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Tinetz will 2018 mit Rollout der Smart Meter beginnen

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Innsbruck, 01.07.2016

Der Tiroler Netzbetreiber Tinetz will im Jahr 2018 mit dem Rollout der Smart Meter beginnen. Im ersten Quartal werde das Unternehmen in einer Pilot-Phase "mehrere tausend Stück" implementieren, erklärten Tinetz-Geschäftsführer Thomas Trattler und Thomas Rieder in einem APA-Gespräch. Mitte 2018 soll der Rollout dann starten.

"Bis 2020 wollen wir 80 Prozent, ein Jahr später 100 Prozent getauscht haben", erklärte Trattler. Einer EU-Richtlinie zufolge sollen bis 2020 mindestens 80 Prozent aller Haushalt über einen intelligenten Stromzähler verfügen. Für die derzeit laufende Ausschreibung hat sich die Tinetz mit der Salzburg Netz GmbH, den Innsbrucker Kommunalbetrieben und der Vorarlberger Energienetze GmbH zur "Kooperation West" zusammengeschlossen. Die gemeinsame Ausschreibung von rund 1,1 Mio. intelligenten Stromzählern sei die zweitgrößte in Österreich. Den bundesweiten Bedarf an derartigen Geräten bezifferten die Tinetz-Gschäftsführer mit rund 5,5 Mio. Stück.

In der Ausschreibung habe man Wert auf den "neuesten Stand der Technik" gelegt, so Rieder. Unter anderem habe dabei die Datensicherheit eine zentrale Rolle gespielt. Daher sei eine Anforderung an die Hersteller, dass die Datenübertragung mithilfe von "End-to-end-Verschlüsselung" passiere. Zudem sollen die Daten entweder über Powerline (Stromnetz, Anm.) oder über Mobilfunk ausgelesen werden können. So könnten auch geographisch exponierte Kunden versorgt werden.

Die Implementierung der intelligenten Stromzähler werde die Prozesse in der Tinetz "massiv" verändern, erklärte Rieder: "Denn schließlich bekommen wir dann die Daten in Echtzeit über das Netz." War es früher pro Stromanschluss ein Datensatz pro Jahr, seien jetzt jährlich über 35.000 Datensätze pro Anschluss möglich. Der Kunde kann sich dafür entscheiden, dass die Daten viertelstündlich abgerufen werden können. "Der Kunde kann sich so permanent über seinen Stromverbrauch informieren", erläuterte der Geschäftsführer. Für jene, die das nicht wollen, bestehe freilich die Möglichkeit für ein "Opt Out".

Die Tinetz verzeichnete 2015 rund 266 Mio. Euro Umsatz nach 239,5 Mio. im Jahr zuvor. Bis 2020 werde das Unternehmen insgesamt knapp 300 Mio. Euro investieren. Neben der Instandhaltung, die jährlich etwa rund 30 Mio. Euro ausmacht, soll unter anderem die 110-kV-Leitung im Wipptal und jene zwischen Kramsach und Kirchbichl schrittweise erneuert werden. Letzteres Projekt werde in vier Teilschritten bis 2020 erfolgen, hieß es. In den vergangenen zehn Jahren habe man rund eine halbe Milliarde in den "Ausbau der Versorgungssicherheit" investiert, betonten die beiden Geschäftsführer.

Die "Tiroler Tinetz GmbH" ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Tiwag (Tiroler Wasserkraft AG) und beschäftigt nach eigenen Angaben über 500 Mitarbeiter. Als Verteilernetzbetreiber unterhält das Unternehmen rund 11.500 Kilometer Leitungslänge, 45 Umspannwerke und rund 4.000 Umspannstationen.

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Ökostrom für griechische Inseln mit deutscher Unterstützung

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Athen, 01.07.2016

Mit deutscher Hilfe sollen griechische Urlaubsinseln sich künftig selbst mit Ökostrom versorgen können - ein kleiner Beitrag, damit das überschuldete Euro-Land aus der Krise kommt. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte am Freitag bei einer Energie-Konferenz in Athen, eine Eigenversorgung der Inseln mit Wind-, Solar- oder Biogasanlagen sei auch eine sinnvolle Sache für den Klimaschutz.

"Jedes gute Beispiel ist zehnmal mehr wert als theoretische Diskussionen", so Gabriel.

Von den 53 griechischen Inseln mit über 1.000 Einwohnern sind nach Branchenangaben bisher nur 21 an das landesweite Stromnetz angeschlossen. Auf mehr als 30 Inseln wird Strom noch mit alten, schmutzigen Dieselgeneratoren erzeugt.

Als Musterbeispiel für eine Versorgung nahezu komplett mit Ökostrom gilt die Ägäis-Insel Tilos in der Nähe von Kos. Dort leben 500 Menschen. Mit dem Aufbau eines intelligenten Speicher- und Leitungsnetzes sollen sie sich künftig zu 80 Prozent selbst mit grünem Strom versorgen können.

An dem Projekt ist unter anderem das Berliner Software-Haus Younicos beteiligt. Bei Finanzierungen will die deutsche Staatsbank KfW helfen, die für einen griechischen Wachstumsfonds 100 Mio. Euro gibt.

Gabriel hat Vertreter mehrerer Firmen aus der deutschen Wind- und Solarindustrie mit nach Griechenland genommen. So sind mehrere neue Windparks geplant, allerdings stocken manche Projekte wegen Problemen mit den Behörden. Frühere Pläne für einen Export griechischen Solar- und Windstroms über Stromkabel nach Zentraleuropa haben sich aus Kosten- und Effizienzgründen dagegen zerschlagen.

Mit dem griechischen Energieminister Panos Skourletis vereinbarte Gabriel am Freitag eine engere Zusammenarbeit bei den erneuerbaren Energien. Zum Ökostrom gebe es keine Alternative mehr: "Nichts ist teurer als ein neues Atomkraftwerk."

Keine andere Energieerzeugung sei preiswerter als Investitionen in Windenergie und Photovoltaik. Deutschland habe eine lange, teure Lernkurve beim Ausbau der Erneuerbaren machen müssen - andere wie Griechenland könnten nun von gesunkenen Preisen profitieren.

APA/dpa
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Forscher berechnen sichere Bedingungen für CO2-Lager

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Lausanne, 01.07.2016

Kohlendioxid in Felsgestein zu speichern könnte eine wichtige Rolle spielen bei dem Versuch, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Forschende der EPFL stellen nun eine Computersimulation vor, die hilft, die Risiken dieser Technologie abzuwägen.

Innerhalb von viereinhalb Jahren hob sich das Erdreich rund um das Gaskraftwerk von In Salah in der algerischen Wüste um 16 Millimeter. Grund dafür ist das CO2, das aus den Emissionen des Kraftwerks abgeschieden und in 1800 Metern Tiefe in den Untergrund injiziert wurde.

Dieses Heben des Erdreichs bei In Salah war ungefährlich. Bei größeren Mengen CO2 könnte allerdings das undurchlässige Felsgestein brüchig werden, dass das Treibhausgas unter Verschluss hält. Um solche Risiken besser einschätzen zu können, haben Forschende der ETH Lausanne (EPFL) eine Computersimulation entwickelt, wie die Hochschule am Freitag mitteilte.

Das Modell erlaubt zu berechnen, wie viel Gasvolumen das Felsgestein aushält. Die Forscher stellen ihre Simulation im "International Journal of Greenhouse Gas Control" vor.

"Carbon Capture and Storage"-Technologie wird weltweit bereits vielerorts eingesetzt, um CO2-Emissionen zu senken. Das Pariser Klimaabkommen, in dem sich die Länder darauf geeinigt haben, den Klimawandel zu begrenzen, wird dieser Technologie vermutlich weiteren Aufschwung verleihen, schrieb die Hochschule. Neueren Studien zufolge könnte man sie auch in der Schweiz einsetzen.

Da mögliche CO2-Lagerstätten weltweit geologisch sehr unterschiedlich sind, brauche es Werkzeuge, um die jeweiligen Bedingungen zu bestimmen. So lasse sich die Sicherheit der CO2-Lager gewährleisten.

Das Einspritzen sei die kritischste Phase, sagte Studienautor Li Chao von der EPFL laut der Mitteilung. "Wenn man CO2 in ein tiefes Aquifer spritzt, manchmal tausende Meter unter der Erdoberfläche, dann ist das Gas viel kälter als das Gestein und auf ein Volumen komprimiert, dass 500 mal kleiner ist als es in der Atmosphäre wäre."

Durch seine Temperatur, seinen Druck und das Volumen, das es einnimmt, wechselwirke das Gas mit dem umgebenden Fels. Es könne das Gestein verformen und es instabil machen. Schlimmstenfalls bricht dabei der Felsen, der wie ein Deckel über dem Aquifer aus porösem Gestein liegt, und lässt das Kohlendioxid an die Oberfläche entweichen.

Laut Li Chao erlaube die Simulation, den Druck zu berechnen, bis zu dem CO2 injiziert werden kann ohne die geologische Stabilität des Felsens zu gefährden. Um das System zu testen, spielten sie damit die Entwicklung des Untergrunds bei In Salah nach.

Während die Kälte des Gases die Poren im Gestein dazu brachte, sich zusammenzuziehen, presste sein Druck die Poren auseinander. Indem das Computermodell die thermischen, hydraulischen und geomechanischen Prozesse zusammenführt, konnten die Forschenden bestimmen, wie sie zusammenwirken, um das poröse Felsgestein zu verformen.

"Unsere Ergebnisse kamen den Satelliten-Beobachtungen ziemlich nah", sagte Chao. Nun hoffen die Forscher, ihre Simulation auch auf andere Gebiete anwenden zu können, wo andere Bedingungen herrschen.

