Sortieren nach
Ihr Suche ergab leider kein Ergebnis! Bitte versuchen Sie es mit einem anderen Begriff.
0
9
148469400008
801484743320

Heizen mit Gas bei Vollkosten-Vergleich am günstigsten

Weiter zum Artikel
Wien, 18.01.2017

Heizen mit Erdgas ist bei einem Vergleich der Vollkosten am günstigsten, geht aus einem Vergleich der Österreichischen Energieagentur hervor. Teuerste Heizsysteme sind Pelletkessel im Neubau und Sole-Wärmepumpen mit Erdsonde in sanierten und unsanierten Gebäuden. Sie erzielen aber beim CO2-Ausstoß die besten Werte. Die Kälte treibt den Energieverbrauch derzeit nach oben.

Der Verbrauch liege heuer gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund ein Fünftel höher, sagte Energieagentur-Geschäftsführer Peter Traupmann am Mittwoch. Dies habe eine Umfrage unter Energieversorgern ergeben. Die vergangenen beiden warmen Winter seien aber Ausreißer gewesen. Betrachte man den Durchschnitt über mehrere Jahre, liege der Verbrauch im Prinzip im Vergleich zu einem Normaljahr geringfügig höher. Entscheidend für den Gesamtverbrauch in der Heizsaison und damit auch die Kosten werden aber auch noch der Februar und der März sein.

Beim Heizkostenvergleich für ein Einfamilienhaus mit 118 m2 und neuer Heiztechnik schneidet Gas bei den Vollkosten - Energiekosten und Investitionskosten (inklusive Wartung und Instandhaltung) - in allen Gebäudeklassen am besten ab. Die Sole-Wärmepumpe weist durchgehend die geringsten Energiekosten auf, Fernwärme ist von den Energiekosten aktuell durchgehend am teuersten.

Thermische Sanierungen zahlen sich aus: Bei thermisch sanierten Gebäuden sinken die Energiekosten um durchschnittlich 44 Prozent, der CO2-Ausstoß um durchschnittlich 46 Prozent.

Bei den CO2-Emissionen schneiden Heizsysteme mit Scheitholz und Pellets am besten ab, Öl- und Gasbrennwertsystem am schlechtesten. Werden Vollkosten und CO2-Emissionen berücksichtigt, schneide das Scheitzholz-System sehr gut ab.

Ölpreise sind sehr volatil, auch Pelletpreise schwanken

Bei den Energiepreisen zeigte sich seit 2010 eine hohe Volatilität bei den Ölpreisen, die nun wieder deutlich anziehen. Relativ stabil waren die Strompreise. Schwankungen gab es auch bei den Pelletpreisen. Die Investitionskosten haben sich im Vergleich November 2016 zu November 2015 bei Pelletanlagen vor allem technologiebedingt um 7,8 Prozent verringert, so Energieagentur-Experte Georg Trnka. Alle anderen wurden teurer, den höchsten Anstieg gab es bei Scheitholz (+6,6 Prozent).

In einem unsanierten Gebäude belaufen sich bei einer Gas-Brennwert-Heizung die Energiekosten (Jänner 2017) auf 2.957 Euro im Jahr. Die Investitionskosten - pro Jahr durchgerechnet auf 20 Jahre - werden von der Energieagentur mit 1.011 bis 1.509 Euro angegeben. In einem sanierten Gebäude liegen die Energiekosten bei 1.619 Euro und die Investitionskosten 1.011 bis 1.409 Euro. Im Neubau betragen die Energiekosten nur mehr 1.247 Euro. Die Investitionskosten für eine Gasheizung im Neubau beziffert die Energieagentur mit 1.637 Euro.

Das teuerste Heizsystem im Neubau ist eine Pelletheizung wegen der hohen Investitions- und Wartungskosten sowie einem schlechten Systemnutzungsgrad bei geringer Wärmeanforderung. Die Energiekosten werden mit 1.005 Euro angegeben, die Investitionskosten mit 2.831 Euro. Dahinter liegen im Vollkosten-Vergleich Wärmepumpe Sole/Wasser, Brennholz, Öl-Brennwert, Fernwärme, Wärmepumpe Luft/Wasser und Gas. Die höchsten Energiekosten im Neubau entfallen auf Fernwärme (1.319 Euro), gefolgt von Öl (1.297 Euro) und Gas (1.247 Euro). Die höchsten Investitionskosten weist die Wärmepumpe Sole/Wasser (2.850 Euro) auf, die dafür mit den niedrigsten Energiekosten (719 Euro) punkten kann.

Im sanierten Gebäude ist eine Wärmpumpe Sole/Wasser insgesamt am teuersten. Diese Heizform liegt auch an der Spitze bei den Investitionen (2.435 bis 3.117 Euro), aber am niedrigsten bei den Energiekosten (953 Euro). Dahinter liegen zu Vollkosten die Wärmepumpe Luft/Wasser, Öl-Brennwert, Pellets, Brennholz, Fernwärme und Erdgas. Bei unsanierten Gebäuden kostet Heizen mit einer Wärmepumpe Sole/Wasser am meisten, gefolgt von Ölheizungen, Pellets, Wärmepumpe Luft/Wasser, Fernwärme, Brennholz und Gas.

Fernwärme vor Gas und Biomasse am häufigsten im Einsatz

Von den 3,75 Millionen Heizungen in Österreich wurden 2013/14 laut Statistik Austria der größte Teil mit Fernwärme (27,4 Prozent) betrieben. Dahinter folgten Gas (23,7 Prozent), Biomasse (18,6 Prozent), Heizöl und Flüssiggas (16,6 Prozent), Umgebungswärme (7,6 Prozent) und Strom (5,8 Prozent). Im 10-Jahresvergleich gibt es bei den einzelnen Heizkesseln deutliche Zuwächse bei Umgebungswärme (v.a. Wärmepumpen), die sich verzehnfacht haben, sowie Fernwärme (+66 Prozent) und Biomasse (+ 9 Prozent). Gas war relativ stabil (-1,8 Prozent). Deutliche Rückgänge verzeichneten Heizöl/Flüssiggas (-31 Prozent) sowie Strom (-19 Prozent). Praktisch keine Rolle mehr spielen mittlerweile Kohle und Koksheizungen. Traupmann rechnet damit, dass Elektroheizungen wieder eine Renaissance erleben werden, offen sei noch mit welcher Technologie.

Die Energieagentur möchte bei Wohnbauten den HWB (Kilowattstunden/m2) stärker ins Bewusstsein rücken. Bei einer mit Gas oder Fernwärme beheizten Wohnung von rund 64 m2 können in fünf Jahren kumuliert bis zu 3.000 Euro gespart werden, wenn sie saniert ist (HWB von rund 60 gegenüber rund 130 unsaniert). Im aktuellen Heizkostenvergleich wird für das thermisch unsanierte Einfamilienhaus ein HWB von 175 angenommen, für das sanierte von 75 und für den Neubau von 50.

APA
1
10
148469400004
401484729580

ExxonMobil kauft für Milliardensumme texanische Ölfelder

Weiter zum Artikel
Irving (Texas), 18.01.2017

Der US-Energiekonzern ExxonMobil stärkt mit einem Milliardenzukauf seine Präsenz in Texas. Ziel der Übernahme sind mehrere Unternehmen, die zusammen über 1.100 Quadratkilometer für die Ölförderung gepachtet haben, wie Exxon mitteilte. Das Gesamtvolumen der Übernahme beträgt demnach 6,6 Milliarden Dollar (6,23 Milliarden Euro).

Die Ölfelder liegen in Westtexas an der Grenze zum Bundesstaat New Mexico. Vorteil des Gebietes ist, dass Ölfirmen dort mit vergleichsweise geringem Aufwand den Rohstoff fördern können. Angesichts der wieder gestiegenen Ölpreise haben schon einige Energiefirmen in der Region zugekauft. Damit verschaffen sie sich einen Vorteil, wenn sich der Markt weiter erholt.

APA/ag.
2
14
148469400004
401484734800

Weltkonzerne wollen Wasserstoff-Antrieb im Auto voranbringen

Weiter zum Artikel
Davos, 18.01.2017

Eine Allianz aus Autoherstellern und anderen Weltkonzernen will dem Wasserstoff-Antrieb zum Durchbruch auf der Straße verhelfen. Daimler, BMW, der Gasehersteller Linde und zehn weitere Unternehmen haben sich zum Hydrogen Council zusammengeschlossen, wie sie auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos mitteilten. Jährlich investieren sie 1,4 Mrd. Euro in die Technik.

Wasserstoff wird in einer sogenannten Brennstoffzelle zu Strom umgewandelt, womit Elektroautos angetrieben werden. In die Umwelt gelangt dabei lediglich Wasserdampf. Gegenüber Batterien hat Wasserstoff den Vorteil, dass höhere Reichweiten möglich sind und die Betankung mittlerweile ähnlich schnell vonstatten geht wie bei Benzin- und Dieselautos.

