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Enercon sichert sich Milliardenfinanzierung

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Aurich, 04. Jun. 2020

Der deutsche Windkraftanlagen-Hersteller Enercon hat sich inmitten seines Umbaus mit Banken auf eine neue Finanzierung in Milliardenhöhe geeinigt. Die bis Ende 2023 geltende Vereinbarung umfasst 1,15 Mrd. Euro, die sich etwa je zur Hälfte auf eine neue Garantielinie und die Verlängerung bestehender Darlehen aufteilen, wie ein Enercon-Sprecher am Donnerstag sagte.

Die Finanzierung zeige das Vertrauen der Banken in den Umbau des Unternehmens und sei insbesondere für größere Onshore-Projekte im Ausland wichtig.

Im Herbst 2019 hatte der Konzern einen Umbau angekündigt, der bis einschließlich 2022 dauern soll. Bis zu 3.000 Arbeitsplätze könnten dabei wegfallen, hieß es. Der für den Umbau engagierte Manager Martin Prillmann sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag): "Wir werden in der Enercon-Gruppe um einen weiteren Stellenabbau nicht herumkommen." Das sei nötig, um die Kosten im Anlagenbau "auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu bringen".

Der Enercon-Sprecher betonte, dass es sich dabei um einen Stellenabbau im Zuge des bereits angekündigten Umbaus handle. Bei der bisher kommunizierten Zahl von bis zu 3.000 Stellen, die betroffen sein könnten, handle es sich um eine "vorsichtige Schätzung", die abschließende Zahl sei noch nicht bekannt.

Enercon mit Stammsitz in Aurich ist einer der größten deutschen Hersteller in der Windindustrie. Unter einer schwächelnden Marktentwicklung leidet die gesamte Windkraft-Branche in Deutschland seit geraumer Zeit, wenn sie auch inzwischen wieder etwas optimistischer ist. "Wir gehen davon aus, dass der deutsche Markt für Windenergie an Land erst frühestens 2022 wieder Fahrt aufnehmen wird", sagte Enercon-Chef Hans-Dieter Kettwig der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag).

Die deutsche Regierung will mit zusätzlichen Windparks in Nord- und Ostsee die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen in Deutschland in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. Am Mittwoch brachte das Kabinett dafür eine gesetzliche Grundlage auf den Weg.

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Potenzial von Energie aus Biomasse laut Studie überschätzt

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Wien, 04. Jun. 2020

Der Nutzung von Biomasse anstatt fossiler Brennstoffe wird oft großes Potenzial dahin gehend attestiert, zukünftig die Energieversorgung mit sicherzustellen und das Klima zu schonen. Einer Untersuchung österreichischer Forscher zufolge dürfte dieser Hebel jedoch bisher oftmals überschätzt worden sein, berichten sie im Fachblatt "Environmental Research Letters".

Wenn zumindest ein Teil der Energie etwa durch das Verbrennen landwirtschaftlicher Biomasse anstatt von Kohle, Öl und Erdgas gewonnen würde, hätte das positive Auswirkungen auf die Treibhausbilanz, so die Idee, die etwa auch hinter der Beimischung von Biodiesel steckt. Wie groß das Potenzial solcher Ansätze aber tatsächlich sein kann, ist Gegenstand von anhaltenden Diskussionen. Denn der Anbau von Pflanzen nur zur Energiegewinnung und nicht etwa zum Verzehr - sogenannte Energiepflanzen - ist umstritten, weil die dafür benötigten Anbauflächen etwa durch Abholzung von Regenwäldern gewonnen werden bzw. diese Form der Produktion das Angebot an Nahrungsmitteln verknappen kann.

In vielen Zukunftsszenarien, die mit dem Ziel einhergehen, die Klimaerwärmung zu begrenzen, kommt der landwirtschaftlichen Biomasse trotzdem eine zentrale Rolle bei der Energieversorgung zu, heißt es in einer Aussendung der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien. Im Rahmen von Modellen haben Wissenschafter vom Boku-Institut für Soziale Ökologie berechnet, wie sich die Nachfrage und Produktion in dem Bereich, die Veränderungen von Anbauflächen oder der Treibhausgasausstoß der Landwirtschaft unter verschiedenen Bedingungen entwickelt und welche Biomasse-Mengen zur Energiegewinnung jeweils genutzt werden könnten.

Negative Effekte beachten

Aufpassen müsste man etwa auf negative Effekte: So kann verstärktes Düngen die Emissionen erhöhen, schreibt das Team um Erstautor Gerald Kalt in der Arbeit. Beim Blick auf die Treibhausgasbilanz wäre die Nutzung von Jauche in Biogasanlagen von Vorteil, weil Emissionen der Treibhausgase Methan- und Lachgas großteils verhindert werden können. Das globale Potenzial zur Energiegewinnung liege hier bei rund fünf Exajoule (fünf Trillionen Joule) pro Jahr. Zum Vergleich: Österreichs Energieverbrauch lag 2017 bei rund 1,1 Exajoule.

Ernterückstände könnten laut den Berechnungen jährlich um die 20 Exajoule an Energie liefern, was aber auch mit moderat steigenden Emissionen einher ginge. Der Energiepflanzen-Anbau könnte theoretisch zwischen rund 40 und 90 Exajoule an Energie bereitstellen. Damit es aber nicht zu Problemen bei der Nahrungsmittelversorgung käme, bräuchte es deutlich mehr Anbauflächen und eine weiterte Intensivierung der Landwirtschaft, was wiederum Treibhausgasemissionen erhöhen und Umweltprobleme verstärken würde.

"Geringere Risiken und weitaus größere ökologische Vorteile als ein massiver Ausbau landwirtschaftlicher Bioenergie würde eine Neuausrichtung unseres gesamten Ernährungssystems bringen", betonen die Wissenschafter. Das betrifft vor allem eine Abnahme des Fleischkonsums. So würde wiederum Flächen frei, die als Kohlendioxid-Senken fungieren und dem weltweiten Artenverlust entgegenwirken. "Naturnahe Wiederaufforstung stellt eine wirkungsvolle CO2-Senke mit positiven ökologischen Nebeneffekten dar. Das Forcieren dieser Senken sollte als zentrale Klimaschutzmaßnahme und Alternative zu Bioenergie ernsthaft in Erwägung gezogen werden", so Kalt.

Service: https://doi.org/10.1088/1748-9326/ab6c2e

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Wiener Kläranlage erzeugt Strom durch Klärschlamm

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Wien, 04. Jun. 2020

Mehr als fünf Jahren ist in der von der ebswien betriebenen Kläranlage der Stadt Wien in Simmering am Projekt "E_OS - Energie_Optimierung Schlammbehandlung" gebaut worden, am heutigen Donnerstag wurde der Schlussstein gesetzt. Mit der Inbetriebnahme kann mit E_OS die Energie für die gesamte Abwasserreinigung erzeugt werden.

"Durch den intelligenten Einsatz von modernen Technologien wird hier mehr Energie produziert als tatsächlich verbraucht", sagte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Und Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) führte weiter aus: "Die Abwasserreinigung, die in anderen Städten einen der größten kommunalen Energieverbraucher darstellt, erfolgt bei uns energieautark. Wir gewinnen auch noch sauberen Strom und saubere Wärme und senken damit auch den CO2-Ausstoß deutlich."

Die Kläranlage benötigt zur Reinigung der gesamten in der Stadt anfallenden Abwässer mehr als ein Prozent des vom größten Energieversorger Wien Energie produzierten Stroms. "Bei Schlammfaulungsanlagen stand früher vor allem die Reduktion des Klärschlamms, der als 'Reststoff' bei der Abwasserreinigung anfällt, im Mittelpunkt des Interesses", erläuterte ebswien-Generaldirektor Christian Gantner, "die gewonnene Energie war dabei nur ein angenehmer Nebeneffekt. Bei E_OS war hingegen von Anfang an die größtmögliche Energieausbeute unser Ziel. So entwickelte die ebswien gemeinsam mit dem Institut für Wassergüte und Ressourcenmanagement der Technischen Universität Wien ein innovatives Verfahren.

