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Vattenfall kann Kohlekraftwerk in Hamburger Hafen stilllegen

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Hamburg/Stockholm, 02. Mar. 2021

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall kann seine Pläne zur Stilllegung des umstrittenen Kohlekraftwerks Hamburg-Moorburg vorantreiben. Nach Einschätzung der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber sei die Anlage nicht systemrelevant, teilte Vattenfall ntag mit. Damit könne das Kraftwerk heuer bis spätestens 7. Juli abgeschaltet werden. Der Betrieb war bereits im Dezember eingestellt worden. Vattenfall hatte die Anlage seitdem in Reserve gehalten.

Gegen das Steinkohlekraftwerk im Hamburger Hafen waren Umweltschützer jahrelang Sturm gelaufen. Die Anlage mit einer Leistung von 1,6 Gigawatt ist das größte Kraftwerk in Norddeutschland. Vattenfall hat hier rund 2,8 Milliarden Euro investiert. 2015 war das Kraftwerk in Betrieb gegangen.

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Cleen Energy erhöht sein Kapital

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Wien/Haag, 02. Mar. 2021

Der börsenotierte burgenländische Beleuchtungsspezialist Cleen Energy will sein Kapital erhöhen, um ein weiteres Wachstum zu finanzieren.

Junge Aktien im Nominale von 200.000 Euro sollen zu einem Bezugspreise von 4 Euro je Aktie ausgegeben werden. Zunächst dürfen Altaktionäre zwischen 15. und 29. März je 18 Aktien eine junge Aktie aufgreifen. Dabei nicht veräußerte Papiere sollen im Rahmen einer prospektfreien Privatplatzierung an Investoren gehen, teilte das Unternehmen mit.

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Corona bremste CO2-Emissionen 2020 deutlich ein

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Wien/Paris, 02. Mar. 2021

Wegen des von der Coronakrise verursachten Einbruchs der Weltwirtschaft und des damit verbundenen Rückgangs des Energieverbrauchs sind die weltweiten CO2-Emissionen 2020 um fast 2 Milliarden Tonnen gesunken - das war laut Berechnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) der stärkste Rückgang in der Geschichte. Inzwischen steigen die Emissionen aber wieder, und ohne Gegensteuern dürfte es heuer zu einer weiteren Zunahme kommen, warnt die IEA.

Um knapp 6 Prozent oder fast zwei Milliarden Tonnen ist der energiebezogene CO2-Ausstoß im Vorjahr insgesamt gesunken, das entspricht etwa den Emissionen der gesamten Europäischen Union. Etwa die Hälfte davon war auf den geringeren Treibstoffverbrauch des Straßenverkehrs und der Luftfahrt zurückzuführen.

Aber schon im Dezember war der Ausstoß um 2 Prozent (60 Mio. Tonnen) höher als im Dezember 2019, weil sich die großen Volkswirtschaften wieder erholt haben. Nach Ansicht der IEA ist das ein Warnsignal. "Wenn die Regierungen nicht schnell die richtigen energiepolitischen Maßnahmen setzen, könnte das die historische Chance gefährden, den Höhepunkt der globalen CO2-Emissionen 2019 bereits überschritten zu haben", sagte IEA-Chef Fatih Birol.

Im März 2020 habe die IEA an die Regierungen appelliert, saubere Energie ins Zentrum ihrer Pläne zur Wirtschaftsbelebung zu stellen, um eine ökologisch nachhaltige Erholung zu gewährleisten. "Aber unsere Zahlen zeigen eine Rückkehr zum Kohlenstoff-intensiven Business as usual", so Birol.

In China nahmen die Emissionen 2020 insgesamt um 0,8 Prozent (75 Mio. Tonnen) zu, nachdem China als erste Volkswirtschaft die Restriktionen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie aufhob und als einzige große Volkswirtschaft im Vorjahr sogar wachsen konnte.

In Indien wurden die Restriktionen nach dem Sommer gelockert und die Emissionen stiegen ab September über das Niveau von 2019. Auch in Brasilien stieg der Treibstoffverbrauch im Straßenverkehr nach dem Tief im April wieder, und später zog auch die Nachfrage nach Erdgas wieder an, wodurch die Emissionen im Schlussquartal 2020 wieder über jenen des Vorjahres lagen.

In der EU und den USA gingen die CO2-Emissionen im Gesamtjahr 2020 um ein Zehntel zurück, im weiteren Jahresverlauf nahmen sie jedoch wieder deutlich zu.

"Wenn sich die derzeitigen Erwartungen für eine globale wirtschaftliche Erholung in diesem Jahr bestätigen - und es bei der Energiepolitik der größten Volkswirtschaften der Welt keine größeren Änderungen gibt - werden die weltweiten Emissionen 2021 wahrscheinlich steigen", sagte Birol. Darum will die Internationale Energieagentur am 18. Mai 2021 einen umfassenden Fahrplan veröffentlichen, der zeigen soll, wie der Energiesektor bis 2050 rechnerisch CO2-neutral werden kann.

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EU stellt deutsche Braunkohleausstieg-Entschädigung auf Prüfstand

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Brüssel/Essen, 02. Mar. 2021

Die EU-Wettbewerbshüter stellen die Milliardenentschädigungen für den Braunkohleausstieg in Deutschland auf den Prüfstand. Wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte, leitete sie eine eingehende Untersuchung zu den geplanten Zahlungen von 4,35 Mrd. Euro an die Kraftwerksbetreiber RWE (2,6 Mrd. Euro) und Leag (1,75 Mrd. Euro) ein. Demnach ist nicht sicher, ob die Gelder "auf das erforderliche Mindestmaß" beschränkt sind und nicht zu Wettbewerbsverzerrungen führen könnten.

Deutschland hatte nach langem Ringen im vergangenen Sommer den Weg für den schrittweisen Ausstieg aus der Kohle bis spätestens 2038 freigemacht. Bis zuletzt weiterlaufen sollen vor allem leistungsstarke Braunkohlekraftwerke. Für Stilllegungen anderer Braunkohleanlagen bis Ende 2029 sollen die Kraftwerksbetreiber RWE und Leag vom Bund entschädigt werden.

Der schrittweise Braunkohle-Ausstieg trage zu dem EU-Ziel einer klimaneutralen Wirtschaft bei, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Zum Schutz von Wettbewerbern müsse die Kommission aber sicherstellen, "dass der Ausgleich, der den Anlagenbetreibern für den vorzeitigen Ausstieg gewährt wird, auf das erforderliche Mindestmaß beschränkt wird". Dies könne nach bisher vorliegenden Informationen nicht "mit Sicherheit" bestätigt werden.

Die Kommission hat nach eigenen Angaben deshalb "Zweifel", ob die Entschädigungen mit den EU-Beihilferegelungen vereinbar seien. Dies betrifft der Behörde zufolge einerseits die Berechnung des Ausgleichs für entgangene Gewinne. Zweiter Punkt sind die Zahlungen für Tagebaufolgekosten. Laut Kommission sind zwar auch hier Entschädigungen denkbar. Brüssel zweifelt aber an den übermittelten Informationen zur Berechnungsgrundlage. Dies gelte insbesondere beim "für Leag zugrunde gelegten kontrafaktischen Szenario".

Im November hatte die Kommission die Stilllegungszahlungen für deutsche Steinkohlekraftwerke genehmigt. Potenzielle Wettbewerbsverzerrungen durch die Zahlungen blieben demnach "auf das erforderliche Minimum beschränkt".

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Pemex schreibt wieder Milliardenverluste

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Mexiko-Stadt, 01. Mar. 2021

Der hoch verschuldete mexikanische Erdölkonzern Pemex hat im vergangenen Jahr einen Verlust von umgerechnet gut 19 Milliarden Euro verzeichnet. Im letzten Quartal 2020 fuhr das Staatsunternehmen allerdings einen Nettogewinn von mehr als 120 Milliarden Peso (rund 5 Milliarden Euro) ein, wie Pemex in einer Mitteilung am Freitag betonte. Es sei dem Konzern die "große Leistung" gelungen, die Kosten der Ölförderung deutlich zu senken.

Zum ersten Mal seit vier Jahren habe man in zwei auf einander folgenden Quartalen Gewinne geschrieben. Die Menge des geförderten Öls sei zudem zum ersten Mal seit 15 Jahren gestiegen - wenn auch nur um täglich 4000 Barrel auf durchschnittlich gut 1,7 Millionen Barrel pro Tag. Vergangenen April hatte Mexiko mit dem Ölkartell OPEC und dessen Partnern eine Kürzung seiner Ölfördermenge um 100.000 Barrel am Tag vereinbart.

Im gesamten Jahr 2020 schrieb Pemex jedoch Verluste, die um 38 Prozent höher waren als im Jahr zuvor, wie aus einem Finanzbericht an die mexikanische Börse hervorgeht. Die Verbindlichkeiten belaufen sich demnach auf rund 113 Milliarden US-Dollar (knapp 93 Milliarden Euro).

Pemex ist einer der am stärksten verschuldeten Energiekonzerne der Welt. Die Ratingagenturen Moody's und Fitch stuften ihre Bewertungen vergangenes Jahr herab. Die Rettung des Staatskonzerns gehört zu den Prioritäten des linkspopulistischen Staatspräsidenten Andres Manuel Lopez Obrador.

Aufgrund fehlender Investitionen in moderne Technik fällt die Ölproduktion in dem nordamerikanischen Land seit Jahren stetig. Der frühere Pemex-Chef Emilio Lozoya (2012-2016) ist wegen Korruptionsvorwürfen angeklagt und wurde vergangenen Juli von Spanien nach Mexiko ausgeliefert.

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Schlechte Noten für Frankreich bei Kampf gegen Klimawandel

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Paris, 01. Mar. 2021

Die Anstrengungen der französischen Regierung im Kampf gegen den Klimawandel sind aus Sicht eines Bürgerkonvents bei weitem nicht ausreichend. Die geplanten Maßnahmen schnitten bei einer Abstimmung am Sonntag schlecht ab. "Es ist enttäuschend, was die Berücksichtigung unserer Maßnahmen angeht", sagte Konventmitglied Benoit Baubry dem Sender Franceinfo. Der geplante Gesetzesentwurf sei nicht ehrgeizig genug, um die Emissionen bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren.

Der Bürgerkonvent zum Klima war nach den "Gelbwesten"-Protesten als Antwort von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf Forderungen nach mehr demokratischer Beteiligung entstanden. Zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger erarbeiten dabei Lösungsvorschläge in Klimafragen. Für einen Großteil der im vergangenen Sommer vom Konvent vorgelegten Vorschläge hatte sich Macron offen gezeigt - aber nicht für alle. Frankreichs Regierung hatte Anfang Februar ein Gesetz zum Klimaschutz vorgelegt, das die Vorschläge aufgreifen sollte.

