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Perry für Neuverhandlung von Pariser Klimaschutzabkommen

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Washington, 26.04.2017

US-Energieminister Rick Perry hat sich gegen einen Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ausgesprochen. Er werde US-Präsident Donald Trump nicht zu einem Ausstieg aus dem Klimaabkommen raten, sondern zu einer Neuverhandlung der globalen Vereinbarung, sagte Perry am Dienstag bei einer Konferenz für neue Energien in New York.

Deutschland machte er massive Vorwürfe, weil es seinen Treibhausgas-Ausstoß nicht ausreichend zurückfahre.

Die US-Regierung hatte im März angekündigt, dass sie ihre Haltung zu dem Klimaschutzabkommen bis Ende Mai festlegt. Perry sagte bei der Konferenz der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg, er werde Trump nicht sagen, "'lass uns einfach aus dem Pariser Abkommen rausgehen'". "Aber was ich sagen werde ist, ich denke, wir müssen es wahrscheinlich neu verhandeln."

Perry hob hervor, die USA und China leisteten einen großen Beitrag zur Verringerung klimaschädlicher Emissionen. Frankreich und Deutschland hingegen täten nicht genug. Deutschland habe den Atomausstieg und einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien angekündigt. "Aber Tatsache ist, dass ihre Emissionen gestiegen sind, weil sie mehr Kohle benutzen, und sie benutzen Kohle, die keine saubere Technologie ist", kritisierte der US-Minister.

"Mein Punkt ist, unterzeichne kein Abkommen und erwarte von uns, dass wir in dem Abkommen bleiben, wenn Ihr Euch nicht wirklich beteiligt und Teil davon seid", kritisierte Perry an die Adresse der deutschen Bundesregierung.

Das Abkommen war Ende 2015 bei einer UN-Konferenz in Paris beschlossen worden und gilt als Meilenstein im Kampf gegen den Klimawandel. Es sieht vor, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von "deutlich unter zwei Grad" im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, möglichst sogar auf unter 1,5 Grad.

Die USA hatten das Abkommen unter Trumps Vorgänger Barack Obama im September vergangenen Jahres ratifiziert. Im November trat es in Kraft. Ein Ausscheren eines Vertragsstaates dürfte sich daher schwierig gestalten.

Trump hatte während des Wahlkampfs den Ausstieg der USA aus dem Vertrag angekündigt. Seit seinem Wahlsieg hielt er sich in der Frage aber bedeckt. Zugleich milderte er frühere Aussagen ab, der menschengemachte Klimawandel sei eine Erfindung. Sein Außenminister Rex Tillerson, der zuvor den Energiekonzern ExxonMobil geleitet hatte, sprach sich in einer Kongressanhörung zu seiner Ernennung gegen einen Ausstieg aus dem Pariser Abkommen aus.

Die USA sind die größte Volkswirtschaft der Welt und nach China der zweitgrößte Emittent von klimaschädlichem Kohlendioxid. Sollten sich die Vereinigten Staaten nicht an der Umsetzung des Pariser Abkommens beteiligen, wäre dies ein herber Rückschlag für die weltweiten Klimaschutzbemühungen.

APA/ag
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Windkraft Simonsfeld mit Rekord-Stromproduktion

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Ernstbrunn, 25.04.2017

Die niederösterreichische Windkraft Simonsfeld AG hat 2016 eine Rekordmenge an Strom produziert. Trotz eines mäßigen Windjahres wurden laut Aussendung des Unternehmens fast 380 Mio. Kilowattstunden (kWh) erzeugt, nach 366 Mio. kWh ein Jahr zuvor. Der Umsatz sank im Jahresabstand leicht von 31,9 auf 31,7 Mio. Euro. Der Überschuss nach Steuern halbierte sich von 3,6 auf knapp 1,8 Mio. Euro.

2016 blieben die Winderträge unter den Erwartungen, hieß es im Geschäftsbericht des Unternehmens mit Sitz in Ernstbrunn (Bezirk Korneuburg). Ein Jahr zuvor hatten demnach insbesondere überdurchschnittliche Winderträge und Einmaleffekte aus einem gewonnenen Rechtsstreit in Höhe von einer Mio. Euro für den höchsten Gewinn der Firmengeschichte gesorgt. Die Investitionen lagen 2016 bei 9,8 Mio. Euro. Für 2017 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzanstieg auf 34,7 Mio. Euro.

Die 2016 produzierte Strommenge entspricht laut Aussendung dem Jahresverbrauch von 95.000 Durchschnittshaushalten. Wesentlich zur Rekord-Stromproduktion beigetragen haben demnach die neun neuen Dreimegawatt-Anlagen, die Anfang 2016 in Betrieb genommen wurden. Für heuer plant die Windkraft Simonsfeld eine Steigerung um rund 14 Prozent auf 432 Mio. kWh, das entspreche dem Verbrauch von mehr als 108.000 Haushalten. Möglich werden soll der Anstieg der Aussendung zufolge durch das erste volle Betriebsjahr von zwei neuen Windparks und eine neue Anlage im oberösterreichischen Innviertel, die mit Anfang 2017 übernommen wurde.

Aktien der Windkraft Simonsfeld im Volumen von zwei Mio. Euro wechselten 2016 den Besitzer, laut Aussendung eine Steigerung um 68 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Als Dividende sollen vier Euro pro Aktie ausgeschüttet werden. Die Windkraft Simonsfeld AG betreibt 78 Windkraftwerke in Österreich und zwei in Bulgarien. Die Mitarbeiterzahl blieb im Vorjahr mit 46 in Österreich gleich, im Ausland werden zehn Personen beschäftigt.

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Kelag erneut mit leichtem Gewinn-Rückgang

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Klagenfurt, 25.04.2017

Der Kärntner Energieversorger Kelag hat 2016 erneut einen Rückgang beim Gewinn zu verschmerzen. Das Konzernergebnis sank um 3,6 Prozent auf 86,5 Mio. Euro. Der Netto-Umsatz stieg um 6 Prozent auf 1,06 Mrd. Euro, der Brutto-Umsatz (inklusive konzerninterner Transaktionen) sank von 1,38 auf 1,32 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis wuchs um 6,5 Prozent auf 103,6 Mio. Euro.

Aus Sicht der Geschäftsführung hat man sich in einem zunehmend schwierigen Marktumfeld erfolgreich behauptet, teilte das Unternehmen in einer Aussendung mit. Trotz rückläufiger Großhandelspreise, stärkeren Wettbewerbs und "Überregulierung", liege man nur geringfügig unter dem Ergebnis des Vorjahres. Der Stromabsatz wurde durch einen Fokus auf Handel im In- und Ausland sowie durch Investitionen um 12,3 Prozent auf 22.071 Mio. Kilowattstunden gesteigert. Der Gasabsatz sank um 11,1 Prozent auf 7.634 Mio. Kilowattstunden. Vor allem der kältere Winter brachte ein Plus beim Wärmeabsatz von 4,5 Prozent auf 1.824 Mio. Kilowattstunden.

"Aufgrund unserer soliden Finanz- und Ertragsstruktur bestätigte Standard & Poor's unser Rating erneut mit A/stable", sagte Vorstand Armin Wiersma. 2016 investierte die Kelag 143,3 Mio. Euro, vor allem in Wasser- und Windkraft in Kärnten und Südosteuropa, sowie in Verteilernetze und Fernwärmeanlagen. Mit der Inbetriebnahme des Pumpspeicherkraftwerkes Reißeck II erhöhte das Unternehmen seine Erzeugungskapazität um 17 Prozent auf 1.338 Megawatt.

Die Kelag sei angesichts der Trends zu erneuerbarer Energie, Dezentralisierung und Elektromobilität gut aufgestellt, erklärte Vorstand Manfred Freitag. Angesichts des schwierigen Marktumfelds mit geringer Wasserführung und niedrigem Preisniveau erwartet die Unternehmensführung aber auch 2017 eine rückläufige Ergebnisentwicklung.

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Biogas als regionaler Ökostromproduzent

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Wien, 25.04.2017

Die Zustimmung zu Biogas steigt bei der Bevölkerung und Gemeinde- und Landespolitik

Die Entwicklung der dringend notwendigen Ökostromgesetzesnovelle verursacht immer mehr Kopfschütteln bei den Biogasanlagenbetreibern. Das vor über 3 Jahren ausgesprochene und im Jänner erst erneuerte Versprechen der Regierung, effizienten Biogasanlagen ein Angebot zum praktikablen Weiterbetrieb zu machen, ist noch immer nicht in ein Gesetz gegossen.

Der derzeitige Vorschlag würde das Aus für 80% aller Biogasanlagen in Österreich bedeuten. „Auf der einen Seite wird die E-Mobilität massiv von der Regierung vor den Vorhang gestellt und sagt aber nichts darüber, wo der Strom dazu herkommt. Noch dazu werden mit Willkür Ökostromanlagen, die auch im Winter und in Dunkelflauten verlässlich Strom erzeugen können, abgedreht“ ist Nobert Hummel vom Kompost & Biogas Verband Österreich enttäuscht. Fakt ist, dass wir es in Österreich nicht schaffen, unseren eigenen Strom zu erzeugen. Wir importieren mindestens 15.000.000.000 kWh Atom- und Kohleatomstrom aus Deutschland und Tschechien.

Um auf diesen Umstand aufmerksam zu machen, startete vor 2 Wochen die Plattform „Pro Ökostrom und Biowärme“. Diese Plattform breitet sich gerade wie ein Lauffeuer über ganz Österreich aus. Letzte Woche wurden von Biogasanlagenbetreiber in der Steiermark, im Burgenland, in Oberösterreich und in Niederösterreich Informationsveranstaltungen organisiert. Höhepunkt war bislang die Veranstaltung in Gosdorf (Stmk) mit über 200 Besuchern.

Da von 100 Euro, die Biogasanlagen ausgeben, 95 Euro in Österreich bleiben und die Anlagen stark mit den regionalen Gewerbebetrieben verflochten sind, unterstützen auch immer mehr BürgermeisterInnen und  Landtagsabgeordnete die Aktion.

Daher setzen sich auch der Präsident des Gemeindebundes Riedl und NÖ-Umweltlandesrat Pernkopf für den Fortbestand aller effizienten Biogasanlagen ein.

Zu den Veranstaltungen mischen sich auch immer mehr Personen, die in der Nähe der Biogasanlagen leben. Die Veranstaltungen und die aufgehängten Transparente „Wer Ökostrom abdreht, dreht Atomstrom auf!“ ziehen auch die Bevölkerung an. Die Gespräche mit den Biogasanlagenbetreibern führt auch bei diesen Personen immer mehr zu Kopfschütteln.