Das Prinzip von EO_S: Im Klärschlamm sind die bei der Abwasserreinigung entfernten Schmutzstoffe gebunden. Dem Schlamm wird zu einem gewissen Grad Wasser entzogen und er wird auf 38 Grad Celsius erwärmt. Dann kommt er in 30 Meter hohe Faulbehälter, wo Bakterien ideale Bedingungen vorfinden, um den Schlamm zu zersetzen. Durch den Faulungsprozess entsteht Klärgas, das wiederum zu zwei Drittel Teil aus energiereichem Methan besteht.

Der ausgefaulte Schlamm wird schließlich aus den Faulbehältern abgezogen und verbrannt. Das Klärgas hingegen gelangt über Filteranlagen von den Gasbehältern in Blockheizkraftwerke, wo es in Gasmotoren verbrannt wird. Dabei entsteht nicht nur mechanische Energie, die mittels Generatoren in elektrischen Strom umgewandelt wird, sondern auch Wärme, die für Heizung und Warmwasserbereitung verwendet werden kann.

Mit dem so erzeugten Strom wird der gesamte Energiebedarf der Kläranlage gedeckt und es wird sogar Überschüsse geben, hieß es. Außerdem sinkt Ausstoß von CO2-Äquivalenten um rund 40.000 Tonnen pro Jahr.

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Petro Welt mit durchwachsenem 2019 und gutem 1. Quartal 2020

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Wien, 04. Jun. 2020

Nach mehreren Verzögerungen hat das börsennotierte Öl-Unternehmen Petro Welt Technologies (PeWeTe) am Mittwochabend sowohl Zahlen für 2019 als auch für das erste Quartal 2020 veröffentlicht. 2019 brachte demnach zwar ein Umsatzplus, aber einen deutlichen Rückgang beim Gewinn. Anfang 2020 verdiente das Unternehmen hingegen im Vergleich zur Vorjahresperiode sehr gut.

In den ersten drei Monaten 2020 gab es in beiden Geschäftsfeldern Bohrlochpflege und Anlage neuer Bohrlöcher mehr Aufträge, der Umsatz legte um 36,4 Prozent auf 84,8 Mio. Euro zu, der Nettogewinn hat sich auf 8,7 Mio. Euro mehr als verzehnfacht. Die Abwertung des Rubels führte bei dem vor allem in Russland tätigen Unternehmen allerdings zu einer Verringerung des Anlagevermögens und einem Rückgang des Eigenkapitals um 22 Prozent.

Das Jahr 2019 hatte dem Unternehmen einen Umsatzanstieg gebracht, um 6 Prozent in Rubel gerechnet und um 8,1 Prozent auf 298,4 Mio. Euro in Euro gerechnet. Wesentlich dafür war der Export von Proppant, einem Hilfsmittel für die Durchführung von Fracking, also der Gewinnung von Öl und Gas aus Gesteinsformationen. Dieser machte 2019 ein gutes Viertel der Umsätze des Unternehmens aus (26,4 Prozent). Im Jahr davor waren es nur 12,8 Prozent des Umsatzes gewesen.

Aber der Gewinn nach Steuern halbierte sich auf 5,4 Mio. Euro (2018: 10,8 Mio. Euro), vor Steuern hat es ein Minus von 17 Prozent auf 12,7 Mio. Euro gegeben. Dank Umschuldungen erhöhte sich die Eigenkapitalquote zum Jahresende um 2,4 Prozentpunkte auf 56,2 Prozent.

PeWeTe hat im 1. Quartal alle erforderlichen Genehmigungen erhalten und das operative Geschäft in Rumänien aufgenommen. Damit sei die Basis dafür geschaffen, den europäischen Markt von einem EU-Mitgliedstaat aus zu bearbeiten. Außerdem wurde 2019 eine neue Unternehmenseinheit im Oman gegründet.

Für 2020 erwartet PeWeTe einen Rückgang des Konzernumsatzes auf 278 Mio. bis 285 Mio. Euro und eine EBITDA-Marge zwischen 16 und 16,5 Prozent (2019: 15,3 Prozent). "Allfällige unvorhergesehene wirtschaftliche Krisenszenarios sind in dieser Einschätzung nicht berücksichtigt", heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.

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OPEC muss im Ringen um höhere Ölpreise auf Sicht fahren

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Frankfurt, 04. Jun. 2020

Die großen Erdölproduzenten stehen in der Coronakrise vor schweren Entscheidungen. Mit einer Kappung der Fördermengen konnten die in der OPEC+ zusammengeschlossenen Länder den freien Fall der Ölpreise zwar stoppen. Doch steigen die Preise zu sehr, kommt die US-Schieferölproduktion wieder auf Hochtouren, die sich erst ab einem bestimmten Niveau rentiert.

Mit der zusätzlichen Produktion käme der Ölpreis jedoch wieder unter Druck - der Erfolg bei dessen Stützung könnte zunichtegemacht werden.

Überfüllte Lagerbestände und eine kollabierte Nachfrage wegen der Eindämmungsmaßnahmen im Kampf gegen die Coronaviruspandemie hatten den Ölpreis je Fass im April unter 20 Dollar (17,9 Euro) fallen lassen. Mittlerweile kostet die Nordseesorte Brent schon wieder rund 40 Dollar je Fass. Nach dem Willen der Produzenten sollte sich dieser Preis nicht mehr allzu stark erhöhen. "Der Plan ist, an den Preisen von 40 bis 50 Dollar pro Barrel festzuhalten", sagt ein Insider von russischer Seite, der mit den Gesprächen in der OPEC+ zu diesem Thema vertraut ist. "Denn sobald sie weiter ansteigen, sagen wir auf 70 Dollar, begünstigt das eine zu hohe Ölförderung, einschließlich der Förderung von US-Schiefer." Die Schieferölbranche macht bei Preisen zwischen 50 und 70 Dollar Gewinne.

Mitte April hatten sich die Organisation Erdölproduzierender Länder plus Russland (OPEC+) darauf geeinigt, die Tagesproduktion um 9,7 Millionen Barrel zu senken. Die Kürzung entspricht etwa zehn Prozent des weltweiten Angebots und ist die größte, die jemals vorgenommen wurde. Sie sollte ursprünglich im Mai und Juni gelten und schrittweise innerhalb von zwei Jahren bis April 2022 wieder zurückgenommen werden.

Doch wie es weitergehen soll, steht noch in den Sternen. Zuletzt einigten sich Saudi-Arabien und Russland, eine Verlängerung der im April beschlossenen Förderbremse von 9,7 Millionen Barrel pro Tag zumindest in den Juli hinein zu unterstützen. Doch Moskau zögert mit Blick auf die USA, die Maßnahmen über Juli hinaus weiterlaufen zu lassen, wie mit den Gesprächen vertraute Personen berichten.

Denn mit der wieder langsam wachsenden Nachfrage muss die OPEC Experten zufolge vorsichtig umgehen. "Es geht nicht nur darum, die Nachfrage zu messen. Es geht auch darum, den US-Schiefer auf einer monatlichen Basis zu verfolgen, um zu verhindern, dass die Schieferbranche sich schnell wieder erholt", sagt Analyst Christyan Malek von JPMorgan.

Der US-Branche wiederum rennt die Zeit davon. Der Schieferölboom hat die USA in den vergangenen Jahren zum weltweit wichtigsten Ölförderer gemacht - beim sogenannten Fracking wird das Öl mit Druck und Chemikalien aus dem Boden gelöst. Die Methode ist jedoch vergleichsweise aufwendig und teuer, auch wenn der technische Fortschritt die Kosten sinken lässt. Viele Firmen haben sich hoch verschuldet, um neue Lagerstätten zu erschließen. Nun steht einigen von ihnen wegen der Coronakrise das Wasser bis zum Hals.

Zwar wird die weltweite Ölnachfrage, die im April um ein Drittel eingebrochen war, mit Lockerung der Pandemie-Beschränkungen wohl erstmals im Juni wieder das Angebot übersteigen. Doch die weltweiten Vorräte sind nach wie vor prall gefüllt. Wegen Käufermangels legten die Hersteller rund eine Milliarde Barrel Öl auf Halde. "Der Markt ist sehr flüssig, und angesichts der Unsicherheit über den Verlauf der Nachfrageerholung versus dem Risiko einer zweiten Viruswelle muss die OPEC flink sein", sagt Amrita Sen, Mitbegründerin des Beratungshauses Energy Aspects. "Indem sie dies von Monat zu Monat tun, halten sie alle auf Trab und machen es anderen schwer, zu investieren."

