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Nord Stream 2: US-Kongress Sanktionen gegen Berlin möglich

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Washington/Berlin, 04. Dec. 2020

Im Streit um die deutsch-russische Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 will der US-Kongress Sanktionen gegen Regierungen und Behörden europäischer Partnerstaaten wie Deutschland ausschließen. Gegen Unternehmen, die an dem Projekt beteiligt sind, sollen angedrohte Strafmaßnahmen allerdings ausgeweitet werden. Das geht aus dem Entwurf für das Gesetzespaket zum US-Verteidigungshaushalt hervor, auf den sich Demokraten und Republikaner in beiden Kongress-Kammern am Donnerstag einigten.

Sanktionen gegen Unternehmen sollen demnach erst verhängt werden dürfen, nachdem potenziell betroffene Regierungen von EU-Mitgliedstaaten, der Schweiz, Norwegen und Großbritannien konsultiert wurden. Bekannt war bisher, dass sowohl das Repräsentantenhaus als auch der Senat - die beiden Kammern im US-Kongress - Sanktionen gegen die an der Pipeline beteiligten Unternehmen verschärfen wollten.

In den beiden Gesetzesentwürfen, die nun für das Paket zum Verteidigungshaushalt zusammengeführt wurden, war zuvor aber keine Rede davon gewesen, dass europäische Partner konsultiert werden müssten oder dass Sanktionen gegen Regierungen oder Behörden in Europa nicht zulässig wären. Nach einer Verabschiedung durch beide Kammern muss US-Präsident Donald Trump das Gesetz unterzeichnen, damit es in Kraft tritt.

Vor knapp einem Jahr waren die Bauarbeiten an Nord Stream 2 gestoppt worden, nachdem die USA ein Sanktionsgesetz (PEESA) gegen die Spezialschiffe in Kraft gesetzt hatten, die die Rohre verlegen. Die beiden Schweizer Verlegeschiffe wurden abgezogen. Der russische Präsident Wladimir Putin kündigte an, die Arbeiten eigenständig zu Ende bringen - unabhängig von ausländischen Partnern. Nach den Sanktionen können gegen betroffene Personen Einreiseverbote in die USA verhängt werden. Etwaiger Besitz betroffener Personen oder Firmen in den Vereinigten Staaten kann eingefroren werden.

Im Oktober veröffentlichte das US-Außenministerium neue Richtlinien, wonach auch die Bereitstellung bestimmter Dienstleistungen und Einrichtungen für die Verlegeschiffe bestraft werden könnte. Der neue US-Gesetzesentwurf (PEESCA) sieht nun eine weitere Verschärfung der Strafmaßnahmen vor.

Demnach sollen auch Unternehmen, die Schiffe für andere Aktivitäten im Zusammenhang mit Verlegearbeiten stellen, mit Strafen belegt werden. Dabei kann es sich etwa um das Ausheben von Gräben für die Pipeline handeln. Auch Firmen, die betroffene Schiffe versichern oder ihnen ihre Hafenanlagen zur Verfügung stellen, drohen Sanktionen. Das gleiche gilt für Unternehmen, die Zertifizierungen für die Pipeline vornehmen, damit diese in Betrieb gehen kann.

Dem Entwurf hinzugefügt wurde nun, dass sich der US-Außenminister vor der Verhängung von Sanktionen gegen Unternehmen aus EU-Mitgliedsstaaten, der Schweiz, Norwegen und Großbritannien mit den Regierungen dieser Länder beraten müsse. In seinem Bericht an den Kongress - der Grundlage für die Verhängung von Sanktionen ist - müsse der Minister etwaige Bedenken dieser Regierungen anführen. Außerdem heißt es, dass gegen die aufgeführten europäischen Regierungen und ihre Körperschaften Sanktionen nicht anwendbar seien.

Die US-Regierung hatte erst im vergangenen Monat deutlich gemacht, dass sie die Pipeline kurz vor Fertigstellung noch stoppen wolle und den Sanktionsdruck auf beteiligte europäische Unternehmen erhöhe. "Diese Pipeline findet nicht statt", sagte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter damals der Deutschen Presse-Agentur. Die Regierung habe Unternehmen und Personen identifiziert, denen erste Strafmaßnahmen drohten. In der deutschen Wirtschaft und Politik lösten die neuen Drohungen Empörung aus.

Der US-Regierungsvertreter betonte, Befürworter von Nord Stream 2 sollten nicht darauf hoffen, dass es einen Regierungswechsel in Washington geben werde. Er verwies darauf, dass sowohl PEESA als auch PEESCA parteiübergreifend unterstützt werden und verpflichtende Sanktionen vorsehen. "Das bedeutet, dass die Sanktionen unabhängig davon umgesetzt werden, wer im Oval Office sitzt."

Durch die zwei jeweils rund 1.200 Kilometer langen Leitungen von Nord Stream 2 sollen künftig jedes Jahr 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland gepumpt werden - unter Umgehung der Ukraine. Die etwa 9,5 Milliarden Euro teure Pipeline ist zu 94 Prozent fertig. Die USA laufen aber seit Jahren Sturm dagegen und begründen dies mit zu großer Abhängigkeit ihrer europäischen Partner von russischem Gas. Unterstützt werden sie von osteuropäischen Staaten wie Polen und den baltischen Ländern. Kritiker werfen den USA dagegen vor, nur ihr Flüssiggas in Europa besser verkaufen zu wollen.

Bei der Nord Stream 2 AG mit Sitz im schweizerischen Zug ist der russische Konzern Gazprom formal einziger Anteilseigner. Dazu kommen aber als "Unterstützer" die deutschen Konzerne Wintershall Dea - ein Gemeinschaftsunternehmen von BASF und LetterOne - und Uniper (eine Abspaltung von Eon) sowie die niederländisch-britische Shell, Engie (einst GDF Suez) aus Frankreich und OMV aus Österreich. Nord-Stream-Aufsichtsratschef ist Altkanzler Gerhard Schröder (SPD), bei Nord Stream 2 ist er Präsident des Verwaltungsrats.

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Deutscher Finanzminister will Ökostrom-Umlage abschaffen

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Berlin, 04. Dec. 2020

Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will Verbraucher bei der EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms entlasten. Scholz sagte in einer Videobotschaft an den Deutschen Nachhaltigkeitstag am Freitag: "Alle, auch die mit kleinen und mittleren Einkommen, müssen sich den Strom aus erneuerbaren Energien leisten können." Deshalb habe die Koalition mit dem Konjunkturpaket die EEG-Umlage zunächst stabilisiert.

Scholz sagte weiter: "Aus meiner Sicht müssen wir die EEG-Umlage weiter absenken. Wenn wir eine alternative Finanzierung hinbekommen so bald wie möglich auch einmal auf null. Und zwar ohne das Tempo zum Ausbau der Erneuerbaren zu drosseln."

Die Bundesregierung hat deutlich höhere Strompreise im nächsten Jahr nur mit einer milliardenteuren Deckelung der EEG-Umlage verhindern können. Im Bundestag laufen derzeit Verhandlungen über eine Reform das Erneuerbare-Energien-Gesetzes, die noch vor Weihnachten beschlossen werden soll.

Auch in der SPD-Bundestagsfraktion gibt es Forderungen, die EEG-Umlage abzuschaffen. Als Ersatz könnten Einnahmen aus der CO2-Bepreisung im Verkehr und bei Gebäuden verwendet werden, sowie eine höhere Stromsteuer und Haushaltsmittel.

Aus Regierungskreisen hieß es, dass sich das Volumen der EEG-Umlage je nach Prognose in den kommenden Jahren auf 19 Mrd. Euro bis 24 Milliarden Euro pro Jahr beläuft.

Die EEG-Umlage wurde zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne eingeführt. Sie finanziert die festen Vergütungen, die Ökostrom-Produzenten für die Einspeisung ihres Stroms bisher unabhängig vom Marktpreis bekommen. Neben der EEG-Umlage gibt es noch andere Bestandteile des Strompreises. Dazu gehören Steuern, Produktionskosten und die Netzentgelte.

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Dänemark will bis 2050 Ölförderung in der Nordsee beenden

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Kopenhagen, 04. Dec. 2020

Dänemark will bis 2050 die gesamte Öl- und Gasförderung in der Nordsee einstellen. Das Parlament stimmte am Donnerstagabend entsprechenden Plänen der Regierung zu. "Wir setzen jetzt dem fossilen Zeitalter ein endgültiges Ende", sagte Klima- und Energie-Minister Dan Jörgensen. Auch die geplante achte Lizenzierungsrunde und alle künftigen Ausschreibungen sollen gestrichen und 2050 zum letzten Jahr werden, in dem von Dänemark fossile Brennstoffe in der Nordsee gefördert werden.

Dänemark ist der größte Produzent von Öl und Gas in der Europäischen Union. Das Land hat sich im vergangenen Jahr eines der weltweit ehrgeizigsten Klimaziele gesetzt und will den Treibhausgasausstoß bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 70 Prozent senken und 2050 klimaneutral sein.

Zuvor hatte Großbritannien mitgeteilt, die Senkung des Treibhausgasausstoßes beschleunigen zu wollen. Die Regierung strebe an, die Emissionen bis 2030 um Vergleich zu 1990 um mindestens 68 Prozent zu reduzieren, kündigte Premierminister Boris Johnson am Donnerstag an.

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5 Jahre Pariser Klimapakt: Fridays for Future enttäuscht

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Berlin/Paris, 04. Dec. 2020

Fünf Jahre nach dem als historisch gefeierten Pariser Klimaschutzabkommen zieht die Umweltschutzbewegung Fridays for Future tief enttäuscht Bilanz. In einer Erklärung, die seit Freitag online unterstützt werden kann, werfen die Aktivisten der Staatengemeinschaft Untätigkeit im Kampf gegen die Erderhitzung vor und kündigen weitere, erbitterte Proteste an.

"Wir erleben derzeit, wie eine um 1,2 Grad Celsius wärmere Welt aussieht - und das ist bereits eine Katastrophe", heißt es in der Erklärung. "Sie brennt, sie wird überflutet, sie schmilzt, Arten sterben aus, Menschen ertrinken und verdursten." Das Weltklima nähere sich immer mehr katastrophalen und irreversiblen Kipppunkten, warnen die Aktivisten. "In Ermangelung einer Führung geben wir dieses Versprechen - einander und dem Planeten gegenüber: Wir werden Veränderungen und Rechenschaft fordern. Wir werden für die Welt, die wir wollen, kämpfen."

Zu den ersten Unterzeichnern gehören die deutsche Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer sowie verschiedene Umweltschutzorganisationen. Ziel des am 12. Dezember 2015 vereinbarten UN-Abkommens von Paris ist eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit.

Weiter rügt die von der Schwedin Greta Thunberg ins Leben gerufene Bewegung, die Staats- und Regierungschefs der Welt hätten kein Recht, beim Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase über Netto-Null-Ziele erst bis 2050 zu sprechen, als sei dies schon höchst ehrgeizig. Im Gegenteil komme dieses Ziel für viele Menschen einem "Todesurteil" gleich.

Am Freitag kommender Woche will die Klimaschutzbewegung anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Pariser Abkommens weltweit zu Protesten und Mahnwachen aufrufen - wegen der Corona-Pandemie mit dem notwendigen Abstand und entsprechenden Schutzkonzepten.

Erst am Mittwoch hatten drei Klima-Berichte und UN-Generalsekretär António Guterres ein düsteres Bild vom Zustand der Erde in der Klimakrise gezeichnet. So dürfte das Jahr 2020 nach vorläufigen Analysen der Weltwetterorganisation (WMO) eines der drei wärmsten seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen werden. Und das UN-Umweltprogramm (Unep) mahnte, dass die geplante weltweite Produktion fossiler Brennstoffe viel zu hoch sei, um die Pariser Klimaziele bis 2030 erreichen zu können. "Unser Planet ist kaputt", kommentierte Guterres.

