Sortieren nach
Ihr Suche ergab leider kein Ergebnis! Bitte versuchen Sie es mit einem anderen Begriff.
0
13
149574960008
801495790880

Kunstschnee: Guter Klimaeffekt kompensiert Energieeinsatz

Weiter zum Artikel
Graz, 26.05.2017

Kunstschnee auf den Pisten ist die Antwort der Wintertouristiker auf zunehmend mildere Winter mit wenig Schnee. Naturschützer kritisieren den hohen Einsatz von Strom und Wasser. Experten des steirischen Joanneum Research (JR) haben nun für Tirol und die Steiermark eine Klimabilanz der technischen Beschneiung erstellt. Der abkühlende Effekt wiegt demnach die Emissionen der Kunstschneeerzeugung auf.

Schneemangel im Winter hat bereits viele Lift- und Seilbahnbetreiber veranlasst, auf künstliche Beschneiung zu setzen. "In der Gesellschaft wird das oftmals als problematisch angesehen", sagte der Grazer Volkswirt Franz Prettenthaler von der steirischen Joanneum Research zur APA. Forscher des von ihm geleiteten JR-Zentrums für Klima, Energie und Gesellschaft (LIFE) haben eine Energie- und Klimabilanz der beschneiten Pisten in Tirol und der Steiermark erstellt. Darin wurde der dazu notwendige Energieeinsatz und damit verbundene Treibhausgasemissionen, aber auch der sogenannte Albedo-Effekt berücksichtigt, betonte der Experte.

Albedo-Wert misst Rückstrahleigenschaften

"Der Albedo-Wert misst die Rückstrahleigenschaften einer Oberfläche. Ein höherer Albedo-Wert bedeutet für die Strahlungsbilanz der Erde einen geringeren Strahlungsantrieb und daher weniger Erwärmung", erklärte Prettenthaler. Den Effekt, dass unterschiedliche Oberflächen verschiedene Rückstrahlung haben, kennt jeder: Im Sommer ist u. a. dunkler Asphalt wesentlich heißer als graue Gehwegplatten, weil heller, glatter Belag mehr Strahlung reflektieren kann. Im alpinen Bereich ist es ähnlich, so Prettenthaler. Hier würden weiße Schneeflächen einen Großteil der Sonnenstrahlung reflektieren und sich nicht so stark erwärmen. Dunklere Flächen, wie z. B. apere Wiesen, nehmen allerdings mehr Sonnenstrahlung auf und erwärmen die Erdoberfläche und die Umgebung stärker. Dieser Aspekt sei bei bisherigen Berechnungen im Bezug auf die Kunstschneeproduktion außer Acht gelassen worden.

Die Forscher haben für 79 Skigebiete in Tirol und 32 in der Steiermark - und somit für eine gesamte Kunstschneefläche von rund 10.300 Hektar - berechnet, welchen "kühlenden" Effekt die Beschneiung haben kann. Das Ergebnis dieser Klimawirksamkeit haben sie mit den Emissionen die für den Strom zur Erzeugung der Kunstschneeflächen notwendig sind, gegengerechnet.

"Einer Gesamtemission für beide Bundesländer aus dem Stromverbrauch der Kunstschneeerzeugung von rund 102.000 Tonnen CO2-Äquivalent im Jahr 2016 steht ein 'Albedo-bedingter Gegeneffekt' in der Höhe von 418.000 Tonnen CO2-Äquivalenten gegenüber", beschrieb Prettenthaler das Ergebnis. Damit kompensiere die Klimawirksamkeit der künstlichen Schneebedeckung die Effekte der Emissionen durch Stromeinsatz um das rund Vierfache.

Einsparung bei 316.000 Tonnen CO2-Äquivalenten

"Der positive klimatische Effekt der Oberflächen-Albedo-Änderung aufgrund beschneiter Pisten überwiegt den negativen Emissionseffekt der Kunstschneeerzeugung", brachte Prettenthaler das Resultat auf den Punkt. Die Einsparung an Treibhausgasemissionen für beide Bundesländer liege für das Jahr 2016 bei 316.000 Tonnen CO2-Äquivalenten. Das komme einer Einsparung der Treibhausgas-Emissionen gleich, die der Jahreskilometerleistung von 140.000 durchschnittlichen Pkw entspricht.

Der positive Klimaeffekt der Beschneiung war umso größer, je höher der Prozentsatz des durch erneuerbare Energieträger gedeckten Strombedarfes während der Schneeproduktion war. "Unter diesen Voraussetzungen ist die technische Schneeproduktion jedenfalls kostenneutral und kann - wenn auch im geringen Ausmaß - sogar als klimaschützende Anpassungsmaßnahme der Skilift- und Seilbahnbetreiber bezeichnet werden", folgerte die Forschergruppe. Hohe Stromimporte, wie auch höhere Emissionsraten der Stromerzeugung können jedoch das Nettoergebnis der Klimabilanz drücken.

Service: Eine Kurzfassung der Studie soll in Kürze auf der Homepage des Joanneum https://www.joanneum.at/life abrufbar sein.

APA
1
10
149574960004
401495794300

OPEC verlängerte Förderkürzung, Preise fallen

Weiter zum Artikel
Wien, 26.05.2017

Trotz des Festhaltens der OPEC und ihrer Verbündeten am Förderlimit ist der Ölpreis weiter gefallen. Die Preise haben am Freitag im frühen Handel an ihre Vortagesverluste angeknüpft und haben sich seither nur leicht erholt. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und elf wichtige Förderstaaten außerhalb des Kartells hatten Donnerstag ihre Produktionskürzung bis März 2018 verlängert.

Die Öl-Multis konnten mit dem Deal die hohe Erwartungshaltung vieler Marktbeobachter allerdings nicht erfüllen. Sie hätten sich tiefere Einschnitte oder eine noch längere Drosselung zur Stabilisierung der Preise erhofft. Autofahrer und Ölheizer können sich über die Entwicklung freuen. Prognosen zufolge müssen sie auch in absehbarer Zeit nicht mehr Geld für das "schwarze Gold" ausgeben.

Die OPEC sowie Nicht-OPEC-Mitglieder wie Russland beschlossen in Wien, nach Auslaufen der Frist Ende Juni weitere neun Monate insgesamt 1,8 Millionen Barrel (159 Liter je Fass) weniger Rohöl täglich zu fördern. "Neun Monate sind das Optimum", begründete Saudi-Arabiens Energieminister Khalid Al-Falih die Verlängerung der Frist. Unter diesen Bedingungen sollten die Lagerbestände an Öl wieder auf den Fünf-Jahres-Schnitt sinken. Die Kürzung entspricht rund zwei Prozent der täglichen Weltproduktion und in etwa dem Überangebot.

Für Autofahrer dürfte sich damit vorerst wenig ändern. Die Märkte reagierten mit fallenden Preisen auf die Entscheidung. "Die Latte der Erwartungen lag letztlich so hoch, dass eine bloße Verlängerung des Status quo um neun Monate für Enttäuschung sorgte", analysierte die Commerzbank. So kostete ein Barrel der US-Sorte WTI Freitagfrüh 48,63 US-Dollar und somit 27 Cent weniger als am Vortag. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete mit 51,26 US-Dollar (45,7 Euro) um 20 Cent weniger. Im Laufe des Tages deutete sich eine Erholung der Preise an. Im Sommer 2014 lag der Preis mit 115 Dollar noch signifikant höher. Anfang 2016 fiel der Preis nach einer Ölschwemme unter die 30-Dollar-Marke. Zwischenzeitlich hat sich der Preis bei rund 50 Dollar eingependelt.

Saudi-Arabiens mächtiger Ölminister zeigte sich von kurzfristigen Entwicklungen wenig beeindruckt: "Ich mache mir nie Sorgen über die tägliche Marktreaktion", so Al-Falih. Der langfristige Trend, etwa das Sinken der Ölvorräte, zeige in die richtige Richtung.

Russland will Beziehung vertiefen

Auch Russland sieht das Bündnis mit den OPEC-Staaten als Erfolgsmodell, das vertieft werden sollte. Die Allianz starte in eine neue Ära der Kooperation, sagte Energieminister Alexander Nowak. "Um die volle Wirkung zu erzielen, brauchen wir noch einige Monate", meinte Nowak. Die Einigkeit zwischen den Ländern sei bemerkenswert. Kaum einer der Marktbeobachter habe erwartet, dass sich die 24 teilnehmenden Staaten so strikt an ihre eigenen Vorgaben halten würden, sagte der russische Energieminister.

Die Verlängerung des Förderlimits ist allerdings eine Gratwanderung zwischen dem Versuch der Preisstützung und dem Kampf um Marktanteile. Besonders OPEC-Staaten wie das von Unruhen und wirtschaftlichem Chaos geplagte Venezuela wären auf steigende Einnahmen aus dem klassischen Ölgeschäft angewiesen. Zugleich macht aber ein steigender Ölpreis die Erschließung von Schieferöl-Feldern in den USA attraktiv, wo der Rohstoff auch mit der moderneren Fracking-Methode gefördert wird. Ohnehin hat die US-Konkurrenz zuletzt an Boden gewonnen. Sollten die USA die Öl-Lücke der OPEC in den kommenden Monaten schließen, verpufft die erhoffte Wirkung des Kartells am Markt.

Während viele Minister die wieder zunehmende Schieferöl-Produktion nicht überbewerten wollten, sprach der Ölminister Venezuelas, Nelson Martínez, von einer "Bedrohung". US-Produzenten haben ihre Förderkosten gesenkt und sind wesentlich konkurrenzfähiger geworden. Saudi-Arabien kündigte jedenfalls an, künftig weniger Öl in die USA exportieren zu wollen.

APA/ag.
2
8
149574960004
401495785960

OMV und Abu Dhabi-Ölgruppe loten engere Kooperation aus

Weiter zum Artikel
Wien, 26.05.2017

Die teilstaatliche OMV und die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) wollen enger Zusammenarbeiten. Dabei geht es insbesondere um den verbrauchernahen Bereich des Ölgeschäfts von den Raffinerien bis zur Verteilung von Ölprodukten (Downstream). Eine Absichtserklärung dazu wurde am Donnerstag anlässlich des Besuchs von Bundeskanzler Christian Kern in den VAE unterzeichnet.

