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VBV hat EVN-Pensionskasse übernommen

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Wien/Maria Enzersdorf, 12.07.2017

Die Übertragung der EVN-Pensionskasse an die VBV-Pensionskasse ist nun abgeschlossen. Die Transaktion wurde kürzlich durch die Finanzmarktaufsicht genehmigt, teilten die beiden Unternehmen am Mittwoch mit. Für die Mitarbeiter ändere sich im Alltag praktisch nichts, so EVN-Vorstand Stefan Szyszkowitz. Für die VBV ist der Zukauf ein weiterer Meilenstein im Ausbau der Marktführerschaft.

Die VBV-Gruppe komme damit ihrem Ziel näher, heuer beim verwalteten Vermögen die 10-Mrd.-Euro-Grenze zu knacken, sagte VBV-Chef Andreas Zakostelsky zur APA. Im Vorjahr stiegen die Assets under Management der Gruppe, zu der eine Pensionskasse und eine Vorsorgekasse gehören, um 7 Prozent auf 9,4 Mrd. Euro. Mit der EVN-Pensionskasse kommen nun rund 170 Mio. Euro dazu.

Die Pensionskasse des niederösterreichischen Versorgers hat 3.282 Kunden, davon beziehen 959 bereits eine Pension. Die VBV-Pensionskasse hatte im Vorjahr rund 290.000 Kunden. Gründe für die Übertragung sind laut EVN unter anderem die Konzentration auf das Kerngeschäft, zudem werde das Pensionskassengeschäft immer komplexer, etwa durch mehr Regulierungen. "Mit der Entscheidung, unsere Pensionskasse zu verkaufen, haben wir uns entschlossen, die betriebliche Altersvorsorge unserer Mitarbeiter in die Hände eines Unternehmens zu legen, das darauf spezialisiert ist", so Szyszkowitz in der Pressemitteilung.

Die Veranlagungserträge der VBV Pensionskasse haben sich im ersten Halbjahr gut entwickelt. Die Performance sei per Ende Juni bei 4,2 Prozent gelegen, so Zakostelsky zur APA. Im Gesamtjahr 2016 waren es 3,4 Prozent. Weitere Zukäufe hat man aktuell nicht in der Pipeline.

Der Pensionskassenmarkt habe sich in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt konsolidiert. Aktuell gibt es in Österreich fünf überbetriebliche und fünf betriebliche Pensionskassen. Zakostelsky verwies puncto betrieblicher Pensionskassen auf steigende Regulierung und Konzentration der Unternehmen auf das Kerngeschäft. Fünf überbetriebliche Pensionskassen sind seiner Ansicht nach adäquat. Die größten drei überbetrieblichen Pensionskassen hätten beim verwalteten Vermögen zusammen einen Marktanteil von rund 85 Prozent. Die fünf betrieblichen Pensionskassen kamen insgesamt auf 6 Prozent Marktanteil.

Das Neugeschäft in der Branche laufe stetig, aber nicht dynamisch. Für die betriebliche Altersvorsorge brauche man die Politik und die Sozialpartner, um gemeinsam im Sinne der Österreicher in die Breite zu gehen. Derzeit sei rund ein Viertel der unselbstständig Beschäftigten im Pensionskassensystem, das Ziel einer Verdoppelung in den nächsten fünf bis zehn Jahren sei ein Gebot der Stunde.

Die fünf überbetrieblichen Pensionskassen in Österreich sind laut Fachverband der Pensionskassen: Allianz Pensionskasse AG, die APK-Pensionskasse AG, Bonus Pensionskassen AG, Valida Pension AG und die VBV-Pensionskasse AG. Die fünf betrieblichen Pensionskassen sind: Bundespensionskasse AG, IBM Pensionskasse AG, Porsche Pensionskasse AG, Sozialversicherungspensionskasse AG und Valida Industrie Pensionskasse AG. Bereits zu Jahresbeginn ist die betriebliche Pensionskasse der Villacher Halbleiter-Gruppe Infineon mit rund 4.000 Begünstigten auf die Allianz Pensionskasse übertragen worden.

APA