Das Gesetz sieht unter anderem das Verbot bestimmter Kurzstreckenflüge in Frankreich vor, wenn die Fahrtzeit per Zug nicht länger als zweieinhalb Stunden dauert. Er soll außerdem die rechtliche Grundlage für ein Verbot beheizter Außenterrassen etwa in Restaurants, eine bessere Isolierung von Gebäuden oder weitere Beschränkungen für umweltschädliche Autos in Städten regeln. Umweltministerin Barbara Pompili hatte damals von einer Änderung der Kultur mit Blick auf Klimafragen gesprochen.

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Erneuerbaren-Ausbau - Verband sieht Bundesländer gefordert

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Wien, 01. Mar. 2021

Vertreter der Erneuerbaren-Branche sehen bei Klimaschutz und Ökoenergieausbau die Bundesländer stärker gefordert. Ihre Ziele zum Erneuerbaren-Ausbau und Senkung der Treibhausgasemissionen sind in Summe wesentlich niedriger als jene des Bundes, geht aus einer Studie im Auftrag des Erneuerbaren-Dachverbands hervor. "Sowohl die Klimaziele als auch die beschlossenen Maßnahmen der Bundesländer müssen deutlich angepasst werden", so Verbandspräsidentin Martina Prechtl-Grundnig.

Grundpfeiler für den Ökostromausbau sei das Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG), auf das die Branche noch immer warte. Mit dem Gesetz wird die Ökostromförderung neu geregelt. Das EAG bringe aber nichts, wenn nicht auch die Bundesländer auf den Zielpfad ausgerichtet seien, so Prechtl-Grundnig laut Pressemitteilung. Es sei schon jetzt abzusehen, dass sich alle Bundesländer massiv in Bewegung setzen müssten, damit der Energiewende zum Durchbruch verholfen werden könne. "Denn umgesetzt wird auf Landesebene", so die Präsidentin des Verbands Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ).

Die Regierung hat sich das Ziel gesetzt, dass bis 2030 der Stromverbrauch bilanziell übers Jahr gesehen zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gedeckt wird. Dafür müssten 27 Terawattstunden (TWh) zugebaut werden. Die dokumentierten Ziele der Bundesländer ergeben in Summe aber nur ein Plus von 10,7 TWh - eine Differenz von 16,3 TWh, wie aus der Studie "Klima- und Energiestrategien der Bundesländer" hervorgeht, die in den nächsten Wochen veröffentlicht wird.

Am stärksten ist der Unterschied demnach bei Photovoltaik: Die Länderziele müssten in Summe fast verdreifacht werden. Die bundesweite Zielvorgabe für die Sonnenstromerzeugung liege bei 12,4 TWh im Jahr 2030, jene der Bundesländer bei nur 4,2 TWh. Bei Windkraft müssten die Länder in Summe 5 TWh zusätzliches Ziel liefern, um auf die im Jahr 2030 geplante Erzeugung von 17 TWh 2030 zu kommen. Bei der Wasserkraft fehlen bei den Länderzielen etwas mehr als 2 TWh auf die vorgesehene Zielgröße von 46 TWh.

Österreichs föderalistische Struktur bringe es mit sich, dass bundesweite Ziele nur dann einen praktischen Wert haben, wenn sie in kompatiblen Länderzielen abgebildet werden, heißt es in der Studie. Das bedeutet, dass die Summe der Länderziele auch dem gesamtösterreichischen Ziel entsprechen muss.

Die Ziele von Bund und die Summe der Länder weichen nicht nur beim Ökostromausbau voneinander ab, sondern auch beim Erneuerbaren-Anteil am Gesamtenergieverbrauch und der Reduktion von Treibhausgasen. EU-weites Ziel ist derzeit die Steigerung des Erneuerbaren-Anteils am Gesamtenergieverbrauch auf mindestens 32 Prozent, Österreichs Nationaler Klima- und Energieplan (NEKP) sieht eine Anhebung auf 46 bis 50 Prozent vor. Mit den derzeit gesetzten Zielen der Bundesländer würden nur 39 Prozent erreicht, heißt es in der Studie.

Die Treibhausgasemissionen muss Österreich bis 2030 um 36 Prozent (gegenüber 2005) reduzieren. Werde das neue EU-Ziel von mindestens minus 55 Prozent (gegenüber 1990) ähnlich wie das bisherige auf die Mitgliedstaaten umgelegt, müsste Österreich selbst eine Reduktion um 50 bis 55 Prozent schaffen. Davon sei die Summe der Länderziele mit rund minus 30 Prozent weit entfernt.

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Deutsche Stromkosten 2020 mit 37,8 Mrd. Euro auf Rekordhöhe

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Berlin, 01. Mar. 2021

Die Haushalte in Deutschland haben im vergangenen Jahr so viel für ihren Strom bezahlt wie noch nie. Insgesamt waren es nach Berechnungen des Vergleichsportals Check24 rund 37,8 Mrd. Euro, gut 900 Mio. Euro mehr als 2019. Im Vergleich zum Jahr 2016, als der private Verbrauch mit rund 127 Mrd. Kilowattstunden fast gleich hoch gewesen sei wie 2020, hätten sich die Stromkosten in der Summe um drei Milliarden Euro erhöht.

Der durchschnittliche Preis pro Kilowattstunde sei in diesem Zeitraum von 27 Cent auf rund 30 Cent gestiegen, heißt es in der Analyse, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Besonders stark sind in den vergangenen Jahren die im Strompreis enthaltenen Umlagen und Steuern gestiegen. Sie machten nach Zahlen der Bundesnetzagentur 2020 mehr als drei Viertel der Stromrechnungen der Privathaushalte aus. Deutschland hat nach Angaben des EU-Statistikamts Eurostat zusammen mit Dänemark und Belgien die höchsten Strompreise für Haushaltskunden.

Der deutschte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will mit einem Systemwechsel bei der Förderung des Ökostroms Verbraucher und Wirtschaft bei den Strompreisen entlasten. Die Förderung der erneuerbaren Energien aus Anlagen, die ab 2022 in Betrieb genommen werden, könnte demnach über Steuergelder finanziert werden. Mittelfristig hält Altmaier es für nötig, die von den Verbrauchern zu zahlende Umlage komplett abzuschaffen. "Durch die Abschaffung der EEG-Umlage könnte die Bundesregierung deutsche Haushalte um rund 9,7 Milliarden Euro entlasten", sagt Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei Check24.

Bei den Stromkosten könnte es nach dem Höchstwert im Jahr 2020 weiter bergauf gehen. "Bleibt der Stromverbrauch 2021 annähernd konstant, wird dieser Rekord in 2021 nochmals übertroffen werden", vermutet Stromexperte Schmid. An der Strombörse habe die Megawattstunde Strom im Februar nach vorläufigen Zahlen im Durchschnitt knapp 50 Euro gekostet. Im April vergangenen Jahres, als der Großhandelspreis auf den niedrigsten Stand seit 2006 gefallen war, habe die Megawattstunde nur knapp 16 Euro gekostet. Höhere Großhandelspreise schlagen aber meist nicht direkt auf den Preis für die Haushaltskunden durch.

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TU Graz will in nächsten zehn Jahren klimaneutral werden

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Graz, 01. Mar. 2021

Die Technische Universität (TU) Graz möchte ihre Treibhausgasemissionen innerhalb der kommenden zehn Jahre drastisch reduzieren: Bis Ende 2030 sollen die CO2-Emissionen von zuletzt rund 22.000 Tonnen CO2-Äquivalenten gänzlich neutralisiert werden. Das entsprechende Programm wurde nun präsentiert. Unter anderem wird für das Parken fossil betriebener Fahrzeuge künftig ein Klimaschutzbeitrag eingehoben. Dienst- und Flugreisen sollen reduziert werden.

Ausgangspunkt für die ambitionierten Pläne ist die jüngste Treibhausgasbilanz (THG) der TU Graz (2017), die den ökologischen Fußabdruck der Universität von der universitären Infrastruktur bis hin zum Mobilitätsverhalten aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhoben hat. Demnach lagen die Gesamtemissionen der TU Graz bei rund 22.000 Tonnen.

"Die größte Position betrifft den Strom mit knapp unter 8.000 Tonnen, auch die Fernwärme mit rund 4.300 Tonnen ist beachtlich", schilderte Rektor Harald Kainz. Bei den größten Posten folgen die Dienstreisen der rund 3.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit mehr als 5.000 Tonnen, das Pendeln zum Arbeitsplatz schlägt sich mit rund 2.300 Tonnen nieder, wie Kainz weiter ausführte. Der Nachhaltigkeitsbeirat der Universität hat entsprechende emissionsreduzierende Maßnahmen zur Reduktion ausgearbeitet.

"Wir können einen Großteil unserer CO2-Emissionen verhindern und haben gesehen, dass das durchaus mit vertretbaren Kosten umsetzbar ist", hielt Kainz demnach in Anwesenheit von Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Forschungslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) fest. In Zahlen bedeutet das, das die TU Graz bis 2030 auf Basis aktueller Berechnungen rund elf Millionen Euro in das ehrgeizige Ziel investieren möchte.

Im Energiemanagement will die TU Graz etwa auf die Produktion von grüner Energie setzen: So werden Dachflächen am Campus Inffeldgasse im großen Stil mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet und die Beteiligung an externen PV-Anlagen und Windparks geprüft. Zudem werde man schrittweise und ab 2025 ausschließlich Strom aus 100 Prozent zertifizierten erneuerbaren und regionalen Quellen beziehen. Neubauten bekommen Wärmepumpen und Erdwärmespeicher. Die Abwärme-Nutzung etwa von Großrechenanlagen wird optimiert. Insgesamt sollen sich durch die geplanten Maßnahmen die Emissionen um mehr als 12.000 Tonnen CO2-Äquivalente einsparen lassen.

"Viel zu tun" gibt es laut Kainz auch bei der Mobilität: 40 Prozent der Studierenden und Mitarbeiter kommen mit dem Fahrrad zur TU. Dieses und E-Bikes werden weiterhin gefördert, für das Parken fossil betriebener Fahrzeuge wird aber künftig ein Klimaschutzbeitrag eingehoben. Parkberechtigungen werden künftig - außer aus sozialen Gründen - nach strikteren Vorgaben vergeben. Mit den Maßnahmen im Mobilitätsmanagement will die TU Graz Einsparungen von 1.200 Tonnen erzielen.