APA/sda
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Wien Energie will Fernwärme-Grundpreis erhöhen

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Wien, 01.07.2016

Die Wien Energie plant per 1. September die Erhöhung des Fernwärme-Grundpreises: Für einen durchschnittlichen Haushalt würde sich die Fernwärmerechnung dadurch um rund 5 Euro pro Monat erhöhen, verlautete aus Unternehmenskreisen zur APA. Betroffen von der Verteuerung wären rund 250.000 Wiener Haushalte.

Die Verbrauchspreise bei Heizung und Warmwasser sollen unverändert bleiben. Die Jahresabrechnung für die Heizperiode 2015/16 wäre von der geplanten Erhöhung nicht berührt.

Der Fernwärme-Grundpreis ist seit 1981 nicht angehoben worden. Die Kosten für die Wärmeerzeugung seien aber deutlich gestiegen, heißt es. Um kostendeckend zu wirtschaften, müsse man einen Teil dieser Kostenentwicklung einmalig an die Kunden weitergeben.

Auch nach der geplanten Preiserhöhung sei Wien Energie nach Linz und Graz unter den drei günstigsten Anbieten in den Landeshauptstädten. In Wien sind diverse Leistungen - wie etwa ein 24-Stunden-Service - inkludiert und werden nicht extra verrechnet.

Den Strompreis wird die Wien Energie - wie in der Vorwoche bekannt gegeben - ab 1. Oktober um 5 Prozent senken. Es handelt sich um die sechste Strompreissenkung seit 2012, der Gaspreis wurde viermal gesenkt, zuletzt per 1. Mai.

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Green Climate Fund bewilligte neue Klimaschutzprojekte

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Seoul, 01.07.2016

Der Green Climate Fund (GCF) der UN hat die Entwicklungsländer zu mehr Vorschlägen für Klimaschutzprojekte aufgerufen. Der Fonds bewilligte am ständigen Sitz in Sondgo in Südkorea in dieser Woche neun Anträge zur Unterstützung von Projekten im Volumen von mehr als 250 Millionen Dollar (etwa 196 Millionen Euro).

Die Gründung des Fonds war beim UN-Klimagipfel 2009 in Kopenhagen beschlossen worden, aber erst Ende 2014 wurden von den Geberländern erste Mittel bereitgestellt. Der GCF soll Entwicklungsländern beim Aufbau einer klimafreundlicheren Industrie helfen und Projekte finanzieren, mit denen der Klimawandel verlangsamt werden soll.

APA/dpa
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Wien Energie erzeugte bis Ende März um 7 Prozent mehr Strom

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Wien, 30.06.2016

Die Wien Energie GmbH hat im ersten Quartal 2016 um 7 Prozent mehr Strom erzeugt. Dabei wuchs die Produktion aus erneuerbaren Energien um 10 Prozent, vor allem wegen der Inbetriebnahme des Windparks Pottendorf/Tattendorf. Gestiegen sind auch die Erzeugung aus der Abfallverwertung durch den Vollbetrieb der Müllverbrennungsanlage Spittelau sowie aus Wasserkraft und Biomasse.

Die Müllverbrennungsanlage in der Spittelau ist nach der Generalsanierung im diesem Winter erstmals wieder im Vollbetrieb gelaufen, die Verfügbarkeit war im ersten Betriebshalbjahr mit 4.100 Betriebsstunden so hoch wie nie zuvor, so die Geschäftsführung Mittwochabend vor Journalisten. Der Wirkungsgrad der Anlage, in der Strom und Wärme produziert werden, erhöhte sich auf 76 Prozent. Die Stromerzeugung hat sich verdreifacht.

Fortgesetzt wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien. Für den Sommer geplant sind beispielsweise der Spatenstich für den Windpark Andlersdorf/Orth und für mehrere Photovoltaik-Anlagen in Wien. Die Gaskraftwerke würden vermehrt für Ausgleichsenergie eingesetzt und seien ein stabilisierender Faktor im Stromsystem, so der für die Erzeugung zuständige Geschäftsführer Karl Gruber. Insgesamt betrug die Stromerzeugung im ersten Quartal rund 1.960 Gigawattstunden (GWh) Strom. Die Wärmeerzeugung stieg um 1 Prozent auf 2.194 GWh.

Beim Wärme-Projekt mit dem Süßwarenhersteller Manner war im Jänner Baustart. Dabei wird die Abwärme aus dem Backprozess ins Fernwärme-Netz eingespeist und für Heizung und Warmwasser verwendet. Rund 600 Haushalte und Betriebe in Hernals und Ottakring werden damit versorgt. Zudem wandelt Manner überschüssige Abwärme für den eigenen Bedarf in Kälte um. Ab Herbst werde in das Netz eingespeist, so der Vorsitzende der Geschäftsführung, Thomas Irschik.

Der Energieabsatz ging um 3 Prozent auf cirka 7.620 GWh zurück. Dabei war der Stromabsatz unverändert bei rund 2.450 GWh. Der Gasabsatz sank wegen der milden Witterung und geringerer Nachfrage um 8 Prozent auf rund 2.840 GWh. Im ersten Quartal sei es gemessen an der Heizgradsumme um rund 2,1 Prozent wärmer gewesen als im Vorjahreszeitraum, so Geschäftsführer Peter Gönitzer. Der Wärmeabsatz legte leicht um 1 Prozent auf cirka 2.330 GWh zu.

Die Stromerlöse haben sich wegen Konsolidierungseffekten aus der EnergieAllianz Austria um 50 Prozent auf rund 400 Mio. Euro erhöht. Die Wärmeerlöse (inklusive Entsorgung)sanken um 6,5 Prozent auf 188 Mio. Euro, die Gaserlöse um 23,5 Prozent auf 133 Mio. Euro.

Die Strompreise werden wie in der Vorwoche angekündigt per 1. Oktober gesenkt. Konkret wird der reine Energiepreis um 5 Prozent zurückgenommen. Die jährliche Ersparnis für einen Haushaltskunden wird mit bis zu 14 Euro im Jahr beziffert. Es handle sich um die 6. Strompreissenkung seit 2012, betonte Irschik. Die Gaspreise seien seither vier Mal gesenkt worden, zuletzt per Anfang Mai.

Im Bereich E-Mobilität hat die Wien Energie derzeit mehr als 400 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Betrieb. Bis Ende des Jahres sollen es 440 werden.

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Geht den Briten jetzt das Licht aus?

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Wien/London, 30.06.2016

Energie. Großbritannien braucht 120 Mrd. Euro für neue Kraftwerke, um die Stromversorgung nach 2020 zu sichern. Das dürfte schwierig werden. Viele Investoren steigen nach dem Brexit aus.
 
Diese Scheidung wird eine langwierige Angelegenheit. Frühestens 2019 werden die Briten und die EU vermutlich getrennte Wege gehen. Für London ist der Zeitpunkt alles andere als ideal. Denn nur ein Jahr später könnten auf der Insel die Lichter ausgehen, warnte die Institution of Mechanical Engineers kürzlich. Spätestens 2025 werde 55 Prozent mehr Elektrizität gebraucht, als die britischen Kraftwerke dann produzieren werden.
 
Allein heuer werden über ein Dutzend Kraftwerke vom Netz genommen. Vor allem Kohle- und alternde Atomkraftwerke, die gemeinsam 40 Prozent des Strombedarfs abdecken, sollen nicht mehr lang laufen. Um die Lücke zu füllen, müssten etwa 30 neue Gaskraftwerke gebaut werden. Investitionsbedarf in den kommenden Jahren: rund 120 Mrd. Euro.
 
Windkraftprojekte wackeln
 
Die Regierung von David Cameron hat in den vergangenen Monaten bereits die Angeln ausgeworfen, um Geldgeber für den geplanten Bau neuer Kraftwerke zu finden. Doch die bekommen nach dem Brexit-Entscheid der Briten nun offenbar kalte Füße. Die schwedische Vattenfall-Gruppe kündigte an, die versprochenen 5,5 Millionen Pfund (6,6 Millionen Euro) für einen Windpark an der britischen Ostküste vorerst nicht zu investieren. Das Ausscheiden der Briten aus der EU bringe "mehr Risiko für eine noch unbestimmte Zeitspanne", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Auch der dänische Pensionsfonds Pension Danmark, der ebenfalls Energieprojekte finanziert, hat nach dem Brexit das Interesse an neuen Geschäften in Großbritannien verloren.
 
Bisher hat die britische Regierung versucht, den drohenden Energieengpass vor allem über zahlreiche Windparks und den Bau eines neuen AKW zu vermeiden. Der Austritt aus der EU könnte jedoch auch bereits finanzierte Projekte noch einmal zum Wackeln bringen. Denn mit an Bord ist oft die Europäische Investitionsbank, die in den vergangenen Jahren gut 20 Milliarden Euro an Krediten für derartige Ökostromprojekte in Großbritannien vergeben hat. Wie mit diesen Mitteln nun umgegangen werden wird, ist nur eine von vielen offenen Fragen, die London bei den Austrittsverhandlungen mit Brüssel wird klären müssen.
 
China könnte einspringen
 
Schon bisher hat der Umbau des Energiesystems auf der Insel teils zu großen Problemen geführt. Die Preise sind zuletzt stark gestiegen. Vor allem im Winter gab es wiederholt Stromknappheit, ein Zusammenbruch der Versorgung konnte nur mit Mühe verhindert werden.
 