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Wenn Opa und Oma künftig kreuzfahren, müssen sie nicht mehr die Luft verpesten

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03. Jun. 2020

Am Grazer Large Engine Competence Center entsteht Österreichs größter Motorenprüfstand zum Testen eines CO2-freien Schiffmotors

Vor zwei Jahren startete das europaweite Projekt HyMethShip. Ziel ist die Entwicklung eines Gesamtsystems für eine emissionsfreie Hochseeschifffahrt. Im Vergleich zu herkömmlichen Antrieben ließen sich so 97 Prozent CO2 und achtzig Prozent Stickstoffoxid vermeiden.

Ermöglicht wird das durch eine Steigerung der Energieeffizienz um 45 Prozent und ein Methanol-basiertes Antriebssystem. Die vorhandene Infrastruktur muss für die Betankung von Schiffen mit Methanol nur leicht modifiziert werden. Hergestellt wird es aus CO2 und Wasserstoff, der aus Biomasse gewonnen oder mit erneuerbarer Energie produziert wird.

Am Schiff wird das Methanol reformiert: Das heißt, CO2 abspalten und den Wasserstoff zum Antrieb eines modifizierten Hubkolbenmotors einsetzen. Das zuvor abgespaltene CO2 wird am Schiff gespeichert und später im Hafen entladen. Von dort aus kann es erneut in die Methanolproduktion eingebracht werden.

Die einzelnen Komponenten des Gesamtsystems sowie das Design des Demonstrationsmodells sind bereits entwickelt. Um das System unter realen Bedingungen testen zu können, entsteht am Grazer Large Engine Competence Center einer der größten Motorenprüfstände Österreichs. Der kommerzielle Erfolg des Antriebssystems hängt aber nicht nur vom technischen Gelingen, sondern auch von politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen ab, etwa der Bepreisung von Kohlenstoffdioxid.
 

Falter, 03.06.2020, S. 6)
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EZB pumpt Milliarden in fossile Energiekonzerne

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Wien, 03. Jun. 2020

Geldpolitik. Seit Ausbruch der Coronapandemie hat die EZB über sieben Milliarden Euro für Anleihen von Öl- und Gaskonzernen und anderen fossilen Unternehmen ausgegeben. Ein Kurswechsel zu mehr Klimaschutz ist angekündigt. 

Wenn die Europäische Zentralbank am morgigen Donnerstag zu ihrer Zinssitzung zusammentritt, werden wieder einmal große Zahlen Schlagzeilen machen: Die Chancen stehen gut, dass die Währungshüter das eigentlich auf 750 Milliarden Euro begrenzte Notfallprogramm zum Kauf von Anleihen (PEPP) um weitere 500 Milliarden Euro aufstocken werden. Aber wer profitiert davon? Wohin fließt all das Geld? 

Ein Drittel der versprochenen 750 Milliarden Euro wurde bekanntlich bereits investiert. Geht es in dem Tempo weiter, wäre der Topf, der bis Jahresende reichen soll, nach drei Monaten schon halb leer. Ein Großteil des Geldes, das die EZB zwischen Mitte März und Mitte Mai ausgegeben hat, ging weiterhin in Staatsanleihen. Rund 30 Milliarden Euro flossen allerdings direkt an Unternehmen, so das Ergebnis einer aktuellen Analyse von Greenpeace, die zumindest einen Teil dieser Hilfsmaßnahmen sehr kritisch sieht. 

EZB-Geld für OMV und Ryanair 

Konkret geht es um jene 7,6 Milliarden Euro, die seit Ausbruch der Krise in den Kauf von Unternehmensanleihen aus der Öl- und Gasindustrie (darunter auch die heimische OMV) sowie in fossile Energiekonzerne wie Engie oder Iberodrola geflossen sind. Weitere 5,6 Milliarden Euro sicherten sich Auto- und Luftfahrtkonzerne wie Daimler, Peugeot, Airbus und Ryanair. Diese Zahlen sind von der EZB weder veröffentlicht noch bestätigt. Die Notenbank teilt zwar mit, welche Anleihen sie kauft, aber nicht, in welchem Ausmaß. Die Studienautoren trafen daher die Annahme, dass sich an der grundsätzlichen Aufteilung der Investitionen durch die Pandemie nichts geändert hat. 

Vom grünen Kurswechsel in der europäischen Währungspolitik, den EZB-Präsidentin Christine Lagarde im Jänner in Aussicht gestellt hat, ist jedenfalls noch nichts zu sehen. "Die Konzernanleihen, etwa von der OMV, die die EZB als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie erworben hat, unterstützen business as usual und heizen die Klimakatastrophe weiter an", kritisiert Adam Pawloff, Klimaexperte von Greenpeace. "Die Oesterreichische Nationalbank muss sich bei der anstehenden Überarbeitung der geldpolitischen Strategie der EZB dafür einsetzen, dass fossile Brennstoffe und andere emissionsintensive Vermögenswerte von künftigen Käufen ausgeschlossen sind." 

Angst vor Rekordrezession 

Obwohl bei der Sitzung auch die Neuorientierung der Geldpolitik besprochen werden soll, dürfte die Klimapolitik jedoch ein Nebenaspekt bleiben. Die EZB fürchtet, dass die Eurozone in eine Rekordrezession abrutscht, und müht sich, große Ausfälle bei Europas Unternehmen zu verhindern. Das wirtschaftliche Überleben hat Priorität. Der Klimaschutz droht weiter vertagt zu werden. 
 

von Matthias Auer  


 

Die Presse, 03.06.2020, S. 15
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58 Millionen für Stromversorgung

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03. Jun. 2020

Linz AG errichtet bis 2024 Stromnetzgebäude bei der Konzernzentrale 

57,7 Millionen Euro investiert die Linz AG in den Bau eines neuen Stromnetzgebäudes direkt angrenzend am 4600 Quadratmeter großen Areal der Firmenzentrale. Der Neubau ist dabei laut Generaldirektor Erich Haider ein „großes, wichtiges, umweltfreundliches, vorausschauendes und innovatives Vorhaben“, werden dort schließlich bis zum Jahr 2024 ein Bürogebäude mit 240 Arbeitsplätzen, ein Datacenter, ein Umspannwerk (das ein bestehendes ersetzen wird) sowie eine Fernkälte-Zentrale errichtet. 

Die Abbrucharbeiten des bestehenden, im Jahr 2018 erworbenen Gebäudes, starteten im März. Der offizielle Spatenstich ist für November 2020 projektiert. Mit diesem Vorhaben soll vor allem die Versorgungs- und Zukunftssicherheit mit Strom und Gas sichergestellt sein. Es sei daher laut dem Linzer Bürgermeister Klaus Luger „eines der aktuell strategisch wichtigsten Projekte der Linz AG“. Nebenbei würden durch den Bau zahlreiche regionale Betriebe profitieren, die derzeit Aufträge „wie einen Bissen Brot“ bräuchten. 

Beauftragt für das Projekt wurde nach einem zweistufigen europaweiten Ausschreibungsverfahren das Architekturbüro ATP mit Standorten in Wien und Innsbruck. Das 30 Millionen Euro teure Bürogebäude, das über eine Fotovoltaik-Fassade verfügen wird, soll Ende 2023 in Betrieb gehen. Das Gesamtprojekt soll im Dezember 2024 fertiggestellt sein.

 


 

Oberösterreichisches Volksblatt, 03.06.2020, S. 17
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„Österreich-Tarif“ als Auftrag an die Politik

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03. Jun. 2020

Landesrechnungshof prüfte Stromnetzgesellschaft der Kelag. Zersiedelung und Demografie kommen Strombeziehern teuer. 

Die Aufregung war groß, als 2019 saftige Erhöhungen der Netzgebühren um 7 bzw. 8,1 Prozent für Strombezieher in den Netzen der Kärnten Netz GmbH (KNG) – eine hundertprozentige Kelag-Tochter – und der Energie Klagenfurt ins Haus standen. Im ÖsterreichSchnitt sanken sogar die Netztarife, die mehr als ein Drittel der Stromkosten ausmachen, um 1,3 Prozent. Die Kosten für die Kärntner Strombezieher jedoch stiegen im Zuge der alle fünf Jahre durchgeführten Evaluierung um 14 Millionen Euro. 