Unterschrieben haben OMV-Chef Reiner Seele sowie Sultan Ahmed Al Jaber, Staatsminister der Vereinigten Arabischen Emirate und ADNOC Vorstandsvorsitzender. Al Jaber hofft laut Aussendung von OMV und ADNOC durch den Deal auf "Zugang zum Know-how und zur Erfahrung der OMV bei Raffinerieprozessen und der Petrochemie".

Seele will damit "die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette ausbauen". Die langfristige Partnerschaft mit ADNOC solle gestärkt werden.

Die OMV-Tochter Borealis (36 Prozent) hat bereits mit ADNOC das Joint Venture Borouge. Vor einem Jahr haben OMV und ADNOC ein Abkommen zur gemeinsamen Untersuchung bisher unerschlossener offshore Öl- und Gasfelder unterschrieben.

APA
3
3
149574960004
401495786260

Russland für vertiefte Zusammenarbeit mit OPEC

Weiter zum Artikel
Wien/Moskau, 26.05.2017

Russland sieht die neue Allianz mit den OPEC-Staaten als Erfolgsmodell, das vertieft werden sollte. "Wir starten in eine neue Ära der Kooperation", sagte Energieminister Alexander Nowak. In einer gemeinsamen Sitzung wollten die OPEC-Staaten und elf Nicht-OPEC-Länder am Nachmittag ihre Förderstrategie für die nächsten Monate festlegen.

Alle Anzeichen deuteten dabei auf eine Verlängerung des seit Jänner geltenden Förderlimits bis zum März 2018 hin. Den gemeinsamen Beschluss zur Produktionskürzung bezeichnete Nowak erneut als "historischen Moment", der die Instabilität im Ölmarkt wirksam bekämpft habe. Kaum einer der Marktbeobachter habe erwartet, dass sich die 24 teilnehmenden Staaten so strikt an ihre eigenen Vorgaben halten würden, sagte der russische Energieminister.

Neues OPEC-Mitglied

Der Kreis der afrikanischen Staaten bei der OPEC wächst. Äquatorialguinea wurde beim OPEC-Treffen am Donnerstag in Wien als 14. Mitglied in das Ölkartell aufgenommen. Das arme zentralafrikanische Land mit nur 850.000 Einwohnern ist mit rund 300.000 Fass (Barrel) Öl pro Tag das zweitkleinste Förderland in der OPEC.

Dort regiert mit dem 74-jährigen Teodoro Obiang Nguema Mbasogo der dienstälteste Staatschef Afrikas. Er führt Äquatorialguinea seit 1979 mit eiserner Hand. Das kleine Land am Golf von Guinea ist reich an Öl und Erdgas. Laut Menschenrechtlern wird mit den Einnahmen aber vor allem der luxuriöse Lebensstil einer kleinen Elite um den Präsidenten finanziert.

Äquatorialguinea ist neben Algerien, Gabun, Angola, Libyen und Nigeria das sechste Land des Kontinents in der Organisation.

APA/dpa
4
13
149574960004
401495786440

Ökostrom-Belastung deutscher Haushalte soll ab 2022 sinken

Weiter zum Artikel
Düsseldorf, 26.05.2017

Die Kosten der Energiewende in Deutschland könnten rascher und stärker sinken als bisher angenommen. Das Institut Agora Energiewende, das die deutsche Regierung berät, rechne mit einem Sinken der Zusatzbelastung für Ökostrom ab 2022 - ein Jahr früher als bisher erwartet, berichtet die "Wirtschaftswoche". Ab 2020 soll die Umlage zur Förderung von Ökoenergieanlagen demnach nicht mehr steigen.

Im Jahr 2035 werde die sogenannte EEG-Umlage, mit der deutsche Stromkunden für die Förderung erneuerbarer Energieträger aufkommen, laut Agora-Berechnung bei voraussichtlich 2,66 Cent pro Kilowattstunde liegen, berichtete das Wochenmagazin weiter. Dies wären demnach 3,3 Cent weniger als bisher prognostiziert. Verbraucher würden so den Angaben zufolge im Jahr 2035 um rund 10,5 Mrd. Euro gegenüber ursprünglichen Prognosen entlastet. Derzeit liegt die Umlage bei 6,88 Cent.

Bis 2020 erwartet Agora laut dem Bericht allerdings noch einen Anstieg auf 7,9 Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten sinken demnach langfristig, weil bei der Genehmigung neuer Ökostromanlagen nun die Betreiber mit dem niedrigsten Förderbedarf den Zuschlag erhalten. "Wir sehen, dass die Auktionen wirken, aber nicht kurzfristig", sagte Agora-Chef Patrick Graichen der "Wirtschaftswoche".

APA/AFP
5
6
149574960004
401495796160

Fast 10 Mio. Beschäftigte im Erneuerbaren-Geschäft weltweit

Weiter zum Artikel
Abu Dhabi, 26.05.2017

Im Bereich Erneuerbare Energien haben im vergangenen Jahr weltweit rund 9,8 Millionen Menschen gearbeitet und damit 2,8 Millionen mehr als im Jahr 2012. Wie die Internationale Agentur für erneuerbare Energien (Irena) in ihrem Jahresbericht mitteilte, sorgten sinkende Kosten sowie Förderprogramme durch die Politik für mehr "Investitionen und Beschäftigung".

Im Solar- und Windsektor habe sich die Zahl der Beschäftigten in dem Zeitraum sogar "mehr als verdoppelt", teilte das in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässige Institut mit. Irena zufolge waren 2012 knapp 7 Millionen Menschen weltweit im Bereich Erneuerbare Energien beschäftigt.

China, Brasilien, die USA, Indien, Japan und Deutschland gehören dem Bericht zufolge zu den Ländern, die die meisten Jobs in dem Bereich bereitstellen.

Irena geht davon aus, dass die Zahl der Beschäftigten in dem Sektor bis 2030 bei weltweit 24 Millionen Menschen liegen wird.

APA/ag
6
7
149574960004
401495794480

Grüne warnen eindringlich vor Staatsziel Wirtschaftsstandort

Weiter zum Artikel
Wien, 26.05.2017

Die Grünen stellen sich vehement gegen die von SPÖ und ÖVP geplante Staatszielbestimmung zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes. Dies wäre eine Kehrtwende zurück ins fossile Zeitalter, warnte Umweltsprecherin Christiane Brunner am Freitag in einer Pressekonferenz. Die bereits verankerten Ziele Umweltschutz und der Nachhaltigkeit würden dadurch neutralisiert.

"Mit diesem Staatsziel werden Weichen völlig falsch gestellt", kritisierte Brunner. "Mit uns Grünen wird es ganz sicher keine Verfassungsbestimmungen, die zum Abbau von Klimaschutz, Umweltschutz und Bürgerrechten führen, geben."

Von Regierungsseite werde suggeriert, dass Klimaschutz und die Schaffung von Arbeitsplätzen einen Widerspruch darstellten. Es sei dies ein Argument aus den 1970-er Jahren, in denen die Bundesregierung mit ihrem nunmehrigen Schnellschuss offensichtlich hängengeblieben sei. Ähnlich negativ sieht sie die - zuletzt zurückgezogene - Gewerbeordnungsnovelle.

In Wirklichkeit handle es sich bei dem Staatsziel-Vorstoß wohl um eine "Lex Dritte Piste" angesichts des vom Bundesverwaltungsgericht (BVwG) aus Klimaschutzerwägungen abgelehnten Bauprojekts am Flughafen Wien-Schwechat. Dabei, so Brunner, hätten die Höchstgerichte ihre Entscheidung noch gar nicht getroffen, und eine neue Verfassungsbestimmung hätte hier gar keinen Einfluss: "Während dieser Abwägung jetzt voreilig Schlüsse zu ziehen, halte ich aus rechtsstaatlicher Sicht für höchst eigenartig und bedenklich."

Versprechungen von Regierungsseite zur Förderung umweltfreundlicher Technologien traut die Grüne nicht. Es gebe keinerlei Impulse Richtung Klimaschutz und Energiewende, dabei liege gerade hier angesichts des Pariser Abkommens - Stichwort Treibhausgasausstoß netto null bis 2050 - eine große Wachstumschance für die Wirtschaft.

APA
7
34
149557680008
801495612500

EVN durch Winterkälte und NEK-Effekt begünstigt

Weiter zum Artikel
Wien/Maria Enzersdorf, 24.05.2017

Der niederösterreichische Energieversorger EVN hat im ersten Geschäftshalbjahr 2016/17 (Oktober bis März) vom kalten Winter und einem Einmaleffekt in Bulgarien profitiert. Höhere Strom- und Gasabsätze sowie ein verstärkter Einsatz kalorischer Kraftwerke ließen den Umsatz um 9,4 Prozent auf 1,310 Mrd. Euro klettern, wobei das operative Ergebnis (EBIT) um 10 Prozent auf 319,6 Mio. Euro zulegte.

Das Konzernergebnis stieg im Jahresabstand um 23,1 Prozent auf 233,8 (189,9) Mio. Euro. Dabei resultierten rund 38 Mio. Euro davon aus einem außergerichtlichen Vergleich um Ökostromkosten mit der staatlichen bulgarischen Stromgesellschaft NEK im heurigen Februar. Dieser Positiveffekt soll in diesem Ausmaß auch das Konzernergebnis im Gesamtjahr 2016/17 über jenes des Vorjahres anwachsen lassen, erklärte das börsennotierte Unternehmen im Ausblick.

Im Halbjahr 2016/17 verzeichnete die EVN in ihren Märkten merklich kühlere Temperaturen, in Österreich lag die Heizgradsumme deutlich über dem Mehrjahresdurchschnitt. Für das Umsatzplus waren der Anstieg der Abrufe der thermischen Kraftwerke zur Netzstabilisierung in Österreich und dem süddeutschen Raum, temperaturbedingt höhere Strom- und Gasnetzabsätze in NÖ sowie eine ebenfalls temperaturbedingte Umsatzsteigerung in Südosteuropa maßgeblich. Weitere positive Impulse seien von Erneuerbaren sowie dem internationalen Umweltprojektgeschäft ausgegangen.

Deutlich mehr Strom erzeugt

Die EVN erhöhte im ersten Geschäftshalbjahr 2016/17 (Oktober bis März) seine Stromerzeugung im Jahresabstand um 22,5 Prozent auf 4.119 GWh, davon aus erneuerbarer Energie um 6,7 Prozent auf 1.031 GWh. Der Stromverkauf an Endkunden wuchs dagegen mit 1,8 Prozent auf 10.425 GWh kaum.

