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Österreich verfehlte Klimaziele - NGOs kündigen Klage an

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Wien, 15. Oct. 2019

Österreich hat laut Klimaschutzbericht 2017 die EU-Höchstwerte an Treibhausgasemissionen (THG) um rund 2,1 Millionen Tonnen überschritten. Laut Klimaschutz- sowie Finanzausgleichsgesetz wären nach Bekanntwerden im Jänner binnen sechs Monaten Sofortmaßnahmen zu veranlassen gewesen, was laut Greenpeace und Ökobüro nicht geschehen sei. Dies wollen sie nun auf dem Rechtsweg einklagen, hieß es.

Der Antrag wird an die Ressortchefs des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus, des Verkehrsministeriums, des Finanzministeriums, des Justizministeriums, des Wirtschaftsministeriums, des Sozialministeriums und an die Bundeskanzlerin ergehen, kündigten die Umweltschutzorganisationen am Dienstag an. "Österreich hat ein Klimaschutzgesetz, um sicherzustellen, dass die Treibhausgase in Österreich konsequent sinken. Die Politik kann nicht einfach ihre eigenen Regeln brechen, nur weil sie unbequem sind", meinte Jasmin Duregger von Greenpeace.

2017 gab es eine dramatische Überschreitung der klimaschädlichen CO2-Emissionen und ihrer Äquivalente im Nicht-Emissionshandelsbereich. Die Sofortmaßnahmen seien ein rechtlich verankertes Notfallprogramm, um die Treibhausgase einzudämmen. "Die Regierung muss sich an ihre eigenen Gesetze halten und handeln. Wenn sie das nicht freiwillig tun, werden wir sie über den Rechtsweg dazu zwingen" betonte Duregger. Österreich sei europaweit eines der Schlusslichter im Klimaschutz. Die Regierung schaffe es nicht, die in der EU vereinbarten Emissionssenkungen einzuhalten. Erschwerend kommt hinzu, dass diese moderaten Zielsetzungen, nicht ausreichen würden, um das 1,5 Grad-Ziel zu erreichen.

Greenpeace hatte bereits im Juli die Regierung aufgrund der fehlenden Sofortmaßnahmen kritisiert. Obwohl die Überschreitung 2017 bereits im Jänner 2019 bekannt wurde, blieben sowohl die Vorgänger- als auch die Übergangsregierung Sofortmaßnahmen schuldig. Das Klimaschutzgesetz sieht vor, dass auf Basis einer Evaluierung Verhandlungen über die Stärkung bestehender oder Einführung zusätzlicher Maßnahmen zu führen und diese binnen sechs Monaten abzuschließen sind. Auch im Finanzausgleichsgesetz heißt es, dass "umgehend verstärkte Maßnahmen" zu setzen sind.

Das Umweltministerium habe die Kritik zurück- und darauf verwiesen, dass mit Überschreitung die Frist lediglich für eine Evaluierung zu laufen beginnt. Greenpeace kritisiert diese Interpretation als "eindeutig unsinnig". Dies würde doch ermöglichen, "Sofortmaßnahmen" auf beliebig lange Zeit aufzuschieben.

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Russland könnte Fortum Weg für Uniper-Übernahme ebnen

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Moskau, 15. Oct. 2019

Russlands Wettbewerbsbehörde erwägt einer Agenturmeldung zufolge eine Änderung von Regeln, die bisher einer Übernahme des deutschen Energieversorgers Uniper durch den finnischen Konkurrenten Fortum im Wege stehen. Die Agentur Interfax meldete am Dienstag, die Behörde erwäge eine Regeländerung, so dass Uniper eine als strategisch bedeutend eingestufte Wasseraufbereitungsanlage ausgliedern könne.

Fortum hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, sich Zugriff auf rund 70 Prozent der Uniper-Aktien gesichert zu haben. Der Konzern sei optimistisch, dass die Beschränkung durch die Gesetzeslage in Russland in den kommenden Monaten aus dem Wege geräumt werde.

Kern des Problems ist eine Anlage zur Trinkwasseraufbereitung, die zu einem Kraftwerk Unipers in Russland gehört. Fortum selbst hatte nach eigenen Angaben die Trinkwasseranlagen seiner Kraftwerke in Russland in eine russische Gesellschaft ausgelagert. Interfax zitierte Behördenchef Igor Artemjew mit den Worten, auch die Trinkwasseranlage Unipers könne ausgelagert werden, so dass die Wettbewerbshüter Fortum grünes Licht geben könnten. Dies sei aber nur unter der Bedingung möglich, dass die Transaktion zur Übernahme Unipers erst abgeschlossen werde, nachdem das Gesetz in Russland geändert worden sei.

Uniper wollte sich zu der Meldung nicht äußern. Vorstandschef Andreas Schierenbeck hatte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagsausgabe) gesagt: "Wir sind bei den Gesprächen zwischen den russischen Behörden und Fortum nicht dabei. Klar ist: Die Beschränkung für Fortum basiert auf der aktuellen Gesetzeslage."

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Deutsche Strompreise könnten 2020 steigen

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Berlin, 15. Oct. 2019

Stromkunden in Deutschland müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Preise einstellen. Die Umlage zur Förderung von Ökostrom in Deutschland als ein wesentlicher Bestandteil des Strompreises steigt 2020 um mehr als fünf Prozent. Das gaben die Betreiber der großen Stromnetze am Dienstag bekannt.

Die sogenannte EEG-Umlage beträgt demnach im kommenden Jahr 6,756 Cent pro Kilowattstunde und ist damit um 5,5 Prozent höher als in diesem Jahr mit 6,405 Cent.

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW nannten als einen Grund für die höhere Umlage die Entwicklung des sogenannten EEG-Kontos. Dieses sei zwar zum 30. September mit 2,2 Milliarden Euro im Plus gewesen. Da der Kontostand aber rund 40 Prozent niedriger sei als im Vorjahr, führe dies zu einem Anstieg der EEG-Umlage für das Jahr 2020.

Die EEG-Umlage macht ungefähr ein Viertel des Strompreises aus und finanziert die festen Vergütungen, die Ökostrom-Produzenten für die Einspeisung ihres Stroms bisher unabhängig vom Marktpreis bekommen. Weitere Bestandteile des Strompreises für Privatkunden sind Steuern, andere Abgaben und Umlagen sowie Produktionskosten und die Netzentgelte.

Vergleichsportale gehen insgesamt von steigenden Strompreisen aus. Neben dem Anstieg der EEG-Umlage zeichneten sich auch bei den übrigen Preisbestandteilen Erhöhungen ab, sagte der Energieexperte des Vergleichsportals Verivox, Valerian Vogel.

Die Netzentgelte, die rund ein Viertel des Strompreises ausmachen, werden laut Prognose im kommenden Jahr ebenfalls steigen. Auch die Großhandelspreise der Versorger lägen über dem Vorjahresniveau. "Verbraucher in Deutschland müssen sich daher zum kommenden Jahr erneut auf Strompreiserhöhungen einstellen", so Vogel. Schon heute zahlten Verbraucher in Deutschland europaweit neben den Dänen die höchsten Strompreise.

Nach Berechnungen des Vergleichsportals Check24 muss ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden Strom allein aufgrund der höheren EEG-Umlage 18 Euro mehr pro Jahr zahlen. Die EEG-Umlage wurde zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne eingeführt.

Im Rahmen ihres Klimapakets plant die deutsche Regierung im Gegenzug zu einem Einstieg in eine CO2-Bepreisung in den Sektoren Verkehr und Gebäude Entlastungen beim Strompreis. Ab 2021 soll die Umlage zur Deckung der Kosten des nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergüteten Stroms in einem ersten Schritt um 0,25 Cent pro Kilowattstunde gesenkt und dann weiter verringert werden. Die Koalition will dadurch besonders Familien und kleine sowie mittelständische Firmen entlasten.

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Schweizer Technologie ermöglicht Wasserstofftankstellen für Jedermann

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Zürich, 15. Oct. 2019

Eine neue Entwicklung der ETH Lausanne (EPFL) verleiht der Idee vom Wasserstoffauto neuen Schwung. Die Technologie soll kleine Wasserstoff-Tankstellen in Privathaushalten ermöglichen und damit ein flächendeckendes Treibstoffnetz.

Die EPFL hat zusammen mit dem Spin-off GRZ Technologies einen neuartigen Wasserstoffverdichter entwickelt, wie Professor Andreas Züttel vom EPFL-Materiallabor für erneuerbare Energien in Sitten VS bei der Präsentation der Technologie in Zürich erklärte.

Das Herzstück der Erfindung besteht aus dem Metallhydrid ZrMn1.5. Das Material speichert Wasserstoff und das ganz ohne Energiezufuhr. Bei Zufuhr von Wärme gibt es das Gas wieder ab - und zwar mit Hochdruck von bis zu mehreren Hundert Bar.

Diese Eigenschaft nutzt die EPFL, um den von Natur aus gasförmigen Wasserstoff zu verdichten und damit zu verflüssigen. Erst in dieser Form lässt sich der potente Energieträger in den Tank eines Fahrzeuges füllen und als Treibstoff nutzen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kompressoren soll die Technologie die Konstruktion und den wirtschaftlichen Einsatz von kompakten Verdichtern ermöglichen, die sich selbst für den Privatgebrauch eignen.

Private Wasserstofftankstellen denkbar

Damit lasse sich praktisch an jedem Standort - selbst in Privathaushalten - Wasserstoff umweltfreundlich verdichten, sagte Züttel. Kombiniert mit Wasserstoffgewinnung mittels Elektrolyse - also der Spaltung von Wasser unter Verwendung überschüssigen Stroms aus erneuerbaren Quellen - ließen sich private Wasserstofftankstellen realisieren.

An der kommerziellen Umsetzung der Metallhydrid-Technologie arbeiten EPFL und das Spin-off GRZ Technologies mit der international tätigen Messer Group zusammen. "Die Vision ist, dass wer eine solche Tankstelle zu Hause hat, anderen seinen Wasserstoff anbietet", erklärte Hans-Michael Kellner, CEO des Industriegasespezialisten Messer Schweiz. So könnte das ungelöste Problem des fehlenden Wasserstoff-Tankstellennetzes gelöst werden, an dem das Wasserstoff-Auto seit Jahrzehnten scheitert.

Dabei hat das Konzept viele Vorteile: So entsteht bei der Verbrennung von Wasserstoff kein CO2 sondern lediglich Wasser. Wird das Gas zudem aus Wasser und mit Strom aus erneuerbaren Energien (Elektrolyse) produziert, ist es CO2-frei.

Vorteile gegenüber Elektroauto

Auch gegenüber dem reinen Elektroauto hat das Wasserstoff-Fahrzeug Vorteile, wie der Materialforscher Züttel erläuterte: Weil Wasserstoff eine höhere Energie aufweist als Batterien, ermöglicht es höhere Reichweiten bei einem deutlich niedrigeren Fahrzeuggewicht.

Dennoch steht seinem flächendeckenden Einsatz trotz neuer EPFL-Technologie eine hohe Hürde im Wege: Damit es für Privathaushalte attraktiv wird, Wasserstofftankstellen bereitzustellen, braucht es eine entsprechende Nachfrage von möglichst vielen Wasserstoffauto-Besitzern. Damit aber der Besitz eines solchen Autos interessant wird, braucht es wiederum genügend Tankstellen.

Gefragt sei nun die Politik, erklärten Züttel und Kellner. Es müssten Voraussetzungen geschaffen werden, damit sich die umweltfreundliche Technologie durchsetzten könne. Die Botschaft an die Politik laute: "Fördert Wasserstofftankstellen in Privatbesitz."

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Frankreich will EU-Steuer für Flugzeug- und Schiffssprit

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Paris, 15. Oct. 2019

In der Klimadebatte strebt Frankreich eine europäische Besteuerung von Kerosin und Schiffstreibstoff an. Es sei unverständlich, dass es Emissionsziele für Autos gebe, nicht aber für Flugzeuge und Schiffe, sagte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire nach Angaben seines Ministeriums am Dienstag in Paris.

"Wir schlagen vor, an einer europäischen Besteuerung von Treibstoff von Flugzeugen und Schiffen zu arbeiten", so Le Maire.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte bereits im Mai im Rahmen von Reformvorschlägen für Europa eine Kerosinbesteuerung ins Spiel gebracht. Die Steuerpolitik in der EU ist allerdings ein Minenfeld, da einzelne Staaten in Brüssel mit einem Veto Beschlüsse blockieren können.

Einer EU-Studie zufolge könnte eine europäische Steuer auf Flugbenzin den Kohlendioxid-Ausstoß aus der Luftfahrt um elf Prozent drücken, weil Tickets teurer würden und weniger Leute das Flugzeug nähmen. In Deutschland wäre der Effekt sogar noch stärker. Zu diesem Ergebnis war eine Untersuchung der EU-Kommission gekommen, die der Verband Transport & Environment im Mai veröffentlicht hatte. Fliegen ist besonders klimaschädlich.