Das Hydrogen Council will dabei helfen, die 2015 in Paris verabschiedeten Klimaziele zur Begrenzung der Erderwärmung zu erreichen. Zu Beginn wird die Initiative vom japanischen Autobauer Toyota und dem französischen Gasehersteller Air Liquide geleitet. "Ohne die Unterstützung von Regierungen ist dieses Projekt aber nicht möglich", sagte Toyota-Verwaltungsratschef Takeshi Uchiyamada in Davos. Air-Liquide-Chef Benoit Potier verwies auf den Ausbau des Tankstellen-Netzes.

Bisher sind erst wenige Wasserstoff-Modelle in Großserie gegangen. Hyundai-Chef Chung Mong-koo sieht die Entwicklung aber positiv: "Es hat große Fortschritte bei der Brennstoffzellen-Technologie gegeben." Er sei zuversichtlich, dass die Technik schon bald konkurrenzfähig zu Benzin- und Dieselantrieben werde. "Wasserstoff ist eine der besten Antworten auf die Frage, wie man Energie speichern kann", sagte der Chef des französischen Multis Total, Patrick Pouyanne.

Die weiteren Mitglieder der Allianz sind der Ölkonzern Shell, der Autobauer Honda, der Motorradhersteller Kawasaki, der Energiekonzern Engie, der Rohstoffkonzern Anglo American sowie der Bahntechnik-Spezialist Alstom.

APA/dpa
3
10
148469400004
401484744460

Zahlreiche NPOs und Firmen fordern Energiewende ein

Weiter zum Artikel
Wien, 18.01.2017

Die Umweltschutzorganisationen Global 2000, Greenpeace und WWF haben zusammen mit 190 Unternehmen in einem Brief an die Bundesregierung die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens eingefordert. Eine Wirtschaft ohne die Nutzung von Kohle, Gas und Öl (Dekarbonisierung) bis 2050 müsse zentrales Ziel für die Energie- und Klimastrategie sein, so die Teilnehmer in einer Aussendung.

Konkret fordern die Unterzeichner in fünf Punkten "tatkräftige Unterstützung aus der Politik": Die kommende Energie- und Klimastrategie müsse einen "klaren Umsetzungsplan" für die Dekarbonisierung bis spätestens 2050 enthalten. Ziel müsse die Senkung des Energieverbrauchs bis 2030 um 30 Prozent und bis 2050 um 50 Prozent (im Vergleich zu 2005) sein. Die Treibhausgase müssten dabei bis 2030 um 50 Prozent und bis 2050 um mindestens 90 Prozent (im Vergleich zu 1990) sinken. Erneuerbare Energien sollten bis 2030 über 60 Prozent und bis 2050 auf praktisch 100 Prozent steigen. Wirksam werde das nur mit einer verbindlichen politischen Verankerung, einer Operationalisierung und einem Monitoring mit einem jährlichen Fortschrittsbericht.

Letztlich sei die Energie- und Klimastrategie eine Chance, Arbeitsplätze zu schaffen und Konjunkturimpulse zu setzen. In der österreichischen Energie- und Klimastrategie gebe es keine Zielvorgaben für die Dekarbonisierung der Wirtschaft. Solche Ziele wären aber für die Planungssicherheit der Wirtschaft unerlässlich.

APA
4
4
148469400004
401484751420

OPEC senkt Ölfördermenge deutlich

Weiter zum Artikel
Wien, 18.01.2017

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat ihre Ölfördermenge zum Jahresende deutlich gesenkt. Im Dezember wurden täglich 33,1 Mio. Barrel gefördert, 221.000 Barrel weniger als im November, wie die Organisation mitteilte. Damit war das Kartell aber noch weit von seiner Zielmarke von 32,5 Mio. Barrel am Tag entfernt, die seit 1. Jänner gilt.

Die OPEC hatte sich Ende November auf eine Senkung der Fördermenge geeinigt, um die extrem niedrigen Ölpreise hochzutreiben. 32,5 Mio. Barrel täglich entsprechen einer Reduzierung um 1,2 Mio. Barrel. Auch Ölförderer außerhalb der OPEC wollen weniger Öl produzieren, unter anderem auch Russland.

Im Dezember trug den Angaben zufolge vor allem das OPEC-Schwergewicht Saudi-Arabien zur Mengensenkung bei. Das Königreich produzierte demnach 10,5 Mio. Barrel am Tag, 149.000 weniger als im November.

Auch viele andere OPEC-Länder senkten ihre Fördermengen - aber nicht alle. Im Irak gab es laut OPEC einen Anstieg um 43.000 auf 4,6 Mio. Barrel am Tag, der Iran verzeichnete ein Plus von 10.000 auf 3,7 Mio. Barrel täglich. In Kuwait steig die tägliche Fördermenge um 2000 auf 2,8 Mio. Barrel.

Die seit 1. Jänner geltende Vereinbarung sieht für Saudi-Arabien eine Förderung von 10,1 Mio. Barrel am Tag vor. Der Irak soll täglich 4,4 Mio. Barrel fördern.

APA/ag
5
13
148469400004
401484729100

Saudi-Arabien nimmt erstes Windrad in Betrieb

Weiter zum Artikel
Riad, 18.01.2017

Das ölreiche Saudi-Arabien hat sein erstes Windrad zur Energiegewinnung in Betrieb eingenommen. Die Turbine sei gemeinsam mit dem US-Industriekonzern General Electric entwickelt worden, teilte der staatliche Ölriese Aramco mit. Sie soll demnach Strom für eine Fabrik in Turaif im Norden des Landes liefern.

Ein Windrad liefere genug Energie, um 250 Haushalte zu versorgen, und könne 19.000 Barrel Öl ersetzen, erklärte Aramco.

Wie andere ölreiche Golfstaaten auch will Saudi-Arabien seine Abhängigkeit von dem Rohstoff verringern. Das Königreich ist der größte Ölexporteur der Welt und spürt inzwischen deutlich die Auswirkungen der vergleichsweise niedrigen Preise. In den nächsten Jahren will das Land eine Milliardensumme in Ökostrom-Anlagen stecken.

APA/ag.
6
28
148460760008
801484640300

Russland verkaufte soviel Gas wie noch nie nach Deutschland

Weiter zum Artikel
Moskau, 17.01.2017

Der russische Staatskonzern Gazprom hat 2016 nach eigenen Angaben mehr Gas nach Deutschland exportiert als je zuvor. Wie Gazprom am Montag in Moskau mitteilte, wurden 2016 etwa 49,8 Mrd. Kubikmeter Gas nach Deutschland geliefert. Seit Jahresbeginn seien knapp 21 Prozent mehr Gas über die Pipeline Nord Stream angekommen als im selben Zeitraum im Jahr zuvor.

Auch das sei ein Rekordergebnis, sagte Vorstandschef Alexej Miller der Mitteilung zufolge. Durch die Ostseepipeline Nord Stream 2 soll von 2019 an Gas von Russland nach Deutschland gepumpt werden. Die Leitung ergänzt die bestehende Röhre Nord Stream 1. Der Bau wird von großen Energiekonzernen unterstützt, darunter die deutschen Firmen Wintershall - eine Tochter der BASF - und die E.ON-Abspaltung Uniper.

Viele osteuropäische Staaten sehen das Projekt skeptisch. Sie fühlen sich umgangen. Kritiker warnen vor zunehmender Abhängigkeit von russischem Gas.

APA/dpa
7
31
148460760008
801484661120

Treibhausgas-Emissionen in Österreich gestiegen

Weiter zum Artikel
Wien, 17.01.2017

Die Treibhausgas-Emissionen sind in Österreich nach Jahren wieder gestiegen. Für 2015 verzeichnete das Umweltbundesamt insgesamt 78,9 Millionen Tonnen an CO2-Äquivalent, das sind um 3,2 Prozent mehr als 2014. Die von der EU festgelegte Obergrenze wurde aber nicht überschritten. Für 2016 rechnen die Experten nicht mit einer Trendumkehr.

"Positiv ist, dass die Emissionen seit 2013 unter den nationalen und EU-rechtlich festgelegten Obergrenzen liegen, dennoch bereitet mir der Anstieg der Emissionen Sorgen. Um die Klimaziele von Paris bis 2030 und einen langfristigen Ausstieg aus fossilen Energien zu erreichen, brauchen wir zusätzliche Anstrengungen. Österreich wird seinen Beitrag leisten und erarbeitet daher gerade eine integrierte Energie- und Klimastrategie, um die nötigen Weichen zu stellen", erklärte Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP).

Verantwortlich für den Anstieg waren vor allem diese Faktoren: Im Sektor Energieaufbringung erfolgte witterungsbedingt eine Verschiebung der inländischen Stromproduktion von Wasserkraft zu kalorischen Kraftwerken. Im Verkehr stieg vor allem aufgrund des billigen Öls der Absatz von fossilen Treibstoffen wie Diesel. Im Gebäudebereich sowie im Sektor Industrie und Energie kam es im Vergleich zur sehr warmen Wintersaison 2014 witterungsbedingt zu einem höheren Heizbedarf und dadurch zu einem Mehrverbrauch von Erdgas und Heizöl.