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Tschechien soll bis 2038 aus der Kohle aussteigen

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Prag, 04. Dec. 2020

Tschechien soll nach dem Willen der Kohlekommission der Regierung in Prag bis 2038 aus dem Kohleabbau aussteigen. Der Termin sei ein Kompromiss, sagte Industrieminister Karel Havlicek bei der Vorstellung des Abschlussberichts am Freitag.

Umweltschützer hatten eine frühere Abkehr von dem fossilen Energieträger gefordert. Ärzte warnten in einer Petition vor den Folgen der anhaltenden Luftverschmutzung durch die Kohlekraftwerke. Im vorigen Jahr trugen die heimischen Energieträger Braun- und Steinkohle zu 49 Prozent zur Stromerzeugung in Tschechien bei.

Die Kohle soll zum einen durch erneuerbare Energiequellen, zum anderen durch bestehende und neue Atomreaktoren ersetzt werden. "Wir haben einen klaren Fahrplan für den Ausbau der Kernenergie", sagte Havlicek. Kritiker der Energiepolitik der Regierung weisen darauf hin, dass Tschechien jährlich große Mengen Strom exportiert.

Die Kohlekommission wurde im Juli 2019 nach deutschem Vorbild eingesetzt. Ihr gehören Vertreter aus Ministerien, Parlament, Industrie, Wirtschaft, Regionen und Umweltverbänden an. Die Sitzungen der Kommission waren von Protestaktionen begleitet, an denen sich die unter anderem die Klimaschutz-Bewegungen Fridays for Future und Extinction Rebellion beteiligten.

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SPÖ pocht bei neuer Ökostromförderung auf Kostendeckel

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Wien, 04. Dec. 2020

Die SPÖ beharrt beim geplanten Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) weiterhin auf einer Deckelung der Ökostromförderkosten für die Millionen Haushaltskunden bei jeweils 100 Euro jährlich. Über allfällige künftige Änderungen bei der mit einer Milliarde Euro jährlich geplanten Gesamtsumme der Förderung sollte nur der Nationalrat mit Zweidrittelmehrheit befinden können und nicht der Hauptausschuss mit einfacher Mehrheit, sagte SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll.

Schroll meinte in einer Trendforum-Diskussion von Oesterreichs Energie zum EAG, es gehe nicht an, die vier Millionen Haushalte und KMU "zur Kasse zu bitten, wenn es sich nicht ausgeht". Wenn es über eine Milliarde sei, müsse etwas vom Finanzministerium, vom Staatshaushalt, dazugeschossen werden. Zum Argument von Grünen-Energiesprecher Lukas Hammer, die einkommensschwachen Haushalte seien ohnedies von der Pauschale und dem Ökostromförderbeitrag befreit, sagte er, dann solle man es gleich ins Gesetz hineinschreiben, dass das für die 330.000 GIS-Gebühr-befreiten Haushalte gelte. Haushalte und KMU würden 25 Prozent des Stroms verbrauchen, aber 46 Prozent der Ökostromkosten tragen, so Schroll.

Zum EAG habe es mit der SPÖ bisher noch keine wirklichen Verhandlungen gegeben, kritisierte Schroll und erinnerte daran, dass für die Energiematerie eine Zweidrittelmehrheit, also auch Oppositionsstimmen, erforderlich sind. "Unsere Hand ist ausgestreckt - ich kenne bisher aber nur den Begutachtungsentwurf von 28. Oktober. Einen Partner muss man einbinden." Hammer sagte, die Federführung liege derzeit bei Umwelt- und Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne). Doch wenn die Regierungsvorlage noch im Dezember komme, "haben wir noch einen Monat Zeit für die parlamentarischen Verhandlungen. Mein Ziel ist auch ein einstimmiger Beschluss", wie es sie immer wieder bei Zweidrittel-Energiematerien gegeben habe.

Auch seitens der Freiheitlichen wurde mangelnde Verhandlungsbereitschaft kritisiert. "Von verhandeln kann bisher keine Rede sein", erklärte FPÖ-Energiesprecher Axel Kassegger, der wie Schroll dafür plädierte, eine "Umgehung des Milliarden-Deckels" über den Hauptausschuss zu verhindern. Es gehe um drei Ziele: den Umstieg auf Erneuerbare, die Versorgungssicherheit - insbesondere die Netzsicherheit -, sowie Wirtschaftlichkeit und Leistbarkeit; diese Ausgewogenheit sei ganz wichtig. Der Gesetzentwurf sei "nicht schlecht", meinte er, redete das EAG aber klein: Es handle sich nur um ein Ökostromgesetz, das nötig sei, weil das alte auslaufe. Zudem würden die Themen Gas, Sektorkopplung, Power-to-X und die Speicherfrage darin fehlen.

Grünen-Energiesprecher Hammer zeigte sich überzeugt davon, dass die Energiewende mit dem geplanten Geldeinsatz möglich sei. Ein stärkeres Beschränken des Unterstützungsvolumens lehnte er ab, man sei in den letzten Jahren bei den Erneuerbaren ohnedies nur "mit angezogener Handbremse" unterwegs gewesen. Der Erneuerbaren-Ausbau mache Österreich unabhängiger von Importen fossiler Energien "und wir kriegen saubere Luft". 2019 habe Österreich 9,2 Mrd. Euro für Öl- und Gasimporte ausgegeben. "Darum sollten wir nicht immer drüber reden, dass das Unterstützungsvolumen in Grenzen gehalten werden soll."

Zur "Blackout-Versicherung" Netzreserve, die aus dem EAG herausgelöst und vorgezogen wurde, damit sie schon Anfang 2021 gelten kann, sprach sich SP-Abg. Schroll dafür aus, dabei auch Kraft-Wärme-Kopplungen (KWK-Anlagen) mitzuberücksichtigen, denn deren Einsatz zur Netzstabilisierung sei in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Grünen-Energiesprecher Hammer bezeichnete es als "sinnvoll", inklusive KWK einen gemeinsamen Weg zu finden, bei dem auch die EU-Kommission damit einverstanden sein könne. Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) hatte am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss in Richtung Schroll daran erinnert, dass gerade in der Frage der Beteiligung von KWK-Anlagen die EU-Kommission sehr kritisch sei.

NEOS-Energiesprecher Sepp Schellhorn übte Kritik am Raumordnungs-Fleckerlteppich, er hätte lieber ein Bundes-Raumordnungs-Rahmengesetz, sonst seien die Erneuerbaren-Ausbauziele womöglich nicht erzielbar, etwa bei PV. Denn bei Photovoltaik gebe es durch den Föderalismus Probleme - dieser "Länder-Raumordnungs-Wahn" sollte ausgehebelt werden. Grünen-Mandatar Hammer würde sich auch etwas anderes als "neun Raumordnungen und neun Bauordnungen" wünschen, sieht aber keine Chance für ein Bundesgesetz. Es gehe um ein Forcieren von PV auf Agrarflächen und um die Akzeptanz solcher Anlagen auf Freiflächen. Die Bundesländer bekämen mit dem EAG eine große Verantwortung, denn derzeit gebe es in drei Bundesländern noch kein Windrad und in einem erst zwei. ÖVP-Energiesprecherin Tanja Graf sagte, man benötige für den Erneuerbaren-Ausbau auch die Akzeptanz der Bürger: "Das EAG setzt voraus, dass Wirtschaft, Bürger und EVU mitspielen."

Ziel des EAG ist es, Österreichs Stromversorgung bis 2030 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen zu bestreiten, bilanziell übers Jahr gesehen. Dafür müssten weitere rund 27 Terawattstunden (TWh) Erneuerbare dazukommen, heute sind es rund 55 TWh. Bei PV wird ein Zubau von 11 TWh angestrebt, bei Wind 10 TWh, bei Wasserkraft 5 TWh und bei Biomasse 1 TWh.

Das EAG soll das bisherige Ökostrom-Fördersystem auf neue Beine stellen. Vorgesehen sind mehrere Arten der Förderung. Für kleinere Anlagen mit höherem Eigenverbrauch, zB PV-Anlagen am eigenen Hausdach, soll es eine Investitionsförderung geben. Für größere Anlagen, die ihren erzeugten Strom selbst vermarkten müssen, soll es Marktprämien geben, die auf den Marktpreis aufgeschlagen werden. Die Höhe der Prämien soll, abhängig von der Technologie, per Verordnung festgelegt oder durch Auktionen ermittelt werden. Was die Finanzierung betrifft, sieht das Gesetz für den Erneuerbaren-Ausbau vor, dass der Aufwand durchgerechnet über drei Jahre eine Milliarde Euro pro Jahr nicht überschreiten soll.

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Großbritannien plant stärkere Emissionssenkung

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London, 04. Dec. 2020

Großbritannien will die Senkung des Treibhausgasausstoßes beschleunigen. Die Regierung strebe nun an, die Emissionen bis 2030 um Vergleich zu 1990 um mindestens 68 Prozent zu reduzieren, kündigte Premierminister Boris Johnson am Donnerstag an. Mit diesem "ehrgeizigen neuen Ziel" sei Großbritannien "schneller als jede andere große Volkswirtschaft". Bisher war eine Senkung von 57 Prozent angepeilt.

Erst Mitte November hatte Johnson erklärt, bei den Klimazielen aufs Tempo zu drücken und dafür den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennermotoren schon ab 2030 und damit fünf Jahre früher als vorgesehen zu verbieten. Im vergangenen Jahr hatte Großbritannien als erstes Land der sieben führenden Industriestaaten (G7) angekündigt, bis 2050 unter dem Strich keine CO2-Emissionen mehr zu verursachen.

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Russland will Nord Stream 2 trotz US-Sanktionen fertigbauen

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Moskau, 04. Dec. 2020

Russland strebt ungeachtet drohender neuer US-Sanktionen gegen die Ostseepipeline Nord Stream 2 weiter die Fertigstellung des Milliardenprojekts an. "Natürlich werden wir unsere Interessen schützen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge am Freitag. Er reagierte damit auf die vom US-Kongress geplante Ausweitung der Strafmaßnahmen.

Peskow hatte immer wieder kritisiert, die USA würden mit unlauteren Methoden gegen die "Prinzipien des internationalen Handels und des internationalen Rechts" verstoßen.

Der US-Kongress will unterdessen Sanktionen gegen Regierungen und Behörden europäischer Partnerstaaten wie Deutschland ausschließen. Gegen Unternehmen, die an dem Projekt beteiligt sind, sollen die angedrohten Strafmaßnahmen allerdings ausgeweitet werden. Das geht aus dem Entwurf für das Gesetzespaket zum US-Verteidigungshaushalt hervor, auf den sich Demokraten und Republikaner in beiden Kammern im US-Kongress am Donnerstag (Ortszeit) einigten. Sanktionen gegen Unternehmen sollen demnach erst verhängt werden dürfen, nachdem potenziell betroffene Regierungen von EU-Mitgliedstaaten, der Schweiz, Norwegen und Großbritannien konsultiert wurden.

Wegen der ersten US-Sanktionen waren die Bauarbeiten Ende vorigen Jahres gestoppt worden. Nun könnte die Rohrverlegung an diesem Samstag für ein 2,6 Kilometer langes Teilstück der Pipeline wieder aufgenommen werden. Die Nord Stream 2 AG hat dafür seit langem eine Genehmigung vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Die Erlaubnis ist aber nur noch bis Ende des Jahres gültig. Das Unternehmen selbst äußerte sich nicht zu den Arbeiten.