Beim Gasverkauf an Endkunden wurde ein kräftiges Plus von 11,5 Prozent auf 4.622 GWh erzielt, ebenso beim Wärmeverkauf an Endkunden, der um 12,7 Prozent auf 1.615 GWh zulegte. Aus dem um 9,4 Prozent auf 1,310 Mrd. Euro gestiegenen Umsatz erzielte die EVN ein operatives EBITDA von 481,1 Mio. Euro, um 13,9 Prozent mehr. Die EBITDA-Marge verbesserte sich leicht auf 36,7 (35,3) Prozent, die EBIT-Marge blieb mit 24,4 (24,3) Prozent gleich.

Der Aufwand für Fremdstrom und Energieträger stieg im Berichtszeitraum um 16 Mio. oder 2,8 Prozent auf 597,2 Mio. Euro. Auch die Fremdleistungen und der sonstige Materialaufwand wuchsen, und zwar um 56,5 Mio. oder 60,7 Prozent auf 167,9 Mio. Euro, wie die EVN im Vorfeld ihres Halbjahrespressegesprächs erklärte. Positiv auf das EBITDA habe der gestiegene Ergebnisanteil der at Equity einbezogenen operativen Unternehmen; so schrieb etwa die EVN-Tochter Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) voriges Jahr höhere Gewinne.

Verschuldungsquote verringert

Unverändert waren die planmäßigen Abschreibungen - die Effekte von 30,1 Mio. Euro betrafen vor allem eine schon im Erstquartal vorgenommene Wertminderung auf das bulgarische Wasserkraftwerksprojekt Gorna Arda. Das Finanzergebnis verbesserte sich durch positive Einmaleffekte im laufenden Jahr bzw. den Entfall des vorjährigen negativen WEEV-Ergebnisbeitrags um 14,2 Mio. bzw. 35,9 Prozent auf -25,4 Mio. Euro; in der WEEV hält die EVN ihre Verbund-Aktien. Die Eigenkapitalquote der EVN stieg von Ende September bis Ende März auf 45,6 (42,3) Prozent. Die Nettoverschuldung sank zugleich um 217,3 Mio. auf 904,1 Mio. Euro; dementsprechend reduzierte sich die Verschuldungsquote (Gearing) auf 30,3 (40,5) Prozent.

Zuletzt war die Bonitätseinstufung für die EVN von Moody's im April von A3 auf A2 mit stabilem Ausblick erhöht worden, ebenso verbesserte Standard & Poor's (S&P) das Rating von BBB+ auf A- (Ausblick stabil).

Der Mitarbeiterstand blieb im ersten Geschäftshalbjahr mit im Schnitt 6.845 (6.837) praktisch unverändert.

APA
8
45
149557680008
801495576800

Intelligente Stromzähler schalten die Kühltruhe ab

Weiter zum Artikel
Salzburg/Linz, 24.05.2017

   Netzbetreiber können zum Ausgleich von Schwankungen Geräte vorübergehend abschalten. Kunden sparen dabei.

   GERALD STOIBER SALZBURG, LINZ. Die Veränderungen in der Strombranche, die sich durch intelligente Zähler (Smart Meter) ergeben, gewinnen allmählich an Konturen. Die Netzbetreiber erwarten sich viel davon, denn durch mehr kleine private Photovoltaikanlagen und zunehmende Stromerzeugung aus Wind kommt es im Stromnetz zu stärkeren Schwankungen – und die müssen ausgeglichen werden. Dazu sollen Kunden künftig Anreize erhalten, ihren Stromverbrauch zu steuern, damit das Netz zu entlasten und etwas Geld zu sparen. Der Verbraucher gestaltet also den Strommarkt mit.

   Führend bei Smart Meter in Österreich ist die Energie AG in Oberösterreich. Dort haben bereits 55 Prozent der Haushalte intelligente Stromzähler, rund 350.000 Geräte sind installiert. Österreichweit schätzt die E-Control die Zahl auf 600.000, rund 2,5 Millionen fehlen noch. Bis 2020 hat sich Österreich vorgenommen, eine Abdeckung von 95 Prozent zu erreichen.

   Michael Frostel, Sprecher des landeseigenen Versorgers: „Wenn ich volatile erneuerbare Stromquellen haben will, muss ich das eben managen.“ Es gebe in unseren Breiten rund 1000 Stunden Sonne im Jahr, etwa doppelt so lang wehe ausreichend Wind, „aber 8760 Stunden im Jahr brauchen wir Energie“. Der Datenübertragung durch Smart Meter muss man nicht zustimmen. In dem Fall wird trotzdem ein Smart Meter installiert, er überträgt dann halt nur (praktisch wie das Ablesen bisher) ein Mal jährlich die Verbrauchsdaten und nicht jede Viertelstunde, wie Andreas Eigenbauer, Vorstand der E-Control, erklärt. Die Opt-out-Rate bei der Energie AG beträgt laut Frostel 0,8 Prozent.

   Seit eineinhalb Jahren hat die Energie AG den Tarif Smart Time, den laut Frostel rund 20.000 Kunden nutzen. Dabei kann der Kunde Zeiten wählen, in denen er für den Strom deutlich weniger zahlt. Zum Beispiel kostet der Strom bei der Variante „day & night“ von 19 Uhr bis 7 Uhr 3,95 Cent netto pro Kilowattstunde, tagsüber sind es 6,95 c/kWh. Der Nachtstrom kommt um 43 Prozent günstiger. Beim Modell „weekend“ ist der Strom von Freitag um 14 Uhr bis Sonntag um Mitternacht günstiger – um 48 Prozent.

   Künftig werde es auch Produkte beziehungsweise Tarifmodelle geben, bei denen bestimmte Kombinationen ausgeschlossen werden können, etwa das gleichzeitige Einschalten von Sauna und E-Herd, und mit Zustimmung des Kunden könnten auch bestimmte Geräte wie eine Tiefkühltruhe oder eine Wärmepumpe nachts kurzzeitig vom Netz genommen werden.

   Eigenbauer betont, sogenannte unterbrechbare Tarife kämen fix, teilweise gebe es sie schon. In der Industrie werde das vielfach schon genutzt. So würden Kompressoren für Druckluft oder Anlagen zur Kühlung zeitweise abgeschaltet, ohne dass die Produktionsabläufe beeinträchtigt würden.

"Salzburger Nachrichten" Nr. 120 vom 24.05.2017, Seite: 15, Ressort: Wirtschaft
9
26
149557680004
401495611780

oekostrom AG wächst weiter, mehr Dividende für Aktionäre

Weiter zum Artikel
Wien, 24.05.2017

Der Ökoenergie-Anbieter oekostrom AG wächst weiter und hat 2016 trotz des schlechten Windjahres Rekorde bei Umsatz und Gewinn erzielt. Die Aktionäre erhalten mehr Dividende. Heuer will man verstärkt Gaskunden gewinnen und sich damit in Richtung Vollversorger positionieren. Investiert wird vor allem in Windkraft. Erfolgreich verlaufen ist heuer eine Kapitalerhöhung über Crowdinvesting.

Die oekostrom AG zahlt seit zwei Jahren Dividenden. Für 2016 schlägt der Vorstand eine höhere Dividende von 2,75 Euro je Aktie vor, nach 2,00 Euro. "Wir wollen mittelfristig auf 4 Euro je Aktie kommen. Wenn sich die Zahlen weiterhin so gut entwickeln, sind wir guten Mutes, dass wir das schaffen", sagte oekostrom-AG-Finanzvorstand Lukas Stühlinger zur APA.

Die Kundenzahl hat sich im Vorjahr um 10.000 auf 56.000 erhöht, die verkaufte Strommenge um 37 Prozent, so Vertriebsvorstand Rene Huber. Die oekostrom AG setzt vermehrt auf Wärme aus erneuerbaren Energiequellen und verkauft seit November vergangenen Jahres auch Gas. Aktuell habe man 500 Wärmekunden, bis Jahresende sollen es 1.200 werden, so Huber. Das Erdgas stamme zu 100 Prozent aus Österreich. Beigemischt sei bei jedem Produkt Biogas, seit heuer habe man auch eines mit 100 Prozent Biogas im Programm. Erzeugt werde das Biogas in zwei Anlagen in Salzburg aus Wiesenschnitt und Abfallverwertung. Den Grundpreis in Höhe von 18 Euro verwendet die oekostrom AG für Maßnahmen zur Förderung der Windgastechnologie. Die Wärmeversorgung sei der größte Wachstumsmarkt, so Huber.

Heuer wolle man den Fokus auf Kundenbindung legen. Geplant sei etwa eine Kundenvorteilswelt, so Huber. Der Wettbewerb habe sich intensiviert. Wachsen will die oekostrom AG auch über Kooperationen. Die Kundenzahl soll bis 2019 auf 75.000 steigen. Die oekostrom AG sei bereits jetzt der größte unabhängige Energieversorger Österreichs, betonten die beiden Vorstände.

Die Kapitalerhöhung um 1 Mio. Euro wurde in Kooperation mit der Crowdinvesting-Plattform Conda durchgeführt und war innerhalb von 48 Stunden ausverkauft. 40 Prozent seien bei dieser "Bürgerbeteiligung 2.0" von bestehenden Aktionären gekauft worden, so Stühlinger. Es sei das erste Mal im deutschsprachigen Raum gewesen, dass Crowdinvesting für Aktien genutzt wurde. Aktuell habe die oekostrom AG knapp 1.900 Aktionäre. Der größte Anteilseigner, die WEB Windenergie, besitzt etwas über 5 Prozent. Heuer eingestiegen ist mit rund 3 Prozent die Familienstiftung der oberösterreichischen Umwelttechnikfirma Scheuch. Rund 845 Aktionäre hatten Ende vergangenen Jahres 11 bis 50 Aktien, rund 600 Aktionäre maximal 10 Aktien. Eine Aktie kostet aktuell rund 100 Euro.

Pilotanlage für Photovoltaik im Mehrfamilienhaus

Investieren will die oekostrom AG in den Windkraftausbau in Österreich, Deutschland und in anderen Nachbarländern wie etwa der Slowakei und auch in Photovoltaik. Vorgesehen und bereits genehmigt ist beispielsweise das Repowering des Windparks im burgenländischen Parndorf um rund 40 Mio. Euro. Dabei soll dann mit 7 statt bisher 13 Anlagen die Strommenge um das Zweieinhalbfache gesteigert werden. Die Realisierung hänge aber von der "kleinen" Ökostromgesetz-Novelle ab, so Stühlinger. Vorgesehen ist auch eine Pilotanlage für Photovoltaik im Mehrfamilienhaus. Die Voraussetzungen für Sonnenstrom-Anlagen im Mehrfamilienhäusern sollen ebenfalls in der geplanten kleinen Ökostromgesetz-Novelle geschaffen werden.