Bei den europäischen Vorgaben hat Österreich das Ziel aber erreicht. Für die Jahre 2013 bis 2020 gelten Höchstmengen für die Freisetzung von Treibhausgasen aus Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und allen weiteren Quellen, die nicht im Emissionshandel geregelt sind. Hier wurde der vorgegebene Zielwert für 2015 von 51,5 Mio. Tonnen um rund 2,2 Millionen unterschritten.

Da auch im Jahr 2016 der Ölpreis niedrig war, ging das Umweltbundesamt von einer ähnlichen Bilanz aus. Da gleichzeitig die Zielwerte immer strenger werden, könnte hier die vorgeschriebene Menge an Treibhausgasen überschritten werden. "Es könnte knapp werden", sagte Jürgen Schneider, Klima-Experte im Umweltbundesamt, das APA. Entsprechend ist auch sein Appell: "Die aktuellen Zahlen des Umweltbundesamtes sind ein deutliches Signal dafür, die Energiewende konsequent voranzutreiben. Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und neue Technologien sind dabei die Erfolgsfaktoren. Die Zahlen zeigen auch, dass Wirtschaftswachstum und Treibhausgas-Emissionen entkoppelt werden können. Wir müssen den Weg der Dekarbonisierung fortsetzen. Um die mittel- und langfristigen, verbindlichen Ziele zu erreichen, bedarf es weiterer struktureller Maßnahmen, vor allem in den Bereichen Mobilität und Gebäude", unterstrich Schneider.

APA
8
40
148460760004
401484639580

Saudi-Arabien will zig Milliarden in Ökostrom investieren

Weiter zum Artikel
Abu Dhabi, 17.01.2017

Der Ölgigant Saudi-Arabien will seine Energieversorgung breiter aufstellen und in den kommenden Jahren bis zu 50 Mrd. Dollar (46,90 Mrd. Euro) in Ökostromprojekte investieren. Die ersten Ausschreibungen würden in den kommenden Wochen starten, kündigte Energieminister Chalid al-Falih am Montag auf einer Konferenz in Abu Dhabi an.

Vorgesehen ist demnach eine Kapazität von zehn Gigawatt, was etwa sieben bis acht modernen Atomreaktoren entspricht. Geplant sei auch der Bau von Stromtrassen in den Jemen sowie nach Jordanien und Ägypten. Konkret solle es insgesamt Investitionen von 30 Mrd. bis 50 Mrd. Dollar bis zum Jahr 2023 geben, sagte der Minister.

Der Wüstenstaat versucht seit Jahren, seine Abhängigkeit vom Öl zu verringern und nicht mehr so viel des Rohstoffes zur eigenen Stromgewinnung und Entsalzung von Meerwasser zu verbrennen. Erneuerbare Energien kommen bisher auf einen Anteil von weniger als einem Prozent. Sie sollen im Rahmen der voriges Jahr vorgelegten Pläne für Wirtschaftsreformen ausgebaut werden. Das Königreich steht zudem unter Druck, weil der Ölpreis in den vergangenen Jahren kräftig gesunken ist. Dies zehrt an den Staatseinnahmen. Zudem wächst der Energiebedarf im Inland jährlich um acht Prozent.

APA/ag.
9
32
148452120008
801484560200

OMV bestätigt Ergebnisausblick für Schlussquartal 2016

Weiter zum Artikel
Wien, 16.01.2017

Die OMV hat am Montag den in ihrem letzten Quartalsbericht veröffentlichen Ergebnisausblick für das vierte Quartal 2016 bestätigt. Man erwarte, "dass das CCS EBIT vor Sondereffekten im vierten Quartal 2016 unter dem sehr guten Niveau von Q3/16 liegen wird", heißt es im aktuellen "Trading Update".

Das CCS EBIT ist der um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn, eine für die Branche wichtige Kennzahl. Es verschlechterte sich im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 415 Mio. Euro. Die endgültigen Ergebniszahlen für das vierte Quartal 2016 wird die OMV am 16. Februar 2017 veröffentlichen.

Nach vorläufigen Zahlen ist die Gesamtproduktion des OMV-Konzerns im vierten Quartal auf 315.000 boe/d (Barrel Öl-Äquivalente pro Tag) gestiegen, nach 309.000 boe/d im Vergleichsquartal 2015 und 301.000 boe/d im dritten Quartal 2016. Die Gesamtverkaufsmenge erhöhte sich gegenüber dem Schlussquartal 2015 von 27,8 Mio. boe auf 28,7 Mio. boe, der durchschnittlich erzielte Rohölpreis von 40,6 Dollar auf 45,4 Dollar pro Fass. Der durchschnittlich realisierte Gaspreis sank hingegen von 15,9 Euro pro MWh auf 12,1 Euro.

Die OMV-Referenz-Raffineriemarge ging von 5,90 Dollar pro Fass auf 5,59 Dollar zurück. Der Auslastungsgrad der Raffinerien verbesserte sich im Jahresabstand von 94 auf 96 Prozent. Es wurden im vierten Quartal 7,92 Mio. Tonnen Raffinerieprodukte verkauft, nach 7,64 Mio. Tonnen im gleichen Quartal 2015. Die verkaufte Erdgas-Verkaufsmenge stieg von 28,7 auf 29,9 TWh.

APA
10
34
148452120004
401484558880

Strom- und Gasanbieterwechsel kann bis zu 969 Euro sparen

Weiter zum Artikel
Wien, 16.01.2017

Durch einen Anbieterwechsel des Energieversorgers bei Strom und Gas können Kunden jährlich bis zu 969 Euro sparen, informiert Wirtschafts-und Energieminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) anlässlich der Veröffentlichung des neuen Energiepreismonitors, der auf Berechnungen und Erhebungen der E-Control basiert.

Im Jänner liegt das Sparpotenzial beim Wechsel vom regionalen Standardanbieter zum günstigsten Anbieter von Strom und Gas je nach Region zwischen 603 Euro in Tirol sowie bis zu 969 Euro pro Jahr in Klagenfurt, so der Minister am Sonntag: "Zum Jahresauftakt können Strom- und Gaskunden besonders viel Geld sparen".

Für Strom geben Österreichs Haushalte durchschnittlich zwischen 630 Euro pro Jahr im Netzgebiet Vorarlberg und 802 Euro pro Jahr im Netzgebiet Kärnten aus. Das Einsparpotenzial bei einem Wechsel vom regionalen Standardanbieter zum günstigsten Anbieter beträgt je nach Region zwischen 197 Euro pro Jahr in Tirol sowie 326 Euro pro Jahr in Oberösterreich inklusive Netzgebiet Linz. Die Zahlen wurden berechnet auf Basis eines durchschnittlichen Haushaltes, der jährlich 3.500 Kilowattstunden (kWh) Strom beim regionalen Standardanbieter bezieht.

Für Erdgas geben die Haushalte durchschnittlich zwischen 881 Euro pro Jahr in Vorarlberg und 1.210 Euro pro Jahr im Netzgebiet Klagenfurt aus. Das Einsparpotenzial bei einem Wechsel vom Standardanbieter zum günstigsten Anbieter beträgt je nach Region zwischen 406 Euro in Tirol und 687 Euro pro Jahr in Klagenfurt. Berechnet wurden diese Zahlen auf Basis eines Haushaltes, der 15.000 kWh beim regionalen Standardanbieter bezieht.

Für individuelle Berechnungen steht der Tarifkalkulator der E-Control (www.e-control.at) zur Verfügung.

APA
11
40
148452120004
401484559360

Deutsches Umweltbundesamt dringt auf Plan für Kohleausstieg

Weiter zum Artikel
Berlin, 16.01.2017

Das Umweltbundesamt fordert rasche Vorbereitungen für den Kohleausstieg in Deutschland. "Es ist schon zu viel Zeit verstrichen", sagte Behördenchefin Maria Krautzberger der "Süddeutschen Zeitung" vom Montag. "Wichtig ist, dass der Strukturwandel endlich eingeleitet wird."

Nach Erkenntnissen des Umweltbundesamtes ließen sich bis 2030 die Emissionen der Energiewirtschaft halbieren, ohne dass Stromkunden dadurch stark belastet würden. Ein Gutachten der Behörde, aus dem die "Süddeutsche Zeitung" zitiert, vergleicht dazu verschiedene Varianten. So könnten sich "durch einen ordnungsrechtlichen Ansatz oder eine Verhandlungslösung" bis 2030 drei Viertel aller Braunkohlekraftwerke stilllegen lassen. Auch ließe sich ein Höchstalter für alle Kohlekraftwerke festlegen. Der Staat könnte aber auch klimaschädliche Emissionen verteuern.

In allen Varianten werde sich der Strompreis nur um 0,2 je Kilowattstunde verteuern, zitierte die "SZ" weiter. Für einen durchschnittlichen Haushalt seien das sieben Euro im Jahr. "Aus der Perspektive der Stromverbraucher ist es somit unerheblich, welches Instrument umgesetzt wird", heißt es in der Studie.

