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Wie der Stahl möglichst "grün" werden soll

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17.02.2017

Siemens, Verbund und voestalpine wollen in Linz gemeinsam die weltweit größte und eine der ersten Elektrolyseanlagen auf Basis der Protonen- Austausch-Membran-Technologie realisieren.
 
Vor wenigen Tagen hat das Projektkonsortium H2Future aus voestalpine, Siemens und Verbund sowie Austrian Power Grid (APG) und den wissenschaftlichen Partnern K1-MET und ECN von der Europäischen Kommission den Zuschlag für die Errichtung einer der weltweit größten Elektrolyseanlagen zur Erzeugung von grünem Wasserstoff erhalten. Dabei werden die Kooperationspartner an der Realisierung einer innovativen Wasserstoff-Demonstrationsanlage am voestalpine-Standort Linz arbeiten und die Einsatzmöglichkeiten von grünem Wasserstoff testen.
 
Der Hintergrund des rund 18 Mio. €"schweren" Pilotprojekts: In Europa sind sowohl die Industrie als auch die Energieversorger mit großen energiepolitischen Herausforderungen konfrontiert; sehen doch die Klima-und Energieziele der EU bis 2030 eine Senkung der CO2 Emissionen um 40% vor.
 
Das stellt zumindest aktuell die energieintensive Industrie vor nahezu unlösbare Probleme. Wasserstoff aus CO2-freiem Grünstrom würde hier ein gewaltiges Potenzial für den Einsatz als Industrierohstoff wie auch zur Energiespeicherung eröffnen.
 
2/3 von der Kommission
 
Für die Umsetzung des Ziels, "grünen" Wasserstoff mit Protonen-Austausch-Membran (PEM)-Technologie zu produzieren und den Einsatz des Wasserstoffs als Industriegas sowie den Einsatz der Anlage am Regelenergiemarkt zu testen, stellt die Europäische Kommission rund 12 Mio. € an Fördermitteln aus dem Horizon 2020 EU-Programm zur Verfügung. Die Anlage wird am Gelände der voestalpine in Linz errichtet und betrieben. Der erzeugte grüne Wasserstoff wird künftig direkt in das interne Gasnetzwerk eingespeist und damit der Einsatz von Wasserstoff in verschiedenen Prozessstufen der Stahlerzeugung getestet.
 
CO2-neutraler Stahl
 
Die voestalpine gilt in ihrer Branche bereits seit Längerem als Umwelt- und Effizienzbenchmark: Mehr als 2,2 Mrd. € hat der Technologie-und Industriegüterkonzern allein im vergangenen Jahrzehnt nur für den laufenden Betrieb seiner Umweltanlagen in Österreich aufgewendet.
 
"Wir arbeiten konsequent an der Weiterentwicklung unserer Prozesse in Richtung einer schrittweisen De-Karbonisierung der Stahlproduktion, um auch für die zukünftigen Herausforderungen in puncto Klima-und Umweltschutz bestmöglich aufgestellt zu sein", sagt CEO Wolfgang Eder.
 
Über Brückentechnologien - vor allem auf Erdgasbasis (wie in der neuen Direktreduktionsanlage in Texas; siehe medianet No. 2065, S. 90) - strebt die voestalpine im Lauf der nächsten zwei Jahrzehnte den sukzessiven Ersatz von Kohle durch die Anwendung von alternativen Energieträgern in der Stahlerzeugung an. "Mit der Errichtung der neuen Pilotanlage für die Herstellung von CO2-neutralem Wasserstoff an unserem Standort Linz setzen wir einen weiteren Schritt in Richtung langfristiger Realisierung dieser Technologietransformation in der Stahlindustrie", bekräftigt Eder. Voraussetzung dafür seien jedoch die Bereitstellung von ausreichend Energie aus erneuerbaren Quellen sowie politische Rahmenbedingungen, die eine gesicherte Langfristplanung auch zulassen.
 
Der Beitrag von Siemens
 
Siemens hat ein Elektrolysesystem auf Basis der PEM (Proton Exchange Membrane)-Technologie entwickelt, das es durch die Umwandlung von elektrischem Strom in Wasserstoff ermöglicht, große Energiemengen aufzunehmen und zu speichern.
 
Dieses Elektrolysesystem ist bereits in mehreren Projekten im Einsatz und wird von Siemens kontinuierlich weiterentwickelt. In Linz wird nun die neueste Generation der Technologie mit einer Leistung von 6 MW in einem geschlossenen Zellverbund zum Einsatz kommen. "Der gewonnene Wasserstoff ist vielseitig einsetzbar, z.B. als Grundstoff in der Industrie, wie in Linz, oder auch als Treibstoff in der Mobilität und als Energieträger bei der Strom-und Gasversorgung", erklärt Siemens-Generaldirektor Wolfgang Hesoun.
 
Weltweit werden jährlich über 500 Mrd. m 3 Wasserstoff verbraucht, von denen bislang mehr als 95% durch einen CO2 lastigen Gasreformierungsprozess hergestellt werden. Hesoun: "Mit Wasserstoff aus Elektrolyse kann dieser CO2-lastige Wasserstoff ersetzt werden, wodurch sich die Emissionsbilanz von industriellen Prozessen stark verbessern lässt. Erfolgt die Elektrolyse mit Strom aus regenerativen Quellen, ist die Wasserstofferzeugung zudem nahezu klimaneutral."
 
Standort Österreich stärken
 
Neben Stromerzeugung, -übertragung, -handel und -vertrieb setzt der Verbund zunehmend auf den Ausbau energienaher Dienstleistungen für Industrieund Gewerbe-wie auch Haushaltskunden.
 
"Mit H2Future setzen wir den Weg zum 100 Prozent CO2-freien Erzeuger konsequent fort", kommentiert Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber. "Wir freuen uns über dieses zukunftsweisende Projekt, das die Anliegen der produzierenden Industrie und die effiziente Nutzung sauberer Energie optimal verbindet. Unser gemeinsames Ziel ist die Reduktion der CO2-Emissionen und die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich durch den Einsatz neuester, klimaschonender Hochtechnologie -gerade das Thema 'Grüner Wasserstoff' bietet großes Potenzial für den industriellen Einsatz wie auch als Speichertechnologie, um die volatile Stromerzeugung aus den neuen erneuerbaren Energien auszugleichen und damit optimal in das System zu integrieren."
 