Die Opposition schäumte über den „Strompreiswucher“. Tatsächlich legt nicht der Netzbetreiber Tarife fest, sondern die Regulatoren der E-Control. Österreich ist in 14 Strompreiszonen unterteilt, Kärnten verfügt über zwei Tarifzonen. Klagenfurt liegt dabei preislich im Mittel-, Kärnten im absoluten Spitzenfeld; ja die Kärnten Netz verrechnet sogar den teuersten Stromnetztarif nach dem netztechnisch betrachtet extraterritorialen Kleinwalsertal. 

Die ÖVP beantragte daher im Februar 2019 eine Prüfung durch den Landesrechnungshof. Dessen Bericht zeigt nun auf, dass die Effizienz der Kärnten Netz gesunken ist und diese in diesem Punkt österreichweit nur mehr im letzten Drittel liegt. Allerdings gibt es dafür eine schlüssige Erklärung: Seit 2007 wird die negative Bevölkerungsentwicklung im Verteilnetz nicht mehr berücksichtigt. Und erstmals wurde die Zahl der Zählpunkte – Stromabnehmer – im Benchmarking-Verfahren berücksichtigt. Die Kärnten Netz sieht darin einen Nachteil, die E-Control nicht. 

Unbestritten ist, dass die Zersiedelung den Strombeziehern teuer zu stehen kommt. Kärnten hat die geringste Zahl an Zählpunkten je Trafostation, bestehende Infrastruktur muss wegen des demografischen Wandels durch weniger Netzkunden finanziert werden. Mitveranwortlich für den Kostenanstieg waren überdurchschnittlich hohe kollektivvertragliche Gehaltserhöhungen in den Vorjahren. Die Prüfer pochen hier auf Kostendämpfung. 

Der Anfangsverdacht der Politik, die Kelag betreibe Quersubventionierung über erhöhte Netztarife, erhärtete sich nicht. Bei Dienstleistungen, die die KNG bei der Mutter Kelag zukauft, sollten jedoch „aussagekräftige Drittvergleiche“ erfolgen, sagt der Rechnungshof. 

Kostendämpfend für KNG-Kunden wäre ein einheitlicher Kärntner Stromtarif. Damit verbundenen wären eine geringfügige Entlastung im Netz der Kelag und eine leichte Mehrbelastung im Netz der Energie Klagenfurt. Dem „Solidaritätsgedanken folgend“ wäre jedoch ein einheitlicher Netztarif für ganz Österreich. Damit würde der Tarif für Haushaltskunden in Klagenfurt um 0,14 Cent je kWh sinken, im Netz der Kelag um 2,29 Cent je kWh. „Ein österreichweit einheitlicher Netztarif würde die Kärntner deutlich entlasten“, so Rechnungshof-Direktor Günter Bauer. „Das Land sollte die Rahmenbedingungen mit Bund und E-Control diskutieren.“ 

Die SPÖ unterstützt diesen Vorschlag und appelliert an die ÖVP, Verbindungen nach Wien zu nutzen. VP-Energiesprecher Christian Benger hofft auf mehr Unternehmen in Landregionen, das würde Kosten für Einzelne verringern. Auch Team-Kärnten-Chef Gerhard Köfer will die „sofortige Aufnahme von Verhandlungen über einen bundesweit einheitlichen Stromtarif“. FPÖ-Chef Gernot Darmann sieht Versäumnisse von SPÖ und ÖVP und fordert erneut eine Strompreissenkung. 
 

 

Kleine Zeitung, 03.06.2020, S. 20-21
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Vermehrt Sonnenstrom für Sibratsgfäll

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03. Jun. 2020

Sibratsgfäll Eine gut funktionierende und gesicherte Nahversorgung in vielen Bereichen ist entscheidend für eine lebenswerte Gemeinde der Zukunft. Klimaschutz und Energieautonomie bedürfen vieler Schritte. Gemeinden und Betriebe im Land sind gefordert, Maßnahmen für den Klimaschutz im eigenen Wirkungsbereich umzusetzen. 

Zwei Sonnenkraftwerke 

Die Gemeinde Sibratsgfäll hat sich im vergangenen Jahr ausführlich mit den Chancen einer Nahversorgung mit Strom auseinandergesetzt, der über Photovoltaik auf Sibratsgfäller Dächern erzeugt wird. Als erste konkrete Maßnahme werden in der Vorderwälder Gemeinde in diesem Jahr zwei Ökostromprojekte mit Bürgerbeteiligung realisiert. Auf dem Dach der Turnhalle erzeugen 86 Quadratmeter Photovoltaikfläche 15.000 kWH Ökostrom im Jahr. 195 Quadratmeter Photovoltaikfläche auf dem Dorner Hof produzieren jährlich 33.000 kWh Ökostrom. 

Bürgerbeteiligung 

Bürgerinnen und Bürger sind dazu eingeladen, sich an diesen Projekten zu beteiligen und Sonnenscheine zu kaufen. Die Sonnenscheine werden in Sibratsgfäller Dorfgutscheinen bzw. Einkaufsgutscheinen der Dorner Natur OG einschließlich entsprechender Verzinsung auf mehrere Jahre rückvergütet. Damit wird die regionale Wirtschaft gestärkt und die Nahversorgung im Dorf gesichert. 

Erhöhung der Eigenverantwortung 

Neben einer Erhöhung der Eigenversorgung mit Ökostrom in der jeweiligen Gemeinde werden zusätzlich auch die Nahversorger im Ort gestärkt. Die Bürgerinnen und Bürger können sich in eine umweltfreundliche Investition einbringen. Die Aktion wird von Energieregion Vorderwald und Arge Erneuerbare Energie begleitet. 

Energiegemeinschaften 

Mit der gerade laufenden Ausarbeitung des „Erneuerbaren Ausbaugesetzes – EAG“ in Österreich werden Regelungen getroffen, wie Strom innerhalb von Energiegemeinschaften über Grundstücksgrenzen hinweg genutzt werden kann. „Zum Beispiel könnte dann eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Turnsaaldach überschüssigen Strom an weitere Gebäude abgeben. Jetzt ist das rechtlich noch nicht erlaubt“, so DI Monika Forster, Modellregionsmanagerin Energieregion Vorderwald. Mit Unterstützung von Energieregion Vorderwald, Energieinstitut Vorarlberg und Europäischer Union führte die Fachhochschule Vorarlberg Simulationen der Energieflüsse für standardisierte Sibratsgfäller Energiegemeinschaften durch. Welche Möglichkeiten das EAG bieten wird, Strom zu teilen, ist derzeit noch offen. Das entsprechende Gesetz soll Anfang 2021 in Kraft treten. 
 

Vorarlberger Nachrichten, 03.06.2020, S. B3
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Linz, 03. Jun. 2020

Energie AG: Neue Tochter 

Linz. Die Energie AG bündelt die Betreuung ihrer Business- und Großkunden in einer neuen Gesellschaft. Leiter der Energie AG Businesskunden GmbH sind Klaus Dorninger und Michael Baminger. 

Linz AG baut neu 

Die Linz AG errichtet bis 2024 ein neues Stromnetz-Gebäude. Es wird angrenzend an das Areal des Unternehmens in Linz stehen und Platz für 240 Arbeitsplätze bieten. Investiert werden rund 57,7 Millionen Euro.

 


 

Oberösterreichische Nachrichten, 03.06.2020, S. 7
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Kärnten bei Stromnetztarif österreichweit Spitzenreiter

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03. Jun. 2020

Landesrechnungshof. Kärnten hat mit Abstand den höchsten Stromnetztarif aller Bundesländer in Österreich.

Das ergab eine Untersuchung des Landesrechnungshofes, welche auf Antrag der Kärntner ÖVP zustande kam. In Kärnten macht der Netztarif gut ein Drittel des Strompreises aus. Dieser setzt sich aus dem Energiepreis, dem besagten Netztarif sowie Steuern und Abgaben zusammen. 

Der Hauptgrund für die hohen Kosten liegt nach Ansicht des Landesrechnungshof in der Zersiedelung Kärntens. Diese wirkt sich wie folgt auf den Netzpreis aus: Je weiter Gebäude voneinander entfernt liegen, umso mehr Trafostationen und Leitungen sind nötig, um die einzelnen Gebäude zu versorgen. Vereinfacht gesagt: Je entlegener ein Gebiet, desto teurer der Saft aus der Steckdose. 