Auch müsse bei keiner Variante Strom importiert werden - schließlich soll der Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 weiter wachsen, nach derzeitigen Regierungsplänen auf mehr als 50 Prozent. In allen Fällen würden europaweit die Emissionen sinken.

Um den schrittweisen Ausstieg ohne Strukturbrüche hinzubekommen, empfiehlt die Studie einen "nationalen Kohleausstiegsplan", der entweder per Gesetz oder auf vertraglicher Basis festgelegt werden könnte. Rein rechtlich wären aber auch andere Varianten möglich. "Der Beschluss der Bundesregierung ist eindeutig: Die Kohleemissionen müssen sinken", sagte Behördenchefin Krautzberger mit Blick auf den Klimaschutzplan der Regierung. "Jetzt wäre der Zeitpunkt, das konsequent anzugehen."

Die deutsche Bundesregierung hatte den Klimaschutzplan im vergangenen November nach langem Gezerre beschlossen. Er enthält konkrete Vorgaben, wie viel Treibhausgas jeder einzelne Wirtschaftssektor wie etwa Verkehr und Landwirtschaft ab 2030 noch maximal ausgestoßen darf. Insgesamt soll Deutschland dann mindestens 55 Prozent weniger Treibhausgase verursachen als im Jahr 1990.

APA/ag.
12
39
148452120004
401484574420

Neue oö. Energiestrategie berücksichtigt Industriestandort

Weiter zum Artikel
Wien, 16.01.2017

Das Land OÖ gibt sich eine neue Energiestrategie, die den Industriestandort stärker berücksichtigt. Das Motto lautet: weg von absoluten Zielen, hin zu relativen. Das heißt, Vorgaben erfolgen prozentuell zur Wirtschaftsleistung. Es sei aber nicht die "Wende von der Energiewende", sondern eine Weiterentwicklung, betonte Wirtschaftslandesrat Michael Strugl (ÖVP) bei der Vorstellung am Montag.

In der bisherigen Energiestrategie "Energiezukunft 2030" aus dem Jahr 2007 wurde als Ziel formuliert, bis 2030 Raumwärme und Strom gänzlich aus erneuerbarer Energie bereitzustellen. Im schwarz-blauen Regierungsprogramm vereinbarte man aber zuletzt, das Konzept zu überarbeiten. Das Ergebnis, das die Landesregierung noch beschließen muss, trägt den Namen "Energie-Leitregion OÖ 2050" und setzt auf eine Steigerung der Energieeffizienz und auf relative Ziele. Änderungen im Förderregime sollen folgen.

Der Anteil der erneuerbaren Energieträger am Gesamtstromverbrauch soll bis 2030 80 bis 97 Prozent erreichen. Die Emissionsintensität (energiebedingte Treibhausgasemissionen im Verhältnis zum Bruttoregionalprodukt/BRP) will man bis 2030 um 25 bis 33 Prozent und bis 2050 um 70 bis 90 Prozent reduzieren, die Energieintensität (Energieverbrauch im Verhältnis zum BRP) um 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr. Der Energieeinsatz pro Quadratmeter für Wärme soll um 1 Prozent pro Jahr sinken.

Im Bereich Mobilität bekennt sich das Konzept zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs, dessen Anteil im Verhältnis zum Individualverkehr steigen soll. Der Pkw-Treibstoffverbrauch pro 100 Kilometer soll - etwa durch Elektrofahrzeuge, aber auch durch bessere Benzin- und Dieselautos - um 0,5 bis 1 Prozent jährlich geringer werden. Ein absolutes Ziel, wie viele Fahrzeuge auf Oberösterreichs Straßen unterwegs sein dürfen, gibt es aber nicht.

Strugl betonte, dass für ein Industriebundesland wie Oberösterreich die Energieeffizienz "der Dreh- und Angelpunkt" sei. Die Hälfte der CO2-Reduktion in Europa seit 1990 sei durch Abwanderung zustande gekommen, begründete Florian Haslauer vom Beratungsunternehmens A.T. Kearney, der bei der Erstellung der "Energie-Leitregion OÖ 2050" als Experte mit an Bord war, die Entscheidung für relative Ziele. Die Strategie soll jährlich evaluiert werden, erklärte der Energiebeauftragte des Lands Oberösterreich, Gerhard Dell.

Im Förderregime werde sich einiges ändern, kündigte Strugl an. Details wollte er aber noch nicht verraten. Die Landesregierung hatte im Vorjahr bereits das Ende einer Förderung von Alternativ-Heizungen eingeläutet. Im schwarz-blauen oö. Regierungspakt ist festgehalten, dass die "Förderung von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien", also Solaranlagen und Wärmepumpen, auslaufen soll - nach derzeitigem Stand im April.

Laut Energiebericht kam der Wärmeverbrauch in Oberösterreich 2015 zu 45 Prozent aus erneuerbaren Energien, bei der Raumwärme waren es 60 und beim Strom 80 Prozent. Beim Bruttoenergieverbrauch machen die Erneuerbaren allerdings nur 31,8 Prozent aus. 25,2 Prozent entfallen auf Öl, 23,8 Prozent auf Kohle und 19,2 Prozent auf Gas.

APA
13
16
148452120004
401484577840

Gazprom-Tochter NIS will eine Milliarde Euro investieren

Weiter zum Artikel
Belgrad/Moskau, 16.01.2017

Die serbische Tochter des russischen Gazprom-Konzerns, NIS (Naftna Industrija Srbije), will in den nächsten drei Jahren eine Milliarde Euro investieren. Das hat NIS-Chef Kiril Krawtschenko am Montag laut einem Bericht der staatlichen serbischen Nachrichtenagentur Tanjug angekündigt.

NIS hat dem Bericht zur Folge 2016 einen Nettogewinn erzielt, der etwa auf dem Niveau des Vorjahres lag. 2015 hatte sich der Nettogewinn laut früheren Medienberichten wegen des niedrigen Rohölpreises auf 118,2 Mio. Euro mehr als halbiert.

APA
14
48
148426200004
401484304240

Nordex verbucht Rekord-Aufträge in Deutschland

Weiter zum Artikel
Rostock, 13.01.2017

Der Windturbinenbauer Nordex hat im vergangenen Jahr in Deutschland so viele Aufträge erhalten wie nie zuvor. Nachdem allein im Dezember Bestellungen über 89 Windenergieanlagen in die Bücher genommen werden konnten, habe sich der Auftragseingang des Jahres 2016 auf dem Heimatmarkt auf über 1,17 Mrd. Euro summiert, teilte der Hamburger Konzern am Freitag mit.

Damit steuert das Deutschland-Geschäft ein Drittel zum Gesamt-Auftragseingang bei. Nordex hatte bereits Mitte der Woche bekannt geben, 2016 zusammen mit der neuen Tochter Acciona Windpower Bestellungen über 3,3 Mrd. Euro erhalten zu haben - ein Plus von 33,6 Prozent. Der Anteil der Regionen Süd- und Nordamerika, in der Acciona vor allem unterwegs ist, machte 34 (Vorjahr: 10) Prozent aus, Afrika und Europa zusammen 65 (90) Prozent.

Ende Februar will Nordex seine vorläufigen Geschäftszahlen für 2016 veröffentlichen und einen Ausblick wagen. Interessant wird dann die Einschätzung von Firmenchef Lars Bondo Krogsgaard zur Entwicklung des US-Geschäftes sein. Der designierte US-Präsident Donald Trump hatte sich im Wahlkampf negativ zu erneuerbaren Energien geäußert.

APA/ag
15
63
148426200004
401484318340

Gutachten: Murkraftwerk-Volksbefragung muss stattfinden

Weiter zum Artikel
Graz, 13.01.2017

Die Plattform "Rettet die Mur" hat am Freitag ein neues Rechtsgutachten des Verfassungsexperten Heinz Mayer vorgelegt. Daraus geht hervor: Die Volksbefragung zum Murkraftwerk hätte nicht abgelehnt werden dürfen. Seinen Überlegungen zufolge hat der Grazer Gemeinderat "im angefochtenen Bescheid die Rechtslage mehrfach und gravierend verkannt." Daher müsse die Befragung durchgeführt werden.

Mayer erklärte am Freitag, dass der Bescheid zur Abweisung "rechtlich nicht haltbar" sei. Der Gemeinderat der Stadt Graz verkenne, "dass eben nicht nur die Frage der Vollziehung aus dem eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde, sondern auch alle sonstigen die Gemeinde betreffenden politischen Entscheidungen und Planungen Gegenstand einer Volksbefragung sein können."

Der Gemeinderat habe weiters seine Abweisung mit einer Judikatur des Verfassungsgerichtshofs begründet. Diese stützte sich aber auf eine andere Bestimmung als die in diesem Fall relevanten Passagen des Steiermärkischen Volksrechtegesetzes. Auch die Fragestellung sei - entgegen der Meinung der Stadt-Juristen - eindeutig.

Clemens Könczöl, Sprecher der Plattform, forderte auf Basis des Gutachtens die Durchführung der Volksbefragung: "Kein Politiker hat das Recht den Menschen ihre demokratische Volksbefragung zu nehmen." Die Anfang des Jahres begonnenen Bauarbeiten müssten sofort eingestellt werden.

