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Wachstum bei erneuerbaren Energien wird schwächer

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Hamburg, 08.09.2017

Die erneuerbaren Energien werden kostengünstiger und bleiben weltweit auf Wachstumskurs. Künftig werde der Ausbau aber etwas langsamer vorangehen, ergab eine Marktanalyse der Commerzbank, die im Vorfeld der Messe Husum Wind in Hamburg vorgestellt wurde. Im Vorjahr wurden weltweit mit 242 Mrd. Euro um 22 Prozent weniger als im Jahr zuvor in den Ausbau der erneuerbaren Energien investiert.

Das reichte für den Bau von Anlagen mit einer Leistung von 136 Gigawatt. Der Wachstumspfad beim Zubau flachte sich damit von durchschnittlich 22 Prozent pro Jahr auf 13 Prozent ab. Die Investitionen gingen zu jeweils 47 Prozent in Solar- und Windanlagen.

Für die Windenergie erwartet die Commerzbank, die in diesem Bereich als Kreditgeber aktiv ist, in den nächsten zehn Jahren einen Markt im Wandel: Zum einen verlagere sich das Wachstum zunehmend nach Asien und China, zum anderen auf den Offshore-Bereich vor den Küsten. An Land werden nach dieser Prognose bis 2026 jährlich Anlagen mit einer Leistung von 50 bis 60 Gigawatt pro Jahr gebaut, bei einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich zwei Prozent. Auf See dagegen beträgt das Wachstum 17 Prozent pro Jahr; die zugebaute Leistung erhöht sich von 2,3 auf 11 Gigawatt.

"Wir sehen deutlich eine fortschreitende Konsolidierung der Windbranche", sagte Berthold Bonanni, Leiter des Bereichs Energie bei der Commerzbank. "Internationalisierung wird der Schlüssel für die Zukunft sein." Zuletzt hatten die Hersteller Siemens und Nordex jeweils Windanlagen-Hersteller in Spanien übernommen. Nordex und Senvion fahren zudem Sparprogramme und streichen Arbeitsplätze. "Der Wettbewerbsdruck bei den erneuerbaren Energien nimmt insgesamt zu", sagte Bonanni.

APA/dpa