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Siemens kauft indischen Schalttafel-Hersteller C&S Electric

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München, 24. Jan. 2020

Die Infrastruktur-Sparte von Siemens verstärkt ihr Geschäft mit Niederspannungsnetzen mit einem indischen Hersteller von elektrischen Schaltanlagen, Schalttafeln und anderen Geräten. Die indische Siemens-Tochter zahlt 21,2 Mrd. Rupien (268,25 Mio. Euro) für 99 Prozent an der C&S Electric Ltd aus Neu Delhi, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Die 1966 gegründete C&S beschäftigt mehr als 5000 Mitarbeiter an drei Standorten und setzte im Geschäftsjahr 2018/19 (bis März 2019) 12,4 Mrd. Rupien um. Siemens-Vorstand Cedrik Neike, der für die Sparte Smart Infrastructure zuständig ist, sagte, der Münchner Industriekonzern könne mit dem Zukauf besser auf den Bedarf auf dem wachsenden indischen Markt eingehen. In Zukunft wolle Siemens dort auch für andere Schwellenländer entwickeln und produzieren lassen.

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E-Wirtschaft erhöht KV-Bezüge um 2,6 Prozent

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Wien, 24. Jan. 2020

Für die 17.000 Beschäftigten in der heimischen E-Wirtschaft steigen die KV-Mindestlöhne und -Gehälter sowie die Ist-Löhne und -Gehälter um 2,6 Prozent per 1. Februar. Dies haben Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite vereinbart, wie am Freitag mitgeteilt wurde. Ebenso hoch war kürzlich der KV-Abschluss für die rund 4.100 Beschäftigten der Mineralölindustrie gewesen.

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Wien subventioniert Elektro-Lastenräder für Firmen

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Wien, 24. Jan. 2020

Die Stadt Wien sattelt bei der Förderung von Transportfahrrädern von Privaten auf Firmen um. Ab Februar stehen Unternehmen, die Lastenräder mit Elektromotor anschaffen, bis zu 4.000 Euro zur Verfügung, teilte die Bundeshauptstadt am Freitag mit. Mehrere Hundert solcher Cargobikes sollen damit in den nächsten zwei Jahren auf Wiens Straßen gebracht werden.

Bis Ende 2021 stehen insgesamt 800.000 Euro zur Verfügung. Kleinere E-Lastenfahrräder mit Nutzlast ab 40 kg bis 100 kg erhalten maximal 50 Prozent der förderfähigen Kosten, bis maximal 2.000 Euro pro elektrischem Lastenfahrrad bzw. pro Elektrolastenanhänger. Bei größeren Lastenrädern mit einer Nutzlast von mehr als 100 Kilogramm werden 30 Prozent der Anschaffungskosten, höchstens 4.000 Euro, übernommen.

Die Stadt Wien hat bereits 2017 mehr als 300 Lastenräder mit insgesamt 300.000 Euro gefördert. Damals gingen 85 Prozent der Förderungen an Privatpersonen. Vor allem Eltern verwenden diese Räder immer öfter für den Kindertransport.

Dieses Mal sind nur Firmen, Organisationen und Vereine berechtigt, Fördermittel abzurufen. In Wien gibt es bereits mehrere Unternehmen, die Lastenräder verwenden. Insbesondere Logistikfirmen setzen Fahrräder für den innerstädtischen Warentransport ein. Der Paketdienst DHL expandiert mit seinen "Cubicycle"-Rädern demnächst von Wien nach Linz. Und auch der Samariterbund Wien hat für die Auslieferung von "Essen auf Rädern" 21 Elektrolastenfahrräder im Einsatz. Als Pionier gilt der Fahrradbotendienst Heavy Pedals.

Bei Handwerksbetrieben können Lastenräder den Fuhrpark für Einsätze im dichtverbauten Gebiet mit wenigen Parkplätzen ergänzen. In Wien und Graz gibt es den "Stadt-Handwerker", der staufrei per Lastenrad kommt. In Hamburg sorgte vorgangenes Jahr ein Sanitärtechnikbetrieb für mediales Aufsehen: Der Chef kaufte ein Lastenrad, weil er mehrere Mitarbeiter hatte, die keinen Führerschein besaßen. Der Boom bei Lastenrädern ging von den Niederlanden und Dänemark - zwei Länder mit ausgeprägter Fahrradkultur - aus. Neben E-Bikes sind Transportfahrräder inzwischen der größte Wachstumstreiber der Fahrradindustrie.

Eine zweite Förderschiene der Stadt Wien soll zudem Sharing-Angebote in Wohnbauten, etwa bei Elektroautos, vorantreiben. Dafür werden 2 Mio. Euro bereitgestellt. Finanziert werden beide Förderungen aus dem Ökostromfonds der Stadt. Voraussetzung für die Förderungen ist der Bezug von rein erneuerbarer Energie. Wien will mit den Fördermaßnahmen die CO2-Emissionen im Verkehr senken, wie Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Birgit Hebein (Grüne) in der Aussendung erklärte.

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Cleen Energy rechnet mit negativem Gesamtjahresergebnis

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Wien/St. Margarethen, 24. Jan. 2020

Der börsennotierte österreichische Beleuchtungsspezialist Cleen Energy AG rechnet nach einem negativen Halbjahresergebnis auch für das Gesamtjahr 2019 nicht mit einem Gewinn. "Das Geschäftsjahr 2019 wird negativ abschließen", hieß es am Freitag erneut im Halbjahresbericht des Unternehmens. Auch der Fortbestand des Unternehmens sei nicht sicher.

Vor den diesbezüglichen Risiken hatte das Unternehmen bereits in den vor wenigen Tagen nachgereichten Geschäftsberichten für die Jahre 2017 und 2018 gewarnt. Der Fortbestand der Gesellschaft sei nur bei ausreichender Finanzierung gesichert, dazu zähle auch eine Absicherung der neuen Projektfinanzierungen und nachhaltiges Greifen der neuen Geschäftsmodelle, hieß es heute erneut im Halbjahresbericht 2019. "Es besteht daher das Risiko, dass die Gesellschaft in der Zukunft nicht in der Lage ist, ihren Verpflichtungen im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit nachzukommen." Das Unternehmen zeigte sich aber nicht nur pessimistisch. So hieß es im Zwischenbericht weiters: "Die Gesellschaft geht davon aus, dass auf Basis der bestehenden Planung für ausreichende Liquidität gesorgt ist."

Das erste Halbjahr 2019 beendete Cleen Energy dennoch mit einem Verlust nach Steuern von 0,6 Mio. Euro (2018: minus 0,5 Mio.), auch das Betriebsergebnis (Ebit) fiel mit minus 0,5 Mio. Euro erneut negativ aus. Auch in der Vorjahresperiode belief sich das Ebit auf minus 0,5 Mio. Euro. Die Umsatzerlöse stiegen indessen von rund 1,3 Mio. Euro im Halbjahr 2018 auf 1,9 Mio. Euro an.

Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von rund 3,5 Mio. Euro, wobei vor allem die LED-Sparte dazu beitragen dürfte. Im zweiten Halbjahr rechnet Cleen Energy zudem mit Umsätzen im Ausmaß von rund 720.000 Euro im neuen Produktbereich PV/Photovoltaik.

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USA zielen mit weiteren Sanktionen auf iranischen Ölsektor

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Washington, 24. Jan. 2020

Die US-Regierung hat weitere Sanktionen verhängt, die den iranischen Ölsektor treffen sollen. Das US-Außenministerium teilte am Donnerstagabend (Ortszeit) in Washington mit, mehrere Firmen aus dem Ölsektor in China und Hongkong würden mit Strafmaßnahmen belegt, weil sie in signifikantem Umfang Geschäfte mit der iranischen Ölindustrie gemacht hätten - entgegen bestehender US-Sanktionen.

Auch andere Firmen der Branche sollten diese Konsequenzen zur Kenntnis nehmen, hieß es weiter. Die USA überziehen den Iran seit langem mit massiven Wirtschaftssanktionen - insbesondere den Ölsektor des Landes, eine der Lebensadern der iranischen Wirtschaft.

US-Präsident Donald Trump hatte 2018 das mühsam ausgehandelte internationale Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt, weil es aus seiner Sicht nicht weit genug geht. Die Amerikaner versuchen seitdem, Teheran mit einer "Kampagne maximalen Drucks" in die Knie zu zwingen und haben nach und nach harte Strafmaßnahmen gegen das Land verhängt.

Erst kürzlich hatte Washington neue Sanktionen gegen Teheran - unter anderem gegen den Stahlsektor des Landes - verkündet, nachdem die Lage zwischen beiden Staaten eskaliert war. Die USA hatten den iranischen Top-General Qassem Soleimani in Bagdad gezielt getötet, woraufhin der Iran mit einem - angekündigten - Angriff auf zwei von den USA genutzte Militärstützpunkte im Irak antwortete. Tote gab es dabei nicht. Danach hatten Trump und Irans Präsident Hassan Rouhani angekündigt, den Konflikt zunächst auf politischer Ebene führen zu wollen.

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Deutsche Regierung präzisiert Pläne zu Kohleausstieg

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Berlin, 23. Jan. 2020

Das deutsche Wirtschaftsministerium hat einen überarbeiteten Gesetzesentwurf zum Kohleausstieg vorgelegt. In dem Referentenentwurf, der sich nun in der Länder- und Verbändeanhörung befindet, sind auch die Ergebnisse der Bund-Länder-Vereinbarung zum Braunkohleausstieg eingearbeitet.

Gleiches gilt laut dem Entwurf, der am Donnerstag in Berlin bekannt wurde, für Rahmenbedingungen für das geplante Anpassungsgeld zugunsten der von den Kraftwerksabschaltungen betroffenen Beschäftigten.

Die Regierungspläne stoßen bei Umwelt- und Energieexperten auf massive Kritik, da sie in mehreren Punkten zum Nachteil des Klimaschutzes von den vor knapp einem Jahr vorgelegten Empfehlungen der Kohlekommission abweicht. Unter anderem fehlen für 2025 geplante umfangreichere CO2-Reduzierungen, generell erfolgen die Abschaltungen nicht stetig, sondern konzentrieren sich auf die Jahre 2028/29 sowie 2038. Zudem soll das Steinkohlekraftwerk Datteln IV zusätzlich in Betrieb gehen.