"Rettet die Mur" hat übrigens am 2. Dezember 2016 gegen den Bescheid der Stadt eine Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht Steiermark erhoben. Das Verfahren nach dem Steiermärkischen Volksrechtegesetz ist seither anhängig und erst am Anfang, sagte Sprecher Norbert Mandl am Freitag zur APA. In der Regel dauern die Verfahren etwa drei Monate, aber das Gericht habe bis zu sechs Monate Zeit zu entscheiden. Einen Baustopp könne es jedenfalls nicht verhängen und außerdem könnte eine Entscheidung in weitere Instanzen gehen.

Erst am Dreikönigstag waren 700 bis 1.000 Menschen bei einem friedlichen Protestmarsch entlang der Mur trotz eisiger Temperaturen mitgegangen. Am 21. Jänner ist ein weiterer Protestmarsch - diesmal in der Innenstadt - geplant.

Nagl gibt sich nicht geschlagen

Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) hat zum neuen Gutachten in Sachen Volksbefragung über das Murkraftwerk Stellung bezogen: "Es gibt eine Volksweisheit - zwei Juristen, drei Meinungen - daher gibt es Gerichte, die letztlich Entscheidungen treffen." Die KPÖ und die Grünen dagegen sehen sich in ihrer Kritik bestätigt und forderten einen Baustopp sowie die Durchführung der Volksbefragung.

Nagl hob hervor, dass der Einspruch der Wasserkraftwerksgegner beim Landesverwaltungsgerichtshof liege und dieser entscheiden werde. Außerdem werde das Gericht "sicherlich die Stellungnahme eines Verfassungsjuristen würdigen". Faktum bleibe aber - und das habe Experte Heinz Mayer nicht bewertet, "dass die Unterschriften jahrelang nicht eingebracht wurden und daher alle Entscheidungen, sowohl politisch, als auch bezüglich der Umweltverträglichkeit gefallen sind und das Kraftwerk schon gebaut wird."

Das Stadtoberhaupt brachte noch einmal ins Treffen, dass er 2012 immerhin rund 32.000 Menschen um seine Meinung zum Kraftwerk über das Internet befragt habe: "Da ging es 77 Prozent pro Murkraftwerk aus. 400.000 Euro für eine Befragung zu einer entschiedenen Sache auszugeben ist sinnlos." Daher werde dieses Kraftwerk und auch der sogenannte Sammelentlastungskanal nun gebaut.

Von einem "Paukenschlag im Krimi um das geplante Murkraftwerk" sprachen die Grazer Grünen: "Unsere Vermutungen wurden bestätigt, die Volksbefragung muss gemacht werden", meinten Grünen-Spitzenkandidatin Tina Wirnsberger und Umweltsprecherin Andrea Pavlovec-Meixner. Demokratie dürfe nicht willkürlich für die eigenen Ziele zurechtgebogen werden. Deshalb forderten sie Nagl auf, entsprechend dem vorliegenden Gutachten "umgehend die notwendigen Schritte für die Befragung" einzuleiten. Bis zum Ergebnis der Befragung, an das sich alle Parteien gebunden sehen sollten, müssten die laufenden Bautätigkeiten gestoppt werden.

KPÖ-Spitzenkandidatin Elke Kahr unterstrich noch einmal ihre Überzeugung, wonach man "die Bevölkerung einfach nicht befragen will" und es keine juristische Frage gewesen sei. Die Kommunisten meinten: "Deshalb bleiben wir bei unserer Haltung. Es gibt nur eine korrekte Vorgehensweise: Die Volksbefragung zum Murkraftwerk muss durchgeführt und das Ergebnis von allen Beteiligten akzeptiert werden." Es dürfe nicht sein, dass die Energie Steiermark und die Politik sich über die Meinung der Grazerinnen und Grazer hinwegsetzen, so Kahr.

APA
16
15
148426200004
401484309640

OMV hat Verkauf der UK-Tochter an Siccar Point abgeschlossen

Weiter zum Artikel
Wien, 13.01.2017

Die OMV hat den Anfang November gemeldeten Verkauf ihrer britischen Tochter OMV (U.K.) Limited an die schottische Siccar Point Energy Limited abgeschlossen. Das teilte die OMV am Freitag mit.

Für 100 Prozent der Anteile an dem Unternehmen erhält die OMV eine fixe Zahlung von 870 Mio. Dollar (814,7 Mio. Euro), darüber hinaus wurde eine bedingte Zahlungsverpflichtung von bis zu 125 Mio. Dollar vereinbart, die von der endgültigen Investitionsentscheidung in Bezug auf das Nordsee-Öl- und Gasprojekt Rosebank abhängig ist. An Rosebank hält die OMV (U.K.) nach dem Verkauf von 30 Prozent an Suncor Energy im Oktober 2016 noch einen Anteil von 20 Prozent.

APA
17
38
148426200004
401484318820

Energiegemeinschaft: Vorverfahren gegen Serbien eingeleitet

Weiter zum Artikel
Belgrad, 13.01.2017

Das Sekretariat der EU-Energiegemeinschaft hat laut der Presseagentur Tanjug nun ein Vorverfahren gegen Serbien wegen der Nichteinhaltung der EU-Wettbewerbsregeln auf dem Gasmarkt eingeleitet. Konkret geht es dabei um ein 2012 zwischen Serbien und Russland abgeschlossenes Gaslieferungsabkommen.

In dem zwischen dem russischen Gasriesen Gazprom und dem serbisch-russischen Unternehmen Jugorosgas abgeschlossenen Abkommen wurden Gaslieferungen für den serbischen Markt vereinbart.

Das Vorverfahren zielt darauf ab, Serbien eine zweimonatige Frist zu gewähren, auf die Vorwürfe zu reagieren und dem Sekretariat eine volle Einsicht in die Situation zu gewähren, teilte die EU-Energiegemeinschaft auf ihrem Internetportal mit.

APA
18
70
148417560008
801484213580

Indiens Solar-Ausbaupläne nehmen Fahrt auf

Weiter zum Artikel
Neu-Delhi, 12.01.2017

154 Transformatoren, 6.000 Kilometer Kabel, 2,5 Millionen Solarmodule und nur acht Monate Bauzeit. Die Zahlen der Betreibergesellschaft Adani zum Solarkraftwerk im südindischen Kamuthi sind beeindruckend. Seit gut einem Monat produziert es dort mit einer Kapazität von bis zu 648 Megawatt Strom - und hat damit die Topaz Solar Farm in Kalifornien als stärkstes Solarkraftwerk der Welt abgelöst.

Kamuthi steht stellvertretend für die Ambitionen eines Landes, das in den vergangenen fünf bis sechs Jahren eine energiepolitische Kehrtwende vollzogen hat. Abgesehen von Wasserkraftwerken in seinen nördlichen Gebirgen behandelte Indien seine erneuerbaren Energien geradezu stiefmütterlich. Bis 2010 spielten Wind- und vor allem Solarenergie in den Planungen des Landes so gut wie keine Rolle.

Inzwischen hat sich dieses Bild deutlich gewandelt. Allein im vergangenen Jahr hat das Land seine Erzeugungskapazität für Solarstrom fast verdoppelt auf nun knapp 10 Gigawatt, die Kapazität für Windenergie beträgt inzwischen knapp 29 Gigawatt. Weitere Großprojekte mit einer gemeinsamen Kapazität von knapp 20 Gigawatt für beide Energieträger seien bereits vergeben, heißt es aus dem Ministerium für erneuerbare Energien. Derzeit haben in Indien alle Kraftwerke zusammen eine Kapazität von über 300 Gigawatt.

Das Wachstum von Ökostrom soll sich besonders stark beschleunigen: Bis 2022 sollen in Indien alle erneuerbaren Energien für die Stromversorgung zusammen auf eine Kapazität von 175 Gigawatt ausgebaut werden. "Wenn die Nachfrage nach Strom weiter so schnell steigt, sollte es kein Problem sein, dieses Ziel zu erreichen", sagt Jeevan Jethani vom Ministerium. "Rechnet man die Baukosten der Kraftwerke mit ein, ist Ökostrom in Indien inzwischen günstiger als konventioneller Strom."

Rund 2.500 Kilometer nördlich vom Solarkraftwerk in Kamuthi befindet sich das Büro von A. K. Gupta. Er ist einer der Chefs der Metro in Neu Delhi und dort zuständig für die Elektrik. "Wir wollen Solarzellen mit einer Kapazität von 50 Megawatt auf den Dächern unserer Stationen und Bürogebäuden installieren", sagt er. "Zwei Fünftel davon sind schon erreicht."

Auf die Idee mit den Solardächern hat ihn die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gebracht. Die Deutschen entwickelten zusammen mit den Indern ein Finanzierungsmodell, bei dem die Betreibergesellschaft Geld spart und gleichzeitig die Umwelt schont. Gupta will nun sogar noch weiteren Solarstrom zukaufen, aus einem Kraftwerk im Bundesstaat Madhya Pradesh. "Mehr als 100 Megawatt gehen aber nicht, auch wenn ich das gerne hätte", sagt er. "Wir brauchen mehr Übertragungswege für solche Strommengen. Außerdem können wir den Solarstrom nirgendwo speichern."