In Stralsund hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt für diesen Samstag Rohrverlegungsarbeiten in der Ostsee angekündigt. An dem Tag soll auch das russische Verlegeschiff "Akademik Tscherski" in Mukran ankommen, wie auf dem Schiffsradar vesselfinder.com zu sehen ist. Bereits geankert hat dort auch das russische Verlegeschiff "Fortuna". Verlegt werden sollen die Rohre auf hoher See in 13,9 bis 16,5 Kilometer Entfernung von der deutsch-dänischen Seegrenze.

Kremlchef Wladimir Putin hatte betont, dass die Pipeline trotzdem aus eigener Kraft fertiggestellt werden solle. Zuvor waren westliche Spezialschiffe für die Verlegung der Rohre wegen der Strafmaßnahmen aus den USA abgezogen. Russland will eigene Schiffe einsetzen, die technisch aber weniger gut ausgerüstet und etwa auf Anker für den Halt in der Ostsee angewiesen sind.

Die etwa 9,5 Mrd. Euro teure Pipeline ist zu 94 Prozent fertig. Durch die zwei jeweils rund 1.200 Kilometer langen Leitungen von Nord Stream 2 sollen künftig jedes Jahr 55 Mrd. Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland gepumpt werden. Die USA sind gegen das Projekt und begründen dies mit zu großer Abhängigkeit ihrer europäischen Partner von russischem Gas. Unterstützt werden sie von osteuropäischen Staaten wie Polen und den baltischen Ländern. Kritiker werfen den USA dagegen vor, nur ihr Flüssiggas in Europa besser verkaufen zu wollen.

Bekannt war, dass sowohl das Repräsentantenhaus als auch der Senat - die beiden Kammern im US-Kongress - Sanktionen gegen die an der Pipeline beteiligten Unternehmen verschärfen wollten. In den beiden Gesetzesentwürfen, die nun für das Paket zum Verteidigungshaushalt zusammengeführt wurden, war aber zunächst keine Rede davon gewesen, dass europäische Partner konsultiert werden müssten oder dass Sanktionen gegen Regierungen oder Behörden in Europa nicht zulässig wären. Nach einer Verabschiedung durch beide Kammern muss US-Präsident Donald Trump das Gesetz unterzeichnen, damit es in Kraft tritt.

Mit den bereits bestehenden Sanktionen können gegen betroffene Personen Einreiseverbote in die USA verhängt werden. Etwaiger Besitz betroffener Personen oder Firmen in den Vereinigten Staaten kann eingefroren werden.

Im Oktober veröffentlichte das US-Außenministerium neue Richtlinien, wonach auch die Bereitstellung bestimmter Dienstleistungen und Einrichtungen für die Verlegeschiffe bestraft werden könnte. Der neue US-Gesetzesentwurf (Peesca) sieht nun eine weitere Verschärfung der Strafmaßnahmen vor. Demnach sollen auch Unternehmen, die Schiffe für andere Aktivitäten im Zusammenhang mit Verlegearbeiten stellen, mit Strafen belegt werden. Dabei kann es sich etwa um das Ausheben von Gräben für die Pipeline handeln.

Auch Firmen, die betroffene Schiffe versichern oder ihnen ihre Hafenanlagen zur Verfügung stellen, drohen Sanktionen. Das gleiche gilt für Unternehmen, die Zertifizierungen für die Pipeline vornehmen, damit diese in Betrieb gehen kann.

Dem Entwurf hinzugefügt wurde nun, dass sich der US-Außenminister vor der Verhängung von Sanktionen gegen Unternehmen aus EU-Mitgliedsstaaten, der Schweiz, Norwegen und Großbritannien mit den Regierungen dieser Länder beraten müsse. In seinem Bericht an den Kongress - der Grundlage für die Verhängung von Sanktionen ist - müsse der Minister etwaige Bedenken dieser Regierungen anführen. Außerdem heißt es, dass gegen die aufgeführten europäischen Regierungen und ihre Körperschaften Sanktionen nicht anwendbar seien.

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Klimafonds mit Rekord-Förderbudget von 236 Mio. Euro

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Wien, 04. Dec. 2020

Der österreichische Klimafonds kommt heuer mit zusätzlich 67 Mio. Euro aus dem Covid-Konjunkturpaket auf ein Rekord-Förderbudget von insgesamt 236 Mio. Euro. Die zusätzlichen Mittel sorgten für einen Investitionsschub in den Klimaschutz und kurbelten das Wirtschaftswachstum an, so der Klimafonds am Freitag in einer Mitteilung.

Profitieren würden Projekte aus dem Energieforschungsprogramm und dem Förderprogramm "Vorzeigeregion Energie", sowie Fördernehmer in den Bereichen Solarthermie und Photovoltaik, wie der Klimafonds am Freitag mitteilte.

"Mit dem jetzigen Rekord-Investitionspaket ist uns ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gelungen. Wir investieren damit in ein Upgrade für Österreich, sorgen für sichere Arbeitsplätze und Wertschöpfung in unseren Regionen, Gemeinden und Städten", so Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) laut Pressemitteilung. "Das ist der richtige Weg aus der Krise, für eine stabile Wirtschaft und mehr Klimaschutz."

Theresia Vogel und Ingmar Höbarth, Geschäftsführung des Klima- und Energiefonds, erklärten, dass vom Rekordbudget ab sofort konkrete Projekte profitierten, die 4.300 Green Jobs in Österreich schaffen oder sichern. Zudem bleibe die Wertschöpfung von 1,4 Mrd. Euro im Land.

Die zusätzlichen 67 Mio. Euro aus dem Corona-Konjunkturprogramm sind rund je zur Hälfte für Forschung sowie Photovoltaik und Solarthermie vorgesehen. 2021 werde der Klima- und Energiefonds in seinen Forschungsprogrammen weiter auf die Themen Speicher setzen und die Dekarbonisierung der Industrie vorantreiben, heißt es in der heutigen Pressemitteilung.

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EU - Noch keine volle Unterstützung für scharfes Klimaziel

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Brüssel, 04. Dec. 2020

In der Europäischen Union gibt es Widerstand gegen eine drastische Verschärfung des Klimaziels für 2030. Noch unterstützten nicht alle 27 Staaten den Vorschlag der EU-Kommission, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 zu senken, sagte EU-Ratspräsident Charles Michel am Freitag.

Die Entscheidung über das neue Klimaziel soll bei einem EU-Gipfel Ende nächster Woche fallen. Die Verschärfung soll helfen, das Pariser Klimaabkommen einzuhalten und die gefährliche Überhitzung der Erde zu stoppen.

Michel sagte, er werde sich weiter um eine Einigung der EU-Staaten bemühen. "Ich empfinde ein zunehmendes, positives Einlenken auf eine gemeinsame Linie", sagte er. Aber es sei noch mehr Arbeit nötig.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sagte beim EU-Gipfel im Oktober: "Ein klares Ja zu ambitionierten Klimazielen, aber immer nur Hand in Hand mit Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union aufrechtzuerhalten."

Bisher hat die EU international zugesagt, die Treibhausgase bis 2030 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Polen und andere osteuropäische Staaten, die stark auf Kohle angewiesen sind, sehen die vorgesehene Verschärfung skeptisch und fordern finanzielle Hilfe. Das neue Ziel würde unter anderem bedeuten, schneller aus der Kohle auszusteigen und den Verkehr auf Fahrzeuge ohne Emissionen umzustellen.

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Verbrauchergemeinschaften erzeugen Strom für Eigenbedarf

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Wien, 03. Dec. 2020

Von heutigen Kunden soll vermehrt Strom in Energiegemeinschaften selbst produziert, gespeichert und lokal wieder verbraucht werden, um die Energiewende voranzutreiben, erklärten Experten kürzlich vor Journalisten. Damit solche entstehen, braucht es Bauträger oder Energieerzeuger, die "das Ganze kräftig anschieben", und klimabewusste Technikfreaks, die mitmachen, berichten sie nach einer Untersuchung von 80 Pilotprojekten in Europa, wie etwa in Wien und Steyr (OÖ).

In solchen Projekten soll Elektrizität von den Mietern oder Eigentümern eines Wohnviertels etwa durch Solaranlagen dezentral produziert und gemeinschaftlich genutzt werden, zum Beispiel für den Strombedarf in den Häusern, Wärmeerzeugung und Elektroautos, erklärte Hans-Martin Neumann vom Center for Energy des Austrian Institute of Technology (AIT) in Wien. Damit würde man CO2-Emissionen vermeiden.

"Saubere Energie für alle Europäer"

Energiegemeinschaften würden in Zukunft eine wesentliche Rolle dabei spielen, möglichst viel erneuerbare Energie ins System zu bringen, damit die "Saubere Energie für alle Europäer"-Richtlinien der EU-Kommission erfüllt werden können, erklärte Wolfgang Hribernik, der ebenfalls am AIT-Center for Energy arbeitet: "Diese sollten demnächst in Österreich im Erneuerbare Energie-Gesetz umgesetzt werden".

So wie heute Informationen im Internet in großem Ausmaß von den Benutzern generiert werden, wird auch die Elektrizität in Zukunft von heutigen "Nur-Konsumenten" produziert werden, sagte Michael Strebl von Wien Energie. Dadurch würde sich nicht nur die technische Effizienz steigern, sondern auch das Bewusstsein der Benutzer, weil es sich auf einmal um "ihr Netz und ihren Strom" handelt, meint er.

Solche Projekte kommen nun auch in Österreich zur Umsetzung, erklärte Neumann: In Wien gibt es im 2. Gemeindebezirk nahe des Praters ein "Quartierstrom"-Projekt namens "Viertel Zwei", wo mehr als 100 Haushalte teilnehmen. In Steyr soll ein Energiegemeinschafts-Projekt einen Industrie- und Gewerbepark umfassen sowie Gebäude der Gemeinde (ein Kindergarten und ein Seniorenheim) und private Haushalte.

"Early Adopters" als Treiber

Die Forscher untersuchten bei den Projekten in Wien und Steyr, sowie in sieben anderen europäischen Städten, wer mitmacht, wer die Projekte antreibt, und was es für eine erfolgreiche Umsetzung braucht. Aufseiten der Konsumenten wären es vor allem technikaffine "Early Adopters" (Nutzer neuester technischer Errungenschaften), die - von ökologischen Motiven angetrieben - an solchen Projekten teilhaben, berichtete Neumann. Die Kosten dürften nicht höher sein als mit normalen Stromverträgen, müssten aber nicht zwingend niedriger sein.

Es bräuchte einen Bauträger, eine Energiegesellschaft oder im Ausnahmefall ein Forschungsinstitut, die solche Projekte aus Liebe zu neuen Ideen und um die Städte zu dekarbonisieren vom Anfang bis zum Ende anschieben, meint er.

Was sonst noch zur optimalen Konstellation dazugehört, würde sich erst mit der Zeit abzeichnen, erklärte Neumann. Es gäbe derzeit unterschiedliche Dienstleistungen, die von solchen Energiegemeinschaften angeboten werden, wie Strom, Wärme und Elektromobilität, unterschiedliche Organisationsmodelle wie Gesellschaften (GmbHs), Genossenschaften und Vereine, die Projekte werden manchmal vom Bauträger finanziert oder durch Leasingmodelle, und bedienen sich unterschiedlicher digitaler Zusatzfunktionen wie detaillierten Verbrauchsanzeigen und Energie-Austausch-Lösungen zwischen den Teilnehmern.