Im abgelaufene Geschäftsjahr hat die oekostrom AG beim Umsatz erstmals die 50-Mio.-Euro-Grenze überschritten. Der Umsatz stieg von 44,17 Mio. Euro auf 50,04 Mio. Euro. Mit einem Konzerngewinn (ohne Fremdanteile) von 562.000 Euro (plus 186.000 Euro) wurde der bisher beste Wert der Unternehmensgeschichte erzielt.

Das Windjahr 2016 sei wie bei anderen Unternehmen auch schlecht gewesen, die oekostrom AG sei um 10 Prozent unter Plan gelegen, so Stühlinger. Die Stromerzeugung verringerte sich auf 60 Gigawattstunden (GWh), nach 65 GWh im Jahr 2015. Die Eigenkapitalrendite lag bei rund 5,6 Prozent, Langfrist-Ziel sind 6 bis 8 Prozent (nach Steuern und Fremdanteil). Beschäftigt waren in der oekostrom AG stabil 38 Mitarbeiter.

APA
10
12
149557680004
401495611900

Shell-Aktionäre lehnen verbindliche Klimaschutzziele ab

Weiter zum Artikel
London, 24.05.2017

Umweltaktivisten sind am Widerstand der Shell-Aktionäre mit dem Vorhaben gescheitert, dem Öl- und Gaskonzern verbindliche Klimaschutzziele zu setzen. Den Antrag der Gruppe "Follow This" lehnten auf der Hauptversammlung rund 94 Prozent der Anteilseigner ab, die ihre Stimme abgaben. Etwa fünf Prozent enthielten sich.

Die Resolution sei unzumutbar, sagte Konzernchef Ben van Beurden. Shell erklärte, bindende Emissionsziele würden dem Unternehmen "die Hände fesseln" und es schwächen, weil es die Produktion und Umsätze senken müsste.

"Follow This" wollte erreichen, dass Shell jährlich Ziele zur Reduzierung des Ausstoßes klimaschädlicher Treibhausgase festsetzt und diese auch veröffentlicht. Van Beurden versprach, mit den Investoren sich weiter dafür einzusetzen, wie der Konzern seine Pläne zur Bekämpfung des Klimawandels transparenter machen könne. Seine Rede vor den Aktionären begann mit einer 30-minütigen Präsentation der Shell-Initiativen, die zur Senkung von Kohlenstoff-Emissionen beitragen sollen.

Auf der Hauptversammlung wurde auch über eine Erhöhung der Vergütung Van Beurdens um 60 Prozent entschieden. 93 Prozent der Aktionäre stimmten dafür.

APA/ag.
11
21
149557680004
401495611960

Energie aus Abfall: Energy Globe für Salzburger Firma

Weiter zum Artikel
Linz/Wien, 24.05.2017

Der Salzburger Zellulosehersteller Schweighofer Fiber, der organische Abfälle in Energie für 10.000 Haushalte umwandelt, ist in Linz mit dem Umweltpreis Energy Globe Austria ausgezeichnet worden. Unter den Spartensiegern sind mehrere E-Mobilitätsprojekte, die ökologische Wasserkraftnutzung an der Traisen sowie die laut Jury "energieeffizienteste Snowboard-Produktionsanlage der Welt".

Gesamtsieger Schweighofer Fiber produziert in Hallein Zellulose aus Fichtenholz. Die dabei anfallenden organischen Reststoffe werden durch einen speziellen Fermentationsprozess in Biogas verwandelt. Aus diesem gewinnt ein Blockheizkraftwerk Ökostrom und Fernwärme für ca. 10.000 Haushalte.

In den Kategorien Erde, Luft sowie Jugend wurden E-Mobilitätsinitiativen ausgezeichnet: Das steirische Forschungsprojekt "RE2BA" der Saubermacher Dienstleistungs AG (Erde) sucht nach Recyclingmöglichkeiten bei Batteriesystemen, um den Betrieb von E-Fahrzeugen billiger zu machen. Den Energy Globe Austria in der Sparte Luft erhielt die Österreichische Post, die in Wien pro Jahr 1.000 Tonnen CO2 einspart, seitdem sie auf elektrische Fahrzeuge setzt - 575 E-Bikes, 318 E-Mopeds sowie 420 Elektroautos sind in ihrem Dienst unterwegs. Der Jugendpreis ging an das HTL-Racing Team aus Salzburg, dessen Elektrofahrzeug "Scorpion" mittlerweile eine Reichweite von 100 Kilometer pro kWh erreicht.

Die Kärntner Firma CAPITA MFG GmbH holte sich mit ihrem neuen Snowboard-Werk den Award in der Kategorie Feuer: Es spart gegenüber früher 65 Prozent an Energie ein, der Rest kommt aus erneuerbaren Quellen. In der Sparte Wasser fiel die Wahl der Jury auf die "ARGE Kraftwerke Unteres Traisental" in Niederösterreich. Hier haben 54 Kraftwerksbetreiber wesentliche Effizienzsteigerungen umgesetzt und gemeinsam die ökologische Situation am Fluss stark verbessert. Ein weiterer Preis wurde in der Kategorie "Sustainable Plastics" vergeben: Im Rahmen des ausgezeichneten Projektes "K-CSI" wurde in Workshops an Schulen und im Kindergarten der Lebenszyklus von Plastik praxisnah vermittelt. 550 Kinder, Jugendliche, Eltern und Pädagogen nahmen teil.

Nach dem österreichischen Energy Globe folgen in den kommenden Wochen nationale Verleihungen in insgesamt 178 Ländern, womit der Umweltpreis laut Veranstaltern der weltweit bedeutendste ist. Die Verleihung der World Awards findet am 15. Jänner im Milad Tower in Teheran statt.

Service: www.energyglobe.at

APA
12
13
149557680004
401495612140

SBO - Umsatz und Aufträge ziehen kräftig an

Weiter zum Artikel
Wien/Ternitz, 24.05.2017

Für den niederösterreichischen Ölfeldausrüster SBO hat 2017 nach zwei Verlustjahren gut begonnen: Umsatz und Auftragseingänge haben kräftig zugelegt, der Verlust konnte deutlich eingedämmt werden. "Der Abschwung am Ölmarkt scheint nun endlich zu Ende zu sein", meint Vorstandschef Gerald Grohmann. Ob sich heuer bereits die Rückkehr in die Gewinnzone ausgehen wird, "ist noch verfrüht zu sagen".

Der Umsatz von Schoeller-Bleckmann stieg im ersten Quartal gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 28,5 Prozent auf 60,1 Mio. Euro, der Auftragseingang legte um 72 Prozent auf 69,9 Mio. Euro zu. "Nach zwei heftigen Krisenjahren dreht die Branche nun langsam in die richtige Richtung", sagte Grohmann am Mittwoch zur APA. "In Nordamerika ist 50 Dollar offensichtlich schon ein Ölpreis, wo die Aktivität wieder anspringt, und zwar deswegen, weil die Nordamerikaner es in diesen zwei Jahren der Krise verstanden haben, durch Effizienzsteigerungen und neue Technologien - wo auch wir einen Beitrag geleistet haben - den Break-Even-Level runterzudrücken."

Die Nachfrage im Mittleren Osten und Russland sei weiterhin stark, "aber das war ja durch die ganze Krise der letzten zwei Jahre so gegeben, dass dort auf hohem Niveau weiter gefördert wurde". International werde man wohl einen Ölpreis von 55 bis 60 Dollar benötigen, um die Nachfrage der Ölförderer wieder ansteigen zu lassen. Heute notierte die Nordseesorte Brent in der Früh bei 54,16 US-Dollar, ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete 51,46 US-Dollar.

OPEC-Treffen am Donnerstag

Einiges hängt vom OPEC-Treffen am Donnerstag in Wien ab, wo die erdölexportierenden Länder die im November beschlossene Drosselung der Ölförderung wohl verlängern oder sogar noch kürzen dürften. "Ich glaube, wenn es zu dieser Förderdrosselung kommt, wird sich der Ölpreis etwas über 50 Dollar stabilisieren, das haben wir in der Vergangenheit schon gesehen", sagte Grohmann. Für heuer erwarte die Internationale Energieagentur (IEA) eine Nachfragesteigerung von 1,3 Mio. Barrel pro Tag. "Das ist guter Durchschnitt, und dann sollten auch die Läger, die doch noch relativ voll sind, langsam abgebaut werden. All das zusammen sollte zu einer Stabilisierung der Ölmärkte führen."

In den vergangenen zwei Jahren hatte Schoeller-Bleckmann seine Belegschaft drastisch reduziert - 40 Prozent machte der Einschnitt insgesamt aus, in Österreich gingen seit Ende 2014 rund 30 Prozent der Jobs verloren. Dieser Trend ist vorerst gestoppt, der Mitarbeiterstand hat sich zuletzt von 1.200 auf 1.236 leicht erhöht. "Speziell in Nordamerika beginnen wir punktuell wieder Leute aufzunehmen", sagte der SBO-Chef. Für spürbare Personalaufstockungen sei es aber noch zu früh. "In jenen Bereichen, die sehr stark dem internationalen Geschäft verhaftet sind, kommen wir mit der aktuellen Mannschaft durch."

Kurzarbeit am Standort Ternitz

Am Standort Ternitz in Niederösterreich wird nach wie vor kurzgearbeitet. "Die Kurzarbeit läuft jetzt einmal bis Ende Juli, da haben wir noch etwas Zeit uns zu überlegen, ob wir sie verlängern oder nicht. Das werden die nächsten Wochen entscheiden." Die in guten Jahren gefüllten Überstundentöpfe seien inzwischen leer, "nachdem die vergangene Krise länger gedauert hat als alle davor". Das flexible Arbeitszeitmodell bei SBO "hilft uns, ein Krisenjahr gut zu überstehen, ohne dass wir Schlüsselpersonal kündigen müssen. Diesmal hat die Krise zwei Jahre gedauert."