Kompost & Biogas Verband Österreich
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OMV und Verbund fixieren Partnerschaft

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Wien, 25.04.2017

Acht Monate haben der Wiener Öl- und Gaskonzern OMV und der Verbund, der größte Stromproduzent, sondiert. Doch nun ist es fix: Beide Unternehmen gehen eine längerfristige Kooperation ein. Dieser Schulterschluss umfasst gemeinsame Projekte rund um Zukunftsthemen im Energiebereich. In einer Pressekonferenz am kommenden Donnerstag wollen Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber und OMV-Vorstand Manfred Leitner Näheres bekanntgeben.
 
Eine Kapitalverschränkung der beiden teilstaatlichen Energiekonzerne ist im Rahmen der Kooperation aber nicht geplant. Beim Verbund hält die Republik 51 Prozent der Anteile, bei der OMV sind es 31,5 Prozent. Beide Unternehmen sind in Wien börsennotiert.
 
Die Kooperation betrifft mehrere Eckpunkte. Das Thema Wasserstoff als „Technologie der Zukunft“ spielt dabei dem Vernehmen nach eine „wichtige Rolle, aber nicht die einzige“. Ein besonderes Augenmerk wollen OMV und Verbund auch auf das Thema Mobilität legen. Geplant ist hier etwa, an den OMV-Tankstellen für ein breiteres Angebot an „Treibstoffen“ zu sorgen – wobei die OMV wie bisher das Geschäft mit Benzin und Diesel betreibt und der Verbund für E-Ladestationen zuständig ist.
 
Grüner Wasserstoff
 
Nichtsdestotrotz gilt der Themenbereich Wasserstoff als einer der zentralen Punkte des jetzigen Kooperationspakts. Konkret geht es um grünen Wasserstoff, der mittels Elektrolyse aus Wasserkraft, Wind-und Sonnenenergie erzeugt werden kann. Beide Konzerne sehen da vielfältige Einsatzmöglichkeiten, wie sie schon im August 2016 betonten, als sie bekanntgaben, eine „weitreichende“ Zusammenarbeit zu prüfen. Wie es damals in einer gemeinsamen Aussendung hieß, sei grüner Wasserstoff „als Industrierohstoff und als Treibstoff der Zukunft für eine nachhaltige Mobilität“ einsetzbar, aber auch „für die Energiespeicherung, um die volatile Stromerzeugung aus den erneuerbaren Energien auszugleichen“.
 
In der Produktion und Vermarktung von Wasserstoff wollen OMV und Verbund künftig gemeinsame Wege gehen. Das dürfte auch für ihre Forschungsaktivitäten in diesem Bereich gelten. Die OMV hat bereits ein paar Wasserstofftankstellen in Betrieb: in Wien, Innsbruck, Linz und seit wenigen Wochen auch in Graz. Eine weitere Station soll Ende Mai in Wiener Neudorf eröffnet werden.
 
OMV zahlt für Nord Stream 2
 
Am Montag ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Umsetzung des in der EU umstrittenen Gaspipeline-Projekts Nord Stream 2 gemacht worden. Wie die OMV mitteilte, unterzeichnete die Projektfirma Nord Stream 2 AG Finanzierungsverträge mit ihr, Engie, Shell, Uniper und Wintershall. Diese fünf Konzerne hätten sich zu einer langfristigen Finanzierung von 50 Prozent der gesamten Projektkosten von derzeit erwarteten 9,5 Milliarden Euro verpflichtet. Gazprom bleibt indes alleiniger Aktionär der Nord Stream 2 AG. Laut OMV werden die einzelnen Konzerne jeweils bis zu 950 Millionen Euro stemmen.

Von Karl Leban

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Forscher warnen vor hohen Kosten durch schmelzende Arktis

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Oslo, 25.04.2017

Das Abschmelzen der Eisflächen in der Arktis könnte nach Einschätzung von Klimaexperten bis Ende dieses Jahrhunderts wirtschaftliche Schäden in Höhe von bis zu 90 Billionen Dollar (82.964,60 Mrd. Euro) nach sich ziehen. Vorteile der Erwärmung, die sich etwa aus neuen Schifffahrtsrouten und leichterem Zugang zu Öl- und Gaslagern ergäben, könnten dies nicht ausgleichen, heißt es in einer Studie.

Schon jetzt schmelze der Permafrost unter Straßen und Gebäuden von Sibirien bis Alaska, heißt es in der Studie von 90 Wissenschaftern. Zu den sichtbaren Folgen gehörten Erdrutsche am russischen Erdgasfeld Bowanenkowo sowie die Überschwemmung der Straßen zu den Ölfeldern im Norden Alaskas.

"Die Arktis erwärmt sich schneller als jede andere Region der Erde", warnen die Wissenschafter. Mit dem Rückgang von Schnee und Eis, die bisher einen großen Teil des Sonnenlichts reflektierten, werde immer mehr dunklere Erde und Meerwasser freigelegt. Dort wiederum werde die Wärme der Sonnenstrahlen besser aufgenommen.

Der Prozess gehe schneller vonstatten, als man dies bei der letzten Studie 2011 noch eingeschätzt habe, sagte Forschungsgruppenleiter Lars-Otto Reiersen. Vor allem der Mensch sei für den steigenden Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen verantwortlich. Deshalb müssten unbedingt Gegenmaßnahmen umgesetzt werden, wie sie im Pariser Klimaabkommen vereinbart seien.

Die Studie wurde im Auftrag des Arktischen Rats erstellt. Die Außenminister der acht Mitgliedsstaaten - die USA, Russland, Kanada, Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland und Island - sollen sich am 11. Mai in Fairbanks in Alaska treffen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete im Wahlkampf den Klimawandel als Schwindel.

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AKW um Deutschland für Super-GAU unzureichend versichert

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Berlin, 25.04.2017

Für die enormen Kosten eines schweren Atomunfalls sind die Kernkraftwerke in Deutschlands Nachbarländern einer Studie zufolge nicht ausreichend versichert. Die wahrscheinlichen Kosten eines Super-GAUs in Europa lägen bei 100 bis 430 Milliarden Euro, heißt es einer Analyse des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag des Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy.

Die international vereinbarte "Haftungs- und Deckungsvorsorge" sei aber meist auf dreistellige Millionenbeträge begrenzt. Damit würden die Kosten die Haftungsgrenzen um das Hundert- bis Tausendfache überschreiten.

So erforderten in Paris, Brüssel und Wien geschlossene Haftungsübereinkommen Deckungsvorsorgen von maximal 381 Millionen Euro. Die höchsten vom Kraftwerksbetreiber vorzuhaltenden Vorsorgesummen in Belgien, den Niederlanden und der Schweiz betrügen jeweils rund eine Milliarde Euro. Zudem sei in allen europäischen Staaten außer Deutschland und der Schweiz die Haftung der Kraftwerksbetreiber begrenzt. Laut FÖS-Studie besteht weltweit jedes Jahr eine Wahrscheinlichkeit von einem Prozent, dass ein nuklearer Unfall mit einem Schaden von mindestens 312 Milliarden Euro eintritt.

In Deutschland geht 2022 das letzte Atomkraftwerk vom Netz. Viele Nachbarländer setzen aber weiter auf Atomkraft. Anlagen nahe der deutschen Grenze, etwa Tihange und Doel in Belgien oder Fessenheim in Frankreich, machen immer wieder mit Problemen Schlagzeilen.

APA/dpa
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TU Graz forscht trotz Elektro-Trend an Verbrennungsmotoren

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Graz, 25.04.2017

Elektroautos sind in aller Munde, aber noch selten auf der Straße. Ihr größter Vorteil ist, dass bei der Fahrt keine Schadstoff- und CO2-Emissionen anfallen. Bei Politik und Wirtschaft werden sie daher oftmals als Heilsbringer für das Klima gepriesen. Laut Experten an der TU Graz und der Wirtschaft werde der Verbrennungsmotor aber auch mittelfristig eine tragende Rolle spielen.

Für Helmut Eichlseder, Leiter des Institutes für Verbrennungskraftmaschinen und Thermodynamik an der Technischen Universität Graz, erklärte, dass die Forschung am Verbrennungsmotor trotz des Trends zu alternativen Antrieben "notwendiger denn je" ist. Aufgrund von Schätzungen sei davon auszugehen, dass bis zum Jahr 2030 der Anteil reiner E-Fahrzeuge im Verkehr bei zehn bis 30 Prozent liegen werde: "Das bedeutet, dass 70 bis 90 Prozent eine Verbrennungskraftmaschine benötigen", so der Leiter des größten Instituts der TU Graz.

Im Hinblick auf weltweit wachsende Mobilität sei daher mittelfristig zumindest von einem Gleichstand, "eher von einer weiteren Steigerung weiterentwickelter Verbrennungskraftmaschinen" auszugehen. Elektromobilität sei aus seiner Sicht "insbesondere für den urbanen Verkehr eine sehr interessante Möglichkeit", für viele Anwendungen wie Fernverkehrs-Transporter, Landmaschinen, leistungsstarke Baumaschinen und Frachtschiffen, werde die Verbrennungskraftmaschine überhaupt der Motor der Wahl bleiben.

E-Antrieb hat im Schiffsbereich keine Chance

Unterstrichen wurde diese Schätzung im Pressegespräch von Andreas Wimmer, Geschäftsführer des Large Engine Centers (LEC) an der TU Graz. Die Forschungseinrichtung arbeitet an neuen Lösungen umweltfreundlicher, effizienter und robuster Großmotoren in Bereichen wie der Energieerzeugung bis zum Transportwesen. "Im Schiffsbereich ist der Einsatz von E-Antrieben aufgrund von technischen Gründen wie Reichweite und Gewicht nicht denkbar", betonte Wimmer.

In der Energiewirtschaft werde der Verbrennungsmotor im Hinblick auf die Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien noch an Bedeutung gewinnen: "Um die Energie aus Solar- und Windkraftwerken optimal nutzen zu können, müssen die damit einhergehenden Schwankungen im Netz extrem schnell ausgeglichen werden", schilderte Wimmer. Der Vorteil der Verbrennungsmotoren gegenüber großer Turbinen-Anlagen bestehe darin, dass sehr schnell reagiert werden könne. Die Forschung habe hier bereits einiges weitergebracht. Als Wimmer vor rund 25 Jahren mit der Großmotorenforschung begonnen hat, lag der Spitzenwert des Wirkungsgrades bei Gasmotoren bei 37 Prozent, heute liege man bei 47 Prozent.