H2Future auf einen Blick
 
Innovationspotenzial Bis dato verbrennt man Kohle, um Sauerstoff aus Eisenerz zu ziehen und Stahl zu erzeugen. H2Future soll aus Strom Wasserstoff produzieren, der die Aufgabe der Kohle übernimmt. Dies würde die Stahlerzeugung CO2 neutral machen und der Industrie bei der Vorgabe helfen, bis zum Jahr 2050 80% des CO2-Ausstoßes zu reduzieren.
 
Ein Blick in die Zukunft H2Future wird rund vier Jahre im voestalpine-Werk in Linz getestet, danach soll es in den Regelbetrieb integriert werden. Sollte das Pilotprojekt erfolgreich sein, könnte man weitere Produktionsstandorte (z.B. Donawitz) von Kohle und Koks auf Wasserstoff umstellen und dadurch den CO2-Ausstoß deutlich senken.

Von Paul Christian Jezek

"Medianet" Nr. 2067/2017
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Anstieg der deutschen Energiepreise im Jänner gebremst

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Berlin, 17.02.2017

Nach dem starken Anstieg der Energiepreise zum Jahreswechsel sind die Kosten für Strom, Kraftstoff und Heizöl im Jänner deutlich langsamer geklettert. Im Vergleich zum Dezember zogen sie um 0,9 Prozent an, wie aus dem aktuellen Energiepreis-Monitor der European Climate Foundation (ECF) hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorlag.

Einen Beitrag zur Verteuerung leistete die zum 1. Jänner gestiegene Umlage für erneuerbare Energien. Allerdings gingen die Strompreise trotzdem nur um ein Prozent nach oben - rechnerisch hätten es laut EFC 1,8 Prozent sein müssen. Im Dezember waren die Energiepreise im Vergleich zum Vormonat um 2,3 Prozent gestiegen.

Vor allem die Kraftstoffpreise trieben die Energiekosten im Jänner nach oben, sie legten gegenüber Dezember um 2,1 Prozent zu. Heizöl wurde um 1,2 Prozent teurer. Grund dafür waren die steigenden Ölpreise auf den internationalen Rohstoffmärkten. Die Gaspreise fielen für die deutschen Verbraucher dagegen im Schnitt um zwei Prozent auf den niedrigsten Wert seit Juli 2011.

APA/dpa
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EnBW baut mit Kanadiern Windkraft-Anlage in der Nordsee

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Düsseldorf/Karlsruhe, 17.02.2017

Der Versorger EnBW baut zusammen mit dem kanadische Energiekonzern Enbridge in einem Milliarden-Projekt einen neuen Windpark. Enbridge übernehme einen 49,9-prozentigen Anteil an dem Großprojekt "Hohe See", teilte EnBW mit und bestätigte damit Informationen der Nachrichtenagentur Reuters. EnBW hält die übrigen 50,1 Prozent.

Die Partner wollten das Großprojekt in der Nordsee vom Bau bis zur Inbetriebnahme gemeinsam finanzieren. Das Investitionsvolumen bezifferte EnBW mit rund 1,8 Milliarden Euro. "Nach seiner Inbetriebnahme 2019 wird der Windpark einen substanziellen Beitrag zu unserem Konzernergebnis leisten", betonte EnBW-Chef Frank Mastiaux.

Der Windpark in der Nordsee, eines der größten Offshore-Projekte in Europa, soll eine Leistung von knapp 500 Megawatt erreichen. Rechnerisch könnten damit jährlich mehr als eine halbe Million Haushalte mit Strom versorgt werden. Siemens hat sich bereits den Auftrag für Turbinen und Fundamente gesichert. Wegen der hohen Kosten und begrenzter eigener Finanzkraft hat sich der drittgrößte deutsche Versorger den Partner mit ins Boot geholt.

EnBW schaffe sich durch die Beteiligung der Kanadier "finanziellen Spielraum für die Entwicklung neuer Projekte", erklärte Mastiaux. EnBW will bis 2020 den Ökostromanteil am Erzeugungsmix auf mehr als 40 Prozent von 19 Prozent im Jahr 2012 erhöhen. Das Unternehmen hat bereits zwei große Windparks in der Ostsee in Betrieb genommen.

Auch Enbridge setzt auf erneuerbare Energien. Die Kanadier haben nun auch die Option für eine Beteiligung an einem weiteren EnBW-Projekt in der Nordsee. EnBW wolle noch im Frühjahr 2017 entscheiden, ob dort der Windpark "Albatros" errichtet werden soll. Dann könnte bis 2019 ein Gesamtprojekt mit einer Leistung von rund 610 Megawatt entstehen.

APA/ag.
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EU fördert Windstrom-Trasse in Deutschland

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Brüssel, 17.02.2017

Die EU stellt für den Ausbau einer Nord-Süd-Stromtrasse in Deutschland rund 40 Millionen Euro zur Verfügung. Die EU-Staaten hätten einem entsprechenden Vorstoß zugestimmt, teilte die EU-Kommission mit. Dadurch könne die Starkstromtrasse Suedlink von Schleswig-Holstein nach Baden-Württemberg und Bayern ausgebaut werden.

Rund 700 Kilometer Hochspannungsleitungen sollen letztlich zwischen Wilster in Schleswig-Holstein und Grafenrheinfeld in Bayern unter der Erde verlegt werden. Ziel ist vor allem, den in Norddeutschland in Windparks produzierten Strom zu Abnehmern in Süddeutschland zu transportieren.

APA/dpa
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OMV drehte 2016 nur knapp in Gewinnzone

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Wien, 16.02.2017

Die OMV hat 2016 trotz eines Umsatzrückgangs um 15 Prozent auf 19,26 Mrd. Euro ihr Ergebnis deutlich verbessert und weist einen kleinen Periodenüberschuss von 3 Mio. Euro aus, nach einem Verlust von 1,255 Mrd. Euro im Vorjahr. Die Gewinnausschüttung an die Aktionäre soll um ein Fünftel auf 1,20 Euro je Anteilsschein angehoben werden.