Die größte Hoffnung zur Lösung der Energiekrise legte die Regierung Cameron in den Bau des ersten neuen Atomkraftwerks im Land seit 20 Jahren. Nun könnte auch der Bau neuer Reaktoren beim AKW Hinkley Point noch einmal überdacht werden. Der französische Staatskonzern EdF, federführend für das Projekt verantwortlich, zeigte sich vom Brexit zwar "unbeirrt". Dennoch zögert der EdF-Aufsichtsrat die finale Investitionsentscheidung für das britische Werk weiter hinaus. Auch innenpolitisch könnte Hinkley Point noch einmal auf die Probe gestellt werden, erwartet Elchin Mammadov, Analyst bei Bloomberg Intelligence. Hinkley Point erzeugt Strom zum Doppelten des Marktpreises und wird die Stromrechnungen für die Briten somit noch einmal in die Höhe treiben. "Hinkley Point ist sehr teuer. Und es ist ein Projekt der EU", sagt er.
 
Nicht alle sehen schwarz für die Zukunft des britischen Energiesystems: "Die Menschen müssen sich nicht sorgen, die Lichter bleiben an", beruhigt Energy UK, eine Vereinigung von über 80 Stromerzeugern. Dong Energy, der führende Windparkentwickler aus Dänemark, zeigte sich ebenfalls zuversichtlich, dass Großbritannien auch in Zukunft noch neue Kraftwerke bauen werde.
 
Schließlich gibt es auch noch Investoren außerhalb Europas, die den Austritt der Briten vielleicht weniger heikel sehen. Ein heißer Kandidat ist hier die Volksrepublik China. Das Land, das derzeit die meisten Atomreaktoren und Windparks weltweit baut, hat Großbritannien schon einmal aus der Patsche geholfen: Vor zwei Jahren überwies die staatliche China General Nuclear Power Corporation 7,25 Milliarden Euro, um einen Drittelanteil am umstrittenen Atomreaktor Hinkley Point C zu erwerben - und rettete damit das Projekt. Allein hätte sich die französischen EdF das Kraftwerk nicht mehr leisten können.

von Matthias Auer

"Die Presse" vom 29.06.2016
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Wien Energie mit Effizienzprogramm auf Kurs

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Wien, 30.06.2016

Die Wien Energie GmbH ist mit ihrem bis 2017 laufenden Effizienzprogramm auf Kurs. Ende des Vorjahres seien 40 Prozent erreicht worden, heuer werde man das nächste Etappenziel schaffen, so die Geschäftsführung Mittwochabend vor Journalisten. Das erste Quartal sei gut gelaufen, der Ausblick positiv. Die schwierigen Energiemarkt-Bedingungen hielten an, nicht zuletzt auch durch das Brexit-Referendum.

Mit dem Effizienzsteigerungsprogramm 2013 bis 2017 will die Wien Energie ihre Ergebnissituation nachhaltig um 86 Mio. Euro verbessern. Dabei setze man nicht nur auf Personalabbau. Es würden "alle Möglichkeiten ausgelotet", so der Vorsitzende der Geschäftsführung, Thomas Irschik. Die Einsparungen im Personalbereich würden sozialverträglich durchgeführt. Bei den Wiener Stadtwerken sollen wie berichtet bis 2018 im Energiebereich 900 Mitarbeiter eingespart werden, davon entfällt ein Drittel auf die Wien Energie, der Rest auf die Wiener Netze. Insgesamt werden davon rund 800 Beamte bei den Stadtwerken ab Oktober 2016 bis 2018 in die Frühpension geschickt.

Die Wien Energie wolle mit ihrem Effizienzprogramm auch die Finanzierung künftiger Investitionen sichern, betonte Irschik. Bis Ende 2015 seien 40 Prozent der Wegstrecke erreicht worden, "eine gute Etappendurchlaufzeit". 2016 werde das nächste Etappenziel erreicht. Die Wien Energie wolle mit dem Programm sicherstellen, dass man eine zukunftssichere Finanzlage habe, die es auch ermögliche, bis zum Jahr 2020 rund ungefähr 870 Mio. Euro in Energieeffizienz, innovative Kundenlösungen und Erneuerbare Energie zu investieren.

"Wir drehen an allen Schrauben, wir ackern alles durch", so der für Finanzen zuständige Geschäftsführer Peter Gönitzer. Darunter fallen der Geschäftsführung zufolge neben dem Personalabbau unter anderem auch Energiebezug, Optimierung von Beschaffung und Vertrieb, die Überprüfung externer Vergaben bzw. Insourcing und ein flexiblerer Einsatz der Kraftwerke. Es gebe auch einen internen Arbeitsmarkt, Umschichtungen oder auch Abteilungszusammenlegungen. Ein Teil des Ergebnisverbesserungsprogramms sei das Wiener-Stadtwerke-Effizienzprogramm "Megawatt".

Bei der Wien Energie waren per Ende März 2.660 Mitarbeiter beschäftigt, um 43 weniger als vor einem Jahr. Rund ein Viertel der Beschäftigten sind Beamte, Ende Jänner 2016 waren es rund 640. Dieser Anteil wird weiter sinken.

Im ersten Quartal hat die Wien Energie GmbH den Gewinn gesteigert und ein leichtes Umsatzplus erzielt. Der Gasabsatz ist gesunken, der Stromabsatz blieb stabil. Beim Wärmeverkauf gab es wegen steigender Fernwärmeanschlüsse ein leichtes Plus. Die Geschäftsführung rechnet mit einem anhaltend schwierigen Marktumfeld.

Die Strompreise am Terminmarkt seien zu Jahresbeginn um 20 Prozent gesunken und hätten sich bis März kaum erholt, seit April seien sie aber um 30 Prozent gestiegen. Auch die Preise für Gas und CO2-Zertifikate hätten sich nach Tiefständen im ersten Quartal wieder erholt. Nach dem Brexit-Referendum seien die Preise für CO2-Zertifikate, Strom, Gas und Kohle wieder gesunken.

Das Brexit-Voting habe gezeigt, dass die Energiemärkte mittlerweile hochliquide und damit sehr volatil seien, so Gönitzer. Sie reagieren damit gewissermaßen auch sehr nervös auf solche Entscheidungen - nicht ganz so stark wie bei den Finanzmärkten, aber mittlerweile ähnlich stark. Man habe extreme Preisveränderungen durchwegs nach unten gesehen.

Der Konzern-Umsatz der Wien Energie GmbH stieg um 0,7 Prozent auf 616 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis erhöhte sich um 19,8 Prozent auf 101,3 Mio. Euro, der Konzernjahresüberschuss um 21,1 Prozent auf 100,3 Mio. Euro.

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Kommende fünf Jahre entscheidend für Kohlenstoff-Ausstieg

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Wien, 30.06.2016

Die kommenden fünf Jahre werden entscheiden, ob Österreich die Klimaziele von Paris erreichen kann, erwarten die Grüne Umweltsprecherin Christiane Brunner und Wirtschaftssprecherin Ruperta Lichtenecker. Das Abkommen werde zwar nächste Woche ratifiziert, bisher sei aber noch keine einzige Maßnahme ergriffen worden. Mit richtigen Rahmenbedingungen könne Österreichs Wirtschaft dabei profitieren.

Die Welt gehe in Richtung Ausstieg aus fossilen Energieträgern und "wer sich nicht bewegt, wird zurückfallen und wirtschaftlichen Schaden nehmen", so Brunner. "Dekarbonisierung", also die Verdrängung kohlenstoffhältiger Energieträger, sei wohl "nicht das Wort, um einzelne Leute zu gewinnen", räumte sie auf Nachfrage ein, "aber dass sich die Welt verändert, bekommen die Menschen schon mit". Sie erinnerte an die 200 Mio. Euro Schäden in der Landwirtschaft durch den Klimawandel im Vorjahr oder die heurigen Ernteausfälle durch Frost und Hagel. Österreich kämpfe nicht - wie manche Inselstaaten im Pazifik - ums Überleben, sei aber doch überdurchschnittlich vom Klimawandel betroffen. Man müsse kreative Lösungen suchen, denn letztlich wollen die Menschen nicht Auto fahren, sondern mobil sein und nicht Gas kaufen, sondern die Wohnung warm haben. Das System umzubauen sei zwar eine große Aufgabe, letztlich aber "nicht nur eine ökologische sondern auch eine soziale Frage". Eine Familie zu zwingen, zwei Autos zu haben, sei auch nicht sozial. So müsse man beispielsweise in intelligente Energienetze investieren, in Forschung in diesem Bereich, und energiesparende Standards für den Hausbau vorgeben, ergänzte Lichtenecker. Nachdem die öffentlichen Aufträge 16 bis 20 Prozent des BIP umfassen, komme der öffentlichen Hand hier eine wesentliche Aufgabe bei der Vergabe von Aufträgen zu. Investitionen in eine Autobahn seien "Wirtschaftspolitik des 20. Jahrhunderts", heute gehe es um Breitband für entlegene Regionen.

Ohne festen Glauben des Gesetzgebers, also des Parlaments, dass der Klimawandel stattfindet aber noch verhindert werden kann, wird es nicht gehen, sagte Wifo-Chef Karl Aiginger in der gemeinsamen Pressekonferenz. Er forderte, dass sich alle Abgeordneten in einer namentlichen Abstimmung dazu bekennen, dass sie an den Klimawandel glauben. Aiginger schätzt, dass ein Drittel der Abgeordneten nicht daran glaubt. Aber die nötigen Eingriffe, um bis 2050 in der Wirtschaft auf Kohlenwasserstoffe (Kohle, Öl, Gas) zu verzichten "sind keine Kleinigkeit", so Aiginger, denn man müsse alle Autos austauschen und Menschen heute schon sagen, dass ein spritfressendes Fahrzeug keine sinnvolle Investition ist - denn in einigen Jahren wird Treibstoff wohl doppelt bis drei Mal so viel kosten müssen wie heute, wenn man den Ausstieg ernst nimmt. Schließlich seien ernsthafte "Preissignale" nötig, um die Veränderung zu bewirken. Man müsse den Menschen auch klar vorrechnen, dass ein schlecht isoliertes Haus über die gesamte Nutzungsdauer teurer komme als ein Passivhaus. Beispielhaft ist für Aiginger die dänische Regelung, dass Neubauten schon jetzt ohne Öl- oder Gasheizung auskommen müssen.