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Wasserstoff vielleicht interessantester Energieträger

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Berlin, 15. Oct. 2019

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat Wasserstoff als "vielleicht interessantesten Energieträger" bezeichnet. Die Berliner Regierung wolle bis Jahresende nicht nur die E-Mobilität ausbauen, sondern auch eine Wasserstoff-Strategie vorlegen, sagte Merkel am Dienstag in Berlin.

Wasserstoff könne etwa für die Energie-Speicherung eingesetzt werden, aber auch erheblichen Einfluss auf die industrielle Produktion haben. "Hier werden sich industrielle Wertschöpfungsketten vollkommen verändern, weil wir eines Tages eine emissionsfreie Stahlproduktion brauchen."

Einige deutsche Unternehmen forschen bereits an dem Aufbau von CO2-freien Stahl- oder Chemieproduktion, bei denen Wasserstoff zum Einsatz kommt. Die fünf norddeutschen Bundesländer wollen bis Jahresende eine gemeinsame Strategie für die stärkere Nutzung von Wasserstoff etwa in Zügen oder Bussen vorlegen. Für die stärkere Nutzung wäre aber ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien notwendig. Die Kanzlerin verwies darauf, dass die Regierung gerade die Deckel für den Ausbau der Wind- und Solarenergie angehoben habe.

Merkel verteidigte zudem das Klimaschutzprogramm 2030 der Regierung. Zur Kritik am niedrigen Einstiegspreis von zehn Euro pro Tonne CO2 für die Bereiche Verkehr und Gebäude werde übersehen, dass etwa Benzin schon heute einer steuerliche Belastung unterliege, die einem Preis von 150 Euro pro Tonne CO2 entspreche. Wichtig sei vor allem der Einstieg in ein neues Emissionshandelssystem für die Bereiche Verkehr und Gebäude. Dieses könne 2030 mit dem bereits existierenden EU-Handelssystem mit CO2-Verschmutzungsrechten für die Bereiche Energie und Industrie zusammengelegt werden, sagte sie.

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E-Wirtschaft will Erneuerbaren-Ausbau vorantreiben

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Wien, 14. Oct. 2019

Die heimische E-Wirtschaft will den Ausbau der Erneuerbaren Energien vorantreiben, braucht für viele Projekte aber noch den passenden gesetzlichen Rahmen, damit sie realisiert werden können. Dafür wünscht sich die Branchenvertretung "Oesterreichs Energie" rasch das auf Eis liegende Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EAG) mit technologiespezifischen Ausschreibungen.

Von den neuen Erneuerbaren-Anlagen, die übernächstes Jahrzehnt zusätzlich rund 30 Terawattstunden (TWh) Strom erzeugen sollen, haben die Mitgliedsunternehmen des Branchenverbandes "Oesterreichs Energie" ein Drittel dieses Erzeugungsvolumens (10,6 TWh) schon konkret in der Projektpipeline, der Rest soll von Privaten außerhalb des Verbandes kommen. Von den Projekten über 10,6 TWh entfallen je knapp 45 Prozent auf Wasser- und Windkraft, ein Achtel auf PV. Bei Wasserkraft soll von der installierten neuen Leistung mehr als die Hälfte auf Speicher- und Pumpspeicherwerke entfallen. Der Präsident von Oesterreichs Energie, Salzburg-AG-Chef Leonhard Schitter, denkt bei neuen PV-Anlagen stark an größere Industrieflächen, insgesamt gehe es hier und bei Windkraft um die Akzeptanz der Bevölkerung.

Mehr Förderung dürfte nicht nötig sein. Die entsprechend der mission#2030-Ziele geplanten zusätzlichen 30 TWh an Erneuerbarem-Strom pro Jahr lassen sich gemäß dem wahrscheinlichsten "mittleren" Strompreisszenario mit ungefähr der gleichen jährlichen Geldmenge an Fördermitteln hinstellen, zeigte sich der Spartensprecher Erzeugung von Oesterreichs Energie, Karl Heinz Gruber, bei einem Journalistenseminar überzeugt. Es müsse der Anreizbedarf also nicht über die schon jetzt pro Jahr erforderlichen knapp über 900 Mio. Euro hinaus anwachsen.

Möglich sei das, weil sich die Branche mit Renditen von unter 4 Prozent begnüge, durch die Stabilität im System würden hier auch Banken mitfinanzieren. "Ohne die Förderung bekäme man dafür aber von keiner Bank Geld", gibt sich Gruber keinen Illusionen hin. Bereits von 2012 bis 2017 sei die Ökostrommenge in Österreich (ohne Großwasserkraft) um 71 Prozent von 6,5 auf 10,5 TWh gestiegen, freilich verdoppelte sich das Unterstützungsvolumen dafür auf 860 Mio. Euro.

Anders als die bisherige Förderung via Stromtarif wünscht sich Oesterreichs Energie für die künftigen Erneuerbaren-Anlagen ein Anreizsystem über variable Marktprämien, die mit Ausschreibungen wettbewerblich ermittelt werden. Steigen die Preise am Strommarkt, sinkt die Förderung - und umgekehrt. Gruber: "Es besteht also die Chance für den Stromkunden, dass es auch billiger wird." Oestererreichs-Energie-Geschäftsführerin Barbara Schmidt betont, dass auch laut EU Ausschreibungen nötig seien, "nur mit administrativen Marktprämien geht es nicht".

Zumindest einen "Testballon für Marktprämien" sollte man versuchen, sagt Gruber, etwa für Projekte, die bis Ende 2021 genehmigt würden. Für neue Projekte sollte es bis zu 30 Prozent Förderanteil geben können, nicht nur 15 Prozent. Schitter möchte ein "Sonderbudget" für bereits genehmigte Projekte, bis das EAG fertig ist. "Die Vorstellung wären in Summe knappe 250 Mio. Euro, die als Förderbudget neben dem EAG aufgemacht werden könnten". Gruber macht sich die Hoffnung, dass Projekte trotz EAG-Verzögerung vorgezogen werden könnten, nicht mehr: "Wir müssen definitiv auf das EAG warten", das aber spätestens Anfang 2021 gelten sollte.

"Das EAG muss jetzt tatsächlich auf die Reihe gebracht und umgesetzt werden", betonte Schitter vor Journalisten: "Das muss die jetzige Regierung noch tun - nicht wieder warten." Das Jahr 2030 für die Ziele der heimischen Klima- und Energiestrategie sei beim Erneuerbaren-Ausbau ohnedies "schon jetzt nicht mehr haltbar, das wissen wir", so der Präsident. Und Generalsekretärin Schmidt betonte: "Wir müssen es angehen", egal ob bis zum Jahr 2030 bilanziell 100, 95 oder nur 90 Prozent an Erneuerbarer Abdeckung des Bedarfs möglich seien.

Die E-Wirtschaft stehe parat in Sachen #mission2030-Ziele, so Schitter, "man kann es aber nicht uns allein umhängen". Nötig sei ein breiter Schulterschluss in Form eines "Klimapaktes", bei der es auch darum gehe: "Wie schaffen wir es, die Bevölkerung miteinzubeziehen." Mit dem zusätzlich geplanten Erneuerbaren-Strom könnten 7,5 Mio. CO2 jährlich (fast ein Zehntel der jetzigen Emissionen) eingespart werden, weitere Mengen durch mehr E-Autos. Zudem dürften auch der Netzausbau, Speicher und die Sektorkopplung (mit Gas, Wärme) nicht vernachlässigt werden; das System müsse gerüstet werden, um den Stromüberschuss vom Sommer in den Winter zu bringen.

Das neue Energieeffizienzgesetz, wünscht sich Schitter, sollte ohne Verpflichtungssystem zeitgemäß gefasst werden. Auch Michael Baminger von der Energie AG Oberösterreich plädierte für mehr Praxisorientierung beim neuen Gesetz, das Ende 2020 ausläuft und jedenfalls neu gefasst werden muss: "Wir glauben: Anders könnte man ähnlich viel oder sogar besser Energie einsparen."

Künftig, so will Oesterreichs Energie, sollten die Erneuerbaren-Anreize technologiespezifisch und nicht technologieoffen oder technologieneutral sein - um Klumpenbildungen zu vermeiden, indem etwa jahrelang nur PV gebaut werde, weil sie großflächig derzeit am billigsten sei. Dafür würde Wind- und Wasserkraft womöglich zugleich vernachlässigt. Nur die Berücksichtigung der jeweiligen Kosten bestimmter Technologien stelle einen ausgewogenen Mix an Anlagen sicher. Zudem sollen künftig alle Technologien an den Wettbewerbsmarkt herangeführt werden müssen - und auch alle Erzeuger von Erneuerbarem-Strom System-Mitverantwortung übernehmen.

Von den zusätzlich 30 TWh, die die erzeugte Erneuerbaren-Strommenge laut #mission2030 von etwa 50 TWh im Jahr 2016 auf ungefähr 80 TWh bringen sollen, dürften laut Oesterreichs Energie je 11 bis 13 TWh des zusätzlichen Volumens auf PV und auf Windkraft entfallen sowie 6 bis 8 TWh auf Wasserkraft. Bei Solarenergie hieße das einen Anstieg auf das Zwölffache - bzw. alle drei, vier Minuten eine neue PV-Anlage, wie Präsident Schitter sagte -, bei Wind auf mehr als das Dreifache und bei Wasserkraft-Strom ein Plus von 15 Prozent. Bei der Wasserkraft käme einiges an zusätzlichem Strom aus ertüchtigten Anlagen, nicht aus neu gebauten. Und bei Neuanlagen sind viele Kleinwasser-Kraftprojekte dabei, laut Gruber eine vierstellige Zahl.

Das mögliche Potenzial wäre damit bei PV in Österreich erst zu 35 bis 40 Prozent ausgeschöpft, bei Windstrom zu 40 bis 50 Prozent und bei Wasserkraft zu geschätzten 55 bis 70 Prozent, rechnete Gruber vor, der auch Geschäftsführer der Verbund Hydro Power GmbH ist. Mit den knapp über 80 TWh würde der Erneuerbaren-Anteil an der heimischen Gesamtstromnachfrage dann circa 92 Prozent betragen, nach knapp 73 Prozent im Jahr 2016.

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Deutsche Bahn startet Ausschreibung für grünen Strom

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Berlin, 14. Oct. 2019

Die Deutsche Bahn will mit einer europaweiten Ausschreibung bei dem geplanten Umstieg auf erneuerbare Energien vorankommen. Die Energieversorger-Tochter DB Energie suche nach Anbietern für insgesamt 500 Gigawattstunden (GWh) über einen Zeitraum von acht Jahren, teilte das Unternehmen am Sonntag mit. Die Bieterfrist läuft bis zum 18. November.

Zuvor hatte "Spiegel Online" über die Ausschreibung berichtet. "Auslaufende Kraftwerksverträge ersetzen wir konsequent durch erneuerbare Energien", sagte DB-Energie-Chef Torsten Schein. Ab 2038 will die Deutsche Bahn mit 100 Prozent Ökostrom unterwegs sein.

Der gesamte jährliche Strombedarf der Deutschen Bahn liegt nach Konzernangaben bei 10.000 Gigawattstunden - das entspricht fast dem Stromverbrauch einer Stadt wie Hamburg. Aktuell deckt das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 57 Prozent seines Energiebedarfs mit Strom aus erneuerbaren Energien. Bis zum Jahr 2020 werde sich der Anteil auf 61 Prozent erhöhen. Im September hatte die Bahn bereits mit dem Essener Energiekonzern Innogy vereinbart, ab 2024 einen Teil ihres Strombedarfs aus einem Windpark in der Nordsee zu decken.

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Stromleitungsausbau soll glühende Netze verhindern

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Wien, 14. Oct. 2019

Um in Österreich die Möglichkeiten von Erneuerbarem Strom voll nutzen zu können, ist ein starkes Strom-Übertragungsnetz die eigentliche Grundlage, betont Vorstandsdirektor Gerhard Christiner von der Austrian Power Grid (APG). Sie will im kommenden Jahrzehnt 2,9 Mrd. Euro in 230 km neue Leitungen sowie mehr als 500 km Leitungsverstärkungen und dutzende neue Transformatoren und Umspannwerke stecken.

Ein bedarfsgerechter Netzausbau sei die effektivste - und günstigste - Flexibilitätsoption, um etwa Windstrom in die Verbrauchszentren oder Strom aus Speicherkraftwerken vom Westen in den Osten zu bringen und Tagesschwankungen ausgleichen zu können. Im Übertragungsnetz würden die Leitungsverluste nur 1,4 Prozent ausmachen, sagte Christiner bei einem Journalistenseminar von Oesterreichs Energie.

