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Ökobilanz bei E-Autos muss besser werden

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Wien/Stockholm, 10.07.2017

Schwedische Studie knöpft sich CO2-Emissionen bei Akkuproduktion vor

Wie grün ist das Elektroauto? Noch nicht grün genug, soviel kann man sagen, ganz ohne in die Tiefe zu gehen. Denn Elektroautos sind nur dann umweltfreundlich, wenn der Strom, den sie tanken, aus erneuerbaren Quellen kommt.

Da hat Österreich dank seines Strommixes gute Karten, weil die Alpenrepublik sehr viel Wasser und auch einigen Windstrom hat. Der Anteil an erneuerbarer Energie liegt bei rund 68 Prozent. In Europa kommt der Strom nach wie vor fast zur Hälfte aus Kraftwerken, die mit Öl, Gas und Kohle befeuert werden. Grundsätzlich gilt: je höher der Anteil erneuerbarer Energien, umso besser auch die Ökobilanz eines E-Autos.

Was den reinen Fahrbetrieb betrifft, gibt es viele Studien, die das E-Auto im Vorteil gegenüber Pkws mit Verbrennungsmotoren sehen. In einer Gesamtbetrachtung geht es aber noch um ganz andere Dinge. Vor allem die Produktion der Akkus, und die damit verbundenen CO2-Emissionen fallen hier ins Gewicht.

Das schwedische Environmental Research Institute hat sich im Auftrag der dortigen Energieagentur und der für Verkehrsplanung zuständigen „Trafikverket“ genau damit befasst. Konkret haben die Forscher vorhandene Literatur und Studien auf ihre Kernaussagen hinsichtlich der Ökobilanz während des gesamten Lebensweges, vor allem aber mit Fokus auf die Produktion der Lithiumakkus abgeklopft. Denn, so die Forscher, Abbau der entsprechenden Rohstoffe und ihre Veredelung fielen vergleichsweise gering ins Gewicht. Mit 50 Prozent liege der Schwerpunkt derzeit bei der Herstellung.

Die Forscher kommen zu einem ähnlichen Schluss wie schon andere. Damit sich ein E-Auto, etwa in der Größe eines Tesla Model S, ökologisch rechnet, muss man acht Jahre damit fahren. So entstünden bei der Herstellung pro Kilowattstunde Speicherkapazität rund 150 bis 200 Kilo Kohlendioxidäquivalente.

Ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor kann laut dieser Rechnung acht Jahre gefahren werden, bevor es die Umwelt so stark belastet wie die Akkuproduktion für ein Tesla Model S. Die Emissionen bei der Batterieproduktion zu senken ist aber ohnedies erklärtes Ziel der Hersteller.

Von Regina Bruckner

"Der Standard" vom 06.07.2017