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Wien Energie testet mit Kanadiern Blockchain-Projekt

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Wien, 14.02.2017

Die Wien Energie testet nun die Blockchain-Technologie: Gemeinsam mit internationalen Energieunternehmen beteiligen sich die Wiener an einem vom kanadischen Blockchain-Start-Up BTL durchgeführten Pilotprojekt für den internationalen Gashandel. Die BTL Group werde das Projekt auf Basis ihrer bestehenden Interbit-Handelsplattform durchführen.

Das Beratungsunternehmen EY unterstützt BTL bezüglich Evaluierung und Prüfung. Der Test läuft von Februar bis Mai 2017. Ziel ist laut Wien Energie, die Blockchain-Technologie für den Energiehandel zu erproben.

Die Blockchain-Technologie wird etwa bei der Internet-Währung Bitcoin verwendet. In der Energiewirtschaft kann sie beispielsweise bei der dezentralen Erzeugung in Kleinanlagen mit einem Transaktionssystem kombiniert werden, das autonom ohne zentrale Instanz agiert. So könnten Energielieferanten oder Clearingstellen durch Blockchains ersetzt werden, die als Handelsplattform fungieren, in der Daten dezentral gespeichert sind. Es könnte beispielsweise ein Privater mit PV-Anlage seinen Strom dem Nachbarn weiterverkaufen - ein direkter Handel zwischen Haushalten ist derzeit aber nicht erlaubt. Energiefirmen sehen Chancen durch die Technologie unter anderem in Energiehandel, E-Mobilität, Strom-Sharing oder Internet der Dinge.

Durch unterschiedliche Versuchsanordnungen sollen neue Erkenntnisse zum Einsatz von Blockchain im Energiegeschäft gewonnen bzw. mögliche Prozessoptimierungen und Kosteneinsparungen ausgelotet werden, so Wien-Energie-Geschäftsführer Peter Gönitzer am Dienstag in einer Mitteilung. Blockchain sei ein weiterer Digitalisierungstrend, der auf die Energiewirtschaft zukomme, die Wien Energie wolle größter Energiedienstleister Österreichs die Chancen dieser Technologie aktiv nutzen, betonte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Michael Strebl.

APA