Nach möglichen Zukäufen sieht sich Grohmann laufend um. "Unser Cashbestand ist weiterhin sehr hoch, wir hatten zum Quartalsende fast 190 Millionen Euro." Die Nettoverschuldung betrug 54,9 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote 52,6 Prozent. Akquisitionen wären also möglich, aktuell habe man aber nichts am Radar, sagte Grohmann.

An den operativen Ergebniszahlen für das erste Quartal war die Erholung schon abzulesen: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) drehte von -4,8 Mio. auf 7,2 Mio. Euro ins Plus. Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich von -16,9 Mio. im ersten Quartal 2016 auf -5,8 Mio. Euro im ersten Quartal 2017, das Ergebnis vor Steuern von -20,2 Mio. auf -6,3 Mio. Euro. Unterm Strich stand aber immer noch ein Minus: Das Ergebnis nach Steuern betrug -4,9 Mio. Euro, nach -15,0 Mio. Euro im Startquartal 2016.

Die Anleger haben vor allem die hohen Auftragseingänge wohlwollend zur Kenntnis genommen, der Kurs der SBO-Aktie zog bis 9.30 Uhr um 4,94 Prozent auf 68,20 Euro an.

APA
13
15
149557680004
401495614600

Vertrag von OMV-Chef Seele um zwei Jahre verlängert

Weiter zum Artikel
Wien, 24.05.2017

Der OMV-Aufsichtsrat hat die Verträge von Vorstandschef Rainer Seele und E&P-Vorstand Johann Pleininger wie vorgesehen um zwei Jahre verlängert. Seeles Vertrag läuft nun bis 30. Juni 2020, jener von Pleininger bis 31. August 2020. Darüber hinaus sei Pleininger per 1. Juli 2017 zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bestellt worden, teilte die OMV mit.

Rainer Seele (56) ist seit 1. Juli 2015 Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der OMV. Die Verlängerungsoption war im ursprünglichen Vertrag vorgesehen, ebenso bei Johann Pleininger (55), der seit 1. September 2015 für den Bereich Upstream (Exploration & Produktion) verantwortlich ist.

"Die positive Entwicklung der OMV ist das Ergebnis der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens durch den Vorstand", erklärte OMV-Aufsichtsratspräsident Peter Löscher laut Aussendung. "Der Aufsichtsrat freut sich auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem Vorstandsvorsitzenden Rainer Seele und den weiteren Mitgliedern des OMV Vorstands."

APA
14
38
149557680004
401495576800

Solarstrom stellt Prognosen in den Schatten

Weiter zum Artikel
Wien, 24.05.2017

Größte Preisdegression aller erneuerbaren Energien – Branche fordert neuen Rahmen

   Wien – So teuer wie Solarstrom war bis vor wenigen Jahren kaum eine andere Form der Energiegewinnung. Das hat sich dramatisch geändert. Die Preise von PV-Modulen sind zwischen 2008 und 2015 um 68 Prozent gefallen. „Es gibt keinen Bereich mit einer vergleichbar starken Preisdegression,“ sagte Hans Kronberger, Präsident des Interessenverbands Photovoltaic Austria, dem STANDARD.

   Er gehe davon aus, dass Strom in Zukunft ausschließlich aus sauberen Quellen bezogen wird. Das habe nicht nur ökologische Gründe: Je höher der Anteil von erneuerbaren Energien im Strommix, desto weniger fällt von dem klimaschädigenden Kohlendioxid (CO2) an. Dafür sprächen vor allem ökonomische Gründe. Kronberger: „Auf Dauer gesehen ist Photovoltaik am günstigsten. Die Sonne scheint gratis, der Preisverfall bei den Modulen ist rascher und stärker gewesen, als selbst ich gedacht habe, und es wird noch billiger.“

   Dennoch seien Änderungen nötig, um den Erfolg nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Erste Schritte könnten mit der kleinen Novelle zum Ökostromgesetz gemacht werden, die nun aber Opfer der Regierungskrise zu werden droht. Während die Windbranche auf zusätzliche Mittel zum Abbau der Warteschlange von bereits genehmigten, aber ohne Vertrag dastehenden Projekten drängt und Biogasbauern auf Anschlussfinanzierungen oder Ausstiegshilfen hoffen, schreit die Solarbranche nicht nach mehr Geld.

   „Wir wollen nur, dass die Bestimmungen, die mit der Novelle 2012 in Kraft getreten sind, angepasst werden,“ sagte Kronberger.

   Derzeit orientiert sich die Photovoltaik-Förderung an der installierten Leistung und daran, was ins Netz eingespeist wird; der zunehmend stärkere Eigenverbrauch bleibt unberücksichtigt. Statt der vorgesehenen acht Millionen Euro kämen deshalb nur sechs Millionen zur Auszahlung; aufsummiert auf 13 Jahre Förderung seien es 26 Millionen Euro, die der Branche verlorengingen.

   Das ließe sich laut Kronberger „mit einem Federstrich“ beheben. Gleichzeitig könnte man Personen in Mehrparteienhäusern die Möglichkeit geben, Strom aus hauseigenen Erzeugungsanlagen zu nutzen. Längerfristig sei eine einmalige Anschubfinanzierung in Form einer Investitionsprämie sinnvoller als die derzeitige Tarifförderung, meint Kronberger.

   In Österreichs Photovoltaikbranche sind rund 3000 Mitarbeiter beschäftigt, darunter etwa 200 bei den drei Herstellern von Solarmodulen – Kiotosolar in St. Veit / Glan, PVT aus Neudorf im Weinviertel, die inzwischen zusammengehören, und Energetica in Klagenfurt.

Günther Strobl

"Der Standard" vom 24.05.2017, Seite: 15, Ressort: Wirtschaft
15
24
149557680004
401495616580

Innovativer Fischaufstieg spart Wasser für Energiegewinnung

Weiter zum Artikel
Wöllersdorf/Kirchdorf, 24.05.2017

Ein Forschungsprojekt der Universität für Bodenkultur und des Beton-Fertigteilherstellers MABA ermöglicht Fischen und anderen Wasserlebewesen künftig einen fast barrierefreien Aufstieg bei Wehranlagen. Gleichzeitig zweigen die neuen Bauten deutlich weniger Wasser ab - das sonst bei der Energiegewinnung fehlen würde - als herkömmliche Fischtreppen, wie das Unternehmen informierte.

Laut einer EU-Richtlinie müssen bei Wehren oder Hochwasserschutzbauten sogenannte Wanderanlagen für Fische und andere Wasserbewohner errichtet werden, da die Tiere die Staustufe sonst nicht passieren könnten. Sie bestehen üblicherweise aus einer Abfolge von vertikal angeordneten Schlitzen und Becken. Nachteil: Der hohe Wasserdurchfluss mit vielen Turbulenzen mindert die Rentabilität des Kraftwerks und erschwert schwächeren Schwimmern das Fortkommen.

Die zur Kirchdorfer-Gruppe gehörende MABA Fertigteilindustrie und das Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und konstruktiven Wasserbau der Universität für Bodenkultur in Wien arbeiten daher seit Jahren an Alternativen. Herausgekommen ist der "enature Fishpass", ein "entschleunigter" Wasserweg in Fertigteilbauweise. In Rottau-Mühldorf an der Möll in Kärnten entstand beispielsweise eine 435 Meter lange Aufstiegshilfe mit über 100 Becken und elf Kehren, die das Gefälle deutlich mindern und zugleich als Ruhe- und Laichzonen fungieren. Es fließt ein gutes Drittel weniger Wasser als bei herkömmlichen Anlagen. Insgesamt wurden mittlerweile mehr als 40 dieser beinahe barrierefreien Fischaufstiege in Österreich, Südtirol, Bayern und in der Schweiz installiert.

Das Forschungsprojekt von MABA und Boku, das noch bis Jahresende läuft, hat mithilfe einer eigens entwickelten videobasierten Fischerkennungssoftware dokumentiert, dass die Fische die Anlage finden und den Aufstieg bewältigen. Das gilt sowohl für mehr als einen Meter lange Welse und Huchen als auch für unerfahrene Jungtiere.

APA
16
4
149557680004
401495626120

Burgenland Holding mit höherem Periodenergebnis

Weiter zum Artikel
Eisenstadt/Wien, 24.05.2017

Aufgrund der gestiegenen Dividendenausschüttung der Energie Burgenland hat die börsennotierte Burgenland Holding im ersten Halbjahr 2016/17 einen höheren Gewinn ausgewiesen. Der Holding gehören 49 Prozent am Energieversorger. Das Periodenergebnis belief sich per Ende März auf 10,2 Mio. Euro, nach 9,2 Mio. Euro im Vergleichszeitraum.

Der Betriebserfolg blieb mit -117.500 Euro etwa auf dem Niveau des Vergleichszeitraumes. Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit einem Jahresergebnis "deutlich" über dem Niveau des Vorjahres. Die Dividendenausschüttung belief sich auf 3,15 Euro je Aktie. Die Beteiligungserträge stiegen so im ersten Halbjahr 2016/17 um 10,8 Prozent auf 10,3 Mio. Euro.

Die Energie Burgenland hat den Umsatz im ersten Quartal 2016/17 leicht um 1,8 Prozent auf 86,7 Mio. Euro gesteigert. Grund dafür sind eine gestiegene Produktionsleistung der Windanlagen und höhere Netzerlöse im Strombereich. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit steigerte sich um 22,7 Prozent auf 15,7 Mio. Euro. Die Energie Burgenland hatte im ersten Quartal 2016/17 mehr Strom und Erdgas verkauft, geht aus dem Geschäftsbericht der Burgenland Holding hervor.

Mehrheitsaktionär der Burgenland Holding ist die niederösterreichische EVN mit fast 74 Prozent. Über zehn Prozent werden vom Verbund und zwischen fünf und zehn Prozent von der Wien Energie gehalten. Der Rest ist im Streubesitz.

APA
17
3
149557680004
401495626300

Signale: OPEC will Produktionskürzung verlängern

Weiter zum Artikel
Wien, 24.05.2017

Die OPEC und weitere wichtige Ölförderstaaten wollen voraussichtlich auch in nächster Zukunft die Förderung von Rohöl drosseln, um damit den Preis möglichst in die Höhe zu treiben. Dies wurde im Vorfeld des halbjährlichen Treffens der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) am Donnerstag in Wien deutlich.