Es gehe um den Ausbau langfristiger Speicher (etwa mittels Power-to-Gas, gespeist aus Überschussstrom) sowie flexible Gas-Kraftwerke. "Für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren brauchen wir etwas Stabilität - durch Gaskraftwerke. Das Gaskraftwerk darf man nicht verdammen. Es wird uns noch eine Zeit lang als Schnellstarter, als Back-up begleiten." Ferner seien Pumpspeicher-Kraftwerke, Kurzzeit-Speicher (Batterien, E-Mobilität) sowie mehr Flexibilität bei den Kunden (Demand Side Management) erforderlich.

Die APG als Übertragungsnetzbetreiber zahle dafür, dass thermische Kraftwerke binnen acht Stunden verfügbar seien. Der jetzige Vertrag mit Betreibern solcher Anlagen läuft zunächst drei Jahre lang - bis Oktober 2021 -, mit einer im Herbst 2020 zu ziehenden Verlängerungsoption für weitere zwei Jahre. Dazu wünscht sich Christiner "eine saubere gesetzliche Regelung", denn eigentlich sehe das Elwog derzeit gar keine Kraftwerkskontrahierung vor. Die Kraftwerksbetreiber wiederum argumentieren, für sie sei die Reservehaltung kein Geschäft, sie würden nicht einmal mit einer schwarzen Null aussteigen.

Derzeit könnten die Erneuerbaren die Last in Österreich noch nicht decken, deshalb müsse zusätzlich Strom importiert werden, sagt Christiner. Dieser Importbedarf bzw. die entsprechenden Aktivitäten der Stromhändler brächten die Netze jedoch immer wieder an ihre technischen Grenzen. So hätten Händler etwa 2018 rund 22 Terawattstunden (TWh) Strom nach Österreich importiert, etwa ein Viertel des heimischen Jahresverbrauchs, davon seien aber nur 11,7 TWh wirklich für Österreich gedacht gewesen, 10 TWh seien weitergegangen Richtung Schweiz, Italien, Slowenien und Ungarn.

Da das Netz für die Handelsgeschäfte zu schwach sei, habe die APG voriges Jahr an 301 der 365 Tage "Notmaßnahmen" setzen müssen. Heuer liege man bisher schon bei Aufwendungen von rund 140 Mio. Euro, um die Versorgung des Osten Österreichs zu sichern - im gesamten Vorjahr waren es 117 Mio. Euro. Die APG habe zwar eine Kraftwerksleistung von 3.600 MW kontrahiert, diese Menge stehe aber nicht immer zur Verfügung. "Wir sind schon absolut an die Grenzen gestoßen und mussten bereits auf Kraftwerke in Ungarn und Slowenien zurückgreifen", sagte Christiner. Wegen der hohen Kosten für Notmaßnahmen, die die Industrie über die APG-Tarife zahlen müsse, habe man möglichst frühzeitig mit dem Bau der 380-kV-Salzburg-Leitung begonnen, da der Importstrom vor allem im Westen hereinkomme.

Ein Blick ins Jahr 2030 zeige, dass mit Photovoltaik und Windkraft aus Sicht des Stromnetzes massiv über den Bedarf hinausgeschossen werde, "aber damit umzugehen ist die große Herausforderung", so der technische APG-Vorstand. Es gelte dann etwa, aus dem Burgenland zeitweise enorme Windstromüberschüsse abzutransportieren. In Wien könnte das PV-Aufkommen im Frühjahr der Last entsprechen, im Winter betrage sie womöglich aber im Schnitt nur 17 Prozent.

Gut ausgestattete Netze - und Stromspeicher - seien vor allem für die sogenannte "Dunkelflaute" nötig, wenn also kein Sonnen- und kein Windstrom erzeugt werden kann. Ein Ausgleich der Über- oder Unterdeckung sei nur mit den Netzen möglich, sagte der Geschäftsführer der Energienetze Steiermark - und Spartensprecher Netze von Oesterreichs Energie -, Franz Strempfl vor Journalisten: "Wenn jede der 250 steirischen Gemeinden autark würde, wäre das die Ineffizienz zum Quadrat."

In Summe seien in Österreich bis 2030 Netzinvestitionen von 18 Mrd. Euro nötig, so Strempfl - aber auch vor der #mission2030 sei schon die Hälfte in den Investplänen drinnen gestanden, nämlich für E-Mobilität, mehr Dezentralität und um das System intelligenter zu machen. Künftig gehe es um verstärkte Anreize, um die Leistungsinanspruchnahme zu reduzieren. So sei es für das Netz besser, wenn ein E-Auto innerhalb von acht statt zwei Stunden geladen werde; das sollte sich in den Netztarifen widerspiegeln.

Aufgrund der heimischen Stromstrategie - in Anlehnung an die Klima- und Energiestrategie - sei es realistisch, dass in Österreich der gesamte Energieverbrauch gesenkt werden müsse, und zwar von 306 TWh im Jahr 2012 auf 251 TWh 2030. Zugleich werde der Strom-Anteil daran aber von 20 auf 33 Prozent steigen. Dabei werde der Erneuerbaren-Anteil (ohne Wasserkraft) von 16 auf 28 Prozent steigen, samt Wasserkraft von 79 Prozent (von 72,8 TWh) auf 85 Prozent (von rund 88 TWh), rechnete Strempfl vor. Auch er betonte, dass weiterhin thermische Anlagen nötig seien, um die stark schwankenden Erneuerbaren auszugleichen. Die höhe Versorgungssicherheit in Österreich müsse auch bei geänderten Rahmenbedingungen erhalten bleiben.

Die Bepreisung der Netznutzung - also die Netztarife - seien derzeit nicht gerecht, denn belastend für die Infrastruktur sei die Leistung, nicht die Strommenge, so der Netz-Sprecher der E-Wirtschaft. Um hier zu einem besseren System zu kommen, hat die Regulierungsbehörde E-Control schon vor längerem ihre Vorstellungen präsentiert, derzeit verhandelt sie mit der Branche über die weitere Vorgangsweise. Ziel der Branche sei dabei, dass künftig eine Mindestleistung bezahlt werden sollte, so Strempfl. Die E-Control hat betont, dass es durch die Umstellung für die Mehrheit der Kunden eher billiger werden soll.

Für eine Vereinfachung der Stromrechnung für die Kunden - und gegen eine monatliche Rechnung, wie sie sich die E-Control vorstellt -, machte sich Michael Baminger von der Energie AG Oberösterreich Vertrieb GmbH stark. Derzeit weise eine Stromrechnung insgesamt 21 Komponenten auf, künftig 24 - zwei würden sich auf die Komponente Energie beziehen, sieben auf Netz-Dienstleistungen und 12 (künftig 15) auf Abgaben und Ökostromkosten. Damit seien die Rechnungen "völlig überladen", die Informationen für die Kunden zu detailliert. Zwei Drittel der 3,9 Millionen Haushaltskunden würden die Rechnung auf Papier bekommen - gebe es künftig eine Pflicht zu monatlichen Papierrechnungen, würden 51,5 Tonnen CO2-Emissionen zusätzlich drohen, rechne man pro vierseitigem Brief mit 20 Gramm Gewicht. Damit könne man mit einem VW-Polo die Strecke von der Erde zum Mond fahren, so Baminger. Der Endkundenpreis besteht seinen Angaben zufolge zu 36,5 Prozent aus Steuern und Abgaben, zu 27,9 Prozent aus Netzkosten und zu 35,6 Prozent aus der reinen Energiekomponente für den Strom.

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Zusammenschluss von Tiroler und Südtiroler Stromleitungen

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Innsbruck/Brenner, 14. Oct. 2019

Die Stromleitungen von Tirol und Südtirol werden im Jahr 2020 zusammengeschlossen. Wenn alles planmäßig läuft, könnte es bereits vor dem Sommer so weit sein, teilte der Tiroler Energieversorger Tiwag in einer Aussendung mit. Die jeweiligen Netzbetreiber unterschrieben am Montag einen Vertrag, der die Zusammenführung der Stromnetze vorsieht.

Bevor die Stromverbindung aber realisiert werden kann, bedarf es noch einiges an Arbeit. Auf Südtiroler Seite laufen die Bauarbeiten des Netzbetreibers Terna für ein notwendiges Umspannwerk auf Hochtouren. Die Tinetz - eine Tochterfirma der Tiwag - erneuert dagegen aktuell das Leitungsnetz im Wipptal sowie die Umspannwerke in Vill und Steinach am Brenner.

Der Zusammenschluss erhöht laut Tiwag-Vorstandschef Erich Entstrasser "die Versorgungssicherheit für unsere Kunden in Tirol noch weiter". Gemeinsam mit der bereits bestehenden Gasleitungsverbindung nach Südtirol werde die energiewirtschaftliche Zusammenarbeit mit Südtirol ausgebaut.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sah das verbindende Element in der Zusammenführung: "Der Zusammenschluss der Stromleitungen am Brenner schließt eine alte Wunde und rückt die beiden Landesteile wieder ein Stück näher zusammen."

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IEA senkte Prognose für Rohöl-Nachfrage

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Paris, 11. Oct. 2019

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat wegen der Flaute in der Weltwirtschaft ihre Prognose für das Wachstum der weltweiten Nachfrage nach Rohöl gesenkt. Für heuer und das kommende Jahr werde die Prognose um jeweils 100.000 Barrel pro Tag nach unten geschraubt, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Monatsbericht der IEA hervorgeht.

Demnach gehen die Experten des Interessenverbandes der Industriestaaten davon aus, dass die tägliche Nachfrage 2019 nur noch um 1,0 Millionen Barrel und 2020 um 1,2 Millionen Barrel steigen werde.

Zwar habe der Angriff auf Ölanlagen in Saudi-Arabien zu einem beispiellosen Ausfall der Ölproduktion geführt, hieß es in dem Bericht. Allerdings habe die Angebotssorge am Markt nicht lange angehalten. Die Sorge vor einer globalen Rezession sei wieder zum bestimmenden Faktor am Ölmarkt geworden.

Neben der Sorge vor einer geringeren Nachfrage nach Rohöl durch die flaue Weltwirtschaft erklärten die IEA-Experten ihre geringere Nachfrageprognose aber auch mit der Aussicht auf eine höhere Fördermenge. Sie sprachen von einer "Welle neuer Ölproduktion" und bezogen sich dabei unter anderem auf die steigende Ölförderung in den USA. Hier wird seit Jahren auch durch die umstrittene Fracking-Technik die Ölproduktion nach oben getrieben.

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Das Klima retten wir nur global

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11. Oct. 2019

Die Klimapolitik der Bundesregierung verheddert sich in einem ebenso mutlosen wie engstirnigen Klein-Klein. Wohlstandsfördernden Umweltschutz gibt es dagegen nur mit Innovation und internationaler Kooperation. 

Die Begrenzung der Erderwärmung ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Sie ist aber nicht die einzige Herausforderung. Politische Trittbrettfahrer nutzen die Sorge über den Klimawandel, um Marktwirtschaft und Wachstum generell infrage zu stellen. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir unser Klima nur schützen können, wenn wir zwei Dinge tun: einen klaren CO2 - Deckel gemäß der Pariser Ziele per Emissionshandel festschreiben und die Innovationskraft des Marktes nutzen. 

Erneuerbare Energien sind die Basis für eine klimaneutrale Energieversorgung. Es wird aber nicht allein reichen, Strom aus Wind und Sonne zu produzieren und weite Teile unserer Energieversorgung - vom Verkehr bis hin zu Wärmerzeugung - zu elektrifizieren. Hier stoßen wir an praktische Grenzen. Das merken wir schon jetzt - zum Beispiel beim Ladenetz für Elektroautos. Deshalb werden wir unseren Energiebedarf zunehmend auch aus CO2 - neutralen Kraft- und Brennstoffen decken müssen. 

Hier bieten sich große Chancen für einen echten und internationalen Quantensprung beim Klimaschutz. Warum denken wir klein und verzetteln uns in nationale Debatten über Flugscham, Tempolimits und SUVs? Warum denken wir nicht größer und globaler? Warum investieren wir nicht in riesige Solarparks dort, wo sie wirklich das ganze Jahr über Strom produzieren, zum Beispiel in Afrika? Die Vorstellung, Deutschland könne sich autark versorgen, ist ohnehin gestrig. Eine funktionierende internationale Arbeitsteilung schafft Wohlstandsgewinne auf allen Seiten. 

Deutschland importiert heute rund drei Viertel seines Energieaufkommens. Betrachtet man zudem den Energieverbrauch über alle Sektoren, liegt der Erneuerbaren-Anteil bei nur rund 15 Prozent. Deren Ausbau wird sich nicht endlos fortsetzen lassen. Auch der Verkehrs- und Gebäudesektor wird nicht allein durch eine Elektrifizierung auf Basis von deutschem Ökostrom klimaneutral werden können. Wir bleiben angewiesen auf Importe. 

