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IEA-Chef: Elektroautos bedeuten nicht das "Ende der Öl-Ära"

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Istanbul/Paris, 12.07.2017

Der zunehmende Einsatz von Elektroautos bedeutet nach Ansicht des Chefs der Internationalen Energieagentur (IEA) nicht das Ende der Öl-Ära. Der IEA-Direktor Fatih Birol sagte, noch sei der Anteil der Elektroautos an den Straßenfahrzeugen sehr gering und Ölprodukte würden auch künftig zum Antrieb von Lastwagen, Schiffen und Flugzeugen sowie in der petrochemischen Industrie gebraucht.

"Heute reden viele Leute über Elektroautos. Dies ist berechtigt, da der Verkauf von Elektroautos steigt", sagte Birol. Vergangenes Jahr habe der Verkauf von Elektroautos einen Rekord erreicht, doch die zwei Millionen Elektroautos auf den Straßen der Welt stellten nur 0,2 Prozent der gesamten Autoflotte dar. "Ihre Zahl wird wachsen, doch wird das nicht das Ende der Öl-Ära bedeuten", sagte Birol beim Welt-Erdöl-Kongress in Istanbul.

Frankreich hat kürzlich angekündigt, den Verkauf von Benzin- und Dieselautos bis 2040 zu beenden. Volvo kündigte seinerseits an, ab 2019 die Produktion konventioneller Autos herunterzufahren. Demnach sollen alle neuen Modelle mit Elektro- oder Hybridantrieb laufen. Birol sagte aber, kurz- und mittelfristig werde es schwierig sein, bei Lastwagen, Flugzeugen und Schiffen sowie in der petrochemischen Industrie auf Ölprodukte zu verzichten.

Der Ölindustrie haben in den vergangenen Jahren der niedrige Ölpreis und die strengeren Emissionsvorgaben zu schaffen gemacht. Wie Birol sagte, wurde zuletzt vorwiegend in die Förderung von Schiefergas investiert, während bei der Ölförderung die Investitionen stagnierten. Der IEA-Direktor sagte aber, Öl und Gas würden weiter gebraucht werden, auch wenn die Nachfrage weniger stark steigen werde als bisher.

APA/ag