Schon bald "Zero Emission"

"Weitere Forschung am Verbrennungsmotor ist nicht nur angebracht, sondern notwendig, weil er damit in absehbarer Zeit praktisch emissionsfrei sein wird", zeigte sich Theodor Sams, Leiter der Forschung und Technologieentwicklung beim Antriebsstrangentwicklers und Testsystem-Spezialisten AVL List GmbH, überzeugt. Grundsätzlich, so betonten sowohl Eichlseder als auch Sams, sei in der Diskussion um "Zero Emission" zu berücksichtigen, dass der zum "Stromtanken" notwendige Strom auch erst produziert werden muss. Bisher gehe dieser per Definition als CO2-frei in die Ermittlung ein, was real allerdings nur der Fall ist, wenn er regenerativ gewonnen wird. "Das macht keinen Sinn", betonte Sams. Um zu ermessen, wie umweltfreundlich Elektroautos im gesamten Lebenszyklus tatsächlich sind, sei nicht nur die unmittelbare CO2-Emission, sondern die CO2-Gesamtbilanz, also einschließlich Produktion, Kraftstoffgewinnung und Verteilung zu berücksichtigen. "Das wird kommen, wenn sich die E-Mobilität etabliert hat", vermutete der AVL-Forschungsleiter.

Laut Vizerektor Horst Bischof, zählt die TU Graz zu den international führenden Forschungsinstitutionen im Bereich der Verbrennungsmotoren. "Das wollen wir auch in Zukunft weiter stärken und ausbauen", sagte Bischof.

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Ölpreise profitieren von schwachem Dollar

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Singapur, 24.04.2017

Die Ölpreise haben am Montag von einem schwächeren US-amerikanischen Dollar profitiert. Der Dollar gab deutlich nach, nachdem in der Wahl zur französischen Präsidentschaft der linksliberale Emmanuel Macron mehr Stimmen als die Rechtspopulistin Marine Le Pen erhielt. Beide gehen in zwei Wochen in eine Stichwahl, wo Macron deutlich größere Chancen eingeräumt werden.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete in der Früh 52,24 US-Dollar (48,83 Euro). Das waren 28 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Mai stieg um 24 Cent auf 49,86 Dollar.

Händler begründeten die moderaten Preisaufschläge am Ölmarkt mit zwei Faktoren. Zum einen habe der deutlich schwächere Dollar die Ölnachfrage außerhalb des Dollarraums belebt, weil ein sinkender Dollarkurs Rohöl für diese Nachfrager verbilligt. Zum anderen wurde auf die größere Risikoneigung der Anleger verwiesen. Riskantere Anlagen, zu denen auch Rohöl gehört, seien infolge des Wahlausgangs in Frankreich begehrter, hieß es am Markt.

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Rückenwind für Energiewende

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24.04.2017

Das Jahr 2022 wird zur Zeitenwende für die Energiebranche in Deutschland - und das gleich in zweifacher Weise: Nach einer mehr als 40 Jahre dauernden Ära der Kernenergie gehen die letzten Atomkraftwerke vom Netz; spätestens am 31. Dezember 2022 schaltet EnBW den Reaktor Neckarwestheim 2 ab. Gleichzeitig tritt eine zweite Zäsur ein: Von 2022 an werden die ersten Meereswindparks errichtet, die ohne Subventionen in Form einer staatlich garantierten Einspeisevergütung auskommen. Das ist das Ergebnis der jüngst abgeschlossenen ersten Ausschreibung für Offshore-Parks durch die Bundesnetzagentur. Der Versorger EnBW forderte 0 Cent Einspeisevergütung und erhielt damit den Zuschlag für den 900 Megawatt großen Windpark "He Dreiht" in der Nordsee - eine Anlage, die fast so viel Strom liefert wie ein Atomkraftwerk.

Doch wie kann EnBW gänzlich ohne Förderung - nur mit dem Börsenstrompreis - Geld verdienen, wenn die letzten nach dem alten Regime geförderten Windanlagen noch 12 Cent je Kilowattstunde brauchten? Die Schere schließt sich von zwei Seiten: Der weitgehende Verzicht auf Subventionen - wenn man von dem durch die Netzentgelte finanzierten Netzanschluss absieht - erklärt sich vor allem mit den erwarteten Kostensenkungen beim Bau der Parks, wo man jetzt von ersten Erfahrungen profitiert. Mit einer für 2025 geplanten Inbetriebnahme wird der EnBW-Windpark, der das mit Abstand größte Einzelprojekt im Wettbewerb ist, mit immer größeren Turbinen von der rasch fortschreitenden Technologieentwicklung profitieren. Synergieeffekte ergeben sich auch aus der räumlichen Nähe zu den beiden anderen EnBW-Windparks in der Nordsee. Zudem spekulieren EnBW und der ebenfalls in der ersten Ausschreibung zum Zuge gekommene dänische Rivale Dong wohl auf - nach einer langen Durststrecke - wieder steigende Strompreise an der Börse, so dass der Strom auch ohne Förderung ausreichend Gewinn abwirft.

Für Kosten und Tempo der Energiewende ist das eine gute Nachricht. Angesichts der erfreulichen Entwicklung stellt sich die Frage, ob die Politik ihre Ziele für den Ausbau der Meereswindparks nicht wieder nach oben korrigieren sollte. Ursprünglich hatten die Pläne der Bundesregierung eine installierte Leistung von 10 000 Megawatt bis 2020 und von 25 000 Megawatt bis 2030 vorgesehen. Zum Vergleich: Gegenwärtig sind 16 Windparks mit 950 Windrädern und einer installierten Leistung von 4 100 Megawatt in Betrieb.

Weil der Ausbau lange Zeit nur schleppend voranging und durch die Erneuerbare-Energien-Umlage für die Verbraucher immer teurer zu werden drohte, hatte die große Koalition die Zielwerte 2013 auf 6 500 Megawatt bis 2020 und 15 000 Megawatt bis 2030 nach unten gedreht. Aufgrund der befürchteten Kostensteigerungen war die Entscheidung 2013 nachvollziehbar. Die in der Zwischenzeit erzielten Fortschritte rechtfertigen nun aber wieder ambitioniertere Ziele - zumal der Trend zur Kostendegression mit dem Bau zusätzlicher Windparks verstärkt wird. Das gilt umso mehr vor dem Hintergrund des 2016 in Kraft getretenen Pariser Weltklimavertrags. Der Ausbau der Meereswindenergie gehört zu den sinnvollsten Maßnahmen, um die deutschen Klimaziele zu erreichen, weil Windanlagen auf See mehr Volllaststunden haben als solche an Land. Seit 2013 wurde in der Bundesrepublik die installierte Leistung von Meereswindenergieanlagen verachtfacht. Die Projekte sind mittlerweile technisch solide umsetzbar. Das hat zu sinkenden Risikomargen bei Bankenfinanzierungen und zu verbesserten Versicherungskonditionen geführt.

Windenergie beginnt sich zu rechnen - nicht mehr nur für die Unternehmen, sondern auch für die Allgemeinheit. Wind wird der wichtigste Treiber für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Diese sollen bis 2025 für 40 bis 45 % des Strombedarfs aufkommen und bis 2035 für 55 bis 60 %. Es ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um die Offshore-Ausbauziele wieder heraufzusetzen, damit der grüne Strom - zur Erfüllung des Klimavertrags von Paris - die fossilen Brennstoffe auch im Verkehr und in der Industrie verdrängt. Konventionelle Kraftwerke werden an den Tagen, an denen Sonne und Wind ausfallen, dennoch gebraucht. Solange keine anderen Speichertechnologien als einige wenige Pumpspeicher verfügbar sind und Stromimporte nicht in ausreichendem Maß die Lücke füllen können, werden flexible Kraftwerke eine wichtige Rolle im deutschen Strommarkt spielen. Zum Glück für die Kohle- und Gaskraftwerksbetreiber RWE und Uniper.

"Börsen Zeitung" vom 19.04.2017
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Weltpremiere: Österreich erzeugt Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

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24.04.2017

Forschungsprojekt "Underground Sun Conversion" verkürzt den Entstehungsprozess von Erdgas von Millionen Jahren auf wenige Wochen - Infrastrukturministerium und Klimafonds fördern mit 4,9 Millionen Euro.

In Österreich wird erstmals erneuerbares Erdgas aus Sonnen-und Windenergie erzeugt. Infrastrukturministerium und Klima-und Energiefonds haben kürzlich den Startschuss zum weltweit einzigartigen Forschungsvorhaben "Underground Sun Conversion" gegeben. Sie fördern das Projekt mit 4,9 Millionen Euro, federführend verantwortlich ist die RAG (Rohöl-Aufsuchungs AG).

"Bei den erneuerbaren Energien hat Österreich wieder einmal die Nase vorn. Mit dem Forschungsprojekt erleben wir eine Weltpremiere: Wir erzeugen erstmals Erdgas aus Sonnen-und Windenergie, und zwar in wenigen Wochen statt in Millionen von Jahren. Damit erledigen wir ein ganzes Erdzeitalter im Schnelldurchlauf. Und wir setzen einen weiteren Schritt in Richtung energieunabhängiges Österreich", sagt Infrastrukturminister Jörg Leichtfried.

"Wir unterstützen mit unserem Energieforschungsprogramm gezielt umsetzungsorientierte Projekte, die weit über Forschungsförderung hinausgehen. Nur so können wir klimarelevante Wirkungen realisieren und notwendige technologische Durchbrüche und Kostensenkungen erreichen. ,Underground Sun Conversion' liefert richtungsweisende Ergebnisse für ein zukünftiges Energiesystem", sagt Klima-und Energiefonds-Geschäftsführerin Theresia Vogel. RAG-Generaldirektor Markus Mitteregger: "Unser Forschungsprojekt ist quasi 'Erdgeschichte im Zeitraffer' und hat großes Potenzial. Es ist CO2 neutral, löst unser großes Problem der Speicherbarkeit von erneuerbaren Energien und wir können bereits vorhandene Infrastruktur nutzen. Zudem ist es extrem umweltfreundlich, weil es natürliche, mikrobiologische Prozesse komprimiert nachbildet und wir das sich bildende erneuerbare Erdgas gleich am Ort der 'Produktion' - in natürlichen Erdgaslagerstätten in über tausend Metern Tiefe -speichern können. Die bis dato im Rahmen des ersten Projekts 'Underground Sun Storage' erzielten Ergebnisse aus Laborversuchen sind vielversprechend. Umso mehr freuen wir uns nun auf weiterführende Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt 'Underground Sun Conversion'."