Damit spricht er zwei der Probleme an, die die indische Euphorie für erneuerbare Energien doch noch bremsen könnten. Dazu gehören mangelnde Speicherkapazitäten, zu wenig Hochspannungsleitungen, Finanzierungsengpässe und zu wenig Fachpersonal.

Noch kann Indien Schwankungen in der Energieversorgung durch seine hohe Produktion an Kohleenergie ausgleichen. Doch je höher der Anteil von Wind- und Solarstrom wird, desto mehr muss das Land sich über Möglichkeiten Gedanken machen, die Versorgung auch durch Speichersysteme zu stabilisieren - und die sind teuer. Auch bei der Finanzierung seiner Kraftwerke ist das Land auf Kapital aus dem Ausland angewiesen. Sollten die Zinsen deutlich ansteigen oder das Vertrauen der internationalen Investoren wieder schwinden, lauern auch hier Gefahren für die Ausbaupläne.

"Rund zwei Drittel der Jobs im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien brauchen eine mittlere bis hohe Qualifikation", sagt Kanika Chawla und weist damit auf ein weiteres mögliches Problem hin. Sie ist Forscherin beim CEEW, dem indischen Rat für Energie, Umwelt und Wasser. "Wir müssen uns heute darum kümmern, dass es genügend Ausbildungsprogramme gibt, wenn das Wachstum anhalten soll."

An der Lösung des Problems fehlender Leitungen ist eine weitere deutsche Institution beteiligt. Die Entwicklungsbank KfW hat Kredite von gut einer Milliarde Euro für "Green Energy Corridors" vergeben, die den Ökostrom vom Erzeuger dorthin transportieren sollen, wo er gebraucht wird. Mindestens eine weitere Milliarde fließt im Rahmen der deutsch-indischen Solarpartnerschaft, die zum Beispiel den Ausbau von Solarzellen auf indischen Dächern fördern soll.

APA/dpa
19
42
148417560004
401484222880

Nachfrage nach Förderung für Ölkessel-Tausch gestiegen

Weiter zum Artikel
Wien, 12.01.2017

Die Förderung für den Tausch von Ölkesseln war im Vorjahr stärker gefragt: Insgesamt haben 5.503 österreichische Haushalte eine Unterstützung für die Modernisierung ihrer Ölheizung beantragt, teilte die Heizen mit Öl Gmbh am Donnerstag mit. Das sei ein Anstieg um 5 Prozent im Vergleich zu 2015 und die höchste Anzahl an Anträgen für den Umstieg auf Brennwertkessel seit 2012.

Insgesamt seien durch die Ölkesseltausch-Förderung seit 2009 bereits 4.084 Gigawattstunden (GWh) Energie eingespart worden. "Das ist so viel wie das Kraftwerk Freudenau an Strom in vier Jahren produziert", so Martin Reichard, Geschäftsführer der die Brancheninteressen vertretenden Heizen mit Öl GmbH. Einen Antrag auf Unterstützung haben seit 2009 laut Mitteilung fast 45.000 Haushalte gestellt. In Österreich heizten rund 800.000 Haushalte mit Öl. "Darunter sind hunderttausende veraltete Heizanlagen", so Reichard. Ziel sei, bis 2020 mindestens 60.000 alte Ölheizungen durch neue Brennwertgeräte zu ersetzen.

Für die Erneuerung einer Heizanlage in einem Einfamilienhaus beträgt die Förderung 2.500 Euro, für Mehrfamilienhäuser mit drei bis zehn Wohneinheiten 3.000 Euro. Für größere Wohnbauten und für Industrie- und Gewerbeanlagen gibt es eine Individualförderung zwischen 5.000 Euro und 25.000 Euro.

APA
20
28
148417560004
401484223000

Chinas Ölnachfrage steigt 2017 auf Rekordhoch

Weiter zum Artikel
Peking, 12.01.2017

Chinas Hunger nach Rohöl wird nach Prognose des größten staatlichen Produzenten in diesem Jahr so groß sein wie noch nie. Die Nachfrage werde um 3,4 Prozent auf knapp zwölf Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag steigen, hieß es in der am Donnerstag veröffentlichten Prognose der China National Petroleum Corporation.

Die Importe des Rohstoffs werden demnach um 5,3 Prozent auf 7,95 Mio. Barrel täglich zulegen.

APA/ag.
21
47
148417560004
401484223780

Investitionen in grüne Energien weltweit gefallen

Weiter zum Artikel
London, 12.01.2017

Die Investitionen in umweltfreundliche Energien sind einer Studie zufolge 2016 weltweit um fast ein Fünftel zurückgegangen. Sie lagen nur noch bei 287,5 Mrd. Dollar (273,7 Mrd. Euro). Ein Grund sei, dass die Preise für "grüne Technologien" gesunken seien, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht der Forschungsorganisation Bloomberg New Energy Finance.

Außerdem hätten China und Japan ihre Ausgaben für neue Großprojekte zurückgeschraubt. So habe die Volksrepublik 2016 in Energieformen wie Windkraft und Solar nur knapp 88 Mrd. Dollar investiert nach dem Rekordhoch von 119 Mrd. Dollar im Jahr davor.

APA/ag.
22
40
148408920004
401484127540

Alle niederländischen Züge fahren nun mit "Wind-Strom"

Weiter zum Artikel
Den Haag, 11.01.2017

In den Niederlanden werden seit der Jahreswende alle Züge ausschließlich mit Strom aus Windenergie betrieben. Diese Erfolgsmeldung gab die niederländische Eisenbahngesellschaft NS heraus. Es sei eine Weltpremiere. Die Gesellschaft NS ist für 5.500 Zugverbindungen pro Tag zuständig.

Das Energieunternehmen Eneco und NS unterzeichneten vor zwei Jahren einen Zehn-Jahres-Vertrag, in dem die vollständige Umstellung auf Windenergie für den Zugbetrieb Anfang 2018 vereinbart wurde. "Wir haben unser Ziel ein Jahr früher als geplant erreicht", sagte NS-Sprecher Ton Boon.

Die Leistung eines Windrads bei einer Stunde Laufzeit reicht laut Eneco und NS aus, um einen Zug 200 Kilometer weit fahren zu lassen. Die Gesellschaften setzen ihren Ehrgeiz nun daran, den Stromverbrauch für jeden gefahrenen Personenkilometer bis 2020 um ein Drittel zu senken.

APA/ag
23
39
148408920004
401484135160

Preis-Anstieg dürfte Erschließung von Ölfeldern vorantreiben

Weiter zum Artikel
London, 11.01.2017

Nach der jüngsten Ölpreis-Stabilisierung ist nun mit dem Startschuss zur Ausbeutung neuer Ölfelder zu rechnen. So würden 2017 wohl allein bis zu 25 Großprojekte mit Vorkommen von jeweils mehr als 50 Millionen Barrel auf den Weg gebracht, erklärte der Branchenberater Wood Mackenzie. 2016 wurden nur neun solcher Vorhaben angestoßen.

Nach zwei Jahren mit Kürzungen würden in diesem Jahr zudem die Investitionen der Energiekonzerne für Förderung und Produktion um drei Prozent auf 450 Mrd. Dollar (425,9 Mrd. Euro) steigen. Das wären allerdings noch immer 40 Prozent weniger als 2014, als der Ölpreisverfall im Jahresverlauf einsetzte.

Hintergrund für die Trendwende sind gestiegene Gewinn-Aussichten für die Branche, nachdem der Preis in den vergangenen Monaten um rund 20 Prozent zugelegt und sich bei etwa 55 Dollar pro Barrel stabilisiert hat. Von Mitte 2014 bis Jänner 2016 war der Preis wegen Überkapazitäten und mauer Weltwirtschaft von 115 bis auf 28 Dollar abgesackt. Das führte dazu, dass viele neue Projekte aufgeschoben oder laufende gestoppt wurden. Zudem fuhr die Branche ihre Investitionen zurück und schwenkte auf einen Sparkurs ein, indem sich etwa Fremdfirmen mit geringerer Bezahlung zufrieden geben mussten.

Der Ölpreis stabilisierte sich dann ab Herbst 2016, nachdem sich abzeichnete, dass die Opec und auch die großen Öl-Länder außerhalb des Förderkartells in einer gemeinsamen Aktion zur Stützung des Marktes ihre Produktion kappen. Sie wurden aktiv, nachdem der andauernde Preisverfall tiefe Löcher in ihre Staatskassen riss. Wood MacKenzie erwartet, dass der Ölpreis in diesem Jahr im Schnitt bei etwa 57 Dollar pro Fass verharren wird und bis 2020 auf etwa 85 Dollar steigt.