Saudi-Arabien und Russland sowie weitere Ölproduzenten hatten sich dafür ausgesprochen, die seit Jahresanfang geltende Kürzung der Förderung um neun Monate bis zum Frühjahr 2018 zu verlängern. Die 13 Mitgliedsstaaten des Öl-Kartells sowie wichtige Nicht-OPEC-Länder wollen als demonstratives Zeichen ihrer ungewöhnlichen Allianz am Ende des Treffens gemeinsam ihre Beschlüsse mitteilen.

Das bisherige Übereinkommen war zunächst für sechs Monate vereinbart worden. Es sah vor, die tägliche Ölproduktion um insgesamt fast 1,8 Millionen Barrel (je 159 Liter) zu kürzen. Allein das Kartell, allen voran Saudi-Arabien, hatte die Tagesförderung um 1,2 Millionen Barrel auf 32,5 Millionen Fass reduziert.

Die von den Ölnationen erhoffte Wirkung ist aber weitgehend ausgeblieben. Zwar war der Ölpreis anfänglich um bis zu 15 Prozent gestiegen. Aber inzwischen hat er sich mit etwas mehr als 50 Dollar (rund 45 Euro) pro Fass wieder auf dem Niveau zum Zeitpunkt des Beschlusses eingependelt. Damit ist Rohöl nur etwa halb so teuer wie zu den für die Ölstaaten so lukrativen Spitzenzeiten. 2011 bis 2014 pendelte der Preis um die 100-Dollar-Marke.

Überangebot auch durch Schieferöl-Konkurrenz

Grund für die Preisdelle war das Überangebot auf dem Weltmarkt auch durch die Schieferöl-Konkurrenz aus den USA. Eine preistreibende Wirkung wird auch von den neuerlichen OPEC-Beschlüssen von Analysten eher nicht erwartet. Brasilien und Länder Westafrikas werden Anfang 2018 mit neu erschlossenen Ölfeldern auf den Markt drängen.

Was die Öl-Multis ärgert, freut die Verbraucher. "Die Autofahrer tanken im langjährigen Vergleich relativ günstig", sagte Alexander von Gersdorff, Sprecher des deutschen Mineralölwirtschaftsverbands. Im Sommer 2015 kostete Benzin pro Liter an einer der rund 14.500 Tankstellen der Bundesrepublik noch etwa 1,50 Euro. Aktuell zahlen die Deutschen etwas mehr als 1,30 Euro.

Die OPEC liefert ein Drittel des weltweiten Bedarfs an Öl. Sie verfügt außerdem über die größten bekannten Reserven. Vor allem das von Armut und Misswirtschaft gebeutelte Venezuela hat immense Vorkommen. Das Kartell wurde 1960 in Bagdad von Saudi-Arabien, dem Iran, dem Irak, Kuwait und Venezuela gegründet.

APA/dpa
18
11
149557680004
401495626360

Österreichische Technik hilft Ägyptens Stromversorgung

Weiter zum Artikel
Kairo/Wien, 24.05.2017

Der Siemens-Konzern errichtet derzeit in Ägypten mit lokalen Partnern drei Gaskraftwerke, Windparks und Verteilstationen um rund 8 Mrd. Euro. Ägypten setzt große Hoffnungen in das "Megaprojekt" - es soll Strom für 45 Millionen Menschen erzeugen und über ein stabilisiertes Verteilnetz Blackouts verhindern. Mit dabei ist österreichische Transformator-Technik aus dem Werk im oststeirischen Weiz.

Parallel zum Besuch von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) in Ägypten, der in Kairo auch Fragen der gegenseitigen wirtschaftlichen Zusammenarbeit bespricht, sind bereits einige Kraftwerkseinheiten mit Transformatortechnik aus Weiz in Betrieb gegangen. Siemens Weiz liefert 24 große Transformatoren. Ihre neue Heimat haben die per Schiff ins Nil-Land transportierten Trafos im Projekt "New Capital", in Burullus am Mittelmeer östlich von Alexandria sowie in Beni Suef am Nil, knapp 200 Kilometer südlich von Kairo.

"New Capital" soll die mit fünf Millionen Einwohnern konzipierte neue administrative Hauptstadt Ägyptens - rund 50 Kilometer östlich Kairos - versorgen und den Großraum der ägyptischen Metropole energiemäßig entlasten. Hier wird mitten in der Wüste ein anspruchsvolles Gas- und Dampfturbinenkraftwerk mit 4,8 Gigawatt (GW) errichtet. Die Kühlung erfolgt mangels Wasser mit sogenannten Wet Cooling Towers. Die besondere Herausforderung in Beni Suef - hier entsteht am Nil ein Kraftwerk derselben Leistung - war es, eine Geländestufe abzutragen und Teile der Anlage hineinzubauen. In Burullus wiederum musste der Untergrund erst mit Hunderten Betonstelzen gesichert werden. Sowohl in Brullus als auch in Beni Suef besteht die Herausforderung darin, das dem Meer bzw. Nil entnommene Wasser gesäubert und gekühlt zurückzugeben. Deshalb wurden vier große Klär- und Abkühlbecken errichtet.

Sherif Kotb, stellvertretender Direktor des Mega-Projekts, sagte bei einem Baustellen-Besuch, mithilfe der neuen Kraftwerke und Verteilstationen werde Ägypten künftig in der Lage sein, Blackouts zu verhindern. Im September 2014 hätte nicht viel gefehlt und die ägyptische Stromversorgung wäre wegen Verteilproblemen zusammengebrochen - eine Katastrophe für Industrie, Gewerbe und die Bevölkerung. Besonders stolz ist man bei Siemens und den ägyptischen Partnern, den Konzern Orascom und El Sewedy, auf die kurze Errichtungszeit: Mit Beginn im Frühjahr 2016 sei man in der geplanten Rekordzeit unterwegs, der letzte Kraftwerksblock werde - wenn es so weitergeht - Mitte bis Herbst 2018 am Netz sein - mit einer Gesamtleistung von 14,4 GW. Dazu kommen noch Windparks im Jiltal und am Roten Meer, die mehrere hundert MW bereitstellen sollen.

APA
19
11
149557680004
401495630080

Sloweniens Präsident zeigt Verständnis für AKW-Sorgen

Weiter zum Artikel
Ljubljana/Wien, 24.05.2017

Der slowenische Präsident Borut Pahor zeigte Verständnis für die "vollkommen legitime Sorge" Österreichs um die Sicherheit des slowenischen Atomkraftwerks Krsko. "Wer, wenn nicht am meisten wir, ist an der Sicherheit des Kernkraftwerkes interessiert", sagte Pahor bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

Bei den Gesprächen der beiden Präsidenten war auch die geplante Laufzeitverlängerung des Kernkraftwerks, die in Österreich auf Widerstand stößt, ein Thema. "Österreich legt Wert darauf, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung gemacht wird", betonte Van der Bellen mit Blick auf die Pläne, die Laufzeit des Atommeilers bis 2043 zu verlängern.

Pahor versicherte indes, dass sich Slowenien bei dem grenzüberschreitenden UVP-Verfahren an die internationalen und EU-Regeln halten werde. Die slowenische Umweltagentur (ARSO) hat heuer im Februar beschlossen, dass bei den Plänen für die Verlängerung der Lebensdauer des AKW Krsko von 40 auf 60 Jahre bis 2043 keine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig sei. "Diese Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig", betonte der slowenische Präsident.

Die Präsidenten lobten unterdessen den Informationsaustausch über das Kernkraftwerk zwischen Slowenien und den zuständigen Behörden in Österreich.

Gegen die Entscheidung der Umweltagentur legten im Mai mehrere slowenische Umweltorganisationen eine Beschwerde ein. Sie protestieren gegen den Beschluss, dass die Laufzeitverlängerung kein UVP-Verfahren braucht. "Damit wird die Teilnahme der Öffentlichkeit sowohl in Slowenien als auch in den Nachbarländern ausgeschlossen", lautet die Kritik. Über die Beschwerde wird das Umweltministerium entschieden.

Österreich gegen Laufzeitverlängerung

In Österreich haben sich neben den Umweltgruppen auch die Länder Kärnten und Steiermark schon vor geraumer Zeit gegen die Laufzeitverlängerung ausgesprochen. Kärnten kündigte vor zwei Jahren an, in einem von Slowenien noch einzuleitenden grenzüberschreitenden UVP-Verfahren alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Verlängerung zu verhindern.

Die Kärntner FPÖ forderte am Mittwoch erneut, dass "diese tickende Zeitbombe Krsko" ehestmöglich geschlossen werde. Krsko sei das Kraftwerk mit dem höchsten Erdbebenrisiko in ganz Europa. Alles andere als die Schließung sei "ein Spiel mit dem Leben der Österreicher und der Zukunft Mitteleuropas", betonte der Kärntner FPÖ-Obmann Gernot Darmann laut einer Mitteilung. Er rief den Bundespräsidenten auf, Kärnten im Kampf gegen das "veraltete und störanfällige" AKW Krsko zu unterstützen.

Das AKW Krsko, das in Slowenien in der Nähe der Grenze mit Kroatien liegt, wurde noch in Ex-Jugoslawien gebaut und ist seit 1983 in Betrieb. Heute gehört es jeweils zur Hälfte Slowenien und Kroatien. Die Anlage sollte eigentlich 2023 abgeschaltet werden, doch vor zwei Jahren wurde einen Weiterbetrieb vereinbart. Für Sorgen sorgt neben dem Alter der Anlage auch deren Lage in einer für Erdbeben anfälligen Region.

APA
20
10
149557680004
401495632360

Auch Energiekonzern Dong verkauft Kohle- und Gasgeschäft

Weiter zum Artikel
Stockholm, 24.05.2017

Der dänische Energiekonzern Dong verkauft sein Kohle- und Gasgeschäft für umgerechnet rund 935 Mio. Euro an die Schweizer Ineos-Gruppe. Damit sei die Umwandlung von Dong in ein ausschließlich auf erneuerbare Energien ausgerichtetes Unternehmen gelungen, teilte Dong-Chef Henrik Poulsen mit.

Dong Energy hatte im vergangenen Jahr beschlossen, sich auf die Produktion von Windstrom zu konzentrieren. Ineos ist eine Gruppe chemischer Betriebe mit Sitz in der Schweiz.

Dong Energy ist der weltgrößte Betreiber von Windparks auf See. 2016 schrieb der Konzern erstmals seit mehreren Jahren wieder schwarze Zahlen. Das Unternehmen war im Juni des vergangenen Jahres an die Börse gegangen. Es ist aber immer noch zu 50,1 Prozent in der Hand des dänischen Staates.