Der Gesetzesentwurf sieht vor, Ende 2020 als erste Anlage nach den neuen Bestimmungen den Kraftwerksblock Weisweiler E in Nordrhein-Westfalen abzuschalten. Es folgen bis Ende 2022 weitere Blöcke der NRW-Kraftwerke Niederaußem, Neurath sowie Frechen/Wartenberg. Als erste ostdeutsche Anlagen sollen zwei Blöcke des brandenburgischen Kraftwerks Jänschwalde Ende 2025 und 2027 in eine sogenannte Sicherheitsbereitschaft überführt werden.

Die Abschaltungen der letzten Braun- und Steinkohlekraftwerke sollen spätestens Ende 2038 erfolgen. 2026 soll geprüft werden, ob dies auf 2035 vorgezogen werden kann. Generell soll erstmals im August 2022 und dann erneut 2026, 2029 sowie 2032 der Abschaltplan überprüft werden - sowohl mit Blick auf den Klimaschutz wie auch auf Versorgungssicherheit und Strompreise.

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Großauftrag für EVN & Partner in Kuwait

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Wien/Maria Enzersdorf, 23. Jan. 2020

Der niederösterreichische Energie- und Wasservorsorger EVN hat gemeinsam mit Partnern einen Großauftrag aus Kuwait für die Planung und Errichtung einer Kläranlage sowie eines Kanalnetzes an Land gezogen. Beauftragt wurde ein Konsortium, dem je zur Hälfte die 100-prozentige EVN-Tochter WTE Wassertechnik und ein kuwaitischer Finanzinvestor angehören. Die EVN-Seite fungiert als Generalunternehmer.

Der gesamte Auftragswert beläuft sich auf rund 1,5 Mrd. Euro, davon rund 600 Mio. Euro für die Kläranlage und 950 Mio. Euro für das Kanalnetz samt Pumpstationen, teilte die börsennotierte EVN am Donnerstag mit. Auf die EVN-Seite entfällt davon nur ein sehr kleiner Teil des Auftragsvolumens, das Risiko ist also gering.

Der Auftrag bezieht sich auf das Abwasseraufbereitungsprojekt Umm Al Hayman in Kuwait. Die Anlagen sollen im Südteil Kuwaits bzw. im Südteil der Hauptstadt Kuwait City das Abwasser von rund 1,7 Millionen Menschen reinigen. Die Qualität des Wassers wird danach so hoch sein, dass es in der Landwirtschaft zur Bewässerung eingesetzt werden kann. Zudem wird der Klärschlamm getrocknet und zum Einsatz als Dünger aufbereitet.

Für das Projekt im Auftrag des kuwaitischen Staates wurde am Donnerstag in Kuwait der Vertrag für eine Projektgesellschaft unterzeichnet, an der die WTE mittelbar 20 Prozent hält. Die WTE als Generalunternehmer wird die Planung und den Bau insbesondere der Kläranlage sowie mit Partnern eines Kanalnetzes mit Pumpstationen verantworten.

Für die Kläranlage sehen die Planungen für die Projektrealisierung einen Zeitrahmen von 30 Monaten bzw. von vier Jahren für das Kanalnetz mit Pumpstationen vor. Danach wird die WTE die Kläranlage 25 Jahre lang und das Kanalnetz drei Jahre lang betreiben, wurde fixiert.

Der deutsche Umweltdienstleister WTE mit Sitz in Essen, der dem nö. Versorger EVN seit 2003 zu 100 Prozent gehört, verfügt über umfassende Erfahrung im Abwasserbereich. Bisher hat er in Europa mehr als 100 Kläranlagen errichtet. Auch der arabische Raum ist WTE bereits vertraut: In Bahrein erhielt man vor einigen Jahren in einem Konsortiums den Zuschlag für eine Kläranlage mit 170 Mio. Euro Gesamtauftragswert.

ISIN AT0000741053 WEB http://www.evn.at

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Zypern bittet Merkel um Vermittlung im Gasstreit mit Ankara

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Nikosia/Lefkosa, 23. Jan. 2020

Einen Tag dem Türkei-Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Merkel hat der zypriotische Präsident Anastasiades sie in einem Telefonat um eine Vermittlung zwischen Nikosia und Ankara gebeten. Die Kanzlerin solle sich beim Treffen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan am Freitag für ein Ende der Erdgasbohrungen türkischer Schiffe in der ausschließlichen Wirtschaftszone des EU-Landes Zypern einsetzen.

Die Suche nach Erdgas durch die Türkei im Seegebiet vor Zypern haben gefährliche Spannungen im östlichen Mittelmeer ausgelöst. Das türkische Schiff "Yavuz" führt seit einigen Tagen südlich der zypriotischen Hafenstadt Limassol Suchbohrungen durch. Es sei die sechste unbefugte Bohrung nach Erdgas, die die Türkei in der zypriotischen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) durchführt, berichtete die zypriotische Presse. Die Regierung in Nikosia bezeichnet die Aktionen Ankaras als "Piraterie".

Die Türkei erkennt Zypern nicht an und lehnt die Suche nach Erdgas durch die zypriotische Regierung ab, solange die türkischen Zyprioten nicht zustimmen und die Zypernfrage nicht gelöst ist.

Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. Im Norden gibt es die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Die Republik Zypern, deren Regierung den Südteil lenkt, ist seit 2004 EU-Mitglied. Zahlreiche Gespräche zur Überwindung der Teilung sind gescheitert.

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TAG reduziert CO2-Emissionen heuer um 100.000 Tonnen

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Rom, 23. Jan. 2020

Der Fernleitungsnetzbetreiber Trans Austria Gasleitung GmbH (TAG) will seine umweltschädlichen Emissionen künftig deutlich reduzieren. Das Unternehmen startet mit einem Abbau der jährlichen CO2-Emissionen um bis zu 30 Prozent schon ab heuer. Jährlich ist das eine Senkung um die Schadstoffmenge von 55.000 Autos. Noch heuer sollen die CO2-Emissionen um 100.000 t gegenüber 2018 vermindert werden.

"Ein Meilenstein auf dem Weg zur Reduzierung der CO2-Emissionen war zuletzt die Demontage von zehn alten Gasturboverdichtern, die durch vier Elektroverdichter mit einer installierten Gesamtleistung von fast 50 MW ersetzt wurden. Das Projektvolumen hat mehr als 100 Millionen Euro betragen", berichtet der Italiener Daniele Gamba, Geschäftsführer der TAG, der APA in Rom.

Gas sei für die Energiewende optimal und könne einen bedeutenden Beitrag zur Dekarbonisierung leisten. "Durch die Sektorkopplung von Strom- und Gasnetzen und durch die Unterstützung alternativer Energiequellen kann Gas den wachsenden Energiebedarf Europas auf umweltfreundliche Weise decken", meint Gamba.

Derzeit laufen Studien zur Anpassung des Gastransportnetzes an einen steigenden Anteil von Wasserstoff im Erdgas. Auf österreichischer Ebene wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die eine schrittweise Einführung von Wasserstoff in das System untersuchen soll. "Darüber hinaus bereitet die TAG die Anpassung ihres eigenen Erdgasleitungsnetzes für den Transport von grünem Wasserstoff vor, indem sie in naher Zukunft die Kompatibilität ihres Netzes für den Wasserstofftransport prüft. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten gezielte Investitionen getätigt werden, die zum Wasserstofftransport realisiert werden können", so Gamba.

Die TAG ist davon überzeugt, dass Erdgas ein zuverlässiger Kraftstoff für eine nachhaltige Mobilität ist. "Erst kürzlich wurden die alten Dieselfahrzeuge der Zentrale durch neue Erdgasfahrzeuge ersetzt", sagt der TAG-Chef, der seit einem Jahr den Posten bekleidet.

Die TAG, die ihren Hauptsitz in Wien hat, beschäftigt 160 Mitarbeiter, verteilt auf acht Standorte in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten. Das TAG Erdgasleitungssystem verbindet den Gasknoten Baumgarten in Österreich mit Tarvis in Italien über eine Distanz von 380 Kilometern und hat eine jährliche Transportkapazität nach Italien von 30 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Von der slowakisch-österreichischen zur österreichisch-italienischen Grenze besteht das TAG Pipeline-Netz aus rund 1.140 km Hochdruck-Erdgasleitungen.

Entlang der Route in Österreich liefert die Erdgasleitung zusätzlich sowohl Erdgas für den Verbrauch in Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten als auch das Erdgas für den Transport nach Slowenien über die SOL Leitung. Die Gesellschafter der Trans Austria Gasleitung GmbH sind das italienische Gasunternehmen Snam mit einem Anteil von 84,47 Prozent und die österreichische Gas Connect Austria GmbH mit einem Anteil von 15,53 Prozent.

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Ölpreise geben wegen Sorge um Lungenkrankheit in China nach

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Singapur, 23. Jan. 2020

Die Ölpreise sind am Donnerstag deutlich gesunken und haben damit an die Verluste der vergangenen Handelstage angeknüpft. An den Finanzmärkten verstärkte sich die Sorge der Investoren vor den Folgen einer neuen Lungenkrankheit. An den Börsen in Asien kam es in der Früh zu Kursverlusten und auch die Ölpreise wurden mit nach unten gezogen.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 62,18 US-Dollar (56,08 Euro). Das waren 1,03 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI fiel um 1,09 Dollar auf 55,65 Dollar. Im Verlauf der Woche hatten Meldungen über die neue Lungenkrankheit die Ölpreise wiederholt belastet. Der Preis für Nordsee-Öl und der für US-Öl sind seit Montag um jeweils mehr als fünf Prozent gefallen.

Am Ölmarkt gebe es die Sorge, dass eine mögliche starke Verbreitung des Coronavirus die Reisetätigkeit und auch den Handel belasten könnte, erklärte Experte Vandana Hari vom Beratungsunternehmen Vanda Insights in Singapur die fallenden Ölpreise. Zuletzt hatte die chinesische Regierung die besonders schwer von der neuen Lungenkrankheit betroffene Millionenmetropole Wuhan praktisch abgeriegelt. Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, sollten ab Donnerstagfrüh Flüge, Züge, Fähren und Fernbusse gestoppt werden.

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Auch deutscher Ausbau der Windkraft stockt

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Berlin, 23. Jan. 2020

Der Ausbau der Windenergie auf See ist in Deutschland im vergangenen Jahr noch einmal vorangekommen, steht aber nun vor einer längeren Pause. Insgesamt gingen 2019 in Deutschland auf dem Meer 160 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von 1,11 Gigawatt neu ans Netz, teilten mehrere Verbände der Windindustrie am Donnerstag in Berlin mit.