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Energie Steiermark und Verbund errichten Murkraftwerk

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Graz, 03. Dec. 2020

Die Energie Steiermark und der Verbund errichten zu gleichen Händen in Gratkorn an der Mur nördlich von Graz ein Laufkraftwerk. Die Investition beläuft sich auf rund 62 Mio. Euro, wie beide Energieunternehmen am Donnerstag mitteilten. Der Baustart soll 2021 erfolgen, die Inbetriebnahme im Jahr 2024. Die Beschlüsse beider Firmen für den Bau seien gefasst worden, die Umweltverträglichkeitsprüfung in allen durchgegangen.

Man sehe das Projekt als Handlungsbeitrag zu Nachhaltigkeit und Energiewende, zum Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung, hieß es von beiden Unternehmen. Außerdem sei das Kraftwerk gerade angesichts der aktuellen Corona-Krise ein grüner Beschäftigungs-Turbo für die regionale Wirtschaft, sagten die beiden Energie Steiermark-Vorstände Christian Purrer und Martin Graf. Es werde davon ausgegangen, dass im Rahmen der Ausschreibungen der überwiegende Teil der Aufträge an österreichische Unternehmen vergeben werden könne.

Die Planungen begannen bereits im Jahr 2008, das Murkraftwerk wird mit einer Leistung von 11 Megawatt jährlich etwa 54 Mio. Kilowattstunden Strom ins Netz speisen. Die Leistung entspricht dem Strombedarf von rund 15.000 Haushalten.

Die Unternehmen kündigte ein Bündel an ökologischen Begleitmaßnahmen an, ebenso werde der Hochwasserschutz für die Anrainergemeinden nördlich von Graz verbessert. Eine neue zusätzliche Murbrücke für Radfahrer, Fußgänger und Freizeitsportler wird im Bereich des Kraftwerks errichtet.

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Uniper und Fortum bauen Ökostromgeschäft aus

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Düsseldorf/Espoo, 03. Dec. 2020

Der finnische Energiekonzern Fortum und seine deutsche Tochter Uniper wollen beim Ausbau der Erneuerbaren Energie und beim Klimaschutz das Tempo erhöhen. Die Stromerzeugung in Europa soll bis 2035 klimaneutral sein und bis 2050 in allen Märkten, teilten die Konzerne am Donnerstag mit.

Fortum rechnet nach der Uniper-Übernahme in den nächsten Jahren mit wachsenden Synergien. Das teilte das Unternehmen im Rahmen der Vorstellung seiner neuen Strategie am Donnerstag in Helsinki mit. Demnach sollen die Einsparungen bis 2023 bei mehr als 50 Millionen Euro pro Jahr liegen. Bis 2025 sollen sie dann auf nahezu 100 Millionen steigen. Dadurch werde für beide Unternehmen und deren Aktionäre ein Mehrwert generiert, hieß es.

Die Übernahme von Uniper durch die Finnen war beim Düsseldorfer Unternehmen lange Zeit auf Ablehnung gestoßen, beide Seiten überzogen sich mit Kritik. Das hatte im Management und im Aufsichtsrat zu einem großen Stühlerücken geführt. Fortum hält laut Uniper 75 Prozent an dem Düsseldorfer Unternehmen.

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E-Control: Versorgungssicherheit bei Gas weiter hoch

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Wien, 03. Dec. 2020

Die Versorgungssicherheit bei Erdgas war laut E-Control im Vorjahr weiter sehr hoch. Die Kunden waren um Durchschnitt nur 2 Minuten und 29 Sekunden von ungeplanten Versorgungsunterbrechungen betroffen, geht aus dem aktuell veröffentlichten Bericht der Energieregulierungsbehörde zur Gasnetzdienstleistungsqualität hervor.

"Der veröffentliche Wert liegt zwar etwas höher als in vergangenen Jahren, stellt aber eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr von 12 Prozent dar", so E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch am Donnerstag laut Pressemitteilung. "Lediglich 0,54 Prozent aller österreichischen Gaskunden waren kurzfristig im Jahr 2019 ungeplant ohne Gas. Damit hat es in etwa gleich wenige Betroffene gegeben wie im Jahr 2013", erklärte E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer.  

Nicht berücksichtigt sind bei diesen Zahlen die geplanten Unterbrechungen, die im Vorhinein angekündigt werden, wie etwa Instandhaltungsarbeiten. 

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Mehrheit gegen Wasserkraft in Schutzgebieten

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Linz, 03. Dec. 2020

Große Ablehnung gegenüber dem Bau und die Subventionierung neuer Wasserkraftwerke in Schutzgebieten ortet die Umweltschutzorganisation WWF aufgrund der Ergebnisse einer beim Linzer market-Institut in Auftrag gegebenen Umfrage: 64 Prozent der Befragten sprechen sich gegen derartige Pläne aus, die jedoch die Energiebranche bei der Ökostrom-Förderung durchsetzen wolle, erklärte die NGO am Donnerstag. Es gelte daher umzusteuern, forderte der WWF - auch in Richtung der Politik.

"In Zukunft dürfen nur noch Projekte gefördert werden, die außerhalb von Schutzgebieten und ökologisch besonders sensiblen Gewässerstrecken liegen. Dafür braucht es wirksame Kriterien im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG)", sagte WWF-Programmleiterin Hanna Simons. Man brauche intakte und klimafitte Flüsse anstatt "subventionierter Naturzerstörung".

Das EAG soll die künftige Grundlage für einen forcierten Ausbau der Erneuerbaren-Stromerzeugung bis 2030 darstellen, um Österreichs Stromversorgung bis dahin, übers Jahr gerechnet, zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen zu bestreiten. Das dies auch in Form neuer Kraftwerke in Schutzgebieten geschehen soll, werde deutlich abgelehnt, "quer über alle Parteigrenzen hinweg - von der Regierungs- bis zu den Oppositionsparteien", fasste market-Studienleiterin Birgit Starmayr die Umfrage unter 1.000 online Befragten zusammen.

Bei den zur ÖVP tendierenden Befragten waren demnach insgesamt 60 Prozent gegen den Bau und die Subventionierung neuer Kraftwerke in Schutzgebieten - bei der SPÖ sind es 73 Prozent, bei den Grünen 80 Prozent, bei der FPÖ 61 Prozent und bei den NEOS 71 Prozent . Das ergibt sich jeweils durch die addierten Antworten von "ganz und gar nicht akzeptabel" sowie "weniger akzeptabel". Die klarste Ablehnungs-Option erzielt aber in allen Parteien eine relative Mehrheit der Befragten.

Laut dem WWF ist die Wasserkraft mit bundesweit über 5.200 Anlagen schon extrem ausgebaut und einer der Hauptfaktoren für den schlechten Zustand der Flüsse. Nur noch 15 Prozent sind in einem sehr guten ökologischen Zustand. Dennoch könnten in den nächsten Jahren zahlreiche neue Kraftwerke in Schutzgebieten gebaut und subventioniert werden, wenn sich die Energiebranche durchsetzt und im EAG keine wirksamen Naturschutzkriterien verankert werden. "Wer öffentliche Subventionen in Milliardenhöhe abrufen will, muss dafür auch wirksame ökologische Kriterien akzeptieren. Die dafür notwendigen Kriterien sind leicht administrierbar und haben eine wichtige Lenkungswirkung für eine naturverträgliche Energiewende", so WWF-Gewässerschutz-Expertin Bettina Urbanek.

Auch all jene Kleinst-Wasserkraftwerke, die für sehr wenig Energiegewinn sehr viel Natur zerstören, dürfen laut Meinung der NGO in Zukunft nicht mit öffentlichen Mitteln subventioniert werden. "Die Schweiz hat hier aus guten Gründen einen Förderstopp verankert. Daran muss sich auch Österreich ein Beispiel nehmen", sagt WWF-Expertin Urbanek. Denn das bisherige Fördersystem enthält immer noch Anreize für die Verbauung intakter Flüsse, obwohl rund 80 Prozent der bestehenden Wasserkraft-Anlagen die ökologischen Mindestanforderungen verfehlen.

Die alternative Lösung sieht der WWF in einem ganzheitlichen Ansatz, der sich nicht nur auf die Stromwende konzentriert: "Der Umbau des Energiesystems muss beim viel zu hohen Verbrauch ansetzen. Zusätzlich gehören fossile Subventionen sofort gestoppt und das Steuersystem ökologisiert, um die Abhängigkeit von Öl und Gas rasch zu verringern. Parallel dazu müssen vor allem Photovoltaik-Anlagen auf bereits verbauten Flächen deutlich ausgeweitet werden", fordert Bettina Urbanek.

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Umweltschützer kritisieren Kelag-Kraftwerke am Balkan

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Klagenfurt, 03. Dec. 2020

Umweltschützer haben am Donnerstag in einer Aussendung den Kärntner Energieversorger Kelag für dessen Tätigkeit am Balkan kritisiert. Sie sehen die Kelag als "Problemunternehmen", so die Aktivisten, unter ihnen Ulrich Eichelmann von "Riverwatch". Seit Jahren gebe es Proteste von Umweltorganisationen und Anrainern, beim Bau von Wasserkraftwerken nehme die Kelag keine Rücksicht auf "Flussstrecken, bedrohte Arten oder die lokale Bevölkerung". Die Kelag dementiert dies.

In Bosnien-Herzegowina seien durch Kraftwerke Flüsse zerstört worden, in denen Huchen, eine bedrohte Fischart, leben. Eichelmann appelliert deshalb an das Land Kärnten als Miteigentümer, die Kelag strategisch neu auszurichten und keine weiteren Wasserkraftwerke am Balkan zu bauen. Im Kosovo habe die Kelag-Tochter Kelkos drei Wasserkraftwerke in einem Nationalpark errichtet. Der Bau sei unter Auflagen genehmigt worden, die dann nicht erfüllt worden seien. Die Anlagen seien deshalb vorübergehend vom Netz genommen worden, eines sei nach wie vor ohne Genehmigung und bleibe abgeschaltet. Eine Aktivistin, die auf Missstände hingewiesen habe, sei deshalb von der Kelag wegen Rufschädigung angezeigt worden.

Die Kelag betreibt zehn bis zwölf Kraftwerke am Balkan. Natürlich habe ein Wasserkraftwerk Auswirkungen auf Flora und Fauna, die Kelag zerstöre die Umwelt am Balkan aber nicht, sagte Kelag International-Geschäftsführer Christian Schwarz auf APA-Anfrage. Nicht alle der von den Umweltaktivisten dargestellten Sachverhalte entsprächen den Tatsachen. Das Kraftwerk, das noch nicht wieder am Netz ist, sei ursprünglich als Speicherkraftwerk geplant gewesen, musste dann aber als Laufkraftwerk umgebaut werden. Das Gebiet, wo der Speichersee ausgehoben wurde, müsse saniert werden, dafür habe die Kelag den Behörden zwei Sanierungsoptionen vorgelegt. Jetzt warte man auf eine Genehmigung.

In Österreich sei der sinnvolle Ausbau der Wasserkraft begrenzt, sagte Schwarz, man wolle aber den gesamten Stromabsatz durch erneuerbare Energie decken. "Natürlich geht es auch um Rendite für die Aktionäre, aber das ist nichts Illegitimes." Im Kosovo, wo die Kelag-Kraftwerke 50.000 Haushalte versorgen, werde der Strombedarf sonst großteils durch Braunkohlekraftwerke gedeckt. "Wir produzieren CO2-freie Energie." Umweltstandards seien mit jenen in Österreich vergleichbar und werden von der Kelag eingehalten, beteuerte Schwarz. Die Aktivistin sei angezeigt worden, weil sie strafrechtlich relevante Vorwürfe erhoben habe, wogegen sich das Unternehmen wehre.