Hier kommen grüner Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe ins Spiel. Sie binden bei der Herstellung so viel CO2, wie sie bei der Verbrennung ausstoßen. Gasförmige oder flüssige Energieträger sind leichter zu speichern als der volatil anfallende Strom aus Erneuerbaren. Sie können in der vorhandenen Infrastruktur, zum Beispiel über Tankstellen und Gasnetze, genutzt werden. Deutsche Maschinen- und Anlagenbauer könnten schon heute die notwendige Technologie für die Herstellung liefern. Hier kann Deutschland als Ingenieurnation ganz vorne mitspielen. 

Für die Herstellung synthetischer Kraftstoffe benötigt man große Mengen sauberen Strom. Das macht sie derzeit noch teuer im Vergleich zu herkömmlichem Diesel oder Benzin. In sonnenreichen Regionen könnte man den Strom aber zu niedrigen Kosten in riesigen Fotovoltaikanlagen gewinnen. Vor einigen Jahren scheiterte das Desertec-Projekt, das Solarstrom aus der Sahara über Gleichstromleitungen nach Europa bringen wollte. Wir sollten diese Idee neu beleben und weiterentwickeln. Statt den Strom nach Europa zu schicken, kann er in Anlagen vor Ort zur Herstellung von Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen genutzt werden. 

Aber auch Waldschutz und Aufforstungen bieten weltweit ein enormes und vergleichsweise kostengünstiges Potenzial, um CO2 zu speichern. Am effizientesten sind Aufforstungen in den tropischen Regenwaldgebieten. Wir sollten international darauf hinwirken, dass der Erhalt von Regenwald sich künftig wirtschaftlich lohnt - zum Beispiel, indem jede dort gebundene Tonne CO2 mit Emissionszertifikaten belohnt wird. 

Um eine CO2 - Kreislaufwirtschaft in den notwendigen industriellen Größenordnungen zu realisieren, müssen wir marktwirtschaftliche Anreize setzen. Ein verlässlicher Emissionshandel kann das auf den Weg bringen. Der Marktpreis für Emissionen macht die Verbrennung von fossilen Energieträgern unattraktiv und die CO2 - Kreislaufwirtschaft zum Geschäftsmodell. Je umfassender der Emissionshandel und je mehr Länder sich an ihm beteiligen, umso größer sind die Anreize. Deshalb muss es uns gelingen, einen internationalen Durchbruch für dieses Instrument zu erreichen. 

Eine stärker global ausgerichtete Klimapolitik ist die eine Seite. Mindestens genauso wichtig ist es, für den richtigen Resonanzboden zu sorgen. Schlechte Rahmenbedingungen bei Rechtsstaatlichkeit, wirtschaftlicher Freiheit und Infrastruktur sind noch immer die Hauptgründe, warum Investitionen in afrikanischen Staaten oft als zu riskant bewertet werden. Hier muss der Bund seine Bemühungen verstärken. Mit mehr Handel und Investitionen kann eine nachhaltige Entwicklung Afrikas ebenfalls vorangetrieben werden. Positiver Nebeneffekt wäre die Bekämpfung von Fluchtursachen. War das 20. Jahrhundert für die Staaten am Persischen Golf ein goldenes Ölzeitalter, so könnte sich im 21. Jahrhundert etwas Ähnliches in sonnenreichen Staaten wiederholen. 

Für uns steht außer Frage: Wirtschaftliche Entwicklung und freiheitliche Lebensweise lassen sich mit Klimaschutz verbinden, sie müssen es sogar. Wir gewinnen nichts, wenn wir dem Kampf gegen den Klimawandel unseren Wohlstand opfern. Im Gegenteil: Intelligenter Klimaschutz gibt aufstrebenden Nationen eine Chance auf Entwicklung. Und wir haben das technische Potenzial, das zu ermöglichen - für Wohlstand und Klimaschutz. 

Christian Lindner, 40, ist Parteichef der FDP und Vorsitzender der liberalen Bundestagsfraktion. 
Gastkommentar Christian Lindner 
 


 

Wirtschaftswoche am 11.10.2019, S. 010
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Investition in Technik für Stromnetze in der Zukunft

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Rohrau, 11. Oct. 2019

Die Finanzierungsgesellschaft des Landes NÖ, tecnet equity und eQventure investieren gemeinsam in Greenwood-Power, den Hersteller von Strom- und Spannungssensoren für intelligente Stromnetze. Das von Norbert Juschicz und Willibald Bacher 2017 gegründete Unternehmen Greenwood Power (GWP), mit Sitz in Rohrau im Bezirk Bruck an der Leitha, ist ein Start-up,welches sich auf die Entwicklung, Produktion und den Verkauf von neuartigen Strom- und Spannungssensoren für gas- beziehungsweise luftisolierte Energie-Ortsnetzstationen spezialisiert hat. Die Sensoren werden zur Umstellung von konventionellen Energie-Leitungsnetzen auf intelligente Netze eingesetzt. Für das Unternehmen entsteht in den nächsten Jahren ein weltweiter Milliardenmarkt, da im Schnitt pro 100 Einwohner eine nachzurüstende Ortsnetzstation vorhanden ist. 

 

Kurier am 11.10.2019, S. 5
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Studie zeigt hervorragende Treibhausgasbilanz für Erdgas-Pkw

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11. Oct. 2019

Erdgasautos haben derzeit die beste Klimabilanz aller gängigen Antriebsarten. Alle relevanten Energieaufwendungen über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs zusammengerechnet, schneiden sie klar besser ab als Benziner, Diesel und sogar als Elektroautos, wenn diese nicht mit Ökostrom betrieben werden.

Erst mit Nutzung von regenerativem Strom weist das Elektrofahrzeug eine deutlich bessere Bilanz auf als alle anderen Antriebsarten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Lebenszyklus-Analyse der Forschungsgesellschaft Joanneum Research.

Für die Untersuchung wurden Fahrzeuge in der so genannten "Golfklasse" herangezogen, deren jährliche Fahrleistung 15.000 Kilometer und deren Gesamtlebensdauer 15 Jahren beträgt.
Die Grazer Forscher haben für den deutschen Markt den Vergleich gezogen zwischen einem Benziner-Pkw, einem Diesel-Pkw und einem Elektroauto, das mit dem deutschen Strommix betrieben wird (die Ergebnisse gelten also vor allem für den bundesdeutschen Markt, sind aber auch für Österreich nicht uninteressant).

Die Forscher fanden heraus, dass in diesem Fall das Elektroauto derzeit seine Vorteile erst nach 127.500 Kilometern oder 8,5 Betriebsjahren geltend machen kann. Noch schlechter fällt der Vergleich zum Diesel aus: Erst bei 219.000 Kilometern oder 14,6 Jahren ist das E-Auto in puncto Klimafreundlichkeit besser. Besonders ins Gewicht fällt bei der Bilanz des Elektroautos die aufwändige und treibhausgasintensive Produktion der Batterien. Hier sollte es in den nächsten Jahren noch deutlich Verbesserungen bei den Batterien geben, doch aktuell ist das noch ein Schwachpunkt bei E-Autos.

Am besten abgeschnitten hat beim Vergleich von Joanneum Research das Erdgasauto. Würde sich der Anteil von Biomethan aus Abfallund Reststoffen weiter erhöhen, könnte das Ergebnis noch besser ausfallen, resümiert man beim deutschen Automobilclub ADAC. Das exzellente Abschneiden des Erdgasautos zeige, wie gut konventionelle Antriebe in der Treibhausgas-Bilanz sein können.
 


 

Tiroler Tageszeitung am 11.10.2019, S. 3
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Elektroautos drehen langsam auf

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11. Oct. 2019

Sechs mietbare Elektroautos gibt es in Klagenfurt und den Landgemeinden. Nun will man das System weiter ausbauen. 

Vor mehr als zwei Jahren drehte Ferlachs Bürgermeister Ingo Appé seine erste Runde in einem Elektroauto. Seither ist er bekennender Fan – und hat mittlerweile selbst ein Elektroauto vor der Rathaustüre stehen. Allerdings nicht als sein Auto, sondern als „feMobil“ – als Teil eines neuen Mobilitätskonzepts für die Gemeinde. 

Denn wie in so vielen Kärntner Landgemeinden hat man auch in Ferlach mit zu wenigen öffentlichen Verbindungen zu kämpfen. Ein Standortfaktor, dem man in Ferlach mit einem Mobilitätskonzept begegnet, bei dem das „feMobil“ ein zentraler Punkt ist. Ein Elektroauto, das von jedermann einfach gemietet werden kann. „Wir möchten mit dem E-Carsharing-System vor allem Familien und Unternehmen helfen, ihre Mobilitätskosten zu senken. Familien ersparen sich ein Zweitauto und Unternehmen können so leichter ihren Mobilitätsbedarf abdecken“, sagt Siegfried Rutter von der Stadtgemeinde Ferlach und führt darüber hinaus einen weiteren Vorteil an: „Ein Elektroauto verursacht weniger CO2-Emissionen und ist somit klimafreundlicher.“ 

Während man in Ferlach – wie etwa auch in St. Veit – auf das Caruso-System setzt, steht in Krumpendorf ein Elektroauto der „Family of Power“, einem der größten e-Carsharing-Betreiber Österreichs. „Unser Konzept funktioniert in Kooperation mit vielen Partnern, Gemeinden, Tourismus, Unternehmen und Universitäten, welche mit ihrer Werbepartnerschaft die günstigen und ökosozialen Tarife ermöglichen“, sagt Maria Aichberger. Auch Fördertöpfe der EU werden angezapft, um in strukturschwachen Regionen – etwa im Unteren Drautal, wo man sechs Autos zur Verfügung stellt – leistbare Tarife ermöglichen zu können. Weitere Car-sharing-Standorte der „Family of Power“ sind die Alpen-Adria-Universität, Minimundus, die Lindwurmgarage und die Wurzelgasse. „Demnächst kommt ein weiterer in Harbach hinzu“, sagt Aichberger. 

Geladen werden die Autos laut Firma ausschließlich mit Ökostrom. Ein Punkt, in dem man in Ferlach nachrüsten muss: Das Ökostromzertifikat bei der Kelag wurde schon beantragt. 
Übrigens: So begeistert die Bürgermeister von den Autos sind – wirklich der Renner sind sie noch nicht. Die insgesamt 18 Autos der „Family of Power“, die es in Kärnten gibt, wurden im August in Summe 351 Mal gebucht, im Schnitt war jedes Auto also gerade einmal 19 Mal unterwegs. 
 


 

Kleine Zeitung am 11.10.2019, S. 30-32
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Bessere Luftwerte, mehr CO2

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Wien, 11. Oct. 2019

Ein Langzeitvergleich zeigt: In den vergangenen 25 Jahren hat sich die Schadstoffbelastung in Österreichs Luft stark verringert. Beim Klimaschutz allerdings ist bisher zu wenig passiert. 

Die Emissionen von Luftschadstoffen und Treibhausgasen verringerten sich im Zeitraum von 1995 bis 2017, also in 22 Jahren, zum Teil deutlich. Das zeigen die aktuellen Daten der sogenannten Luftemissionsrechnung, die die Statistik Austria am Donnerstag veröffentlichte. Den Berechnungen wiederum liegen Daten des Umweltbundesamts zugrunde. 

Demnach sank die Belastung mit Schwefeldioxid (SO2 ) seit Mitte der Neunzigerjahre um 70 Prozent, konkret von gut 55.000 Tonnen im Jahr auf rund 13.500 Tonnen. Schwefeldioxid war für die Wälder eine Bedrohung durch den sogenannten sauren Regen. Der Löwenanteil des SO2 -Ausstoßes entfällt auf die Wirtschaft, auch hier gab es eine Reduktion um 55 Prozent. Im Privatsektor betrug der Rückgang sogar mehr als 93 Prozent. 

Starke Rückgänge gab es auch bei flüchtigen organischen Verbindungen ohne Methan, sie haben sich im Zeitraum seit Österreichs EU-Beitritt etwa halbiert – auf 227.448 Tonnen. Auch bei Methan (–31 Prozent), Kohlenmonoxid (–41 Prozent), Feinstaub (–25 bzw. –33 Prozent je nach Teilchengröße) gab es deutliche Verbesserungen. 

Anders sieht die Entwicklung allerdings bei den CO2 -Emissionen aus, die sich auf das Klima auf der Erde auswirken. Hier zeigt sich insgesamt ein Anstieg um 4,5 Prozent. Dieser wurde jedoch dadurch abgefedert, dass vermehrt erneuerbare Energien wie Wasser, Wind und Sonne genutzt werden. In diesem Sektor haben sich die Emissionen fast verdoppelt, aber sie wirken sich nicht auf das Klima aus. 
Die CO2 -Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energie sanken in mehr als 20 Jahren um nur zwei Prozent – auf 49 Millionen Tonnen im Jahr 2017. Im Privatsektor sanken sie um 16 Prozent, in der Wirtschaft stiegen sie um mehr als fünf Prozent. Den größten Anstieg mit mehr als 34 Prozent gab es beim CO2 aus sonstigen Quellen – das sind zum Beispiel die Eisen- und Stahlerzeugung oder die Zementherstellung. 