Das den Aktionären zuzurechnende Periodenergebnis (nach Abzug von Hybridkapitalbesitzern und nicht beherrschenden Anteilen) verbesserte sich von -1,1 Mrd. auf -217 Mio. Euro. Auch das vierte Quartal fiel deutlich besser aus als das Schlussquartal 2015: Der Umsatz wurde um 7 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro gesteigert, der Nettoverlust von 1,3 Mrd. auf 145 Mio. Euro reduziert. Das Clean CCS EBIT vor Sondereffekten (um Lagerhaltungseffekte bereinigt) verbesserte sich im vierten Quartal von 187 auf 315 Mio. Euro und entsprach damit den Erwartungen der Analysten.

Künftig werde man "keine Dividenden mehr auf Pump" ausschütten, hatte OMV-Chef Rainer Seele vor einem Jahr angekündigt. Nun wird die Dividende für 2016 kräftig angehoben, obwohl das Ergebnis nur knapp über der Nulllinie liegt und der um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn (CCS EBIT) mit 1,1 Mrd. Euro sogar um ein Fünftel zurückgegangen ist. Das sei angesichts der gesunkenen Öl- und Gaspreise sowie der Raffineriemarge ein guter Betriebserfolg, heißt es im Ergebnisbericht.

Seele hatte wiederholt angekündigt, sich künftig neben einer strikten Kostensenkung auf die Generierung von Cash zu konzentrieren - das sei gelungen. Man habe 200 Mio. Euro eingespart und liege damit um 100 Mio. Euro über dem Ziel, berichtet die OMV in ihrem Ergebnisbericht. Es wurde ein freier Cashflow nach Dividenden (inklusive Veränderung nicht beherrschender Anteile) von 1,1 Mrd. Euro generiert, er liegt damit um 1,7 Mrd. über dem Vorjahr. 1,7 Mrd. Euro an Erlösen stammen aus Verkäufen. Rund 600 Mio. Euro brachte der Verkauf von 49 Prozent der Anteile an der Gas Connect Austria. Zuletzt wurde der Verkauf der 100-prozentigen UK-Tochter an Siccar Point Energy um bis zu eine Milliarde Dollar vereinbart. Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit von 2,878 Mrd. Euro lag leicht über dem Vergleichswert des Vorjahres (2,834 Mrd. Euro).

Der Rückgang des Konzernumsatzes im Gesamtjahr um 15 Prozent wird vor allem niedrigeren Öl-Umsätzen auf Grund der gesunkenen Preise zugeschrieben. Die negativen Sondereffekte in Höhe von 1,388 Mrd. Euro (2015 waren es gut 3 Mrd. Euro) ergaben sich vor allem durch Abschreibungen von Vermögenswerten - etwa beim Verkauf des 30-Prozent-Anteils am Feld Rosebank und der OMV-Tochter in Großbritannien. Abschreibungen gab es auch bei der türkischen Petrol Ofisi und beim Kraftwerk Samsun.

Das Konzern-EBIT lag mit -271 Mio. Euro über dem Niveau von 2015 (-2,006 Mio. Euro). Die Rumänien-Tochter Petrom trug 330 Mio. Euro zum Konzern-EBIT bei (nach -114 Mio. Euro im Vorjahr).

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Bedrohung als Chance

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Wien, 16.02.2017

Die Blockchain-Technologie hält auch in der Energiewirtschaft Einzug, hieß es bei der EventHorizon2017. Während manche damit das Ende der traditionellen Energieunternehmen kommen sehen, beginnen diese, Blockchains selbst zu nutzen.

„Ignoriere alle Regularien. Konzentriere Dich ausschließlich auf die Physik, die Resilienz und das wirtschaftliche Interesse des Einzelnen.“ So beschrieb Ewald Hesse, Gründer der Wiener Firma GridSingularity, bei der Konferenz EventHorizon2017, die Idee hinter der Blockchain-Technologie, die ihren Proponenten zufolge die Energiewirtschaft gründlich verändern soll, und das innerhalb weniger Jahre. Das Konzept der Blockchains leitet sich von der „Kryptowährung“ Bitcoin ab. Daten über geschäftliche Transaktionen werden zu „Blöcken“ kombiniert und anonymisiert sowie verschlüsselt dezentral im Computernetzwerk der Teilnehmer gespeichert. Neue Transaktionen werden zu weiteren Blöcken zusammengefasst und mit den bestehenden kombiniert, womit eine „Kette“ von Datenblöcken, die Blockchain, entsteht. Diese ist von allen im Netzwerk Kooperierenden als gültig akzeptiert. So können diese Geschäfte untereinander abwickeln, ohne dass eine zentrale Institution die wechselseitige Zahlungs- und Lieferfähigkeit gewährleisten muss. Auf die Energiewirtschaft umgelegt, bedeutet das: Die Energieversorger laufen Gefahr, eines ihrer Kerngeschäfte, den Energieverkauf an Endkunden, zu verlieren. Auch der Energiehandel über Börsen könnte durch Transaktionen mittels Blockchains überflüssig werden. Eine wahre „Revolution“ also, die auf die Branche zukommt.