Ein Kärntner Haushalt zahlte im Durchschnitt 730 (günstigster Anbieter) bis 959 Euro (teuerster Anbieter) im Jahr. Dass sich auch innerhalb des Bundeslandes starke Divergenzen ergeben, zeigt sich auch am Beispiel Klagenfurts. Hier liegt der Netztarif aufgrund städtischer Strukturen im Österreich-Schnitt. 

Empfehlungen Die Netztarife in den Bereichen Kärnten und Klagenfurt stiegen von 2018 auf 2019 um 7 und 8,1 Prozent, im Österreichschnitt sanken sie um 1,3 Prozent. Hauptverantwortlich für das massive Plus in Kärnten waren überdurchschnittlich hohe kollektivvertragliche Gehaltserhöhungen in Vorjahren. Die Prüfer pochen hier auf Kostendämpfung. 

Eine weitere Empfehlung des Landesrechnungshofes: Kärnten soll versuchen, einen österreichweit einheitlichen Tarif anzustreben. Diesem Vorschlag viel abgewinnen kann auch Andreas Sucher, Landesgeschäftsführer der SPÖ. Er fordert die Kärntner ÖVP auf, ihre Kontakte zu nutzen und diese "Ungerechtigkeit zu beenden".

 

von N.Tuschar 
 


 

Kurier, 03.06.2020, S. 15
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Energieverbände fordern Investitionssicherheit

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Wien, 03. Jun. 2020

Investitionssicherheit für den Ausbau von Energieinfrastruktur und Speichern fordern die für Strom, Gas und Wärme zuständigen Energieverbände. Die Verknüpfung dieser Sektoren sei "eine einmalige Chance für einen 'Green Recovery'". Für einen weiteren Erneuerbaren-Ausbau seien entsprechende Investments nötig, erklärten die Spitzenvertreter von Oesterreichs Energie sowie dem Fachverband Gas Wärme.

Die Sektorkopplung könne eine sichere Versorgung und leistbare Preise für saubere Energie sicherstellen, meinte Leonhard Schitter, Präsident des E-Wirtschafts-Verbandes Oesterreichs Energie, am Mittwoch. Für Gas-Wärme-Fachverbandsobmann Peter Weinelt sind langfristige Ziele und sichere sowie konstante Rahmenbedingungen nötig, um die Investitionen absichern zu können. Das treffe auf Solar- und Windenergie zu, aber auch auf die Gasinfrastruktur, die die Umwandlung von erneuerbarem Strom in speicherbares Gas ermögliche. So kann überschüssiger grüner Strom zu Wasserstoff oder synthetischem Gas verarbeitet werden.

Die Energieverbände plädieren für die Nutzung aller bestehenden Möglichkeiten, nämlich der Strom-, Gas- und Fernwärmeleitungen, der Gasspeicher, Pumpspeicher und Wärmespeicher sowie der hocheffizienten KWK-Anlagen und Gaskraftwerke, damit das Energiesystem sicher und leistbar dekarbonisiert werden könne.

In einem gemeinsamen sechsseitigen Positionspapier ("Sektorkopplung ... aber richtig!") machen sich die Verbände etwa für eine "Technologieoffenheit" und eine Gleichbehandlung aller Energieträger auf Basis ihrer Emissionen stark. Um die Sektorkopplung marktwirtschaftlich attraktiv zu gestalten, seien regulatorische Hemmnisse abzubauen. Dringend nötig seien Förderprogramme und Förderschwerpunkte für Technologien zur Umsetzung der Sektorkopplung, damit die Implementierung von Elektrolyse, Power-to-Gas oder Power-to-Heat gelinge. "Doppelbesteuerungen" sollten vermieden werden: Soweit rechtlich möglich und wirtschaftlich sinnvoll, sollten Sektorkopplungs-Prozesse von Netzgebühren, Abgaben und Umlagen befreit sein.

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RWE-Chef erwartet weitere Umbrüche in der Energiebranche

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Essen, 03. Jun. 2020

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz rechnet nach dem Mega-Deal mit E.ON mit weiteren Umbrüchen in der Energiebranche. "Es ist eine Menge los im Markt. Auf europäischer Ebene kann sich sicherlich noch was tun", sagte Schmitz in einem am Dienstag im Voraus veröffentlichten Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochsausgabe). Sein Konzern habe das genau im Blick.

Er vermute, dass der Trend zu einer noch stärkeren Spezialisierung gehe, so wie es E.ON und RWE vorgemacht hätten. "Denn die Größe, die man braucht, um wirklich international agieren und in Zukunftstechnologie investieren zu können, die steigt doch immer weiter an."

RWE und E.ON hatten im März 2018 für einen Paukenschlag gesorgt. Die ewigen Rivalen haben zusammen die RWE-Tochter Innogy zerschlagen. Der lange Zeit stark auf Atomkraft und Kohle setzenden RWE-Konzern übernahm das Ökostromgeschäft von Innogy und das von E.ON. E.ON wiederum erwarb das Netz- und Vertriebsgeschäft. Experten halten es für möglich, dass auch E.ON und RWE in das Visier europäischer Konkurrenten kommen könnten. Schmitz, der in seiner Karriere auch für E.ON und den Kölner Versorger RheinEnergie tätig war, gibt im kommenden Jahr den Führungsposten bei RWE an den derzeitigen Finanzchef Markus Krebber ab.

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Energie Burgenland erweitert Windpark in Nickelsdorf

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Nickelsdorf, 03. Jun. 2020

Der Windpark Nickelsdorf wird erweitert. Bis Anfang nächsten Jahres sollen drei neue Windräder mit einer Gesamtleistung von 9,4 Megawatt errichtet werden, sagte Michael Gerbavsits, Vorstandsvorsitzender der Energie Burgenland, am Mittwoch beim Spatenstich. Bis 2023 wolle die Energie Burgenland 233 Mio. Euro in die Erweiterung von Windparks und das Repowering bestehender Anlagen investieren.

Damit wolle man einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Erreichung der burgenländischen Klimaziele leisten, so Gerbavsits. Seit 2013 sei das Burgenland rechnerisch stromautark. Im Vorjahr habe man rund 60 Prozent mehr Strom produziert als verbraucht. Die Energie Burgenland betreibe aktuell insgesamt 225 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 522 Megawatt.

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MVM legt E.ON Anbot für Innogys Tschechien-Vertrieb vor

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Prag/Düsseldorf, 03. Jun. 2020

Der ungarische Versorger MVM hat dem deutschen Energiekonzern E.ON ein Angebot für das von Innogy übernommene Vertriebsgeschäft für Strom und Gas in Tschechien vorgelegt. Der tschechische Markt gehöre in der Region zu den wichtigsten seines Unternehmens, bestätigte MVM-Chef Gyorgy Kobor am Mittwoch in einer Email der Nachrichtenagentur Reuters. MVM habe ohne Partner das Offert unterbreitet.

E.ON muss das Geschäft im Zuge der Freigabe des Innogy-Deals durch die EU-Kommission abstoßen. E.ON wollte sich zum Stand nicht äußern.

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Russland hat nach OPEC+-Einigung Förderung im Mai gedrosselt

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Moskau, 03. Jun. 2020

Russland hat im Mai seine Ölproduktion nach eigenen Angaben deutlich gesenkt. Die Förderung ist demnach von 11 Mill. auf rund 8,6 Mill. Barrel pro Tag gedrosselt worden. Damit erfülle Moskau fast vollständig die Vereinbarungen, die die OPEC und seine Kooperationspartner für zwei Monate (Mai und Juni) im April getroffen hatten, so das Energieministerium in Moskau laut der Staatsagentur Tass.

Das Land will mehreren Medienberichten zufolge die Kürzung der Fördermengen nach dem Ölpreisverfall um weitere Monate, aber bis mindestens Ende Juli, verlängern. Das meldeten Tass und die Agentur Interfax und beriefen sich dabei auf nicht näher genannte Kreise, die mit den Verhandlungen der russischen Seite vertraut seien. Eine Entscheidung dazu sei jedoch noch nicht getroffen worden.