Angeschlossen wurden ganz oder teilweise die Windparks Merkur, EnBW Hohe See, Deutsche Bucht und Trianel - alle in der Nordsee. Auf der Ostsee kamen keine neuen Anlagen hinzu. Damit sind nunmehr 1.469 Windräder mit einer Kapazität von 7,5 Gigawatt auf der deutschen Nord- und Ostsee installiert.

Im laufenden Jahr werden in Deutschland nur noch wenige Anlagen neu ans Netz kommen, weil keine größeren neuen Projekte mehr begonnen wurden. Das ist die von der Industrie beklagte Ausbaulücke. Am Ende dieses Jahres könnte sich dann die Kapazität der Offshore-Anlagen auf rund 7,7 Gigawatt belaufen. Gute Offshore-Windkraftwerke schöpfen ihre Nennleistung unter den aktuellen Bedingungen zu rund 60 Prozent aus. Damit ersetzt die gesamte deutsche Offshore-Windenergie real etwa vier große Atom- oder Kohlekraftwerke.

Die Industrie und die Betreiber würden gern mehr bauen, sehen sich aber durch die Politik gebremst. "Die Bundesregierung muss in einem ersten Schritt freie Kapazitäten von bis zu zwei Gigawatt vergeben, um die Folgen der Ausbaulücke für die heimische Industrie abzufedern", forderten die Verbandsvertreter. Im Koalitionsvertrag ist ein nicht bezifferter "Sonderbeitrag" der Offshore-Windenergie vereinbart, um die Klimaziele der Regierung zu erreichen. Dieser Punkt wurde bis jetzt von der Regierung nicht eingelöst.

Zudem fordert die Branche im Einklang mit der norddeutschen Politik und den Gewerkschaften seit Jahren, den bestehenden Ausbau-Deckel für 2030 von 15 auf mindestens 20 Gigawatt anzuheben und danach einen steileren Ausbaupfad als bisher zu beschließen. Sonst drohten Engpässe und zeitliche Verwerfungen. Die Regierung hatte diese Forderung bereits aufgegriffen, dann aber aus dem Gesetzesentwurf zum Kohleausstieg wieder gestrichen. Für 2035 sei eine Offshore-Kapazität von 30 bis 35 Gigawatt erforderlich, die bis 2050 auf mehr als 50 Gigawatt ansteigen müsse, meinen die Verbände. Das wären nach der erwarteten Entwicklung der Technik rund 5000 Windräder. Mehr könnten Nord- und Ostsee nach Einschätzung von Naturschützern und anderen Experten auch nicht verkraften.

"Nach der Klarheit beim Ausstieg aus dem Kohlestrom brauchen wir einen ambitionierten Ausbau der erneuerbaren Energien, um den fehlenden Strom zu ersetzen", erklärten die Verbandsvertreter. Wegen der langen Projektzyklen von Offshore-Windparks sei langfristige Planungssicherheit von hoher Bedeutung, so dass schon jetzt der Ausbau der Offshore-Windenergie bis 2050 geplant werden müsse.

Die Windkraftwerke auf See produzierten im vergangenen Jahr nach Angaben des Netzbetreibers Tennet fast 24,2 Terawattstunden (TWh) Strom, im Vergleich zu 19,1 TWh im Vorjahr. Damit könnte rechnerisch der Stromverbrauch von mehr als sieben Millionen Haushalten gedeckt werden. Zur gesamten Windstrom-Produktion in Deutschland von 122 TWh steuert Offshore somit 19,8 Prozent bei.

Der Gesamtbeitrag der erneuerbaren Energien - dazu zählen neben Windenergie auch Photovoltaik, Wasserkraft und Biomasse - zur deutschen Nettostromversorgung lag bei etwa 46 Prozent. Bis 2030 sollen nach den Klimazielen der Bundesregierung 65 Prozent des Stroms von erneuerbaren Energieträgern kommen. Dazu müssten nach Berechnungen des Bundesverbandes Erneuerbare Energien jährlich mindestens ein Gigawatt Windenergie auf See und 4,7 Gigawatt an Land zugebaut werden. Der Ausbau der Windenergie an Land ist im vergangenen Jahr auf weniger als ein Gigawatt zurückgegangen. Das ist so wenig wie in den Anfangsjahren der Windenergie.

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USA fordern sofortige Aufnahme der Ölexporte aus Libyen

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Tripolis, 22. Jan. 2020

Die USA haben ein Ende der Blockade der Ölindustrie in Libyen durch die Truppen von General Khalifa Haftar gefordert. Dem staatlichen Ölkonzern NOC müsse es "umgehend" ermöglicht werden, die Produktion und den Export wieder aufzunehmen, erklärte die US-Botschaft in Tripolis am Dienstag.

Aufgrund der Blockade mehrerer Öl-Export-Häfen durch die Truppen Haftars drohe eine "Verschärfung der humanitären Notlage in Libyen und weiteres unnötiges Leid" für die Menschen in dem Bürgerkriegsland, erklärte die Botschaft weiter.

Haftars Kämpfer hatten am Samstag und damit einen Tag vor der Berliner Libyen-Konferenz die wichtigsten Öl-Export-Häfen des Landes besetzt, um gegen die Entsendung türkischer Soldaten zur Unterstützung der Einheitsregierung in Tripolis zu protestieren. Haftar führt seit April eine Offensive auf die Hauptstadt, in der die von der UNO anerkannte Regierung von Ministerpräsident Fajes al-Sarraj ihren Sitz hat.

Die Häfen liegen am sogenannten Öl-Halbmond an der libyschen Nordostküste und sind die wichtigsten Drehkreuze für die Ölexporte des Landes. Auch die Ölproduktion kam nach Angaben des Staatskonzerns NOC aufgrund von Blockadeaktionen der Haftar-Truppen weitgehend zum Erliegen. Der Export von Öl ist die wichtigste Einnahmequelle für den nordafrikanischen Krisenstaat.

Die Teilnehmer der Libyen-Konferenz hatten sich am Sonntag auf ein Waffenembargo für Libyen verständigt. Zudem gaben sie das Ziel aus, aus der derzeitigen Waffenruhe einen dauerhaften Waffenstillstand zu machen.

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Neues Konzept soll Wasserstoffproduktion aus Holz verbessern

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Graz, 22. Jan. 2020

Wasserstoff ist ein wichtiger Ausgangsstoff für die Industrie und als Energieträger der Zukunft im Gespräch. Dazu sollte er umweltfreundlich und effizient hergestellt werden. Ein Reaktorkonzept, bei dem Wasserstoff aus Holzabfällen erzeugt wird und der bisherige Energieeinsatz reduziert werden könnte, hat ein europäisches Konsortium unter Beteiligung des Grazer Kompetenzzentrum BEST entwickelt.

Wasserstoff wird bereits für etliche Industrieprozesse in großen Mengen genutzt, dem Stoff wird aber auch künftig eine besondere Bedeutung als Energieträger und speziell als Speicher der erneuerbaren Energien zugesprochen. Auf der Erde ist er in praktisch unbegrenzter Menge vorhanden, allerdings nahezu nur in gebundener Form wie etwa in Wasser oder Kohlenwasserstoffen. Gewonnen wird er bisher unter hohem Einsatz von Energie. Im überwiegenden Fall wird Wasserstoff aus fossilen Energieträgern - etwa durch Reformierung von Erdgas - erzeugt, wie Jürgen Loipersböck vom Kompetenzzentrum BEST, das seinen Firmensitz in Graz hat, im Gespräch mit der APA erklärte.

In den vergangenen Jahren ist die Vergasung von Biomasse wie Holz, Klärschlamm oder anderen organischen Abfällen als alternative Wasserstoff-Produktion interessant geworden: In einer mehrstufigen Wasser-Gas-Shift-Anlage kann Kohlenmonoxid und Wasserdampf zu Kohlendioxid und Wasserstoff umgewandelt werden. Nachteilig ist hier jedoch, dass eine aufwendige Reinigung unter hohem Energieeinsatz notwendig ist, führte Loipersböck aus.

Das europäische Projektkonsortium ROMEO hat seit 2015 ein Reaktorkonzept entwickelt, in dem die Herstellung und Aufarbeitung durch den Einsatz von speziellen Membranen in einem Prozessschritt erledigt wird. Der "2 in 1"-Reaktor wurde mit einem speziellen homogenen Katalysator ausgestattet. Die dadurch ermöglichte Gas-Flüssig-Reaktion erlaube schon bei wesentlich niedrigeren Temperaturen (um die 120 statt bisher bis zu 500 Grad Celsius) eine hohe Umsatzrate. Durch eine spezielle Trennmembran wird das Kohlendioxid kontinuierlich abgetrennt. "Wir haben an der Pilotanlage konkret getestet, was passiert, wenn wir mit Synthesegas aus Biomasse und Holzabfällen arbeiten", erklärte Loipersböck.

Durch die "Reaktor-Optimierung" zeigte sich bei der Testung in der Versuchsanlage eine "drastische" Senkung des Energiebedarfs und der Emissionen, wie in der Mitteilung des Kompetenzzentrums festgehalten wurde. Konkret seien der Energieverbrauch um bis zu 15 Prozent und die Emissionswerte um bis zu 40 Prozent verringert worden, obwohl die Wasserstoffproduktion deutlich höher als erwartet war. Für die industrielle Anwendung seien allerdings noch weitere Entwicklungen notwendig, betonte Loipersböck.

Die Forschungspartner deckten die gesamte Prozesskette für die Umsetzung des Konzepts an allen Schlüsselpositionen ab: Zum Konsortium gehören neben BEST - Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die RWTH Aachen, die Technical University of Denmark, der deutsche Spezialchemiekonzern Evonik (Projektkoordinator), LiqTech International A/S (Dänemark), das European Membrane House (Belgien), die Agencia Estatal Consejo Superior de Investigaciones Cientificas (Spanien) und Linde AG. Die EU förderte das Projekt im Rahmen des Forschungsprogramms Horizon 2020 mit sechs Millionen Euro.

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Ölheizungen müssen raus Herausforderung für Installateure

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Wien, 22. Jan. 2020

Die Österreicher sollen spätestens im Jahr 2035 aus dem Heizen mit Öl ausgestiegen sein. Zur Zeit sind noch rund 600.000 Ölheizungen in Betrieb, zum Großteil schwer veraltet, viele 20 bis 25 Jahre alt. Der Austausch wird eine Herausforderung, auch für die Installationsfirmen. Auch weil man dazu entsprechend viele Fachkräfte brauche.

