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Polens Gaskonzern: Schiedsgericht entscheidet gegen Gazprom

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Warschau, 31. Mar. 2020

Der staatliche polnische Gaskonzern PGNiG hat nach eigenen Angaben ein Verfahren vor dem Schiedsgericht der Stockholmer Handelskammer gegen den russischen Lieferanten Gazprom gewonnen.

Der Entscheidung des Schiedsgerichts zufolge müsse der russische Monopolist die Preise rückwirkend ab November 2014 senken, teilte das Unternehmen in Warschau mit. Nach Schätzungen von PGNiG muss Gazprom den Polen einen Betrag von 1,5 Milliarden Dollar (1,36 Milliarden Euro) zurückerstatten. Gazprom-Export bestätigte der russischen Staatsagentur Tass zufolge, dass es eine Entscheidung gegeben habe, äußerte sich aber nicht zum Inhalt.

"Zum gegenwärtigen Zeitpunkt studieren wir die getroffene Entscheidung. Es ist zu früh, jetzt irgendwelche Einschätzungen zu möglichen Zahlungen abzugeben", teilte das Unternehmen der Agentur zufolge mit. Der polnische Gaskonzern hatte das Schiedsgericht angerufen, weil der Preis für die Energielieferungen deutlich über Gazproms Tarifen für andere europäische Länder gelegen habe.

"Das Urteil bedeutet, dass die Preise für das russische Gas zu hoch und nicht marktgerecht waren", sagte PGNiG-Chef Jerzy Kwiecinski laut Nachrichtenagentur PAP. Demnach soll die neue Berechnungsformel nun an die Notierungen für Gas auf dem europäischen Energiemarkt gebunden sein. Kwiecinski sagte, seine Firma werde sich bemühen, den Betrag so schnell wie möglich von Gazprom zu bekommen. In der Vergangenheit hatten Unternehmen immer wieder große Probleme, solche Zahlungen von der russischen Seite einzutreiben.

Bereits im November hatte PGNiG mitgeteilt, dass es seinen Vertrag über Gaslieferungen aus Russland nicht über die gegenwärtigen Laufzeit bis Ende 2022 hinaus verlängern wolle. Zur Begründung hieß es, die Diversifizierung der polnischen Gasversorgung schreite voran. Unter anderem will Polen die Lieferungen von Flüssigerdgas ausbauen und hat von Norwegen Rechte für das Fördern von Gasvorkommen in der Nordsee erworben.

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Shell stärkt mit neuem Milliarden-Kredit die Liquidität

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London, 31. Mar. 2020

Der Öl- und Gasmulti Shell hat mit einem neuen Kredit seine Liquidität gestärkt. Das Unternehmen habe sich eine neue Kreditlinie in Höhe von 12 Mrd. US-Dollar (10,9 Mrd. Euro) gesichert, teilte Shell in London mit. Diese komme zu der bereits im Dezember unterschriebenen Kreditlinie von 10 Mrd. Dollar und Barmitteln von 20 Mrd. Dollar hinzu.

Damit steige die verfügbare Liquidität von 30 auf mehr als 40 Mrd. Dollar, hieß es weiter. Shell leidet derzeit unter dem starken Verfall des Öl- und Gaspreises. Erst jüngst hatte Shell mitgeteilt, der Konzern wolle die negativen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie mit einem Bündel an Maßnahmen abfedern. So sollen die Kosten im operativen Geschäft in den kommenden 12 Monaten im Vergleich zu 2019 um 3 bis 4 Mrd. Dollar sinken, zudem sollen Investitionen drastisch reduziert werden.

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EU-Bürger können ihre Meinung zum Klimaziel 2030 äußern

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Madrid/Brüssel, 31. Mar. 2020

Die Europäer können sich online zur geplanten Erhöhung des EU-Klimaziels für 2030 äußern. Die EU-Kommission startete dazu am Dienstag eine Befragung, die bis 23. Juni läuft. Gültig ist im Moment die Vorgabe, bis 2030 mindestens 40 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen als 1990.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat aber angekündigt, die Marke auf 50 oder sogar 55 Prozent hochzusetzen. Dies soll in das EU-Klimagesetz aufgenommen werden. Vorher sollen die Folgen genau abgeschätzt werden. Die sogenannte öffentliche Konsultation gehört dazu. Langfristiges Ziel der EU ist es, bis 2050 alle Treibhausgase zu vermeiden oder zu speichern.

(S E R V I C E - Informationen zur Konsultation unter: http://dpaq.de/cH9i0)

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Iranischer Gas-Export in die Türkei gestoppt

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Dubai, 31. Mar. 2020

Die iranischen Erdgas-Exporte in die Türkei sind nach Angaben aus Teheran wegen eines Anschlags auf eine Pipeline in dem Nachbarland unterbrochen. Wahrscheinlich steckte die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hinter dem Anschlag nahe der iranischen Grenze, sagte ein Vertreter des Staatskonzerns National Iranian Gas.

Normalerweise dauere es drei bis vier Tage, bis die Reparatur abgeschlossen und der Gasexport wieder aufgenommen werden könne. Allerdings habe die Türkei wegen der Coronavirus-Pandemie Grenzsoldaten abgezogen. Die Türkei sei aber informiert, und der Iran warte auf eine Antwort. Die Pipeline, die jährlich etwa zehn Milliarden Kubikmeter Gas in die Türkei transportiert, wurde in den 1990er Jahren und bis zu einer Waffenruhe 2013 häufig von kurdischen Separatisten attackiert.

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Die kritische Infrastruktur trotzt der Krise

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Wien, 30. Mar. 2020

Energie- und Telekomnetze haben sich bewährt. Strom, Gas, Wasser werden nicht abgeschaltet, auch wenn Rechnungen nicht bezahlt werden. 

Am Tag zehn, seit die Ausgangsbeschränkungen und Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Österreich gelten, haben die für Energieversorgung und Post sowie Telekommunikation zuständigen Ministerinnen, Leonore Gewessler und Elisabeth Köstinger, eine positive Bilanz gezogen: Österreichs kritische Infrastruktur hat sich als krisenfest erwiesen. 

Internet und Mobilfunk hielten dem Homeoffice-Schub, Online-Lernen und Anruf-Boom stand. Post und Pensionen werden weiter zugestellt, sogar in Quarantänegebieten – wenn auch „kontaktlos“. Strom- und Gaskonzerne, die immer auf Krisensituationen vorbereitet sind, haben die reibungslose Versorgung sichergestellt. 

Damit das auch bei krisenbedingten Zahlungsproblemen so bleibt, hat Infrastrukturministerin Gewessler mit der Energiewirtschaft vereinbart, dass diese vorerst auf Abschaltungen verzichtet. „Ich bin mit den Energieversorgern übereingekommen, dass niemandem Strom, Heizung oder Warmwasser abgedreht wird, auch wenn er seine Rechnung nicht bezahlen kann“, sagte sie am Donnerstag. Die Vereinbarung gelte bis auf Weiteres und nicht nur für Haushalte, sondern auch für Klein- und Kleinstunternehmen, deren Geschäftsräume gesperrt sind. „Die Einigung ist ein deutliches Signal, wir lassen in Österreich niemanden zurück in dieser schweren Zeit“, sagt Gewessler. 

Wer aus Krankheits- oder Quarantänegründen nicht zur Bank gehen könne oder einen Liquiditätsengpass habe, solle sich mit dem jeweiligen Versorger in Verbindung setzen, rät der Chef der Energieregulierungsbehörde E-Control, Wolfgang Urbantschitsch. Dort könne ein Zahlungsaufschub oder Ratenplan vereinbart werden. Bei Fragen stehe die E-Control selbst zu Verfügung. Auch größere Betriebe sollten den Kontakt suchen, um etwa die Vorauszahlungen zu senken. Der amtierende Präsident des Branchenverbands Oesterreichs Energie, Salzburg-AG-Chef Leonhard Schitter, begrüßt, dass die Lösung auf Freiwilligkeit basiert. So könne man den Kunden „dann unter die Arme greifen, wenn sie es am meisten brauchen – schnell und unbürokratisch“, sagte Schitter. 

Generell ist der Energieverbrauch durch die Einschränkungen im öffentlichen und Wirtschaftsleben um zehn bis 15 Prozent gesunken. Massiv zugenommen hat hingegen die Belastung der Telekommunikationsinfrastruktur. „Noch nie wurde uns so brutal vor Augen geführt, wie wichtig Telekomnetze sind“, betont Thomas Arnoldner, Vorstandsvorsitzender des Marktführers A1, der auch wichtige Hotlines technisch versorgt hat. Wäre die Digitalisierung nicht so weit, „würden wir mit der Situation schlechter umgehen können“. 

Das Datenvolumen sei so stark gewachsen wie sonst innerhalb eines Jahres und die Telefonate so stark wie noch nie, unterstrich auch Andreas Bierwirth, Chef von Magenta Telekom, der Nummer zwei im Markt. Es zeige sich, „dass sich der Netzausbau bezahlt macht“, sagte Hutchison-„3“-Chef Jan Trionow. Den weiteren Ausbau des neuen 5G-Netzes könnte die Pandemie aber verzögern. Die Versteigerung der Frequenzen, die bis Sommer geplant war, wurde verschoben. 

Die Weitergabe von Handydaten für Bewegungsanalysen verteidigten die drei Manager. „Wir übermitteln Ergebnisse von vollkommen anonymisierten und aggregierten Daten“, sagte Arnoldner. Daraus ließe sich ablesen, wie wirksam Verkehrsbeschränkungen oder Vorhersagemodelle seien. „Ich glaube, wir haben auch eine moralische Verantwortung, Menschenleben zu retten.“ Es sei auch eine Aufforderung der EU-Kommission in diese Richtung ergangen, sagt Agrar- und Telekomministerin Köstinger. 
Künftig könne die Regierung – durch eine Novelle des Telekomgesetzes – außerdem Menschen in Risikogebieten per SMS warnen oder auffordern, ihre Fernseher oder Radiogeräte einzuschalten. 
 