In "Underground Sun Conversion" wird in Pilsbach in Oberösterreich zunächst Wasserstoff aus Sonnen-oder Windenergie und Wasser gewonnen. Der Wasserstoff wird gemeinsam mit Kohlendioxid in Erdgaslagerstätten in mehr als tausend Meter Tiefe gepumpt. Dort wandeln natürlich vorhandene Mikroorganismen das Gemisch in wenigen Wochen in erneuerbares Erdgas um. Dieser Prozess hat in der Geschichte der Erde Millionen von Jahren gedauert. Die Erdgasproduktion aus Sonnen- und Windenergie hat neben der Zeitersparnis weitere Vorteile: Sie bindet Kohlendioxid und kann aus erneuerbaren Quellen gewonnene Energie speichern. Zudem ist die nötige Infrastruktur für Lagerung und Transport von Erdgas bereits vorhanden.

"Underground Sun Conversion" ist der Nachfolger des ebenfalls von der RAG durchgeführten und von Infrastrukturministerium und dem Klimaund Energiefonds geförderten Forschungsprojekts "Underground Sun Storage", in dem Sonnen- und Windenergie unterirdisch gespeichert wurden. Dem Konsortium unter Leitung der RAG gehören auch die Montanuniversität Leoben, die Universität für Bodenkultur Wien, das Austrian Centre of Industrial Biotechnology, das Energieinstitut der Johannes Kepler Universität Linz und die Axiom Angewandte Prozesstechnik GmbH an. Die Gesamtkosten von "Underground Sun Conversion" betragen acht Millionen Euro.

"Umweltschutz" Nr. 02/2017
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Innogy wirbt mit Dividenden-Versprechen um Anleger

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Essen, 24.04.2017

Die RWE-Ökostromtochter Innogy umgarnt ihre Anteilseigner mit der Aussicht auf hohe Ausschüttungen. Das für die Dividende entscheidende bereinigte Nettoergebnis wolle Innogy im laufenden Jahr um mindestens sieben Prozent auf über 1,2 Mrd. Euro steigern, unterstrich Konzernchef Peter Terium bei der ersten Hauptversammlung des Börsenneulings am Montag in Essen.

70 bis 80 Prozent davon sollen an die Anteilseigner ausgeschüttet werden, versprach Terium. Innogy wolle zudem Milliarden investieren. Von 2017 bis 2019 sollen es insgesamt 6,5 bis sieben Milliarden Euro werden.

Im Bereich der Windenergie wolle sich Innogy Projekte aber "nicht um jeden Preis" sichern: "Wir wägen genau ab und investieren nur, wenn es wirtschaftlich ist", betonte der Innogy-Chef. Innogy war zuletzt bei der Vergabe von vier deutschen Windparks in der Nordsee leer ausgegangen.

Innogy war im Oktober an den Aktienmarkt gegangen. Mit einem Erlös von 4,6 Mrd. Euro war es der größte Börsengang seit dem Jahr 2000. Für 2016 werden als Dividende 1,60 Euro je Aktie ausgeschüttet.

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Ökostrom legt in Deutschland weiter zu

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Hannover, 24.04.2017

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in Deutschland wird immer größer. Im ersten Quartal habe der Ökostrom einen Anteil von 32 Prozent gehabt, teilte der Verband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Montag mit. Das seien vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum.

Den höchsten Zuwachs habe es bei Offshore-Windanlagen mit einem Plus von 36,7 Prozent gegeben. Die Zuwachsrate bei Photovoltaikanlagen habe 29 Prozent betragen, die der Windenergie an Land 3,1 Prozent. Bei der Wasserkraft habe es aufgrund der geringeren Niederschläge zu Jahresbeginn einen Rückgang von 31,3 Prozent gegeben.

Die deutsche Energiewirtschaft sieht zudem den Bau neuer Kraftwerke gefährdet und fordert von der Politik bessere Rahmenbedingungen. Die Umsetzung zahlreicher wichtiger Kraftwerksprojekte stocke, erklärte der BDEW auf der Hannover Messe.

Dies treffe insbesondere auf Gaskraftwerke zu. Zwar seien vier Gaskraftwerke mit einer Kapazität von 780 Megawatt im Bau. Für die meisten der 15 weiteren geplanten Anlagen mit insgesamt 9.500 Megawatt gebe es aber noch keine Investitionsentscheidung. "Investitionen in Gaskraftwerke und offene Gasturbinen kommen nur, wenn die Politik klar macht, dass der Energieträger Gas und die Gasinfrastruktur eine politische Zukunft haben", sagte BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer.

In Zeiten des boomenden Ökostroms haben Gaskraftwerke wegen der gefallenen Strom-Großhandelspreise einen besonders schweren Stand, da der Brennstoff teurer ist als etwa Braun- und Steinkohle. Viele Versorger haben ihre Anlagen eingemottet oder stillgelegt. Der Stromlobby-Verband fordert einen sogenannten Kapazitätsmarkt, bei dem allein die Bereitstellung von Kraftwerken mit sicherer Leistung rund um die Uhr vergütet wird. Das Thema müsse nach der Bundestagswahl auf die Tagesordnung gesetzt werden, sagte Kapferer.

Neben der geplanten Stilllegung der deutschen Atomkraftwerke werden dem Verband zufolge bis 2022 zahlreiche weitere Anlagen abgeschaltet. Damit gingen Kapazitäten von rund 26.000 Megawatt aus dem Markt, während bisher nur konventionelle Anlagen wie Kohle- und Gaskraftwerke mit einer Kapazität von 1.832 Megawatt im Bau seien.

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Finanzierungsverträge für Nord-Stream-2-Pipeline, OMV dabei

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Wien, 24.04.2017

Die umstrittene Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 kommt ein Stück weiter voran. Fünf europäische Energieversorger, darunter die OMV, beteiligen sich an der Finanzierung. Entsprechende Finanzierungsverträge habe die der russischen Gazprom gehörende Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG mit der OMV, Engie, Shell sowie Uniper und Wintershall unterzeichnet, teilte die OMV am Montag mit.

Die fünf europäischen Energiefirmen hätten sich zu einer langfristigen Finanzierung von 50 Prozent der gesamten Projektkosten - derzeit werden 9,5 Mrd. Euro erwartet - verpflichtet. Jedes einzelne Unternehmen werde bis zu 950 Mio. Euro bereitstellen. Der russische Gaskonzern Gazprom "ist und bleibt alleiniger Aktionär der Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG", heißt es in der Mitteilung.

Damit sei heute ein weiterer, wichtiger Schritt in Richtung Umsetzung des Nord Stream 2 Projektes, das von Gazprom verfolgt werde, gemacht worden. Das finanzielle Engagement der europäischen Unternehmen unterstreiche die strategische Bedeutung des Nord Stream 2 Projektes für den europäischen Gasmarkt. Das Projekt stärke damit sowohl die Wettbewerbsfähigkeit als auch die mittel- und langfristige Energiesicherheit, gerade vor dem Hintergrund der zu erwartenden sinkenden Produktion in Europa.

Die 1.220 Kilometer lange Nord Stream 2 Gaspipeline, mit einer Gesamtkapazität von 55 Mrd. Kubikmeter pro Jahr, solle eine direkte Verbindung zwischen von der russischen Küste durch die Ostsee nach Greifswald (Deutschland) bieten. "Die Bauarbeiten werden im Jahr 2018 beginnen und bis Ende 2019 abgeschlossen sein", heißt es in der Mitteilung.

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Benefits durch PV-Anlagen auf Wohnbauten

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Wien/Krems, 21.04.2017

Von den mit der kleinen Ökostromnovelle geplanten Erleichterungen für Photovoltaik-Anlagen auf Wohnbauten werden die Bewohner und die Bauträger profitieren können. Davon ist Wolfgang Amann, Geschäftsführer des Instituts für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW), überzeugt. Die Mieter könnten Einspeisetarife lukrieren, die Bauträger sich so manches bei den thermischen Vorschriften ersparen.

Thermische Vorschriften könnten derzeit nur über die Gebäudehülle erfüllt werden, künftig könnten den Bauträgern jedoch auch PV-Panele auf den Dächern der Mehrfamilienhäuser angerechnet werden, argumentierte Amann bei einem Wohnsymposium. Dazu verwies er auf eine §15a-Vereinbarung, die - über neue Bestimmungen - auf eine solche PV-Anrechnung abzielt.

Die Mieter wiederum könnten durch den in Gemeinschaftsanlagen selbst erzeugten Strom in mehrerer Hinsicht profitieren - durch eine Ersparnis bei den direkten Kosten für die Elektrizität, aber auch durch den Wegfall von Netzgebühren und Umsatzsteuer. Die Ersparnis sei umso größer, je höher der Eigenanteil am Stromverbrauch sei.

Refinanzierung über Annuitäten bzw. Mieten

Hohes Potenzial für eine rasche Ausrollung von PV-Panelen auf Neubauten sieht Amann, wenn solche Photovoltaik-Anlagen gleich über die Baukosten finanziert werden und die Refinanzierung dann über die Annuitäten bzw. die Mieten erfolgt. Denn dann könnten "die Mieter den Strom gratis zugeordnet bekommen".

Der Bauexperte erwartet, dass die kleine Ökostromnovelle im zweiten Quartal doch noch vom Parlament beschlossen werden kann. Dann sei aber noch einige Zeit für die Ausführungsgesetze auf Länderebene nötig. Noch Handlungsbedarf sieht Amann für die Nachrüstung von Bestandsbauten mit PV-Anlagen im Zuge von Sanierungen - nur bei Neubauten sei dies rechtlich geklärt.

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„Zu viele Kochshows und zu wenig Europa“

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Lech, 21.04.2017

„Europa in schwierigen Zeiten“ lautet der Titel des inzwischen sechsten Europaforums in Lech. Und das führte schon gleich nach der Eröffnung zu engagierten Diskussionen der prominenten Teilnehmer, unter ihnen Führungskräfte aus der traditionellen wie der digitalen Industrie, Vertretern der Energiewirtschaft, der Zivilgesellschaft sowie hochrangigen EU-Politikern und -beamten. Für EU-Kommissar Günther Oettinger, seit Jahresbeginn zuständig für die Schlüsselressorts Haushalt und Personal und zuvor Kommissar für die Digitale Gesellschaft und Wirtschaft sowie für Energie, ist der Staatenbund trotz der Unzufriedenheit vieler EU-Bürger und zunehmender Länderinteressen alternativlos, wie er im Gespräch mit den VN im Tagungshotel Post betont.
 