Eine Vielzahl neuer Förder-Projekte wird es den Experten zufolge in den USA geben. Denn dort lässt sich mittels der aus Umweltschutzgründen umstrittenen Fracking-Technik Schieferöl relativ günstig und schnell erschließen. In manchen Fällen dauert der Vorlauf dort nur sechs Monate. Je nach Lage kann zudem bei Ölpreisen zwischen 40 und 60 Dollar gewinnbringend produziert werden. Dank der seit 2014 in der Branche erreichten Kostenkürzungen von 20 Prozent und erwarteter weiterer fünf Prozent in diesem Jahr seien allerdings auch manche Tiefsee-Projekte schon bei Preisen zwischen 50 und 60 Dollar profitabel.

Die jahrelange Zurückhaltung bei Investitionen und neuen Projekten könnte den Experten von Wood MacKenzie zufolge allerdings trotz des für 2017 erwarteten Aufschwungs Folgen haben. So gehen die Experten davon aus, dass im Jahr 2025 das Öl-Angebot um 20 Millionen Barrel pro Tag unter der Nachfrage liegen wird. Dies könne nur aufgefangen werden, wenn bis zum Jahr 2020 zusätzliche Projekte angeschoben würden.

APA/ag
24
71
148408920004
401484140320

Ausbau der Windkraft gebremst

Weiter zum Artikel
Wien, 11.01.2017

Der Ausbau der Stromerzeugung aus Windkraft kommt langsamer voran. Bei der Förderstelle gibt es eine Warteschlange für die Genehmigungen. Zur Aufhebung des aktuellen Investitionsstaus von 1,4 Mrd. Euro forderten Branchenvertreter am Mittwoch erneut eine kleine Novelle des Ökostromgesetzes mit einem Förder-Sondertopf von 50 Mio. Euro und einer Fristverlängerung bei der Fördergenehmigung.

Der Ausbau verlief bereits im Vorjahr deutlich gebremst. Dieser Trend gehe rapide weiter, wenn es keine Reformen gebe, so IG-Windkraft-Geschäftsführer Stefan Moidl heute bei einer Pressekonferenz. Wurden 2015 noch 319 MW neu installiert, waren es 2016 nur mehr 228 MW bzw. 75 Windkraftwerke. Für 2017 wird mit einem weiteren Rückgang auf 186 MW bzw. 60 Anlagen gerechnet. Investiert wurden im Vorjahr 375 Mio. Euro, heuer dürften es nur mehr rund 300 Mio. Euro sein.

"Wir haben die absurde Situation", dass 260 fertig bewilligte Anlagen mit 850 MW bei der Ökostrom-Förderabwicklungsstelle OeMAG in der Warteschlange seien, so Moidl. Das entspreche rund 2,5 Prozent der österreichischen Stromversorgung, 5.100 Arbeitsplätzen bei der Errichtung und 460 Dauerarbeitsplätzen. An Investitionen seien dadurch 1,4 Mrd. Euro zurückgestellt. Laut Ökostromgesetz verfallen die Anträge nach drei Jahren. Die Frist solle mit der kleinen Novelle des Ökostromgesetzes auf fünf Jahre verlängert werden, forderten heute die Vertreter der Branche. Zusätzlich wird ein einmaliger Förder-Sondertopf von 50 Mio. Euro gefordert. Damit könnten rund 350 MW Windkraftleistung sofort mit Verträgen ausgestattet werden. Ein Sonderkontingent für Windkraft und Photovoltaik hat es bereits 2011 gegeben. Wenn man die Klimaziele erreichen wolle, müsse man weite auf erneuerbare Energie setzen, wurde betont.

Die Energie Burgenland habe 46 Anlagen mit einem Investitionsvolumen von 250 Mio. Euro in der Pipeline, so Vorstandschef Michael Gerbavsits. Zusammen mit anderen Betreibern dürfte der Investitionsstau im Burgenland insgesamt wohl Richtung 500 Mio. Euro gehen. Gerade jetzt, wo in Österreich das Wirtschaftswachstum nach wie vor nicht berauschend hoch sei, wären Investitionen der Energiewirtschaft notwendig, betonte Gerbavsits. Die Windkraftbetreiber seien bereit, ihren Beitrag zu leisten.

Die WEB Windenergie hat laut Vorstandsvorsitzendem Frank Dumeier bei der OeMAG derzeit 79 MW in der Warteschlange. Die dafür vorgesehenen Investitionen von rund 100 Mio. Euro fließen nun in Projekte in Frankreich, Italien und Deutschland. Dumeier wies auch auf das Risiko von Abschreibungen hin, falls genehmigte Projekte nach drei Jahren bei der OeMAG rausfallen und neue beantragt werden müssen.

Ökostromgesetz wieder reformieren

Die 260 Anlagen in der OeMAG-Warteschlange seien baureif und könnten sofort realisiert werden, betonte Moidl. In die Planung hätten die Betreiber bereits 50 bis 60 Mio. Euro investiert. Die Rahmenbedingungen hätten sich geändert: Durch die deutlich gesunkenen Marktpreise und die Vervielfachung der Ausgleichsenergiekosten könnten mit den vorhandenen Mitteln weniger Anlagen gefördert werden. 2018 würden ohne Reformen 110 Anlagen aus dem Verfahren rausfallen, 2019 weitere 80. Weiterhin gefordert wird von der Windbranche neben der kleinen Novelle eine umfassende Reform des Ökostromgesetzes.

Im Vorjahr stieg die installierte Windkraftleistung um 228 auf 2.632 Megawatt (MW), gab die IG Windkraft bekannt. 1.191 Windräder erzeugten mehr als 5,7 Mrd. Kilowattstunden (kWh) Strom. Mit dieser Menge können mehr als 40 Prozent aller Haushalte mit Strom beliefert werden. Die CO2-Vermeidung wird mit 3,7 Mio. Tonnen beziffert, das ist ungefähr soviel CO2 wie 1,6 Millionen Autos oder 35 Prozent aller Autos Österreichs ausstoßen. Größtes Windkraft-Bundesland ist Niederösterreich (mehr als 1.400 MW), gefolgt vom Burgenland (rund 1.000 MW) und der Steiermark (168 MW).

APA
25
62
148408920004
401484144760

Porsche Austria vertreibt Kreisel-Ladestationen für E-Autos

Weiter zum Artikel
Wien, 11.01.2017

Die Porsche Holding geht eine Kooperation mit der oberösterreichischen Kreisel Electric ein und vertreibt künftig deren Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge. Ziel ist der Aufbau einer Infrastruktur, mit der auch künftige Elektro-Autos mit einer Reichweite von 600 Kilometern und entsprechend starker Batterie innerhalb von 20 Minuten aufgeladen werden können.

Porsche selber baut aber nicht die Infrastruktur auf, sondern ist lediglich über die Tochter Allmobil Vertriebspartner von Kreisel Electric, sagten Alain Favey, Sprecher der Geschäftsführung der Porsche Holding, sowie Markus Kreisel, einer der drei Gründer-Brüder von Kreisel Electric, am Mittwoch zum Auftakt der Vienna Auto Show.

Für Haushalte ist das Produkt nicht gedacht, kostet es doch inklusive einer Speichermöglichkeit für bis zu 92 kWh Strom in der Größenordnung von 100.000 Euro. Konkurrenzprodukte würden ohne Stromspeicher ähnlich viel kosten, sagte Kreisel. Dank Pufferung mit dem gespeicherten Strom und einer Ladeleistung bis zu 320 kW sollen die Ladezeiten von lediglich 20 Minuten möglich werden, wobei Porsche und Kreisel davon ausgehen, dass sich die Batteriekapazitäten in den nächsten Jahren verdoppeln werden - von 35,8 kWh beim aktuellen E-Golf mit 300 km Reichweite (unter Idealbedingungen) auf etwa 80 kWh für absehbare Modelle mit 600 km Reichweite. So eine Batterie zu Hause mit der Haushaltssteckdose aufladen würde zwei Tage dauern, verglich Wilfried Weitgasser, Geschäftsführer der Porsche Austria.

Zwar könne man ab dem ersten Quartal 2017 bestellen, die ersten Auslieferungen sind für das zweite Halbjahr 2017 geplant. Zielgruppe sind grundsätzlich alle Interessierten, nicht nur Firmen der VW-Gruppe. Jedenfalls hätten viele Partner schon großes Interesse an der Kreisel-Entwicklung gezeigt, Favey geht davon aus, dass wohl 100 Händler des Konzerns so eine Station installieren könnten - öffentlich zugänglich. Für den Strom werde man zahlen müssen. Bei Energiekosten von zwei Cent je Kilometer sei dies aber immer noch sehr günstig verglichen mit Benzin oder Diesel. Die Stationen werden auch über die drei gängigen Anschlüsse für E-Tankstellen verfügen, so Kreisel.

Kreisel hebt hervor, dass die Ladestationen Strom langsam aufnehmen können, etwa aus Photovoltaikanlagen, ihn aber dann sehr rasch abgeben. Bei einem entsprechend starken Netzanschluss (44 kW sind vorgesehen) könne die Station auch rasch aufgeladen werden. Moderne von Elektronik gepflegte Batterien würden auch nicht mehr so schnell kaputt, Kreisel geht davon aus, dass eine Verwendung über rund 30 Jahre realistisch sei - und auch dann werde eher die Elektronik ausfallen, als die Speicherkapazität selber.