Inmitten der Corona-Krise hatten sich die sogenannten OPEC+-Länder damals nach zähen Verhandlungen auf eine Kürzung der Öl-Produktion um rund zehn Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag geeinigt. Das entspricht rund zehn Prozent der weltweiten täglichen Rohölproduktion. Damit will die OPEC+ den rasant gefallenen Ölpreis wieder stabilisieren. Gründe für den Absturz waren die Ausbreitung des Coronavirus sowie ein Preiskrieg der beiden Öl-Schwergewichte Saudi-Arabien und Russland.

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Bericht: Streit um Förderquoten gefährdet Treffen der OPEC+

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Wien, 03. Jun. 2020

Ein Streit über die Einhaltung der Rohölförderquoten gefährdet laut Kreisen das anstehende Treffen der OPEC+. Saudi-Arabien und Russland würden eine harte Linie fahren, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf gut informierte Kreise. Im Fokus der Kritik stehen wohl vor allem der Irak und Nigeria.

Beide Länder müssten feste Zusagen geben, dass sie ihre Quoten auch tatsächlich einhalten wollten, heißt es in dem Bericht. Ansonsten könnte das für die kommenden Tage geplante OPEC-Treffen ausfallen. Ein konkretes Datum ist noch offen. Die Ölpreise gaben nach Bekanntwerden der Meldung vorherige Kursgewinne ab und rutschten leicht in die Verlustzone.

Die in dem Verbund OPEC+ zusammengefassten Ölförderstaaten hatten sich im April darauf verständigt, die Produktion um 9,7 Millionen Barrel pro Tag zu reduzieren. Diese Kürzung gilt eigentlich nur für Mai und Juni. Danach soll sie bisher schrittweise verringert werden. Hintergrund der Kürzung ist der massive Nachfragerückgang wegen der Corona-Krise.

Bisher war laut Medienberichten eine Verlängerung der aktuellen Kürzung um einen Monat im Gespräch. Es ist aber noch unklar, ob sich Saudi-Arabien und Russland darauf einigen konnten.

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Neue Plattform gibt Einblicke in Klimaszenarien

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Laxenburg/Potsdam, 03. Jun. 2020

Einen Über- und auch für Laien verständlichen Einblick in komplexe Szenarien und Modelle im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung soll eine neue interaktive Online-Plattform bieten, die Forscher nun lanciert haben. An der Initiative, die Experten, Entscheidungsträger und andere Interessenten ansprechen soll, waren auch Wissenschafter vom IIASA in Laxenburg (NÖ) federführend beteiligt.

Im Rahmen des "SENSES"-Konsortium wurde die gleichnamige Plattform von Experten vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der Fachhochschule Potsdam, des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse International Institute (IIASA), der Universität Wageningen (WUR) sowie des Umweltinstituts Stockholm (SEI) umgesetzt. "Die Wissenschaft verwendet seit vielen Jahren Klimaszenarien auf der Grundlage von Computersimulationen, doch die sind zugegebenermaßen eine etwas komplizierte Sache, und die Ergebnisse der Analysen sind in allzu vielen wissenschaftlichen Publikationen verstreut", so der Projektleiter Elmar Kriegler vom PIK in einer Aussendung.

Vergegenwärtigen, "was auf dem Spiel steht"

Auf der neuen Website soll eine breite Palette an Akteuren "in die Lage versetzt werden, Klimaszenarien aus der Wissenschaft zu nutzen". Das soll Menschen auch vergegenwärtigen, "was bei der Klimastabilisierung auf dem Spiel steht", so Kriegler. Auf der Plattform können Nutzer komplexe Zusammenhänge bezüglich CO2-Ausstoß, wirtschaftlicher Entwicklungen oder Umstellung des Energiesystems anhand von aktiv veränderbaren Szenarien verstehen lernen. Zudem gibt es u.a. die Möglichkeit, im sogenannten "Scenario Explorer" in einer großen Anzahl an bereits berechneten Modellen zu stöbern.

"Am IIASA konzentrierten wir uns darauf, wissenschaftliche Erkenntnisse über die Eindämmung des Klimawandels und den Datenzugang über die Infrastruktur des Scenario Explorers bereitzustellen", sagte Volker Krey, Vizedirektor des Energieprogramms am IIASA. Das SENSES-Projekt habe "die Kommunikation von Erkenntnissen aus der Szenarienforschung zum Klimawandel und die Bereitstellung damit verbundener Dienstleistungen auf eine neue Ebene gehoben", so der Forscher.

Service: "SENSES-Plattform" online: https://www.climatescenarios.org/; Projektwebsite: http://senses-project.org/

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Energieverbrauch in Deutschland schon vor Corona gesunken

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Berlin, 02. Jun. 2020

Schon vor den großen Produktionseinschränkungen in der Coronakrise ist der Energieverbrauch in Deutschland gesunken. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres lag er nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen um 6,8 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert.

Gründe für den Rückgang seien der schon vor Corona konjunkturbedingt geringere Verbrauch der energieintensiven Industrien, die wärmere Witterung im Jänner und Februar sowie erste Auswirkungen der Pandemie, teilten die Energiestatistiker am Dienstag mit.

Mit Ausnahme der Erneuerbaren seien alle Energieträger vom Rückgang betroffen gewesen. Der Verbrauch von Braunkohle verringerte sich um mehr als 30 Prozent, bei der Steinkohle betrug das Minus 22 Prozent. Das sei vor allem eine Folge der deutlich höheren Stromeinspeisung aus Wind- und Solaranlagen. Die erneuerbaren Energien steigerten ihren Beitrag zum Gesamtverbrauch im ersten Quartal 2020 um insgesamt 6 Prozent.

Am gesamten Verbrauch hatten Mineralöl und Erdgas einen Anteil von jeweils etwa 31 Prozent. Die Erneuerbaren steuerten rund 17 Prozent bei. Die Verschiebungen machen sich den Angaben zufolge auch beim CO2-Ausstoß bemerkbar. Hier sei mit einem Minus von knapp 11 Prozent zu rechnen.

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Landes-RH: Strom in Kärnten wegen Zersiedelung am teuersten

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Klagenfurt, 02. Jun. 2020

Auf Antrag der Kärntner ÖVP hat der Landesrechnungshof die Umstände untersucht, weswegen die Kärntner beim Strom den mit Abstand höchsten Netztarif in Österreich zahlen müssen. Hauptgrund dürfte die Zersiedelung sein, geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Bericht hervor. Die gelte es zu mindern. Ein rascher wirksames Mittel gegen die hohen Kosten wäre ein bundesweit einheitlicher Netztarif.

Ein Kärntner Durchschnittshaushalt zahlte für Strom (laut Berechnung September 2019) 730 bis 959 Euro im Jahr, gut ein Drittel davon (35,7 %) machte der Netztarif aus. Je weiter Gebäude voneinander entfernt liegen, umso mehr Trafostationen und Leitungen sind nötig, um die einzelnen Gebäude zu versorgen. Das Kärntner Netz hat die geringste Anzahl an Zählpunkten pro Trafostation, Tirol hat rund ein Drittel mehr, der Netztarif ist um ein Drittel günstiger. Der Netztarif in Klagenfurt, wo wegen der städtischen Struktur deutlich mehr Haushalte auf eine Trafostation kommen, liegt im Österreichschnitt.

Betrieben wird das Stromnetz in Kärnten (außerhalb des Netzbereichs Klagenfurt) von der Kärnten Netz GmbH, einer Tochter des Landesenergieversorgers Kelag. Sie hat den Großteil des Netzes von der Kelag gepachtet. Die Stromnetztarife setzt die E-Control als zuständige Regulationsbehörde fest. Basis sind Kosten, welche die Netzbetreiber melden.

Die Netztarife in den Bereichen Kärnten und Klagenfurt stiegen von 2018 auf 2019 um sieben bzw. 8,1 Prozent, im Österreichschnitt sanken sie um 1,3 Prozent. Hauptverantwortlich für das massive Plus in Kärnten waren überdurchschnittlich hohe kollektivvertragliche Gehaltserhöhungen in Vorjahren. Die Prüfer pochen hier auf Kostendämpfung. Der Personalstand in der Kärnten Netz ist von 2014 bis 2019 zwar gesunken, hauptsächlich aber, weil Abteilungen intern verlagert und Leistungen dann verrechnet wurden. Signifikante Einsparungen ergaben dabei sich nicht.