Die Nutzung von Fernbussen, Bahn und Nachtzügen wird gegenüber Kurz- und Mittelstreckenflügen gefördert. Auf Flugreisen wird ein Klimaschutzbeitrag von 100 Euro (innerhalb Europas) und 200 Euro (international) eingeführt. Ziel ist es, die CO2-Emissionen, die durch Flugreisen von Mitarbeitenden der TU Graz bei Dienstreisen entstehen, um 50 Prozent zu reduzieren und 3.700 Tonnen pro Jahr einzusparen.

Für die verbleibenden rund ich 8.000 Tonnen an nicht vermeidbaren THG-Emissionen sieht die TU Graz Kompensationsmodelle vor. Sie reichen von Anschubfinanzierungen für emissionsmindernde Forschungsprojekte bis hin zu Projekten zur CO2-Bindung aus der Atmosphäre. "Zwei Millionen Euro sollen in Forschungsprojekte gehen, die das Ziel haben den Klimaschutz zu unterstützen und CO2-Emissionen zu verhindern", führte Kainz aus.

"Wir brauchen im Kampf gegen die Klimakrise alle an Bord", betonte Klimaschutzministerin Leonore Gewessler die wichtige Rolle der Universitäten bei der Notwendigkeit, die Klimaziele zu erreichen. Die TU Graz nehme mit ihrer Roadmap "wirklich eine Vorbildfunktion für die Unis in Österreich ein". Auch die steirische Wirtschafts- und Forschungslandesrätin Eibinger-Miedl hob die wichtige Funktion von Forschung und Technologie am Weg zur Klimaneutralität hervor. Mit 14 von 18 österreichischen Umwelttechnik-Kompetenzzentren leiste das Bundesland einen wichtigen Beitrag.

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E-Control-Regulierungskommission bald mit neuen Gesichtern

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Wien, 01. Mar. 2021

Die E-Control-Regulierungskommission, eines der drei Organe der Energie-Control, soll in Kürze, mit einigen neuen Gesichtern, wieder komplett sein. Der dazu vom Klimaschutzministerium von Leonore Gewessler (Grüne) erstellte Vorschlag befindet sich in der finalen regierungsinternen Abstimmung, eine Bestellung durch die Regierung sei "zeitnah", in den nächsten Wochen, geplant, hieß es am Montag zur APA.

Die Funktionsperioden der meisten der zehn Mitglieder der Kommission sind Ende Februar abgelaufen oder laufen im März aus. Einige können nicht mehr erneut bestellt werden, es sind höchstens zwei fünfjährige Perioden möglich.

SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll hatte am Montag kritisiert, dass mit Sonntag sieben von zehn Mandaten in der Regierungskommission der Energie-Control ausgelaufen seien, ohne dass es Ersatz gebe. Die Kommission sei "derzeit also handlungsunfähig", die Regierung müsse unverzüglich nachbesetzen. Zuständig ist das aus fünf Haupt- und fünf Ersatzmitgliedern bestehende Gremium für die Netztarif-Verordnungen, die Genehmigung von Geschäftsbedingungen von Strom- und Gaslieferanten sowie Streitschlichtungen zwischen Netzkunden und Netzbetreibern.

Die Amtszeit von vier Haupt- und drei Ersatzmitgliedern ist mit 28. Februar abgelaufen, diese Funktionen sind seit Montag vakant. Nicht mehr nachbesetzt werden können zum Beispiel die beiden Richter, die jeweils eine Vorsitzenden- und eine Stellvertreter-Funktion bekleiden - sie üben diese Aufgabe bereits seit 2011 aus. Die fünf Hauptmitglieder laufen alle per Ende Februar oder im März aus. Anderseits laufen zwei der fünf Ersatzmitglied-Funktionen erst 2025 aus.

"Die Regulierungskommission wird ihre Tätigkeit rasch in vollständiger Besetzung fortsetzen", erklärte das für Energie zuständige Gewessler-Ministerium am Montag. Auch die planmäßigen Nachbesetzungen im Aufsichtsrat der E-Control würden analog laufen. Auch hier geht es um einen Beschluss der Regierung auf Vorschlag des Klimaschutzministeriums. Schroll hatte am Montag darauf verwiesen, dass die Periode des Aufsichtsrates Mitte März ausläuft.

An der Spitze der E-Control gibt es mit 24. März einen Wechsel, der Ende November fixiert worden ist. Den Vorstand der Behörde bilden dann weiterhin Wolfgang Urbantschitsch sowie neu Alfons Haber, der Andreas Eigenbauer nachfolgt.

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EEX will Ökostromgeschäft ausbauen

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Leipzig/Frankfurt, 01. Mar. 2021

Die Europäische Energiebörse (EEX) will in den kommenden Jahren ihr Wachstum mit dem Ökostromgeschäft und grünen Produkten vorantreiben. "Wir sehen Veränderungen im Kernmarkt Strom", sagte Börsenchef Peter Reitz. "Er wird sich weiter in Richtung Erneuerbare entwickeln und wir wollen zur Integration beitragen."

Die Entwicklung werde auch den Gasmarkt erreichen, wenn Gas klimafreundlicher gefördert werde. Zu den grünen Produkten der European Energy Exchange (EEX) gehören nach seinen Worten auch Herkunftsnachweise, die belegen, wo das Produkt erzeugt wird.

Die in Leipzig ansässige EEX, die zur Deutschen Börse gehört, handelt weltweit mit Strom, Gas, Fracht, CO2 sowie Agrarprodukten und beschäftigt rund 700 Mitarbeiter.

In Sachen Ökostromboom ist Reitz laut Reuters Überzeugungstäter. "Es ist kein Zufall, dass an der EEX nicht Kohle und Öl gehandelt werden." Die grünen Produkte würden für die Dekarboniserung der Wirtschaft wichtiger. Und deshalb böten sich dadurch Zukunftschancen.

Auch verflüssigtes Erdgas (LNG) biete Wachstumschancen, sagte Reitz. Gleiches gelte für CO2-Verschmutzungsrechte und das Thema grüner Wasserstoff aus erneuerbarem Strom. "Der Wasserstoff-Markt wird nicht in einem Big Bang global entstehen, so etwas entsteht Schritt-für-Schritt." Reitz ist seit 2011 Chef der EEX. Die 2002 gegründete Börse erzielte 2019 einen Umsatz von 300 Millionen Euro. Der EEX-Anteil an den Umsätzen der Deutschen Börse Gruppe macht ungefähr zehn Prozent aus. "Wir sind Marktführer und verzehntfachten unser Volumen 2020", sagte Reitz. Die Coronakrise habe die EEX bisher gut überstanden. "Wir haben den Börsenbetrieb in der Pandemie praktisch aus den Wohnzimmern unserer Mitarbeiter aufrechtgehalten. Es gab keine Serviceeinschränkungen oder Ausfälle."

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Illwerke/VKW lenkt im Streit mit Kleinaktionären ein

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Bregenz, 01. Mar. 2021

Der Vorarlberger Energiekonzern Illwerke/VKW AG setzt im Streit mit Kleinaktionären hinsichtlich der Bewertung ihrer Aktien keine weiteren Schritte mehr. Man akzeptiere das vom Sachverständigen-Gremium der Finanzmarktaufsicht beauftragte Gutachten, das den Wert pro Aktie mit 162,64 Euro festlegte. Die VKW AG (VKW) hatte ursprünglich lediglich 96,60 Euro pro Aktie bezahlen wollen. Nun sei das Landesgericht Feldkirch am Zug, hieß es.

Für illwerke/VKW wird sich damit die Abfindung der Kleinaktionäre wohl deutlich verteuern Bei 160.000 Aktien war man von einem Aufwand von etwa 15,4 Mio. Euro ausgegangen. Bei 162,64 Euro pro Aktie würden sich die Kosten auf knapp über 26 Mio. Euro erhöhen. Laut Germann sind alle Kleinaktionäre mit demselben Preis zu entschädigen.

Die VKW hat 2017 per Beschluss der Hauptversammlung ihre Kleinaktionäre ausgeschlossen (Squeeze-out). Das war eine Voraussetzung für die Zusammenführung von Illwerken und VKW, die im Juli 2019 erfolgte. Kleinaktionäre wurden mit 96,60 Euro pro Aktie abgefunden, was rund 200 von ihnen als zu niedrig ansahen. Sie entschieden sich dazu, das Barabfindungsangebot der VKW vom Gericht prüfen lassen. Als Basis für die Höhe der Abfindung habe man sich auf ein externes Gutachten gestützt, das von einem zweiten, vom Gericht bestellten Experten bestätigt worden sei, betonte die VKW.

Im Rahmen eines Außerstreitverfahrens wurde ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben, das den Wert einer VKW-Aktie mit 162,64 Euro bemaß. Das Unternehmen war zunächst nicht bereit, diesen Wert zu akzeptieren. "Für uns ist das Gutachten nicht nachvollziehbar", sagte etwa Vorstand Christof Germann im Oktober 2019 gegenüber den "Vorarlberger Nachrichten". Nun aber lenkte die VKW ein.

"Für die Unternehmensbewertung der VKW ist die Entwicklung der zukünftigen Strompreise wesentlich", begründete die VKW ihren Haltungswechsel. Der Energiemarkt habe sich seit 2017 tatsächlich verändert, die Strompreise seien im Großhandel deutlich gestiegen. Zum Zeitpunkt der Unternehmensbewertung seien diese regulatorischen Maßnahmen noch nicht absehbar gewesen. "Der Aufsichtsrat und der Vorstand als Organe der illwerke vkw haben sich intensiv mit dieser Frage auseinandergesetzt und wollen der Preisentwicklung im Großhandel Rechnung tragen", so das Unternehmen. Im Sinne einer fairen Behandlung der Kleinaktionäre habe man den Entschluss gefasst, die Einschätzung des Gremiums zu akzeptieren und keine weiteren Schritte zu setzen. Nun müsse das Landesgericht Feldkirch durch einen Beschluss die Höhe der Barabfindung abschließend feststellen.

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Banken stecken nach wie vor viel Geld in Kohle

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Wien, 26. Feb. 2021

Trotz internationaler Bemühungen zum Klimaschutz wie dem Pariser Klimaschutzabkommen und dem Green Deal der EU wird die Kohleindustrie weiterhin von Banken weltweit mit viel Geld unterstützt. Seit 2016 wurde die Branche laut einer Analyse mehrerer NGOs jährlich mit rund einer halben Billion US-Dollar in Form von Krediten und Investment-Banking-Geschäften von Banken finanziert. Auch in Österreich ist Kohlefinanzierung noch nicht zum Tabu geworden.