20 Minuten Ladezeit mögen manchen heute lange erscheinen und in der Stadt scheine der Zugang zu Ladestationen ein Problem zu sein, räumt Kreisel ein. Er geht aber davon aus, dass bald Supermärkte Ladestationen aufbauen werden, wo man sein Fahrzeug beim Einkauf anhängen kann. Da Batterien ohnehin nicht entleert, sondern immer wieder rasch aufgeladen werden sollten, werde man sich umstellen und "nebenbei" die Batterie auffüllen. Bei Handys sei am Anfang mit Standby-Zeiten von einer Woche geworben worden, heute gehe man selbstverständlich davon aus, dass sie täglich oder sogar häufiger aufgeladen werden müssen, vergleicht Kreisel.

Auch wenn derzeit die Vorbereitungen für die E-Mobilität auf Hochtouren laufen, der Absatz ist noch überschaubar: Die VW-Gruppe hat den Verkauf in Österreich zwar 2016 verdreifacht, aber auf nur 408 Stück. Heuer sei wieder eine Verdoppelung angepeilt, auf "ich hoffe 1.000 Stück", so Favey.

APA
26
79
148408920004
401484151480

Autokonzerne und Versorger jagen Tesla bei Ladestationen

Weiter zum Artikel
München/Stuttgart/Dearborn, 11.01.2017

Europäische Autokonzerne und Versorger wollen in das Geschäft mit Ladestationen groß einsteigen und damit dem Marktführer Tesla Paroli bieten. BMW, Daimler Volkswagen und Ford wollen in diesem Jahr damit beginnen, 400 Ladesäulen einer neuen Generation in Europa aufzustellen, mit denen die Batterie der Elektro-Fahrzeuge deutlich zügiger aufgeladen werden kann.

Dabei befinden sie sich in Gesprächen mit Versorgern und Industriekonzernen, wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Darunter seien E.ON, die RWE -Tochter Innogy und Siemens. "Das ist eine konzertierte Aktion, um die Infrastrukturfrage richtig anzupacken", sagte ein Insider. Die Gespräche mit möglichen Partnern seien angelaufen, berichtete ein Sprecher von Ford im Namen des Konsortiums. Es würden wohl mehrere Versorger ins Boot geholt. Namen nannte er nicht.

E.ON und Innogy wollen ihre Aktivitäten im Bereich der Elektromobilität vorantreiben und haben dazu gerade eigene Geschäftsbereiche aufgebaut. Die Versorger können sowohl den Ökostrom für die Ladestationen liefern, die Säulen selbst oder für Stadtwerke und Unternehmen betreiben oder privaten Haushalten die Ladesäulen in die Garage stellen. Trotz des Hypes um das Thema Elektromobilität rät der Portfoliomanager von Union Investment, Thomas Deser, zur Vorsicht: "Der Markt ist betreffend der Wirtschaftlichkeit von Ladestationen noch im Niemandsland". Es gebe neben dem kostenlosen Angebot von Tesla mehrere verschiedene Konzepte. "Alle Anbieter unterliegen großen Wettbewerbs-, Kosten- und Technologierisiken", sagte Deser. Für die Stromversorger gehe es vorläufig eher ums Image als um neue Gewinnquellen.

Mit der Bündelung der Kräfte senken die Unternehmen auch ihr Risiko. Die langen Ladezeiten der E-Autos gelten als eines der größten Hindernisse für einen Durchbruch der Technik, lassen sich Verbrennungsmotoren doch in Windeseile volltanken. Lange Strecken lassen sich bei den E-Autos ohne zeitaufwändigen Zwischenstopp nicht bewältigen. Das Konsortium plant Ladestationen mit einer Leistung von 350 Kilowatt, das wäre rund dreimal so viel wie die von Tesla. Doch Tesla-Chef Elon Musk will sich nicht geschlagen geben. Auch 350 Kilowatt seien letztlich noch Kinderkram.

Die Autokonzerne haben sich in Sachen E-Autos ehrgeizige Ziele gesetzt. Daimler-Chef Dieter Zetsche erwartet bei Mercedes bis 2025 einen Anteil von 15 bis 25 Prozent. Aber zunächst muss das Problem der langen Ladezeiten gelöst werden. In Europa gibt es zwar bereits 72.000 öffentliche Ladepunkte, die meisten brauchen aber für einen kompletten Ladevorgang Stunden. Die Internationale Energieagentur stuft rund 5.800 Stationen als "schnell" ein. Die schnellsten Stationen hat Tesla. Die mehr als 1.800 Geräte verfügen über 120 Kilowatt. Für eine Strecke von 270 Kilometer brauchen allerdings auch sie eine halbe Stunde Ladezeit. Bei Stationen mit 350 Kilowatt könnte der Ladevorgang auf unter zehn Minuten verkürzt werden.

Auf Dauer werde es in einem wachsenden Markt einfacher für die traditionellen Autokonzerne, gegen Tesla zu bestehen, sagt der Autoanalyst von IHS Markit, Graham Evans. Tesla sei zwar unabhängig. Die Platzhirsche in der Autoindustrie könnten aber auf größere Ressourcen zurückgreifen. Und die werden gebraucht. Ein weltweites Ladenetz erfordert Milliardeninvestitionen. Die Ladesäulen des Konsortiums kosten pro Stück etwa 200.000 Euro. US-Marktführer Charge Point will selbst ab Juli Ladesäulen mit bis zu 400 Kilowatt Leistung anbieten.

Derzeit geht es in dem Rennen vor allem darum, möglichst viele Säulen aufzustellen. Früher oder später dürfte aber auch immer wichtiger werden, was die Ladepunkte einbringen. Tesla hatte bisher den Strom für seine Fahrzeuge umsonst angeboten. Für Autos, die ab Mitte Jänner bestellt werden, gilt dies nur noch bis zu einem bestimmten Limit. "Geld zu verbrennen, weil Markt und Technik in der Breite noch nicht reif sind, dürfte auch von den Aktionären nicht honoriert werden", sagte Union Investment-Experte Deser.

APA/ag
27
44
148400280004
401484039700

Anmeldefrist für Energiekosten-Stop-Aktion endet am Mittwoch

Weiter zum Artikel
Wien, 10.01.2017

Für die diesjährige Energiekosten-Stop-Aktion des Verein für Konsumenteninformation (VKI) läuft die Anmeldefrist Mittwoch Mitternacht ab. Bisher haben sich auf www.energiekosten-stop.at rund 50.000 Verbraucher gemeldet, schrieb der VKI in einer Aussendung.

Der VKI organisiert seit 2013 jährlich ein Bestbieterverfahren für den Gemeinschaftseinkauf von Strom und Gas. Die teilnehmenden Haushalte haben sich laut VKI in den letzten drei Jahren damit mehr als 20 Mio. Euro erspart. Im vergangen Jahr lag die durchschnittliche Ersparnis beim Wechsel des Anbieters für Strom und Gas bei 450 Euro pro Jahr und Haushalt.

APA
28
37
148400280004
401484041560

OMV-Vorstand Leitner bis 2019 verlängert

Weiter zum Artikel
Wien, 10.01.2017

Beim börsennotierten Energieriesen OMV ist der Vertrag von Vorstandsdirektor Manfred Leitner um weitere zwei Jahre verlängert worden, wie der Konzern mitteilte.

Leitner - er gehört dem Vorstand seit April 2011 an - sei somit bis 31. Dezember 2019 OMV-Vorstand für den Bereich Downstream (Refining & Marketing sowie Gas & Power). Sein aktueller Vertrag wäre Ende 2017 ausgelaufen.

APA
29
17
148400280004
401484053440

Irak setzt vereinbarte Öl-Förderkürzung um

Weiter zum Artikel
Bagdad, 10.01.2017

Der Irak setzt nach eigenen Angaben die mit den anderen Öl-Ländern vereinbarten Produktionskürzungen um. Seit Anfang Jänner würden 160.000 Barrel pro Tag weniger gefördert, erklärte das Öl-Ministerium. Bis Ende Jänner soll die Reduzierung wie vereinbart bis auf 210.000 Barrel ausgeweitet werden.

Die OPEC und große Öl-Staaten außerhalb des Förderkartells hatten sich im Dezember erstmals seit 2001 auf eine Produktionskürzung verständigt. Damit wollen sie den Ölpreis stützen, der seit 2014 wegen eines Überangebots massiv gefallen ist. Nun wird mit Spannung verfolgt, ob die untereinander teils zerstrittenen Länder ihre Zusagen einhalten.

Experten sind sich zudem nicht sicher, ob die Kappung ausreicht, um Angebot und Nachfrage wieder in die Waage zu bringen. Der Preis für Öl der Sorte Brent stieg am Dienstag um rund 0,3 Prozent auf 55,30 Dollar pro Fass (159 Liter).

APA/ag.