Die wissenschaftliche Erfahrung zeige, dass jene Länder gewinnen, die in der Umweltpolitik mit Innovationen Vorreiter sind, während die Zauderer verlieren, so Aiginger. Daher sei es im Interesse Österreichs, zu den Vorreitern zu gehören. Aiginger plädiert dafür, dass Österreich die Steuern auf Arbeitsleistung deutlich senkt und dafür Steuern auf Energie und andere Ressourcen erhöht.

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Neue RWE-Tochter Innogy soll hohe Dividenden zahlen

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Essen, 30.06.2016

Der Energiekonzern RWE verspricht hohe Dividendenzahlungen seiner neuen Tochter Innogy. Sie solle künftig 70 bis 80 Prozent ihres bereinigten Nettogewinns an die Eigentümer ausschütten, erklärte das Unternehmen am Donnerstag bei einer Investoren-Veranstaltung in London.

RWE spaltet sich als Folge der Energiewende derzeit auf. Die Zukunftsgeschäfte Vertrieb, Netze und Ökostrom gliedert der Konzern dabei zu Innogy aus. Dort werden rund zwei Drittel der derzeit rund 60.000 RWE-Beschäftigten arbeiten. Trotz der Turbulenzen an den Kapitalmärkten will der Konzern Innogy noch in diesem Jahr an die Börse bringen. Zunächst ist vorgesehen, rund zehn Prozent der Anteile im Zuge einer Kapitalerhöhung zu veräußern. Der mit den Folgen des Ökostrom-Booms und dem Verfall der Großhandelspreise kämpfende Mutterkonzern RWE wird zunächst 90 Prozent der Anteile behalten, soll aber im Laufe der Zeit bei Bedarf weitere Aktien verkaufen.

Allerdings will RWE dauerhaft Mehrheitseigentümer von Innogy bleiben. Der Konzern selbst wird sich künftig im operativen Geschäft auf den Betrieb der konventionellen Großkraftwerke und den Energiehandel konzentrieren. RWE sicherte den Investoren zu, dass Innogy mit größtmöglicher Eigenständigkeit ausgestattet werde. Man wolle die Tochter als reine Finanzbeteiligung halten und keinen Einfluss aufs Geschäft ausüben. Mit dem künftigen RWE-Finanzchef Markus Krebber solle nur ein Vertreter aus dem Konzernmanagement in den 20-köpfigen Innogy-Aufsichtsrat einziehen. Für die Spitze des Kontrollgremiums ist Werner Brandt vorgesehen, der auch dem RWE-Aufsichtsrat vorsteht.

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Gazprom-Deal könnte sich laut Seele bis Ende 2018 hinziehen

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Wien, 30.06.2016

Der geplante Asset-Tausch von Öl- und Gasfeldern der OMV in der Nordsee gegen eine Beteiligung an der Gasförderung des russischen Gazprom-Konzerns in Sibirien könnte sich noch bis Ende 2018 hinziehen - das sagte OMV-Chef Rainer Seele am Donnerstag im Ö1-"Mittagsjournal".

Bisher habe man sich mit Gazprom nur über die Struktur des Tauschs geeinigt. Erst, wenn man sich auch wirtschaftlich geeinigt habe und klar sei, welchen Anteil die Gazprom an welchen Unternehmen bekommt, werde man den Genehmigungsprozess bei den norwegischen Behörden einleiten, sagte Seele. "Wir haben als Ziel, dass wir bis zum Ende des Jahres die Eckpfeiler einrammen werden. Dann wird es sicherlich noch ein, zwei Jahre dauern, um die ganzen Behördengenehmigungen einzuholen und dann hoffen wir, dass wir den Deal finalisieren können."

Wie sich die Brexit-Entscheidung auf die OMV auswirken könnte, lässt sich laut Seele derzeit schwer einschätzen. England habe in letzter Zeit die Steuerbelastung für die Industrie deutlich zurückgenommen. "Das hat dazu geführt, dass man das eine oder andere Projekt noch einmal neu rechnen kann", sagte Seele. Allerdings habe die OMV bereits eine sehr große Position in der Nordsee. "Wir haben derzeit also keinerlei Gedanken, dass wir weitere Projekte jetzt in England machen werden auf Grund der veränderten Rahmenbedingungen."

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Energieeffizienzgesetz: Adaption der anrechenbaren Maßnahmen

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Wien, 30.06.2016

Die im Rahmen des Energieeffizienzgesetzes anrechenbaren Maßnahmen werden nun adaptiert, die Änderungen sind großteils per Jahresbeginn 2017 wirksam. Die entsprechende Novelle der Richtlinienverordnung wurde heute kundgemacht und tritt per Anfang August in Kraft.

Die Wirtschaftskammer sieht die Änderung positiv. Es seien neue Methoden aufgenommen worden. Diese betreffen unter anderem Elektrofahrräder, Beleuchtung, Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs, Reifenluftdruckkontrolle bei Pkw und Lkw und eine Spritspar-App, so die Wirtschaftskammer am Donnerstag in einer Pressemitteilung.

Ausnahmen gibt bei einzelnen Methoden. So gebe es beispielsweise künftig neue technische Einsparwerte für die Anrechenbarkeit von LED-Lampen, die schon ab 1. Oktober gelten, hieß es heute aus dem Wirtschaftsministerium zur APA.

Die Wirtschaftskammer betont, dass mit der Novellierung einzelner Bewertungsfehler des bisherigen Methodendokuments korrigiert worden seien. Dies betreffe zum Beispiel die LED-Beleuchtungen, bei denen Erfahrungswerte aus der Wirtschaft berücksichtigt worden seien. "Damit sollen Verwerfungen am Markt durch Gratisabgaben in großen Mengen in Zukunft abgestellt werden", so die WKÖ. Die Anpassung an realitätsgerechtere Anrechnungswerte sei auch ein Beitrag zur Wert-Stabilisierung der auf Handelsplattformen gehandelten Effizienzmaßnahmen.

WKÖ-Vizepräsident Jürgen Roth forderte in der heutigen Mitteilung: "Auch bei künftigen Ergänzungen der Methoden muss der Zeitaufwand für die Administration in einem akzeptablen Verhältnis zu den Kosten der Maßnahmen stehen und sich möglichst einfach in die Geschäftsprozesse der Energielieferanten und deren Handelspartner integrieren lassen."

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E-Mobilität: Auto-Ladestationen zu Hause vereinfachen

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Wien, 29.06.2016

Einfachere Bewilligungen für Elektroauto-Ladestationen zu Hause fordert der Bundesverband Elektromobilität (BEÖ), in dem kommunale und Landesenergieversorger zusammengeschlossen sind. Fast 90 Prozent der E-Auto-Nutzer würden ihr Fahrzeug daheim laden, doch gerade hier gebe es Handlungsbedarf, so der Verband.

In der Regel seien bestehende Elektroinstallationen im privaten Bereich nicht für das Laden von E-Fahrzeugen ausgelegt, daher müsse auf speziell abgesicherte Wallboxen umgerüstet werden, also auf meist an der Wand befestigte Ladestationen. Aufgrund fehlender Leerverrohrungen und entsprechender Stromleitungen stelle das Nachrüsten den privaten Betreiber aber vor bauliche wie juristische Herausforderungen, so BEÖ-Vorstand Jürgen Halasz in einer Aussendung.

Bei Bewilligungsverfahren zur Errichtung einer Wallbox in privaten Garagen oder auf Stellplätzen fehlten klare gesetzliche Regelungen, etwa in Bezug auf eine allenfalls nötige Zustimmung von Miteigentümern oder Vermietern. Die Rechtsmaterie sei relativ komplex, sie betreffe Mietrechts-, Wohnungsgemeinnützigkeits- und Wohnungseigentumsgesetz sowie die Bauordnungen der Länder.

Dringenden Handlungsbedarf sieht Halasz auch bei der Umsetzung der EU-Richtlinie für den Ausbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe in Österreich (EU-Richtlinie 2014/94). Norwegen, das seinen Strom fast zur Gänze aus Wasserkraft erzeugt, habe kürzlich den Ausstieg aus fossiler Energie im Verkehr bis 2025 beschlossen - Österreich müsse hier rasch nachziehen. Die im BEÖ organisierten elf EVU betreiben rund vier Fünftel der insgesamt knapp 2.300 Ladestationen in ganz Österreich.

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Neue RWE-Tochter heißt Innogy

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Essen, 29.06.2016

Der deutsche Energieriese RWE treibt seine Aufspaltung voran. Das Ökostromgeschäft, die Stromnetze und der Vertrieb sollen künftig unter dem Namen Innogy um Kunden werben, teilte der Konzern mit. "Der Energiemarkt der Zukunft ist grün, dezentral und digital - dafür steht unsere neue Marke", erklärte RWE-Chef Peter Terium.

"Innogy drückt das aus, wofür wir stehen wollen - für Innovation und Technologie im Energiesektor". Der Konzernumbau erfolge, weil das Unternehmen "Vorreiter für eine nachhaltige und moderne Energieversorgung sein" wolle. Der Name Innogy ist für RWE indes keine Neuheit: Er stand im Konzern in der Vergangenheit für den Geschäftsbereich erneuerbare Energien.

Der Mutterkonzern RWE soll sich künftig auf die Stromerzeugung aus Gas und Kohle und den Energiehandel konzentrieren. Auch die Atomkraftwerke bleiben bei RWE. Die neue Ökostrom-Tochter Innogy soll nach früheren Angaben von RWE knapp 40.000 der 60.000 Beschäftigten aufnehmen. Ende des Jahres sollen zehn Prozent der neuen Gesellschaft im Zuge einer Kapitalerhöhung an die Börse gebracht werden.