Der jüngste Klimaschutzbericht des Umweltbundesamtes Österreich, der sich ebenfalls auf den Zeitraum bis 2017 (aktuellste Daten) bezieht, lässt keinen Zweifel daran, dass Österreich beim Klimaschutz noch viel Nachholbedarf hat. Die Treibhausgasemissionen 2017 betrugen insgesamt 82,3 Millionen Tonnen, das war zwar „nur“ 4,6 Prozent mehr als 1990, doch vom angepeilten Ziel für 2020 von unter 48 Millionen Tonnen sind wir meilenweit entfernt. Das Umweltbundesamt stellt dazu trocken fest: „In Österreich konnte somit gegenüber 1990 keine Emissionsreduktion realisiert werden, wenngleich nach 2005 ein Abwärtstrend zu registrieren war.“ 

Für 2018 gibt es erst eine Schätzung der staatlichen Umweltexperten vom Juli: Prognostiziert wurde ein Sinken der Emissionen um 3,8 Prozent oder gut drei Millionen Tonnen. 
 

von Gerald Stoiber
 

Salzburger Nachrichten am 11.10.2019, S. 16
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Mit Atomkraft das Klima retten

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11. Oct. 2019

Christian Ortner am Freitag 

In Finnland entsteht derzeit, einen halben Kilometer unter der Erdoberfläche, das weltweit erste Endlager für hochradioaktive Brennstäbe von Atomkraftwerken. Gleichzeitig baut das nordische Land an einem weiteren Kernkraftwerk, das zu den leistungsstärksten dieses Planeten gehören wird. Das Argument der Finnen für dieses Projekt: Ohne Nutzung der Atomenergie ist das Ziel des Klimaschutzes nicht erreichbar, und außerdem will das Land in seiner Energieproduktion autark werden, anstatt von Lieferungen aus dem Ausland abhängig zu sein. 

Interessant daran ist, dass die finnische Bevölkerung diese Politik quer über die Parteigrenzen hinweg befürwortet; rund zwei Drittel der Bevölkerung sind pro Atomkraft. Und, weltweit vermutlich einmalig: Sogar die finnischen Grünen sind – mittlerweile, das war nicht immer so – für die Nutzung der Atomkraft, wie kürzlich eine Reportage des österreichischen Medienprojekts „addendum“ zeigte. Nicht zuletzt eben aus klimapolitischen Gründen. 

Eine in Österreich – einem in vieler Hinsicht mit Finnland vergleichbaren Land – völlig unvorstellbare Situation. Hierzulande ist man sich in der Ablehnung der Atomkraft so einig wie in Finnland in der Befürwortung dieser Energiequelle. 

Da stellt sich natürlich die Frage: Wer hat da eigentlich recht, die Österreicher in ihrer Skepsis oder die Finnen in ihrer Zustimmung? Es ist eine bisher zugegeben eher akademische Frage, die sich in der Praxis so nicht stellt (was sie nicht weniger interessant macht). 

Je mehr freilich die Klimapolitik, ob zu Recht oder zu Unrecht, in die Mitte des politischen Diskurses rückt – indem etwa der Herr Bundespräsident dem mit der Regierungsbildung beauftragten ÖVP-Chef Sebastian Kurz dies ausdrücklich in die Agenda schreibt –, umso notwendiger erscheint es, die Frage der Nutzung der Kernenergie einer Neubewertung zu unterziehen. Nicht unbedingt und primär in Österreich (das Atomstrom etwas halbseiden einfach importiert, und das nicht zu knapp), sondern auf der europäischen Ebene. 

Dabei geht es weniger um Gesetze und Regulierungen als darum, die europäische Öffentlichkeit einmal auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen, zumal neue Generationen von Kernkraftwerken, die etwa in Russland oder China entstehen, wesentlich sicherer sind als traditionelle Konzepte. Und weil die Finnen gerade vorzeigen, dass die Endlagerung technisch durchaus machbar ist. Wer den Klimaschutz für ein prioritäres Anliegen hält, wird daher früher oder später nicht um die Frage herumkommen, ob Kernenergie nicht doch in Ergänzung zu erneuerbaren Energieträgern auch in Zukunft Teil eines europäischen Energiemixes sein sollte, der den CO 2 -Ausstoß minimiert. 

Man kann daraus natürlich, wie in Deutschland und Österreich üblich, eine Glaubensfrage machen, an der zu kratzen den Tatbestand der Ketzerei darstellt. Man könnte aber auch alle Fakten auf den Tisch legen, Risiken und Vorzüge unterschiedlicher Arten der Energieproduktion neu gewichten und dann eine faktenbasierte politische Entscheidung treffen. gastkommentar@wienerzeitung.at 
Alle Beiträge dieser Rubrik unter: www.wienerzeitung.at/ortner 
 

von Christian Ortner 

Wiener Zeitung am 11.10.2019, S. 2
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Erfolgreich in die Grüne Welle investieren

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Wien, 11. Oct. 2019

Medianet sprach mit PV-Invest-Gründer und Geschäftsführer Günter Grabner über Investments in erneuerbare Energien.

Der Geschäftsführer der Kärntner PV-Invest, Günter Grabner, sprach mit medianet über aktuelle Veranlagungsmöglichkeiten.

Medianet: Ihr Unternehmen wird ein neues Papier emittieren - worum geht es dabei?
Günter Grabner: Die PV-Invest steht seit ihrer Gründung für nachhaltige und ertragreiche Investments in Photovoltaik und Kleinwasserkraftwerke. Die Begebung des Green Bonds ermöglicht die Realisierung unseres Unternehmensleitbilds: Die Errichtung und den Erwerb von neuen Kraftwerken, die nachhaltig Strom erzeugen -dank der Kraft der Natur.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, das enorme Potenzial der erneuerbaren Energien zu nutzen. Durch unsere nachhaltige und gezielte Wachstumsstrategie sind wir in der Lage, einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Medianet: Was sind die Besonderheiten?

Grabner: Anleger haben die Möglichkeit, zwischen zwei verschiedenen Zinssätzen und Laufzeiten, einer siebenjährigen Laufzeit mit einer jährlichen Verzinsung von 4.15% p.a. oder einer zehnjährigen Laufzeit mit einem Zinssatz in Höhe von 4,5% p.a. zu wählen.
Im September 2019 wurde das Unternehmen erstmals von der österreichischen Ratingagentur rfu bewertet und erreichte im Nachhaltigkeitsrating den Status 'rfu Qualified' mit einem hervorragenden Ratingergebnis von 'ab'.

Seit 1.1.2017 sind nach §14 EstG Unternehmensanleihen (und damit auch der PV-Invest Green Bond) wieder als Investition für den österreichischen Gewinnfreibetrag geeignet. Als betriebliche Überschussrechner und Bilanzierer können Selbstständige einen Gewinnfreibetrag in Höhe von bis zu 13 Prozent ihres Gewinnes beanspruchen.

Anlegern, die über kein eigenes Wertpapierdepot verfügen, bietet die PV-Invest die Abwicklung über ein treuhänderisch verwaltetes Sammeldepot an.

Medianet: Ihre Zielgruppe?

Grabner: Mit einer Stückelung von 1.000 €sind die Green Bonds sowohl für den Privatanleger als auch für institutionelle Investoren konzipiert. Das verfügbare Gesamtvolumen liegt bei 15 Mio. €, wodurch auch die Nachfrage von größeren Investoren und Fonds bedient werden kann.

Medianet: Wie ist PV-Invest aufgestellt?

Grabner: Das Wachstum der PV-Invest beruht auf einer ausgeglichenen Portfoliopolitik und der langjährigen Branchenerfahrung des Teams. Neben dem Ausbau des Bestandsportfolios in den wesentlichen Kernmärkten stärkt das Unternehmen auch den Geschäftszweig 'EPC (Engineering -Procurement &Construction) und Projektierung' in Form von schlüsselfertigen Kraftwerken für institutionelle Investoren und EVUs.

Wir legen großen Wert auf ein geografisch diversifiziertes Portfolio an Bestandsobjekten und sind derzeit in neun Ländern mit eigenen Kraftwerken vertreten. Das stetig wachsende Portfolio umfasst mittlerweile 40 Photovoltaik-sowie drei Kleinwasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 33,7 MW. Der Baubeginn für weitere 3,2 MW hat im Jahr 2019 bereits stattgefunden. Zudem befindet sich eine Vielzahl weitere Projekte bereits in der Entwicklung.

Medianet: Was wird es noch von PV-Invest in Zukunft geben?  Grabner: Die Photovoltaik ist bereits so kostengünstig, dass auch Kraftwerke ohne Einspeisetarife attraktive Renditen bieten können. Im Süden Italiens werden von PV-Invest aktuell neue PV-Kraftwerke als Grid-Parity-Projekte entwickelt. Die Markteintritte in Serbien und Griechenland werden sowohl im Bereich Kleinwasserkraft als auch Photovoltaik vorbereitet.
 


 

Medianet am 11.10.2019, S. 64
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Stahlkraft fürs Depot

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11. Oct. 2019

Deutschland steigt aus, doch andernorts wird massiv in den Ausbau der weitgehend CO2 - freien Kernenergie investiert. Damit steigt der Bedarf an Uran, dem wichtigsten Brennstoff für Reaktoren. Anleger können von dem erwarteten Boom profitieren. 

Atomenergie sei "ein kleiner Teil einer sehr großen, neuen kohlenstofffreien Energielösung", postete Greta Thunberg im vergangenen März - und sorgte damit für Aufsehen. Kurz darauf relativierte die schwedische Klimaaktivistin: Sie habe nur den Weltklimarat zitiert, persönlich sei sie gegen Kernenergie. 

Tatsache bleibt trotzdem: Kernenergie leistet einen wichtigen Beitrag zur kohlenstofffreien Stromerzeugung. Ohne sie wäre der weltweite CO2 - Ausstoß in den vergangenen 50 Jahren um 55 Milliarden Tonnen höher ausgefallen, sagt die Internationale Energieagentur (IEA). Die Menge entspricht etwa den durch die Energieerzeugung verursachten CO2 - Emissionen von zwei Jahren. Doch trotz des raschen Ausbaus erneuerbarer Energien erreichten die energiebezogenen CO2 - Emissionen 2018 ein Rekordhoch. Grund: Die weltweite Stromnachfrage wächst schneller als der Ausbau CO2 - armer Energien. Deshalb forcieren vor allem große Schwellenländer den Ausbau der Kernenergie - und sorgen so für eine steigende Nachfrage nach Uran, dem wichtigsten Brennstoff für den Betrieb von Atomkraftwerken. 
In den Industrieländern sind die Reaktoren im Durchschnitt 35 Jahre alt, viele nähern sich dem Ende ihrer geplanten Lebensdauer. Bis 2025 dürfte geschätzt ein Viertel abgeschaltet werden. Ohne Verlängerung der Laufzeiten und den Bau neuer Reaktoren drohe ein zusätzlicher CO2 - Ausstoß von vier Milliarden Tonnen, so die IEA. Zum Nulltarif gibt es auch Atomenergie nicht. Zum einen ist die sichere Endlagerung des Atommülls nicht gelöst. Zum anderen kostet die Verlängerung von einem Gigawatt Leistung um zehn Jahre, je nach Zustand der Anlage, zwischen einer halben und gut einer Milliarde Dollar. Ohne Atomenergie werde die Umstellung auf saubere Energie aber noch teurer, so die IEA. 

DIE WELT BAUT, DEUTSCHLAND LEGT STILL 

Die Atomkatastrophe von Fukushima am 11. März 2011 hat das Vertrauen in die Sicherheit der Kernenergie in weiten Teilen der Bevölkerung erschüttert, vor allem im dicht besiedelten Europa. Sie war letztlich Auslöser für den panikartigen Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie. Das letzte deutsche Kernkraftwerk soll 2022 abgeschaltet werden. Damit verabschiedet sich eine der führenden Industrienationen von der einzigen kohlenstofffreien, skalierbaren Energiequelle, die rund um die Uhr verfügbar ist. Schon heute werden Wirtschaft und Verbraucher in Deutschland mit den weltweit zweithöchsten Stromkosten belastet. 

Andernorts auf der Welt wird dagegen kräftig in den Ausbau der Kernenergie investiert. Gut elf Gigawatt neue Atomkapazität ging 2018 ans Netz - der höchste Zuwachs seit 1990. Die IEA schätzt, dass bis 2040 rund 1100 Milliarden Dollar in den Ausbau der Atomenergie investiert werden. Das führe zu einer Steigerung der weltweiten Kernenergieproduktion um rund 46 Prozent. Wachstum konzentriert sich auf zwei Länder: China und Indien. Gut 90 Prozent der erwarteten Netto-Produktionssteigerung entfallen auf die beiden Staaten. 