Selbst einsetzen

Vielleicht. Denn verständlicherweise haben die Energieunternehmen wenig Lust, sich mirnichts-dirnichts eliminieren zu lassen. Und so sind auch in Österreich etliche Blockchain-Pilotprojekte in Planung bzw. bereits im Gang. Ein Unternehmensstratege, der nicht namentlich genannt werden wollte, verlautete gegenüber dem EnergyNewsMagazine bei der EventHorizon, die Technologie werde sich mit höchster Wahrscheinlichkeit durchsetzen. In klassischen Geschäftsbereichen, wie eben dem Energieverkauf, würden die traditionellen Anbieter zweifellos an Boden verlieren - wobei die Margen aber ohnehin alles andere als üppig seien. Deshalb werde das Energieunternehmen der Zukunft im Wesentlichen zwei Geschäftsbereiche aufweisen. Erstens werde es als Infrastrukturanbieter agieren, der die technischen Voraussetzungen für das Funktionieren des Marktes bereitstellt und die Versorgungssicherheit mit (elektrischer) Energie auch weiterhin gewährleistet. Zweitens werde es umfassende Dienstleistungen anbieten, die weit über den klassischen Energievertrieb hinausgingen. In beiden Bereichen ließen sich Blockchains nutzbringend einsetzen.
Ähnlich äußerte sich Martin Graf, der Vorstand der Energie Steiermark. Ihm zufolge ist die Blockchain „die wichtigste Änderung in der Energiewirtschaft seit der Liberalisierung des Marktes“. Sein Unternehmen arbeite mit der Technischen Universität Graz zusammen, um die neue Technologie gewinnbringend zu nutzen und erfolgversprechende Geschäftsmodelle auszuarbeiten. Auch mit einschlägig ausgerichteten Start-ups werde kooperiert. Ferner habe die Energie Steiermark eine „enge Zusammenarbeit“ mit den Autozulieferern im Großraum Graz aufgebaut und arbeite ferner mit einer Online-Bank zusammen. „Blockchain ist eine faszinierende Technologie. Sie wird in Zukunft eine breite Palette an Geschäftstätigkeiten möglich machen“, resümierte Graf.
Die Wien Energie befasst sich ebenfalls mit dem Thema und testet die Technologie in einem bis Mai laufenden Pilotprojekt. Dabei geht es laut einer Aussendung des Unternehmens um „die Tauglichkeit der neuen Blockchain-Technologie für eine Tradingplattform im internationalen Gashandel“.

Netzwerk im Aufbau

Nicht zu unterschätzen sind allerdings die Herausforderungen, um Blockchains an die Bedürfnisse der Energiewirtschaft anzupassen, warnte Hervé Touati vom Rocky Mountain Institute (RMI) des US-amerikanischen Energiewirtschafts-Gurus Amory Lovins. Eine Blockchain für Energielieferungen zwischen Privatpersonen („Prosumern“) zu entwickeln und in Gang zu bringen, könne gut und gerne 300.000 US-Dollar verschlingen. Überdies fehle es an standardisierten „Smart Contracts“, grob gesprochen, Programmen für Blockchains, die deren Nutzung in bestimmten Geschäftbereichen ermöglichen. Deshalb gründete Touati die „Energy Web Foundation“, der mittlerweile rund 80 Unternehmungen und Institutionen angehören. Ziel der „Foundation“ ist es, ein internationales Netzwerk aus Entwicklern und Nutzern von Blockchains im Energiebereich zu schaffen und auf diese Weise zu einer Standardisierung grundlegender Softwareanwendungen zu kommen. Touati plant, die gesamte Wertschöpfungskette im Energiesektor mittels Blockchains abzubilden, von der Anlagensteuerung und -wartung über die Vermarktung der Energie bis zur Abrechnung. Zurzeit ist Toauti beim „Fundraisung“. Im kommenden Jahr soll die „Foundation“ ihren Betrieb aufnehmen.

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Die deutsch-österreichische Strompreiszone

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Wien, 16.02.2017

Österreich und Deutschland haben seit rund 15 Jahren einen gemeinsamen Strommarkt, in dem unbegrenzt Strom gehandelt werden kann. Bei den Großhandelspreisen an der Börse gibt es keinen Unterschied, Österreich und Deutschland haben somit auch eine gemeinsame Strompreiszone. Diese soll nun getrennt werden, Österreich wehrt sich dagegen. Strom dürfte durch eine Trennung in Österreich teurer werden.
 
Die heimische E-Wirtschaft spricht von mehreren hundert Millionen Euro im Jahr. Die österreichische Regulierungsbehörde E-Control rechnet damit, dass Unternehmen stärker betroffen sind als Haushalte. Befürchtet werden in Österreich auch Standortnachteile. In Deutschland sind die Großhandelspreise im Zuge des Erneuerbaren-Ausbaus deutlich gesunken und damit durch die gemeinsame Preiszone auch in Österreich. Innerhalb Europas sind ansonsten die Strompreise je nach Land unterschiedlich.
 
Den österreichisch-deutschen Strommarkt trennen möchten die deutsche Bundesnetzagentur sowie die europäische Regulierungsagentur ACER. Dabei werden aber keine Stromleitungen gekappt, sondern es soll der Stromhandel eingeschränkt werden.
 
Grund für die angestrebte Trennung ist vor allem der massive Ausbau der Stromerzeugung aus Windkraft in Norden Deutschlands. Der Strom muss zu den Verbrauchszentren in den Süden gebracht werden, dafür fehlen innerhalb Deutschlands Stromleitungs-Kapazitäten. Polen und Tschechien sind ebenfalls für die Trennung der deutsch-österreichischen Strompreiszone, denn der deutsche Windkraftstrom fließt in so genannten Ringflüssen über diese beiden Länder nach Süden und belastet deren Stromnetze.
 
Die deutsche Bundesnetzagentur will nun ab Anfang Juli 2018 ein Engpassmanagement zwischen Deutschland und Österreich einführen, "weil die Kapazitäten der Übertragungsnetze in Deutschland, Österreich sowie Polen und Tschechien technisch nicht in der Lage sind und auch bei erfolgreichem Netzausbau langfristig nicht in der Lage sein werden, den gehandelten Strom vollständig zu transportieren", wie sie Ende Oktober vergangenen Jahres mitteilte. Der Stromhandel soll eingeschränkt werden, die Bundesnetzagentur sprach davon, dass nur die Handelsspitzen gedeckelt werden sollen.
 
Mitte November 2016 hat die europäische Energieregulierungsbehörde ACER die Stromzonentrennung beschlossen. Österreich will dagegen alle Rechtsmittel ergreifen, will dazwischen aber auch verhandeln. Österreich weist darauf hin, dass die gemeinsame Strompreiszone mit Deutschland in der EU als beispielhaft für eine gelungen Marktintegration gelte. In Arbeit ist derzeit auch eine Studie der europäischen Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E über Preiszonen in Mitteleuropa.
 