"Die Ergebnisse unserer Finanzrecherche sind erschreckend. Die Pariser Klimaziele erfordern einen schnellen Ausstieg aus der Kohle, aber sehr viele Banken und Investoren marschieren immer noch in die entgegengesetzte Richtung," kritisierte die urgewald-Aktivistin Katrin Ganswindt laut einer Aussendung vom Donnerstag.

Gemeinsam mit einigen anderen NGOs hat urgewald die Finanzflüsse von 935 Unternehmen, die im Kohlesektor tätig sind, unter die Lupe genommen. Weltweit haben laut den Daten 665 Banken diese Firmen mit Finanzierungen unterstützt. Insgesamt wurden 4.488 institutionelle Investoren identifiziert (inklusive Versicherungen, Pensionsfonds, Hedgefonds etc.), die alleine im Jänner rund eine Billion US-Dollar in die Kohleindustrie gesteckt hätten. Die Analyse stützt sich auf die Kohlefirmendatenbank "Global Coal Exit List" (www.coalexit.org).

International ganz vorne dabei sind US-Investoren, insbesondere die beiden Investment-Riesen Vanguard und Blackrock bestimmen das Feld hier, heißt es am Donnerstag in einer Aussendung von urgewald. Vanguard ist laut den Berechnungen mit rund 86 Mrd. Dollar (70,8 Mrd. Euro) in der Kohleindustrie investiert, bei Blackrock sind es 84 Mrd. Dollar. Hohe Summen an Geld würden aber auch von japanischen Banken wie Mizuho (22 Mrd. Dollar) oder Sumitomo Mitsui Banking (21 Mrd. Dollar) in die Branche fließen.

Auch österreichische Banken sind unter den Geldgebern für Kohleunternehmen zu finden, konkret die Erste Group und die Raiffeisen Bank International (RBI). Wie aus einer Auswertung von urgewald gemeinsam mit Fridays for Future (FFF) für Österreich hervorgeht, haben die beiden Banken gemeinsam im Zeitraum von Oktober 2016 bis Oktober 2020 insgesamt rund 4,4 Mrd. Dollar für in Kohle investierte Unternehmen zur Verfügung gestellt.

Auf der Empfängerliste befinden sich zu einem Gutteil osteuropäische Kohlekonzerne, aber auch das Bergbauunternehmen Glencore scheint auf, das bereits seit vielen Jahren von Umweltorganisationen für seine klimaschädliche Kohleförderung, aber auch für seine arbeitsrechtlichen Vorgehensweisen scharf kritisiert wird. Glencore sei nicht nur klimatechnisch, sondern auch menschenrechtlich betrachtet eine Katastrophe, so Nicole Rath von urgewald am Donnerstag im Gespräch mit der APA. Vor allem wegen des Steinkohletagebau "El Cerrejón" in Lateinamerika, an dem der Konzern 33 Prozent hält, gebe es immer wieder Kritik wegen drastischen Menschenrechtsverstößen. Laut der Auswertung der NGO habe Glencore bei der RBI im Zeitraum von Jänner 2016 bis Oktober 2020 Kredite in Höhe von 732 Mio. Dollar gehabt, bei der Erste Group waren es 568 Mio. Euro.

Bereits im November hatten die Organisationen die beiden österreichischen Banken für ihre unkonkreten Zeitpläne und Ausschlusskriterien sowie für die schwammig formulierten Kohle-Politiken kritisiert. Im APA-Gespräch erneuerten die Aktivisten heute ihre Kritik und pochten erneut auf einen rascheren Ausstieg aus der Kohlefinanzierung und konkretere Zielsetzungen seitens der Banken.

Auch die heimische Politik sei mit einer mutigeren Gesetzgebung gefragt, um den Kohleausstieg zu beschleunigen, so Adrian Hiss von FFF. Erneut wurde als Positivbeispiel die Bank-Austria-Mutter UniCredit ins Rennen geführt, die bereits klare Ausschlusskriterien und Zeitvorgaben festgelegt habe.

Vonseiten der Erste Group wurde heute erneut betont, man werde die "neue Finanzierungsrichtlinie zum Thema Kohle recht bald verabschieden." Man habe in dem Prozess auch die Zusammenarbeit und Expertise von NGOs wie Fridays for Future sehr geschätzt, so ein Sprecher der Bank. Von der RBI hieß es am Donnerstagnachmittag in einer Stellungnahme an die APA: "Faktum ist, dass unsere neue Kohle-Policy in der Endabstimmung ist und wir sie demnächst auf unserer Homepage veröffentlichen werden." Man bekenne sich klar zum Klimaschutz und sei als erste österreichische Bank den UNEP principles for Responsible Banking beigetreten. Bisher habe FFF noch keine Neuauflage der Kohle-Policies der Banken erhalten, sagte Hiss.

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EVN im ersten Quartal mit mehr Gewinn

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Wien/Maria Enzersdorf, 26. Feb. 2021

Der börsennotierte niederösterreichische Versorger EVN hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 Gewinn und Umsatz gesteigert. Der temperaturbedingte Energiebedarf in den relevanten Märkten Österreich, Bulgarien und Nordmazedonien lag über dem Vorjahreswert, in Österreich auch über dem langjährigen Durchschnitt, wie die EVN am Freitag mitteilte. Die Coronakrise habe nur punktuelle Auswirkungen gehabt. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde heute bestätigt.

Der Konzerngewinn der EVN stieg um 12,7 Prozent auf 93,5 Mio. Euro. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) erhöhte sich um 75,1 Prozent auf 333,8 Mio. Euro, das EBIT um 14,4 Prozent auf 135,9 Mio. Euro. Der Umsatz wuchs um 4,8 Prozent auf 604,1 Mio. Euro. Grund dafür war vor allem das im Sommer 2020 gestartete Abwasserprojekt in Kuwait.

Die Covid-19-Pandemie habe bisher dank des integrierten Geschäftsmodells und der breiten Kundendiversifikation nur punktuelle Auswirkungen auf die Geschäfts- und Ergebnisentwicklung gehabt, so die EVN. Verzögerungen bei Bauvorhaben bzw. Investitionen im Netzbereich seien während des ersten Quartals 2020/21 bereits teilweise wieder aufgeholt worden. Nationale Lockdowns, Reisebeschränkungen und Beeinträchtigungen internationaler Lieferketten erschwerten aber das internationale Projektgeschäft.

Die Stromerzeugung der EVN sank um 4,3 Prozent auf 1.047 GWh, davon entfielen 543 GWh (Vorjahr: 544 GWh) auf Erneuerbare. Das Windaufkommen war geringer als im Vorjahr, das Wasserdargebot überdurchschnittlich gut. Die Stromerzeugung in den Wärmekraftwerken sank um 8,3 Prozent auf 504 GWh, hauptsächlich wegen des geringeren Einsatzes des deutschen Kraftwerks Walsum 10.

An Investitionen plant die EVN für die nächsten Jahre bis zu 450 Mio. Euro jährlich, davon werden rund drei Viertel auf Niederösterreich entfallen. In Krems wurde im ersten Quartal 2020/21 mit der Errichtung einer Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungsanlage mit einem Investitionsvolumen von 30 Mio. Euro begonnen.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2020/21 erwartet die EVN weiterhin - unter der Annahme durchschnittlicher energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen - ein Konzernergebnis in einer Bandbreite von etwa 200 bis 230 Mio. Euro. Der weitere Verlauf der Coronakrise und daraus folgende gesamtwirtschaftliche Auswirkungen könnten einzelne Geschäftsbereiche und damit die Ergebnisentwicklung des Konzerns in der Zukunft jedoch negativ beeinflussen.

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E-Wirtschaft: Müssen den Infrastrukturausbau beschleunigen

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Wien, 26. Feb. 2021

Für die Energiewende mit immer mehr Erneuerbarem-Strom und die Einbindung der Energiegemeinschaften muss die E-Wirtschaft den Infrastrukturausbau beschleunigen, vor allem im Bereich der Verteilernetze, betonte die Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, Barbara Schmidt. Zur Unterstützung der Versorgungssicherheit seien auch "grüne Gase" nötig. Präsident Michael Strugl sagte, auch künftig werde man thermische Kraftwerke als Netzreserve brauchen.

Die Versorgungssicherheit sei das wichtigste Ziel, sagte der oberste Branchenvertreter. Strom müsse nicht nur sauber und leistbar sein, sondern auch sicher zum Verbraucher kommen. Zum Nulltarif gebe es die Versorgungssicherheit aber nicht, so Strugl bei einer Trendforum-Diskussion von Oesterreichs Energie. In Österreich gebe es im Jahr nur 25 Minuten ungeplante Unterbrechung. Wolle man dieses Niveau halten, müsse man einiges tun.

In dem Ausmaß, in dem immer mehr volatile Windkraft und Photovoltaik integriert werde, müssten die Netze und die übrige Infrastruktur ausgebaut werden - bei den Verteilnetzen und den Übertragungsnetzen, sagte Strugl, der auch Chef des Stromkonzerns Verbund ist. Zudem seien Stromspeicher nötig, um nicht nur auf Importe angewiesen zu sein, wenn es wie zuletzt im Jänner wenig Elektrizität aus Wasserkraft, Sonne oder Wind gebe. Das müsse auch den Planungsverantwortlichen in Österreich bewusst sein.

Österreich habe im Grund ein sehr sicheres System - die Versorgungszuverlässigkeit sei sehr hoch, betonte Gerhard Christiner, der technische Vorstand des Übertragungsnetzbetreibers Austrian Power Grid (APG). Auch bei der Transformation des Energiesystems und dem Weg in die Erneuerbaren müsse darauf geachtet werden, dass die Balance erhalten bleibe. Immer wieder gebe es Situationen, wo der Strommarkt Ergebnisse liefere, die physikalisch nicht darstellbar seien. "Dann greifen wir mit Redispatch präventiv ins Netz ein, damit wir sicher sind", so Christiner. "Das sind de facto immer Notmaßnahmen, damit das System funktioniert."

Selbst wenn die Stromerzeugung aus Erneuerbaren übers Jahr gesehen gut sei - wie etwa im Jahr 2020 -, seien es fehlende Netzkapazitäten, die eine optimale marktwirtschaftliche Verteilung verhinderten. Diese fehlende Infrastruktur führe dazu, dass die APG bereits fast täglich - im Jänner 22 Tage - zu Redispatch-Maßnahmen greifen müsse, hatte die APG am Donnerstag erklärt. Die Verbraucher hätten die notwendigen Maßnahmen im Jahr 2020 monatlich rund 11 Mio. Euro gekostet. Das zeige, wie unerlässlich und dringend die Investitionen in ein modernisiertes und leistungsstarkes Stromnetz für die Versorgungssicherheit des Landes und das Erreichen der Energiewende seien. Die APG will heuer nach eigenen Angaben rund 357 Mio. Euro in die Strominfrastruktur investieren.