RWE ist in Österreich an der Kärntner Kelag beteiligt. Im Aufsichtsrat des einstigen Atomriesen sitzt der frühere österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP).

Einschnitte bei den Gehältern geplant

RWE-Chef Terium hatte erklärt, die Aufspaltung sei die Antwort der Essener auf die Energiewende. RWE zieht mit der Aufteilung die Konsequenz aus wegbrechenden Gewinnen. Die Strom-Großhandelspreise sind wegen des Ausbaus des Ökostroms und der Überkapazitäten auf immer neue Tiefs gefallen. Das hat auch Folgen für die Beschäftigten: Den Gewerkschaften ver.di und IG BCE zufolge fordert RWE Einschnitte bei den Gehältern.

RWE steht mit der Teilung des Konzerns in der Branche nicht allein: Auch Konkurrent E.ON hat sich aufgespalten. Und bei dem Wettbewerber soll es ebenfalls Lohnkürzungen geben. Bei der Kraftwerkstochter Uniper soll den Gewerkschaften zufolge insgesamt eine halbe Milliarde Euro eingespart werden. Wie viel die Arbeitnehmer nach den Plänen des Managements zu diesem Sparziel beitragen sollen, sei noch unklar, hatten die Gewerkschaften erklärt.

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Milliardenübernahme in US-Pipeline-Branche gescheitert

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Dallas (Texas), 29.06.2016

In den USA ist ein milliardenschwerer Deal zwischen zwei Betreibern von Öl- und Gasleitungen gescheitert. Das Unternehmen Energy Transfer Equity (ETE) löste die Übernahmevereinbarung mit dem Konkurrenten Williams offiziell auf.

Ursprünglich hatten sich beide Seiten im vergangenen September auf einen Zusammenschluss verständigt. ETE war bereit, rund 33 Mrd. US-Dollar (29,8 Mrd. Euro) für das auf den Transport und die Weiterverarbeitung von Gas spezialisierte Unternehmen zu zahlen.

ETE hatte auf hohe Synergien und Kosteneinsparungen gesetzt. Doch danach brachen die Öl- und Gaspreise auf breiter Front ein. In der Folge mussten viele Förderunternehmen in den USA aufgeben.

Zudem stellte ETE nach eigenem Bekunden fest, dass sich unter anderem steuerliche Vorteile aus der Übernahme nicht wie erwartet heben ließen. Das Unternehmen setzte dann in der vergangenen Woche vor einem Gericht im US-Bundesstaat Delaware durch, aus dem Geschäft aussteigen zu können.

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Wiener Stadtwerke - Häupl verteidigt Frühpensionierungen

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Wien, 29.06.2016

Die Wiener Stadtwerke, die sich im Eigentum der Stadt Wien befinden, schicken aus Spargründen 798 Mitarbeiter in die Frühpension. Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) verteidigte in der Fragestunde des Gemeinderates das Vorgehen des Unternehmens: "Ich halte das für keinen Sündenpfuhl." Vielmehr sei dies "sozial verantwortungsbewusst".

Häupl führte die Maßnahme auf die Liberalisierung des Strommarktes und des deswegen entstandenen höheren Konkurrenz- und damit verbundenen Effizienzdruckes zurück. Ob der "aktuellen Entwicklungen" in der Energiewirtschaft seien Personalmaßnahmen "unumgänglich". Wobei der Stadtchef versicherte, dass die Stadtwerke das Ziel verfolgen, ihre Struktur mit "sozialverträglichen Maßnahmen" zu optimieren.

Der Bürgermeister wies dabei auch darauf hin, dass die Situation wohl nicht nur die Stadtwerke alleine betrifft. So habe er gehört, dass auch der Verbund Personal abbauen wolle, auch in anderen Staaten sei dies der Fall. Hier hob er die Stadtwerke wegen der Frühpensionierungen der Mitarbeiter als Positiv-Beispiel hervor: "Das ist ein Spezifikum. In allen anderen Länder werden sie entlassen."

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TAL Österreich erwirtschaftete Umsatz von 19,2 Mio. Euro

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Matrei in Osttirol/Innsbruck, 29.06.2016

Die österreichische Ländergesellschaft der Transalpinen Ölleitung (TAL) mit Sitz in Matrei in Osttirol hat 2015 einen Umsatz von 19,2 Mio. Euro erwirtschaftet. In der gesamten Gruppe seien es 134,3 Mio. Euro gewesen (2014: 125 Mio.), teilte das Unternehmen mit. Die Pipeline habe im Vorjahr 41,2 Mio. Tonnen Rohöl transportiert. Damit habe TAL das Niveau von 2014 erreicht.

Seit 2012 sei der Durchsatz um zehn Prozent erhöht worden. Im Hafen von Triest habe TAL im Vorjahr 499 Schiffe entladen. Das Investitionsvolumen der gesamten Gruppe lag 2015 bei 20 Mio. Euro, in Österreich seien es 8,7 Mio. Euro gewesen, berichtete das Unternehmen. Ein großer Investitionsschwerpunkt seien die sogenannten "Secondary Containments-Projekte". Dabei werden in den Stationen Stahlbetonschächte und Stahlwannen errichtet, um die Sicherheit der Anlagen zu gewährleisten, hieß es.

Die Arbeiten an der Energierückgewinnungsstation Taimeralm in Salzburg würden planmäßig laufen. Damit schaffe TAL das erste Kraftwerk weltweit, das aus Öldurchfluss Strom erzeuge. Im August soll die Station in die Pipeline integriert werden, der erste Testbetrieb soll im Oktober aufgenommen werden. Die offizielle Inbetriebnahme werde zum Jahreswechsel statt finden. Das Investitionsvolumen betrage zehn Mio. Euro.

Neuer General Manager

Seit Anfang 2016 fungiert der Italiener Alessio Lilli als neuer General Manager der TAL-Gruppe und als Geschäftsführer der TAL Österreich. Er übernimmt die Führung von Ulrike Andres, die seit 2012 an der Spitze stand und Mitte des Jahres aus dem Unternehmen ausscheiden wird. "Mein Ziel ist es, den erfolgreichen Weg der TAL gemeinsam mit allen Mitarbeitern, Partnerfirmen und Gesellschaftern weiterzugehen", meinte Lilli.

Die TAL-Gruppe besteht aus drei Ländergesellschaften in Deutschland, Österreich und Italien. Das Unternehmen beschäftigt 210 Mitarbeiter und beliefert acht Raffinerien in Österreich, Deutschland und Tschechien. Damit versorgt es Bayern und Baden-Württemberg zu 100 Prozent mit Rohöl, Österreich zu 90 Prozent und Tschechien zu 40 Prozent. Gesellschafter der TAL sind OMV, Shell, Ruhr Oel, ENI, C-Blue Limited (Gunvor), BP, Exxon Mobil, Phillips 66/Jet Tankstellen, Total und MERO CR.

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SNAM trennt sich von Netztochter

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Rom, 29.06.2016

Der vom italienischen Staat kontrollierte Gaspipeline-Betreiber SNAM, Mehrheitseigentümer der Trans Austria Gasleitung (TAG), trennt sich von der Netztochter Italgas. Diese wird noch bis Ende dieses Jahres an die Mailänder Börse gehen, teilte das SNAM-Board am Mittwoch mit. SNAM wird weiterhin einen Anteil von 13,5 Prozent an Italgas halten.

"Dank der Trennung werden sich SNAM und Italgas besser auf die jeweiligen Geschäftsbereiche fokussieren können", kommentierte SNAM-Geschäftsführer Marco Alvera. Nach der Trennung von Italgas plant SNAM Investitionen von 4,3 Mrd. Euro in Italien bis 2020. Im vergangenen Jahr machte SNAM einen Umsatz von 3,649 Mrd. Euro.

Zuletzt hatte SNAM ihr Interesse an der OMV-Tochter Gas Connect bekräftigt. Die OMV hatte im Oktober 2015 bekanntgegeben, bis zu 49 Prozent ihrer 100-Prozent-Tochter Gas Connect Austria (GCA) verkaufen zu wollen.

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Steirische Transformatoren für deutsche Siemens-Windräder

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Weiz/Wien/München, 29.06.2016

Drei Windturbinen von Siemens mit Transformatoren aus dem Werk im oststeirischen Weiz werden ab Herbst in einem Windpark im deutschen Sachsen aufgebaut. Sie bringen zusätzlich knapp 10 Megawatt Leistung im bisher rund 32 Megawatt leistenden Park. Anfang 2017 sollen die drei neuen Anlagen startem. Der Durchmesser der Windräder beträgt 113 Meter, die Nabenhöhe bei 92,5 Meter, hieß es am Mittwoch.

Der Onshore-Windpark in Naundorf liegt zwischen Dresden und Leipzig im Landkreis Nordsachsen und ging 2004 mit einer Leistung von 14 Megawatt (MW) ans Netz. In den Folgejahren erweiterte der Betreiber das Projekt um weitere sechs MW, im Jahr 2015 um 14,4 MW. Mit den drei neuen Siemens-Anlagen mit je 3,2 Megawatt steigt die Gesamtleistung des Windkraftwerks auf fast 42 Megawatt.

Ausgeliefert werden Windenergieanlagen vom Typ SWT-3.2-113. Zugleich werden Siemens-Mittelspannungsschaltanlagen in den Türmen installiert: Sie schalten das neue Anlagentrio zeitlich gestaffelt ans Stromnetz. Darüber hinaus übernimmt Siemens beim Projekt Naundorf die Anlagenwartung im Rahmen eines Servicevertrags mit 20 Jahren Laufzeit. Die Transformatoren für die neuen Anlagen werden im Siemens-Werk in Weiz gefertigt und haben eine Leistung von 3,4 Megavoltampere.