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Neue E-Control-Spitze - Oppositionskritik: "Pseudo-Hearing"

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Wien, 03. Dec. 2020

Die zu Wochenbeginn erfolgte Bekanntgabe der neuen Spitze der Energieregulierungsbehörde E-Control sorgt für Wirbel, die Vorgehensweise wird von den Oppositionsparteien kritisiert. Die gestrige Anhörung der beiden nominierten Vorstände im Wirtschaftsausschuss fand laut Parlamentskorrespondenz nur unter Beteiligung von ÖVP und Grünen statt. Die Opposition zog aus und spricht von einem "Pseudo-Hearing". 

Am Montag hatte das auch für Energie zuständige Ministerium von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) mitgeteilt, dass per 24. März 2021 an der Spitze der E-Control statt Andreas Eigenbauer künftig der Energieexperte Alfons Haber gemeinsam mit Co-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch die Behörde leiten soll. Dabei sei formell keine Bestellung erfolgt, lediglich eine Nominierung, so das Ministerium.

Das gestrige Hearing mit den E-Control-Vorständen sei eine "reine Alibihandlung der Regierung", heißt es heute in einer gemeinsamen Stellungnahme der Oppositionsparteien gegenüber der APA. Obwohl das Gesetz vorschreibe, vor Bestellung der Vorstände das Parlament mittels eines Hearings damit zu befassen, habe die zuständige Ministerin Gewessler bereits vor Tagen die neuen Vorstände bekannt gegeben. Die drei Energiesprecher der Oppositionsparteien - Alois Schroll (SPÖ), Axel Kassegger (FPÖ) und Sepp Schellhorn (NEOS) - hätten deshalb mit ihren Fraktionskollegen geschlossen das "Pseudo-Hearing" verlassen. 

Es zeige sich einmal mehr, dass die Regierung weder transparent arbeite noch den demokratischen Dialog lebe. Immer wieder werde versucht, das Parlament außen vor zu lassen. Die drei Sprecher erklärten: "Wir sind jederzeit bereit, konstruktiv an wichtigen Entscheidungen für unser Land mit zu arbeiten. Aber nicht wenn die Regierung die gesetzliche vorgeschriebene Vorgehensweise missachtet." Betont wurde, dass dies keine Respektlosigkeit gegenüber den beiden Vorständen sei. "Im Gegenteil, es war eine Respektlosigkeit der Regierung und der Frau Ministerin gegenüber dem Parlament und dem Ausschuss."

Haber erklärte in der Anhörung laut Parlamentskorrespondenz, die großen "Is" für die weitere Entwicklung stünden für eine Infrastruktur für erneuerbare Energien, die Integration des Energiemarktes, Investitionssicherheit, Innovationen zu fördern und Informationen gut aufzubereiten. Urbantschitsch fügte hinzu, ein weiteres großes "I" für Österreich sei das Internationale. Das Erreichen der Dekarbonisierung der Stromversorgung bis 2030 stelle auch die E-Control vor große Aufgaben, neben der Regulierung müsse auch auf die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts geachtet werden. In der Frage der Erhöhung des Wettbewerbs auf dem Stromsektor sahen die beiden Vorstande eine wichtige Rolle für die geplanten Energiegemeinschaften. Eine wichtige Aufgabe für die E-Control sei der Konsumentenschutz.

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OMV und Verbund nahmen PV-Großanlage in NÖ in Betrieb

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Wien, 03. Dec. 2020

Der Öl- und Gaskonzern OMV und der Versorger Verbund haben heute, Donnerstag, ihre Photovoltaik-Anlage in Niederösterreich im Weinviertel in Betrieb genommen. Fünf Monate lang wurde daran gebaut, nun startet ein mehrwöchiger Probebetrieb, teilten die Unternehmen mit. Es ist die größte Photovoltaik-Anlage Österreichs, die Kosten wurden zum Baustart im Juli mit 10 Mio. Euro beziffert.

Die Anlage soll ein Zehntel des Stromverbrauchs der OMV Austria decken und als Pilotprojekt für weitere solche PV-Anlagen auch im Ausland dienen, hieß es im Juli vonseiten der Vorstände.

In der ersten Ausbaustufe erzeugen nun auf einer 13,3 Hektar großen OMV-Fläche die ersten 34.600 PV-Module knapp 11 GWh Sonnenstrom - das entspricht in etwa dem Jahresstromverbrauch von 3.400 Haushalten. Weitere 10.400 Module sollen bis zur Endausbaustufe Ende 2021 folgen. Dann steige die Erzeugung auf über 14 GWh. Insgesamt könnten mit der Anlage 10.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden, heißt es in der Aussendung der OMV.

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Osteuropäische Staaten wollen Klimaschutz durch Kernkraft

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München/Brüssel, 03. Dec. 2020

Vor dem EU-Gipfel kommende Woche drängen mehrere osteuropäische Staaten laut einem Medienbericht auf eine stärkere Rolle der Atomenergie. Das geht aus Eingaben mehrerer Staaten zur Vorbereitung des Gipfels hervor, auf die sich die "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe) beruft. Die Staats- und Regierungschefs wollen bei dem Treffen über eine Neujustierung der Klimaziele der EU beraten.

Die Kernenergie sei eine "erwiesenermaßen emissionsfreie Quelle", der eine "Schlüsselrolle bei der Sicherung nicht nur der nationalen, sondern auch regionalen und europäischen Energiesicherheit" zukomme, heißt es der Zeitung zufolge in dem Papier der bulgarischen Regierung. Auch Rumänien verlangt dem Bericht zufolge mehr Flexibilität bei der Auswahl sogenannter "Low-carbon"-Technologien, die wenig Kohlendioxid ausstoßen, "inklusive der Nutzung der Kernenergie". Ähnlich würden die Eingaben aus Ungarn, der Slowakei und Tschechien klingen, die auf "Technologieneutralität" pochten.

Atomkraft gelte als zwar riskante, aber emissionsarme Energieform. Ihre Bewertung spaltet die Mitgliedstaaten schon seit Jahren.

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OPEC+ dreht den Ölhahn vorsichtig wieder auf

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Singapur, 03. Dec. 2020

Das Ölkartell OPEC und seine zehn Kooperationspartner (OPEC+) drehen nach Angaben des kasachischen Energieministeriums den Ölhahn wieder etwas weiter auf. Ab Jänner solle die zuletzt stark gekürzte Produktion wieder um 500.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag erhöht werden, teilte das Ministerium am Donnerstagabend nach dem OPEC+-Halbjahrestreffen mit.

Darüber hinaus einigten sich die teilnehmenden Länder der Mitteilung zufolge ab Jänner 2021 auf monatliche Ministertreffen, um die aktuelle Situation auf dem Ölmarkt zu überwachen und das weitere Ausmaß der Beschränkungen zu bestimmen.

Damit reagiert die OPEC+ auf die anhaltenden Unsicherheiten auf dem Ölmarkt, aber auch den vorsichtigen wirtschaftlichen Optimismus angesichts einer möglichen baldigen Überwindung der Coronakrise.

Nach ursprünglichen Plänen wollte die OPEC+ ab Jänner pro Tag wieder um fast zwei Millionen Barrel mehr Öl fördern als aktuell. Durch die Coronapandemie, die aufgrund der erneuten Lockdowns die beginnende wirtschaftliche Erholung wieder gedämpft hat, dürfte sich die Ölnachfrage aber auch 2021 nur langsam wieder erholen.

Der Einbruch der Weltwirtschaft durch die Coronakrise setzte die Ölpreise heuer massiv unter Druck. Zur Jahresmitte beschloss die OPEC+ eine beispiellose Förderkürzung um fast zehn Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag. Der Ölpreis hat sich zuletzt auf niedrigem Niveau stabilisiert.

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Thyssenkrupp und Steag prüfen Wasserstoff-Großanlage

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Duisburg/Essen, 03. Dec. 2020

Der deutsche Stahlkonzern Thyssenkrupp und der Kraftwerksbetreiber Steag prüfen den gemeinsamen Bau einer Anlage zur Erzeugung von Wasserstoff. Der mit Ökostrom erzeugte Wasserstoff soll in den Hochöfen von Thyssenkrupp in Duisburg eingesetzt werden. Thyssenkrupp will für den Klimaschutz im größten deutschen Stahlwerk schrittweise Kohle durch "grünen" Wasserstoff ersetzen, wie die beiden Unternehmen am Donnerstag mitteilten.

Zunächst ist eine Machbarkeitsstudie geplant. Zu den erwarteten Kosten wurden keine Angaben gemacht. Die Anlage zur Wasserelektrolyse könnte auf dem Steag-Kraftwerksgelände in Duisburg-Walsum gebaut werden. Es biete Platz für Elektrolyseeinheiten mit einer Jahreskapazität von bis zu 75.000 Tonnen Wasserstoff, hieß es. Thyssenkrupp beziffert seinen Bedarf durch die Umrüstung eines Hochofens auf zunächst rund 20.000 Tonnen im Jahr. Bis 2050, wenn die Stahlerzeugung komplett auf Wasserstoff umgestellt sein soll, steige der Jahresbedarf auf etwa 720.000 Tonnen. Das Kraftwerksgelände soll durch zwei Pipelines mit dem rund zwei Kilometer entfernten Stahlwerk verbunden werden.

Zur Finanzierung des Projekts wollen Thyssenkrupp und Steag Investoren gewinnen und öffentliche Gelder beantragen. Die deutsche Bundesregierung hatte angekündigt, die Stahlindustrie beim Umbau zur klimaneutralen Produktion mit Fördermitteln in Milliardenhöhe zu unterstützen. Thyssenkrupp rechnet für den Umbau zur klimaneutralen Stahlproduktion mit Investitionskosten von rund 10 Milliarden Euro.

Bauen könnte die Anlage die Thyssenkrupp-Tochter Uhde. Der Bau von Anlagen für die Wasserstofferzeugung gehört zu den aktuell wenigen Lichtblicken bei dem angeschlagenen Industriekonzern. Vorstandschefin Martina Merz hat den Bereich deshalb von der Verkaufsliste genommen und prüft nach eigenen Worten, "wie wir unsere gute Ausgangsposition in diesem wachsenden Markt durch Kooperationen noch weiter stärken können". Die Anlage in Duisburg könnte "eine Blaupause für den Export" werden, hieß es jetzt.

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Siemens Energy und Porsche starten Wasserstoff-Pilotprojekt

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Berlin, 02. Dec. 2020

"Grüner" Wasserstoff gilt als eine der wichtigsten Zukunftstechnologien: Die deutschen Firmen Siemens Energy und Porsche planen nun ein Pilotprojekt in Chile. Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) übergab dazu am Mittwoch einen Förderbescheid. Es ist der erste für ein internationales Projekt.

Siemens Energy will in Chile nach Firmenangaben gemeinsam mit dem Sportwagenbauer Porsche und einer Reihe internationaler Unternehmen ein Projekt entwickeln, aus dem die weltweit erste integrierte und kommerzielle Großanlage zur Herstellung synthetischer, klimaneutraler Kraftstoffe hervorgehen soll.

Porsche ist Hauptabnehmer des grünen Kraftstoffs. Diese sollen etwa im Motorsport genutzt werden, wie Porsche-Chef Oliver Blume sagte. Elektromobilität sei "ohne Wenn und Aber" für den VW-Konzern die Technologie der Zukunft. Es werde aber auch in künftig noch Verbrenner geben.

Altmaier sprach in einer digitalen Konferenzschaltung von einem wichtigen Schritt zur Umsetzung der Wasserstoffstrategie der Regierung. Altmaier übergab einen Förderbescheid in Höhe von 8,23 Millionen Euro an den Vorstandsvorsitzenden der Siemens Energy AG, Christian Bruch.