„Bestmögliche Lösung“
 
„Die Europäische Union ist für den sozialen Wohlstand als auch für die Sicherheitsaufgaben die bestmögliche Lösung“, weist er auf die Probleme rundum hin. Die Flüchtlingsfrage sei nur gemeinsam zu lösen, „durch Grenzschutz, durch Entwicklungshilfe, durch abgestimmte Flüchtlingshilfe vor Ort“, so der EU-Politiker. Das Beispiel Bodenseeraum zeige, um wie viel leichter das Leben geworden ist: „Die Situation früher war so, dass ich zuerst am Pfänder an der Grenze stand, dann die D-Mark in Schilling wechseln musste und Schwierigkeiten hatte, wenn ich hier etwas eingekauft habe. Heute haben wir den Binnenmarkt, wir können grenzüberschreitend arbeiten, leben und wohnen.“
 
Ein Beispiel, wo das noch nicht so funktioniere, wie es sollte, sei der Konflikt zwischen Deutschland und Österreich wegen der noch bestehenden Strompreiszone, die Deutschland auflösen will. Die Deutschen, so der Schwabe Oettinger, haben sich mit der Energiewende ein Problem geschaffen, weil der Strom im Norden erzeugt wird und die Industrie ihn im Süden braucht und wollen das nun so in den Griff kriegen. „Eigentlich sollten sie glücklich sein, dass es Österreich gibt, das Energie zur richtigen Zeit liefern kann“ sagte er und bedauert, dass es noch keinen gemeinsamen europäischen Strommarkt gibt, der in Sachen Gas ja schon funktioniere. Er habe mit Landeshauptmann Markus Wallner darüber gesprochen und wirke an einer Lösung beratend mit, doch „derzeit sitzt die deutsche Regierung am längeren Hebel“ so Oettinger. Aber heuer werde in dem Konflikt nichts mehr geschehen, zeigt er den zeitlichen Horizont auf.
 
Der digitale Binnenmarkt ist da bereits näher. „Dieses Vorhaben kommt sehr gut voran, die Gesetzesvorschläge liegen auf dem Tisch und werden jetzt im Parlament behandelt“, berichtet er, es gebe kaum für einen Bereich soviel Zustimmung wie für diesen. Das ist nicht überall so, etwa wird das Schengen-Abkommen nicht in allen Staaten umgesetzt, gleiches gilt für den Euro. Oettinger: „Ziel muss aber schon sein, dass die Abkommen eine Blaupause für alles sind.“
 
Netzwerk für Europa
 
Die Unzufriedenheit vieler EU-Bürger verortet er auch bei den Medien. „Brüssel kommt nur vor, wenn es eine Krise gibt“, dabei wäre es wichtig, wenn schon so viele Gesetze in Brüssel beschlossen werden, dass die Medien dort präsent sind und nicht in Wien oder Berlin. „Im Fernsehen gibt es zu viele Kochsendungen und zu wenig Europa“, so der Haushaltskommissar, der sich wünscht, dass auch einmal ein Leitartikel aus europäischer und nicht aus nationaler Sicht erscheint. Bis dahin seien Treffen wie das Europaforum für die Staatengemeinschaft sehr wichtig. „Weil sich die Leute aus verschiedensten Bereichen kennen- und verstehen lernen und dann gemeinsam Themen bearbeiten.“

"Vorarlberger Nachrichten" vom 21.04.2017
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ENERGIE 4.0 FÜR DIE STÄDTE

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21.04.2017

Im europäischen Kontext hat Österreich eine Vorreiterrolle hinsichtlich der Energieversorgung der Zukunft inne.
 

Die fortschreitende Urbanisierung in Verbindung mit dem Klimawandel erfordert tiefgreifendes Umdenken in der städtischen Energieversorgung. Mehr als die Hälfte der siebeneinhalb Milliarden Menschen auf unserem Planeten leben mittlerweile in Städten. Urbane Regionen werden daher bei der Erreichung der Energie-und Klimaschutzziele eine zentrale Rolle einnehmen. Um den Energieverbrauch (und die damit verbundenen Emissionen) in den Metropolen zu reduzieren, setzt das Konzept der energieeffizienten und nachhaltigen "Smart City" auf innovatives Design und einen intelligenten Betrieb des urbanen Energiesystems.
 
Dabei darf man sich allerdings nicht auf Einzelmaßnahmen beschränken, sondern muss alle Akteure städtischer Energiesysteme berücksichtigen - von Gebäuden und Industriebetrieben über Energieversorger und Netzbetreiber bis hin zum Verkehr. Gebäude sollen mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen, indem Dächer und Fassaden vermehrt mit Photovoltaikanlagen, Solarkollektoren oder auch Windturbinen zur Produktion erneuerbarer Energie ausgerüstet werden. Auch die Industrie darf nicht mehr ausschließlich als Energieverbraucher in Erscheinung treten. Immerhin produziert sie sehr viel Abwärme, die sinnvoll genutzt werden kann.
 
Um diese vielfältigen Energieflüsse unter Berücksichtigung von Angebot und Nachfrage gezielt managen zu können, müssen auch die thermischen und elektrischen Netze "smarter" werden. Die bisher unbekannte Vielfalt an Energieerzeugern, -verbrauchern und -speichern erfordert daher eine neue Generation von Netzen, die durch wechselseitige Kommunikation einen effizienten Betrieb sicherstellen und die in Form von Strom, Wärme oder auch Kälte zur Verfügung stehende Energie optimal verteilen und nutzen kann. Am Austrian Institute of Technology (AIT) etwa werden mithilfe moderner digitaler Technologien bereits innovative Regelkonzepte für Smart Grids entwickelt. Sie ermöglichen durch optimales Spannungsmanagement die Integration einer großen Zahl dezentraler Energieversorger in die bestehende Netzinfrastruktur.
 
Smart Home komplett für Stadt und Land
 
Wien Energie als größter regionaler Energieanbieter Österreichs beispielsweise unterstützt Kunden mit dem HausMaster dabei, Strom selbst zu erzeugen, zu speichern und intelligent zu nutzen. Gestartet wurde mit einer ersten Basisversion für das Einfamilienhaus. Produkterweiterungen und -updates werden folgen, die das Angebot auch für Wohnungskunden interessant machen. Ziel ist der Ausbau zu einer umfassenden Smart-Home-Komplettlösung für Stadt und Land. Michael Strebl, Vorsitzender der Wien-Energie-Geschäftsführung: "Der Trend in der Energiewirtschaft geht in Richtung dezentrale Erzeugung, erneuerbare Energien und Digitalisierung."
 
HausMaster beinhaltet eine Photovoltaik-Anlage, einen Batteriespeicher, einen Elektroheizstab, eine E-Ladestation und eine Wetterstation. Das Herzstück der neuen Lösung ist eine Software als Energieassistent, die alle Komponenten miteinander verknüpft und von verschiedenen Endgeräten - PC, Tablet, Smartphone -genutzt werden kann. Die Steuerung ermöglicht den Verbrauchern, Strom selbst zu produzieren, mittels Batterie zu speichern und bei Bedarf zu nutzen, weiters mit Hilfe des Heizstabes Strom in Wärme umzuwandeln oder das Elektrofahrzeug jederzeit zu laden. "Ein Monitoringtool gibt dem Kunden einen Überblick über den Energieverbrauch und hilft, den Verbrauch und die Energiekosten zu optimieren", erklärt Strebl. "Was wir im Forschungs-und Produktentwicklungsbereich im Unternehmen oder bei Stadtentwicklungsprojekten mit Partnern an Wissen sammeln und auswerten, schafft weitere gute Ansätze und Rahmenbedingungen für künftige innovative Lösungen."
 
Mobile Transformatoren aus Weiz für Big Apple
 
Eine feine innovative Lösung ist auch Siemens für den amerikanischen Netzbetreiber Con Edison of New York gelungen. Sechs mobile Plug-and-Play- Transformatoren wurden im Werk in Weiz entwickelt und gefertigt. Sie sind als Notfalllösungen für außerplanmäßige Stromausfälle oder für geplante Abschaltungen während Wartungsintervallen vorgesehen. "Netzverfügbarkeit ist ein Thema, das letztendlich auch für die Gesellschaft große Bedeutung hat", sagt Beatrix Natter, CEO der Business Unit Transformers bei Siemens Energy Management.
 
Energie(-Software) für neue Geschäftsmodelle
 
Auch beim Meter-Data-Managementsystem EnergyIP mischt Siemens kräftig mit. Gemeinsam mit einer Unternehmenssoftware bildet es die Grundlage für durchgängig digitale Geschäftsszenarien für Energieversorgungsunternehmen (EVU) weltweit. In Kooperation mit SAP wird Siemens somit Energieversorger dabei unterstützen, eine riesige, von Millionen vernetzter Zähler und Sensoren erzeugte Datenmenge in Echtzeit verarbeiten zu können, um Energieerzeugern und -verbrauchern (vom Großkraftwerk bis zum Microgrid) bessere Erkenntnisse und Kontrollmöglichkeiten für den Betrieb der Netze zur Verfügung zu stellen.
 
Die Softwarelösung für Energieversorger wird unter dem Namen SAP Meter Data Management by Siemens vermarktet.

Von Paul Christian Jezek

"trend" Nr. 16/2017
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Biogasanlagen könnte schon bald der Hahn abgedreht werden

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21.04.2017

Die kleine Ökostromnovelle könnte das Aus für 240 Anlagen in Österreich bedeuten.Strom aus erneuerbarer Energie, Unabhängigkeit vom Atomstrom und fossilen Energieträgern. Vor allem das Burgenland mit der Vorzeigestadt Güssing und der Windkraft setzt stark auf Ökoenergie. Doch bei den 18 burgenländischen Biogasanlagen könnte schon bald ein Kahlschlag drohen. "Zehn Anlagen sind von der kleine Ökostromgesetznovelle direkt betroffen", sagt Erich Mandl, der eine Planungs- und Entwicklungsfirma für Biogasanlagen leitet.
 
Denn kommt die Gesetzesänderung, verlieren die Betreiber ihren Stromtarif von 15 Cent pro Kilowattstunde und müssten zu Marktpreisen zwischen 2,5 und drei Cent ihren Strom ins Netz speisen. Seit 2002 wurden die Abnahmeverträge mit den Biogasanlagenbetreibern auf jeweils 13 Jahre abgeschlossen. "Wir fordern eine Verlängerung auf 20 Jahre", sagt Johannes Hauptmann, Sprecher der Biogasanlagenbetreiber bei einer Pressekonferenz in Markt Allhau am Mittwoch. Der Staat müsse die Förderung nicht einmal bezahlen, jeder Konsument steuert pro Monat 1,80 Euro mit der Stromrechnung für Ökoenergie bei.
 
Die 288 Biogasanlagenbetreiber in ganz Österreich sehen durch die Gesetzesänderung in eine ungewisse Zukunft. "Die Gesetzesnovelle, die schon nächste Woche beschlossen werden soll, könnte für 240 Anlagen das Ende bedeuten", erklärt Hauptmann.
 