Die Logik dahinter ist klar: Die Wirtschaft ist in beiden Ländern stark gewachsen - und mit ihr die Abhängigkeit von Importen fossiler Energieträger. Und weil die Stromerzeugung immer noch stark auf Kohle basiert - etwa 30 Prozent der weltweit geförderten Kohle gehen nach China und Indien - , ist die Umweltbelastung zu einem ernsten Problem geworden. 

Weltweit sind 444 Reaktoren im Betrieb. Sie decken gut zehn Prozent der weltweiten Stromversorgung ab. Für ihren Betrieb werden pro Jahr rund 170 Millionen Pound (lb) Uranoxid (U 3 O 8 ) benötigt. Ein lb entspricht rund 454 Gramm. Die Minenproduktion deckt 83 Prozent dieser Bedarfsmenge ab. Die Angebotslücke weitet sich seit 2015 wieder aus. Noch kann sie aus Lagerbeständen und Quellen wie ausgedienten Atomsprengköpfen gedeckt werden. Allerdings werden Lagerbestände oft auch als strategische Reserve gehalten. Sie werden den Markt nicht fluten, wenn die Preise steigen. Uran trägt zudem eine geostrategische Komponente. Die USA etwa produzieren nur etwa fünf Prozent ihres Bedarfs im eigenen Land, der Rest wird importiert. Aus Gründen der nationalen Sicherheit zieht die US-Regierung unter Donald Trump daher die Wiederbelebung der heimischen Uranproduktion in Erwägung. 

Die Preisschwankungen von Uran sind enorm: Im vergangenen Zyklus stieg der Preis für ein Pound U 3 O 8 am Spotmarkt, wo Uran mit Lieferzeiten von wenigen Monaten gehandelt wird, zwischen 2001 und Juni 2007 von sieben auf fast 136 Dollar. In der Endphase trieben Hedgefonds den kurzfristigen Preis weit über die langfristigen Preise, die Versorger mit den Förderern aushandeln. Die Spekulationsblase platzte, bis Ende 2016 ist der Preis auf 17,50 Dollar abgestürzt. 

Katalysator des Preisverfalls war der Verkauf von Uran aus Lagerbeständen japanischer Atomkraftwerke, die nach Fukushima dauerhaft vom Netz genommen wurden. Kraftwerksbetreiber wiederum hatten sich ihren Bedarf langfristig gesichert und saßen auf gut gefüllten Lagerbeständen. Viele dieser langfristigen Lieferverträge liefen aber Ende 2020 aus und seien teilweise noch nicht ersetzt, sagt Christian Schärer, Partner der Liechtensteiner Investmentboutique Incrementum. "Etwa 75 Prozent des zu erwartenden Reaktorbedarfs bis 2025 sind noch nicht vertraglich abgesichert", schätzt er. Schärer steuert einen auf Uranaktien spezialisierten Investmentfonds. 

KAPAZITÄTEN WERDEN KNAPP 

Ein steigender Uranpreis ist für die Atomwirtschaft ein vergleichsweise geringes Problem. Von den Gesamtkosten eines Kraftwerks entfallen nur etwa fünf Prozent auf den Brennstoff. Wichtig ist aber, dass sie überhaupt Nachschub bekommen. Weil sich das radioaktive Metall zu den aktuell noch niedrigen Preisen kaum profitabel abbauen lässt, haben große Produzenten ihre Aktivitäten zurückgefahren, etwa der weltgrößte Uranproduzent Kazatomprom aus Kasachstan und die Nummer drei Cameco aus Kanada. Auf die beiden Unternehmen entfällt fast ein Drittel der weltweiten Minenproduktion. Die Kanadier kündigten unlängst an, möglicherweise weiter zu kürzen. Bemerkenswert auch: Cameco kauft Uran jetzt am Spotmarkt, um seine Lieferverpflichtungen zu erfüllen. Das ist billiger, als es aus dem Boden zu holen. 
"Mit ihrem Verhalten verknappen die Produzenten das Angebot und bereiten so den Boden für eine mittelfristige Preiswende am Uranmarkt", sagt Schärer. Sinkende Minenproduktion und fallende Lagerbestände bei gleichzeitig steigender Nachfrage vergrößern die Angebotslücke. Schließen lässt sich diese nur über steigende Preise, um den notwendigen Ausbau der Produktionskapazitäten anzuregen. Tatsächlich scheint der Uranpreis einen Boden gefunden zu haben. Seit Ende 2016 läuft er in einem Preisband zwischen 20 und 30 Dollar pro Pound, zuletzt mit leicht steigender Tendenz. 

Anleger, die nur auf die Preiswende setzen wollen, sind gut aufgehoben mit der Aktie von Uranium Participation. Die kanadische Investmentgesellschaft kauft seit 2005 physisch Uran auf und lagert das Material ein. Wer es heißer mag, setzt auf die Aktien von Uranproduzenten und Explorationsunternehmen. Als Einzelinvestment bietet sich Cameco an. Dank eigener Lager können die Kanadier Lieferverpflichtungen einhalten und konnten bis zuletzt freie Mittelzuflüsse erzielen. Der Konzern ist zudem gering verschuldet. Das verleiht einen langen Atem. Um das Risiko zu streuen, bietet sich auch der Kauf eines Korbs aus mehreren Uranaktien an, etwa des von Schärer gesteuerten Uranaktienfonds. 

 

von Frank Doll 
 

 

Wirtschaftswoche am 11.10.2019, S. 096
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Lautlos liefern lassen

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11. Oct. 2019

Supersauber. Wo Elektromobilität zurzeit am besten aufgehoben ist

Einmal im Jahr dreht sich im heimischen Motorsport-Mekka Spielberg alles rund um das Thema Elektromobilität. Das sorgte anfangs für ungewohnte Stille auf und abseits der Formel-1-Piste, heute ist es nur noch auf der Piste still ? einfach deswegen, weil man die unzähligen Fahrzeuge immer noch nicht hört. Abseits der Piste wird es hingegen jedes Jahr lauter, ist es der lokalen Red Bull-Mannschaft doch gelungen, aus einem ziemlich übersichtlichen Fachevent das größte Elektromobilitätsfest des Landes zu machen. 

Gefragt Wie es sich für ein gutes Fest gehört, folgten auch heuer viele Aussteller und noch viel mehr interessierte Gäste der Einladung. Viele Aussteller hatten dabei nicht nur neue Modelle, sondern auch den einen oder anderen Rennwagen im Gepäck, die Zahl der Prototypen erreichte ebenfalls einen neuen Höchststand. Beflügelt durch soviel Elektropower, verzichtete man bei nahezu allen Ständen darauf, die Elektromobilität als völlig abgasfrei und als alleinige Antriebsform der Zukunft zu verkaufen. Mag sein, dass diese Vorstellung der einen oder anderen Marke, die sich bereits ausschließlich dieser Antriebsform verschrieben hat, den kalten Schweiß auf den Rücken zaubert. Fakt ist aber auch, dass wir die von vorauseilendem Gehorsam und jeder Menge Geiz bei der Weiterentwicklung klassischer Verbrennungsmotoren geprägten Marken nicht vermissen werden. Eher im Gegenteil, helfen sie doch den unverändert mehrgleisig agierenden Mitbewerbern dauerhaft zu überleben. Während die Zahl an elektrischen Klein-, Mittel- und Oberklasse-Pkw völlig in Ordnung ging und bei den Zweirädern ein kaum noch für möglich gehaltener Zuwachs zu erleben war, zeigte sich das Angebot an Lieferwagen und LKWs abgesehen von den bekannten Größen wie Renault, Nissan, Mercedes-Benz (erstmals mit dem neuen Vito) oder MAN (TGE) erneut ziemlich überschaubar. Positiv zu überraschen gelang hier nur dem Logistikkonzern Logwin der den Besuchern verriet, dass auch auf Basis eines nicht mehr ganz neuen Fahrzeuges ein effizienter Elektro Lkw entstehen kann. Realisiert hat das der der deutsche Spezialbetrieb Paul Nutzfahrzeuge gemeinsam mit dem Achshersteller BPW auf Basis eines Mercedes-Benz Vario. Eingesetzt wird der Elektro Truck ausschließlich im innerstädtischen Lieferverkehr. 

Basismodelle Mit dem Nötigsten ausgestattete Elektro-Transporter werden von nahezu allen politischen Parteien gefordert, sind sie doch ein erster wichtiger Schritt hin zur Verbannung der Benzin- und Dieselmotoren aus den immer volleren Stadtzentren. Relevant für diese Fahrzeugklasse ist aber auch der flüsterleise Auftritt, der neue Zeitfenster für die Belieferung des Handels öffnet. Würde man jetzt noch einen Schritt weiter gehen und Ladezonen durchgängig mit Schnellladern ausstatten, der Wechsel hin zu einer lokal emissionsfreien Transportermobilität würde noch viel schneller verlaufen. In Zahlen ausgedrückt, waren es knapp 36.000 Besucher, die es laut Veranstalterangaben auf den Red Bull-Ring in die Steiermark gezogen hat. Ihnen standen 80 neue Fahrzeuge zur Verfügung, die für insgesamt rund 6000 Probefahrten (mehr sind auch zeitlich kaum möglich) genutzt wurden. 
 


 

Kurier am 11.10.2019, S. 2
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Jetzt kommen die "Future Liquids" als Klima-Alternative

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11. Oct. 2019

Die meisten Tiroler heizen mit Öl. Müssen sie ihre Erdölbrennkessel bald wegwerfen, um die Klimaziele nicht zu gefährden? Nein, sagt die Mineralölwirtschaft. Denn derzeit wird intensiv an umweltfreundlichen flüssigen Brennstoffen geforscht. Diese hätten langfristig eine klimaneutrale Perspektive, sagt die Branche.

Die Brennstoffe der Zukunft werden mit bestehenden Ölfeuerungs-Anlagen und Versorgungswegen kompatibel sein, aber sie werden zugleich auch sehr umweltfreundlich sein. Aufwändige Umrüstungen oder Umstellungen bleiben dabei den Ölheizungsbesitzern somit erspart.

Wer seine installierte Ölheizung nicht wegwerfen will, könnte aber schon jetzt einen Umweltschritt setzen und eine Hybridheizung einbauen. Sie ist eine Möglichkeit, das eigene erprobte Heizsystem mit erneuerbaren zukunftsweisenden Energieträgern zu kombinieren und somit einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Eine Hybridheizung ist die Kombination einer Ölheizung mit erneuerbaren Energien-wie z. B. Solarenergie. Das Grundprinzip dabei ist ganz einfach: Die erneuerbare Energie wird genutzt, wann immer diese verfügbar ist. Ist diese nicht verfügbar, weil etwa die Sonne nicht scheint, springt die zuverlässige Ölheizung ein.

Auch in Zukunft würden flüssige Brennstoffe daher eine große Rolle in der Energieversorgung und Energiewende spielen, sagt die österreichische Mineralölwirtschaft, die sich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens bekennt. Die europäischen Klimaziele seien überhaupt nur mit flüssigen Energieträgern erreichbar: "Gehen Sie mit Ihrem bestehenden Ölkessel den Schritt in die Zukunft und nutzen Sie auch noch in Jahrzehnten Ihre Heizungsanlage mit flüssigen Energieträgern",rät Martin Reichard, Geschäftsführer der Heizen mit Öl GmbH.

Auch die Modernisierung des alten Heizkessels durch ein modernes Öl-Brennwertgerät ist eine kostengünstige Sanierungsmaßnahme mit großem Nutzen auch für die Umwelt. Der Umstieg bringt Heizöl-Einsparungen von bis zu 40 Prozent. Ein neues Gerät verbrennt Heizöl praktisch feinstaubfrei, ist hocheffizient und wartungsarm.

Das sind die Brennstoffe der Zukunft

Klimafreundliche Future Liquids können künftig auf mehrfache Weise hergestellt werden:
bTL-brennstoffe (Biomass-to-Liquid):flüssiger Brennstoff, der aus Biomasse wie Algen, Restholz oder Stroh, z. B. HVO (Hydrotreated Vegetable Oils),gewonnen wird, PTL-brennstoffe (Power-to-Liquid):flüssiger Brennstoff, der mithilfe von elektrischer Energie -vorzugsweise aus erneuerbaren Quellen-erzeugt wird, WTL-brennstoffe (Waste-to-Liquid):flüssiger Brennstoff, der mithilfe von Abfällen aus Haushalten und der Industrie etc. erzeugt wird, XTL-brennstoffe (X-to-Liquid): synthetische Flüssig-Brennstoffe aus den oben erwähnten Herstellungsverfahren.
 