Der Bedarf an Wasserstoff könne nicht nur aus heimischen Quellen gedeckt werden, so Altmaier. Deswegen müssten in anderen Ländern Produktionskapazitäten aufgebaut werden. Deutschland habe bereits eine Reihe von Energiepartnerschaften geschlossen.

Das Pilot-Projekt "Haru Oni" nutzt nach Firmenangaben die hervorragenden Windbedingungen im Süden Chiles, um mit Hilfe von grünem Windstrom klimaneutralen Kraftstoff zu erzeugen. "Erneuerbare Energie wird nicht mehr nur dort produziert, wo sie gebraucht wird, sondern wo natürliche Ressourcen wie Wind und Sonne in großen Mengen vorhanden sind", so Bruch. Es würden weltweit neue Lieferketten entstehen, um regenerative Energie von einer Region in die andere zu transportieren.

Deutschland soll nach dem Willen der Regierung bei der Nutzung neuartiger klimafreundlicher Wasserstoff-Energie weltweit zum Vorbild werden. Im Zentrum steht dabei sogenannter grüner Wasserstoff, der ausschließlich mit erneuerbarer Energie gewonnen wird. Er kann als Basis für Kraft- und Brennstoffe dienen, um etwa in Industrie und Verkehr die Nutzung von Kohle, Öl und Erdgas abzulösen.

Die deutsche Regierung will den Ausbau erneuerbarer Energien aus Wind und Sonne in Deutschland vorantreiben. Sie geht allerdings davon aus, dass ein großer Teil der benötigten Wasserstoff-Menge auf absehbare Zeit importiert werden wird.

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Nordex will mit Kapitalerhöhung 200 Millionen Euro einsammeln

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Rostock, 02. Dec. 2020

Der Hamburger Windanlagenbauer Nordex nutzt den Höhenflug seiner Aktie für eine rund 200 Millionen Euro schwere Kapitalerhöhung. Über Nacht sollen 10,67 Millionen Aktien bei großen Investoren untergebracht werden, wie Nordex mitteilte. Das frische Geld solle der "weiteren Unterstützung des zukünftigen Wachstums" und zur Stärkung der Bilanz dienen. Zum Xetra-Schlusskurs könnte das Unternehmen damit 212 Millionen Euro einnehmen.

Der spanische Großaktionär Acciona wolle sich "mit einer wesentlichen Order" an der Kapitalspritze beteiligen. Acciona hält 36,4 Prozent an Nordex und hatte dem Unternehmen schon vor einem Jahr mit 99 Millionen Euro frischem Kapital unter die Arme gegriffen.

Nordex-Aktien schlossen am Dienstag im Xetra-Handel mit 19,91 Euro knapp unter ihrem Jahreshoch. Allein im November hat der Aktienkurs um zwei Drittel angezogen. Nachbörslich fielen die Papiere aber um sechs Prozent.

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Studie: Versicherer ziehen sich aus Kohlegeschäft zurück

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München, 02. Dec. 2020

Eine steigende Zahl von Versicherern zieht sich nach einer Studie von Umweltschutzorganisationen aus dem Kohlegeschäft zurück. Für Bergwerke und andere Unternehmen der Kohleindustrie wird es demnach zunehmend schwieriger, sich zu versichern. Das berichtete "Insure our Future", ein Zusammenschluss von Klima- und Umweltinitiativen aus den USA, mehreren europäischen Ländern und einigen anderen Nationen.

Demnach haben 23 der weltweit 30 größten Versicherer in den vergangenen drei Jahren ihr Kohlegeschäft entweder beendet oder eingeschränkt, sechs mehr als vor einem Jahr. Die Klimaschützer forderten die Branche auf, auch aus dem Öl- und Gasgeschäft auszusteigen - in diesem Bereich hat sich die Versicherungsbranche den Angaben zufolge bisher sehr viel weniger Selbstverpflichtungen auferlegt.

Deutsches Mitglied von "Insure our Future" ist die Initiative Urgewald, die viele Manager und Aktionäre von deren Auftritten bei Hauptversammlungen kennen. Was die Kohle betrifft, ziehen sich viele Unternehmen laut dem mittlerweile zum vierten Mal veröffentlichten Report auch bei ihren Kapitalanlagen aus Kohleinvestitionen zurück.

Demnach haben sich insgesamt 65 Versicherungsunternehmen mit einem Portfolio in Höhe von insgesamt 12 Billionen Dollar (rund 10.027 Mrd. Euro) verpflichtet, keine neuen Gelder mehr in der Kohlebranche anzulegen oder ihre bestehenden Investitionen zu reduzieren. Auch die beiden österreichischen Versicherer UNIQA und Vienna Insurance haben sich bereits teilweise zurückgezogen.

Allerdings ist das tätige Bekenntnis zum Klimaschutz laut der Studie weitgehend auf europäische und australische Versicherer beschränkt. Große Versicherungen in den USA und Ostasien sowie die britische Versicherungsbörse Lloyd's erlegen sich der Studie zufolge weniger Beschränkungen auf. Die Autoren werteten sowohl öffentlich verfügbare Informationen als auch die Antworten von 20 Versicherungen aus, die den Fragenkatalog der Klimaschützer beantworteten.

"Insure our Future" veröffentlicht darüber hinaus auch alljährlich ein internationales Klimaranking der Versicherungen. Platz eins belegt die französische Axa. Dahinter folgen Swiss Re, Hannover Re, Zurich und Munich Re.  

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Cleen Energy bestätigt vorläufige Zahlen

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Wien/Haag, 02. Dec. 2020

Nach mehrmaligen Verschiebungen hat die burgenländische Cleen Energy ihren Jahresabschluss für 2019 vorgelegt. Die im August veröffentlichten vorläufigen Zahlen wurden bestätigt.

Bei einem Umsatz von 3,34 Mio. Euro schrieb das Unternehmen einen Verlust von 1,62 Mio. Euro. Für die Jahre 2020 und 2021 rechnet das Unternehmen wegen neuer Aufträge mit deutlichen Steigerungen des Umsatzes, heißt es im Geschäftsbericht.

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Lockdown drückt Energieverbrauch

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Wien, 01. Dec. 2020

Die geringere Nachfrage zeigt sich auch in niedrigen Strompreisen.

Im Vorjahr stieg der Energieverbrauch hingegen an - vor allem im Verkehrssektor und in privaten Haushalten. Die Erneuerbaren legten um fünf Prozent zu. 

Der aktuelle Lockdown drückt den Stromverbrauch in Österreich derzeit stark nach unten. So sei dieser in der vergangenen Woche um sieben Prozent unter dem Vorjahreszeitraum gelegen, teilte der Netzbetreiber APG am Freitag mit. Das sei vor allem der Schließung des Einzelhandels zu verdanken. Die geringere Stromnachfrage zeigt sich auch im Strom-Großhandelspreis. In der letzten Oktoberwoche sei der wöchentliche Strompreis mit 32 Euro pro Megawattstunde um fast zehn Euro unter dem Wert von 2019 gelegen, sagt APG-Vorstand Thomas Krall. Schon im ersten Lockdown im Frühjahr gab es einen deutlichen Einbruch des Energieverbrauchs. Damals fuhren auch Teile der Industrie ihre Produktion herunter. 

Anstieg im Vorjahr 
Auch beim Energieverbrauch wird 2020 aber eine Ausnahme bleiben. Im Vorjahr stieg der energetische Endverbrauch um ein Prozent auf 317 Terawattstunden (TWh). Das zeigt die am Freitag von der Statistik Austria präsentierte Energiebilanz für das Jahr 2019. Der Anstieg ist vor allem auf einen höheren Energieeinsatz im Verkehrssektor zurückzuführen, der insgesamt für mehr als ein Drittel des Verbrauchs verantwortlich ist. 

Im Flugverkehr ist der Energiebedarf sogar um 15 Prozent gestiegen. Insgesamt hat der Verbrauch des Flugverkehrs in den vergangenen zehn Jahren um 50 Prozent zugenommen. Am Gesamtverbrauch macht er mit 3,6 Prozent aber immer noch einen zu vernachlässigenden Anteil aus. Anders als der Straßenverkehr. Dessen seit Jahren steigender Energieverbrauch hat auch im Vorjahr leicht zugenommen und wird zum immer größeren Problem in der österreichischen Energiebilanz. 31 Prozent des gesamten österreichischen Verbrauchs hängen am Straßenverkehr. Darauf ist auch der leichte Anstieg beim Einsatz von Erdölprodukten (plus zwei Prozent) zurückzuführen. Andere fossile Energieträger sind im energetischen Endverbrauch vergangenes Jahr ebenso angestiegen. Die leichten Zunahmen von Kohle und Erdgas hängen aber in erster Linie mit dem erhöhten Heizbedarf zusammen. Insgesamt ist der Energiebedarf 2019 auch bei privaten Haushalten um zwei Prozent gestiegen. 

Ökostrom-Ziele in weiter Ferne 
Im energetischen Endverbrauch gab es bei erneuerbaren Energieträgern im Vergleich zum Vorjahr keine nennenswerte Änderung. Jedoch in der Produktion. Insgesamt produzierten erneuerbare Energieträger 2019 um fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Mit einem Plus von 24 Prozent legte die Windkraft am deutlichsten zu und liegt nun bei einer Erzeugung von 7,5 TWh. Fotovoltaik verzeichnete eine Steigerung von 17 Prozent auf knapp zwei TWh und auch die Energie aus der ohnehin gut ausgebauten Wasserkraft legte aufgrund der guten Wasserführung im Vorjahr noch einmal um sieben Prozent auf 41 TWh zu. Vom Ziel, dass bis 2030 (bilanziell) 100 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energieträgern kommen sollen, liegt die österreichische Energiewirtschaft trotz der leichten Zuwächse aber noch weit entfernt - zumal sich auch der Strombedarf bis dahin deutlich erhöhen wird. 

Bis 2030 sollen die Erzeugungskapazitäten von Fotovoltaik um elf TWh, bei Wind um zehn TWh und bei Wasserkraft um weitere fünf TWh ausgebaut werden. Ein ambitioniertes Ziel, zumal die Umsetzung des Erneuerbaren Ausbau Gesetzes (EAG) zuletzt ins Stocken geraten ist.

Die Presse, von David Freudenthaler
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Angriff auf deutschen Strommarkt

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01. Dec. 2020

Neue Anbieter mischen das Geschäft mit der Elektrizität auf - darunter ein bekannter E-Mail-Provider und zwei Aufsteiger aus Norwegen und Großbritannien. 

Wer erfolgreich Strom verkaufen will, braucht keine eigenen Kraftwerke. Deutschlands größter Versorger Eon, der hierzulande 14 Millionen Haushalte beliefert, ist dafür das beste Beispiel. Der Essener Energieriese hat praktisch die komplette Stromerzeugung ausgelagert, um sich ganz auf den Vertrieb und die Verteilnetze zu konzentrieren. 