Ein anderer Kostentreiber waren in der Regelzone Ost (Österreich ohne Tirol und Vorarlberg) die sogenannten vorgelagerten Netzkosten. Wegen Kapazitätsengpässen infolge der Trennung der deutsch-österreichischen Strompreiszone stieg in Österreich der benötigte Kraftwerkseinsatz, um Überlastungen und Engpässe zu beheben. Fielen für das Engpassmanagement im Jahr 2012 noch 1,1 Mio. Euro an, kostete es 2019 bereits 319 Mio. Euro. Die Rechnungshofprüfer empfehlen, die vorgelagerten Netzkosten im Sinne der Solidarität auf alle Netzbereiche in Österreich, also auch Tirol und Vorarlberg, aufzuteilen.

Mit den Klimabemühungen kommen auf die Netzinfrastruktur in Österreich neue Probleme zu. Ein massiver Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und E-Ladestationen werde Netzbelastung sowie Netzinvestitionskosten und damit die Netztarife weiter in die Höhe treiben, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf die Kärnten Netz GmbH. Bei der E-Control werde eine neue, gerechter auf Verursacher verteilte Tarifstruktur überlegt.

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240 Megawatt-Gasturbine für EVN-Kraftwerk Theiß

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Maria Enzersdorf/Krems, 02. Jun. 2020

Rund 20 Mio. Euro hat die EVN in eine neue Gasturbine für ihr Kraftwerk Theiß investiert. Nach wochenlangen Vorbereitungen wurde nun das "Herzstück", ein 98 Tonnen schwerer Turbinenläufer, in seine neue Wirkungsstätte eingesetzt. Insgesamt sind nach Unternehmensangaben rund 80 Mitarbeiter an dem Projekt beteiligt.

"Ob alles geklappt hat, sehen wir dann beim finalen Leistungstest Mitte Juli", so EVN-Sprecher Stefan Zach. Schon Mitte April war die generalsanierte Gasturbine, die bereits in Norwegen gute Dienste erbracht hatte, über den Wasserweg nach Krems geliefert worden. Die neue Turbine habe mit 240 Megawatt eine höhere Leistung und auch einen höheren Wirkungsgrad: Rund 480.000 Haushalte können mit elektrischer Energie versorgt werden.

Das Kraftwerk Theiß sei mit bis zu 800 Megawatt Leistung nicht nur das größte, sondern auch das modernste und effizienteste Wärmekraftwerk der EVN in Niederösterreich. Neben elektrischer Energie wird dort auch Fernwärme für Gedersdorf und die Stadt Krems erzeugt. Aktuell sorge das Kraftwerk Theiß mit 430 Megawatt für die Netzstabilisierung bei kritischen Netzsituationen.

"Für unsere neue Turbine suchen wir noch eine Patin und sind für Vorschläge offen", sagte Zach. Ihre Vorgängerin hieß übrigens "Michaela" - benannt nach Olympiasiegerin Michaela Dorfmeister.

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E.ON schluckt Innogy - Strom-Milliardendeal abgeschlossen

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Düsseldorf/Essen, 02. Jun. 2020

Eine weitreichende Neuordnung der Energiebranche in Deutschland ist unter Dach und Fach. Die RWE-Tochter Innogy ist jetzt Teil des Energieriesen E.ON. Der sogenannte Squeeze-out der verbliebenen Minderheitsaktionäre von Innogy sei in das Handelsregister eingetragen worden, teilte E.ON am Dienstag mit. Voraussichtlich noch in dieser Woche werde der Handel von Innogy-Aktien an der Börse eingestellt.

Die Barabfindung von 42,82 Euro je Anteilschein, mit dem die Minderheitsaktionäre aus dem Unternehmen gedrängt wurden, solle in den nächsten Tagen ausgezahlt werden.

Für E.ON-Chef Johannes Teyssen hat der im März 2018 vereinbarte Milliardendeal mit dem alten Rivalen RWE historische Dimensionen. "Etwas Vergleichbares hat in den letzten Dekaden der deutschen Wirtschaftsgeschichte nicht stattgefunden", strich er heraus. E.ON verabschiedet sich, sobald sein letztes Kernkraftwerk abgeschaltet ist, komplett aus der Stromerzeugung und konzentriert sich auf Bau und Betrieb der Energienetze und den Verkauf von Strom und Gas an rund 50 Millionen Kunden in 15 europäischen Ländern.

RWE hat die erneuerbaren Energien von E.ON übernommen und bekommt noch die Windparks und Solaranlagen von Innogy dazu. Dadurch wird der Braunkohleverstromer einer der weltweit größten Erzeuger von grünem Strom. Die Eintragung der Verschmelzung von E.ON mit Innogy ins Handelsregister sei auch für RWE "ein wichtiger Meilenstein", teilte der Konzern in einem Tweet mit. RWE ist durch die Vereinbarung auch zum größten Aktionär von E.ON geworden.

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USA bereiten Sanktionen gegen Gaspipeline Nordstream 2 vor

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Moskau/Washington, 01. Jun. 2020

Die USA bereiten Sanktionen gegen die Gaspipeline Nordstream 2 vor. Zwei Senatoren würden kommende Woche Strafmaßnahmen gegen den Bau der Pipeline in der Ostssee zwischen Russland und Deutschland einbringen, sagte ein Insider am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach dürfe kein Schiff, das am Bau beteiligt ist, die USA anlaufen. Vermögenswerte von Beteiligten sollten eingefroren werden.

Sowohl Republikaner als auch oppositionelle Demokraten lehnen Nordstream 2 ab. Auch US-Präsident Donald Trump hat das Projekt mehrfach kritisiert. Die Bundesregierung hatte Sanktionen als schweren Eingriff in innere Angelegenheiten verurteilt.

Vergangenes Jahr hatte sich die niederländisch-schweizer Firma Allseas wegen des US-Drucks vom Bau zurückgezogen. Seitdem stellt ein russischer Pipeline-Verleger die fehlenden 160 Kilometer fertig. Nord Stream 2 ist die zweite Ostsee-Pipeline zwischen Russland und Deutschland. Die Trump-Regierung begründet die Ablehnung mit der Furcht, dass Europäer sich von russischen Lieferungen abhängig machen würden. Zugleich wollen die USA eigenes Erdgas nach Europa verkaufen.

Hinter dem Pipeline-Projekt steht der russische Staatskonzern Gazprom, der die Hälfte der geplanten Gesamtkosten von 9,5 Milliarden Euro stemmen soll. Die andere Hälfte finanzieren fünf europäische Energieunternehmen, wie Wintershall Dea, OMV sowie Uniper, Royal Dutch Shell und Engie.

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OPEC+ prüft Ausdehnung der Förderkürzung um bis zwei Monate

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Dubai, 01. Jun. 2020

Die in der OPEC+ zusammengeschlossenen Erdölproduzenten nähern sich Insidern zufolge einem Kompromiss über eine Ausweitung ihrer beispiellosen Förderkürzung an. Es wird ein Vorschlag beraten, nach dem die Kürzung um ein bis zwei Monate verlängert werden soll. Mit diesem Schritt soll der Ölpreis, der wegen der Wirtschaftskrise infolge der Coronavirus-Pandemie eingebrochen ist, stabilisiert werden.

Mitte April hatten sich die Organisation Erdölproduzierender Länder (OPEC) sowie Russland darauf geeinigt, die Tagesproduktion um 9,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) zu senken. Die Kürzung entspricht etwa zehn Prozent des weltweiten Angebots und ist die größte, die jemals vorgenommen wurde. Sie sollte ursprünglich im Mai und Juni gelten und schrittweise innerhalb von zwei Jahren bis April 2022 wieder zurückgenommen werden.

Doch statt die Förderkürzung im Juli zu lockern, sei Saudi-Arabien bestrebt, sie bis Ende des Jahres bestehen zu lassen, hatten Insider vergangene Woche der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Dafür müsse aber die Zustimmung Russlands gewonnen werden, das eine schrittweise Lockerung befürworte. Eine Verlängerung der Förderkürzung um ein bis zwei Monate sei nun der Kompromissvorschlag, sagte ein Insider. "Aber das ist noch nicht abschließend geklärt." Aus russischen Branchenkreisen verlautete, es gehe um ein oder zwei Monate und nicht um ein halbes Jahr. Eine anderer OPEC+-Insider sagte, es gebe Unterstützung für den Vorschlag Russlands, die Förderkürzung um einen Monat zu verlängern. "Aber wir haben hier noch keinen Konsens."