WEB http://wko.at

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Leitl kämpft für Erhalt der Strompreiszone mit Deutschland

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Wien, 16.02.2017

Eine Trennung der seit 2001 bestehenden gemeinsamen Strompreiszone zwischen Österreich und Deutschland würde nach Expertenschätzungen 300 Mio. Euro Mehrkosten mit sich bringen, drei Viertel davon müsste die österreichische Wirtschaft tragen, warnt Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl und macht sich neuerlich für den Erhalt der Strompreiszone stark.
 
"Für Österreich würde der Zerfall dieser Energiezusammenarbeit eine Strompreiserhöhung von 10 Prozent bedeuten", sagte Leitl am Dienstag in einer Pressekonferenz in Wien. "10 Prozent im Schnitt für die Wirtschaft, die damit an Wettbewerbsfähigkeit verliert, 10 Prozent im Schnitt für die Konsumenten, denen dadurch Kaufkraft abgeschöpft wird."
 
Auch auf europäischer Ebene wäre die Trennung der Strompreiszone ein falsches Signal, sagt Leitl. "Die Strompreiszone stellt in Europa ein Best-Practice-Beispiel dar. Es kann doch nicht sein, dass dieses nun wieder zurückgenommen werden soll. Wir fordern die Europäische Kommission auf, alles zu tun, damit es keine Rückschläge in diesem Konzept gibt." Österreich habe im kommenden Jahr den Vorsitz in der EU, "da müssen wir uns einbringen, und wir müssen verhindern, dass Österreich als von der Wirtschaft energieintensives Land und unsere Menschen als Energieverbraucher beeinträchtigt werden". Im März werde es in Österreich ein großes Energiesymposion ("AlpEuregio.BusinessClub") geben, an dem auch der Vizepräsident der EU-Kommission Günther Oettinger teilnehmen werde. Auch dort werde man die Sache zur Sprache bringen, so Leitl.
 
Nach Ansicht des Energiemarktexperten Roland Kuras, Geschäftsführer der PowerSolution Energieberatung GmbH, gibt es keine physikalischen Leitungs-Engpässe zwischen Deutschland und Österreich, wie Befürworter einer Trennung argumentieren. Problematisch sei vielmehr, dass der in Deutschland vorgesehene Netzausbau nicht so rasch vorankommt wie geplant, betont Kuras.
 
"Wenn also kein Engpass an der Grenze besteht, ist es fraglich, ob eine Trennung den - etwa von Staaten wie Polen oder Tschechien - gewünschten Erfolg zeigen kann", sagte Florian Schuhmacher, Universitätsprofessor für Zivil- und Unternehmensrecht an der WU Wien und Energie- und Wettbewerbsrechtexperte.
 
Die Entscheidung der Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER) vom 17. November 2016, die u.a. eine Gebotszonengrenze an der deutsch-österreichischen Grenze vorsieht, wird von der E-Control und österreichischen Übertragungsnetzbetreibern bekämpft. Diese Klagen werden von der Wirtschaftskammer rechtlich unterstützt. Eine Entscheidung des Beschwerdeausschusses von ACER wird für Mitte März erwartet. "Von da gibt es dann einen Rechtszug an die Gerichte der Europäischen Union, in dem Fall das allgemeine Gericht der Europäischen Union", sagte Schuhmacher. Gegen die Aufteilung der Strompreiszone spreche vor allem, dass eine Beschränkung des Stromhandels ein Verstoß gegen die Warenverkehrsfreiheit wäre, so Schuhmacher.
 
WEB http://wko.at
 
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Ukrainische Regierung ruft Energienotstand aus

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Kiew/Moskau, 16.02.2017

Wegen Nachschubproblemen bei der Kohle aus der Ostukraine hat die ukrainische Regierung den Energienotstand erklärt. Nach dem Kabinettsbeschluss in Kiew rief Energieminister Igor Nasalik die Bürger zu energiesparendem Verhalten zuhause und am Arbeitsplatz auf.

Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, werde die Regierung die Energieversorgung in den verschiedenen Regionen des Landes abwechselnd unterbrechen müssen. Grund für den Notstand ist eine Blockadeaktion, mit der ukrainische Ultranationalisten seit zwei Wochen die für den Kohletransport benötigten Eisenbahnstrecken aus der Ostukraine blockieren. Ihr Protest richtet sich dagegen, dass die ukrainische Energiewirtschaft immer noch Kohle aus den Gebieten im Osten des Landes bezieht, die unter Kontrolle prorussischer Rebellen stehen.

Ministerpräsident Wolodimir Groisman bezeichnete die Protestaktionen auf der Kabinettssitzung als "Verbrechen". "Diese Blockade könnte Krankenhäuser und Privatunterkünfte von der Energieversorgung abschneiden", sagte er. "Gegen normale Menschen zu kämpfen, ist nicht akzeptabel."

Die Kohlelieferungen aus der Ostukraine waren trotz der dortigen Kampfhandlungen in den vergangenen Jahre fortgesetzt worden, weil Kraftwerke in der ganzen Ukraine auf diese Kohle angewiesen sind. Die Blockierer beklagen, dass die Ukraine damit Geld in die Taschen der Rebellen im Osten spüle.

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Shell verlängert Großauftrag mit Telekom-Tochter T-Systems

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Frankfurt/London, 16.02.2017

Der Ölriese Shell lässt einen Teil seiner Informationstechnologie auch weiter von der Deutsche Telekom-Tochter T-Systems betreuen. Shell habe den entsprechenden Großauftrag vorzeitig um vier Jahre bis 2022 verlängert, teilte die Telekom am Donnerstag mit. T-Systems betreut seit 2008 vier Rechenzentren des britisch-niederländischen Unternehmens.

Derzeit kümmern sich 1.400 T-Systems-Mitarbeiter um den Auftrag. Branchenexperten schätzen das Umsatzvolumen der Verlängerung über die Laufzeit auf eine Milliarde Euro.