Das ist eine Spezialisierung mit Risiken: Die Margen sind eng, der Wettbewerb unter den mittlerweile 1300 Stromanbietern ist extrem hart. Das Internet schafft mehr Preistransparenz, als den Platzhirschen lieb sein kann. Und wenn die Tarife nicht mehr überzeugen, ist der Anbieter mit wenigen Klicks gewechselt. Zum Erfolgsfaktor wird dabei immer stärker die digitale Kompetenz, mit der auch Branchenfremde ihr Glück auf dem Energiemarkt versuchen. Im Trend liegen Ökostromanbieter, die zumeist den Ausbau erneuerbarer Energien in anderen Ländern finanzieren und so ein zumindest bilanziell grünes Produkt vermarkten - sowie Anbieter mit digitalen Plattformen. "Wir sehen die Strombranche in einer Art Vorreiterstellung, was die Digitalisierungsmöglichkeiten angeht," sagt Jan Oetjen. Er ist Geschäftsführer von Web.de, dem mit Abstand größten E-Mail-Provider in Deutschland, der Eon schon seit längerem Konkurrenz macht. 
Vom Stromeinkauf an der Börse bis zum Vertrieb: Überall ließen sich die Prozesse sehr weit digitalisieren und dadurch die Kosten drücken, sagt Oetjen. Beim Verkauf der Stromverträge kann er eine weitere Stärke ausspielen: den riesigen Adressenbestand von 30 Millionen Nutzern des E-Mail-Dienstes, die Web.de mit sehr überschaubaren Kosten und ohne den Umweg über provisionsgierige Vergleichsportale ansprechen kann. "Wir sind mit der Entwicklung unseres Stromproduktes sehr zufrieden", sagt Oetjen - lässt sich aber keine Zahlen entlocken. 

Tibber ist in dieser Hinsicht offensiver. Das 2016 gegründete Start-up aus Norwegen ist nach dem Markteintritt in Schweden seit diesem Frühjahr auch in Deutschland aktiv. Es wirbt damit, Grünstrom im monatlich kündbaren Abo-Modell zum Einkaufspreis weiterzureichen - und zudem den Strombezug flexibel über eine App steuerbar zu machen, damit man beispielsweise dann Wäsche waschen kann, wenn Elektrizität im Großhandel gerade wenig kostet. Letzteres setzt allerdings ein digitales Mess- und Steuergerät voraus, ein sogenanntes Smart Meter. In den skandinavischen Ländern schon gang und gäbe, sind Smart Meter in Deutschland erst wenig verbreitet. 
Bislang hätten hierzulande auch nur wenige Tibber-Kunden solche Geräte, gesteht Deutschland-Chefin Marion Nöldgen im Gespräch mit der F.A.Z. Mit Smart Meter bietet das Start-up sogar den stündlichen, oft noch günstigeren Einkaufspreis an statt dem monatlichen Durchschnittspreis. Der Vorteil sei für Geringverbraucher allerdings nicht so groß, zumal die Anschaffung beim Tibber-Vertragspartner einmalig 130 Euro und der Betrieb 9 Euro im Monat zusätzlich kostet. Anders verhalte es sich aber für Kunden mit großen Stromgeräten wie Elektroautos oder Wärmepumpen. Für diese mache es schon etwas aus, wenn die Kilowattstunde im Einkauf mal 10 Cent weniger kostet. Und von diesen dürfte es im "Potentialland der Elektromobilität" künftig immer mehr geben, sagt Nöldgen. 

In Deutschland will sie hoch hinaus, harter Wettbewerb und Bürokratie hin oder her. Man habe ein "echtes digitales Produkt", nicht bloß eine bunte App und eine Website. Auch werbe man nicht nur mit Lockangeboten und sehe bei der Konkurrenz "einen wahnsinnigen Dschungel von veralteten Vertragsstrukturen mit ewig langen Laufzeiten". Glaubt man der Tibber-Geschäftsführerin und studierten Wirtschaftsinformatikerin, ist das Start-up in den vergangenen Monaten "überrannt" worden. Genaue Zahlen will sie zwar nicht nennen. Von den rund 100 000 Kunden in Norwegen, Schweden und Deutschland entfielen aber schon mehr als 10 Prozent auf die Bundesrepublik. Auch schwarze Zahlen habe man im dritten Quartal geschrieben. 
Tibber finanziert sich über die monatliche Grundgebühr, die hiesige Kunden 3,99 Euro kostet - und den Verkauf von Smart Metern, Raumluftsensoren und anderen Produkten aus dem hauseigenen Online-Handel. Umgekehrt gilt strenge Kostendisziplin: Bislang kommt das Start-up mit 70 Mitarbeitern aus, zehn davon in Deutschland. Den Rückhalt von Investoren, darunter Paypal-Gründer Peter Thiel, hat Tibber: Erst vor wenigen Tagen schossen die Geldgeber noch mal 55 Millionen Euro nach. 

Dass Bewegung im Markt ist, zeigt der Angriff von Octopus Energy aus Großbritannien. Auch dieses Unternehmen hat auf dem deutschen Strommarkt Großes vor. Octopus hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2024 eine Million Kunden in Deutschland zu gewinnen. Für die Expansion in Deutschland will das Unternehmen 80 Millionen Euro investieren, gab es nun bekannt. Der monatliche Grundpreis liegt mit 12 Euro allerdings höher als bei der Konkurrenz. 
Das britische Start-up hat auf der Insel bewiesen, dass es den bisherigen Großunternehmen auf dem Strommarkt in kurzer Zeit Marktanteile abnehmen kann. Innerhalb von nur vier Jahren hat der in London ansässige Newcomer 1,8 Millionen Privat- und 20 000 Geschäftskunden in Großbritannien gewonnen. Täglich kämen 2000 bis 3000 Kunden dazu, sagt das Unternehmen. Mit einem Marktanteil von mehr als 6 Prozent zählt das Start-up schon zu den sechs größten Energieversorgern im Land. Der Jahresumsatz hat sich seit Anfang 2019 auf rund 2,2 Milliarden Euro gut verdreifacht. 

Gemeinhin gilt der britische Strom- und Gasmarkt als ähnlich schwierig wie der deutsche. Die Gewinnmargen der Unternehmen sind klein. Schon zahlreiche Anbieter mussten nach kurzer Zeit wieder aufgeben. Viele locken mit günstigen Einstiegstarifen und erhöhen später die Preise. Octopus verspricht, das nicht zu tun: "Wir bieten den Kunden ein langfristig gutes Preis-Leistungs-Verhältnis statt kurzfristig niedrigen Preisen, die sofort wieder angehoben werden, sobald der Kunde gerade nicht hinsieht", sagt Gründer und Vorstandschef Greg Jackson, der zudem den Beitrag seines Unternehmens zur Energiewende betont. Octopus biete 100 Prozent "grünen Strom" und kämpfe damit auch gegen die Klimakrise. 
Das Geheimnis des Erfolgs liegt in einer IT-Plattform namens "Kraken". Das Computerprogramm, das große Mengen Daten mit Künstlicher Intelligenz analysiert, ermöglicht es, große Teile der Energieversorgungskette zu automatisieren. So kann das Unternehmen mit nur wenigen Mitarbeitern operieren und Kosten sparen. "Kraken" managt dabei unterschiedliche Tarife mit schwankenden Preisen, je nach Angebots- und Nachfragesituation. Das Programm ist so attraktiv, dass auch die britische Tochtergesellschaft von Eon und weitere Energieversorger Lizenzen erworben haben. 17 Millionen Energiekonten werden nach Angaben von Octopus über die Plattform versorgt. Das Start-up zählt in Großbritannien mittlerweile zu den "Einhörnern", also zu den Jungunternehmen mit einer Milliardenbewertung. Bei der jüngsten Finanzierungsrunde im Frühjahr stieg das australische Energieunternehmen Origin Energy mit 330 Millionen Euro ein, und Octopus wurde insgesamt mit fast 1,5 Milliarden Euro bewertet. 

Das Geld aus seiner jüngsten Finanzierungsrunde steckt Octopus nun in die eigene globale Expansion. Seit Beginn dieses Jahres ist das Start-up in den Vereinigten Staaten, Australien und Neuseeland aktiv. 2019 haben die Briten das deutsche Start-up "4hundred" gekauft, dieses soll nun die Basis für den Ausbau von Octopus Energy Germany sein. Dass der deutsche Markt hart umkämpft ist, schreckt Gründer Jackson nicht ab. Die Zielmarke von einer Million Kunden in vier Jahren nennt er selbst ambitioniert - glaubt aber an den Erfolg. 
 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, von Helmut Bünder, Bonn, Philip Plickert, London, und Niklas Záboji, Frankfurt
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Es ist ohne fossile Energie machbar

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01. Dec. 2020

Energiewende Schweiz Unser Land kann die Energieversorgung klimaneutral umbauen.

Doch dazu braucht esTechnologien, die bisher noch nicht ausgereift sind. So soll etwa CO2 für lange Zeit im Untergrund gespeichert werden. Die wichtigsten Schritte Eine Zukunft fossile Energie verlangt den Umbau der Versorgung. 

So sollen wir klimaneutral werden 
Das Bundesamt für Energie hat einen Weg präsentiert, wie die Schweiz ihre Energieversorgung bis 2050 klimaneutral umbauen kann. Das bedeutet: Fahrzeuge, Heizungen und die Industrie dürfen in 30 Jahren unter dem Strich keine Treibhausgase mehr produzieren. Die Botschaft in den Energieperspektiven 2050+: Dieses Ziel kann erreicht werden. Mit den üblichen Instrumenten: dem Ausbau der Fotovoltaik, mit elektrisch betriebenen Autos, Wärmepumpen und Brenn- und Treibstoff wie Biogas und Wasserstoff. 
Erstaunlich ist: Es bleiben ziemlich grosse Restemissionen, 12 Millionen Tonnen Treibhausgase jährlich, das ist aus heutiger Perspektive immerhin immer noch rund ein Viertel der Emissionen. Die betroffenen Produzenten sind Kehrichtverbrennungsanlagen, die Zementherstellung, die chemische Industrie und Holz- oder Biogaskraftwerke. "Hier können wir die Emissionen nicht an der Quelle vermeiden", sagt Almut Kirchner. Sie ist Energieexpertin beim Beratungsunternehmen Prognos, das im Auftrag des Bundes zusammen mit den Firmen Infras, Ecoplan und TEP Energy die Perspektiven erarbeitet hat. 

Pipeline-Netz aufbauen 
Wie bringt man diese Restemissionen weg, damit das Ziel "Netto null" erreicht werden kann? Die Experten sehen die Lösung in Technologien, welche CO2 an der Quelle abscheiden und das Treibhausgas im Untergrund für lange Zeit speichern. Zwei grosse fossile Kraftwerke sind in Betrieb, bei denen CO2 aus dem Abgas gefiltert wird. Rund 20 derartige Kraftwerke (darunter auch Biomasse-Anlagen) sind im Bau. Das sind aber alles erst Pilot- oder Demonstrationsprojekte, und das Treibhausgas wird industriell verwendet, nicht im Untergrund gespeichert. 