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Coronakrise und Aus für Atommeiler brocken Engie Verlust ein

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Paris, 26. Feb. 2021

Der französische Energiekonzern Engie hat die Folgen der Coronakrise im vergangenen Jahr deutlich zu spüren bekommen. Trotz einer Erholung im zweiten Halbjahr konnte der Versorger die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie nicht auffangen und musste deutliche Einbußen hinnehmen. Während der Umsatz um 7 Prozent auf 55,8 Mrd. Euro sank, sackte das bereinigte operative Ergebnis um mehr als ein Fünftel auf 4,6 Milliarden Euro ab, wie Engie am Freitag mitteilte.

Unter dem Strich schlug allerdings die Absage an eine Verlängerung der Laufzeiten für ohnehin umstrittene Kernkraftwerke in Belgien teuer zu Buche. Engie musste deshalb Wertminderungen in Höhe von 2,9 Mrd. Euro vornehmen und verbuchte dadurch einen Jahresverlust von 1,5 Mrd. Euro. Kurz nach Handelsbeginn verlor die Engie-Aktie mehr als 2 Prozent an Wert.

Ohne diesen Sondereffekt erzielte der Konzern im fortgeführten Geschäft einen Gewinn von 1,7 Mrd. Euro. Das war aber immer noch über ein Drittel weniger als 2019. Denn wegen der umfassenden Lockdowns, durch die zwischenzeitlich auch die Industrie weitgehend lahmgelegt war, ging der Strom- und Gasverbrauch 2020 zurück. Deutlich besser lief es für Engie hingegen im Geschäft mit Erneuerbaren Energien, das ein starkes Wachstum verzeichnete.

Die neue Konzernchefin Catherine MacGregor berichtete unterdessen von einem guten Start ins neue Jahr. Sofern es zu keinen weiteren strikten Lockdowns komme, dürften sich die Finanzzahlen des Konzerns 2021 wieder verbessern. So erwartet MacGregor im laufenden Jahr im fortgeführten Geschäft einen Nettogewinn zwischen 2,3 und 2,5 Mrd. Euro.

Die Aktionäre sollen für 2020 eine Dividende in Höhe von 53 Cent je Anteilsschein erhalten. Die Auszahlung für 2019 hatte der Konzern wegen der Coronakrise gestrichen. Der im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gelistete Engie-Konzern zählt zu Europas größten Energiekonzernen. Mit knapp 24 Prozent der Anteile ist der Staat Hauptaktionär von Engie.

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Deutschland sucht Verständigung mit USA über Nord Stream 2

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Moskau/Berlin, 26. Feb. 2021

Die deutsche Regierung strebt nach Angaben des Auswärtigen Amtes eine Verständigung mit der neuen US-Regierung über das umstrittene Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 an. Man wolle mit Washington auch über dieses Thema ins Gespräch kommen, sagte eine Sprecherin am Freitag in Berlin. Eine andere Regierungssprecherin fügte hinzu, dass Gespräche zwischen Washington und Berlin bereits stattfänden.

Eine Sprecherin des Finanzministeriums wollte nicht sagen, ob Finanzminister Olaf Scholz sein Angebot von August 2020 einer verstärkten Investition in deutsche Flüssiggas-Infrastruktur auch gegenüber der neuen US-Regierung wiederholt hat. Scholz hatte dies im August 2020 in einem Brief vorgeschlagen, falls die USA auf Sanktionen gegen Firmen verzichten, die an der Fertigstellung und dem Betrieb der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 beteiligt sind.

Die USA lehnen den Bau der rund 1200 Kilometer langen Röhre mit der Begründung ab, Europa werde dadurch noch abhängiger von russischem Erdgas. Die OMV ist an der Finanzierung des Projekts beteiligt. Die Vereinigten Staaten wollen allerdings auch eigenes Gas in Europa verkaufen.

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BASF peilt Börsengang von Beteiligung Wintershall Dea an

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Ludwigshafen/Kassel, 26. Feb. 2021

Der deutsche Chemiekonzern BASF peilt einen Börsengang seiner Beteiligung Wintershall Dea ab Herbst an. "Wenn Sie an die Vorlaufzeit für einen Börsengang denken, sprechen wir hier von der zweiten Jahreshälfte", sagte Finanzchef Hans-Ulrich Engel am Freitag in einer Analystenkonferenz. Die zweite Jahreshälfte bedeutet ab September, ergänzte er. BASF hatte zuvor erklärt, von einer Erstplatzierung von Wintershall Dea im Jahr 2021 auszugehen.

Der Öl- und Gaskonzern entstand 2019 aus dem Zusammenschluss der BASF-Tochter Wintershall mit dem Rivalen Dea zu Europas größtem Gas- und Ölproduzenten. Die Investorengruppe LetterOne, die ehemalige Dea-Eignerin, hält an dem Gemeinschaftsunternehmen 33 Prozent. BASF ist mit 67 Prozent beteiligt. Der eigentlich für 2020 geplante Börsengang wurde wegen der Coronakrise abgeblasen. Wintershall-Dea-Chef Mario Mehren hatte vor wenigen Tagen gesagt, über den genauen Zeitpunkt des IPO in diesem Jahr müssten die beiden Anteilseigner entscheiden.

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UN-Klimabericht: "Alarmstufe Rot" - Pläne hinter Erwartungen

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Genf, 26. Feb. 2021

Die aktualisierten Klimapläne der Vertragsstaaten des Pariser Abkommens bleiben bisher weit hinter den Erwartungen zurück. Obwohl die Frist für die Aktualisierung am 31. Dezember abgelaufen ist, haben viele Länder noch nichts vorgelegt. Und diejenigen, die es getan haben, wollen teilweise nur das tun, was sie schon vor Jahren zugesagt hatten - oder noch weniger. Das geht aus einem neuen Klimabericht der Vereinten Nationen hervor.

"Im Moment ist es so, als würden wir blind in ein Minenfeld laufen", sagte die Generalsekretärin des UN-Klimasekretariats in Bonn, Patricia Espinsosa. UN-Generalsekretär Antonio Guterres warnte: "Der heutige Zwischenbericht des UN-Klimasekretariats ist Alarmstufe Rot für unseren Planeten." Im Pariser Klimaabkommen verpflichten sich zwar fast alle Staaten der Welt, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad, besser 1,5 Grad zu begrenzen. Doch was das für jedes einzelne Land bedeutet, sagt der Vertrag nicht. Das darf jede Regierung selbst festlegen. Das Pariser Abkommen sieht vor, dass jedes Land seine Pläne alle paar Jahre nach oben hin angepasst.

Am Freitag veröffentlichten die UN eine Berechnung aufgrund der aktualisierten Klimapläne, die von den Vertragsstaaten bis Ende 2020 eingereicht werden mussten. Das haben aber nur 75 Länder getan, die insgesamt nur für 30 Prozent der globalen Treibhausemissionen verantwortlich sind. Andere ließen die Frist verstreichen.

Die Berechnung aufgrund der bisher vorliegenden Daten ist den UN zufolge niederschmetternd: Es würde sich nur eine Verringerung des schädlichen CO2-Ausstosses von einem Prozent bis 2030 im Vergleich zu 2010 ergeben. Nach Berechnungen des Weltklimarats wären für das 1,5-Grad-Ziel aber 45 Prozent und für das 2-Grad-Ziel 25 Prozent weniger Emissionen nötig.

Einige Staaten haben sich tatsächlich ambitioniertere Ziele gesetzt. Dazu gehören die Länder der Europäischen Union, Großbritannien, Norwegen, die Ukraine, Argentinien, Chile und Kenia. Andere Staaten wie die Schweiz, Japan, Südkorea, Russland, Australien und Neuseeland haben dagegen ihre vorigen Ziele von 2015 faktisch nicht erhöht. Brasilien ist sogar hinter seine früheren Zusagen zurückgefallen.

Von den USA und China - den beiden Ländern mit dem größten CO2-Ausstoß - werden in den nächsten Wochen aktualisierte Pläne erwartet. Der neue US-Präsident Joe Biden hat dies für den 22. April angekündigt. Er hatte den von seinem Vorgänger Donald Trump beschlossenen Austritt des Landes aus dem Pariser Klimaabkommen rückgängig gemacht.

UN-Klimachefin Espinosa betonte, der derzeitige Bericht sei nur eine "Momentaufnahme, nicht das ganze Bild". Die Corona-Pandemie habe die rechtzeitige Einreichung der aktualisierten Pläne erschwert. Deshalb werde es vor dem nächsten Weltklimagipfel im November im schottischen Glasgow noch einmal einen neuen Bericht geben. Dafür sei es wichtig, dass alle Länder, die ihre Ziele bisher noch nicht angepasst hätten, dies jetzt so schnell wie möglich nachholten.

"Man muss sagen, dass wir eine riesige Lücke haben", kommentierte der Klimaforscher Niklas Höhne die Ergebnisse. Die EU und andere Länder, die pünktlich verbesserte Pläne eingereicht hätten, seien positiv zu nennen. Sehr enttäuschend sei dagegen das Verhalten Brasiliens oder auch Mexikos. "Ich hoffe sehr auf die USA", sagte Höhne. Auch die Pläne von China und Indien stünden noch aus. "Wenn diese drei Länder etwas vorschlagen, wird sich signifikant etwas verändern."

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EZB schreibt das Thema Nachhaltigkeit ganz groß

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Frankfurt, 26. Feb. 2021

Alle reden vom Klimawandel - auch die Europäische Zentralbank (EZB). Seit dem Amtsantritt von Christine Lagarde im November 2019 steht das Thema weit oben auf der Agenda der neuen Chefin. Sie befürchtet negative Folgen der Erderwärmung auf die Wirtschaft, die so die Inflation anheizen könnten. Dürren etwa könnten zu Ernteausfällen führen und so Preise stark in die Höhe treiben. Damit wäre eines der zentralen Ziele der Notenbank - die Wahrung der Preisstabilität - in Gefahr.