"Wenn alles passt, ist es zu schaffen", sagt Paul Morolz von der Bundesinnung der Metalltechniker, im speziellen der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker zur APA.

Es geht um veraltete Heizungsanlagen mit "enormem" CO2-Einsparungspotenzial, auch Feinstaubemissionen sollen reduziert werden. Für nicht-fossile Ersatzbrennstoffe ("Grünes Gas", Wärmepumpen, Solaranlagenkombinationen mit Strom- und Wärmespeichern, Brennstoffzellen) sollten Forschungsanstrengungen verstärkt und des weiteren die weitestgehende Nutzung bestehender Infrastruktur berücksichtigt werden, um die Kosten des Umstiegs zu reduzieren, schrieb die Innung am Mittwoch. Die Branche will im Sinne der Privatautonomie auch die freie Wahl des Energieträgers für Verbraucher und Unternehmen, je nach technischen und ökonomischen Möglichkeiten zu einer nachhaltigen Ökologisierung

Es gibt einen Stufenplan zum Ausstieg aus der fossilen Wärmegewinnung: Schon ab heuer dürfen in Österreich keine Ölheizungen mehr in Neubauten installiert werden, ab 2021 sind sie dann auch bei einem Heizungswechsel untersagt. Ab 2025 müssen Ölheizkessel, die älter als 25 Jahre sind, zwingend getauscht werden, spätestens ab 2035 alle Kessel. So steht dies im türkis-grünen Regierungsprogramm.

Analog zum Stufenplan Öl (und Kohle, hier entstanden in den letzten Jahren kaum mehr neue Heizungen) in der Raumwärme will die Regierung auch gesetzliche Grundlagen zum Ersatz von Gasheizsystemen schaffen: Demnach sollen im Neubau ab 2025 keine Gaskessel/Neuanschlüsse mehr zulässig sein.

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Interims-Chefin von Petrol fix bestellt

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Ljubljana, 22. Jan. 2020

Drei Monate nach dem Rücktritt des gesamten Vorstands hat der slowenische Ölkonzern Petrol eine neue Vorstandschefin bekommen. Der Aufsichtsrat bestellte am Dienstag die bisherige interimistische Chefin Nada Drobne Popovic zur Vorstandsvorsitzenden für eine volle Amtszeit, berichteten slowenische Medien.

Drobne Popovic hat nun drei Wochen Zeit, um ihr Führungsteam zusammenzustellen, hieß es aus Petrol. Die frühere Aufsichtsratschefin leitete Petrol seit Ende Oktober 2019, nachdem Vorstandschef Tomaz Berlocnik zusammen mit zwei weiteren Vorständen in Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat zurücktrat. Als Grund wurden "erhebliche Meinungsunterschiede" bezüglich der Konzernstrategie angegeben.

Der Führungswechsel bei dem größten slowenischen Energieunternehmen schlug hohe Wellen in Slowenien. Der Grund für die Unstimmigkeiten zwischen dem Aufsichtsrat und Vorstand, der acht Jahre von Berlocnik geleitet wurde, lag laut Medienberichten in einem zu ehrgeizigen Investitions- und Expansionsplan. Der Aufsichtsrat kritisierte die Pläne als schlecht begründet und riskant wegen möglicher Überschuldung, weswegen man das Vertrauen in die Unternehmensführung verloren habe.

Das Geschehen bei Petrol wird in Medienberichten in Zusammenhang mit dem politischen Ringen um die Kontrolle in einem der größten slowenischen Unternehmen gesehen. Die Wirtschaftszeitung "Finance" verbindet den Vorstandswechsel mit der Einflussnahme der LMS-Partei von Regierungschef Marjan Sarec, was dieser bereits dementierte. Knapp ein Drittelanteil von Petrol steht im direkten und indirekten Eigentum des slowenischen Staates, der damit der größte Eigentümer ist. Die Einflussnahme der aktuellen Regierung wird auch im Hintergrund des Führungswechsels bei der staatlichen slowenischen Telekom Slovenije im Vorjahr vermutet.

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Blackrock investiert 450 Mio. Euro in Klimaschutzprojekte

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Davos, 22. Jan. 2020

Eine Investoren-Gruppe um den US-Vermögensverwalter Blackrock will eine halbe Milliarde Dollar (450 Millionen Euro) für einen privaten Beteiligungsfonds für Klimaschutzprojekte einsammeln. Blackrock leistet eine Anschubhilfe in Höhe von 100 Millionen Dollar für den Fonds, der 2018 von Deutschland und Frankreich sowie privaten gemeinnützigen Stiftungen aufgelegt wurde.

Er soll den Einsatz erneuerbarer Energien und Projekte für mehr Energie-Effizienz finanzieren helfen - unter anderem in Afrika, Südostasien und Lateinamerika. Blackrock drängt Konzerne zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel. Andernfalls würden sich die Anleger zunehmend abwenden, warnte Blackrock-Chef Larry Fink jüngst in einem Brief an Konzernchefs.

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Klimaexperten werfen Berlin Abkehr von Kohlekompromiss vor

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Berlin, 22. Jan. 2020

Nach Ansicht ehemaliger Mitglieder der Kohlekommission missachtet die deutsche Regierung mit dem jüngsten Bund-Länder-Kohlekompromiss das von dem Gremium 2019 vorgelegte Konzept. Durch die Bund-Länder-Einigung vom 15. Jänner seien "Buchstaben und Geist" der ein Jahr zuvor erzielten Kommissionsempfehlungen "grob verletzt" worden, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme.

Die Klimaexperten stören sich vor allem an der Inbetriebnahme des Kraftwerks Datteln IV. Mit Datteln IV stiegen auch bei den Steinkohlekraftwerken die Emissionen, wenn der Kapazitätsabbau bei anderen Kraftwerken nicht deutlich verstärkt werde. Es reiche nicht, "äquivalente Kraftwerkskapazitäten vom Markt zu nehmen, sondern es müssen mindestens die äquivalenten CO2-Mengen eingespart werden", betonen die Klimaexperten.

Die deutsche Regierung hatte eingeräumt, dass die Inbetriebnahme von Datteln IV zusätzliche CO2-Emissionen hervorrufen werde. Sie will dies durch den Abbau anderer Kapazitäten aber voll kompensieren.

Die frühere Kommissionschefin Barbara Praetorius sagte bei der Vorstellung des Papiers, die deutsche Regierung habe den Kohlekompromiss "an entscheidenden Stellen aufgekündigt". Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Kai Niebert, sagte, schon das in der Kommission 2019 ausgehandelte Konzept habe in der Umweltbewegung "blankes Entsetzen" ausgelöst.

Mit dem nun vorgelegten Plan von Regierung und Kohleländern seien alle Bemühungen "vom Tisch", das Thema gesellschaftlich zu befrieden, mahnte Niebert. Er fühle sich von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den beteiligten Ministerpräsidenten "schlichtweg betrogen". Mitgetragen wird die Stellungnahme auch vom Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund), Greenpeace und dem Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber.

In der Stellungnahme werden zudem die wegen des Braunkohletagebaus geplante "unnötige und unwiederbringliche Zerstörung von Dörfern" und die Fortsetzung des Abbaus um den Hambacher Forst herum kritisiert. Zudem enthalte die gerade erzielte Kohlevereinbarung nicht die für den Ausbau der Erneuerbaren Energien nötigen Festlegungen.

Der Bund und die Länder mit Braunkohleförderung hatten sich am 15. Jänner auf einen Fahrplan für die Abschaltung von Kraftwerken geeinigt. Der erste Kraftwerksblock soll Ende 2020 vom Netz, große Anlagen aber erst im kommenden Jahrzehnt. Die vor knapp einem Jahr erzielte Einigung der Kohlekommission mit Vertretern aus Politik, Industrie, Wissenschaft und Gewerkschaften sah vor, ab 2022 bis 2030 die Kraftwerkskapazitäten stetig abzubauen und sie spätestens 2038 auslaufen zu lassen. Neue Kraftwerke sollten demnach nicht in Betrieb genommen werden.

Linken-Chefin Katja Kipping schloss sich der Kritik an: "Wenn es um die Profitinteressen der Konzerne geht, werden Absprachen schnell aufgeweicht." Die Inbetriebnahme von Datteln IV sei "eine Bankrotterklärung" der Bundesregierung.

SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch empfahl der Bundesregierung, den Dialog mit den Kritikern zu suchen. Insbesondere die von der Kohlekommission und auch im Klimaschutzgesetz geforderte stetige CO2-Emissionsminderung müsse gewährleistet sein.

Die Gewerkschaften wiesen die Kritik der einstigen Kommissionsmitglieder zurück. Die Stellungnahme sei "überzogen und lässt sich durch Fakten entkräften", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE).

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Uniper will grüner werden - Weniger CO2 trotz Datteln

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Berlin, 22. Jan. 2020

Der von Umweltschützern ins Visier genommene Energiekonzern Uniper will seinen Kohlendioxidausstoß deutlich senken und setzt dabei auch auf sein umstrittenes Kohlekraftwerk Datteln 4. "Für uns ist Datteln ein Teil unser Strategie, um unsere Erzeugung zu dekarbonisieren", sagte Vorstandschef Andreas Schierenbeck in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Der Konzern habe seinen Kohlendioxid-Ausstoß seit 2005 um über 60 Prozent gesenkt. "Wir wollen ihn jetzt nochmal signifikant, um bis zu 40 Prozent, senken."

Die frühere E.ON-Kraftwerkstochter will nach jahrelanger Verzögerung das Kohlekraftwerk Datteln 4 in NRW im Sommer kommerziell in Betrieb nehmen. Umweltschützer laufen dagegen Sturm, da Deutschland gerade den Ausstieg aus der Kohle bis spätestens 2038 auf den Weg gebracht hat. Nach den erfolgreichen Protesten gegen die von RWE geplante Rodung des Hambacher Forstes könnte Datteln zum neuen Symbol der Klimaschützer werden.

Uniper-Chef Schierenbeck betonte in dem Reuters-Interview, dass sein Konzern ältere Kraftwerke stilllegen werde. "Wir werden im Gegenzug zu Datteln 4 ältere Kohlekraftwerke vom Netz nehmen. Ziel ist, dass insgesamt hinterher der Kohlendioxid-Ausstoß deutlich geringer ist." Uniper hatte 2018 konzernweit 59,5 Millionen Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids in die Luft geblasen. Der größte deutsche Stromerzeuger RWE kam auf 118 Millionen Tonnen.