Die automatischen Schaltanlagen, ein sogenanntes Auto-Reclosing-System, sei entscheidend für die Erweiterung des Windparks gewesen. Der Einspeisepunkt liegt nämlich am örtlichen Mittelspannungsnetz, über das sämtliche Windturbinen angeschlossen sind. Die neuen Schaltanlagen vermeiden hohe Lasten für die Leitungen und sorgen so für Netzverträglichkeit. "Siemens war für uns der richtige Technologiepartner", sagte Gustav Brzyszcz, Geschäftsführer der Wind 2000 GmbH, die das Projekt entwickelt hat. "Aus dem Lösungsangebot, das von der Stromproduktion bis hin zur Übertragung reicht, konnten wir passende Komponenten wählen."

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OMV-Deal mit Gazprom hakt wegen fehlender Norwegen-Erlaubnis

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Wien, 28.06.2016

Laut einem Bericht der Tageszeitung "Die Presse" gibt es noch Hürden für den von der OMV geplanten Asset-Tausch mit der russischen Gazprom die norwegische Nordsee betreffend. Dortige Ölförderanteile will die OMV ja der Gazprom für eine Beteiligung an sibirischen Gasfeldern anbieten, von Norwegen habe die Gazprom aber noch keine Genehmigung, so die Zeitung. Die OMV kommentiert das nicht.

Der "Presse" zufolge soll die norwegische Regierung der Übertragung von OMV-Anteilen an die Russen "skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen", wie es heißt. Deshalb solle OMV-Chef Rainer Seele erst jüngst - im Juni - "zur Krisendiplomatie" in Norwegen gewesen sein. Offiziell wolle das norwegische Öl- und Energieministerium "jegliche eventuelle Überlegungen dazu nicht kommentieren", so die Zeitung.

Auf Anfrage des Blatts stellte Ministeriumssprecher Hakon Smith-Isaksen laut Bericht jedoch klar, dass Gazprom nicht über die sogenannte Präqualifikation zur Arbeit am norwegischen Kontinentalschelf verfüge: "Gazprom ist nicht präqualifiziert." Eine Präqualifizierung setzt u. a. den Nachweis voraus, dass man über ausreichend Expertise in dieser Art der Förderung verfügt. Selbst wenn eine solche Präqualifizierung erteilt wäre, brauche es bei einem konkreten Deal noch die Billigung durch das Ölministerium, so Smith-Isaksen.

Laut "Presse" sollen die nötigen Behördengenehmigungen eingeholt werden, "sobald die Verhandlungen abgeschlossen sind", hieß es dem Bericht zufolge seitens der OMV auf Anfrage: "Die Verhandlungen zu diesem Asset-Tausch laufen und sind vertraulich." Dienstagfrüh wollte die OMV das Thema auf APA-Anfrage nicht kommentieren.

Abschluss des Asset-Swap erst nächstes Jahr

Das Ausmaß der russischen Beteiligung an der in Norwegen tätigen OMV-Tochter wird von der Bewertung der OMV-Assets in der Nordsee abhängen - das soll in den nächsten Monaten geschehen, hatte es Anfang April bei der offiziellen Bekanntgabe des geplanten Deals in St. Petersburg geheißen. Der Abschluss des Asset-Swap werde wohl erst nächstes Jahr erfolgen, sagte OMV-Chef Seele Mitte Juni zur "Presse", neben allen anderen offenen Fragen müsse man die Assets wegen der jüngsten Veränderungen beim Ölpreis wieder neu berechnen.

Gazprom-Chef Alexej Miller rechnete Anfang April mit dem Abschluss der Deals noch in diesem Jahr. Die Gefahr, dass der geplante Asset-Tausch noch scheitern könnte, sah Miller damals nicht. Die OMV bietet den Russen die Anteile in der Nordsee an, um im Gegenzug einen Viertelanteil an einem sibirischen Gasfeld zu erhalten und so die schwindenden Reserven relativ günstig aufzufüllen. Das Engagement in der Nordsee kommt die OMV angesichts des Ölpreisverfalls nämlich teuer, zumal hohe Investitionsverpflichtungen bestehen.

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34 meldepflichtige Vorkommnisse in Schweizer Atomkraftwerken

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Bern, 28.06.2016

In den Schweizer Atomkraftwerken ist es im vergangenen Jahr zu 34 meldepflichtigen Vorkommnissen gekommen. Das sind vier Fälle weniger als 2014. Zwei der Ereignisse wurden auf der internationalen Ereignisskala INES der zweitniedrigsten Stufe 1 zugeordnet, die übrigen der Stufe 0.

Vier Mal kam es 2015 zu Reaktorschnellabschaltungen, wie das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI in seinem Aufsichtsbericht schreibt. Zwei davon betrafen das Atomkraftwerk Mühleberg, je eine Schnellabschaltung erfolgte im AKW Leibstadt sowie im AKW Gösgen. Der sicherheitstechnische Zustand der insgesamt fünf AKW in der Schweiz sei je nach Anlage gut oder ausreichend.

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Hochspannungsleitung zwischen Albanien und Kosovo in Betrieb

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Tirana/Prishtina (Pristina), 28.06.2016

Eine 400-kV-Hochspannungsleitung, die Prishtina mit Tirana verbindet, wurde am Dienstag in Kashar, einer Ortschaft westlich der albanischen Hauptstadt, in Betrieb genommen. Das 75,5-Millionen-Euro-Projekt wurde laut Medienberichten von der deutschen Förderbank KfW mitfinanziert.

Die Länge der Hochspannungsleitung beträgt 241,5 Kilometer, wobei 90 Kilometer über das Gebiet des Kosovo und 151,5 Kilometer jenes Albaniens verlaufen.

Es würde sich um einen Meilenstein bei der Integration der Region auch im Energiebereich handeln, wurde der albanische Premier Edi Rama vom TV-Sender Top Channel zitiert. Für Kosovos Premier Isa Mustafa stelle die Hochspannungsleitung die Umsetzung der Bemühungen um die nachhaltige Stromversorgung dar.

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Positiver UVP-Bescheid für Kraftwerksprojekt Sellrain-Silz

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Innsbruck, 28.06.2016

Die Umweltabteilung des Landes Tirol hat einen positiven Bescheid für die Umweltverträglichkeitsprüfung des Kraftwerksprojekts Sellrain-Silz des landeseigenen Energieversorgers Tiwag erlassen. Dies teilte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) bei einer Pressekonferenz nach der Regierungssitzung mit. Die Tiwag werde rund 500 Mio. Euro in den Ausbau des Kraftwerks investieren.

Es sei schwierig, eine Balance zwischen klimaschonender Energiegewinnung und dem Schutz der Natur zu finden, meinte Platter. Im UVP-Verfahren sei von der Behörde aber nun eine sorgfältige Abwägung zwischen den Interessen des Naturschutzes und dem Bedarf am Ausbau erneuerbarer Energieträger getroffen worden. Außerdem würde eine Investition von 500 Mio. Euro auch zusätzliche Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung im eigenen Land mit sich bringen, fügte der Landeshauptmann hinzu.

Kritik hatten es bereits zuvor aus der Gemeinde Neustift im Stubaital gegeben, da für den geplanten Ausbau des Kraftwerks zusätzlich Wasser aus dem Tal abgeleitet werden soll. "Alle Einwände wurden gründlich geprüft", meinte Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne). Auch die Diskussionen über eine mögliche Ausweitung des Untersuchungsraumes habe man sich "genau angesehen".

Die Ankündigung mehrerer dazu berechtigter Parteien, ihre Rechte nach Abschluss des Verfahrens gerichtlich geltend machen zu wollen, sei legitim und selbstverständlich zu respektieren, meinte Felipe. "Wir sind gespannt, wer aller den Weg zu den Höchstgerichten beschreiten wird und welche Urteile die Gerichte fällen", erklärte sie.

Im Dezember 2009 wurden die Unterlagen für die Erweiterung des Kraftwerks bei der UVP-Behörde eingereicht. Geplant sind ein zusätzlicher dritter Speichersee und ein Pumpspeicherkraftwerk. Damit kann die Speicherkapazität der bestehenden Anlage um 50 Prozent erhöht werden. Die Tiwag rechnete mit einem Baubeginn frühestens Anfang 2019.

Das Projekt Sellrain-Silz ist eines von derzeit sechs, die sich in der Pipeline des Landesenergieversorgers befinden. Im Folgenden ein Überblick über die wichtigsten Vorhaben:

Erweiterung Sellrain-Silz: Die 1981 in Betrieb genommene Kraftwerksgruppe besteht derzeit aus den Kraftwerken Kühtai und Silz sowie den Speichern Finstertal (Fassungsvermögen: 60 Mio. Kubikmeter) und Längental (Fassungsvermögen: drei Mio. Kubikmeter). Die Stromerzeugung beträgt laut Tiwag-Angaben im Regeljahr aus natürlichem Zufluss rund 520 Gigawattstunden pro Jahr (GWh/Jahr). Im Dezember 2009 hatte der Landesenergieversorger die Projektunterlagen bei der UVP-Behörde eingereicht. Jetzt gab die Umweltabteilung grünes Licht. Die Investitionssumme betrage rund 500 Mio. Euro. Bis dato habe die Tiwag 45 Mio. Euro für die Planungs- und Vorbereitungsarbeiten locker gemacht. Geplant sind ein zusätzlicher Speichersee mit 31 Mio. Kubikmeter Fassungsvermögen und ein Pumpspeicherkraftwerk als zweite Oberstufe. Mit dem neuen Speicher soll sich die Wasserspeicherkapazität der Bestandsanlage um rund 50 Prozent erhöhen.