Salzburger Nachrichten, von Monika Graf
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Wer von Ölpreiskapriolen profitiert

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Wien, 30. Mar. 2020

Energie. Der heftige Ölpreissturz könnte der erneuerbaren Energie sogar zugutekommen, meint Wiebke Schlömer von der Weltbankgruppe IFC. 

Damit hatten die wenigsten Anleger gerechnet: Bei der Sitzung am 5. März stimmte Russland als Verbündeter des Ölkartells Opec überraschend gegen eine weitere Förderdrosselung. Die Folge war ein Preissturz. 

Doch bei aller Dramatik kann Wiebke Schlömer den Ölpreiskapriolen auch Positives abgewinnen, wie sie im Gespräch mit der "Presse" sagt. Schlömer ist Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien bei der International Finance Corporation, dem Finanzierungsarm der Weltbankgruppe für den Privatsektor, und verantwortet dort unter anderem Projekte zur Unterstützung der Energiewende. Die extremen Ölpreisschwankungen könnten den Trend hin zu erneuerbaren Energien sogar begünstigen, um Energiequellen breiter zu diversifizieren und die Abhängigkeit vom volatilen Ölmarkt zu reduzieren, meint sie. Schließlich seien bei der Energieversorgung auch Stabilität und Vorhersehbarkeit wichtig. Das könnte das ohnehin schon recht große gesellschaftliche Interesse an der Energiewende noch weiter verstärken. 

Darlehen für den Privatsektor 
In Europa tragen dazu auch die Pläne der EU bei. Heuer soll im Rahmen des "Klima- und Energiepakets 2020" der EU-weite Durchschnitt an erneuerbaren Energien auf 20 Prozent ansteigen. Im Jahr 2018 erreichte der Anteil 18 Prozent. Allerdings gibt es bei den Bestrebungen auch Gegenwind. Polen etwa bezieht nach wie vor rund 80 Prozent seines Stroms aus Kohlekraftwerken. Um das Land zu einer Abkehr von fossilen Brennstoffen zu bewegen, setze man auf den Dialog mit der Regierung, sagt Schlömer. 
Wobei allerdings Regierungen wie jene Polens oder auch Rumäniens - wo man sehr aktiv sei, wie Schlömer sagt - keine Projektgelder für erneuerbare Energien erhalten. IFC-Darlehen bekomme ausschließlich der Privatsektor, und das zu marktüblichen Konditionen. Doch wozu sollten sich Firmen überhaupt an den Weltbank-Arm wenden anstatt an ihre Hausbank? Schlömer zufolge gibt es dafür gute Gründe: Bei Projekten mit sehr langen Laufzeiten wollten Banken das Risiko nicht immer ohne Co-Finanzierer eingehen. Auch gebe es Projekte in politisch weniger stabilen Regionen. "Wenn sich die Rahmenbedingungen für Investitionen verschlechtern sollten, können wir mit der Regierung entsprechende Gespräche führen", sagt Schlömer. Für Geschäftsbanken sei das hingegen oftmals schwieriger. 

Hilfspaket der Weltbank 
Die Projekte sind jedenfalls vielfältig. Im vergangenen Herbst beteiligte sich die IFC etwa an der Projektfinanzierung von knapp 260 Millionen Euro für die Belgrader Beo Cista Energija. Die Firma wurde eigens dafür gegründet, eine Müllhalde in Serbiens Hauptstadt zu sanieren und eine Verbrennungsanlage für die Stromerzeugung zu errichten. 

Zuletzt habe man aber auch auf die Coronakrise reagiert: So beschloss die Weltbank ein Hilfspaket in Höhe von 14 Milliarden Dollar, wovon die IFC acht Milliarden Dollar beisteuert. Mit den Krediten soll weltweit bestehenden Firmenkunden, etwa Pharma-, und Transportunternehmen, unter die Arme gegriffen werden. 

Green Bonds 
Auch auf den Bondmärkten mischt die IFC mit und lancierte 2010 einen der ersten Green Bonds. Das Besondere daran: Die Erlöse müssen für Umweltprojekte verwendet werden. "Vor allem nach der Finanzkrise von 2008 rückte das Thema Nachhaltigkeit zunehmend in den Fokus", erinnert sich Schlömer an die Anfänge des Marktsegments zurück. Inzwischen ist der Markt für Green Bonds auf mehr als 500 Milliarden Euro gewachsen. Zuletzt verkündete sogar die EZB ihr Interesse, im Rahmen ihres monatlichen Anleihekaufprogramms auch solche Wertpapiere aufzunehmen, um das Segment zu fördern. Die IFC stehe solchen Schritten wegen ihrer Vorbildfunktion positiv gegenüber, sagt Schlömer - grundsätzlich sollte jedoch der Markt und nicht eine Institution Angebot und Nachfrage bestimmen, findet sie. 
Auch die IFC setzt freilich auf dasselbe Prinzip, um in den östlichen Regionen die Kapitalmärkte weiterzuentwickeln. Ein Beispiel: 2019 emittierte die Alpha Bank Romania einen Pfandbrief in Höhe von 50 Millionen Euro. Die IFC kaufte davon einen großen Anteil auf, um die Emission zu unterstützen. Schließlich war dies das erste Mal, dass ein solches Produkt an der Bukarester Börse gelistet wurde. Weitere ähnliche Projekte sind noch reichlich geplant. 
 

Die Presse, Von Raja Korinek
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Die private Energiewende

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30. Mar. 2020

Energy Sharing. Eine neue EU-Richtlinie ermöglicht eine weitere Dezentralisierung der Energieversorgung. Einige Projekte laufen schon. 
 
Wenn politische Repräsentanten Besuch aus dem Ausland empfangen, zeigen sie ihren Gästen gern die Schmuckstücke der Republik. Bundespräsident Alexander van der Bellen entschied sich beim Staatsbesuch seiner Schweizer Amtskollegin, Simonetta Sommaruga, Ende Jänner für das Viertel Zwei. Das Stadtentwicklungsprojekt beim Wiener Prater gilt in vielerlei Hinsicht als wegweisend, was besonders hervorsticht, ist jedoch das innovative Energiekonzept. Es kombiniert und vernetzt die Technologien von Geothermie, Grundwassernutzung und Fotovoltaik in einer Weise, "dass 70 Prozent des benötigten Wärme- und Kältebedarfs des Viertels CO32-emissionsfrei mit den vorhandenen Energiequellen vor Ort gedeckt werden können", erläutert Herbert Hetzel, Geschäftsführer von Energie Krieau. 

Pilotprojekt im Viertel Zwei 
Vor zwei Jahren hat Wien Energie ein vom BMVIT gefördertes Pilotprojekt gestartet, das einen weiteren Schritt in Richtung Energieautonomie des Grätzels einleiten soll. Das Unternehmen hat dafür rund 100 Bewohner versammelt, um die erste Energiegemeinschaft Wiens zu bilden. In einem ersten Schritt wurde jedem Teilnehmer ein Anteil von einem Kilowatt/Peak (kWp) Strom an der quartierseigenen Fotovoltaikanlage zugesprochen. Es wurden Workshops organisiert, unterschiedliche Tarifmodelle getestet und Verbesserungsvorschläge diskutiert. Laut Plan soll das Projekt im Frühjahr nun in seine eigentlich innovative Phase eintreten: Die Bewohner können dann selbst aktiv am Strommarkt teilnehmen. Wenn der zugeteilte Sonnenstrom - etwa im Urlaub - nicht selbst verbraucht wird, kann ihn der Nutzer an seinen Nachbarn verkaufen und bei zusätzlichem Bedarf von ihm zukaufen. Die Basis hierfür bildet ein Energiemanagementsystem samt eigener Smartphone-App, mit der sich Strombezug und -verkauf bequem steuern lassen, und die Blockchain, ein digitales Verfahren, das die vollautomatische Abrechnung des bezogenen oder verkauften Stroms ermöglicht. Bei Wien Energie, das über eine Laufzeit von rund fünf Jahren mehr als zwei Millionen Euro in das Projekt investiert, verspricht man sich einiges davon: "Wir sind überzeugt, dass es in Zukunft viele solche Energiegemeinschaften geben wird", sagt Wien-Energie-Geschäftsführer Michael Strebl. 

Freie Produzentenwahl 
Was im Viertel Zwei als Pilotprojekt erst anläuft, ist anderswo schon Realität. Das kleine, in der Gemeinde Nappersdorf im Weinviertel beheimatete Start-up eFriends Energy hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, eine Energiegemeinschaft zu etablieren, die nicht nur in einer eng begrenzten Nachbarschaft funktioniert, sondern ganz Österreich umfasst. Im Unterschied zum Wien-Energie-Projekt steht dabei nicht eine Gemeinschaftsanlage im Mittelpunkt, vielmehr vernetzt die Plattform private Ökostromproduzenten mit Verbrauchern in ganz Österreich. Das System gesteht dabei sowohl Produzenten als auch Verbrauchern größtmögliche Flexibilität zu: Jeder Produzent kann seinen eigenen Preis festlegen, dem Verbraucher wiederum steht frei, von welchem Erzeuger er seinen Strom beziehen möchte. "Der Besitzer einer Fotovoltaikanlage kann seinen überschüssigen Strom sogar verschenken, etwa einem Verwandten in Wien", erzählt Mitgründerin Klara Dimmel. Die Netzgebühren fallen allerdings unabhängig davon an. Steuern lässt sich all das bequem über eine Smartphone-App oder den PC. Die Vernetzung der Teilnehmer erfolgt über eine Peer-to-Peer-Technologie. "Wir haben zwar auch eine Integration der Blockchain-Technologie ins Auge gefasst, aktuell ist unser System aber praktikabler", erklärt Dimmel. 