 

Tiroler Tageszeitung am 11.10.2019, S. 4
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"Alle zwei Tage ein neues Windrad"

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11. Oct. 2019

Klimaziel. Um Österreichs Stromerzeugung komplett "grün" zu machen, ist enormer Neubau von Kraftwerken nötig

Im Jahr 2030 soll die österreichische Stromerzeugung zur Gänze -frei sein: Also nur noch Wasserkraft, Wind, Sonne oder Biomasse kommen als Energiequellen infrage. "Das heißt: Wir müssen gut zehn Jahre lang jeden zweiten Tag ein neues Windrad, alle drei Minuten eine Solaranlage (je 5 Kilowatt) und alle zwei Jahre ein Wasserkraftwerk in der Größe des Kraftwerks Freudenau errichten", beschreibt Barabara Schmidt, Generalsekretärin des E-Wirtschaftsverbands, Österreichs Energie, die Lage drastisch. 

Nur so käme man auf die rund 30 Terawattstunden zusätzlicher Stromerzeugung, die laut Prognose der Energieversorger bis 2030 benötigt werden. 

Derzeit kommen rund drei Viertel des gesamten heimischen Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. Die Fakten sind für die Energiebranche also klar. Die Umsetzung aber ist das große Problem. Und zwar nicht, weil das Geld dafür fehlt, sondern weil es an der Akzeptanz für neue Kraftwerke in der Bevölkerung mangle. 

Ende der Romantik Günter Brauner, Energiewissenschafter und ehemaliger Professor an der TU Wien, betont denn auch, dass zunächst die Menschen von der Wichtigkeit der Energiewende überzeugt werden müssen. "Die Romantik des Ökostroms ist vorbei. Wir müssen zur Umsetzung kommen", sagt er. Und die E-Wirtschaft müsse einsehen, dass der Bau neuer Kraftwerke nicht von politischen Genehmigungsverfahren abhänge, sondern von Bürgerinitiativen. 

Da fehlt es offenbar an Aufklärungsarbeit. So sei das errechnete Potenzial für neue Windenergieanlagen in Österreich mit 10 bis 13 Terawattstunden nur dann nutzbar, wenn Windräder nahe an Siedlungen gebaut werden dürften. "Ein vorgeschriebener Abstand von 1.000 Metern würde das Ausbaupotenzial um 60 Prozent verringern, bei 2.000 Metern Abstand, wie es in Bayern der Fall sei, gar um 97 Prozent. 

Extrem skeptisch zeigte sich Brauner auch in puncto Wasserstoff. Die Euphorie einiger Experten, wonach Wasserstoff die wahre Zukunft der Energiebranche sei, findet der Wissenschafter übertrieben. Grund: Bei der Erzeugung von Wasserstoff in der Elektrolyse geht viel Energie verloren. Und der Prozess ist derzeit noch viel zu teuer. 

Vorsicht bei E-Autos Der Umstieg auf E-Fahrzeuge ist aus Klimasicht zwar vorteilhaft, Brauner warnt aber davor, die sozialen Auswirkungen zu unterschätzen. So würden in Deutschland schon bei einem E-Auto-Anteil von 25 Prozent mehr als ein Drittel der Autoindustrie-Jobs wegfallen. "Diesen Umstieg muss man daher vorsichtig angehen", betont Brauner.

Gravierende Auswirkungen wird die Energiewende auch auf die Stromnetze haben. Weil immer mehr Haushalte mit Fotovoltaikanlagen selbst Strom erzeugen und ins Netz einspeisen, müssen die Leitungen verstärkt werden. 18 Milliarden Euro an Investitionen bis 2030 seien dafür nötig, schätzt Franz Strempfl, Chef der Netze Steiermark. Das bedeute Zusatzkosten für die Stromkunden. 

 

Kurier am 11.10.2019, S. 11
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Grünes Fliegen - geht das?

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11. Oct. 2019

Unternehmen weltweit arbeiten an klimafreundlichen Flugzeugen. Eines davon soll schon in zehn Jahren elektrisch von London nach Amsterdam fliegen.  

Das Image des Flugzeugs ist gelinde gesagt angeschlagen: Galt es bis vor kurzem noch als Symbol eines kosmopolitischen Lebensstils, greift heute die „Flugscham“ um sich, und Rufe werden lauter, die die Fliegerei in die Schranken weisen wollen. Aus Angst, dass Fliegen das neue Rauchen werden könnte, versuchen Airlines gegenzusteuern. Die niederländische Fluglinie KLM wirbt mit dem Slogan „Fly Responsibly“, der stark an den Aufdruck auf Schnapsflaschen in den USA erinnert. Auf seiner Website empfiehlt KLM sogar, für kurze Strecken den Zug zu nehmen – oder einfach seltener zu fliegen. 

Ganz aufs Fliegen verzichten werden wir aber wohl nie können. Weltweit arbeiten tausende Forscher und Unternehmer deshalb daran, Flugzeuge nachhaltiger zu machen. Einer von ihnen ist Jeff Engler. In Los Angeles bastelt sein Start-up Wright Electric am Tesla der Lüfte, noch dieses Jahr soll ein vollelektrischer Prototyp eines Neunsitzers abheben. In einigen Jahren sollen Flugzeuge von Wright Electric Kurzstrecken innerhalb Europas fliegen, dafür kooperiert Engler mit der britischen Billigfluggesellschaft Easyjet. Das Ziel: null Emissionen für Kurzstreckenflüge in 20 Jahren. 

Als aussichtsreiche Route für den Einsatz von E-Flugzeugen sieht Wright Electric die Verbindung Amsterdam–London, europaweit die zweithäufigst beflogene Strecke. Man erwartet einen signifikanten Rückgang von Kohlendioxidemissionen und auch Lärm: Denn die E-Jets sollen nur noch halb so laut und günstiger im Betrieb sein. 

Der Flaschenhals des elektrischen Fliegens ist, wie bei E-Autos, die Akkutechnologie. Die Batterien von heute sind nicht leistungsfähig genug, um die enormen Energiemengen zu liefern, die Flugzeuge brauchen. Mit der nächsten Akku-Generation seien aber vielleicht Flüge mit einer Dauer von einer Stunde möglich, so Engler. 

Potenzial für die Langstrecke 

Und Langstreckenflüge? „Dafür brauchte man Batterien, die den heutigen etwa fünf Generationen voraus sind“, sagt Jeff Engler. Das sei aber kein Grund, es nicht zu versuchen. Er halte es wie der Eishockeyspieler Wayne Gretzky: „I skate where the puck’s going, not where it’s been.“ Hybridjets, die mit Batterien und Kerosintanks ausgestattet sind, könnten auch auf Langstrecken mittelfristig Realität werden und 40 Prozent CO2 einsparen. 

Der zweite große Bereich, in dem weltweit geforscht wird, ist die sogenannte Power-to-Liquid-Technologie. Dabei wird aus (idealerweise nachhaltigem) Strom Sprit. Per Elektrolyse wird aus Wasser Wasserstoff gewonnen, der mit dem CO2 aus Luft zu Kohlenwasserstoffen verbunden wird. Der synthetische Treibstoff ist dem heutigen Kerosin aus Erdöl sehr ähnlich und kann in normalen Flugzeugen eingesetzt werden. Momentan ist der Wirkungsgrad aber noch gering. 

Auch ohne Technologien von morgen könnte Fliegen ein bisschen grüner werden, etwa durch optimierte Flugrouten. Damit könnte die Wolkenbildung, die noch mehr als CO2 zur klimaschädlichen Wirkung des Flugverkehrs beiträgt, vermindert werden oder die Erde sogar kühlen. Das kostet allerdings mehr Kerosin. Damit die optimierten Flugrouten für Airlines attraktiver werden, müsste die Wolkenbildung in den Emissionshandel einbezogen werden, sagen Experten. 
 

von Philip Pramer


 

Der Standard am 11.10.2019, S. 17
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Biomasse für die Energieversorgung

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11. Oct. 2019

Eine verstärkte Nutzung von Holz ist das Gebot der Stunde 

Etwa 42 Prozent der Fläche Oberösterreichs ist mit Wald bedeckt, Tendenz steigend. Grund genug, der Ressource Holz eine zentrale Rolle in der Energieversorgung beizumessen. Ein weiteres Argument für Biomasse ist der Klimawandel. 

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Industriestandort Oberösterreich weltweit zum Technologieführer bei Biomasse-Feuerungen aufgeschwungen. Auch die Nutzung von Biomasse, sei es in Form von Pellets, Hackgut, Scheitholz oder Fernwärme, kann sich sehen lassen: Mehr als 130.000 Haushalte, das sind etwa 20 Prozent, haben eine Biomasse-Zentralheizung installiert. Dazu kommen etwa 330 Biomasse-Heizwerke, die Tausende Kunden mit Wärme aus Biomasse versorgen. 

Doch im Energieträger Holz steckt mehr als nur Wärme. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erzeugen auch Strom aus Biomasse. Solche Anlagen in Kombination mit Heizwerken oder gewerblichen Wärmeverbrauchern leisten bereits jetzt einen wesentlichen Beitrag zum Ziel, Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen herzustellen. Und wieder haben oberösterreichische Anlagenhersteller technisch die Nase vorn. In naher Zukunft könnten auch Erdgas und Diesel aus Holz gewonnen werden. 
Bei der Biomasse-Nutzung profitieren der Standort Oberösterreich und die Wärmeverbraucher von der gesamten Wertschöpfungskette. Vom Wald bis zum geheizten Haus und vom Blech bis zur fertigen Heizanlage. 
 


 

Oberösterreichische Nachrichten am11.10.2019, S. L12
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"Österreich klimafit regieren"

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11. Oct. 2019

Umweltschutzorganisationen und Klimavolksbegehren fordern von der künftigen Regierung konkrete Maßnahmen. 

Der Klimaschutz soll in der Verfassung festgeschrieben werden, damit dieser in der Gesetzgebung mitgedacht werden muss. Österreich braucht eine ökosoziale Steuerreform, eine jährliche Klimaschutz-Milliarde, ein großes Energiesparprogramm inklusive Ausstieg aus Öl und Gas sowie eine „echte“ Mobilitätswende: Das sind nur einige der 15 Maßnahmen, die die Umweltschutzorganisationen WWF und Global 2000, der Verkehrsclub Österreich sowie die Initiatoren des Klimavolksbegehrens am Donnerstag präsentierten. Die neue Regierung solle zudem umweltschädliche Subventionen wie die steuerliche Begünstigung von Diesel abbauen und eine Klimaprämie für alle Haushalte ermöglichen, hieß es weiter. 
Die Sondierungsgespräche von ÖVP-Chef Sebastian Kurz für mögliche Koalitionsverhandlungen haben diese Woche zwar erst begonnen, die NGOs haben dennoch bereits ihre „Handlungsanleitung für die künftige Bundesregierung“ vorgelegt, „um Österreich klimafit zu regieren“. Nicht zuletzt deshalb, weil von der aktuellen Regierung noch ein neuer Klimafahrplan vorgelegt werden muss. 

Die NGOs wiesen erneut darauf hin, dass Österreich beim Verfehlen der Klimaziele Strafzahlungen von bis zu neun Milliarden Euro bis 2030 drohen. Die geforderte jährliche Klimaschutz-Milliarde sollte stattdessen zusätzlich im Bundesbudget bereitgestellt werden, forderte Johannes Wahlmüller von Global 2000. „Damit können wir in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und erneuerbarer Energien investieren oder Haushalte bei der Umrüstung alter Ölkessel unterstützen.“ Katharina Rogenhofer, Sprecherin des Klimavolksbegehrens, unterstrich die Notwendigkeit eines Klimaplans, der den Pfad zur Klimaneutralität 2040 vorgibt, „diesen verbindlich macht und mit Maßnahmen sowie einem Budget unterfüttert“. 

Aktuell 52.000 Unterschriften für das Klimavolksbegehren 

Die vier konkreten Ziele, dass Klimaschutz in den Verfassungsrang gehoben werden soll, dass klimaschädliche Treibhausgase gestoppt, Klimaschutz belohnt und Verkehr und Energie nachhaltig werden sollen, sind im Klimavolksbegehren formuliert. Dessen Unterstützungserklärungsphase ist Ende August gestartet. Dahinter stehen Organisationen der Zivilgesellschaft wie Umweltschutzorganisationen, die Arbeiterkammer und die katholische Kirche. Die Initiative muss 8401 Unterschriften sammeln, damit es offiziell eingereicht werden kann. Man kann auf jedem Gemeindeamt oder online unterschreiben

Für das Volksbegehren sind mindestens 100.000 Unterschriften notwendig, damit es zwingend im Parlament behandelt wird – die Unterschriften, die während der Unterstützungserklärungsphase abgegeben wurden, werden dazugerechnet. 

Im Moment habe man rund 52.000 Unterschriften gesammelt, sagt Mitinitiator René Röbl auf Nachfrage. Somit kann es eingereicht werden, die dafür notwendige Anzahl an Unterschriften ist weit überschritten. Man habe sogar bereits die „juristische Halbzeit erreicht“, so Röbl zur „Wiener Zeitung“. 