Auch betriebswirtschaftlich spielt das Kraftwerk für den Konzern eine große Rolle. "Wir gehen davon aus, dass Datteln 4 einen jährlichen operativen Ergebnisbeitrag in niedriger dreistelliger Millionenhöhe leisten wird", sagt Schierenbeck, der das Unternehmen seit Sommer vergangenen Jahres führt. Ebenso hat er die Mitarbeiter im Blick, die wie die Kollegen von RWE durch den Richtungswechsel der Politik verunsichert sind. In Deutschland arbeiten insgesamt 850 direkt für Uniper in Kohlekraftwerken. In Datteln 4 sind etwa 100 Mitarbeiter beschäftigt. Bei Uniper soll statt Kohle künftig Erdgas in den Kraftwerken eine größere Rolle spielen. Der Brennstoff ist ohnehin durch das Handelsgeschäft eine wichtige Säule für den im MDax gelisteten Versorger mit Sitz in Düsseldorf. "Wir wollen, wo es sinnvoll ist, auf Gas umstellen." Aber auch hier müssten die Rahmenbedingungen klar sein. "Wir brauchen Investitionssicherheit. Datteln 4 war geplant für eine Betriebsdauer von 40 Jahren. Nun wird es höchstens 18 Jahre laufen." (

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Cleen Energy lieferte Jahresberichte 2017/18 nach

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Wien/St. Margarethen, 22. Jan. 2020

Der börsennotierte burgenländische Beleuchtungsspezialist Cleen Energy AG hat am Dienstag seine überfälligen Jahresberichte für 2017 und 2018 nachgereicht. Das Unternehmen hatte die Zahlen nach einer FMA-Prüfung korrigieren müssen. Laut Finanzmarktaufsicht (FMA) war der Firmenwert in den Abschlüssen falsch dargestellt worden. Der Halbjahresbericht 2019 soll am 24. Jänner kommen.

2018 hatte das Unternehmen laut Jahresbericht 2,9 (2017: 2,6) Mio. Euro Umsatzerlöse erzielt. Das Betriebsergebnis war mit 1,6 (1,1) Mio. Euro negativ, das Ergebnis vor Steuern mit 1,7 (1,2) Mio. Euro im Minus. Nach Steuern blieb ein Verlust von 1,7 (1,3) Mio. Euro, ebenso hoch war der Jahresfehlbetrag. Diese Zahlen decken sich mit den schon länger bekannten vorläufigen. Samt Verlustvortrag betrug der Bilanzverlust 3,4 (1,7) Mio. Euro.

"Auch das Geschäftsjahr 2019 wird negativ abschließen", erklärt das Unternehmen in dem Bericht und verweist darauf, dass die Eigenkapitalquote auf rund 18,3 Prozent der Bilanzsumme gesunken sei. Der negative Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit sei teils durch die Ausdehnung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten finanziert. Der Fortbestand der Gesellschaft sei nur bei ausreichender Finanzierung gesichert, dazu zähle auch eine Absicherung der neuen Projektfinanzierungen und nachhaltiges Greifen der neuen Geschäftsmodelle. "Es besteht daher das Risiko, dass die Gesellschaft in der Zukunft nicht in der Lage ist, ihren Verpflichtungen im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit nachzukommen", wird ausdrücklich gewarnt. Diese Aussagen seien wegen gesetzlichen Vorgaben nötig und ließen keinen Rückschluss auf eine Wahrscheinlichkeit des Risikos zu, erklärt Cleen Energy: "Davon abgesehen beziehen sie sich auf sehr weit zurückliegende Bilanzzeiträume, und die positive Geschäftsentwicklung im Jahr 2019 wird noch diese Woche im Rahmen des 1. HJ Finanzberichtes dargestellt."

Das Unternehmen erklärte am Dienstag in einer Aussendung, im Dezember 2019 sei eine vollständig gezeichnete, 10-jährige nachrangige Wandelschuldverschreibung über 1,4 Mio. Euro begeben worden. Vom Zeichnungsbetrag seien schon 1,05 Mio. Euro auf das Konto der Cleen Energy AG eingezahlt worden. Der Halbjahresbericht 2019 werde auch eine Information über die geschäftliche Entwicklung im zweiten Halbjahr 2019 enthalten, so der Vorstand.

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer lag 2018 bei 16, nach 12 im Jahr davor.

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Beschäftigte in der Mineralölindustrie bekommen 2,6 % mehr

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Wien, 22. Jan. 2020

Für die rund 4.100 Beschäftigten in der Mineralölindustrie steigen kollektivvertraglicher Lohn und Gehalt um 2,6 Prozent, selbiges gilt auch für die Lehrlingsentschädigung. Der Mindestlohn liegt damit bei 2.054 Euro brutto. Damit liegt der Abschluss deutlich über der Inflationsrate von zuletzt 1,7 Prozent.

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Wichtige Wendepunkte für einen ausreichenden Klimaschutz

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Potsdam, 21. Jan. 2020

Um bis 2050 weltweit die Treibhausgasemissionen auf Null zu reduzieren, sind tiefgreifende Änderungen in den Gesellschaften nötig. Ein internationales Forscherteam mit österreichischer Beteiligung hat nun im Fachjournal "Pnas" sechs Bereiche wie Energie, Finanzwelt und Bildung als "gesellschaftliche Kippmechanismen" aufgezeigt, die Auslöser für die notwendigen Veränderungen sein könnten.

"Unsere Gesellschaft ist derzeit in einem nicht-nachhaltigen Zustand gefangen, in dem wir sehr stark von der Verbrennung fossiler Energieträger abhängig sind. Machen wir weiter so wie bisher, wird es ziemlich ungemütlich", erklärte Studien-Koautorin Franziska Allerberger von der Universität Innsbruck. Da inzwischen die Zeit davonlaufe, müsse sich ziemlich schnell und drastisch etwas verändern. "Die sechs von uns identifizierten gesellschaftlichen Kippmechanismen können Auslöser für diese erforderlichen raschen, tiefgreifenden Veränderungen sein", so Allerberger.

Die Wissenschafter um den ehemaligen Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Hans Joachim Schellnhuber, haben für die Studie weltweit Wissenschafter befragt und aus deren Vorschlägen die aus ihrer Sicht aussichtreichsten Kandidaten ausgewählt:

ENERGIEERZEUGUNG: Hier müsste der Trend weg von fossilen Brennstoffen gehen. Dabei ist vor allem die Politik gefordert: 2015 waren die Subventionen für Kohle, Erdöl und Erdgas noch mehr als doppelt so hoch wie die Subventionen für erneuerbare Energien. Außerdem empfehlen die Forscher einen Umbau der Energieversorgung von zentralen Kraftwerken hin zu dezentraler Energiegewinnung, etwa durch Solar- und Windkraft.

STÄDTE: Direkte und indirekte Emissionen von Gebäuden summieren sich weltweit zu 20 Prozent des Treibhausgasausstoßes. Die Wissenschafter schlagen große Demonstrationsprojekte vor, in denen auch klimafreundliches Bauen gezeigt werden könnte. So könne ein großes Gebäude, das zu 80 Prozent aus laminiertem Holz errichtet werde, Tausende Tonnen Kohlendioxid (CO2) vermeiden. Auch in der öffentlichen Infrastruktur von Städten besteht den Forschern zufolge ein großes CO2-Einsparpotenzial.

FINANZSYSTEM: Wenn Investoren befürchten müssten, dass sich ihr Engagement bei fossilen Brennstoffen nicht mehr rentiert, könnten sie ihre Gelder aus dieser Branche abziehen. "Simulationen zeigen, dass nur neun Prozent der Investoren das System kippen könnten, was andere Investoren dazu veranlasst, dem zu folgen", schrieben die Forscher. Es gebe bereits Anzeichen für einen Wendepunkt, nämlich Kürzungen bei der finanziellen und versicherungstechnischen Unterstützung von Kohleprojekten.

NORMEN UND WERTE: Die Gewinnung und Nutzung fossiler Brennstoffe ist den Forschern zufolge "wohl unmoralisch". Denn solches Handeln verursache weitestgehend schwerwiegende und unnötige Schäden. "Das Bewusstsein für die globale Erwärmung ist hoch, aber die gesellschaftlichen Normen zur grundlegenden Veränderung des Verhaltens sind es nicht", so Ko-Autor und PIK-Direktor Johan Rockström. Dies gelte es zu ändern. "... längerfristig ist wohl ein neues soziales Gleichgewicht erforderlich, in dem der Klimaschutz als soziale Norm anerkannt wird."

BILDUNGSSYSTEM: "Nachhaltigkeit kann nicht auferlegt werden, sie muss gelernt werden", schrieben die Studienautoren. Deshalb plädieren sie dafür, in deutlich höherem Maße als heute eine umwelt-und klimabewusste Lebensweise in den Schulunterricht einzubeziehen. Qualitativ hochwertige Bildung unterstütze und erweitere Normen und Werte und könne schnell zu Verhaltensänderungen bei Einzelpersonen und ihren Kohorten führen, betonen die Wissenschafter.

VERBRAUCHERINFORMATIONEN: Wichtig für einen gesellschaftlichen Wandel sind nach der Einschätzung der Forscher auch Informationen für die Verbraucher. Unter den analysierten Vorschläge waren auch Angaben über den Ausstoß von Treibhausgasen zur Herstellung eines Produkts auf jeder Packung, ähnlich wie die Nährwertangaben bei Lebensmitteln. "Es sollte den Menschen einfach gemacht werden, einen klimaneutralen Lebensstil zu führen", sagt Rockström.

Allerberger betont, dass man diese Kippmechanismen nicht einzeln betrachten könne. Sie würden sich gegenseitig beeinflussen und könnten sich in ihrer Wirkung verstärken. Damit werde es wahrscheinlicher, rasch aus dem nicht-nachhaltigen Zustand herauszukommen. Entscheidend sei jetzt, dass Wissenschafter aus den unterschiedlichsten Disziplinen gemeinsam mit Politikern, Vertretern von NGOs und der Wirtschaft sowie vor allem auch mit jungen Menschen konkrete Wege erarbeiten, wie eine tiefgreifende gesellschaftliche Veränderung konkret und sozial gerecht gestaltet werden kann. "Letztendlich zählen aber Handlungen und nicht die bloße Beschreibung von Möglichkeiten."