Netzentgelte noch zu hoch 
Derzeit hat die eFriends-Community rund 500 Mitglieder, "ein Drittel davon sind Produzenten, zwei Drittel Konsumenten", so Dimmel. Als Produzenten angeschlossen haben sich Fotovoltaikanlagenbesitzer aus ganz Österreich, einige private Kleinwasserkraftwerke und ein Biomassekraftwerk. Zu mehr als 80 Prozent versorgt sich das Netzwerk mit eigenem Strom, "die Restenergie aus zertifiziertem Ökostrom liefert eFriends Energy in seiner Rolle als ,klassischer' Energielieferant", erzählt Dimmel. Die Energielieferungen sind das zweite finanzielle Standbein des Unternehmens, das erste besteht in einer zehnprozentigen Provision, die von den Produzenten eingehoben wird. Für Georg Lettner vom Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe an der TU Wien sind solche Initiativen ein Schritt in die richtige Richtung. "Um mehr Energiegemeinschaften etablieren zu können, brauchte es dafür allerdings entsprechende finanzielle Anreize", betont der Experte. "Das ließe sich etwa durch eine Reduktion der Netzentgelte bei lokaler Versorgung bewerkstelligen, die derzeit auch bei den Energiegemeinschaften noch in voller Höhe anfallen." Dass die großen Energieversorger von solchen Geschäftsmodellen verdrängt werden könnten, glaubt Lettner hingegen nicht: "Netzbetreiber wird es immer brauchen und auch große Energieanbieter, die fehlende Erzeugung ausgleichen." Tendenziell werde sich ihr Charakter aber in Richtung eines Dienstleisters entwickeln, der die dafür nötige Technologie zur Verfügung stellt. 

Die Presse, von Erich Ebenkofler
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Verbund unter Strom

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WIEN, 30. Mar. 2020

Sehr gute Geschäftsentwicklung -bessere Preise.

Der Verbund-Konzern legt ein gutes Ergebnis für 2019 vor. Die sehr gute Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2019 ist vor allem auf die Realisierung der stark gestiegenen durchschnittlichen Absatzpreise, bedingt durch ein höheres Strompreisniveau auf dem Großhandelsmarkt für Strom, zurückzuführen, meldet das Unternehmen. Auch die Erzeugung aus Wasserkraft erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr. Das EBITDA, das operative Ergebnis vor Abschreibungen, stieg um 36,9% auf 1.183,5 Mio. €, und das Konzernergebnis erhöhte sich um 28,1% auf 554,8 Mio. € gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres.
Das Konzernergebnis konnte sogar um 60,4% auf 549 Mio. € gesteigert werden. 

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Strom, Wasser und Heizung werden keinesfalls abgedreht

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Wien, 30. Mar. 2020

Österreichs Energieversorger garantieren auch bei Zahlungsschwierigkeiten ihre Leistung. Die kritische Infrastruktur, von der Post bis zu Telekomnetzen, hat den Stresstest bestanden. 

Viele Österreicher machen sich derzeit Sorgen um ihren Job oder die Frage, ob sie ihre Rechnungen weiter bezahlen können. Vonseiten der Energiewirtschaft kam am Donnerstag Entwarnung. Auch bei Zahlungsproblemen werde niemandem Strom, Heizung oder Warmwasser abgedreht, sagte Klimaschutz- und Energieministerin Leonore Gewessler. Darauf habe sie sich mit den Energieversorgern geeinigt. Die Vereinbarung gelte nicht nur für Haushalte, sondern auch für Klein- und Kleinstunternehmen bis auf Weiteres. „Es freut mich, dass wir den Menschen eine Last von den Schultern nehmen und eine Sorge zerstreuen können“, so Gewessler. 

Auch die Post wird laut der zuständigen Ministerin Elisabeth Köstinger weiter überall zugestellt, auch in Quarantänegebieten. 90 Prozent der 1800 Poststellen seien geöffnet und auch die Auszahlung der Pensionen – an immerhin 90.000 Pensionisten – sei sichergestellt. 

Zum Schutz der rund 15.000 Post-Mitarbeiter seien ähnlich wie im Handel Vorkehrungen getroffen worden, sagte Post-Generaldirektor Georg Pölzl. In den Filialen werden nur drei Kunden gleichzeitig eingelassen. Pakete, eingeschriebene Sendungen oder Geld werden zur Eindämmung der Ansteckungsgefahr jetzt „kontaktlos“ übergeben, wobei die Zusteller unterschreiben. Schutzmasken tragen die Postler nicht, weil diese laut Experten eher eine trügerische Sicherheit vermittelten. Ausbauen will die Post ihre österreichische Onlineplattform Shöpping. 

Salzburger Nachrichten
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OMV will vier Mrd. Euro einsparen

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Wien, 30. Mar. 2020

Sparprogramm. Kosten werden gesenkt, Investitionen gekürzt, Projekte verschoben. 

Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV will mit einem milliardenschweren Sparprogramm seine Finanzkraft stärken. So wie die Branchenriesen Chevron, Shell oder Total dampfen auch die Österreicher ihre Investitionen ein und treten auf die Kostenbremse. Insgesamt sollen heuer vier Milliarden Euro gespart werden. "Dieses Maßnahmenpaket stellt die Handlungsfähigkeit des OMV-Konzerns in dieser wirtschaftlich herausfordernden Situation sicher", sagte Konzernchef Rainer Seele am Donnerstag. Neben der Coronakrise machen den Ölkonzernen auch die niedrigen Öl- und Gaspreise zu schaffen. 
Österreichs größter Industriekonzern kürzt nun seine Investitionen um eine halbe Mrd. Euro auf unter zwei Mrd. Euro. Zudem werden Projekte mit einem Volumen von 1,5 Mrd. Euro in das nächste Jahr verschoben. Die Kosten sollen um rund 200 Millionen Euro gesenkt werden. Die OMV-Aktie verlor gestern anfänglich 3,7 Prozent, erholte sich danach aber wieder etwas. Gegenüber 2019 hat sie fast die Hälfte ihres Werts verloren. 

Zahlungsaufschub bei Zukauf 
Mehr Luft verschaffte sich die OMV auch bei der Finanzierung ihres über vier Milliarden Euro schweren Zukaufs. Mit dem Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi wurde vereinbart, dass der Kaufpreis für ein weiteres Aktienpaket am Chemiekonzern Borealis in zwei Tranchen gezahlt werde. Beim Abschluss der Transaktion fließen vorerst 2,34 Milliarden Dollar. Der Rest bis Ende 2021 mit einer marktüblichen Verzinsung. Mubadala ist nach der österreichischen Staatsholding Öbag zweitgrößter OMV-Aktionär. 
Durch den Zukauf stärkt die OMV zwar ihre Position im Bereich Petrochemie. Dadurch steigt aber auch der Verschuldungsgrad über den Zielwert von rund 30 Prozent. Geld in die Kasse spülen will die OMV nun auch durch den Verkauf von Geschäftsteilen, etwa des Gasnetzbetreibers Gas Connect oder des Tankstellennetzes in Deutschland. Auch wurden einige Milliardenprojekte zeitlich verschoben - so der Einstieg beim russischen Gasfeld Achimov. Zudem wurde die Investitionsentscheidung für das Gasfeld Neptun im Schwarzen Meer auf Eis gelegt. 

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Hochbetrieb hinter den Kulissen

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30. Mar. 2020

Corona-Epidemie. Österreichs Energieversorger haben ihre Pläne für den Krisenfall aktiviert.

Die notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Versorgung wurden schon vielfach geübt. 

Für die meisten Menschen war das Wort Pandemie bis vor Kurzem ein eher abstrakter Begriff. Anders bei Österreichs Energieversorgern: "Jedes Unternehmen der Energiewirtschaft verfügt über Pläne für Krisensituationen", erzählt Leonhard Schitter, Präsident von Österreichs Energie, der Interessenvertretung der österreichischen E-Wirtschaft. "Darin wird auf verschiedenste Szenarien wie Cyberangriffe, Naturkatastrophen oder Terroranschläge und natürlich auch auf Seuchen und Pandemien eingegangen." 

Leitstellen als Back-up 
Alarmiert von den Meldungen über die Ausbreitung des Coronavirus starteten die Energieversorger bereits Ende Februar auf Basis dieser Krisenpläne mit den Vorbereitungen für die jetzige Situation. In Salzburg etwa, wo im Normalbetrieb eine Leitstelle im Betrieb ist, wurden an drei weit voneinander entfernten Standorten Leitstellen aktiviert, vorgesorgt, dass die Mitarbeiter untereinander keinen direkten Kontakt haben, Hygienemaßnahmen und weitere Vorkehrungen getroffen, berichtet Schitter, der auch Vorstand der Salzburg AG ist. So sollte verhindert werden, dass eine große Anzahl an wichtigen Mitarbeitern erkrankt und dadurch der Betrieb gefährdet ist. Das Szenario war für die Betroffenen nicht neu, betont Schitter: "Wir haben solche Maßnahmen in Übungen unzählige Male durchgespielt, deshalb lief alles ohne Probleme ab." Im Hintergrund werde zwar anders gearbeitet als sonst, aber die Stromversorgung sei gesichert und laufe wie gewohnt weiter, betont er. Das gilt neben Strom auch für die anderen Leistungen der Salzburg AG, wie Gas, Fernwärme, Wasser und Internet. 

Freiwillige Isolation 
Bei der Wien Energie ist für den Krisenstab derzeit Alexander Kirchner verantwortlich, Leiter des Bereichs Betrieb Erzeugungsanlage. Vor vier Wochen wurde das Management für die aktuelle Krise gestartet. "Alle Schritte waren eingeübt, und das hat sich bewährt", berichtet auch er. Der Energieversorger hat 53 Mitarbeiter an vier Standorten - Kraftwerk Simmering, Müllverbrennung Simmeringer Haide, Spittelau und Flötzersteig - in komplett abgeschlossenen Räumlichkeiten kaserniert. Dadurch soll eine Ansteckung der Teams mit Covid-19 ausgeschlossen werden. 

Von den Leitstellen werden die Wiener Kraftwerke und Müllverbrennungsanlagen gesteuert. Wartung und - sofern notwendig - kleinere Reparaturen werden ebenfalls von diesen Teams durchgeführt. "Die isolierten Mitarbeiter wurden aus Freiwilligen ausgesucht, die sich nach einem Aufruf gemeldet haben", berichtet Kirchner. "Sie sind top motiviert und wissen, wie wichtig ihr Einsatz ist, damit in Wien alles funktioniert." Die abgeschotteten Räumlichkeiten sind mit allen Einrichtungen ausgestattet, damit ihr Aufenthalt halbwegs angenehm ist. Dazu gibt es arbeitspsychologische Betreuung. 