Neubau Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI): An dem im Oberen Gericht bei Prutz entstehenden Flusskraftwerk hält die Tiwag 76 Prozent der Anteile, die Engadiner Kraftwerke 14 und der Verbund 10 Prozent. Mit einem Regelarbeitsvermögen von über 400 GWh jährlich und einem Investitionsvolumen von 460 Mio. Euro ist das österreichisch-schweizerische GKI laut Tiwag das erste große Wasserkraftprojekt seit mehr als 30 Jahren, das in Tirol realisiert wird. Der Spatenstich erfolgte am 14. November 2014. Die Inbetriebnahme ist für Sommer 2018 geplant.

Erweiterung Kraftwerk Kirchbichl: Derzeit beträgt die Stromerzeugung des Kraftwerks im Tiroler Unterland, das seit 1941 Strom liefert, im Regeljahr 131 GWh/Jahr. Durch die Erweiterung und Sanierung soll die Effizienz gesteigert werden. Der Baubeginn ist für Mitte 2017 geplant, die Fertigstellung des Gesamtvorhabens bis Ende 2020. Die Kosten des Vorhabens belaufen sich laut Tiwag auf rund 100 Mio. Euro.

Erweiterung Kraftwerk Kaunertal: Dieses Projekt liegt wegen eines Widerstreitverfahrens mit der Gemeinde Sölden derzeit auf Eis. Geplant ist, das bestehende Kraftwerk Kaunertal für 1,1 Mrd. Euro zu einer Kraftwerksgruppe auszubauen. Die Pläne sehen den Bau einer Oberstufe im Platzertal (Gemeindegebiet Pfunds) und die Errichtung eines Pumpspeicherkraftwerks im Kaunertal vor. Zusätzliches Wasser soll von der Gurgler und Venter Ache in den Gepatschstausee abgeleitet werden. Durch den Ausbau plant die Tiwag zusätzlich rund 900 GWh aus natürlichem Zufluss pro Jahr erzeugen zu können.

Neubau Innstufe Imst-Haiming: Das als Ausleitungskraftwerk (Regelarbeitsvermögen 270 GWh/Jahr) geplante Projekt wurde 2015 eingereicht. Das Kraftwerk beschränkt sich auf die nochmalige Nutzung der im Kraftwerk Prutz-Imst abgearbeiteten Wassermengen ohne weiteren Einzug von Abflüssen aus dem Inn. Die Investitionskosten würden etwa 350 Mio. Euro betragen. Die Tiwag rechnet mit einem Baustart frühestens 2023.

Neubau Kraftwerk Tauernbach: Die Tiwag reichte das Projekt 2013 bei der Behörde zur UVP ein. Das Projekt sehe die Errichtung eines Ausleitungs-Laufwasserkraftwerkes mit einem Regelarbeitsvermögen von 85 GWh pro Jahr vor. Der Landesenergieversorger rechnet mit einem rund vier Jahre dauernden Behördenverfahren und einer Inbetriebnahme im Jahr 2025. Die Investitionskosten wurden mit 74 Mio. Euro beziffert.

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Strom bleibt für deutsche Verbraucher teuer

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Berlin, 28.06.2016

Die Einkaufspreise für Strom an der Börse sind seit Jahren im Tiefflug, beim Endverbraucher kommt davon aber kaum etwas an. Viele Privatkunden müssen weiter annähernd 30 Cent pro Kilowattstunde oder knapp 100 Euro im Monat für den Strom einer vierköpfigen Familie zahlen. Das sind nach Dänemark die zweithöchsten Strompreise Europas.

Im ersten Halbjahr ist der Preis der Grundversorger im Bundesschnitt nach Angaben der Vergleichsportale Verivox und Check24 sogar um fast ein Prozent gestiegen, statt zu sinken. Auch für die zweite Jahreshälfte und 2017 erwarten Fachleute keine spürbare Entlastung. Sinkenden Beschaffungspreisen stünden voraussichtlich Erhöhungen bei den staatlich regulierten Lasten wie EEG-Umlage und Netzentgelten gegenüber, sagte Verivox-Geschäftsführungsmitglied Jan Lengerke.

Nach seinen Angaben haben in den ersten sechs Monaten fast 30 Prozent der 832 Strom-Grundversorger die Preise um durchschnittlich drei Prozent erhöht. Nur jeder zehnte Versorger habe den Preis gesenkt. Unter dem Strich steht ein Plus bei den Stromkosten von 0,7 Prozent. Ähnliche Ergebnisse errechnete Check24, hier kam man auf einen Anstieg der Grundversorgungstarife von 0,8 Prozent.

Warum geht die Belastung der Haushaltskunden einfach nicht zurück, obwohl sich die Großhandels-Strompreis an den Börsen in den vergangenen Jahren mehr als halbiert hat und aktuell deutlich unter 3 Cent pro Kilowattstunde liegt? Ein Grund ist der teure Ausbau der Netze, den die Energiewende mit ihren vielen neuen Stromproduzenten nötig macht. Die Bundesnetzagentur bezifferte die Kosten allein für die neuen Leitungen an Land - ohne Offshore-Netze - bisher auf 18 Milliarden Euro.

Teure Erdkabel erhalten Vorrang

Da jetzt aus Akzeptanzgründen die deutlich teureren Erdkabel Vorrang bekommen, wird sich diese Summe noch erhöhen. Dies zahlen die Verbraucher über die Netzentgelte, die bereits mehr als ein Fünftel des Strompreises ausmachen und seit 2011 kontinuierlich steigen.

Die Ausbaukosten fallen aber nur schrittweise an und werden über einen langen Zeitraum abgezahlt, betont ein Sprecher der Bundesnetzagentur. Sie brächten deshalb nur leichte Anstiege für den Strompreis. Aktuell fielen die Kosten für die Systemstabilisierung viel mehr ins Gewicht als der Netzausbau: Wenn Wind- und Solarparks abgeschaltet werden müssen, weil sonst das Stromnetz in die Knie geht, werden die Besitzer dafür entschädigt - auf Kosten aller Stromkunden. 2015 waren das allein rund eine Milliarde Euro.

Eine schwere Last für den Strompreis bleibt auch die EEG-Umlage von aktuell 6,35 Cent pro Kilowattstunde für die Vergütung der Erneuerbaren-Anlagen. Hier erwarten Fachleute wie der Chef des Energie-Beratungsunternehmens Agora Energiewende, Patrick Graichen, im nächsten Jahr noch einen Anstieg auf um die 7 Cent pro Kilowattstunde. Dies werde aber möglicherweise durch ein weiteres Fallen des Börsenstrompreises ausgeglichen, sagt Graichen.

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Vertrag von Salzburg-AG-Vorstand Schitter verlängert

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Salzburg, 28.06.2016

Salzburg-AG-Vorstandssprecher Leonhard Schitter ist für weitere fünf Jahre bestätigt worden. In einer Aufsichtsratssitzung sprachen sich zwölf der 15 Aufsichtsratsmitglieder für eine Verlängerung seines Vertrags aus. Zwei Personen stimmten dagegen, ein Mitglied enthielt sich der Stimme. Als Herausforderungen für die Zukunft nannte Schitter heute Energiewende und Digitalisierung.

"Wir arbeiten seit Jahresbeginn an der strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens. Welche Geschäftsfelder sichern wir ab, in welche Bereiche gehen wir neu hinein, wie bleiben wir schlank und schnell?", sagte Schitter in einer Pressekonferenz nach der Sitzung. Neue dezentrale Erzeugungs- und Speicherstrukturen wie Photovoltaikanlagen oder Speicherbatterien würden die Salzburg AG vor neue Herausforderungen stellen. "Zum anderen verändern sich die Kundenbedürfnisse. Der Austausch auf dem digitalen Weg wird immer wichtiger."

Man werde sich in Zukunft von traditionellen Geschäftsmodellen verabschieden müssen und verstärkt in Komplettangebote gehen. Kunden würden etwa vom Energie-Check über ihre Anschlüsse für Strom, Wasser, Gas und Telekommunikation bis hin zur Mobilität ein Kombi-Paket angeboten bekommen. "Und wir werden weiter in die Automatisierung gehen. Ins Smarthome, wo sich Geräte oder der Verbrauch über Apps steuern lassen." Zugleich will das Unternehmen stärker auf den Bereich Mobilität und hier besonders auf die Elektromobilität setzen.

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Haushaltsenergiepreise im Mai um 6,9 Prozent unter Vorjahr

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Wien, 27.06.2016

Haushaltsenergie war im Mai um 6,9 Prozent billiger als vor einem Jahr. Im Vergleich zum April 2016 stiegen die Preise für Haushaltsenergie aber um 2,1 Prozent - die stärkste Verteuerung seit August 2012. Dies geht aus dem Energiepreisindex (EPI) der Österreichischen Energieagentur hervor, der im Mai auf den höchsten Wert seit November 2015 stieg und ein Sechs-Monats-Hoch erreichte.

Grund für die starke Verteuerung im Monatsvergleich waren weiter steigende Preise für Mineralölprodukte, die aber im Vergleich zum Vorjahr nach wie vor deutlich billiger waren. Der Gaspreis erreichte im Mai den tiefsten Wert seit September 2011. Zum Vergleich: Der Verbraucherpreisindex stieg gegenüber Mai 2015 um 0,6 Prozent und gegenüber April 2016 um 0,3 Prozent.

Der durchschnittliche Dieselpreis kletterte laut Berechnungen der Energieagentur im Mai heuer erstmals über die 1-Euro-Marke und lag mit 1,04 Euro je Liter auf einem Sechs-Monats-Hoch. Superbenzin kostete 1,14 Euro je Liter. Im Vergleich zur EU-28 sei Superbenzin in Österreich aber um 13,8 Prozent billiger gewesen, Diesel um 8,3 Prozent, so die Energieagentur.