APA/ag.
21
40
149549040008
801495534440

Trump will Öl-Notstandsreserven halbieren

Weiter zum Artikel
Washington, 23.05.2017

US-Präsident Donald Trump will die Hälfte der für Notfälle eingelagerten Öl-Reserven verkaufen und Bohrungen im Naturschutzgebiet in Alaska zulassen. Das sehen Pläne zum Ausgleich des Staatshaushalts in den nächsten zehn Jahren vor, wie aus Regierungsunterlagen hervorgeht. Der Haushaltsplan soll am Dienstag dem Kongress übergeben werden.

Der Budget-Vorschlag ist lediglich ein Entwurf, zeigt aber das Ziel der US-Regierung auf, die Energieleistung in den USA auszubauen. Die Ankündigung kam für die Märkte überraschend und drückte die US-Rohöhlpreise auf nur noch knapp über 50 Dollar (44,5 Euro) pro Barrel. Der Vorschlag steht den Bemühungen der OPEC entgegen, mittels einer Förderbremse den Ölpreisverfall aufzuhalten.

Der US-Budgetplan sieht erste Verkäufe aus den Reserven ab dem kommenden Haushaltsjahr vor, das am 1. Oktober beginnt. 2018 soll die Auflösung der Reserven zunächst etwa 500 Millionen Dollar bringen, wie aus den Unterlagen hervorgeht. Geplant ist eine Steigerung der Verkäufe. Insgesamt geht die Regierung von 2018 bis 2027 von Einnahmen in Höhe von 16,6 Milliarden Dollar aus. Bohrungen im größten US-Naturschutzgebiet sollen in dieser Zeit weitere 1,8 Milliarden Dollar in die Haushaltskasse spülen.

OPEC will Öl-Förderbremse verlängern

Die Pläne wurden kurz nach Trumps Besuch in Saudi-Arabien bekannt, das die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) dominiert. Das Ölkartell strebt eine Verlängerung der Öl-Förderbremse an, um die Preise weiter zu stabilisieren. Vor der OPEC-Sitzung am Donnerstag laufen die Bemühungen um eine gemeinsame Position zur Verlängerung der Förderbremse auf Hochtouren.

Die strategischen Erdölreserven der USA sind die größten der Welt. In den US-Bundesstaaten Louisiana und Texas werden 688 Millionen Fass Erdöl in streng bewachten unterirdischen Lagerkavernen vorgehalten. Die Öl-Reserve war 1975 vom US-Kongress angeordnet worden, aus Sorge vor langfristig steigenden Benzinpreisen und negativen Folgen für die US-Wirtschaft nach dem arabischen Öl-Embargo.

APA/ag.
22
23
149549040004
401495527180

Irak und Saudi-Arabien einig über längere Öl-Förderbremse

Weiter zum Artikel
Bagdad, 23.05.2017

Vor der OPEC-Sitzung am Donnerstag verdichten sich die Hinweise auf eine Verlängerung der Öl-Förderbremse, mit der die Produzenten gegen sinkende Preise vorgehen wollen.

Der irakische Öl-Minister Jabar Ali al-Luaibi sagte auf einer Pressekonferenz in Bagdad im Beisein seines saudischen Amtskollegen Khalid al-Falih, beide Länder stimmten darin überein, die Kappung der Förderung um weitere neun Monate beizubehalten. Schon in der vergangenen Woche hatten Saudi-Arabien und Russland gemeinsam erklärt, den Rohstoff weiterhin nur im beschränkten Umfang fördern zu wollen.

Die von Saudi-Arabien dominierte Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) und andere Ölproduzenten unter Führung Russlands hatten Ende 2016 vereinbart, im ersten Halbjahr 2017 die Förderung um knapp 1,8 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) am Tag zu reduzieren.

Öl der Sorte Brent aus der Nordsee kostete am Montagabend mit 53,93 Dollar pro Fass 0,6 Prozent mehr als am Freitag. Im Tagesverlauf war der Preis allerdings zeitweise bis auf 54,37 Dollar gestiegen. US-Leichtöl WTI verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 50,70 Dollar.

APA/ag.
23
44
149549040004
401495527240

Neue Energiequelle: China bohrt nach "brennbarem Eis"

Weiter zum Artikel
Peking, 23.05.2017

China ist nach eigenen Angaben zum ersten Mal der Abbau von "brennbarem Eis" gelungen, einer Ressource, die tief im Meeresboden lagert und als neue vielversprechende Quelle zur Gewinnung von Erdgas gehandelt wird. Nach dem Stoff, der eigentlich Methanhydrat heißt, sei im Südchinesischen Meer in einer Tiefe von 1.266 Metern gebohrt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua.

Seit Ende März konnten bei den Tests demnach täglich durchschnittlich 16.000 Kubikmeter Gas gefördert worden. Methanhydrat ist, vereinfacht gesagt, nichts anderes als Eis mit dem Gas Methan darin. Wegen der geringeren Temperatur und eines hohen Drucks am Meeresgrund bilden die Wassermoleküle Käfige, in denen die Methanmoleküle gefangen sind. Hält man ein Feuerzeug an die weißen Klumpen, die etwa auch in der Arktis oder im gefrorenen Boden des tibetischen Plateaus in großen Mengen vermutet werden, fangen sie an zu brennen. Daher auch der Spitzname "brennbares Eis".

Experten gehen davon aus, dass auf der gesamten Welt etwa zehn Mal soviel Gas in Methanhydrat schlummert wie in den herkömmlichen Erdgasquellen, die bisher bekannt sind.

Jiang Daming, Chinas Minister für Ressourcen, nannte die erfolgreichen Bohrungen "einen großen Durchbruch", der "zu einer weltweiten Energierevolution führen könnte". Ganz so weit wollen Wissenschafter noch nicht gehen. "China hat ein sehr ehrgeiziges Programm zu diesen Hydraten. Ob das der große Durchbruch ist, muss sich aber noch zeigen", sagte Gerhard Bohrmann vom Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) in Bremen.

Noch kein kommerzieller Abbau

Auch Japan habe bereits 2013 Erdgas aus Methanhydrat vom Meeresgrund gewonnen. Von einem kommerziellen Abbau sei trotz großer Ankündigungen bisher jedoch noch nichts zu sehen. Technisch sei dies eine Herausforderung, weil das Methangas kontrolliert aus seinem Käfig aus Wassermolekülen befreit werden muss. Hierzu würden zunächst Löcher in die Hydrat-Schichten am Meeresgrund gebohrt. Mit Hilfe von Pumpen würde dann der Druck gesenkt, wodurch das Gas entweichen kann.

Bei Umweltschützern stoßen Versuche, Methanhydrat als Ersatz für Öl und herkömmliches Erdgas auszubeuten, auf wenig Begeisterung. Die Erschließung immer neuer fossiler Energiequellen stehe dem Ziel entgegen, die erneuerbaren Energien schnell voranzubringen, heißt es etwa bei der Umweltstiftung WWF.

Das treffe laut dem Geologen Bohrmann zwar zu. Bezogen auf den gleichen Energiegehalt werde bei der Verbrennung von Erdgas jedoch weniger Kohlendioxid (CO2) freisetzt als bei der Verbrennung von Kohle oder Heizöl, was den Klimazielen zugutekomme.

Asiatische Länder wie China und Japan, aber auch Indien und Südkorea setzen große Hoffnungen auf Methanhydrat, weil sie selbst über wenig oder keine Öl-Vorkommen verfügen. China und viele seiner Nachbarstaaten streiten seit Jahren über Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer. Peking beansprucht die gesamte Region sowie die Rohstoffe unter der Meeresoberfläche für sich.

APA/dpa
24
27
149549040004
401495529880

EU-Untersuchung gegen GE wegen Windkraft-Übernahme

Weiter zum Artikel
Fairfield (Connecticut)/Brüssel, 23.05.2017

Die Europäische Kommission hat einem Medienbericht zufolge eine Untersuchung gegen den US-Industriekonzern General Electric (GE) eingeleitet wegen mutmaßlicher Täuschung bei der Übernahme eines dänischen Windenergie-Unternehmens.

Die Wettbewerbshüter prüften, ob die Amerikaner den EU-Vertretern, die das Geschäft unter die Lupe nahmen, irreführende Informationen gegeben hätten, meldete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf zwei mit dem Fall vertraute Personen. Dem Bericht zufolge droht GE eine Strafe von bis zum einem Prozent seines Jahresumsatzes. Der Siemens-Rivale war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

GE hatte im Oktober mitgeteilt, der Beteiligungsgesellschaft Doughty Hanson um 1,65 Mrd. Dollar (1,5 Mrd. Euro) LM Wind Power abzukaufen. Der Konzern will damit seine Position im schnell wachsenden Sektor Erneuerbare Energien stärken.

APA/ag.
25
35
149549040004
401495532340

Wien Energie und EVN errichten Windpark in Oberwaltersdorf

Weiter zum Artikel
Oberwaltersdorf, 23.05.2017

In Oberwaltersdorf/NÖ soll ab Herbst Ökostrom für 12.000 Haushalte erzeugt werden. Wien Energie und EVN errichten in der Marktgemeinde im Bezirk Baden sechs Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 19,8 Megawatt. Die Gesamtinvestition beträgt laut einer Aussendung rund 27 Mio. Euro.

Mit seiner Lage im windreichen Wiener Becken und seiner Nähe zu Abnehmern im Großraum Wien sowie den Betrieben des Industrieviertels sei der Windpark Oberwaltersdorf "ein perfektes Beispiel für den sinnvollen Ausbau der Windenergie: regional, ökologisch und nachhaltig", erklärten Wien Energie-Geschäftsführer Karl Gruber und EVN-Vorstandsprecher Peter Layr zu dem Gemeinschaftsprojekt. Für Niederösterreichs LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) ist die Windenergie ein "wesentlicher Baustein, um unsere wichtigen Klima- und Energieziele erfüllen zu können."

APA
26
21
149549040004
401495534500

D: Umlage-Regeln für klimafreundliche Kraftwerke gebilligt

Weiter zum Artikel
Brüssel, 23.05.2017

Die EU-Kommission billigt die Nachlässe für energieintensive Unternehmen in Deutschland bei der Förderung der klimafreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung. Die Prüfung der Beihilfen habe ergeben, dass die deutsche Regelung die klimapolitischen Ziele der EU fördert und trotzdem den Wettbewerb im Binnenmarkt wahrt, erklärte Kommissarin Margrethe Vestager.