Die hohe Motivation der Beschäftigten sei bei allen österreichischen Energieversorgern beeindruckend, unterstreicht Schitter. Das treffe auf sämtliche Mitarbeiter zu, denn gefordert sind in diesen Wochen nicht nur die Mannschaften in den Leitstellen. Die Teams für die Behebung von Störungen und für die Aufrechterhaltung der notwendigen Wartungsarbeiten stünden österreichweit nach wie vor im Einsatz. Lediglich nicht dringende Instandhaltungen würden nach hinten gestellt. Auch hier wurde vorgesorgt, damit nicht komplette Bereiche durch eine Covid-19-Infektion ausfallen, erklärt Schitter. Verstärkt wurde außerdem die Mannschaft für die telefonische Kundenbetreuung: "Die Kundenanfragen haben deutlich zugenommen", erzählt er. 

Keine Sperren bei Anschlüssen 
Ähnlich vorbereitet geben sich auch andere für die Versorgung mit Energie wichtige Unternehmen. Die OMV richtete bereits zu Beginn der Coronakrise ein zentrales Notfallmanagement-Team ein, das sämtliche Maßnahmen koordiniert und den jeweiligen Umständen anpasst. Das gilt besonders für die Raffinerien und Tanklager, für die es ebenfalls langfristig vorbereitete Krisenpläne für die unterschiedlichsten Szenarien gibt. "Die meisten unserer operativen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten im Schichtbetrieb, und wir vermeiden den direkten Kontakt zwischen den Schichten schon seit Wochen", heißt es aus der OMV-Presseabteilung. 

Die Versorgung mit Energie ist auch vom Angebot her jedenfalls gesichert. Aufgrund der europaweiten Beschränkungen sind alle Energieverbräuche deutlich gesunken, und es gibt derzeit ein Überangebot. Selbst Sorgen wegen offener Rechnung müssen sich viele Kunden derzeit nicht machen. Die großen österreichischen Stromlieferanten haben versprochen, bei Zahlungsrückständen den Anschluss nicht zu sperren. Nachdrücklich versichert das Michael Strebl, Geschäftsführer von Wien Energie: "Es gibt für Kunden, die in Rückstand geraten sind, garantiert keine Abschaltungen, solang wir uns in dieser Krise befinden." 
 

Die Presse, von Wolfgang Pozsogar
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Verschleiert und irregeführt

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FREIBURG , 30. Mar. 2020

Zu den verschiedenen Berichten über die Windkraft als Zugpferd für die Energiewende und ein "Windbürgergeld" als Entschädigung für Anwohner: Immer wieder wird deutlich, dass vielen Menschen der Unterschied zwischen Energie und Leistung bei der Stromerzeugung mit Windkraft und Photovoltaik nicht bewusst ist. Von den Befürwortern dieser beiden Erzeugungsarten wird vorgerechnet, wie viel Energie sich erzeugen lässt beziehungsweise erzeugt wurde und dass der gesamte Energiebedarf gedeckt werden könnte, wenn nur genügend Windkraft- und Solaranlagen installiert würden. 

Diese Behauptung ist richtig, wenn man die physikalische Größe "elektrische Energie" mit der Einheit Wattsekunde (Ws) in Bezug auf Erzeugung und Verbrauch über genügend lange Zeiträume vergleicht. Tatsache ist jedoch auch, dass bei der Stromversorgung überhaupt nicht die elektrische Energie, sondern eine ganz andere physikalische Größe, nämlich die elektrische Leistung mit der Einheit Watt (W) gefragt ist. Die Verbraucher benötigen elektrische Leistung, die dann über die Zeit integriert, also aufsummiert, die elektrische Energie ergibt und dann als solche in kWh ausgedrückt auf der Stromrechnung steht. 

Bei der Stromversorgung die elektrische Energie zu betrachten ist ein Fehler, der auf allen Ebenen begangen wird. Energieversorger bieten sogenannte Energiemonitore an, mit denen durch viertelstündliche Aktualisierung zwar näherungsweise die aktuelle Leistung dargestellt, in der zusammenfassenden Historie aber nur die Energie angezeigt wird. Dadurch wird der fehlende zeitliche Zusammenhang zwischen angebotener Leistung aus Wind und Sonne und der durch die Verbraucher abgerufenen Leistung verschleiert. Bürger oder auch Entscheidungsgremien werden irregeführt. Geschieht das mit Absicht oder kennt man bei den Energieversorgern den Unterschied zwischen Energie und Leistung wirklich nicht? Würde man statt der Energie die Leistung in den Grafiken darstellen, wie das im Internet der Fall ist, könnte jedermann leicht erkennen, dass mit Windkraft und Sonneneinstrahlung zwar viel elektrische Leistung erzeugt werden kann, dies aber weder zeitlich noch im Umfang planbar ist. Allein schon aufgrund der Unzuverlässigkeit in Bezug auf Zeitpunkt und Menge der zur Verfügung stehenden Leistung ist die Stromerzeugung aus diesen beiden Energieträgern für eine Industrienation wie die unsere absolut unbrauchbar. 

Daran ändern sowohl die Anzahl der Anlagen als auch ein "Windbürgergeld", eine finanzielle Entschädigung für Anlieger, oder die Ökostromförderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz nichts. Um Windkraft und Sonneneinstrahlung zur Stromversorgung heranziehen zu können, müsste deren Leistung gespeichert werden können, um dann bei Bedarf abgerufen zu werden. Für die Speicherkapazitäten, die unser Land benötigt, sind keine technischen Lösungen in Sicht und selbst dann wäre die schwache Leistungsdichte dieser beiden Energieträger für die Speicherung das entscheidende Hindernis. Energiefachleute, die dies seit Jahren äußern und vor dem Zusammenbruch der Stromversorgung warnen, werden nicht gehört oder einfach ignoriert. 

Vielversprechende alternative Konzepte wie der Dual-Fluid-Reaktor werden totgeschwiegen. Die Frage ist, welches Ereignis eintreten muss, damit realisiert wird, dass man zwar Menschen manipulieren und beeinflussen kann, aber die Gesetze der Physik, hier in Bezug auf Energie und Leistung, stets unverändert gelten und sich nicht politischen Meinungen oder demokratischen Mehrheiten unterwerfen. 
 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, von MICHAEL SAIER
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"Die Stromversorgung ist sicher", lautet die Botschaft

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30. Mar. 2020

Sonst eher im Hintergrund, kommuniziert der Strom-Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) aktuell offensiv via Infomations-Kampagne.

Das Stromnetz der Austrian Power Grid AG ist das Rückgrat der österreichischen Stromversorgung. Die Stromversorgung funktioniert nach einem wesentlichen Prinzip: Stromerzeugung und Stromverbrauch müssen sich in jeder Sekunde exakt die Waage halten. Nur dann ist das System stabil, die Versorgung sicher. Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber Österreichs ist die Kernaufgabe der APG, diese Balance in jedem Moment zu halten.

Sicherheit kommunizieren Aus Anlass der derzeitigen Situation, wo sich Menschen auch Gedanken um ihren Job und ihre tägliche Versorgung mit Lebensmitteln machen, spielt auch die Versorgungssicherheit diverser Infrastrukturbetriebe sicherlich eine Rolle. Aus diesem Anlass bat medianet Christoph Schuh, Unternehmenssprecher und Leiter Corporate Communications & Reputation Management von APG, zum Interview über die kommunikative Aufgabe der APG, gerade in Zeiten wie diesen Versorgungssicherheit auszustrahlen.

medianet: Herr Schuh, neben den Öffnungszeiten von Lebensmittelgeschäften und Apotheken machen sich Menschen in der derzeitigen Situation Sorgen darüber, ob es genug Strom und Gas gibt. Wie vermittelt man kommunikativ den Kunden diese Sicherheit, ohne die Menschen dabei noch mehr zu verunsichern?

Christoph Schuh: Bei uns steht die Transparenz im Vordergrund. Wir waren eines der ersten Unternehmen, das die Maßnahmen der Bundesregierung kommunikativ unterstützt hat. Parallel haben wir unseren Kunden kommuniziert, dass die Stromqualität und die Stromversorgung gesichert sind.
Der zweite Punkt, und der darf nicht unterschätzt werden, ist, dass wir ein Unternehmen mit gut 600 Mitarbeitern sind.

Deshalb war es auch wichtig, unsere Aktivitäten zeitnah nach innen via Newsletter zu kommunizieren.
Unsere Mitarbeiter sind wichtige Kommunikatoren nach außen. Deswegen halte ich es für extrem wichtig, dass sie proaktiv informiert werden. Sie tragen diese so wichtigen Informationen in ihre sozialen Kreise und machen so Öffentlichkeitsarbeit für uns. Das ist nicht nur die schnellste Kommunikations-
variante, sondern es ist aus meiner Sicht auch die wirksamste und kompetenteste, weil Mitarbeiter, die die Maßnahmen mittragen, die höchste Glaubwürdigkeit haben.

medianet: Warum war es Ihnen wichtig, auch die Maßnahmen der Bundesregierung kommunikativ zu unterstützten?Soweit ich weiß, haben Sie das zum ersten Mal überhaupt gemacht. 
Schuh: Das ist richtig, und dabei haben wir zwei Ansätze verfolgt: Zum einen ging es darum, als erstes Unternehmen die Bundesregierung aktiv zu unterstützen, indem wir die Maßnahmen, die die Regierung setzt oder setzen will, mitkommunizieren -also 'Bleibt zu Hause','Geht nur raus, wenn es notwendig ist' und dabei zum anderen gleichzeitig die Botschaft mittransportieren 'Macht euch keine Sorgen, wenn ihr zu Hause seid, ihr könnt euch auf die sichere Stromversorgung verlassen.'