Zum Verbund der OPEC+ gehören neben den Mitgliedern des Exportkartells OPEC unter Führung von Saudi-Arabien weitere Staaten wie Russland, das sich Anfang März weigerte, die Fördermengen wegen der Coronavirus-Krise weiter zu drosseln. Das löste den Preisverfall aus. Die OPEC+ wird voraussichtlich am 4. Juni eine Online-Konferenz über die Förderpolitik abhalten. Algerien, das derzeit die OPEC-Präsidentschaft innehat, hatte vorgeschlagen, eine für 9. und 10. Juni geplante Konferenz vorzuziehen.

Die verringerte Ölproduktion der OPEC+-Staaten sowie der Rekordrückgang der Förderung von Nichtmitgliedern wie den USA und Kanada hat dazu geführt, dass der Ölpreis auf rund 35 Dollar je Barrel gestiegen ist. Damit ist er aber immer noch nur halb so hoch wie zu Jahresbeginn, als die Coronavirus-Pandemie noch nicht voll auf die Weltwirtschaft durchgeschlagen hatte.

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Wenn die Luft immer besser wird

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30. May. 2020

Die CO2-Emissionen sinken weltweit – zumindest vorübergehend. 

Der tägliche CO2-Ausstoß auf der Erde ist auf dem Höhepunkt der strikten Corona-Maßnahmen zeitweise um etwa ein Sechstel zurückgegangen. Die globalen Tageswerte waren Anfang April um bis zu 17 Prozent niedriger als im Durchschnitt des Jahres 2019, wie ein internationales Forscherteam in der Fachzeitschrift „Nature Climate Change“ berichtet. Spitzentag des weltweiten CO2-Rückgangs war der 7. April. Besonders stark war der Rückgang in China (242 Megatonnen), den USA (207) und Europa (123). Weltweit betrug die Verringerung im Vergleich zu den Monaten Jänner bis April 2019 rund 8,6 Prozent. 

Die weniger gute Nachricht: Diese Rückgänge sind laut übereinstimmenden Aussagen von Klimaforschern leider nur temporär, da sie keine strukturellen Änderungen in der Wirtschaft, beim Transport oder im Energiesektor bedeuteten. 
 

Kleine Zeitung, 30.05.2020, S. 10
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Ölpreise gaben wieder etwas nach

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Singapur, 29. May. 2020

Die Ölpreise sind am Freitag im frühen Handel nach den Vortagesanstiegen wieder leicht gesunken. Händler begründeten dies mit den anhaltenden Sorgen vor einer Verschlechterung der US-chinesischen Beziehungen.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete in der Früh 34,96 US-Dollar (31,74 Euro). Das waren 33 Cent weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) gab um 53 Cent auf 33,18 Dollar nach.

Inmitten der zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China will sich US-Präsident Donald Trump an diesem Freitag zum weiteren Vorgehen äußern. "Wir werden bestimmte Entscheidungen treffen und sie morgen diskutieren", sagte er, ohne jedoch Details zu nennen. "Wir sind nicht glücklich mit China", beklagte Trump. Washington hatte sich zuletzt angesichts eines von Peking geplanten restriktiven Sicherheitsgesetzes für Hongkong sehr kritisch geäußert.

Die Spannungen zwischen den USA und China haben sich zuletzt deutlich verschärft - auch wegen der Coronakrise. Trump wirft China vor, das Coronavirus nicht an der Quelle eingedämmt zu haben. Die Auseinandersetzungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt lasten bereits seit einigen Tagen tendenziell auf den Ölpreisen.

In den vergangenen Wochen aber haben sich die Ölpreise deutlich von ihrem Einbruch zu Beginn der Coronakrise erholt. Denn mit dem Wegfall von Corona-Beschränkungen in vielen Ländern könnte die Nachfrage wieder anziehen.

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Cleen Energy verschiebt Jahresabschluss 2019 erneut

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Wien/St. Margarethen, 29. May. 2020

Die burgenländische Cleen Energy hat ihren Jahresabschluss 2019 erneut verschoben. Der Wirtschaftsprüfer benötige aufgrund der Coronakrise weitere Dokumente, daher könne die Veröffentlichung des Jahresfinanzberichts nicht wie geplant am Freitag erfolgen, sondern werde sich aufgrund des weiteren Zeitbedarfs für die Prüfungsarbeiten verzögern, teilte die börsenotierte Firma mit.

Ein neuer Veröffentlichungstermin wurde nicht genannt. Der LED- und Photovoltaik-Technik spezialisierte Firma mit rund 20 Mitarbeitern steckt in den roten Zahlen. Wie aus einer weiteren Mitteilung vom Donnerstag hervorgeht, verringerte sich der Betriebsverlust (EBIT) 2019 von 1,6 auf 1,4 Mio. Euro. Der Umsatz stieg gegenüber 2018 um 18 Prozent auf 3,4 Mio. Euro.

WEB http://www.cleen-energy.com/

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Petro Welt will Abschluss 2019 am 3. Juni veröffentlichen

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Wien, 29. May. 2020

Die börsennotierte Petro Welt Technologies (früher C.A.T. Oil) will ihren Jahresabschluss 2019 und den Bericht über das 1. Quartal 2020 am 3. Juni 2020 veröffentlichen. Das teilte das Unternehmen nach mehreren Terminverschiebungen am Freitag mit. Zuvor waren die Berichtstermine mehrmals verschoben worden.

WEB https://www.pewete.com/de/

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Stromverbrauch um 14 Prozent gesunken

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Wien, 28. May. 2020

Die Coronavirus-Pandemie hat den Stromverbrauch deutlich reduziert. Gegenüber dem Vorjahr wird derzeit ein Rückgang von 14 Prozent bemerkt, teilweise deutlich darüber - wie etwa in Tirol von stellenweise über 20 Prozent, rechnete heute Gerhard Christiner, Vorstand des Übertragungsnetzbetreibers APG, vor. In Frankreich, Italien und Spanien seien die Rückgänge ebenfalls bei rund 20 Prozent gelegen.

Dadurch seien die Strompreise "signifikant eingebrochen". Lagen diese vor der Krise an den Strommärkten noch bei rund 50 Euro pro Kilowattstunde, so seien sie nun auf 20 bis 25 Euro gesunken. Was wiederum die Investitionen in die Energiewende erschwere bzw. verzögere. Betroffen davon seien auch die Forschungsaktivitäten der Universitäten, gab Univ. Prof. Wolfgang Bösch von der TU Graz heute bei einer Pressekonferenz des Verbandes für Elektrotechnik (OVE) zu bedenken.

Daher gelte es nun, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, assistierte OVE-Präsident Kari Kapsch. Als vorrangig nannte er die Wiedereinführung des Investitionsfreibetrages, der im Jahr 2000 unter dem damaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) abgeschafft wurde.

Des weiteren müssten lang anstehende Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Christiner nannte hier die "Salzburg-Leitung" als prioritäres Projekt. Diese Leitung ist der Lückenschluss im 380-kV-Ring in Österreich. Die geplante Freileitung verläuft zwischen Elixhausen (Flachgau) und Kaprun (Pinzgau) und ist 113 Kilometer lang.

"Das 1. Quartal war umsatzmäßig noch fast im Plan, jetzt kommen die Dämpfer", so Kapsch heute zur Lage der Branche. Es laufe derzeit "schaumgebremst". Ein Großteil der Betriebe habe Kurzarbeit angemeldet, bei einem erheblichen Teil werde diese andauern.

Hilfreich und wichtig wäre es, wenn nun die Kommunen verstärkt in die Energiewende investieren würden - beispielsweise durch die Errichtung von Stromtankstellen für die Elektromobilität oder die Erneuerung der Straßenbeleuchtung durch LED-Lampen, so Andreas Wirth, Bundesinnungsmeister der Elektrotechniker. Wünschenswert wäre auch ein Entflechten der unterschiedlichen Bauordnungen der Bundesländer, etwa im Bereich Photovoltaik.