Die Autoren gehen von etwa 7 Millionen Tonnen CO2 aus, die in der Schweiz so abgefangen werden können. Wie viel davon in der Schweiz unterirdisch gebunkert werden kann, weiss niemand so genau. "Wir sind davon ausgegangen, etwa 3 Millionen Tonnen pro Jahr in Zukunft im Jura speichern zu können", sagt Andreas Kemmler von Prognos. Der Rest müsste ins Ausland befördert werden. 
Die norwegische Regierung hat eben ein Projekt bewilligt, um in einer Zementfabrik und in einer Kehrichtverbrennungsanlage CO2 aus den Abgasen zu filtern, flüssig zur Küste zu befördern und im Meeresuntergrund zu lagern. Doch diese Verfahren reichen vermutlich nicht aus, um die Schweiz "klimaneutral" zu machen. Eine weitere Option sehen die Forscher in der Methode, CO2 direkt der Atmosphäre zu entziehen, wie das das Schweizer Unternehmen Climeworks für teures Geld anbietet. 
Für Grünen-Nationalrat Bastien Girod sind zwar die Restemissionen zu hoch gegriffen: "Dank Energieeffizienz, Elektrizifierung und ab 2030 grossflächigem Einsatz von synthetischen Treib- und Brennstoffen braucht es keine fossilen Energieträger mehr." Dennoch sei es nun wichtig, diese Anwendungen voranzutreiben. Der in der Revision des CO2-Gesetzes vorgesehene Klimafonds, der mit CO2-Abgaben für Flugverkehr und Brennstoffe geäufnet werden soll, könne einen wichtigen Beitrag leisten. "Wir sollten rasch Anlagen bauen, die mehr als 100'000 Tonnen CO2 pro Jahr abtrennen können", sagt Girod. Parallel dazu sei ein Pipeline-Netzwerk aufzubauen, um das abgeschiedene CO2 nach Norden und Süden zu transportieren. Ohne diese Technologie gehe es gemäss UNO-Klimarat nicht. 
Für den Wirtschaftsverband Economiesuisse kann "Klima-Neutralität" auch anders erreicht werden. Es müssten nicht zwingend alle Treibhausgasemissionen in der Schweiz reduziert werden. Seien die Kosten einer direkten Reduktion zu hoch oder die daraus entstehende Umweltbelastung zu gross, mache es mehr Sinn, mit Klimaprojekten im Ausland CO2 einzusparen. "Wir müssen verhindern, dass inländische Produktionsstandorte ins Ausland abwandern und internationale Unternehmen ihre künftigen Investitionen in Produktionsanlagen im Ausland tätigen", sagt Kurt Lanz von Economiesuisse. 

2020-Ziel nicht erreicht 
Die Restemissionen sind allerdings eine langfristige Perspektive. Kurzfristig steht die Herausforderung an, die Emissionen möglichst schnell zu senken. Der CO2-Ausstoss pro Kopf sinkt gemäss dem Monitoringbericht zu den Energieperspektiven 2050. 2018 lag er bei 4,1 Tonnen, das sind knapp 30 Prozent weniger als im Jahr 2000 (5,8 Tonnen). 

Dieser Wert ist im Vergleich zu anderen Industriestaaten eher tief. Begünstigend wirkt die weitgehend CO2-freie Stromproduktion (Wasser und Atomenergie) sowie der hohe Anteil des Dienstleistungssektors an der Wertschöpfung. Nicht berücksichtigt ist in diesen Zahlen aber die graue Energie, die durch die Herstellung von Waren und deren Import in die Schweiz entsteht. 
Auch absolut betrachtet sinkt der CO2-Ausstoss in der Schweiz, der Rückgang seit 2000 beträgt 16 Prozent, und dies bei steigender Einwohnerzahl im Land. CO2-Emissionen und Bevölkerungswachstum entkoppeln sich also zunehmend. Das gesetzlich verankerte Ziel, minus 20 Prozent bis 2020 gegenüber 1990, wird die Schweiz aber trotzdem verfehlen. Grüne und Umweltorganisationen fordern, dass die Schweiz bis 2040 "Netto null" ist. 

Das Bundesamt für Energie hat verschiedene Szenarien präsentiert, wie die Schweiz die Emissionen der Treibhausgase in den nächsten 30 Jahren praktisch auf null senken und die steigende Stromnachfrage mit inländischer Energie decken könnte. Hier wichtige Wegmarken des Szenarios "Zero Basis", das als kostengünstigstes eingestuft wird. 

Die Zukunft der Schweiz 
Die Autoren des Berichts gehen unter anderem von folgender Entwicklung bis 2050 aus: Die Bevölkerung wächst auf rund 10 Millionen Menschen. Die Wirtschaftskraft steigt gegenüber 2019 um gut 40 Prozent. Der Personenverkehr nimmt um 17 Prozent zu, die beheizten und klimatisierten Flächen der Gebäude wachsen ebenfalls um den gleichen Betrag. In diesem Szenario wird das Ende der Kernenergie um 2035 angenommen. 

Effizienzsteigerung 
Der gesamte Energieverbrauch wird ohne fossile Energie bis 2050 sinken, obwohl der Stromkonsum deutlich zunimmt. Aber: Energetische Sanierungen und der Umstieg auf Wärmepumpen und Elektroautos senken den Energieverbrauch für Raumwärme und Mobilität um 30 bzw. gut 45 Prozent. Die Energieexperten gehen von rund 1,5 Millionen Wärmepumpen (heute 300'000) und 3,6 Millionen batterieelektrischen Autos aus. 

Stromverbrauch 
Der Rückgang des Stromverbrauchs beträgt 8 Prozent gegenüber 2000. Der gesetzliche Richtwert für 2020 (minus 3 Pro-zent) ist damit bereits erreicht. Allerdings: Nach dem Szenario der neuen Energieperspektiven 2050+ soll Strom zum zentralen Energieträger für Wärme und Mobilität werden. Der Verbrauch wird deshalb steigen, um rund ein Viertel auf 76 Terawattstunden pro Jahr. 

Ausbau erneuerbare Energie 
Die inländische Stromproduktion beruht 2050 fast ausschliesslich auf Wasserkraft (53 Prozent) und neuen erneuerbaren Energien, namentlich Sonnenenergie mit einem Anteil an der Gesamtproduktion von gut 45 Prozent. Ein Bruchteil stammt von Windanlagen und Biomassekraftwerken. Der Ausbau der Fotovoltaik muss langfristig auf bis zu 1,5 Gigawatt (GW) Leistung pro Jahr (aktuell rund 0,3 GW pro Jahr) gesteigert werden. Die Schweizerische Energie-Stiftung kritisiert die Modellierung der neuen Energieperspektiven 2050+: Der Ausbau der erneuerbaren sei viel zu langsam. "Sie zeigen bis 2035 eine steigende Abhängigkeit von Stromimporten. Das ist aber ausgerechnet die Zeit, in der unsere Nachbarländer ihre fossilen und nuklearen Kraftwerke abstellen", sagt Felix Nipkow von der Schweizerischen Energie-Stiftung. Beim Ausbau der Wasserkraft ist die Schweiz bis jetzt auf Kurs. 

Winterstrom 
Heute exportiert die Schweiz im Sommer mehr Strom, als sie importiert. Im Winter ist es umgekehrt. Dieser Zustand wird sich verschärfen, wenn die Kernkraftwerke wegfallen. Er wird aber nicht anhalten. Die Modelle der Energieperspektiven rechnen mit einem Winteranteil der Stromproduktion durch Fotovoltaikanlagen von über 30 Prozent bis 2050. Zudem können die Speicherwasserkraftwerke ihre Produktion je nach Nachfrage in den Winter verschieben. Ohne Import wird es aber nicht gehen. 
Bis 2050 sollte ein solches Bild nur noch eine blasse Erinnerung sein: Die Stadt Zürich im Februar 2012. 
 

Berner Zeitung
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Mehr als 50 Prozent grüner Strom

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01. Dec. 2020

Erneuerbare Energien haben erstmals zu mehr als der Hälfte der hessischen Stromerzeugung beigetragen und damit die konventionellen Energieträger überholt. Nach dem Energiemonitoringbericht 2020 habe die Windenergie mit 52 Prozent den größten Beitrag unter den erneuerbaren Energien geliefert, teilte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) in Wiesbaden mit. Auf Platz zwei rangiere die Photovoltaik mit 21 Prozent. 

Der aktuelle Bericht dokumentiere, wie wichtig die erneuerbaren Energien in Hessen inzwischen seien, betonte der Grünen-Politiker. Das gelte nicht nur für die Stromerzeugung, sondern auch für den Stromverbrauch. " Wir sind traditionell ein Bundesland, das nicht seinen ganzen Stromverbrauch selbst produziert." Es sorge jedoch jedes Windrad und jede Photovoltaikanlage im Land dafür, dass kein Strom aus anderen Bundesländern bezogen werden müsse. 

" Wir haben im Jahr 2019 unser Ziel erreicht, den Anteil der in Hessen erzeugten erneuerbaren Energien am hessischen Stromverbrauch seit 2013 zu verdoppeln" , teilte der Minister mit. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch liegt bei 25 Prozent. " Die Energiewende in Hessen kommt gut voran" , versicherte Al-Wazir. " Wir dürfen uns aber nicht ausruhen." Denn die positive Entwicklung sei in erster Linie auf den starken Windenergiezubau in den Jahren vor 2019 zurückzuführen. Im vergangenen Jahr habe es dagegen einen " regelrechten Einbruch" gegeben. 

Im Vorjahr seien in Hessen lediglich vier Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 13,8 Megawatt in Betrieb genommen worden, teilte der Minister mit. Im Jahr 2018 seien es noch 76 Anlagen mit 232 Megawatt gewesen. Im ersten Halbjahr 2020 wurden nach seinen Angaben jedoch bereits wieder 18 Anlagen mit 58,1 Megawatt installiert. 
Der Ausbau der Photovoltaik entwickele sich weiter positiv. 2019 seien 6379 Anlagen mit einer Leistung von 147 Megawatt in Betrieb genommen worden. Im ersten Halbjahr 2020 seien bereits 105,8 Megawatt installiert worden. 

Neben dem deutlichen Zuwachs bei der erneuerbaren Stromerzeugung stieg nach Angaben des Grünen-Politikers auch der Beitrag der erneuerbaren Energien bei der Wärmeerzeugung. Dabei sei im vergangenen Jahr ein Zuwachs um 3,4 Prozent auf 11 Terawattstunden registriert worden. 
Biogene Feststoffe wie Scheitholz und Pellets hätten dabei den größten Anteil von mehr als 70 Prozent gehabt. Der Verbrauch erneuerbarer Kraftstoffe sei 2019 auf Vorjahresniveau geblieben. Über alle Bereiche - Strom, Wärme, Verkehr - betrachtet, sei der Beitrag der erneuerbaren Energien zum Endenergieverbrauch um insgesamt 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. 

Frankfurter Rundschau
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Enel will die Energiewende vorantreiben

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Mailand , 01. Dec. 2020

Enel will die Energiewende vorantreiben

Der italienische Energieversorger Enel beschleunigt die Energiewende und will bis 2030 rund 190 Mrd. Euro in erneuerbare Energien und Netze investieren. Das kündigte CEO Francesco Starace bei einem Kapitalmarkttag an. Allein bis 2023 sollen 48 Mrd. Euro an Investitionen mobilisiert werden. Die Kapazität aus erneuerbaren Energien soll bis 2030 auf 120 Gigawatt fast verdreifacht werden. Gleichzeitig will Enel das Bruttobetriebsergebnis (Ebitda) bis 2023 um jährlich 5 bis 6 % auf 20,7 bis 21,3 (2020 voraussichtlich 18) Mrd. Euro und den bereinigten Nettogewinn um 8 bis 10 % auf 6,5 bis 6,7 (2020 etwa 5 bis 5,2) Mrd. Euro hieven. Die Aktionäre können mit einer Dividendensteigerung von jährlich 7 % auf 0,43 (2020: 0,35) Euro rechnen. Der Aktienkurs des mit einem Börsenwert von 83 Mrd. Euro teuersten Unternehmens Italiens sprang um 3,6 % auf 8,38 Euro. 

Starace ist bereit, die 50-prozentige Beteiligung an der Netzgesellschaft Open Fiber zu verkaufen. Man habe die Digitalisierung in Italien vorangetrieben und den Wert von Open Fiber deutlich gesteigert. "Wenn der Preis gut ist und die Bedingungen stimmen, warum sollten wir dann nicht verkaufen", sagte Starace. Italiens Regierung dringt auf die Zusammenlegung von Open Fiber mit dem Festnetzgeschäft von Telecom Italia zu einer nationalen Netzgesellschaft. 
 

Börsen Zeitung