medianet: Entspricht diese Begleitmaßnahme zur Kommunikation der Bundesregierung auch Ihrem Selbstverständnis als wichtiges österreichisches Infrastrukturunternehmen?
Schuh: Ja, natürlich. Wir sind ein öffentliches Unternehmen und werden als solches in vielen Bereichen als 'spezielles' Unternehmen gesehen. Wir sind ein Vorzeigebetrieb, wenn es darum geht, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. So haben wir so schnell wie möglich auf die Ansteckungsgefahren reagiert und innerhalb von nur drei Tagen gut zwei Drittel der Mitarbeiter auf Homeoffice um-
gestellt und wir waren auch im Bereich der Unterbrechung von Baustellen eines der ersten Unternehmen, die dies so schnell es ging umgesetzt haben.
Ziel ist es, dass wenig Menschen außer Haus sind und dass sie wenig Kontakt untereinander haben. Baustellen sind kritisch, weil es dort schwer ist, die 'Distancing-Regel' einzuhalten und einen Meter Abstand zu halten. Generell sind wir als Unternehmen gefordert, immer voranzugehen und aus dieser Verantwortung heraus haben wir gesagt:
'Wir wollen das nicht im stillen Kämmerlein machen, sondern, transparent kommunizieren.' Das war auch der Grund, warum wir uns für eine breite Print-Medien-Kampagne entschieden.

medianet: Das Wesen der aktuellen Kommunikationsmaßnahme ist es, als klassische Informationskampagne zu fungieren. Wie weit musste man sich hier an die aktuellen Anforderungen anpassen?
Schuh: Diese Situation ist für uns sehr ungewohnt, weil unsere Krisen normalerweise eher technischer Natur sind. Mein klarer Fokus bei allen Kommunikationsaktivitäten ist, dass wir transparent und offensiv mit der Situation umgehen. Wir wollen den Menschen erklären, was wir unmittelbar tun, damit sie sich keine Sorgen machen müssen. Wir haben hier sehr rasch reagiert -die aktuelle Kampagne ist binnen 48 Stunden inhouse entstanden.

medianet: Dann bleiben wir zum Schluss doch gleich beim Thema 'APG und ihre Kommunikation nach außen': Die Austrian Power Grid ist allgemein nicht sehr bekannt. Wird die Tatsache, dass Sie durch die Kampagne bekannter werden, weil Sie mehr in der Öffentlichkeit stehen, das Selbstverständnis der Kommunikation für das Unternehmen an sich ändern und wie weit sind Sie hier als neuer Kommunikationsverantwortlicher auch dafür zuständig?
Schuh: Ich leite die Kommunikation der APG seit September 2019, davor habe ich über vier Jahre das APG-Büro in Brüssel geleitet. Das ist einer der Gründe, warum mich dieser Job als Unternehmenssprecher und Leiter der Corporate Communications &Reputation Management interessiert hat.
Unsere Vorstände Gerhard Christiner und Thomas Karall wollten auch bewusst einen Wechsel vom 'im stillen Kämmerlein machen wir unsere Sachen und keiner weiß es' zu einer Rolle, in der wir sagen, wir sind Teil der kritischen Infrastruktur, wir brauchen in Zukunft viele Dinge, damit die Stromversorgung Österreichs auch in Zeiten der Energiewende funktioniert und daher müssen wir uns offensiv den Fragen stellen, die da auf uns zukommen. Wir haben das, was wir sowieso kommunikativ geplant haben, eben jetzt an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Das ist nichts anderes als das, was wir sowieso heuer geplant hätten.

Facts
Austrian Power Grid Die APG ist Österreichs unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber für Strom und steuert und verantwortet das überregionale Stromtransportnetz. Das APG-Netz erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.400 km, welches das Unternehmen mit einem Team von rund 600 Spezialistinnen und Spezialisten betreibt, instand hält und laufend den steigenden Anforderungen seitens Wirtschaft und Gesellschaft anpasst. Das Credo der APG lautet: "APG schafft Sicherheit in der Stromversorgung, damit alle Strom haben, wenn sie ihn brauchen."
Eine der wichtigen Botschaften lautet:'Macht euch keine Sorgen,wenn ihr zu Hause seid, ihr könnt euch auf die Stromversorgung verlassen.

Christoph Schuh Unternehmenssprecher Austrian Power Grid
 

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Moderner Ablasshandel?

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30. Mar. 2020

CO2-Kompensation. Fliegen schadet dem Klima.

Das ist spätestens seit dem Aufkommen der "Fridays for Future"-Bewegung auch der breiten Öffentlichkeit bekannt. Sind CO2-Kompensationszahlungen sinnvoll oder nur ein grünes Feigenblatt?

Seit Greta Thunberg mit ihren wöchentlichen Klimastreiks die "Fridays for Future"- Bewegung gründete, ist der Begriff "Flugscham" in aller Munde. Er steht für das zunehmende Bewusstsein für die klimaschädlichen Auswirkungen des Fliegens. Wer nicht aufs Fliegen verzichten kann oder möchte, hat die Möglichkeit, zumindest die Treibhausgasemissionen zu kompensieren: Zahlreiche Unternehmen bieten Kompensationsprojekte an. Auf der Website des jeweiligen Anbieters kann der Klimaschaden und der daraus resultierende Kompensationsbetrag ermittelt werden. Einige Fluglinien bieten diesen Service auch direkt auf ihrer Homepage an. Austrian Airlines etwa kooperiert mit Climate Austria, dem neben Myclimate und der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) größten österreichischen Anbieter.

Gibt man z.B. beim deutschen Anbieter Atmosfair den Direktflug Wien-New York und retour ein, wird ein CO2-Ausstoß von 2,9 Tonnen berechnet, die Kompensation dafür beträgt 68 Euro. Gleich darunter bekommt der interessierte Konsument einen CO2-Vergleich präsentiert: die Jahresemission eines Inders (1,6 t), ein Jahr Autofahren im Mittelklassewagen (2 t) und das klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen (2,3 t). Das Geld wird je nach Anbieter unterschiedlich investiert, meist in weltweite Klimaschutzprojekte. Atmosfair baut vor allem erneuerbare Energien in Entwicklungsländern aus, Climate Austria setzt seine Projekte hauptsächlich in Österreich um.

Das Bewusstsein für die Möglichkeit der CO2-Kompensation wächst, sagt Dominik Schmitz vom Zentrum für globalen Wandel und Nachhaltigkeit an der BOKU: "Der weltweite freiwillige CO2-Markt hatte 2018 ein Volumen von etwa 300 Millionen US-Dollar. 2017 waren es noch 150 Millionen Dollar." Laut Schmitz werden rund fünf Prozent aller Flüge kompensiert.
Wer kompensiert?
Der Anbieter Climate Austria führt das starke Wachstum insbesondere auf das steigende Interesse von Unternehmen und öffentlichen Stellen zurück (z.B. CO2-Kompensation bei Dienstreisen). Und Privatpersonen? Laut einer Studie des Interuniversitären Forschungszentrums in Klagenfurt handelt es sich bei privaten Nachfragern von CO2-Kompensation um "eine kleine Gruppe sehr interessierter und umweltbewusster Konsumenten, die neben Kompensationsmaßnahmen auch andere Aktivitäten im Bereich des Umwelt-und Klimaschutzes setzen". Die Studie spricht von einer "älteren Personengruppe mit guter Ausbildung und wahrscheinlich auch dementsprechend gutem Einkommen".

Die Stiftung Warentest untersuchte im Jahr 2018 die sechs größten Anbieter für CO2-Kompensation hinsichtlich Qualität der Kompensation, Transparenz sowie Leitung und Kontrolle. Bewertet wurde auch, ob die Anbieter auf ihrer Internetseite deutlich machen, dass es besser ist, CO2 zu sparen als den Ausstoß zu kompensieren. In anderen Worten: besser weniger fliegen als sich durch Ausgleichszahlungen ein gutes Gewissen kaufen. Drei Anbieter erhielten die Note "sehr gut": Atmosfair, Klima-Kollekte und Primaklima (siehe Kasten unten). Myclimate schnitt gut ab, Klimamanufaktur und Arktik waren weniger zufriedenstellend. Was auffällt: Ein und derselbe Flug wird von verschiedenen Anbietern als unterschiedlich schädlich eingestuft. Für die Strecke Frankfurt-New York liegt die Klimabelastung demnach zwischen 2,3 und 3,8 Tonnen CO2 Der Grund dafür sind verschiedene Rechenmethoden und der RFI (Radiative Forcing Index). Er bezieht ein, dass der Treibhauseffekt von Flugemissionen in großen Höhen besonders stark ist. Der Weltklimarat hält einen Faktor von 2,7 für sinnvoll, in der Praxis reicht die Bandbreite von 1 bis 3. Die Stiftung Warentest gab sich in ihrem Test mit einem RFI-Faktor größer 1,8 zufrieden. Die Preise für die Kompensation reichen von 5 bis 23 Euro pro Tonne CO2; sie hängen unter anderem von der Art der Projekte ab.

Kritische Stimmen
Zurück zu Greta Thunberg: Die schwedische Klimaaktivistin kritisiert den "Klimakompensations-Bluff". Sie bezieht sich auf eine Artikelserie in der schwedischen Tageszeitung "Dagens Nyheter". Dort war unter anderem über Missstände bei Kompensationsprojekten berichtet worden, etwa in Uganda: Bei einem Aufforstungsprojekt wurden lokale Bauern von Polizei und Militär gewaltsam vertrieben. Kritisiert wurde auch die Zusammenarbeit der schwedischen Regierung mit Kompensationsfirmen, die Muttergesellschaften in Steueroasen haben und die Kompensationen zum Teil nicht nachweisen konnten.

Fehlende Wirksamkeit
Ein weiterer Kritikpunkt ist die oft fehlende Wirksamkeit der Klimakompensation: Eine Studie des deutschen Öko-Instituts belegt, dass ein großer Teil der Projekte auch ohne das Kompensationsgeld umgesetzt worden wäre.

Ein Beispiel: Durch Kompensationsgeld wird ein Wasserkraftwerk mitfinanziert. Gebaut worden wäre es aber auch ohne dieses Geld. Da sich dies nicht immer eindeutig nachweisen lässt, hat etwa Atmosfair dafür eigene Kriterien entwickelt. "Dabei geht es unter anderem darum, dass ein technologieabhängiger fester Mindestanteil der Projektkosten über die Kompensationsgelder getragen werden muss", so ein Atmosfair-Sprecher.