Die Treibstoffpreise lagen im Mai 2016 um 11,9 Prozent unter Vorjahr. Im April war Sprit noch um 13,6 Prozent billiger als vor einem Jahr. Diesel kostete im Mai 2016 um 12,8 Prozent weniger als im Mai 2015, der Preis für Superbenzin war um 10,5 Prozent niedriger.

Im Vergleich zum Vormonat April legten die Treibstoffpreise um 4,2 Prozent zu. Das war der stärkste monatliche Anstieg seit August 2012. Dabei verteuerte sich Diesel um 4,4 Prozent (April: 1,7 Prozent), Superbenzin um 3,8 Prozent (April: 4,1 Prozent).

Heizöl war im Mai um mehr als ein Fünftel (20,7 Prozent) billiger als im Vorjahresmonat und um 8,4 Prozent teurer als im April 2016. Trotz Verteuerungen über die vergangenen Monate bewegt sich der Heizölpreis laut Energieagentur aber noch immer auf dem niedrigsten Niveau seit 2009.

Strom war im Mai 2016 um 1,1 Prozent teurer als im Mai des Vorjahres und blieb im Monatsvergleich unverändert. Gas verbilligte sich im Vergleich zu Vorjahresmonat um 2,3 Prozent und im Vergleich zum April 2016 um 2,1 Prozent. Ausschlaggebend dafür war Senkung der Arbeitspreise, die im Jahresabstand um 3,3 Prozent niedriger waren. Der Gaspreis erreichte im Mai den niedrigsten Wert seit September 2011.

Der Preis für Fernwärme stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1 Prozent und sank gegenüber dem Vormonat leicht um 0,1 Prozent.

Feste Brennstoffe waren im Mai 2016 um 0,3 Prozent teurer als im Mai 2015. Einen Preisanstieg gab es bei Holzbriketts (2,5 Prozent) und Brennholz (0,5 Prozent). Holzpellets verbilligten sich um 2,5 Prozent. Im Monatsvergleich verteuerte sich Brennholz ebenfalls um 0,3 Prozent, während Holzpellets um 1,5 Prozent billiger wurden und der Preis für Holzbriketts unverändert blieb. Die Preise für feste Brennstoffe insgesamt stiegen im Monatsvergleich leicht um 0,1 Prozent.

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Alpiq geht mit STEAG Kooperation im Bereich AKW-Rückbau ein

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Lausanne, 27.06.2016

Alpiq verstärkt sein Standbein als Energiedienstleister. Der Schweizer Stromkonzern setzt auf das Geschäft mit dem Rückbau von Atomkraftwerken und geht dazu eine Kooperation mit der deutschen STEAG ein. Die beiden Unternehmen haben schon bisher auf Projektbasis zusammengearbeitet.

Nun soll die Zusammenarbeit langfristig angelegt werden. Die Kraftanlagen Heidelberg, die zu Alpiq gehören, und STEAG Energy Services haben dazu eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, wie Alpiq am Montag mitteilt. STEAG verfügt den Angaben zufolge über Know-how im Bereich von Lager -und Entsorgungsanlagen, während die Kraftanlagen Heidelberg auf Kraftwerkstechnik und Verfahrenstechnik spezialisiert sind.

Über die Kraftanlagen Heidelberg ist Alpiq bereits heute an Rückbauprojekten in Deutschland beteiligt, wie beispielsweise bei den Kernkraftwerken Würgassen, Obrigheim, Isar1, Neckarwestheim 1 und Philippsburg 1. Alpiq verspricht sich von der Kooperation neue Wachstumschancen. Anfang März kündigte der Konzern an, sich von knapp der Hälfte seiner Wasserkraft-Beteiligungen trennen zu wollen.

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Wassernutzung: Schweizer Stromerzeuger wollen weniger zahlen

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Bern, 27.06.2016

In der Schweiz sind die Verhandlungen zwischen den Kantonen und der Stromwirtschaft über das Entgelt für die Nutzung des Wassers für die Stromerzeugung gescheitert. Die Wasserwirtschaft hält einen fixen Wasserzins ohne Berücksichtigung der desolaten Lage am Markt für unmöglich.

Die Wasserzinsen machen etwa 25 Prozent der Gestehungskosten aus und haben sich seit 1997 verdoppelt. Zugleich sei der Strompreis gefallen, immer mehr Kunden beziehen Strom aus dem Ausland. Die aktuellen Marktverzerrungen hätten den Wert der Wasserkraft so geschmälert, dass die Kantone das bei der Erhebung des Wasserzinses berücksichtigen müssten, forderten der Schweizerische Wasserwirtschaftsverband und die E-Wirtschaft am Montag.

Obwohl die Produktionskosten gleich blieben, erwirtschaften die Wasserkraftwerke am Markt nur noch die Hälfte ihrer früheren Einnahmen und stecken in der Verlustzone. Somit bestehe eine völlig neue Voraussetzung für die Entschädigung der Wassernutzung. Daher seien bisherige Verhandlungen über den Wasserzins gescheitert.

APA/ag.
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Energiepolitik-Änderung für Senkung der Todeszahlen nötig

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Wien/Paris, 27.06.2016

Vorzeitige Todesfälle durch Luftverschmutzung werden ohne eine Änderung der bisherigen Energiepolitik bis 2040 weiter deutlich zunehmen, warnt die Internationale Energieagentur (IEA) in einer am Montag veröffentlichten Studie. Durch eine Erhöhung der Energieinvestitionen um nur sieben Prozent (um 4,7 Billionen Dollar bzw. 4,25 Billionen Euro) könnte es aber zu einer Reduktion kommen, so die IEA.

"Das sind Peanuts. Mit einer Steigerung um sieben Prozent könnte man mehr als drei Millionen Leben retten", sagte IEA-Chef Fatih Birol laut Nachrichtenagentur Reuters. Geschätzte 6,5 Millionen Todesfälle pro Jahr würden derzeit in Zusammenhang mit Luftverschmutzung stehen, heißt es in der IEA-Studie. Es handle sich um die viertgrößte Bedrohung für die menschliche Gesundheit nach Bluthochdruck, Ernährungsrisiken und Rauchen. Die Opferzahl werde deutlich steigen, wenn der Energiesektor nicht verstärkt Maßnahmen zur Eindämmung der Emissionen setze, so die IEA am Montag in einer Pressemitteilung.

Die Todesfälle durch Luftverschmutzung im Freien würden ohne Maßnahmen bis 2040 von drei auf 4,5 Millionen stiegen, vor allem in Asien. Gleichzeitig sei ein Rückgang bei den vorzeitigen Todesfällen durch Luftverschmutzung in geschlossenen Räumen von 3,5 auf drei Millionen zu erwarten, auch wenn sie weiterhin eng mit Armut und dem eingeschränkten Zugang zu moderner Energienutzung in Zusammenhang stünden.

So seien etwa 2,7 Millionen Haushalte beim Kochen auf Holz und andere feste Brennstoffe angewiesen. In vielen Ländern werde Kerosin für die Beleuchtung und auch zum Kochen verwendet - jährlich seien etwa 3,5 Millionen Todesfälle darauf zurückzuführen, vor allem in asiatischen Entwicklungsländern und in Afrika südlich der Sahara. Unvollständige Verbrennung bei der Energieerzeugung sei eine der wichtigsten von Menschen verursachten Quellen von Feinstaub (85 Prozent) sowie Schwefel- und Stickoxiden. Feinstaub beispielsweise könne zu Lungenkrebs, Schlaganfällen oder Herzerkrankungen führen.

Saubere Luft sei ein grundlegendes Menschenrecht, das dem Großteil der Weltbevölkerung aber vorenthalten werde, sagte Fatih Birol laut Pressemitteilung. Die Regierungen müssten nun reagieren.

Als notwendige Maßnahmen nennt die IEA unter anderem eine Verbesserung des Zugangs zu sauberen Kochmöglichkeiten in Entwicklungsländern, um die Haushaltsemissionen zu reduzieren, Emissionskontrollen und ein Brennstoffwechsel im Stromsektor, mehr Energieeffizienz in der Industrie und streng kontrollierte Abgasnormen für den Verkehr.

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Deutscher Bundestag beschließt weitgehendes Fracking-Verbot

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Berlin, 24.06.2016

Nach monatelangem Ringen hat der Deutschen Bundestag doch noch ein weitgehendes Verbot der umstrittenen Gas-Fördermethode Fracking abgesegnet. Das Parlament beschloss ein Gesetz, das sogenanntes unkonventionelles Fracking nach US-Vorbild für die nächsten Jahre ausschließt.

Es sollen lediglich maximal vier Probebohrungen möglich sein, die aber auch noch der Zustimmung der jeweiligen Landesregierung bedürfen. Zudem müssen sie von einer Expertenkommission begleitet werden. Im Jahr 2021 soll der Bundestag dann das Verbot noch einmal überprüfen. Verschärft werden zudem die Vorschriften für sogenanntes konventionelles Fracking, wie es schon seit Jahrzehnten angewandt wird. Für das Gesetz stimmten 436 Abgeordnete, mit Nein votierten 119 Parlamentarier, neun enthielten sich.

Ein Fracking-Gesetzesentwurf der Regierung war rund ein Jahr im Parlament gelegen, weil es quer durch die Fraktionen sowohl Parlamentarier gab, denen die Einschränkungen zu weit oder nicht weit genug gingen. In dieser Woche hatten sich Union und SPD doch noch auf einen Kompromiss verständigt. Auslöser waren Ankündigungen aus der Energiewirtschaft, nach einem inoffiziellen Moratorium nun doch Anträge auf Fracking zu stellen. Die hätten wohl genehmigt werden müssen, da Fracking bis jetzt in Deutschland noch gar nicht geregelt ist. Grünen und Linken gehen die Verbotsregelungen nicht weit genug.

APA/ag