Doch ob sich politisch unabhängige Notenbanken wie die EZB mit einer "grünen Geldpolitik" aktiv in den Kampf gegen die Erwärmung des Erdklima einschalten sollen, ist umstritten. Dabei wird unter Experten zunächst einmal gar nicht bestritten, dass Klimarisiken das Finanzsystem bedrohen können. Die Bundesbank warnte bereits vor gut einem Jahr, dass extreme Wetterereignisse oder die Erderwärmung nicht nur Geschäftsprozesse unterbrechen, sondern letztlich auch zu Verlusten aus Finanz- oder Kreditgeschäften führen können.

Inzwischen sind alle wichtigen Notenbanken der Welt, einschließlich der US-amerikanischen Fed, in dem globalen Verbund "Network for Greening the Financial System" zusammengeschlossen. Der macht sich für ein nachhaltiges Finanzsystem stark. Gerade der Eintritt der Fed in diesen mächtigen Club könnte "die Bemühungen der Zentralbanken beschleunigen, die Nachhaltigkeit ihrer eigenen Anlagen zu überprüfen", erklärte Michael Lewis, der bei dem Vermögensverwalter DWS die Forschung zum Thema Nachhaltigkeit verantwortet.

Fachleuten streiten nun, ob die Zentralbanken in den Markt eingreifen und bei ihren billionenschweren Wirtschaftsprogrammen klimaverträgliche Finanzprodukte vorziehen sollen - auch auf die Gefahr hin, dass sie damit die Anleihepreise massiv beeinflussen.

Die Europäische Zentralbank hat derweil schon einmal vorgelegt und berücksichtigt für ihr nichtgeldpolitisches Anleihen-Portfolio bereits strenge Umwelt-, Ethik- und Sozialkriterien. Mit den Einnahmen aus diesen Anleihen finanzieren Staaten und Unternehmen Klimaschutzprojekte wie Industriestrom aus Wasserstoff oder Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz, aber auch Infrastruktur- und Bildungsprojekte. Ausschlusskriterien sind unter anderen Arbeitsrechtsverletzungen oder Engagements in ethisch umstrittenen Branchen wie Kohle, Rüstung oder Tabak.

Nachhaltige Wertpapiere gibt es immer mehr: Einer aktuellen Studie der Ratingagentur Moody"s zufolge dürften dieses Jahr weltweit derartige Anleihen mit einem Volumen von 650 Milliarden US-Dollar ausgegeben werden - das wäre bis zu einem Zehntel des erwarteten globalen Emissionsvolumens. Befeuert wird der Trend durch die Nachfrage der Anleger, es ist schlicht ein Stück weit Zeitgeist, aber auch politische Vorgaben.

Einem breiten Bündnis aus Nichtregierungsorganisationen, darunter auch die Denkfabrik Club of Rome, geht die EZB noch nicht weit genug. Es fordert die Überprüfung aller Vermögenswerte, die für monetäre Operationen in Frage kommen, unter Klimaverträglichkeitskriterien. Finanzexperte Mauricio Vargas von der Umweltschutzorganisation Greenpeace legte kürzlich nach und prangerte an, dass die meisten der von der Europäischen Zentralbank gehaltenen Anleihen von CO2-intensiven Unternehmen stammten, die das Klima schädigten.

Hierzulande argumentiert unter anderem das Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) für eine aktive Rolle der EZB im Ringen um den Klimaschutz. Auch mit einer klimagerechten Geldpolitik lasse sich die Preisstabilität sichern und damit die wichtigste Aufgabe der EZB erfüllen.

Das Ifo-Institut und auch Bundesbank-Chef Jens Weidmann hingegen befürchten, dass die Notenbanker bei einer bewussten Lenkung der Kapitalströme ihr eng gefasstes Mandat überschreiten würden. Weidmann sieht in der Klimapolitik die Regierungen in der Pflicht und sagte jüngst: "Eine aktive Rolle in der Klimapolitik könnte unsere Unabhängigkeit untergraben und letztendlich unsere Fähigkeit gefährden, die Preisstabilität aufrechtzuerhalten."

Doch abseits dieser grundsätzlichen Fragen ergäben sich auch ganz praktische Probleme. "Es wäre nicht trivial, Kriterien zu entwickeln, mit denen grüne (also kaufenswerte) Anleihen von nicht-grünen (also nicht-kaufenswerten) Anleihen unterschieden werden können", mahnte der Volkswirt Jörn Quitzau von der Privatbank Berenberg. "Wie wären etwa die Anleihen eines Unternehmens zu bewerten, das für seine CO2-Emissionen zuvor Emissionsrechte gekauft hat und sich somit im Rahmen der politischen Vorgaben umweltgerecht verhält?"

Derweil könnte die Europäische Zentralbank zumindest die Vorauswahl geeigneter Wertpapiere spezialisierten Ratingagenturen wie Moody"s, Standard & Poor"s oder Fitch überlassen. Ihre Urteile über die Kreditwürdigkeit von Unternehmen sind für Anleihen-Investoren bereits seit langem wesentlich. Und mittlerweile zeichnet sich dabei auch eine wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit-Kriterien ab. EZB-Chefin Lagarde machte schon mal bei einer Online-Konferenz sicherheitshalber Druck: "Ratings müssen Klimarisiken konsistent berücksichtigten."

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Frankreichs Atom-Aufsicht billigt Laufzeit-Verlängerung

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Paris, 25. Feb. 2021

Ungeachtet der Bedenken von Umweltschützern hat Frankreichs Atomaufsicht die Verlängerung der Laufzeit der ältesten französischen Atomreaktoren von 40 auf 50 Jahre gebilligt. Die Atomaufsicht Autorité de sûreté nucléaire (ASN) machte am Donnerstag unter Auflagen den Weg für die Verlängerung frei. Scharfe Kritik an dem Schritt kam von Greenpeace und von Politikern in Österreich und Deutschland.

Von den 32 ältesten französischen Reaktoren haben nach Angaben von Greenpeace bereits 13 das Höchstalter von 40 Jahren überschritten, das die mehrheitlich staatliche Betreibergesellschaft Electricité de France (EDF) ursprünglich vorgesehen hatte. Die Verlängerung der Laufzeit betrifft acht Standorte in Frankreich: Darunter ist das Atomkraftwerk Bugey östlich von Lyon, das seit Ende der 1970er Jahre in Betrieb ist. Frankreich bezieht rund 70 Prozent seines Stroms aus Atomkraft, das ist der höchste Anteil weltweit.

Für die Laufzeit-Verlängerung machte die Atomaufsicht nun eine Reihe von Reparaturen zur Bedingung. Ziel sei es, "die Folgen schwerer Unfälle wie etwa eine Kernschmelze zu verhindern", sagte der stellvertretende Leiter der Atombehörde, Julien Collet, der Nachrichtenagentur AFP. Auch der Schutz vor "Angriffen auf die Anlagen" soll nach seinen Worten verbessert werden. Zudem soll der Betreiber EDF jährlich einen Sicherheitsbericht vorlegen.

Der Anti-Atom-Sprecher der österreichischen Grünen, Martin Litschauer, bezeichnete Laufzeitverlängerungen in einer Reaktion als "unvorhersehbares Sicherheitsrisiko" wegen der zunehmenden "Versprödung des Materials". "Einen Super-GAU mitten in Europa können wir uns keinesfalls leisten", sagt Martin Litschauer laut Aussendung vom Donnerstag. 

Kritik an der Verlängerung kam auch von der deutschen Politik. "Ich respektiere den Grundsatz nationaler Energiesouveränität, doch bereitet mir die zunehmende Überalterung der europäischen Atomkraftwerke große Sorge", reagierte Umweltministerin Svenja Schulze (SPD). Laufzeitverlängerungen über die ursprüngliche Konzeptionsdauer der AKW lehne sie ab. Die Atomexpertin der Grünen im Deutschen Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl forderte die Regierung auf, sich gegen "gefährliche Laufzeitverlängerungen" in Nachbarländern einzusetzen.

Greenpeace warf der Atomaufsicht vor, den "Schutz von Umwelt und Bürgern zu missachten". Trotz aller Warnungen habe die Behörde wichtige Maßnahmen zur Absicherung der französischen Atomkraftwerke nach der Katastrophe von Fukushima aufgeschoben, erklärte die Organisation in Paris.

Die französische Regierung hatte ihren Willen zur Laufzeit-Verlängerung bereits im April 2020 in einem Mehrjahresplan zur Energieversorgung deutlich gemacht. Die Öffentlichkeit hatte bis zum 22. Jänner im Internet die Möglichkeit, sich zur bevorstehenden Entscheidung der Atombehörde zu äußern.

Im Juni vergangenen Jahres hatte Frankreich sein ältestes Atomkraftwerk im elsässischen Fessenheim unweit von Freiburg im Breisgau nach 43 Jahren Betrieb endgültig abgeschaltet. Vorausgegangen waren jahrelange Proteste aus Deutschland und der Schweiz, weil die Reaktoren als störanfällig galten und in einem Erdbebengebiet am Oberrhein standen.

Präsident Emmanuel Macron sieht in der Atomenergie einen zentralen Beitrag zum Klimaschutz, wie er immer wieder bei öffentlichen Auftritten deutlich machte. Anders als deutsche Kohlekraftwerke sei diese Energieform CO2-neutral, betont er. Über einen möglichen Ausbau alternativer Energieträger soll erst nach der Präsidentenwahl im kommenden Jahr entschieden werden.

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Kälte dämpfte Stromverbrauch zuletzt stärker als Lockdown

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Wien, 25. Feb. 2021

Der Stromverbrauch in Österreich ist zuletzt stärker durch das kalte Winterwetter als durch den dritten Corona-Lockdown gedämpft worden. Das ergibt sich aus Vergleichen, die der Übertragungsnetzbetreiber APG mit dem Herunterfahren der Wirtschaft im Frühjahr und Herbst angestellt hat. Wie bereits im zweiten Lockdown sei auch im dritten der Einfluss der Corona-Maßnahmen auf die Stromlast geringer.

Mitte Februar lag der Stromverbrauch mit minus zwei Prozent bzw. 1.361 Gigawattstunden (GWh) nur leicht unter dem Durchschnitt von 2017 bis 2019 (1.393 GWh). "Das zeigt, dass die Kälte der vergangenen Wochen der wesentliche Einflussfaktor auf die Entwicklung der Stromlast ist", erklärte die APA am Donnerstag.

Die niedrigen Temperaturen in der ersten Februar-Hälfte und der damit einhergehende höhere Energiebedarf, etwa durch Heizungen, hätten erheblich zum Anstieg des Stromverbrauchs im Vergleich zu den Vormonaten in Österreich beigetragen, so die Austrian Power Grid (APG) in einer Aussendung. Die aktuellen Öffnungsschritte aus dem dritten Lockdown hätten eher geringe Effekte auf den Stromverbrauch.