Kritisch wird auch CORSIA (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation) gesehen, ein System zur Regelung der globalen Flugverkehr-Emissionen. Ziel des neuen Emissionshandelssystems: Ab 2021 soll der Flugverkehr zwar weiter wachsen, aber seine CO2-Emissionen sollen gleich bleiben. Möglich machen soll das ein System der Klimakompensation, das bei der UNO angesiedelt ist. Kritik kommt u.a. vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ): "Mit CORSIA wird bloß CO2-neutrales Wachstum angepeilt. Das reicht nicht. Nötig ist, den ganzen Flugverkehr CO2-neutral zu machen." Zusammengefasst kann man sagen: Bei jedem Flug sollte man überlegen, ob er unbedingt nötig ist oder ob es eine klimafreundlichere Alternative gibt. Eine CO2 Kompensation sollte immer die zweite Wahl bleiben.
 

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Brent-Öl so billig wie zuletzt 2002

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Frankfurt am Main, 30. Mar. 2020

Die Furcht vor einer sinkenden Nachfrage durch die Coronavirus-Krise schickt den Ölpreis erneut auf Talfahrt. Der Sorte Brent aus der Nordsee rutschte am Montag um bis zu 7,6 Prozent ab und war mit 23,03 Dollar je Barrel so billig wie zuletzt vor mehr als 17 Jahren.

Das US-Öl WTI verbilligte sich ähnlich stark und notierte mit 19,92 Dollar nur noch knapp über seinem 18-Jahres-Tief von vorvergangener Woche. Neben dem weitgehenden Stillstand der Weltwirtschaft leidet Rohöl unter dem Preiskrieg Saudi-Arabiens und Russlands, die trotz einer geringeren Nachfrage den Ölhahn bis zum Anschlag aufdrehen. Aber selbst wenn die beiden wichtigen Förderländer ihre Differenzen beilegten, würde dies dem Ölpreis kaum helfen, sagte Lachlan Shaw, Chef-Rohstoffanalyst der National Australia Bank. "Der Nachfrage-Schock durch den Erreger Covid-19 ist einfach zu groß." Experten rechnen wegen der Pandemie mit einem Rückgang der Rohöl-Nachfrage um etwa 20 Prozent.

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Trump will Ölpreisrückgang mit Putin besprechen

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Washington, 30. Mar. 2020

US-Präsident Donald Trump will mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin über den drastischen Verfall des Ölpreises sprechen. Auch der Konflikt zwischen Russland und Saudi-Arabien solle bei dem Telefonat thematisiert werden, sagte Trump am Montag im Gespräch mit dem Nachrichtensender Fox News.

"Die haben beide verrückt gespielt", sagte er über die zwei Länder, deren Disput den Ölpreis zuletzt zusätzlich in den Keller gedrückt hat. Dabei spielt allerdings auch der große Einbruch der Nachfrage infolge der Coronavirus-Pandemie eine große Rolle.

Trump erklärte, er wolle nicht, dass die Ölindustrie Pleite gehe. Die USA sind inzwischen ebenfalls ein sehr großer Öl- und Gasproduzent. Analysten zufolge können die meisten amerikanischen Produzenten bei den gegenwärtigen Marktpreisen jedoch nicht rentabel produzieren. Anders als in Russland und Saudi-Arabien sind die meisten Ölförderer in den USA unabhängig vom Staat, weswegen sie bei anhaltenden Verlusten wohl bald die Produktion drosseln dürften.

Die Ölpreise waren am Montag nochmals deutlich gefallen. Der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent gab auf gut 23 US-Dollar (20,6 Euro) nach - der tiefste Stand seit November 2002. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI fiel auf rund 20 Dollar.

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Kaeser: Werden bezahlen - und erwarten, bezahlt zu werden

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München, 30. Mar. 2020

Während einige große Unternehmen Mietzahlungen eingestellt haben, bekräftigt Siemens-Chef Joe Kaeser die Zahlungsbereitschaft seines Konzerns in der Corona-Krise. "Wir werden unsere Lieferanten bezahlen und erwarten von unseren Kunden auch, dass sie uns bezahlen", schrieb er am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter.

Allerdings fügte er auch hinzu, man werde sich im Fall, dass eine der beteiligten Seiten Probleme habe, "zusammensetzen und sehen, was wir tun können".

Kaeser rief in seinem Tweet auch zur Solidarität auf: Die aktuelle Situation sei "gewaltig" und "erst der Anfang". "Wir müssen näher zusammenrücken, während wir Abstand halten." Der scheidende Siemens-Chef ist für seine oft auch politischen Äußerungen auf Twitter bekannt.

Zuletzt hatten Konzerne wie Adidas oder H&M mit der Ankündigung, für Geschäfte in Deutschland, die wegen der Corona-Krise geschlossen sind, Mietzahlungen einzustellen, für Aufsehen und Kritik gesorgt.

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Rechnung bleibt häufigstes Thema bei E-Control-Hotline

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Wien, 27. Mar. 2020

Unklarheiten bei Strom- und Gasrechnungen sind weiterhin der häufigste Grund für Verbraucher, um sich an die Schlichtungsstelle der Energieregulierungsbehörde E-Control zu wenden. 2019 gab es dazu mehr als 1.300 telefonische Anfragen, wie der Energieregulator am Freitag mitteilte.

Darüber hinaus seien 350 Streitschlichtungsverfahren geführt und zusätzlich rund 750 schriftliche Anfragen beantwortet worden. "In Summe konnte somit mehr als 2.400 Konsumentinnen und Konsumenten geholfen werden", hieß es in der Aussendung der E-Control, deren Schlichtungsstelle es seit mittlerweile mehr als 17 Jahren gibt und die kostenlos hilft.

Aufgrund der aktuellen Corona-Krise wird diese in Zukunft noch mehr gefordert sein. "Auch wenn Konsumentinnen oder Konsumenten in Zahlungsschwierigkeiten geraten, wenden Sie sich an die E-Control um Hilfe. Hier sind unsere Mitarbeiterinnen besonders gefragt, schließlich gilt es oft, Abschaltungen von Strom- oder Gaskunden zu vermeiden", betonte E-Control-Vorstandsdirektor Wolfgang Urbantschitsch. "Gerade in den jetzt schwierigen Zeiten wird die Schlichtungsstelle wohl noch häufiger als gewöhnlich zur Anlaufstelle der heimischen Strom- und Gaskunden werden."

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Fortum macht Übernahme von Uniper perfekt

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Düsseldorf, 27. Mar. 2020

Der finnische Energieversorger Fortum hat sich endgültig die Mehrheit an dem Düsseldorfer Konkurrenten Uniper gesichert. Fortum halte über 69 Prozent der Anteile und Stimmrechte, teilten die Finnen am Donnerstag mit.

Fortum habe hierzu von den Finanzinvestoren Elliott und Knight Vinke wie vereinbart die erste Tranche ihres Uniper-Pakets übernommen. Die zweite Tranche mit bis zu 3,8 Prozent der Aktien solle innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen sein. Fortum hatte bisher 49,99 Prozent in der Hand.

Die Finnen werden für ihr Gesamtpaket an der ehemaligen E.ON-Kraftwerkstochter bis zu 6,5 Mrd. Euro hingeblättert haben. Diese hatte sich insbesondere unter ihrem früheren Chef Klaus Schäfer lange gegen den Angriff gestemmt. "Wir begrüßen die Unterstützung von Fortum als neuer Mehrheitseigentümer hinsichtlich unserer zukünftigen strategischen Ausrichtung", erklärte nun der jetzige Vorstandschef Andreas Schierenbeck. "Wir freuen uns gemeinsam mit Fortum in den kommenden Wochen zu erörtern, wie unsere beiden starken Unternehmen die in der Energiewelt notwendige strategische Weiterentwicklung vorantreiben können."

Der scheidende Fortum-Chef Pekka Lundmark betonte die Zusagen an Uniper. Fortum verzichte bis Ende 2021 auf einen Beherrschungs- und beziehungsweise oder auf einen Gewinnabführungsvertrag sowie auf einen Squeeze-Out der Minderheitsaktionäre. Damit bleibe Uniper ein eigenständiges, in Deutschland börsennotiertes Unternehmen. Fortum möchte den Uniper-Mitarbeitern Sicherheit und Stabilität bieten und befinde sich in konstruktiven Gesprächen mit den Uniper-Betriebsräten.

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Energie Burgenland: Johann Sereinig neuer AR-Vorsitzender

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Eisenstadt, 27. Mar. 2020

Johann Sereinig wird neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Energie Burgenland. Er folgt Hans Peter Rucker nach, der seine Funktion aufgrund seiner Berufung zum interimistischen Geschäftsführer der KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten-Ges.m.b.H.) zurückgelegt hat, berichtete die Energie Burgenland am Freitag nach ihrer ordentlichen Hauptversammlung.

Sereinig, ehemaliger Verbund-Vizechef, betonte, dass er seine Aufsichtsratsfunktion als "partnerschaftliche Aufgabe" verstehe. In Zeiten, in denen die Energiebranche großen Veränderungen unterworfen sei und vor wichtigen Herausforderungen in der Bekämpfung des Klimawandels stehe, werde der Aufsichtsrat dazu beitragen, dass die Energie Burgenland "weiterhin eine führende Rolle als Leitunternehmen des Landes einnimmt", sagte Sereinig.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) bedankte sich in einer Aussendung bei Rucker für seine langjährige Tätigkeit und begrüßte, dass Sereinig als Nachfolger gewonnen werden konnte.

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Dukovany-Ausbaupläne laut Grünen Gefahr für Österreich

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Dukovany/Prag, 27. Mar. 2020

Der Tschechische Energiekonzern (CEZ) hat am Mittwoch beim Staatlichen Amt für nukleare Sicherheit (SUJB) die Genehmigung zum Bau von zwei neuen Blöcken im Atomkraftwerk Dukovany beantragt, wie die tschechische Nachrichtenagentur CTK am Mittwoch berichtete. Der Anti-Atom-Sprecher der Grünen, Martin Litschauer, bezeichnete das am Freitag in einer Aussendung als "grob fahrlässig".