Service: Abstract der Studie: http://go.apa.at/h9qDpaKV

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Moskau steigert trotz Sanktionen Gasabsatz in Europa

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21. Jan. 2020

Fast die Hälfte des Gases in Europa stammt aus Russland – Konkurrenzkampf steigt heuer durch LNG-Lieferungen aus den USA 

Russland hat seine Position auf dem europäischen Gasmarkt weiter gefestigt: Der staatliche Pipelinemonopolist Gazprom konnte vorläufigen Schätzungen zufolge 2019 seinen Absatz innerhalb der EU auf 180 Milliarden Kubikmeter steigern. Das wäre ein Plus um 1,7 Prozent – angesichts des warmen Winters ein gutes Ergebnis. 

Für die Umsatzsteigerung musste Gazprom allerdings einiges tun: So hat der Konzern deutlich mehr Gas über seine elektronische Handelsplattform zu Spottpreisen verkauft. Diese liegen weit unter jenen Tarifen, die Gazprom ansonsten in die meist langjährigen Lieferverträge festgeschrieben hat. Nur so konnte Gazprom die Konkurrenz auf Distanz halten. Das Unternehmen bleibt mit Abstand der wichtigste Energielieferant Europas, auch wenn der Marktanteil von 45 Prozent im Jahr 2018 auf 42,5 Prozent im vergangenen Jahr gesunken ist. 

Nowatek neuer Akteur 

Trotz der leichten Einbußen von Gazprom: Insgesamt hat Russland seinen Marktanteil in Europa sogar ausgebaut. Das Minus von Gazprom wird mit Leichtigkeit von Nowatek ausgeglichen. Der Gaskonzern von Leonid Michelson und dem Putin-Vertrauten Gennadi Timtschenko konnte seinen Absatz in Europa mehr als verdreifachen. 

Nowatek verkauft Flüssiggas, das in den gigantischen Lagerstätten der arktischen Halbinsel Jamal gefördert, verflüssigt und dann mit LNG-Tankern auf der Nordostpassage durch das Nordpolarmeer in alle Welt transportiert wird. Ursprünglich vor allem für den chinesischen Markt gedacht, gingen 2019 wegen der besseren Margen wohl 85 Prozent der Gasmenge nach Europa. Das sind immerhin 20,8 Milliarden Kubikmeter. 

Insgesamt kommen damit rund 200 Milliarden Kubikmeter, also 47,5 Prozent, des importierten Gases in Europa aus Russland. Traditionelle Konkurrenten verloren hingegen massiv an Boden. So ist der Gasimport aus Norwegen um 6,3 Prozent auf 119,2 Milliarden Kubikmeter zurückgegangen. Der Einbruch der Gaslieferungen aus Algerien betrug sogar 25 Prozent. Insgesamt lieferten die Nordafrikaner 32,5 Milliarden Kubikmeter. 

Gestiegen ist hingegen die Menge der LNG-Lieferungen. Zulegen konnte hier Branchenführer Katar mit einem Plus von 48 Prozent auf 29,5 Milliarden Kubikmeter. Größter Gewinner sind jedoch die USA, die ihren Absatz mit neuen Terminals mehr als verfünffachen konnten und nun immerhin schon 17,5 Milliarden Kubikmeter Richtung Europa verschiffen. 

Und die USA sind bereit, den Konkurrenzkampf heuer weiter zu verschärfen. Die politische Führung in Washington hat diesen Willen durch die Sanktionen gegen das Projekt Nordstream 2 bereits unter Beweis gestellt. Damit wird sich die Fertigstellung der Pipeline um schätzungsweise ein Jahr verzögern. Die US-Konzerne wollen diese Lücke nutzen. 

Neue US-Verflüssigungsterminals gehen in Betrieb. Theoretisch kann auch Europa mehr Flüssiggas aufnehmen, die Kapazitäten waren 2019 nur halb ausgelastet. Analysten sagen daher für das laufende Jahr einen sich zuspitzenden Preiskampf zwischen dem vor allem aus Russland stammenden Pipelinegas und Flüssiggas, auf das die USA setzen, voraus. 
 

Der Standard, 21.01.2020, S. 15
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Nach Kelag-Fernwärme-Aus: Giwog verhandelt Alternativen

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21. Jan. 2020

Kein Mieter muss sich, laut Giwog-Vorstand Wolfgang Modera, Sorgen um die Wärmeversorgung machen. 

Nach unserem Bericht zur Kündigung des Fernwärmevertrages in Eisenerz durch die Kelag mit Ende 2021 erreichte uns Montag eine Stellungnahme der Wohnbaugesellschaft Giwog, die mit 900 Wohnungen auch von der Kündigung betroffen ist. „Wir wissen schon länger, dass das passieren wird. Natürlich haben wir bereits Alternativen angedacht“, erklärte Wolfgang Modera, Vorsitzender des Vorstandes, Montagvormittag. Man sei, wie auch die WAG, auf jeden Fall vorbereitet. „Wir verhandeln mit einem Biomassebetreiber in Eisenerz. Für unsere Wohnungen nutzen wir ja teilweise die Leitungen der WAG und so versuchen wir, gemeinsam eine Lösung zu finden. Auf jeden Fall muss sich keiner unserer Mieter Sorgen machen, ab 2022 ohne Wärmeversorgung dazustehen. Das wird nicht geschehen“, so Modera. Er betont auch, dass schon im Vorjahr seitens der Giwog erhoben worden sei, ob es nicht eine eigene Alternativlösung gebe. „Bei einem Leerstand unserer Wohnungen von knapp mehr als 50 Prozent wäre das aber überhaupt nicht wirtschaftlich und auch für unsere Mieter finanziell nicht verträglich“, meinte Modera abschließend.

 

von Johanna Birnbaum 
 

Kleine Zeitung, 21.01.2020, S. 20
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Ein Blackout voller Widersprüche

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21. Jan. 2020

Das Bundesheer hält einen großen Stromausfall in Österreich in naher Zukunft für realistisch, der Stromnetzbetreiber APG weniger. Experte Saurugg wünscht sich eine bessere Krisenkommunikation.

Die Frage ist nicht ob, sondern wann. Geht es nach Generalmajor Johann Frank vom Bundesheer, wird Österreich in den nächsten fünf Jahren einen Blackout erleben. „Zu 100 Prozent“ bezifferte die Landesverteidigung beim sicherheitspolitischen Jahresauftakt am vergangenen Donnerstag die Eintrittswahrscheinlichkeit eines derartigen flächendeckenden, andauernden Stromausfalls in naher Zukunft. 

Anders sieht dies die Austrian Power Grid AG (APG). Der österreichische Übertragungsnetzbetreiber ist dafür zuständig, die Stromversorgung im Land abzusichern. Zumindest aus energiewirtschaftlicher Sicht sei die Wahrscheinlichkeit für einen Blackout „sehr gering“, wie APG-Kommunikationschef Christoph Schuh dem STANDARD sagt, ohne den BH-Bericht zu kennen. Zwar gab es „immer wieder kritische Situationen“, etwa Anfang 2019, als es im europäischen Stromnetz zu einem Frequenzabfall kam. „Aber wie der Arzt am Operationstisch: Wir haben den Patienten bisher immer gerettet“, sagt Schuh und verweist darauf, dass sich der letzte Großstörungsfall in Österreich am 13. April 1976 ereignete. Damals kappten ein Waldbrand und eine Explosion in einem Umspannwerk in Deutschland die Versorgung in weiten Teilen des Landes. Die meisten sonstigen Ausfälle basieren auf Naturkatastrophen, sagt Schuh, wie etwa zuletzt im November beim großen Unwetter in Osttirol und Kärnten. 

Die Herausforderungen im Stromnetz seien jedoch vielfältiger geworden. Das liege auch daran, dass vermehrt auf erneuerbare Energien gesetzt werde. So gebe es immer mehr überregional verteilte Windkraftwerke. Diese seien naturgemäß vom Wetter abhängig. „Viel mehr Ungewissheit“, fasst Schuh zusammen. „Je mehr Player, desto komplexer ist dies für das Strommanagement, desto mehr Risko für Ausfälle besteht.“ Gegen mögliche Cyberangriffe sieht sich die APG gut gewappnet. „Unsere IT-Abteilung ist stark wachsend“, sagt Schuh. Auf Basis des Netzinformationssicherheitsgesetzes sei die APG Teil des Austrian Energy CERT, eines brancheneigenen Computer-Emergency-Response-Teams für die österreichische Energieindustrie. Das eigene System liege gespiegelt vor: Fällt das eine aus, kann digital auf das zweite umgeschaltet werden. Externe Personen haben keinen Zutritt – auch physisch, dafür sorgen rote Zonen. Zudem kooperiere die APG mit Übertragungsnetzen aus anderen Ländern. Bei unerwarteten Kapazitätsengpässen würden Reservekraftwerke einspringen. Außerdem seien die Kraftwerkbetreiber nicht miteinander verbunden. Dass etwa alle gleichzeitig Opfer einer Cyberattacke werden und ausfallen, sei allein schon technisch schwierig. 

„Absehbarer Crash“ 

Herbert Saurugg ist etwas pessimistischer: „Wir fahren absehbar auf den Crash zu“, sagt der Blackout-Experte. Das müsste nicht einmal ein teurer Cyberangriff sein. So hat etwa ein fehlerhafter Datenspeicher die Produktion beim deutschen Sportwagenbauer Porsche lahmgelegt. „Dafür braucht man keine Millionen.“ Was Österreich im Ernstfall jedenfalls brauche, sei eine gute staatliche Reaktion: „Suboptimale Kommunikation verschärft jede Krise“, sagt Saurugg. Dies hätte sich zuletzt etwa beim andauernden Cyberangriff auf das Außenministerium gezeigt. Hier sei die Krisenkommunikation „ein bissl in die Hose gegangen“. Mit der ersten offiziellen Mitteilung wurden unnötige Spekulationen entfacht, ob ein staatlicher Akteur dahinterstecken könnte. „Sie haben eine Info ohne Mehrwert nach außen getragen“, sagt Saurugg. Ein anderes Beispiel: der teilweise Ausfall des A1-Festnetzes im Oktober 2019, als die Notrufe landesweit zeitweise nicht mehr erreichbar waren. Das Vorgehen an diesem Tag wirkte für Saurugg wenig koordiniert. So hatte Wien relativ schnell Ersatzhandynummern bereit, während andere Bundesländer empfahlen, die nächste Einsatzzentrale aufzusuchen. Andere wiederum nannten den internationalen Notruf unter 112 als Alternative. Dabei sei der Festnetzausfall nur ein kleiner Notfall gewesen, sagt Saurugg. Nicht zu vergleichen mit einem echten Blackout. Umso wichtiger sei daher, dass die Informationskette im Notfall vorgegeben sei, so der Fachmann. „Wer muss mit wem reden? Wer entscheidet, wenn’s schnell gehen muss?“ 


In der Krise handle man ja in die Unsicherheit hinein. Diese ungewisse Lage könne Staat und Unternehmen im Ernstfall dazu verlocken, die Öffentlichkeit nur zögernd zu informieren, um sie nicht zu verunsichern. Für Saurugg ein Trugschluss: „Da kann man gar nicht zu früh reagieren“, sagt der Fachmann. Denn selbst wenn alles halb sowild sei, hätte man zumindest das Szenario geübt und könnte evaluieren, wo noch nachzubessern wäre. 