Ähnlich sei das Bild der Stabilisierung bzw. Temperaturabhängigkeit des Stromverbrauchs auf leicht niedrigem Niveau auch in Europa. So sei der Stromverbrauch in Deutschland trotz anhaltenden Lockdowns in der vorvorigen Woche (KW 6) genau auf dem Durchschnitts-Niveau der Jahre vor der Pandemie gelegen.

Österreich war im Jänner ein Stromimportland. Der Spitzenwert lag laut APG am 11. Jänner bei 84 GWh, wobei Ende Jänner mit einer GWh der geringste Import des Monats vorlag. Grund für den erhöhten Einfuhrbedarf sei die in den Wintermonaten geringere Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren. Die Differenz zwischen dem Verbrauch und der Erneuerbaren-Erzeugung müsse mit Speicherkraftwerken, thermischer Stromerzeugung sowie Importen ausgeglichen werden, so die APG. Im Jänner habe die APG wegen fehlender Netzkapazitäten an 22 Tagen zu Redispatch-Maßnahmen greifen müssen.

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Global 2000 kritisiert zu hohe Zahl an Öl- und Gasheizungen

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Wien, 25. Feb. 2021

Die Umweltorganisation Global 2000 kritisiert die aus ihrer Sicht noch immer zu hohe Zahl an Öl- und Gasheizungen in Österreich - trotz der Rückgänge in den letzten zehn Jahren. Wien habe die Nase vorn, was eine umwelt- und klimaschutzorientierte Wärme-Wende betreffe, gefolgt von Vorarlberg und Kärnten. Schlusslichter seien Tirol und Niederösterreich. Insgesamt bestehe noch deutlicher Handlungsbedarf, es gebe zu wenig thermische Sanierungen.

Der Rückgang an Ölheizungen halte zwar weiter an, es seien aber noch 600.000 meist veraltete Ölheizungen österreichweit in Betrieb. Am stärksten waren die Rückgänge in den vergangenen zehn Jahren in Wien und der Steiermark, am geringsten in NÖ und Vorarlberg. Nur in Wien gebe es bereits ein Erneuerbaren-Gebot in der Bauordnung, das einen Wechsel von Öl auf Öl nicht länger toleriere - doch auch hier greife diese Vorgabe nur bei umfassenderen Gebäudesanierungen, kritisierte Global 2000 am Donnerstag.

Der Wohnbau-Check zeigt aus Sicht der Umweltorganisation auch, dass die Notwendigkeit eines Ausstiegs aus Gasheizungen noch bei den wenigsten politischen Entscheidungstragenden im nötigen Maß angekommen sei. Bundesweit habe es zwar in den letzten zehn Jahren einen Rückgang bei Gasheizungen gegeben, aber weit weg von einem Energiewende-Pfad zur Klimaneutralität 2040.

Bundesweit seien noch etwa 900.000 Gasheizungen in Betrieb. Die stärksten Rückgänge habe es in Vorarlberg und Kärnten gegeben, umgekehrt sei der Bestand in Tirol und der Steiermark noch stark ausgebaut worden. Da sei mit den Klimazielen völlig unvereinbar, so Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000. Es sollte in allen Bundesländern längst gesetzlicher Standard sein, keine neuen fossilen Heizungen mehr einzubauen - nötig seien Ausstiegspläne in jedem Bundesland.

Die thermische Gebäude-Sanierungsrate sei in Österreich mit bundesweit 1,4 Prozent weit weg von den erforderlichen 3 Prozent, kritisierte Wahlmüller in einer Aussendung. Am wenigsten saniert werde in Wien (1 Prozent) sowie in Salzburg und Tirol (beide 1,1 Prozent), am meisten in Oberösterreich (1,9 Prozent) und dem Burgenland (1,8 Prozent). Die enorme Zielverfehlung sei ein fataler Rückschlag für die Wärmewende und den Klimaschutz. Damit würden auch Chancen leichtfertig vertan, Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft zu schaffen sowie Wertschöpfung und Innovationskraft im Inland zu stärken.

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Miller bleibt Chef des russischen Energiekonzerns Gazprom

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Moskau, 25. Feb. 2021

Alexej Miller bleibt Chef des russischen Energieriesen Gazprom. Der Verwaltungsrat des Unternehmens stimmte einer Verlängerung um fünf Jahre zu, wie Gazprom am Mittwoch in Moskau mitteilte. Zuletzt war darüber spekuliert worden, ob der 59-Jährige sich nach dem Auslaufen seines Vertrags im Mai von der Spitze zurückziehen könnte. Der enge Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin ist seit 2001 Gazprom-Chef. Der Energiekonzern beliefert auch Europa mit Gas.

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Wifo-Chef Badelt fordert Neustart für Umweltpolitik

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Wien, 25. Feb. 2021

Wifo-Chef Christoph Badelt sieht durch die Coronakrise wichtige wirtschaftspolitische Themen in den Hintergrund gerückt und fordert "einen Neustart für eine umfassende Umweltpolitik". Neben Umweltthemen sieht der Wirtschaftsforscher unter anderem Handlungsbedarf bei Strukturproblemen im Außenhandel, bei Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit sowie der Abgaben- und Förderstruktur.

Das Klima-Thema sei "vielleicht die größte Problematik, die sich die moderne Gesellschaft und die österreichische Wirtschaft stellen muss", sagte Badelt bei einer Online-Pressekonferenz des Klubs der Wirtschaftspublizisten am Donnerstag. Wegen der Coronakrise und dem Wirtschaftseinbruch würden die Treibhausgasemissionen im Jahr 2020 sinken. "Das ist überhaupt keine Lösung. In Wahrheit sind wir Lösungen beim Klimathema nicht näher gekommen", so der Spitzenökonom. Für die österreichische Wirtschaft wünscht sich Badelt einen "umfassenden Transformationsprozess", der von Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) vorangetrieben werden sollte. "Ich weiß, dass die Ministerin daran arbeitet, aber mir ist das viel zu wenig präsent."

Der Ökonom fordert eine stärkere öffentliche Diskussion über die Klimathematik, unter anderem, wie die ökosoziale Steuerreform ausgestaltet werden soll und Emissionen im Straßenverkehr gesenkt werden können. "Wir brauchen hier mehr Kraft, Energie und politische Aufmerksamkeit." Eines der Themen sei, wie man Preissignale für die Treibhausgasemissionen der Industrie und Konsumenten einführe, um umweltschädliches Verhalten zu verteuern.

Weiters wünscht sich der Wifo-Chef von der türkis-grünen Bundesregierung, dass sie auf das neue internationale Umfeld "aktiv reagiert" und sich in Brüssel stärker einbringt. Da gehe es unter anderem um die Besteuerung von internationalen Konzernen sowie die Diskussion der Fiskalregeln und der EU-Industriepolitik. Badelt ortet beim österreichischen Außenhandel mehrere Strukturprobleme. Die Exporte müssten an den Technologiewandel angepasst werden - Stichwort E-Mobilität - und neue Märkte außerhalb Europas sollten verstärkt bedient werden. Dazu brauche es unter anderem Investments in Elektrotechnologie in Österreich.

Am Arbeitsmarkt sieht der Wifo-Chef vor allem drei Problemfelder, die es bereits vor der Coronakrise gab. Langzeitarbeitslosigkeit müsse man schon präventiv verhindern, oder dann mit Qualifizierung und als letzten Schritt mit Beschäftigungsprojekten bekämpfen. Die von der SPÖ vorgeschlagene Aktion 40.000 würde Badelt gerne ohne Parteipolitik "sachlich diskutieren". Bei Jugendlichen müsse man weitere Bildungsangebote zum Ausgleich von Corona-Defiziten schaffen, das Lehrstellenangebot ausweiten und die Lehrzielerreichung von sozial benachteiligten Jugendlichen stärker fördern, so der Ökonom. Den Fachkräftemangel dürfe die Politik nicht aus den Augen verlieren. "Das wird nach der Coronakrise stärker werden", erwartet Badelt.

Nach der Coronapandemie rückt laut Badelt der Abbau der öffentlichen Defizite und die Schulden weder in den Vordergrund. Um dies zu erreichen, brauche es eine Reform der Abgaben- und Förderstruktur in Österreich. "Wir haben eine schiefe Abgabenstruktur", so der Wifo-Chef. Es gebe eine hohe Belastung des Faktors Arbeit und geringe Belastung von Vermögen und Emissionen. Bei Vermögenssteuern sprach sich Badelt gegen Steuern auf den Vermögensbestand aus. Denkbar seien höhere Steuern bei Immobilien sowie Vermögenszuwachs.

Der Tourismusbranche empfiehlt Badelt, sich stärker mit den Themen Umwelt und Energie auseinanderzusetzen. Die Coronakrise hat den heimischen Tourismus wirtschaftlich hart getroffen und die Erholung wird vor allem im Stadttourismus länger dauern. "Auch das Image des Wintertourismus in Westösterreich hat stark gelitten", sagte der Wifo-Chef. Der Städtetourismus werde in den nächsten Jahren nicht wieder das Vorkrisenniveau erreichen und sich daher verkleinern, erwartet der Spitzenökonom.

Ende März veröffentlichen die Wirtschaftsforscher von IHS und Wifo ihre neue Wirtschaftsprognose für Österreich. Wifo-Chef Badelt hatte bereits in der Vergangenheit erklärt, dass das prognostizierte BIP-Plus von 2,5 Prozent für das Jahr 2021 wegen des dritten Corona-Lockdowns nicht mehr zu halten sei. Aufgrund der aktuellen Coronalage sei eine Prognose für Wirtschaftswachstum und Budgetdefizit derzeit sehr schwierig, so der Ökonom.

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Energiekonzern Wintershall Dea schrieb 2020 Verluste

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Kassel, 24. Feb. 2021

Deutlich niedrigere Öl- und Gaspreise haben dem deutschen Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea im vergangenen Jahr zu schaffen gemacht. "2020 war ohne jeden Zweifel für alle ein schwieriges Jahr", sagte Unternehmenschef Mario Mehren laut Mitteilung bei Vorlage der Zahlen für das Gesamtjahr 2020. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Explorationskosten (Ebitdax) sank 2020 gegenüber dem Vorjahr um 41 Prozent auf 1,64 Mrd. Euro.

