Sprit, hier wirkte sich der Ölpreisrückgang aus. Teurer war nur Strom, geht aus dem von der Oesterreichischen Energieagentur berechneten Energiepreisindex (EPI) hervor. Im Vergleich zum Vormonat September kostete Haushaltsenergie im Oktober um 1,0 Prozent weniger.

Zum Vergleich: Der Verbraucherpreisindex stieg im Oktober 2020 im Vergleich zum Oktober vergangenen Jahres um 1,3 Prozent und im Vergleich zu September 2020 um 0,1 Prozent.

"Der durch die Coronakrise bedingte wirtschaftliche Einbruch zeigte sich somit bei den Haushaltsenergiepreisen deutlich, hier vor allem bei Heizöl und an der Tankstelle", so Energieagentur-Geschäftsführer Peter Traupmann laut Pressemitteilung. Die Treibstoffpreise sind nach dem Verfall im Frühjahr über die Sommermonate gestiegen, gingen mit Herbstbeginn aber wieder leicht zurück. Diesel war im Oktober im Jahresvergleich um 17 Prozent billiger, Super um 14,4 Prozent. Im Monatsvergleich kostete Diesel um 1,9 Prozent weniger, Superbenzin war um 0,6 Prozent günstiger.

Heizöl war im Oktober um rund ein Drittel (32,7 Prozent) billiger als vor einem Jahr und kostete um 6,4 Prozent weniger als im heurigen September. "Niedrige Heizölpreise mögen verlockend sein, jedoch gehört die Ölheizung zu den klimaschädlichsten Formen, die eigenen vier Wände zu heizen", so Traupmann. Es gebe bei der Raumwärme ausreichend erprobte Alternativen wie Wärmepumpe, Fernwärme sowie Holz- oder Pelletskessel. Wichtig sei es auch, Energie einzusparen. Traupmann rät zur thermischen Sanierung und den Einsatz hocheffizienter Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energie.

Teurer als vor einem Jahr war im Oktober nur Strom: Der Preis stieg um 5,0 Prozent. Grund dafür sind laut Energieagentur neben höheren Energiekosten zu einem Teil auch gestiegene Netzentgelte. Die Stromrechnung besteht aus drei Komponenten: dem reinen Energiepreis, bei dem man den Lieferanten wechseln kann, den Netzkosten sowie Steuern und Abgaben. Bei einem Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) entfallen laut Energieagentur rund 38 Prozent auf die reinen Stromkosten, rund 25 Prozent auf das Netz und der Rest von rund 37 Prozent auf Steuern und Abgaben wie Umsatzsteuer (rund 17 Prozent), Ökostromförderkosten (10 Prozent) und Elektrizitätsabgabe (7 Prozent).

Gas war im Oktober um 2,1 Prozent günstiger, Fernwärme um 1,6 Prozent billiger. Der Preis für Brennholz ging um 0,6 Prozent zurück. Holzpellets kosteten um 1,2 Prozent weniger als im Jahr davor.

Im Vergleich zum Vormonat September waren Holzpellets um 0,7 Prozent teurer. Brennholz kostet um 0,3 Prozent weniger. Unverändert waren die Preise für Strom, Gas und Fernwärme.