Vorsichtsmaßnahmen 

Unter anderem deshalb wurde im Mai die Krisenübung „Helios“ in Österreich durchgeführt. Damals simulierten 100 Vertreter der Bundesministerien, der Länder, der Einsatzorganisationen sowie von Infrastruktureinrichtungen eine europaweite Strommangellage, die Vorstufe zum Blackout. 
Laut Innenministerium (BMI) gebe es für solche Notfälle eine standardisierte Vorgehensweise. Koordiniert werde diese im SKKM-Ausschuss (staatliches Krisen- und Katastrophenmanagement), in den bei Bedarf Einsatzorganisationen sowie ORF und APA als Leitmedien und kritische Infrastrukturunternehmen miteinbezogen werden. Der Ausschuss sei am Tag des A1-Festnetzausfalls in beobachtender Lage tätig gewesen. „Die Verantwortlichkeit zur Bewältigung des Ereignisses verblieb die gesamte Ereigniszeit beim Infrastrukturbetreiber“, so das BMI. Weil mehrere Akteure, etwa A1 und Einsatzorganisationen, betroffen waren, half der SKKM-Ausschuss jedoch beim Koordinieren. 
 

von Andreas Gstaltmeyr 


 

Der Standard, 21.01.2020, S. 20
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Nord Stream 2 ruft Netzagentur an

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Bonn, 21. Jan. 2020

Der russische Energiekonzern Gazprom will mit einem Antrag bei der Bundesnetzagentur eine Hürde für die umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2 aus dem Weg räumen. Die Nord Stream 2 AG habe beantragt, von Regelungen zur Entflechtung bei Energieleitungen freigestellt zu werden, sagte ein Behördensprecher am Freitag. 

Eine im April verabschiedete Änderung der EU-Gasrichtlinie sieht vor, dass EU-Energieregeln auch für Pipelines gelten, die aus Drittstaaten in die Europäische Union führen. Demnach dürfen die Produktion von Erdgas und der Betrieb der Leitung nicht in einer Hand liegen - anders als bisher bei Nord Stream 2 vorgesehen. Das deutsche Energiewirtschaftsgesetz ermöglicht, dass Betreiber von Gasverbindungen mit einem Drittstaat, die vor dem 23. Mai 2019 fertiggestellt wurden, von den Auflagen freigestellt werden können. Über den Antrag müsse die Bundesnetzagentur bis zum 24. Mai entscheiden, sagte der Sprecher. 
US-Sanktionen könnten die Fertigstellung der umstrittenen Pipeline bis 2021 verzögern. 
 

Börsen Zeitung, 18.01.2020
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Thunberg kritisiert bei WEF bisherige Klimaschutzbemühungen

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Davos, 21. Jan. 2020

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat ihren ersten Auftritt im Rahmen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos absolviert. Thunberg kritisierte dabei die völlig unzureichenden Maßnahmen für den Klimaschutz.

Zwar sei viel passiert, seit sie vor eineinhalb Jahren ihren Streik zum Schutz des Klimas begonnen habe, doch sei dies kein Grund zu überschwänglicher Freude, betonte die 17-Jährige. Auf politischer Ebene sei de facto nichts getan worden, um den Klimaschutz zu stärken. Dies müsse sich nun ändern.

Thunberg forderte, dass der Wissenschaft mehr Beachtung geschenkt werden müsse."Wir müssen die Krise behandeln als das, was es ist: Eine Krise", sagte die Schwedin. "Es muss viel mehr passieren, dies ist erst der Anfang. Persönlich könne sie sich über Aufmerksamkeit nicht beklagen. "Aber die Wissenschaft und die Stimmen der jungen Generation stehen nicht im Zentrum der Debatte. Doch das müssen sie."

Beim Weltwirtschaftsforum (WEF) im Skiort Davos geht es in diesem Jahr auch um den Klimawandel und einen nachhaltigen Kapitalismus. Zu dem Treffen werden rund 2.800 Teilnehmer und 53 Staats- und Regierungschefs erwartet. Die Auftaktrede hält US-Präsident Donald Trump.

Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan forderte die Konzernchefs in Davos auf, in Klimafragen nicht vor Trump einzuknicken. Sie hoffe, dass die Manager "dieses Mal ein wenig tiefer in ihre Seele gucken und überlegen, was sie dort sagen", sagte Morgan der dpa. "Die Konzernchefinnen und -chefs dort haben die Verantwortung, Klartext mit ihm zu reden." Sie müssten in eine aktive Rolle schlüpfen, "damit Menschen wie Trump verstehen, dass sie isoliert sind".

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Türkei nimmt Einladung zur Öl-Suche vor somalischer Küste an

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Ankara, 21. Jan. 2020

Die Türkei ist Präsident Recep Tayyip Erdogan zufolge von Somalia eingeladen worden, nach Erdöl-Lagerstätten vor der Küste zu suchen. "Es gibt ein Angebot aus Somalia", sagte Erdogan während des Rückflugs von der Libyen-Konferenz in Berlin dem Sender NTV zufolge.

"Sie sagen uns: 'Es gibt Öl in unseren Gewässern.'" Die Türkei könne dort vorgehen wie sie es bereits in Libyen tue. "Das ist sehr wichtig für uns", sagte Erdogan zu dem Angebot. Daher würden entsprechende Schritte eingeleitet, erklärte er, ohne Einzelheiten zu nennen.

Die Türkei hat seit der Hungersnot 2011 in Somalia dem Land umfangreiche Hilfe zukommen lassen. Türkische Ingenieure helfen bei dem Bau von Straßen in dem afrikanischen Land und türkische Soldaten haben den Aufbau des Militärs unterstützt. Die Regierung in Ankara versucht ihren Einfluss am Horn von Afrika auszuweiten, auch um Rivalen wie Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu begegnen.

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Trump geht bei WEF auf Konfrontationskurs zu Klimaaktivisten

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Davos, 21. Jan. 2020

Zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos ist US-Präsident Donald Trump auf Konfrontationskurs zur Klimaaktivistin Greta Thunberg gegangen. "Wir müssen die ewigen Propheten des Untergangs und ihre Vorhersagen der Apokalypse zurückweisen", sagte Trump am Dienstag vor Spitzenvertretern aus Politik und Wirtschaft. Thunberg hatte der Welt kurz zuvor Versagen beim Klimaschutz bescheinigt.

Bei dem hochrangig besetzten Treffen in Davos prallten die unterschiedlichen Ansichten Trumps und Thunbergs auch ohne einen gemeinsamen Auftritt direkt aufeinander: Im Kampf gegen den Klimawandel sei bisher "nichts getan" worden, sagte Thunberg wenige Stunden vor der mit Spannung erwarteten Rede des US-Präsidenten. Der Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid sei noch nicht verringert worden. Es seien deshalb "viel mehr" Anstrengungen nötig.

"Unser Haus brennt noch immer. Eure Untätigkeit heizt die Flammen stündlich an", sagte Thunberg. "Wir sagen euch immer noch, dass ihr in Panik geraten und so handeln sollt, als ob ihr eure Kinder über alles liebt." Die Schwedin hatte auf dem WEF vor einem Jahr eine ihrer ersten international beachteten Reden gehalten. "Ich will, dass ihr in Panik geratet. Ich will, dass ihr handelt, als würde euer Haus brennen, denn das tut es", hatte die junge Schwedin damals gesagt, um so auf die Dringlichkeit der Klimakrise hinzuweisen.

Der Klimaschutz sei durch die Proteste junger Menschen im vergangenen Jahr zu einem wichtigen Thema geworden, noch gebe es jedoch keinen Fortschritt, so Thunberg. Sie saß später auch im Publikum, als Trump zunächst ausführlich die Errungenschaften seiner Präsidentschaft würdigte und letztlich zu einem Angriff auf Klimaschützer ausholte. Die "ewigen Propheten des Untergangs" wollten sehen, "dass es uns schlecht geht", betonte der US-Präsident.

Aber schon in der Vergangenheit hätten "Alarmisten" falsch gelegen, ergänzte er und verwies auf ihre Vorhersagen zur Bevölkerungskrise, Hungersnöten und das Ende des Öls. Trump bezeichnete diejenigen, die vor Erderwärmung und anderen Umweltkatastrophen warnten, als "Erben der dummen Wahrsager von gestern".

Für Thunberg warb WEF-Gründer Klaus Schwab. Sie müsse gehört werden. "Wir müssen gemeinsam nach Lösungen suchen." Es gehe nicht um Polarisierung, sondern um einen Austausch, mahnte er in seiner Eröffnungsrede - noch vor der Rede Trumps. Die Teilnehmer in Davos rief er zu gemeinsamen Anstrengungen auf. Jeder könne dazu beitragen, eine bessere Welt zu bilden. "Wir können nicht nur eine bessere Welt schaffen, wir müssen." Das 50. Jahrestreffen des WEF solle Ergebnisse liefern. "Dies ist ein Arbeitstreffen, keine Quasselbude", so Schwab.

Beim Weltwirtschaftsforum im Skiort Davos geht es in diesem Jahr auch um den Klimawandel und einen nachhaltigen Kapitalismus. Die Tagung steht in diesem Jahr unter dem offiziellen Motto "Stakeholder für eine solidarische und nachhaltige Welt". Zu dem Treffen werden bis Freitag knapp 3.000 Teilnehmer und 53 Staats- und Regierungschefs erwartet, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist am Donnerstag und Freitag in der Schweiz.