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Flüssigerdgas soll Schweröl bei Schifffahrt ablösen

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Leer, 16.02.2017

Wegen verschärfter Umweltvorschriften dürfen Schiffe von 2020 an nur noch mit schwefelarmem Treibstoff auf den Weltmeeren fahren. Für Nord- und Ostsee gilt bereits jetzt ein noch strengerer Grenzwert von höchstens 0,1 Prozent Schwefel. Damit ist ein Ende des heute noch üblichen Schwerölbetriebs absehbar.

Vor allem Containerschiffe verbrennen dieses Öl, das besonders viele Schadstoffe wie Schwefel, Stickoxide und CO2 freisetzt. Aber auch viele Kreuzfahrtschiffe fahren mit dem Treibstoff, der als extrem klimafeindlich gilt. Rußpartikelfilter und Abgaswaschanlagen greifen nach Einschätzung von Umweltschützern zu kurz.

Als derzeit schadstoffärmster fossiler Brennstoff für die Schifffahrt gilt "Liquefied Natural Gas" (LNG). Das Erdgas wird auf minus 162 Grad Celsius gekühlt und damit verflüssigt. Dadurch kann es in großen Mengen auf Tankern transportiert werden.

Mit Flüssigerdgas werden Stick- und Kohlendioxid in den Abgasen der Schiffe deutlich verringert und auch im Vergleich zu herkömmlichem Marinediesel noch einmal erheblich gesenkt. Der Ausstoß von Schwefeloxiden und Rußpartikeln wird ganz vermieden. Allerdings sind die Investitionskosten für ein Schiff mit einem zusätzlichen LNG-Motor um 20 bis 30 Prozent höher als für einen herkömmlichen Schiffsantrieb.

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EU-Parlament will strengere Regeln im Emissionshandel

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Straßburg, 15.02.2017

Das Europäische Parlament verlangt schärfere Regeln im Emissionshandel. Darauf einigten sich die Volksvertreter in Straßburg. Demnach sollen zwischen 2021 und 2030 die zur Verfügung stehenden Zertifikate für Stromerzeuger und Industrie jährlich um 2,2 Prozent gekürzt werden, einige der ungenutzten Emissionspapiere sollen vom Markt genommen werden.

Besonders energieintensive Branchen wie Zement- und Stahlindustrie sollen weiterhin kostenlose Zertifikate erhalten.

In der EU werden Emissionszertifikate seit 2005 in einem gemeinsamen System gehandelt. Darin sind 11.000 Unternehmen erfasst. Sie müssen für jede Tonne Treibhausgase ein entsprechendes Zertifikat kaufen. Ihre Zahl ist begrenzt und wird jedes Jahr reduziert. Dadurch soll ein Anreiz geschaffen werden, die klimaschädlichen Gase so weit wie möglich zu reduzieren.

Aufgrund der Wirtschaftskrise und geringerer Produktion ist jedoch ein großer Überschuss an Zertifikaten entstanden. Derzeit liegt er bei circa drei Milliarden ungenutzter Emissionspapiere. Der Preis für die Zertifikate fiel deshalb im vergangenen Jahr auf unter vier Euro - einen Anreiz zum Umweltschutz gibt es damit kaum noch.

Damit die Preise wieder steigen, schlägt das Parlament vor, den Überschuss durch die Streichung von 800 Millionen Zertifikaten im Jahr 2021 zu reduzieren. Der Umweltverband Climate Action Network (CAN) geht jedoch davon aus, dass der Überschuss bis 2020 auf bis zu 4,4 Milliarden ungenutzter Emissionspapiere steigen könnte, bis 2030 sogar auf bis zu sieben Milliarden.

Weiterhin kostenlose Zertifikate

Energieintensive Branchen, deren Unternehmen potenziell in Länder außerhalb der EU mit geringeren Klimavorschriften abwandern könnten, sollen auch weiterhin kostenlose Zertifikate erhalten. Dazu zählt beispielsweise der Stahl- sowie der Zementsektor. Derzeit werden 43 Prozent der Emissionspapiere ohne Bezahlung vergeben, 57 Prozent stehen zur Auktion. Das Parlament stimmte nun dafür, den kostenlosen Anteil wegen der stufenweisen Minderung der jährlich ausgegebenen Zertifikate auf bis zu 48 Prozent zu erhöhen.

Die Position der Volksvertretung ist Grundlage für einen Einigungsprozess mit der EU-Kommission und dem Rat, dem Gremium der Mitgliedstaaten. Die EU-Länder müssen ihre Verhandlungsposition noch festlegen, erwartet wird eine Entscheidung noch vor Ende des Monats.

Die Kommission hatte im Juli 2015 einen Vorschlag für die Änderung der geltenden Gesetze im Emissionshandel vorgelegt, um die Klimaziele der EU erreichen zu können. Darin sah die Behörde vor, die Zahl der Zertifikate jährlich um 2,2 Prozent zu verringern. Damit würde die vorgesehene Zielmarke erreicht, bis 2030 insgesamt 43 Prozent weniger Emissionen als 2005 zu produzieren.

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Mexikos Pemex verkaufte Anleihen für 4,25 Mrd. Euro

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Mexiko-Stadt, 15.02.2017

Das mexikanische Energieunternehmen Pemex hat auf dem Anleihenmarkt 4,25 Mrd. Euro eingesammelt. Die Bonds mit Laufzeiten von viereinhalb, sieben und elf Jahren seien 4,2-mal überzeichnet gewesen, teilte der Staatskonzern am Dienstag mit. Nach Angaben von Pemex war es die größte Euro-Anleihenzeichnung aus einem Schwellenland. Der Erlös soll in neue Projekte und die Refinanzierung fließen.

Der bisher streng regulierte Energiemarkt in Mexiko wird derzeit liberalisiert. Pemex will Förderprojekte künftig gemeinsam mit ausländischen Investoren vorantreiben. Wegen des niedrigen Ölpreises und der sinkenden Produktion war Pemex zuletzt unter Druck geraten. Für dieses Jahr erwartet der Konzern eine Produktion von 1,94 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl pro Tag. 2004 lag sie noch bei 3,4 Millionen Barrel.