Novelle Die Ziele der Novelle sind Ausstiegshilfen für unrentable Anlagen und kein zusätzliches jährliches Unterstützungsvolumen für Biogasanlagen ab 2018. Damit könnten laut Interessensvertretung auch jene Anlagen, die mehr als 60 Prozent Wirkungsgrad erzielen, nicht rentabel betrieben werden.
 
Bitter sei dies vor allem für Betriebe wie die Energiekreis Haller KG in Markt Allhau. "Wir erzeugen aus dem Mist unserer Rinder Energie und Wärme", sagt Christoph Haller. Falle die Strom- und Wärmeerzeugung weg, hätte es Auswirkungen auf den gesamten Betrieb. Auch die Firma Wolf Nudeln in Güssing setzt auf Biogas und hat für die Anlage sogar den Energy Globe Award bekommen. "Jetzt ist die Politik am Zug. Wir verhandeln auf allen Ebenen", sagt Hauptmann.

von Roland Pittner

"Kurier" vom 20.04.2017
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Umsatz der österreichischen Strömbörse EXAA

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Wien, 21.04.2017

Das Handelsvolumen für den Monat März 2017 am Spotmarkt der österreichischen Strombörse EXAA betrug 662.035,28  MWh. Das ergibt einen täglichen Handelsschnitt von 21.355,98  MWh. Die Preise für die Blockprodukte Base (0 – 24 h) und Peak (8 – 20 h) lagen im Schnitt bei 31,47 beziehungsweise 33,74 €/MWh.

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Großaktionäre fordern von BHP Billiton Verkauf der Ölsparte

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London/New York, 21.04.2017

Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton gerät laut einem Pressebericht wegen seiner Ölsparte immer stärker unter Druck. Nachdem der Hedgefonds Elliott den Konzern zur Abspaltung seines Ölgeschäfts in den USA aufgefordert hatte, plädieren jetzt vier weitere Großaktionäre für die Trennung von der gesamten Ölsparte, wie die "Financial Times" (FT/Freitag) berichtet.

"Ich hoffe, eine Form der Ausgliederung zu sehen", zitiert die Zeitung einen der Anteilseigner. Auch der Vermögensverwalter Aberdeen zeigte sich einer Abspaltung gegenüber aufgeschlossen.

Bei den Aktionären, die sich dafür aussprechen, handelt es sich der "FT" zufolge um 4 der 20 größten Anteilseigner von BHP Billiton. "Die Zukunft des Ölgeschäfts ist die größte Frage, die Elliott aufgeworfen hat, und die größte Veränderung, die dem Unternehmen bevorstehen kann", zitiert das Blatt einen der Befürworter. Der Bergbaukonzern lehnte eine Stellungnahme auf Nachfrage der Zeitung ab.

Vergangene Woche hatte die BHP-Führung der Forderung des Hedgefonds klar abgelehnt. Das Management habe die Rolle der Ölsparte seit seinem Amtsantritt im Jahr 2013 schon mindestens zweimal in Frage gestellt, hatte BHP-Chef Andrew Mackenzie gesagt. "Ich bin immer noch der Meinung, dass Öl gut zu unserer jetzigen Strategie passt."

"Einzigartige Form der Diversifizierung"

Die Ölsparte, die ihr Geschäft in den USA, Australien und der Karibik betreibt, verschaffe BHP eine "einzigartige Form der Diversifizierung", sagte er. "Das macht uns ungewöhnlich - und zwar ungewöhnlich begünstigt." Laut der Investmentbank Morgan Stanley ist das BHP-Ölgeschäft insgesamt rund 29 Mrd. Dollar (27 Mrd. Euro) wert.

Hinter dem Hedgefonds Elliott steht der Milliardär Paul Singer, der immer wieder große Konzerne mit seinen Forderungen vor sich hertreibt. Gerade erst stolperte der frühere Siemens-Chef Klaus Kleinfeld über einen Streit mit Singer - und verlor seinen Chefposten beim US-Metallkonzern Arconic. Kleinfeld soll Singer einen Brief geschrieben haben, aus dem der Eindruck entstehen kann, dass er von exzessiven Partys Singers im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland hat. Der US-Milliardär, dessen Hedgefonds schon länger Kleinfelds Absetzung gefordert hatten, interpretierte das als Erpressungsversuch.

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AKW in Slowenien wird wegen Ventilproblems kurz abgeschaltet

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Krsko, 21.04.2017

Das Atomkraftwerk im slowenischen Krsko ist am Freitag für kurze Zeit abgeschaltet worden, nachdem es in der Nacht zu einem Problem mit einem Dampfventil gekommen ist. Eine Gefahr für die Umwelt habe dabei nicht bestanden, hieß es in einer Mitteilung seitens des AKW. Das Kraftwerk soll nach gründlicher Untersuchung am Wochenende wieder in Betrieb genommen werden.

Zu dem Problem war es im nichtnuklearen Teil der Anlage gekommen. Wegen des Fehlers an dem Entlastungsventil war Dampf ausgetreten, was laut Mitteilung auch in der Umgebung zu hören war. Nachdem die Leistung des Kraftwerks teilweise reduziert wurde, kehrte das Ventil von selbst in seine normale Position zurück, hieß es.

Der 700-Megawatt-Reaktor wurde noch im ehemaligen Jugoslawien gebaut und ist seit 1983 in Betrieb. Die Anlage wird von Slowenien und Kroatien gemeinsam verwaltet. Das AKW sollte eigentlich 2023 abgeschaltet werden, vor zwei Jahren wurde jedoch ein Weiterbetrieb für die Dauer von 20 Jahren beschlossen.

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Anzahl der Tankstellen in Österreich leicht gestiegen

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Wien, 20.04.2017

Die Anzahl der öffentlich zugänglichen Tankstellen in Österreich ist im vergangenen Jahr um 29 auf 2.670 gestiegen - dabei hat sich ein Trend der letzten Jahr fortgesetzt: Während die Tankstellen der großen Marken wie BP, Eni, OMV, Shell oder JET immer weniger werden, bauen die kleineren Marken ihre Präsenz immer mehr aus.

Aus der jährlich erstellten Tankstellenstatistik des Fachverbandes der Mineralölindustrie (FVMI) geht hervor, dass die "Major Brands" im Vorjahr ihre Standorte weiter reduziert haben, nämlich von 1.357 auf 1.352. Vor neun Jahren waren es noch um rund 500 Tankstellen mehr gewesen.

In der anderen Gruppe befinden sich weitere 1.318 Tankstellen, wie z.B. von Genol, Turmöl, Avia, A1 oder IQ - vor neun Jahren waren es weniger als tausend gewesen. Dazu kommen noch 285 Dieselabgabestellen für die Landwirtschaft.

Hauptgrund für den Rückgang der "Major Branded" Tankstellen ist laut FVMI neben dem ausgeprägten Wettbewerb die Konzentration der Mineralölunternehmen auf verkehrsgünstige Standorte mit höherer Kundenfrequenz.

Von den 1.352 Tankstellen der großen Marken gehörten 318 Eni, 280 BP, 257 Shell, 208 der OMV, 149 JET und 140 waren Avanti-Tankstellen, die ebenfalls zur OMV gehören. Von diesen 1.352 Tankstellen verfügen 1.141 Stationen über einen Shop und 797 über ein Bistro. 437 Major-Branded Stationen haben rund um die Uhr geöffnet, insgesamt sind es österreichweit rund 800 Tankstellen mit einem 24-Stunden Versorgungsangebot.

"Grundsätzlich setzten sich die langjährigen Trends am heimischen Tankstellenmarkt auch 2016 fort", sagte FVMI-Geschäftsführer Christoph Capek laut Aussendung. "Einerseits kommt es weiterhin zum Ausbau von Premiumstandorten, andererseits geht der Umbau auf unbemannte Automatentankstellen, die keinen zusätzlichen Service anbieten, weiter." Der Anteil der Automatentankstellen österreichweit betrug Ende 2016 an die 27 Prozent.

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Exxon beantragte bei USA Ausnahmen von Russland-Sanktionen

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Irving (Texas), 20.04.2017

Der Ölkonzern ExxonMobil hat bei der US-Regierung einem Medienbericht zufolge um eine Ausnahme von den Sanktionen gegen Russland beantragt. Hintergrund sei die Zusammenarbeit mit dem Staatskonzern Rosneft, berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Konkret gehe es dem Konzern um gemeinsame Ölprojekte im Schwarzen Meer.

Exxon und Rosneft hatten im Jahr 2012 eine Partnerschaft geschlossen, um Energievorkommen in der Arktis und im Schwarzen Meer auszubeuten. Im Gespräch sind Investitionen von 500 Milliarden Dollar. Im Jahr 2014 erließen dann die EU und die USA unter anderem wegen der Annexion der ukrainischen Krim Strafmaßnahmen gegen Russland.

Ein Exxon-Sprecher sagte nun, man äußere sich grundsätzlich nicht zu Verhandlungen mit Behörden. Allerdings habe das US-Finanzministerium in der Vergangenheit schon erlaubt, das Joint Venture mit Rosneft trotz der Sanktionen weiterzuführen.

Eine Anfrage von Exxon dürfte auf den Argwohn von Kongressabgeordneten stoßen, die mutmaßliche Verbindungen zwischen Wahlkampfhelfer des heutigen Präsidenten Donald Trump und Russland überprüfen. Der Fall dürfte auch Aufsehen erregen, weil der frühere Exxon-Chef Rex Tillerson heute Außenminister ist.

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EPA verschiebt Obama-Vorschriften zu Öl und Gas

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Washington, 20.04.2017

Die US-Umweltbehörde EPA macht Abstriche an einem weiterem Projekt des ehemaligen Präsidenten Barack Obama. Die für Anfang Juni geplante Einführung von Grenzwerten für das Treibhausgas Methan und anderen Stoffen bei gewissen Vorhaben in der Öl- und Gasindustrie werde um 90 Tage verschoben, teilte die Behörde am Mittwoch mit.

Während dieser Zeit sollten weitere Meinungen eingeholt werden. Branchenvertreter wie das American Petroleum Institute hatten die EPA im April 2016 gebeten, die neuen Regeln zu überdenken. Der neue Präsident Donald Trump hat Ende März per Dekret eine Abkehr von der Klimaschutzpolitik seines Vorgängers eingeleitet.

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Cleen Energy startet an der Wiener Börse

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Wien/St. Margarethen, 20.04.2017

Das auf nachhaltige Energieeffizienzmaßnahmen spezialisierte Unternehmen Cleen Energy mit Sitz in St. Margarethen im Burgenland feiert heute seinen ersten Handelstag an der Wiener Börse. Mit den Business Angels Michael Altrichter und Gregor Rosinger hat das Unternehmen prominente Unterstützung. Für die Wiener Börse ist das der erste Börsengang im geregelten Freiverkehr seit 2015.