Er sprach sich gegen das Projekt aus: "Schon im Jahr 2018 haben mehr als 80.000 Österreicher*innen gegen den Bau neuer Reaktoren in Dukovany unterschrieben. Nun hat der halbstaatliche Konzern CEZ für zwei neue Atomreaktoren knapp hinter der österreichischen Grenze um Baugenehmigung angesucht. Das ist grob fahrlässig."

Die Agentur CTK berichtete weiter, dass nach Angaben des tschechischen Industrieministers Karel Havlicek eine Firma, die die neue Anlage liefern soll, bis Ende 2022 ausgewählt werden könnte. Eine Baugenehmigung könnte bis 2029 erteilt werden und der Bau würde danach beginnen. Der Antrag ermögliche es, die derzeit aktualisierten Energie- und Klimaziele Tschechiens zu berücksichtigen. Die Entscheidung über den Bau einer oder zwei weiterer Einheiten soll laut dem zu 70 Prozent staatlichen Tschechischen Energiekonzern später getroffen werden.

Nach Angaben von Litschauer ist nach wie vor die Endlagerung des Atommülls in Tschechien ungelöst und sorge auch in den Grenzregionen von Niederösterreich und Oberösterreich für heftige Diskussionen, weil auch grenznahe Standorte im Gespräch seien. Trotzdem wolle die Tschechische Regierung die Menge des Atommülls durch neue Standorte weiter erhöhen.

"(...) Ich werde den Schulterschluss zwischen allen Fraktionen, zwischen Bund und Ländern aber auch mit unseren Nachbarländern in der EU suchen, damit wir dieses Projekt verhindern können", erläuterte der Grüne Anti-Atom-Sprecher.

Bereits im Februar war die Rede davon, dass die tschechische Regierung vorläufige Konsultationen mit den Bewerbern um den Auftrag zu einem neuen Reaktor im AKW Dukovany führen wolle.

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Coronavirus - OMV und Verbund verschieben ihre HV

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Wien, 27. Mar. 2020

Die beiden heimischen Energie-Großunternehmen OMV und Verbund verschieben wegen der Corona-Krise ihre fürs Frühjahr geplanten Hauptversammlungen - der Öl-, Gas- und Chemieriese OMV von 19. Mai auf 29. September und der Stromkonzern Verbund von 28. April auf 16. Juni, wie die beiden ATX-Unternehmen mit Staatsbeteiligung am Freitag mitteilten.

Die OMV ist derzeit an der Wiener Börse mit über 8,4 Mrd. Euro Marktkapitalisierung das teuerste Unternehmen unter den 20 ATX-Werten, der Verbund mit fast 5,9 Mrd. Euro (knapp hinter der Erste Group) das "drittschwerste". Die Republik Österreich hält - über die Staatsholding ÖBAG - 31,5 Prozent an der OMV. Am Verbund hält die Republik 51 Prozent.

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Russland offen für erweitertes OPEC-Abkommen

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Moskau, 27. Mar. 2020

Russland hat sich angesichts des massiven Überangebots am Ölmarkt offen für ein neues Abkommen mit den OPEC-Staaten gezeigt. Eine OPEC+-Vereinbarung könnte möglich sein, wenn auch andere Länder sich daran beteiligten, sagte Kirill Dmitriew, Chef des russischen Staatsfonds. "Gemeinsames Handeln der Länder ist nötig, um die weltweite Wirtschaft wiederherzustellen."

Dmitriew und Energieminister Alexander Nowak waren die russischen Chef-Unterhändler bei der gemeinsam mit den OPEC-Staaten vereinbarten Fördergrenze. Das Abkommen läuft am 31. März aus.

Das Scheitern der Gespräche zwischen Russland und den OPEC-Staaten hatte den Ölpreis abstürzen lassen. Saudi-Arabien hat bereits angekündigt, seine Produktion hochzufahren. Dmitriew ließ offen, welche Länder sich an einem neuerlichen Abkommen beteiligen sollten. US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche signalisiert, sich zu einem angemessenen Zeitpunkt in den Konflikt einzuschalten.

Seit Jahresanfang ist der Ölpreis um gut 60 Prozent eingebrochen. Zusätzlich belastet wird der Preis für den wichtigen Rohstoff von der Coronavirus-Pandemie. Der Luftverkehr ist weltweit fast vollständig zum Erliegen gekommen, Firmen stehen still, die Menschen verzichten auf Autofahrten. Eine weltweite Wirtschaftskrise sei unausweichlich, sagte Dmitriew. Die weltweite Verschuldung sei auf 323 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen, von 230 Prozent zur Zeit der Finanzkrise 2008. Das Virus sei nur noch der Auslöser für die Krise.

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OMV muss 2020 über vier Milliarden Euro einsparen

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Wien, 26. Mar. 2020

Angesichts der Coronavirus-Pandemie tritt der österreichische Mineralölkonzern OMV nun massiv auf die Kostenbremse. 2020 sollen über 4 Mrd. Euro eingespart werden, um "die Finanzkraft und die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens sicherzustellen" und "die Versorgungssicherheit mit Energie zu gewährleisten", wie der Konzern am Donnerstag erklärte.

Die organischen Investitionen werden heuer demnach um rund 500 Mio. Euro auf knapp unter 2 Mrd. Euro zurückgefahren, die Kosten um rund 200 Mio. Euro gesenkt und Projekte im Volumen von etwa 1,5 Mrd. Euro verschoben. Weiters werden laut OMV über 2 Mrd. Euro für die Übernahme von weiteren 39 Prozent am Chemiekonzern Borealis erst Ende nächsten Jahres fällig - eine entsprechende Anpassungsvereinbarung zum Kaufvertrag vom 12. März 2020 sei heute unterzeichnet worden. Der gesamte Kaufpreis von etwa 4,1 Mrd. Euro darf in Raten bezahlt werden.

"Dieses Maßnahmenpaket stellt die Handlungsfähigkeit des OMV-Konzerns in dieser wirtschaftlich herausfordernden Situation sicher", betonte Vorstandschef und Generaldirektor Rainer Seele. Speziell eingerichtete Taskforces beobachteten die weiteren Entwicklungen sehr genau, um notwendige strategische Weichenstellungen zum richtigen Zeitpunkt vornehmen zu können, meinte er weiters.

Die globale Ausbreitung des Corona-Virus habe das gesellschaftliche Leben schlagartig verändert und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erheblich verschlechtert. Auch bei der OMV gilt den Angaben zufolge eine generelle Home-Office-Regelung. Nur in business- und versorgungskritischen Bereichen seien Mitarbeiter vor Ort im Einsatz. Dies sei zeitgleich mit den öffentlichen Ausgangsbeschränkungen beschlossen worden.

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Preise für Haushaltsenergie 2019 um 1,1 Prozent gestiegen

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Wien, 26. Mar. 2020

Die Preise für Haushaltsenergie sind im Vorjahr um 1,1 Prozent gestiegen. Billiger als 2018 waren Sprit und Heizöl, geht aus dem von der Österreichischen Energieagentur berechneten Energiepreisindex (EPI) hervor. Verteuert haben sich vor allem Strom, Brennholz und Fernwärme. Der Verbraucherpreisindex (VPI) stieg im Vorjahr um 1,5 Prozent.

Die Energiepreise wirkten im Jahresvergleich also leicht preisdämpfend. "2019 war für den Rohölmarkt ein sehr ereignisreiches Jahr", so Energieagentur-Geschäftsführer Peter Traupmann zur APA. Politische Spannungen, Handelskrieg und Säbelrasseln im Nahen Osten hätten die Rohölpreise stark beeinflusst.

Die Auswirkungen dieser internationalen Konflikte spürten die Konsumenten von Treibstoffen und Heizöl auch in Österreich. Wer mit Öl heize, hole sich die geopolitischen Unsicherheiten in den Heizöltank, denn der Heizölpreis folge über weite Strecken und oft sogar ohne größere zeitliche Verzögerung dem Rohölpreis. 

Superbenzin war laut EPI 2019 um 2,0 Prozent billiger als 2018, Diesel um 1,2 Prozent und Heizöl um 1,4 Prozent.  Strom kostete 2019 um 3,9 Prozent mehr als 2018. Grund für den Anstieg des Durchschnittspreise war laut Energieagentur eine Reihe von Preiserhöhungen. Gas war um 1 Prozent teurer, Fernwärme um 2,2 Prozent.

Der Preis von Brennholz stieg um 5,9 Prozent, allerdings gebe es große regionale Unterschiede, und die Daten beziehen sich vorwiegend auf über Baumärkte vertriebene Mengen. Holzpellets waren um 1,9 Prozent teurer.

Die erdölbasierten Energieträger haben einen starken Einfluss auf den Energiepreisindex und erreichen 2020 zusammen ein Gewicht von 50 Prozent. Dahinter folgen Strom (27 Prozent), Gas und feste Brennstoffe (je 8 Prozent) und Fernwärme (7 Prozent).

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Fortum macht Übernahme von Uniper perfekt

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Düsseldorf, 26. Mar. 2020

Der finnische Energieversorger Fortum hat sich endgültig die Mehrheit an dem Düsseldorfer Konkurrenten Uniper gesichert. Fortum halte über 69 Prozent der Anteile und Stimmrechte, teilten die Finnen am Donnerstag mit.

Fortum habe hierzu von den Finanzinvestoren Elliott und Knight Vinke wie vereinbart die erste Tranche ihres Uniper-Pakets übernommen. Die zweite Tranche mit bis zu 3,8 Prozent der Aktien solle innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen sein. Fortum hatte bisher 49,99 Prozent in der Hand.

Die Finnen werden für ihr Gesamtpaket an der ehemaligen E.ON-Kraftwerkstochter bis zu 6,5 Mrd. Euro hingeblättert haben. Diese hatte sich insbesondere unter ihrem früheren Chef Klaus Schäfer lange gegen den Angriff gestemmt. "Wir begrüßen die Unterstützung von Fortum als neuer Mehrheitseigentümer hinsichtlich unserer zukünftigen strategischen Ausrichtung", erklärte nun der jetzige Vorstandschef Andreas Schierenbeck. "Wir freuen uns gemeinsam mit Fortum in den kommenden Wochen zu erörtern, wie unsere beiden starken Unternehmen die in der Energiewelt notwendige strategische Weiterentwicklung vorantreiben können."