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Welser Doppler-Gruppe machte 2016 mehr Gewinn

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Linz/Wels, 15.02.2017

Der Welser Tankstellenbetreiber Doppler hat 2016 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 6,12 Mio. Euro erzielt, 2015 waren es 4,76 Mio. Euro. Heuer sind rund 6,56 Mio. Euro geplant, wie die Geschäftsführer Bernd Zierhut, Daniela Dieringer und der geschäftsführende Eigentümer Franz Joseph Doppler in der Bilanzpressekonferenz am Dienstagabend in Linz bekannt gaben.

Der operative Cash-Flow wird mit 15,11 Mio. Euro beziffert, der Umsatz sei etwa beim Vorjahresniveau von rund 755 Mio. Euro gelegen. Gründe für das Gewinnwachstum sind laut Zierhut einerseits die rasche Eingliederung der 2014 übernommenen AWI-Filialen sowie des Flüssiggasgeschäfts der Energie Steiermark und andererseits das "Multichannel Sourcing", also der unabhängige Einkauf bei Raffinerien. Diese Strategie soll auch beibehalten werden. Dennoch wird es ab 2017 - vorerst für 5 Jahre - eine strategische Partnerschaft mit der OMV geben. "Ein Drittel der abgesetzten Menge werden wir fix dort kaufen", sagte Zierhut.

Die Doppler Gruppe betreibt derzeit 238 Tankstellen - 180 unter der Marke Turmöl und 58 unter BP. Heuer sollen rund 20 Standorte von BP auf Turmöl umgebrandet werden und Turmöl damit zur größten Diskont-Marke aufsteigen.

Doppler verkaufte 2016 über 800 Mio. Liter Treibstoffe, das sind 3 Prozent mehr als im Jahr davor. Benzin und Diesel seien derzeit "noch das Kerngeschäft", so Zierhut, die Zukunft sieht er aber in Ladestationen für Elektroautos. Man brauche für diesen Vorgang 15 Minuten, die Tankstelle werde sich damit zum "Kommunikationsort" entwickeln, ist er überzeugt. Auch angesichts einer bescheidenen Neuanmeldungsrate von aktuell 0,9 Prozent und Problemen wie mangelnder Infrastruktur und Reichweite oder hohen Anschaffungskosten: "Wir glauben daran", sieht Franz Joseph Doppler ebenfalls in den E-Autos die Zukunft und "ein Neugeschäft, das in Zukunft Kerngeschäft werden darf".

Aktuell sind drei Schnellladestationen in Linz, Wels und Klaus in Vorbereitung, sie sollen bis spätestens Mitte 2018 in Betrieb gehen. Wann es zu einem größeren Rollout kommt - also 30 bis 40 Stationen - sei "marktabhängig". Bei der Verbreitung von E-Autos und Ladestationen ortet Dieringer derzeit noch ein "Henne-Ei-Problem".

Seit Oktober ist Doppler durch eine Kooperation mit der Energie AG auch am Wärmemarkt vertreten. Beim mobilen Erdgas will man ebenfalls weiter expandieren. Zu den bestehenden zehn Tankanlagen sollen heuer 18 weitere dazukommen. Umwelttechnisch sieht Doppler hier Chancen: Denn Erdgasfahrzeuge würden eine reale CO2-Reduktion bringen und seien bereits jetzt in puncto Reichweite und Anschaffungskosten eine "wirkliche Alternative zu Verbrennungsmotoren", so Doppler.

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Siemens schließt Fabrik für Windturbinen-Rotorblätter

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Kopenhagen/München, 15.02.2017

Siemens schließt eine Rotorblätterfabrik für Windturbinen in Dänemark. Dabei würden 430 Stellen gestrichen, erklärte der Konzern. Der Standort in Engesvang werde dichtgemacht, weil sich die Produktion dort nicht für den Bau größerer Flügel erweitern lasse, sagte ein Sprecher.

Siemens, das vor gut einem Jahrzehnt mit der Übernahme der dänischen Bonus Energy in das Windkraftgeschäft eingestiegen war, werde sich auf die zwei übrigen Fabriken in Dänemark konzentrieren.

Nach den Einschnitten beschäftigten die Münchner noch 6.500 Menschen in dem Land, mehr als vor Jahresfrist, sagte der Sprecher.

APA/ag.
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Wien Energie testet mit Kanadiern Blockchain-Projekt

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Wien, 14.02.2017

Die Wien Energie testet nun die Blockchain-Technologie: Gemeinsam mit internationalen Energieunternehmen beteiligen sich die Wiener an einem vom kanadischen Blockchain-Start-Up BTL durchgeführten Pilotprojekt für den internationalen Gashandel. Die BTL Group werde das Projekt auf Basis ihrer bestehenden Interbit-Handelsplattform durchführen.

Das Beratungsunternehmen EY unterstützt BTL bezüglich Evaluierung und Prüfung. Der Test läuft von Februar bis Mai 2017. Ziel ist laut Wien Energie, die Blockchain-Technologie für den Energiehandel zu erproben.

Die Blockchain-Technologie wird etwa bei der Internet-Währung Bitcoin verwendet. In der Energiewirtschaft kann sie beispielsweise bei der dezentralen Erzeugung in Kleinanlagen mit einem Transaktionssystem kombiniert werden, das autonom ohne zentrale Instanz agiert. So könnten Energielieferanten oder Clearingstellen durch Blockchains ersetzt werden, die als Handelsplattform fungieren, in der Daten dezentral gespeichert sind. Es könnte beispielsweise ein Privater mit PV-Anlage seinen Strom dem Nachbarn weiterverkaufen - ein direkter Handel zwischen Haushalten ist derzeit aber nicht erlaubt. Energiefirmen sehen Chancen durch die Technologie unter anderem in Energiehandel, E-Mobilität, Strom-Sharing oder Internet der Dinge.

Durch unterschiedliche Versuchsanordnungen sollen neue Erkenntnisse zum Einsatz von Blockchain im Energiegeschäft gewonnen bzw. mögliche Prozessoptimierungen und Kosteneinsparungen ausgelotet werden, so Wien-Energie-Geschäftsführer Peter Gönitzer am Dienstag in einer Mitteilung. Blockchain sei ein weiterer Digitalisierungstrend, der auf die Energiewirtschaft zukomme, die Wien Energie wolle größter Energiedienstleister Österreichs die Chancen dieser Technologie aktiv nutzen, betonte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Michael Strebl.