Das Geschäftsmodell von Cleen Energy ist es, Energiekosten in Unternehmen zu senken und die Errichtungskosten zu finanzieren. Zu den Partnern zählen die UniCredit Group, Philips und die OMV. Laut Lukas Scherzenlehner, der das Unternehmen mit Erwin Stricker gegründet hat und mit ihm den Vorstand bildet, lassen sich zum Beispiel bei der Beleuchtung bis zu 80 Prozent Energiekosten sparen. Zum Einsatz kommen energiesparende LED-Beleuchtungstechnik und intelligente Steuerungen, wodurch das Licht im Betrieb automatisch nur dort leuchtet, wo sich Menschen aufhalten. Cleen Energy bietet neben Konzepten für das Stromsparen auch Lösungen für Gas- und Wassereinsparungen an.

Damit setzt das Unternehmen laut Altrichter "auf das richtige Pferd". Der globale Strombedarf sei enorm hoch, wer sich mit Einsparungen beschäftige, habe einen riesigen Markt. "Es gibt wohl keinen Unternehmer, der nicht 30, 40 oder 80 Prozent seiner Stromkosten sparen will", sagt Altrichter. Gleichzeitig werden die Investitionen vorfinanziert, sie amortisieren sich oft nach zwei Jahren oder früher. Im Gegensatz zu Unternehmen wie Zumtobel oder Siemens biete Cleen Energy auch technische Planung und Finanzierung an bzw. fokussiere sich nicht nur auf Großunternehmen, sondern auch auf KMU, so Scherzenlehner.

Cleen Energy startete 2014, erzielte 2015 bereits mehr als drei Mio. Euro Umsatz und hatte einen Vorsteuergewinn von 265.000 Euro. Im ersten Halbjahr 2016 lag der Umsatz bei 3,5 Mio. Euro und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) bei 618.000 Euro. Die Gesamtjahreszahlen werden Ende April präsentiert. Zu den Kunden zählt unter anderem der Handelskonzern Rewe und das Stahlhandelsunternehmen Frankstahl.

Für einen Börsengang und nicht etwa Crowdfunding habe man sich deshalb entschieden, weil das der beste Weg schien, um weiter wachsen zu können, meinte Altrichter. Es werden knapp 3,6 Millionen Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von 1 Euro je Aktie begeben, der Emissionskurs liegt bei 3,36 Euro, Listing Partner ist die Wiener Privatbank.

Als erste Schritte werden nun neue Mitarbeiter aufgenommen und neue Kunden akquiriert, sagte Scherzenlehner. Der Eintritt in neue Märkte sei interessant, doch gebe es diesbezüglich noch keine konkreten Pläne.

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Britischer Minister will in EU-Energiemarkt bleiben

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London, 19.04.2017

Großbritannien sollte nach Ansicht von Energieminister Greg Clark auch nach dem Brexit im EU-Energiemarkt bleiben. Dies liege sehr im eigenen Interesse, sagte Clark am Mittwoch vor einem Parlamentsausschuss in London. "Ich glaube, es wäre besser, wenn wir weiter drin sind." Die Verbindungen sollten insbesondere mit Irland sogar ausgebaut werden.

Premierministerin Theresa May strebt einen harten Schnitt mit der Europäischen Union an und ist dazu auch bereit, auf den wirtschaftlich wichtigen Zugang zum EU-Binnenmarkt zu verzichten.

Großbritannien importierte 2016 sechs Prozent seines Stroms über Leitungen mit Frankreich, den Niederlanden und Irland. Die Briten wollen aber ihre Stromquellen ausweiten, um ältere Kohle- und Atomkraftwerke zu ersetzen, die in den 2020er Jahren vom Netz gehen dürften.

Die Diskussionen mit der EU seien erst ganz am Anfang, sagte Clark. Er hoffe allerdings, dass Pläne für Verbindungsleitungen mit anderen EU-Ländern und weiteren Staaten fortgesetzt und ausgebaut würden. "Wenn wir ein schlaueres Stromnetz haben wollen und verschiedene Arten von Stromquellen, dann sind Verbindungsleitungen wichtig dafür."

Ein weiterer Punkt bei den Brexit-Verhandlungen wird die Rolle des Landes im europäischen Emissionshandel (ETS) sein. Klimaschutzminister Nick Hurd sagte dem Ausschuss, Großbritannien werde weiter eine aktive Rolle bei der ETS-Reform spielen. Die Regierung in London werde aber Alternativen prüfen. Der Emissionshandel ist das zentrale Klimaschutzinstrument der EU. Kraftwerke und Industrie müssen Verschmutzungsrechte ersteigern oder bekommen eine bestimmte Menge auch gratis zugeteilt. Wer weniger Kohlendioxid ausstößt als er Rechte hat, kann die überschüssigen Zertifikate verkaufen. Wer mehr braucht, muss zusätzliche erwerben.

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CH: Energiepolitische Grundsatzdiskussionen gehen weiter

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Bern, 19.04.2017

Das schweizerische Stimmvolk stellt am 21. Mai in der Energiepolitik die Weichen. Regeln legt es aber nur für fünf Jahre fest. Für die Zeit danach ist noch nichts beschlossen, doch dürfte sich ein neues Fördermodell durchsetzen.

Fest steht, dass der Vorschlag des Bundesrates für die zweite Etappe der Energiestrategie chancenlos ist. Der Nationalrat hat sich bereits dagegen ausgesprochen, das Nein des Ständerates gilt als Formsache.

Der Bundesrat wollte das System zur Förderung erneuerbarer Energien ab 2021 durch ein Lenkungssystem ablösen, das Klima- und Energielenkungssystem. Ein neuer Verfassungsartikel hätte dem Bund ermöglicht, Klimaabgaben auf Brenn- und Treibstoffen sowie eine Stromabgabe zu erheben. Zumindest in einer ersten Phase wollte der Bundesrat aber auf Treibstoffen keine Abgabe erheben. Der Vorschlag fand dennoch keine Unterstützung.

Ablehnung von links bis rechts

Die rechtsbürgerliche Seite favorisierte zwar einst Lenkungsabgaben gegenüber der Förderung, lehnt solche im aktuellen Marktumfeld nun aber ab. Die linksgrüne Seite befürwortet Lenkungsabgaben zwar grundsätzlich, hält aber einen neuen Verfassungsartikel für unnötig, zumal eine Stromabgabe beim derzeitigen europäischen Stromüberschuss wenig sinnvoll erscheint.

Eine "Klimalenkungsabgabe" wiederum hat die Schweiz mit der CO2-Abgabe bereits heute. Diese will der Bundesrat mit der geplanten Revision des CO2-Gesetzes erhöhen: Der maximale Abgabesatz soll von heute 120 auf 240 Franken verdoppelt werden.

Die Gesetzesrevision, die der Bundesrat im laufenden Jahr verabschieden dürfte, ist somit auch als zweites Maßnahmenpaket zur Energiestrategie zu betrachten. Das Ziel ist es, den CO2-Ausstoß bis 2030 gegenüber 1990 um 50 Prozent zu senken. Umstritten ist vor allem, welcher Anteil mit Maßnahmen im Inland erreicht werden muss.

Für Diskussionen sorgen zudem die Heizungen: Für den Fall, dass die CO2-Emissionen nicht genügend zurück gehen, will der Bundesrat fossile Heizungen ab 2029 verbieten können. Andere wiederum kritisieren, dass auf Benzin und Diesel weiterhin keine Abgabe vorgesehen ist. Über Mobility Pricing soll auch der Verkehr einbezogen werden, lautet die Forderung.

Alte ideologische Gräben

Ebenfalls Teil der Energiestrategie ist das Gesetz über den Um- und Ausbau der Stromnetze, das bereits in der parlamentarischen Beratung ist. Es enthält beispielsweise eine Klausel, wonach Stromversorger Investitionen in Effizienzmaßnahmen auf die Kunden abwälzen dürfen. Nicht geregelt wird mit diesen Erlassen allerdings, wie es mit der Förderung von erneuerbaren Energien weitergehen soll.

Die Förderung über die Einspeisevergütung und die Subventionen für die Wasserkraft hat das Parlament im ersten Maßnahmenpaket auf fünf Jahre befristet. Was danach folgen soll, ist umstritten. Stefan Müller-Altermatt (CVP/SO), der Präsident der nationalrätlichen Energiekommission, spricht von "großen ideologischen Gräben", insbesondere zur Frage, ob auch Atomstrom gefördert werden solle.

Die großen Stromunternehmen haben je nach Kraftwerkpark unterschiedliche Interessen und deshalb je eigene Modelle in die Diskussion eingebracht. Die BWK propagiert ein Modell, das vor allem den Speicherkraftwerken zu Gute käme.

Die Betreiber sollen mittels eines Kapazitätsmarktes dafür entschädigt werden, dass sie Kapazitäten bereithalten statt den Strom zu den höchstmöglichen Preisen zu verkaufen, damit die Speicher gegen Ende des Winters nicht leer sind. Konkret schlägt die BKW eine Kombination aus Kapazitäts- und Verfügbarkeitsauktionen vor.

Die Axpo wiederum fordert eine CO2-Abgabe auf Strom. Lieferanten könnten sich davon befreien, indem sie Strom aus inländischer CO2-freier Produktion beziehen. Der Preis der entsprechenden Herkunftsnachweise würde im Winter steigen. Sind die Zertifikate ausverkauft, müssten die Stromkunden die CO2-Abgabe auf Strom bezahlen.

Die heutige Ungleichbehandlung des CO2-Ausstoßes aus Brennstoffen und aus der Produktion von Strom setze falsche Anreize, findet die Axpo. Wer etwa eine Ölheizung durch eine elektrische Wärmepumpe ersetze, müsse für den Stromverbrauch keine CO2-Abgabe bezahlen, obwohl gerade in den Wintermonaten viel Strom importiert werde, bei dessen Produktion CO2 ausgestoßen werde.

Keine Subventionen für AKW

Profitieren würden von einem solchen Modell auch Atomkraftwerke - was für die linksgrüne Seite nicht in Frage kommt. Subventionen für den unrentabel gewordenen Atomstrom seien inakzeptabel, sagt SP-Energiepolitiker Beat Jans (BS). Eine zweite Bedingung ist für ihn, dass auch Großkunden die Investitionen in den Kraftwerkausbau mitfinanzieren.

Derzeit sind im Parlament nämlich Bestrebungen in Gang, diese bei den Kosten schonen - zu Lasten der Haushalte. Der Ständerat hat im Dezember bei der Beratung des Stromnetzgesetzes beschlossen, den Stromproduzenten wieder zu erlauben, den selber produzierten teureren Strom in der Grundversorgung abzusetzen und den günstigeren importierten Strom den Großkunden zu verkaufen. Das Bundesgericht hatte diese Praxis gestoppt.