Nachdem im vergangenen Jahr die vielen mit Privatjets anreisenden Teilnehmer für Kritik gesorgt hatten, wollen die Organisatoren in diesem Jahr den Umweltaspekt höher hängen. Die Gemeinde Davos baute einen neuen Bahnhof, damit die WEF-Gäste per Shuttlezug zum Kongresszentrum gelangen können. Erstmals sollen darüber hinaus für das Kongresszentrum Solarenergie und Geothermie zum Einsatz kommen. Wegwerfprodukte wurden aus dem Kongresszentrum verbannt, an den Buffets sind zudem mehr vegetarische Speisen zu finden.

Zu Beginn des Elite-Treffens kritisierte Greenpeace einige der weltweit größten Finanzinstitutionen für ihre Billionen-Investitionen in fossile Brennstoffe. Banken, Versicherer und Pensionsfonds hätten seit dem Pariser Klimaabkommen im Jahr 2015 die Industrie für fossile Brennstoffe mit knapp 1,3 Billionen Euro finanziert, erklärte die Umweltschutzorganisation. Greenpeace analysierte die Investitionen von 24 in Davos vertretenen Banken.

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Altmaier hält Braunkohle-Ausstieg schon 2035 für möglich

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Berlin, 21. Jan. 2020

Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier hält eine Abschaltung des letzten Braunkohlekraftwerks in Deutschland bereits 2035 für möglich. Man könne schon vor dem Jahr 2038 aussteigen, wenn die Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit des Stroms gesichert sei, sagte er bei einer Energietagung in Berlin. "Wobei ich überzeugt bin, dass beide Ziele zu erreichen sind."

Darüber solle 2026 entschieden werden. Die Kohlekommission der Regierung hatte auch empfohlen, einen kompletten Kohle-Ausstieg - also inklusive der Steinkohle - bis 2035 zu prüfen. Dies soll dann Anfang der 2030er Jahre entschieden werden.

Altmaier sagte, Gaskraftwerke müssten für die Übergangszeit eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung spielen. Diese könnten dort entstehen, wo jetzt Kohlemeiler stehen. Gaskraftwerke stoßen nur etwa die Hälfte des CO2 aus, das Kohlemeiler produzieren. Die deutsche Bundesregierung will zudem die Umrüstung von alten Kohlekraftwerken auf Gas finanziell fördern. Die Gas-Anlagen könnten später auf sogenannten grünen Wasserstoff umgestellt werden. Dabei wird das Gas mit Hilfe von Wind- oder Solarstrom erzeugt. "Wir werden es ohne grünen Wasserstoff auf Dauer nicht schaffen", sagte der CDU-Politiker mit Blick auf die Klimaziele.

Die Bundesregierung will in den nächsten Wochen eine Strategie vorstellen, wie solcher Wasserstoff im industriellen Maßstab erzeugt werden kann, der auch in der Industrie oder im Flugverkehr zum Einsatz kommen könnte. Derzeit ist die Produktion noch unwirtschaftlich. Langfristig muss laut Altmaier der Bedarf von Wasserstoff in Deutschland aber aus besonders wind- und sonnenreichen Ländern gedeckt werden. Ohne Importe werde es nicht gehen.

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Experten: Politik soll Kerosin-Alternativen vorantreiben

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Wien, 21. Jan. 2020

Die Luftfahrtbranche und Experten fordern die Politik dazu auf, die Entwicklung und Produktion von Alternativen zum klassischen Flugbenzin voranzutreiben. Angesichts der Klimaziele wäre synthetisches Kerosin dringend nötig, doch könnten dies die Airlines nicht allein stemmen. Beimengungs-Quoten könnten das Thema in Fahrt bringen, hieß es bei einer Veranstaltung des heimischen Luftfahrtverbandes.

Preislich könne synthetisch hergestelltes Kerosin mit klassischem Flugbenzin fast schon mithalten, sagte der Präsident des Luftfahrtverbandes, Peter Malanik, der von 2008 bis 2012 auch im Vorstand der Austrian Airlines (AUA) gesessen ist. Nach dem "HEFA"-Verfahren produzierter Flugtreibstoff koste pro Tonne mit 1.500 Euro nur noch gut das Doppelte wie herkömmliches Kerosin. Dieses kommt, wie Mark Misselhorn, Geschäftsführer der deutschen Caphenia, erläuterte, auf nicht mehr als 600 bis 700 Euro/t. Sein Unternehmen auf ist die Verarbeitung von Abfallstoffen im Hausmüll - etwa Altspeiseöle - zu Kerosin spezialisiert. Je nach Verfahren und Energiebedarf zur Verarbeitung (etwa Strom für die Wasserstoff-Elektrolyse) könne man vereinzelt aber doch auch bei über 3.000 Euro pro Tonne landen. "Das ist also noch ein sehr weiter Weg, dafür bräuchte man politische Signale".

Gestartet werden könnte etwa mit einer gesetzlich vorgegebenen Beimischungs-Quote von zwei, drei Prozent, so Misselhorn - für mehr seien derzeit die Erzeugungskapazitäten gar nicht da. Als Vorbild könne man sich skandinavische Länder wie Schweden nehmen, die mit Blick auf die Klimaziele der Luftfahrtbranche gewisse Quoten vorschreiben. Die in Österreich laut Regierungsprogramm geplante Änderung der Luftverkehrsabgabe auf einheitlich 12 Euro pro Flug würde, weil synthetisches Kerosin ja teurer ist als herkömmliches, einer 5- bis 8-prozentigen Beimengung entsprechen. Sicherheitstechnisch könne heute ohnedies nur bis maximal 50 Prozent beigemischt werden, so Misselhorn.

Die Zeit für Entscheidungen zugunsten von Kerosin-Alternativen dränge, es müsste eigentlich "sofort" gestartet werden, sagte der Experte. Weil die Länge der chemisch-technischen Prozesse immens sei, dauere die Entwicklung bis zu einer großindustriellen Produktion mindestens zehn Jahre. Ohne erkennbare Geschäftsmodelle wolle aber niemand eine Planung für Kapazität vornehmen, weil die Kosten recht hoch seien. Diese ließen sich aber durch optimierte Großeinheiten senken. Eine CO2-Steuer von 10 oder 15 Euro pro Tonne reiche nicht aus, um hier etwas zu entwickeln, betonte Misselhorn.

Weltweit seien bisher zwar bereits rund 150.000 Flüge mit beigemischten alternativen Kraftstoffen durchgeführt worden, doch seien 2018 weltweit gerade einmal 15 Mio. Liter "Sustainable Aviation Fuels" (SAFs) hergestellt worden - das entspreche weniger als 0,1 Prozent des gesamten globalen Flugkraftstoffbedarfs, sei also eine "völlig irrelevante" Menge. Die Airlines seien zum Tests von Biokraftstoffen bereit, starker Wettbewerb mache aber Alleingänge schwierig.

Den gesamten weltweiten Bedarf an synthetischem Kerosin bezifferte Misselhorn mit 300 Mio. t im Jahr. Eine regelmäßige Versorgung mit SAFs gebe es lediglich an fünf Airports regelmäßig (Bergen, Brisbane, Los Angeles, Oslo und Stockholm), die meisten Flughäfen hätten dafür gar keine geeigneten Betankungssysteme.

Österreich könnte seien Bedarf an Alternativ-Kerosin vollständig erzeugen, ist der Caphenia-Geschäftsführer überzeugt. Es bestehe angesichts der Biomethan-Reserven (aus Stroh, Lebensmittelindustrie-Abfällen, organisiertem Restmüll, Klärschlamm sowie Biotonnenmaterial und Hausgartenkompostierung) ein Potenzial für 1,8 Mio. t CO2-neutraler Kraftstoffe. "Das ist mehr als man braucht, ganz abgesehen von der 50-Prozent-Einschränkung bei der Beimischung", so der Experte. Den aktuellen heimischen Verbrauch bezifferte er mit jährlich 0,9 Mio. t Kerosin.

Zur geplanten Vereinheitlichung der Luftverkehrsabgabe auf 12 Euro pro Flug, womit die bisherige Staffelung wegfiele und Langstreckenflüge begünstigt und kürzere Strecken benachteiligen würde, zeigte sich Airliner Malanik am Montagabend skeptisch. Nachfrageseitig werde sich nicht viel daran ändern, es werde lediglich das Marketing speziell für Billigairlines teurer. Denn 29,90 Euro pro Flug seien genauso wenig kostendeckend wie 19,90 Euro. "Der Preisunterschied wird also keinen Effekt auf das Verhalten der Reisen haben, eventuell werden sich aber Low-Cost-Carrier überlegen, ob sie weitere Flieger in Wien stationieren oder nach Wien fliegen lassen oder nicht vielleicht woanders hin", so Malanik. Positiv auf den CO2-Print der Airlines "in Österreich und anderswo" könnte sich seiner Meinung nach eine Zweckbindung der Luftverkehrsabgabe für Forschung und Innovation zu alternativen Treibstoffen auswirken.

Ziel der Luftfahrtbranche ist bekanntlich, den CO2-Ausstoß bis 2050 (gegenüber 2005) zu halbieren. Alle Flugzeuge zusammen erzeugen laut Angaben der Internationalen Energie-Agentur (IEA) von 2019 weltweit etwa 2,7 Prozent des vom Menschen verursachten CO2-Ausstoßes. Die innereuropäische Luftfahrt produziert 0,52 Prozent des europäischen CO2-Ausstoßes. Allerdings ist laut Studien der Klimaeffekt aufgrund der Flughöhe höher. Vereinfacht gesagt: Emissionen in 10.000 Metern Höhe sind klimaschädlicher als am Boden, laut deutschem Umweltbundesamt ist die Treibhauswirkung des Fliegens im Durchschnitt etwa zwei- bis fünfmal höher als die alleinige Wirkung des ausgestoßenen CO2.

In Europa ist die Luftfahrt - als einziger Verkehrssektor - seit 2012 im Emissionshandel (EU-ETS) inkludiert. Laut Bericht der A4E (Airlines for Europe) dürften die europäischen Airlines 2019 rund 590 Mio. Euro für das ETS gezahlt haben, fast 60 Prozent mehr als 2018. Das größte Emissionssenkungspotenzial (-80 Prozent) wird alternativen Treibstoffen zugesprochen. Durch die Beseitigung nationalstaatlicher Lufträume, die umflogen werden müssen - also durch eine Umsetzung des "Single European Sky" - ließen sich nach Branchenangaben die CO2-Emissionen um etwa 10 Prozent reduzieren.