Just ebenfalls am Donnerstag präsentierte die Statistik Austria die aktuell ausgewerteten Zahlen zu den Treibhausgas-Emissionen 2017, wonach diese seit 1995 deutlich zurückgegangen sind – allerdings in ihrer Gesamtheit. Blickt man ins Detail, so sind die CO 2 -Emissionen gestiegen, und zwar um 4,5 Prozent gegenüber 1995. „Gerade CO 2 ist eines der klimawirksamsten Treibhausgase“, sagt dazu Rogenhofer. Zudem bleibe es lange in der Atmosphäre hängen. Jene Treibhausgase, deren Emissionen gesunken sind, seien nicht klimawirksam. 

Dennoch sei der Anstieg der CO 2 -Emissionen durch die vermehrte Nutzung erneuerbarer Energien aus biogenen Quellen um 93 Prozent abgefedert worden, so die Statistik Austria. Innerhalb der CO 2 -Emissionen waren sogar jene aus der Verbrennung fossiler Energieträger leicht rückläufig (minus 2,1 Prozent), dieser Entwicklung stand jedoch ein Anstieg von CO 2 aus sonstigen Quellen um 34,2 Prozent gegenüber. 

Klimawandel in Kombination mit dem Bodenverbrauch gefährdet offenbar auch Österreichs Ernährungssouveränität. Die Hagelversicherung präsentierte am Donnerstag eine Studie der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, wonach bis 2080 ein durchschnittlicher Temperaturanstieg um bis zu sechs Grad zu erwarten sei. Dieser Anstieg führt der Hagelversicherung zufolge „naturgemäß auch zu einer Verschiebung der Regenmenge, worunter vor allem der Osten Österreichs zu leiden haben wird“. Die damit einhergehende Konsequenz werde eine teils deutliche Unterversorgung bei fast allen landwirtschaftlichen Kulturen sein. 
 

 


 

Wiener Zeitung am 11.10.2019, S. 8
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Anzeige gegen Klagenfurter Stromerzeuger

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11. Oct. 2019

Abwertung. Team Kärnten Klagenfurt erstattete Anzeige bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft

Die Stadtwerke Klagenfurt haben ihre 100-Prozent-Tochter Energie Klagenfurt GmbH stark abgewertet. Der Buchwert des Unternehmens sank von 142 auf knapp 75 Millionen Euro. Die Stadtwerke begründeten die Abwertung mit stark gestiegenen Preisen auf dem Strommarkt. 

"Im Rahmen der Bilanzierung wurde der Beteiligungsansatz an der EKG Energie Klagenfurt GmbH neu bewertet und in Höhe von 67 Millionen Euro abgewertet", hieß es im Amtsblatt der "Wiener Zeitung", wo die Stadtwerke Klagenfurt ihre Jahresbilanz 2018 veröffentlichte. Der Klagenfurter Gemeinderat Klaus-Jürgen Jandl von Team Kärnten Klagenfurt (TKK) bezeichnete diese Abwertung als "unternehmerisch nicht nachvollziehbar." Er führt ins Treffen, dass die EGK seit Jahren steigende Umsätze und Gewinne in zweistelliger Millionenhöhe hatte. Diese machten mehr als 10 Prozent des Umsatzes und des bisher angesetzten Unternehmenswertes aus. 

Fehlende Experten Außerdem bemängelte Jandl die Besetzung des Aufsichtsgremiums. Es fehle laut ihm der im Aktienrecht vorgesehene Finanzexperte. Die Abwertung werde noch deutlicher, wenn man die Bilanz 2017 betrachte. "Da lag die Bilanzsumme bei 288 Millionen Euro. Mit den vorgenommenen Abschreibungen wurde also annähernd ein Viertel des Konzernwertes abgeschrieben," so Jandl. Das TKK erstattete daher Anzeige bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. 

Der Markt hat Schnupfen Stadtwerke-Vorstand Erwin Smole erklärte im Gespräch mit dem KURIER die Abwertung wie folgt: "Der Markt hat Schnupfen und aufgrund dessen haben wir Kopfweh. Wenn auf dem internationalen Markt die Preise steigen, müssen wir darauf reagieren." Die Höhe der Abwertung zeige, wie groß der Bereich Strom bei den Stadtwerken sei. Die Klagenfurter Stadtwerke würden 97 Prozent ihres Stroms zukaufen. 

Höhere Einkaufspreise Bereits im Jahr 2015 soll auf Anraten eines Wirtschaftsprüfers eine Rücklage für eine drohende Abwertung auf Konzernebene berücksichtigt worden sein. Aufgrund der letzten Entwicklungen am Energiesektor, allen voran nachhaltig höhere Einkaufspreise und volatile gesetzliche Rahmenbedingungen, wurde die Abwertung ebenfalls auf Anraten des Wirtschaftsprüfers korrekterweise in der Bilanz 2018 vorgenommen, hieß es von Unternehmensseite. 
 


 

Kurier am 11.10.2019, S. 27
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Noch zwei Bieter für EWE-Minderheitsanteil

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Frankfurt, 11. Oct. 2019

Im Rennen um eine Minderheitsbeteiligung an dem norddeutschen Energieunternehmen EWE sind Insidern zufolge noch zwei Bieter übriggeblieben. Dabei handle es sich um ein Konsortium aus dem australischen Infrastrukturinvestor Macquarie und der Allianz auf der einen Seite und dem französischen Investor Ardian auf der anderen, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstagabend.

Der Anteil in Höhe von 26 Prozent könne 1,2 bis 1,4 Mrd. Euro einbringen. Ende September sei die Frist für Angebote abgelaufen, sagten die Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Aus dem Bieterkreis ausgeschieden seien der Fondsmanager DWS, der niederländische Pensionsfonds PGGM und der Schweizer Versicherungskonzern Swiss Life. Eine Entscheidung werde in den kommenden Wochen erwartet.

EWE mit Sitz in Oldenburg gehört zu den größten deutschen Versorgern und hatte 2018 einen Umsatz von 5,7 Mrd. Euro und ein Konzernergebnis von 167 Mio. Euro erzielt.

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E.ON-Vorstandsmitglied Birnbaum wird Chef von Innogy

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Düsseldorf/Essen, 11. Oct. 2019

Das E.ON-Vorstandsmitglied Leonhard Birnbaum ist zum Vorstandschef des Energieunternehmens Innogy berufen worden. Das teilte Innogy am Donnerstagabend in Essen nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Birnbaum löst Uwe Tigges ab, dessen Bestellung in beiderseitigem Einvernehmen beendet worden sei. Birnbaum behält auch seine Funktion bei E.ON, in der er die Integration von Innogy verwirklichen soll.

Die beiden Energieriesen E.ON und RWE hatten die RWE-Tochter Innogy unter sich aufgeteilt. E.ON behält das Netz- und das Endkundengeschäft und reicht die eigene Erneuerbare-Energien-Sparte und die von Innogy an RWE weiter. Die Wettbewerbshüter der EU hatten den Deal mit einem Gesamtwert von mehr als 40 Mrd. Euro vor kurzem genehmigt.

Zum neuen Aufsichtsratschef von Innogy wurde der E.ON-Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen gewählt. Er löst Erhard Schipporeit ab, der nach der Übernahme von Innogy durch E.ON sein Mandat niedergelegt hatte. Innogy ist in Österreich maßgeblich an der Kärntner Kelag beteiligt.

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Mehr als 90 Prozent neuer Firmenautos sind Verbrenner

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Wien, 11. Oct. 2019

Neue Autos werden vielfach von Unternehmen gekauft: Der Firmenauto-Anteil an den Pkw-Neuzulassungen liegt laut VCÖ seit 2013 bei 60 Prozent oder höher. Alternative Antriebe spielen eine relativ geringe Rolle, heuer bis September waren 93 Prozent der neuen Firmenwagen Benziner oder Diesel. Der VCÖ fordert im Hinblick auf die Klimaziele Änderungen von Steuerbegünstigungen bei Privatnutzung.

Der Sachbezug für Firmenautos mit Verbrennungsmotor soll erhöht werden, fordert der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Zudem sollten SUV und Pick-ups von der Liste der steuerbegünstigten "Fiskal-Lkw" gestrichen werden. "Der hohe Anteil von Firmenwagen ist eine Chance, die für das Erreichen der Klimaziele nötige Energiewende im Pkw-Bereich zu beschleunigen", so VCÖ-Experte Markus Gansterer am Freitag in einer Pressemitteilung.

In den ersten neun Monaten des heurigen Jahres entfielen 62 Prozent der Pkw-Neuzulassungen auf Firmen oder andere juristische Personen. Fast die Hälfte (49,6 Prozent) der neuen Firmenautos waren mit rund 80.000 Stück Benzin-Pkw, gut 43 Prozent Diesel. Hybrid-Autos kamen auf 3,7 Prozent. Der Elektroauto-Anteil lag bei 3,3 Prozent, das waren 5.271 Stück. Insgesamt wurden heuer bis September laut Statistik Austria 7.383 neue E-Autos zugelassen, das war ein Anteil von 2,9 Prozent an den allen Neuzulassungen.

Die private Nutzung von Firmenautos ist steuerlich begünstigt. Emissionsfreie Pkw sind gänzlich vom Sachbezug - dem zu versteuernden Zuschlag - befreit. Bei allen anderem hängt der Sachbezug von den angegebenen CO2-Emissionen ab. So beträgt er bei weniger als 122 Gramm CO2 pro Kilometer 1,5 Prozent der Anschaffungskosten, gedeckelt aber mit 720 Euro pro Monat. Für darüberliegende CO2-Werte sind es 2 Prozent, maximal aber 960 Euro. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sparten sich Einkommensteuer und Sozialabgaben, wenn Mitarbeiter einen Firmenwagen statt eines höheren Gehalts bekommen, so der VCÖ. "Diese Regelung ist in Zeiten der Klimakrise nicht mehr zeitgemäß." Gefordert werden eine Erhöhung des Sachbezugs für Pkw mit Verbrennungsmotor auf 2,5 Prozent des Anschaffungspreise sowie eine Abschaffung der Deckelung.

Bei "Fiskal-Lkw", die für Unternehmer von der Umsatzsteuer befreit sind, befänden sich auch große SUV und Pick-ups auf der Liste. Diese sollten von der Liste der Fiskal-Lkw gestrichen werden, fordert der VCÖ.

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Treibhausgas-Emissionen seit 1995 deutlich zurückgegangen

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Wien, 10. Oct. 2019

Die Emissionen von Luftschadstoffen und der meisten Treibhausgase haben sich zwischen 1995 und 2017 zum Teil deutlich verringert, wie die aktuellen Daten der Luftemissionsrechnung von Statistik Austria zeigen. "Anstiege gab es allerdings beim klimawirksamen CO2 und bei Ammoniak", hieß es in einer Aussendung.

Die höchsten Rückgänge wurden mit minus 70,2 Prozent bei Schwefeldioxid, bei den flüchtigen organischen Verbindungen ohne Methan (minus 48,3 Prozent) sowie bei Kohlenmonoxid (minus 41,1 Prozent) erzielt. Deutlich reduziert wurden auch die Emissionen von Methan (minus 30,7 Prozent), Stickoxiden (minus 22,7 Prozente), Lachgas (minus 19,0 Prozent) sowie die Feinstaubarten PM2,5 (minus 33,2 Prozent) und PM10 (minus 25,0 Prozent).

Anstiege gab es jedoch bei den klimawirksamen CO2-Emissionen um 4,5 Prozent sowie bei Ammoniak um 3,5 Prozent. Der Anstieg der CO2-Emissionen wurde aber durch die vermehrte Nutzung erneuerbarer Energien aus biogenen Quellen um 93 Prozent abgefedert, so die Statistik Austria.

Innerhalb der klimawirksamen CO2-Emissionen waren zwar die CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger leicht rückläufig (minus 2,1 Prozent), dieser Entwicklung stand allerdings ein Anstieg von CO2 aus sonstigen Quellen um 34,2 Prozent gegenüber.

Sowohl die privaten Haushalte als auch die Wirtschaft trugen zur Verbesserung der Luftqualität bei. Die privaten Haushalte senkten den Ausstoß aller beobachteten Luftschadstoffe und Treibhausgase mit Ausnahme von CO2 aus sonstigen Quellen (plus 14,2 Prozent). Der Wirtschaft gelang dies im Jahr 2017 bei acht Emissionen. Sie lag nur bei Ammoniak (plus 5,6 Prozent) sowie beim klimawirksamen CO2 (plus 12,9 Prozent) über den Werten des Jahres 1995. "Für diesen Anstieg waren vor allem die CO2-Emissionen aus sonstigen Quellen (plus 34,4 Prozent) ausschlaggebend. Allerdings setzte die Wirtschaft auch vermehrt auf erneuerbare Energieträger, deren Emissionen zwischen 1995 und 2017 um 207,2 Prozent zunahmen", hieß es in der Aussendung.