Widersprüchliche Ziele

Nun ist die Energiekommission des Nationalrates am Zug. Dort gibt es auch Überlegungen, bereits im Stromnetzgesetz ein neues Marktmodell festzulegen. Ende April will die Kommission Anhörungen durchführen.

Das Bundesamt für Energie hatte zu möglichen Modellen für die Kommission einen Bericht erstellt. Darin betont es, die Politik müsse vor allem entscheiden, was das Ziel sei - ob es primär um die Förderung erneuerbarer Energien oder die Unterstützung bestehender Kraftwerke gehe. Auch warnt es vor der Verletzung internationalen Rechts, wenn ausländische Produzenten benachteiligt werden.

Wie die Zukunft der Stromversorgung in der Schweiz aussieht, hängt schließlich auch davon ab, ob das Stromabkommen mit der EU zustande kommt. Dieses ist bereit zur Unterschrift, liegt aber wegen der Differenzen in den bilateralen Beziehungen auf Eis. Klar ist: Die energiepolitischen Grundsatzdebatten sind mit der Abstimmung vom 21. Mai nicht zu Ende.

APA/sda
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Ukraine will Import von Kohle aus Russland verbieten

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Kiew/Moskau/Washington, 19.04.2017

Die Ukraine will künftig auf die Einfuhr von Kohle aus Russland verzichten und den Brennstoff stattdessen vor allem in den USA einkaufen. Den entsprechenden Gesetzentwurf stellte am Mittwoch Energieminister Igor Nassalik vor. Demnach dürfen Kohlekraftwerke in der Ukraine nicht mehr in Russland einkaufen.

Nassalik sagte, in den kommenden Wochen werde es genug Kohle aus Südafrika für die ukrainischen Kraftwerke geben, die der Milliardär Rinat Achmetow für seine Unternehmen eingekauft habe. Danach hoffe er auf die Unterzeichnung eines Vertrags, um jährlich vier Millionen Tonnen Kohle aus den USA zu importieren. "Ich hoffe, die Amerikaner werden unsere wichtigsten Lieferanten."

Die Ukraine muss derzeit Kohle in Russland kaufen, weil sie Mitte März jeglichen Handel mit den Rebellengebieten im Osten des Landes gestoppt hatte. Von dort war bisher die Kohle gekommen. Die Regierung hatte im Februar angekündigt, sie wolle die Kohlekraftwerke auf den Betrieb mit Erdgas umstellen.

Die ukrainische Regierung kämpft seit 2014 gegen prorussische Aufständische, die weite Gebiete im Osten des Landes kontrollieren. In dem Konflikt wurden bereits mehr 10.000 Menschen getötet, die Bemühungen um eine friedliche Lösung stecken fest.

APA/ag
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Fernwärme: Kalter Winter sorgte für deutlich mehr Verbrauch

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Wien, 18.04.2017

Der besonders kalte Winter 2016/17 hat den Energieverbrauch deutlich erhöht, wie die Fernwärmebranche am Dienstag vorrechnete. In Wien wurde um zehn Prozent mehr Wärme abgesetzt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. In Linz, wo der Fernwärmeanteil ebenfalls sehr hoch ist, stieg der Wärmeabsatz im Jahresvergleich um zwölf Prozent.

In der Steiermark war die Fernwärmeaufbringung etwa drei Prozent höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, während im Großraum Graz ein Plus von rund acht Prozent registriert wurde. In Salzburg ist der Fernwärmeabsatz im Vergleich zum Vorjahr um knapp ein Prozent gestiegen.

Nicht herausgerechnet sind bei diesen Zahlen die stetig steigende Menge der Fernwärmeanschlüsse. Jährlich kommen einige Tausend neue Anschlüsse hinzu. Etwa jeder vierte Haushalt in Österreich wird mit Nah- oder Fernwärme beheizt.

Das Verhältnis der Fernwärmekunden zu ihrer Energie ist aber ein wenig gespalten. Laut einer Umfrage (Sample: 1.055 Personen) von maketmind würden 57 Prozent aller Fernwärme-Kunden Fernwärme erneut als Heizform wählen. Knapp 89 Prozent der befragten Privathaushalte und 92 Prozent der Bauträger sind mit ihrer Fernwärmeheizung zufrieden oder sogar sehr zufrieden.

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Österreich komplett "grün"?

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18.04.2017

Ausblick.Eine Studie zeigt, dass ein Umstieg auf nahezu 100 % erneuerbare Energie bis 2050 möglich ist
 
Ein Umstieg auf nahezu 100% erneuerbare Energie ist in Österreich bis 2050 möglich. Dies zeigt zumindest die Studie "Energiezukunft Österreich" von Andreas Veigl, in Auftrag gegeben von Global 2000, Greenpeace und dem WWF. Damit können die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 82% gegenüber 1990 reduziert werden. Es ist dafür aber notwendig, dass die politischen Rahmenbedingungen jetzt gesetzt werden und ein gesellschaftlicher Wandel zu einem bewussteren Umgang mit wertvollen Ressourcen einsetzt.
 
Große Veränderungen Trotz wachsender Bevölkerung kann laut Studie der Energiebedarf der privaten Haushalte gegenüber 2005 bis 2030 um 30% und bis 2050 um über 50% gesenkt werden. Voraussetzungen dafür sind, dass die Pro-Kopf-Wohnfläche auf gleichem Niveau wie heute bleibt, sich im Neubau der Passivhausstandard durchsetzt und der gesamte Bestand bis auf schutzwürdige Gebäude bis 2050 energetisch saniert wird. Ähnliches gilt für den Dienstleistungssektor, dessen Energiebedarf ebenfalls stark durch die Gebäude bestimmt ist. Hier besteht jedoch eine stärkere Nutzung elektrischer Energie, die geringere Effizienzpotenziale aufweist. Der Endenergiebedarf des Sektors nimmt bis 2030 um 23% und bis 2050 um 44% ab.
 
Im Produktionssektor werden laufende Effizienzsteigerungen, jedoch keine strukturellen Brüche abgebildet - große Umwälzungen werden jedoch in zwei Kernbereichen gesehen: So wird die Stahlproduktion, bei wachsendem Output, bis 2050 vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt. Die Roheisenproduktion erfolgt durch Direktreduktion mittels Wasserstoff aus Elektrolyse, die Stahlerzeugung elektrisch durch Lichtbogenöfen. Außerdem wird die Recyclingrate gesteigert und es kommt mehr Schrott zum Einsatz. Auch die Raffinerie verändert sich grundlegend: 2050 verarbeitet sie Erdöl nur noch zur Herstellung von Grundstoffen für die chemische und Kunststoffindustrie. Damit gelingt eine Reduktion des Energiebedarfs im Produktionssektor gegenüber 2005 um 14 % bis 2050.
 
Große Veränderungen stehen im Verkehrssektor an: Nicht nur ist eine leichte Abnahme der pro Kopf zurückgelegten Strecken zu erwarten und kann die Effizienz der Fahrzeuge drastisch gesteigert werden, bis hin zur Hybridisierung und Umstellung auf Elektrofahrzeuge im motorisierten Individualverkehr. Auch die sukzessive Verlagerung auf öffentliche Verkehrsträger ist unabdingbar. Bis 2030 wird in diesem Zusammenhang vor allem auf Effizienzsteigerung gesetzt, anschließend - durch die längeren Vorlaufzeiten bei der Umgestaltung der Infrastruktur - auch auf die Verlagerung. Der Güterverkehr nimmt im Rahmen der Wirtschaftsleistung zu, wird aber ebenfalls effizienter, nach und nach auf erneuerbare flüssige und gasförmige Kraftstoffe umgestellt bzw. - vor allem nach 2030 - verstärkt auf die Bahn verlagert. Die Nachfrage nach Flugreisen steigt weiter, wird aber zunehmend stärker durch Eisenbahnreisen bedient: Flüge in Nachbarländer werden bis 2030, Flüge in Kontinentaleuropa bis 2050 auf die Bahn verlagert. Damit verringert sich der Energiebedarf im Verkehr gegenüber 2005 bis 2030 um 55% und bis 2050 um 74 %. Unter der Prämisse der Natur- und Umweltverträglichkeit und der sozialen Akzeptanz werden die Potenziale für erneuerbare Energien auf Basis von Wasserkraft, Windkraft sowie land- und forstwirtschaftlicher Biomasse konservativ angesetzt und nur begrenzte Zuwächse angenommen. Eine Besonderheit weist der Landwirtschaftssektor auf: Man geht davon aus, dass sich der Fleischkonsum extrem senken wird. Das macht einerseits Eiweißfuttermittelimporte obsolet und gibt andererseits Ackerflächen für die Energieproduktion frei.
 
Realistische Ziele?Wie realistisch die Studie ist, kommentiert das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) folgendermaßen: "In der Studie werden verschiedene Annahmen getroffen, über die man unterschiedlicher Meinung sein kann. Man müsste konsequenterweise auch darstellen, wie man mit den sozialen Auswirkungen, etwa steigende Arbeitslosigkeit, umgehen will. Manchen Annahmen im Verkehrsbereich, wie etwa der rasche Beitrag der Raumplanung im Verkehrsbereich, sind etwas nüchterner zu betrachten. Als Beitrag dazu, die Machbarkeit einer ökologischen Transformation darzustellen, ist die Studie aber sicher geeignet. Die Bundesregierung bekennt sich zu ihren internationalen Verpflichtungen. Wie im aktuellen Arbeitsprogramm festgelegt, wird bis zum Sommer eine integrierte Energie- und Klimastrategie ausgearbeitet, in der diese Zielsetzungen verdeutlicht und die entsprechenden Weichenstellungen skizziert werden. Ein konkretes Ziel ist zum Beispiel ein annähernd hundertprozentiger Stromeigendeckungsgrad bis zum Jahr 2030. Im Bereich Mobilität verfügt Österreich bereits über einen vorbildlichen öffentlichen Verkehr. Doch vor dem Hintergrund klimaspezifischer Herausforderungen müssen die Anstrengungen in diesem Bereich verstärkt werden. Dazu müssen entsprechende Investitionen in Verkehrsinfrastruktur ermöglicht werden. Im Bereich der Elektromobilität ist Österreich schon im europäischen Spitzenfeld." Aus dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (bmwfw) heißt es ebenfalls: "Das Ministerium arbeitet aktuell an einer integrierten Energie- und Klimastrategie für Österreich, die Expertenvorschläge von allen Seiten aufgreift."

"Kurier" vom 18.04.2017