Kraft-Wärme-Kopplung nutzt die bei der Gewinnung von Strom entstehende Wärme zum Heizen, etwa über Fernwärmenetze. Die eingesetzte Energie wird so besser ausgenutzt. Die deutsche Regierung fördert KWK-Anlagen deshalb und lässt dafür eine Umlage von allen Stromkunden erheben. Unternehmen, die sehr viel Strom brauchen und im internationalen Wettbewerb stehen, bekommen wegen der Kosten jedoch Nachlässe.

Diese Vergünstigung prüfte die EU-Kommission seit Oktober. Während des Verfahrens habe Deutschland die Bedingungen geändert und die Ermäßigungen begrenzt, erklärte Vestager. Auf dieser Grundlage habe die Kommission die deutsche Regelung gebilligt. Auch die italienischen Regeln zur Finanzierung von KWK und erneuerbaren Energien fanden die Zustimmung der Brüsseler Behörde.

APA/dpa
27
20
149549040004
401495535580

Österreichischer Klimatag: Forscher-Appell für Klimaschutz

Weiter zum Artikel
Wien, 23.05.2017

Forscher des Climate Change Centre Austria (CCCA) appellierten am 23. Mai beim "Österreichischen Klimatag" an die Politik, rasch Entscheidungen zum Schutz des Klimas zu treffen. Klimaschutz und wirtschaftlicher Fortschritt würden einander nicht ausschließen, die notwendigen Maßnahmen könnten auch für die Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsplätzen in Österreich genutzt werden.

Anlässlich der derzeit an der Uni Wien stattfindenden österreichischen Klimaschutz-Konferenz urgierten die Wissenschafter schnelle, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende politische Entscheidungen, um eine klima-nachhaltige Zukunft für Österreich zu ermöglichen. "Die bisher von Österreich beschlossenen Maßnahmen decken den notwendigen und erwarteten Beitrag zur Erreichung des globalen Zwei-Grad-Ziels, oder gar des 1,5-Grad-Ziels, nicht ab", heißt es in einer Aussendung.

CCCA-Obmann weißt auf Chancen hin

Für CCCA-Obmann Gerhard Wotawa geht es nicht nur darum, dass Österreich seine internationale Verantwortung als Partner des Pariser Klimaschutzabkommens einhält. Es müssten auch früh die vielfältigen Chancen genutzt werden, die sich daraus für ein wirtschaftlich hoch entwickeltes Land wie Österreich ergeben. "Ein sektorenübergreifendes, koordiniertes Vorgehen ist für eine seriöse Transformation zu einem klimaneutralen Gesellschaftssystem unerlässlich", so Wotawa. Angesichts der im Zusammenhang mit dem Klimaschutz in den nächsten Jahren entstehenden neuen Wirtschaftszweige und Arbeitsplätze müsse dafür gesorgt werden, "dass diese in Österreich entstehen".

Service: www.ccca.ac.at

APA
28
10
149549040004
401495490400

Atom-Renaissance abgesagt

Weiter zum Artikel
23.05.2017

Die "Renaissance der Atomkraft" wird seit Jahren beschworen. Doch sie kommt nicht recht in Fahrt. Neue Reaktoren sind so teuer, dass sie in liberalisierten Strommärkten allenfalls noch mit milliardenschweren Subventionen gebaut werden können - siehe das britische AKW-Projekt "Hinkley Point". Nun haben die Schweizer solche nukleare Renaissance-Ideen für ihr Land beerdigt. In einem Referendum stimmten 58 Prozent der Wahlberechtigten für das neue Energiegesetz der Regierung. Damit ist der Neubau von AKW in der Schweiz ab sofort verboten. Gleichzeitig sprachen sich die Schweizer für eine Beschleunigung der Energiewende aus.

   Initiatorin des Referendums war die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) gewesen. Ziel: die " Energiestrategie 2050" zu kippen, die das Parlament in Bern im vorigen Oktober mit breiter Mehrheit beschlossen hatte. Die SVP versuchte, Stimmung gegen die Energiewende zu machen. Deren Kosten seien zu hoch, zudem gerate die Versorgungssicherheit in Gefahr. Zuletzt hatte sich auch der deutsche Ex-SPD-Politiker Otto Schily eingemischt. Der frühere Bundesinnenminister schrieb in einem Brief an SVP-Spitzenmann Christoph Blocher, die deutsche Energiewende sei unter wirtschaftlichen, finanziellen, ökologischen, sozialen und klimapolitischen Vorzeichen "ein Desaster". Diese Argumente verfingen bei der Mehrheit der Schweizer nicht.

   Wie in der Bundesrepublik hatte Fukushima den Anstoß für die Energiewende bei den Eidgenossen gegeben. Allerdings sollen laut Energiegesetz die bestehenden Reaktoren, die rund ein Drittel des Stroms liefern, noch so lange weiterlaufen, wie ihre Sicherheit garantiert ist. In Deutschland hingegen werden die restlichen AKW nach einem Stufenplan bis 2022 abgeschaltet. In der Schweiz sind fünf Reaktoren an vier Standorten in Betrieb, darunter zwei Siedewasser-AKW, die als besonders unsicher gelten. Die Anlagen stammen teilweise aus den 1970er Jahren.

   Laut Gesetz sollen die erneuerbaren Energien wie Solar- und Windkraft, Erdwärme und Biomasse künftig stärker gefördert werden. Der Ökostrom-Zuschlag wird dafür von derzeit umgerechnet 1,4 auf 2,1 Cent pro Kilowattstunde (KwH) erhöht. In Deutschland beträgt die - allerdings nur begrenzt vergleichbare - EEG-Umlage, rund 6,9 Cent pro KwH. Ein Teil des Schweizer Öko-Zuschlags soll den Betreibern der großen alpinen Wasserkraftwerke zugute kommen, die hohe Verluste schreiben.

   Ein Grund dafür liegt ausgerechnet in der inkonsequenten Energiewende hierzulande. Deutschland überschwemmt die Schweiz und andere Nachbarländer mit billigem Strom, weil Kohlekraftwerke trotz des Ökostrom-Booms nicht heruntergefahren werden. Der Überschuss drückt die Großhandelspreise für Elektrizität, die so unter die Gestehungskosten der Schweizer Wasserkraft gerutscht sind.

   Als weitere Maßnahmen sieht die Regierung in Bern Zuschüsse und Steueranreize in Höhe von rund 400 Millionen Euro für die Gebäudesanierung vor. Der CO2-Ausstoß der Autos soll bis 2021 um 30 Prozent sinken. Die Schweizer Regierung hatte ihr Energiegesetz damit verteidigt, dass das Land besonders vom Klimawandel betroffen sei. Seit Beginn der Temperaturmessungen wurden hier 1,9 Grad Erwärmung registriert, global liegt der Schnitt bei 1,0 Grad.

Von Joachim Wille

"Frankfurter Rundschau" vom 23.05.2017, Seite: 16, Ressort: Wirtschaft
29
44
149540400008
801495448340

Energiesparpotenziale von steirischer Stadt aus Luft erhoben

Weiter zum Artikel
Wien/Gleisdorf, 22.05.2017

Wärmebildkameras machen sichtbar, ob und wo genau ein Gebäude Wärme verliert. Im oststeirischen Gleisdorf wurde mithilfe von u.a. Infrarotthermografie ein ganzer Stadtteil thermisch analysiert. Das entstandene 3D-Modell zeige nun deutlich, wo die energetisch kritischen Areale der Stadt liegen, teilte die Siemens AG Österreich mit.

Die neue Technologie zur weiträumigen Erfassung von Energieverlusten wurde von Siemens-Forschern in Graz gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) und der Gleisdorfer AEE INTEC (Institut für Nachhaltige Technologien) entwickelt. Zuerst wurden von Heißluftballons aus, die mit Farb-, Wärmebild- und Infrarotkameras ausgestattet waren, Luftbilder des Stadtviertels erstellt. "Mit einer Bildbearbeitungssoftware, die wir in Österreich entwickelt haben, wurde daraus anschließend ein 3-D-Modell abgeleitet, das wir mit Thermalaufnahmen überlagert haben", erklärte Projektleiterin Claudia Windisch von der Siemens-Forschungsgruppe Active Vision Technologies.

Einsatz von Drohnen

Diese thermische Grobanalyse habe bereits deutlich zeigen können, wo die energetisch kritischen Areale des Stadtteils liegen. Um ein besseres Bild von den Ursachen für die Wärmeabstrahlungen an diesen "Hotspots" zu erhalten, kamen an den betroffenen Gebäuden und Komplexen auch noch technisch hochausgestattete Drohnen zum Zug. Mit einer Begehung der Areale, der Befragung der Gebäudeeigentümer sowie Informationen aus bestehenden Energieausweisen wurde die Datenerhebung vervollständigt.

Die Gebäudeeigentümer erhielten im Anschluss konkrete Vorschläge für thermische Sanierungsmaßnahmen der Gebäudehülle und mögliche Umstellungen der Heizmethoden. Dabei sei wiederum eine Software eingesetzt worden, die Effekte von verschiedenen Optimierungsschritten und baulichen Maßnahmen simulieren kann. "Das Tool schlägt effiziente Sanierungsmaßnahmen vor und schätzt die damit verbundene Emissionsreduktion sowie die zu erwarteten Kosten ab", erläuterte Klaus Steinnocher vom AIT.

Karl Höfler von der AEE INTEC hob die stadtplanerische Bedeutung des Ansatzes, schlecht wärmegedämmte Gebäude im Verbund zu identifizieren, hervor: "Durch die Daten der Luftaufnahmen können wir den energetischen Zustand eines ganzen Stadtareals und damit verbundene Zusammenhänge erkennen. Zum Beispiel in welchen Bereichen durch Hausbrand verstärkt Feinstaub erzeugt wird. Stadtverantwortliche erhalten dadurch eine Entscheidungshilfe für die Raum- und Energieplanung. Sie können ableiten, in welchen Gebieten beispielsweise künftig Fernwärmeanschlüsse gelegt werden sollen."

Die Ergebnisse des von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) unterstützten Projektes wurden an die Stadtwerke Gleisdorf und beteiligte Gebäudeeigentümer übergeben. Die erprobten Methoden seien auf andere Städte übertragbar, wurden vonseiten der Siemens AG Österreich betont.

APA