Die Rohstoffpreise hätten bis zu 38 Prozent niedriger als im Vorjahr gelegen, so das Unternehmen. Unter dem Strich stand ein auf die Dea-Gesellschafter entfallender Verlust von 839 Mio. Euro nach einem Gewinn von 285 Mio. Euro im Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte wies das Unternehmen einen Überschuss von 195 Mio. Euro aus. Die Produktion stieg mit 623.000 Fass (Barrel) pro Tag leicht gegenüber dem Vorjahr. Im vierten Quartal erhöhte das Unternehmen die tägliche Förderung im Schnitt sogar auf mehr als 650.000 Barrel.

"Das Jahr 2021 wird weiterhin ein hohes Maß an Unsicherheit und Volatilität mit sich bringen", sagte Unternehmenschef Mehren. Trotz aller gebotenen Zurückhaltung blicke das Unternehmen jedoch zuversichtlich auf dieses Jahr. Die Produktion soll im laufenden Jahr bei 620.000 bis 640.000 Barrel am Tag liegen. Wintershall plant Investitionen in Höhe von 1,0 bis 1,1 Mrd. Euro. Das wären nach einem Rückgang auf rund 1,2 Mrd. Euro im vergangenen Jahr nochmals weniger.

Erst jüngst setzte sich Wintershall Klimaziele. So will das Unternehmen unter anderem bis 2030 die Produktion CO2-neutral gestalten und bis 2030 die routinemäßige Abfackelung des Gases einstellen, das bei der Erdöl-Gewinnung entweicht. Dazu will Wintershall Dea rund 400 Mio. Euro in den nächsten zehn Jahren investieren, unter anderem in Energieeffizienz, neue Technologie und Ausgleichslösungen.

Wintershall Dea ist 2019 aus der Fusion der BASF-Tochter Wintershall Holding GmbH und der Dea AG hervorgegangen. Das Unternehmen mit Sitz in Kassel und Hamburg beschäftigt weltweit rund 2.500 Mitarbeiter. Wintershall Dea, an der BASF noch rund 70 Prozent hält, soll 2021 an die Börse gebracht werden.

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EU-Aufbaufonds - Klimaschutz für Gewessler Weg aus der Krise

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Wien, 24. Feb. 2021

Für die Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) führt der Weg aus der Coronakrise über den Klimaschutz. "Genau aus diesem Grund wurde auf europäischer Ebene beschlossen, dass mindestens 37 Prozent des Aufbau- und Resilienzplans in den Klimaschutz fließen müssen. Wir in Österreich haben uns vorgenommen, diesen Wert zu übertreffen", erklärte Gewessler in einer Aussendung. "Wir wollen vorangehen und Österreich auch in Europa zum Vorreiter im Klimaschutz machen."

Mehr Klimaschutz, also Maßnahmen, um die Erderhitzung in Grenzen zu halten würden, würden für eine stabile Wirtschaft und sicherere Arbeitsplätze sorgen sowie "für eine gute Zukunft für uns alle", so Gewessler.

Beim Klimaschutz geht es vorrangig darum, den globalen Temperaturanstieg auf weniger als zwei Grad Celsius bis zum Jahr 2100 gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Noch besser wären 1,5 Grad Celsius, doch zuletzt mehrten sich die Stimmen in der Wissenschaft, wonach es für das 1,5-Grad-Ziel bereis zu spät ist.

Der Gewerkschaftsbund ÖGB beklagt beim EU-Aufbaufonds indes erneut, nicht ausreichend eingebunden sein. Es sei lediglich eine E-Mail-Adresse genannt worden, an die man die Vorschläge schicken solle. "Wir haben gekriegt ein Postfachl", sagte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian im Ö1-Morgenjournal. Die türkis-grüne Regierung beschließt heute im Ministerrat, bis Ende April einen Plan vorzulegen, wie die mehr als drei Milliarden Euro aus Brüssel ausgegeben werden.

Der ÖGB drängt darauf, mit dem Geld Arbeitsplätze zu schaffen. Die Regierung will die Ziele bei Umweltschutz und Digitalisierung übererfüllen. Aus dem Büro der für die Koordinierung zuständigen EU-Ministerin Karoline Edtstadler hieß es gegenüber der APA, es habe am Dienstag ein schon länger vereinbartes Gespräch mit der Gewerkschaftsspitze stattgefunden. Auch mit dem Gemeindebundpräsidenten und dem Vorsitzenden der Landeshauptleutekonferenz sei bereits geredet worden.

Die SPÖ erneuerte ihre Kritik vom Vortag, wonach die Regierung säumig sei. Die meisten anderen EU-Staaten hätten schon ihre Projekte eingereicht. Die Arbeiterkammer schloss sich der Forderung von Katzian an. Die Bundesregierung müssen die Pläne vor Übermittlung an die EU intensiv mit den Sozialpartner diskutieren.

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Spanischer Energiekonzern Iberdrola spürt Coronafolgen

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Bilbao, 24. Feb. 2021

Der spanische Energiekonzern Iberdrola hat 2020 den geringeren Strom- und Gasverbrauch durch die Coronakrise zu spüren bekommen. In vielen Ländern wurde aufgrund der Lockdowns weniger Energie benötigt. Zudem verzögerten sich einige Projekte, und die zusätzlichen Kosten zur Sicherung der Gesundheit der Mitarbeiter zehrten am Ergebnis, wie Iberdrola in Bilbao mitteilte.

Während der Konzernumsatz um 9 Prozent auf rund 33,1 Mrd. Euro sank, ging das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nur um knapp 1 Prozent auf rund 10 Mrd. Euro zurück. Ohne ungünstige Wechselkurse wäre das Ebitda trotz Covid-19 sogar um rund 4 Prozent gewachsen.

Unter dem Strich erzielte Iberdrola einen um 4 Prozent gestiegenen Nettogewinn von 3,6 Mrd. Euro. Dazu trug ein positiver Einmaleffekt aus dem Verkauf der Beteiligung am Windkraftanlagenhersteller Siemens Gamesa bei. Für 2021 setzte sich Iberdrola nun einen Nettogewinn von 3,7 bis 3,8 Mrd. Euro zum Ziel und lag damit im Rahmen der Erwartungen der Analysten.

Die Aktionäre sollen für 2020 eine Dividende in Höhe von 42 Cent je Anteilsschein erhalten und damit 2 Cent mehr als ein Jahr zuvor. Für 2021 peilt Iberdrola eine weitere Steigerung auf 44 Cent an.

In den wirtschaftlich schwierigen Zeiten der Coronapandemie kann Iberdrola auf ein sattes Finanzpolster blicken. Die Liquidität lag den Angaben zufolge zuletzt bei knapp 17,4 Mrd. Euro. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Investitionen trotz der Coronakrise auf etwas mehr als 9,2 Mrd. Euro und lagen damit vor allem dank des Geschäfts mit Erneuerbaren Energien rund 13 Prozent über dem Vorjahreswert.

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OMV und Post wollen Lastwagen mit Wasserstoff betreiben

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Wien, 24. Feb. 2021

Die beiden teilstaatlichen Konzerne OMV und Post wollen spätestens ab 2023 testweise erste Lastwagen mit Wasserstoff betreiben und haben dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet, wie sie in einer gemeinsamen Aussendung mitteilten. Ziel sei bis Ende des Jahrzehnts 2.000 Brennstoffzellen-Lkw auf die Straße zu bringen, um so den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 zu reduzieren. OMV und Post wollen auch andere interessierte Unternehmen einbinden.

"Wasserstoff ist eine zentrale Technologie zur CO2-Reduktion und zur Erreichung der Klimaziele - in der Industrie ebenso wie in der Mobilität. Ein hohes Potenzial sehen wir insbesondere im Güter- und öffentlichen Verkehr, da dort Elektrifizierung oft schwierig oder sogar unmöglich ist. Mit der erst kürzlich getroffenen Investitionsentscheidung in eine 10 MW-Elektrolyseanlage am Standort Schwechat, haben wir den Grundstein für die Wasserstoffmobilität gelegt", erklärte OMV-Manager Thomas Gangl.

"Damit kommen wir unserem Ziel, schon demnächst den ersten wasserstoffbetriebenen Post-LKW in Betrieb zu nehmen, einen großen Schritt näher", sagte Post-Vorstand Peter Umundum.

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Konzerne können Staaten wegen Klimaschutzmaßnahmen klagen

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Wien, 24. Feb. 2021

Die globalisierungskritische Nichtregierungsorganisation Attac hat vor dem wenig bekannten Energiecharta-Vertrag (ECT) gewarnt. Laut dem Journalistennetzwerk Investigate Europe stellt der Vertrag eine große Gefahr für den Klimaschutz dar, weil ihn Energiekonzerne nutzen können, um EU-Staaten vor internationalen Schiedsgerichten (ISDS) auf Milliardenentschädigung zu klagen, wenn Gesetzgeber neue Klimaschutzmaßnahmen beschließen.

"In den kommenden Jahren könnten Europas Staaten Milliarden an Entschädigung zahlen müssen oder, aus Angst davor, geplante Klimagesetze aufweichen", schreibt Investigate Europe. Den vage formulierten Energiecharta-Vertrag hätten Anfang der Neunzigerjahre alle EU-Staaten unterschrieben. 

Fossile Energiekonzerne könnten allein in der EU, Großbritannien und in der Schweiz Profitminderung ihrer Infrastruktur im Wert von knapp 345 Mrd. Euro einklagen, so Attac mit Verweis auf die Berechnungen der Journalisten. Drei Viertel davon seien Gas- und Ölfelder (126 Mrd. Euro) sowie Pipelines (148 Mrd. Euro). "Allein in Österreich werden Pipelines im Wert vom 5,39 Milliarden Euro vom ECT abgedeckt", so Attac. 

Darüber hinaus hätten Investoren die Möglichkeit, Regierungen aufgrund zukünftig erwarteter Gewinne zu verklagen. 

Dass das alles längst Realität ist, zeige der deutsche Kohleausstieg. Erst vor wenigen Wochen habe die Regierung in Berlin dem ostdeutschen Kohlekonzern Leag Entschädigungen in Milliardenhöhe garantiert. "Im Gegenzug gab Leag sein Recht auf, mithilfe der Energiecharta zu klagen", erinnert das Recherchenetzwerk.

Problematisch seien auch die Schiedsgerichte, dass dort "ein kleiner Zirkel von Anwälten tätig ist, die mitunter in den Verfahren mal als Schiedsrichter und mal als Anwalt fossiler Konzerne arbeiten", so die Plattform. Attac bezeichnet dies als Paralleljustiz. 

Zivilgesellschaftliche Organisationen haben am Dienstag eine europaweite Kampagne zum Ausstieg aus dem ECT gestartet ("Energiewende retten - Energiecharta stoppen"), berichtete Attac. Am ersten Tag hätten bereits 170.000 Menschen unterzeichnet.