Der scheidende Fortum-Chef Pekka Lundmark betonte die Zusagen an Uniper. Fortum verzichte bis Ende 2021 auf einen Beherrschungs- und beziehungsweise oder auf einen Gewinnabführungsvertrag sowie auf einen Squeeze-Out der Minderheitsaktionäre. Damit bleibe Uniper ein eigenständiges, in Deutschland börsennotiertes Unternehmen. Fortum möchte den Uniper-Mitarbeitern Sicherheit und Stabilität bieten und befinde sich in konstruktiven Gesprächen mit den Uniper-Betriebsräten.

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SMA Solar sieht sich auf Kurs

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Niestetal, 26. Mar. 2020

Der Solartechnikkonzern SMA Solar sieht sich trotz der Corona-Pandemie auf Kurs, seine Ziele zu erreichen. Der spürbare Klimawandel und auch die weltweite Bewegung "Fridays for Future" spiele SMA in die Karten, sagte Vorstandschef Jürgen Reinert am Donnerstag in einer Telefonkonferenz.

"Es hat eine Umkehr stattgefunden, nicht nur in der Politik." Das sorge bei SMA für volle Orderbücher, die sich Ende Februar auf 829 Mio. Euro summierten nach 766 Millionen zum Jahresende.

"Das Coronavirus hat bisher nur geringe negative Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf von SMA. Auftragseingang und Umsatz entwickeln sich seit Jahresbeginn weiterhin positiv, und wir konnten Lieferengpässe durch aktives Management gering halten", erklärte Reinert weiter. Finanzvorstand Ulrich Hadding prognostizierte für das erste Quartal einen Umsatz zwischen 275 und 285 (Vorjahr: 167,8) Mio. Euro und einen operativen Gewinn (Ebitda) von zwölf bis 15 (0,6) Mio. Euro. Im Gesamtjahr peilt SMA ein Umsatzplus auf 1,0 bis 1,1 (0,915) Mrd. Euro an und einen Anstieg des Ebitda auf 50 bis 80 (34,2) Mio. Euro.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an: Die Aktie schnellte in der Spitze um rund 16 Prozent auf 27,70 Euro.

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Niemandem in Österreich wird Strom, Gas und Wärme abgedreht

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Wien, 26. Mar. 2020

Haushaltskunden und kleinen Firmenkunden wird Strom, Gas oder Wärme bei Zahlungsverzug durch die Corona-Krise nicht abgeschaltet. Dies hat die heimische Energiewirtschaft zugesichert, wie Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Energie-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt gaben.

Die Regelung gilt vorerst bis 1. Mai und zielt neben Privatkunden auf Einpersonenunternehmen und andere Kleinfirmen ab. Gewessler und Urbantschitsch zeigten sich erfreut über die "rasche und unbürokratische" Lösung. Die Energielieferanten würden sich dabei das Risiko mit den Netzbetreibern teilen, sagte die für Energie und Umwelt zuständige Ministerin.

Möglich ist laut Urbantschitsch, mit dem Versorger einen Zahlungsaufschub oder einen Ratenplan zu vereinbaren, bei Betrieben allenfalls auch eine Reduzierung von Vorauszahlungen, da es bei Firmenschließungen ja einen Energie-Minderbezug gebe.Haushaltskunden und kleinen Firmenkunden wird Strom, Gas oder Wärme bei Zahlungsverzug durch die Corona-Krise nicht abgeschaltet. Dies haben die Verbände der Energiewirtschaft in einer freiwilligen Vereinbarung zugesichert, gaben Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Energie-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch am Donnerstag bekannt.

Die Regelung gilt vorerst bis 1. Mai und zielt neben Privatkunden auf Einpersonenunternehmen und andere Kleinfirmen ab. Gewessler und Urbantschitsch zeigten sich in einer gemeinsamen Pressekonferenz erfreut über die "rasche und unbürokratische" Lösung. Die Energielieferanten würden sich dabei das Risiko mit den Netzbetreibern teilen, sagte die für Energie und Umwelt zuständige Ressortchefin.

Von Zahlungsschwierigkeiten betroffene Kunden sollen sich laut Urbantschitsch an ihren Energieanbieter wenden und einen Zahlungsaufschub oder einen Ratenplan vereinbaren. Entsprechende Listen über die Anbieter habe auch die Regulierungsbehörde E-Control veröffentlicht. Bei Firmen sei eine Reduzierung von Vorauszahlungen denkbar, da es bei Betriebsschließungen ja einen Energie-Minderbezug gebe. Urbantschitsch erinnerte auch an die Möglichkeit für von der GIS-Gebühr Befreite, sich - auf Antrag - teilweise von den Ökostromkosten befreien lassen zu können.

Viele Menschen stünden derzeit vor der Frage: "Wie zahle ich meine Heizkosten und die Stromrechnung", weil sie zum Beispiel nicht zur Post oder zur Bank gehen könnten, um ihre Rechnung zu bezahlen, sagte Gewessler. "Die Situation stellt uns alle vor große Herausforderungen." Deshalb habe man hier eine Lösung gesucht. Mit einem parlamentarischen Entschließungsantrag sei sie aufgefordert worden, hier eine Einigung zu finden. Dem sei sie nachgekommen. Eine gesetzliche Regelung gibt es dahinter also nicht, wie etwa von AK oder SPÖ gefordert.

Die Ministerin bedankte sich bei den zuständigen Verbänden - Oesterreichs Energie namens der E-Wirtschaft, dem Fachverband Gas-Wärme und der Vereinigung Österreichischer Elektrizitätswerke - für die Lösung, die unter Einbindung der Energie-Control erzielt wurde. Damit nehme man den Menschen eine Last von den Schultern, "die Versorgung mit Strom, Gas und Wärme ist sicher, auch wenn finanzielle Engpässe entstehen", so die Ministerin.

Leonhard Schitter, Präsident von Oesterreichs Energie, betonte in einer Aussendung die Freiwilligkeit der Lösung: "So können wir unseren Kunden unter die Arme greifen, wenn sie es am meisten brauchen - schnell und unbürokratisch. Denn die E-Wirtschaft ist für ihre Kunden auch in schwierigen Zeiten ein verlässlicher Partner."

E-Control-Vorstandsdirektor Urbantschitsch attestierte der Energiewirtschaft, in der Corona-Krise eine "ganz ausgezeichnete Arbeit" zu leisten. "Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet", betonte er. Der Energieverbrauch sei aktuell um 10 bis 15 Prozent gesunken, bei den Haushalten - Stichwort Quarantäne und Home Office - sei er etwas höher.

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OMV bleibt bei höherer Dividende

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Wien, 26. Mar. 2020

Die börsennotierte OMV spart nun angesichts der Coronavirus-Krise an allen Ecken und Enden, allein heuer in Summe über 4 Mrd. Euro. Die Aktionäre sollen aber nicht beschnitten werden. Die Dividende wird weder gekürzt noch ausgesetzt. "Das war überhaupt kein Thema", sagte OMV-Sprecher Andreas Rinofner Donnerstagnachmittag auf APA-Anfrage.

Die Dividende für 2019 soll sogar nach wie vor, wie bereits angekündigt, angehoben werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte der Konzern seinen Nettogewinn - trotz deutlich eingebrochener Öl- und Gaspreise im vierten Quartal - um acht Prozent auf 2,15 Mrd. Euro. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 4,40 auf 5,14 Euro und davon sollen 2,00 Euro an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Für 2018 hatten die Anteilseigner 1,75 Euro je Aktie erhalten.

OMV-Chef Rainer Seele habe die Dividendenpolitik zuletzt am 13. März bestätigt, so der Sprecher. "Seither gibt es keine neuen Aussagen dazu, das heißt, das ist nach wie vor gültig", betonte Rinofner.

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Teilverkauf von BayWa-Wind- und Solar-Sparte dauert länger

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München, 26. Mar. 2020

Der geplante Einstieg eines Investors in die Erneuerbare-Energien-Sparte der BayWa zieht sich noch länger hin als geplant. Die Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie erschwerten die Gespräche, sagte Vorstandschef Klaus Josef Lutz am Donnerstag in München. Er deutete an, dass der neue Investor mehr Geld mitbringen müsse als die bisher veranschlagten 500 Millionen Euro.

Das Geschäft der Wind- und Solar-Tochter BayWa r.e. sei im abgelaufenen Jahr wesentlich besser gelaufen als gedacht. Das habe Einfluss auf den Kapitalbedarf und das Volumen der Kapitalerhöhung, über die der neue Minderheitseigentümer mit 40 bis 49 Prozent einsteigen soll.

Reuters hatte bereits Ende Jänner berichtet, dass die BayWa mit der Energie-Infrastruktur-Sparte von Credit Suisse in fortgeschrittenen Verhandlungen sei. Lutz sagte, es gebe auch noch Diskussionen mit den Interessenten um das Geschäftsmodell. Die BayWa hatte die Solar- und Windkraftwerke bisher entwickelt, um sie weiterzuverkaufen. Nun gehe es darum, mehr Investments auf die eigene Bilanz zu nehmen, um einen stetigen Mittelzufluss zu erzeugen. Die BayWa hatte vor fast einem Jahr mit der Suche nach einem Investor begonnen, um das lukrative Geschäft rascher ausbauen zu können, und zuletzt mit einem Abschluss bis Ende März gerechnet. "Es wird länger dauern", räumte Lutz ein. "Aber der Prozess ist nicht abgebrochen und nicht beendet."

BayWa r.e. hat den Umsatz im vergangenen Jahr um 29 Prozent auf 1,98 Mrd. Euro nach oben geschraubt. Das operative Ergebnis (Ebit) 2019 stieg um fast ein Drittel auf 101 Mio. Euro. Das ist mehr als die Hälfte des Ebit von 188,4 Mio. Euro des gesamten Agrar- und Baustoff-Handelskonzerns, der 17,1 (16,6) Mrd. Euro umsetzte.

In Österreich ist die BayWa zur Hälfte an der Lagerhaus-Gruppe Raiffeisen Ware Austria (RWA) beteiligt.