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Sicherheitsexperten: Hacker unterwandern Stromnetze

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Mountain View , 08.09.2017

Ein aktueller Bericht von Symantec nährt einmal mehr die Sorgen um die Sicherheit der Stromnetze. Warnt der Sicherheitsdienstleister darin doch, dass eine Hackergruppe namens „Dragonfly“ seit Ende 2015 an der Unterwanderung der zugehörigen IT-Systeme arbeitet. Die Hacker seien in die Netze von zwanzig Unternehmen in den USA, sechs in der Türkei und eines Zulieferers in der Schweiz eingedrungen. Auch Kraftwerke in Deutschland, den Niederlanden und Belgien seien ins Visier geraten, dort sollen aber keine erfolgreichen Angriffe festgestellt worden sein.

Die Aktivitäten von Dragonfly könnten die Vorbereitung auf einen Angriff gegen das Stromnetz sein, befürchtet man bei Symantec nun. Es ist nicht das erste Mal, dass die betreffende Gruppe Schlagzeilen macht. Schon 2014 waren ähnliche Angriffe von Dragonfly aufgeflogen. Auch damals ging es darum, Hintertüren in Steuerungsanlagen von Kraftwerken unterzubringen.

Offene Fragen

Bei all dem bleibt unklar, was die eigentliche Intention der Hacker ist. Wirkliche Sabotageakte konnten bisher nicht nachgewiesen werden. Allerdings scheinen die Angreifer auch Informationen über den Aufbau der Kraftwerke zu sammeln. Jedenfalls wurden laut Symantec entsprechende Dokumente kopiert.

Ebenfalls ein Rätsel ist bisher, wer hinter Dragonfly steckt. Ein Teil der Kommentare im verwendeten Schadcode ist in Französisch gehalten, ein Teil in Russisch. All dies könnten aber bewusst gelegte, falsche Spuren sein. Auch sonst gebe es bislang keinerlei Hinweise, die eine seriöse Zuordnung erlauben würden, betont der Bericht.

apo

 

"Der Standard" vom 08.09.2017