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Toshiba verschiebt Zahlen-Veröffentlichung

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Minato, 14.02.2017

Der angeschlagene japanische Elektronikriese Toshiba will seine Quartalszahlen und die Abschreibungen für sein US-Atomkraftwerksgeschäft statt am Dienstag erst am 14. März veröffentlichen. Man kläre mit den Buchprüfern noch immer die Verluste in Zusammenhang mit dem Kauf eines US-Kraftwerkbauers, begründete der Konzern nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo die Verzögerung.

Auf das Ausbleiben konkreter Zahlen reagierte der Markt prompt: Die Wertpapiere des Konzerns sackten um 9,4 Prozent ab. Der Konzern hat große finanzielle Probleme mit seinem Atomgeschäft in den USA. Die Abschreibungen dürften in Milliardenhöhe liegen.

Toshiba hat nach einem Bilanzskandal und der folgenden Radikalsanierung zuletzt hohe Verluste eingefahren und Konzernteile verkaufen müssen. Die Schulden könnten allerdings das Vermögen des Konzerns überschreiten.

APA/dpa
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EVN-Einigung zu Bulgarien-Strom-Streit

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Wien/Maria Enzersdorf, 14.02.2017

Der niederösterreichische Energieversorger EVN hat mit der staatlichen bulgarischen Stromgesellschaft NEK zu strittigen Fragen einen außergerichtlichen Vergleich erzielt. Daraus ergibt sich im zweiten Quartal der Periode 2016/17 für die EVN ein positiver Effekt auf das Konzernergebnis in Höhe von rund 38 Mio. Euro, teilte der niederösterreichische Versorger am Montag mit.

Der positive Effekt auf das Konzernergebnis ergibt sich aus der Zuschreibung der in dem Zusammenhang in der Vergangenheit wertberichtigten Forderungen und Verzugszinsen. Das von der EVN AG angestrengte internationale Schiedsgerichtsverfahren vor dem "International Centre for the Settlement of Investment Disputes" (ICSID) gegenüber der Republik Bulgarien bleibt ungeachtet der Vereinbarung mit der NEK - und vorbehaltlich allfälliger Implikationen des jetzigen Vergleichs auf das Verfahren - weiter anhängig, heißt es.

Der Vergleich umfasst laut EVN insbesondere die Abgeltung des noch offenen Teils der vom 1. Juli 2012 bis zum 31. Juli 2013 entstandenen und von der EVN Bulgaria vorfinanzierten Ökostrom-Mehrkosten und Verzugszinsen, die die NEK der EVN Bulgaria ersetzen müsse. Die Umsetzung erfolge durch die von beiden Parteien anerkannte Aufrechnung der genannten Forderungen der EVN Bulgaria mit Forderungen der NEK gegenüber der EVN Bulgaria aus Energielieferungen.

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EU-Parlament will stärkere Reduzierung der CO2-Zertifikate

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Straßburg, 14.02.2017

Das EU-Parlament will eine stärkere Reduzierung der CO2-Zertifikate. Die Anzahl der CO2-Zertifikate soll jährlich um 2,4 Prozent gesenkt werden. Die EU-Kommission hatte zuletzt 2,2 Prozent vorgeschlagen.

Allerdings waren sich die EU-Abgeordneten nicht in allen Bereichen einig. Während einigen der Klimaschutz auch angesichts des Pariser Abkommens nicht weit genug geht, nannten andere die Maßnahmen erschwerend für die Industrie. EU-Energiekommissar Miguel Arias Canete sprach von entscheidenden Zeiten und die Europäische Union sollte die Speerspitze beim Klimaschutz sein. Es gehe darum, die CO2-Reduktionsziele zu erreichen, aber auch gleichzeitig verwundbare Branchen zu schützen und einen sauberen Übergang zu schaffen.

Einige Abgeordnete sprachen von gemischten Gefühlen, ein "Traumabkommen" sei die am Mittwoch abzustimmende Forderung des EU-Parlaments nicht. Andere meinten, es sei immerhin ein erster Schritt. Kritik kam von mehreren Mandataren, dass es Ausnahmen für die Dünger- und Stahlindustrie gebe, auch für den Zementsektor.

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Stärkere Reduzierung der CO2-Zertifikate vor Ablehnung

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Straßburg, 14.02.2017

Das EU-Parlament dürfte eine von zahlreichen Abgeordneten gewünschte stärkere Reduzierung der CO2-Zertifikate nun doch ablehnen. Die Mehrheit des Europaparlament scheint mit dem EU-Kommissionsvorschlag von 2,2 Prozent Senkung einverstanden. Zuvor war eine stärkere Senkung von 2,4 Prozent gefordert werden. Die Abstimmung erfolgt Mittwochmittag in Straßburg.

Die ÖVP-Europamandatarin Elisabeth Köstinger sagte, wesentlich sei, einerseits die ambitionierten Klimaziele und andererseits den Wirtschaftsstandort Europa zu sichern. Ihr Fraktionskollege Paul Rübig erklärte, mit der Erhöhung von 1,75 auf 2,2 Prozent des jährlichen Reduktionsfaktors seien bereits 100.000 Arbeitsplätze betroffen. Bei 2,4 Prozent wären es aber 130.000 Arbeitsplätze.

Die SPÖ-Europamandatarin Karin Kadenbach verwies darauf, dass nach ursprünglichen Vorstellungen die Preise für Zertifikate rund 30 Tonnen pro Tonne CO2 hätten ausmachen sollen, "wir sind bis knapp drei Euro gefallen. Derzeit sind es fünf bis sechs Euro. Das bedeutet, dass der gewünschte Lenkungseffekt nicht erreicht wurde". Kritik übte sie an Ausnahmen für die Zementindustrie.

Der FPÖ-EU-Abgeordnete Franz Obermayer bezeichnete eine Erhöhung der Reduktionsziele von 2,2 auf 2,4 Prozent als inakzeptabel. Dies könnte auch zu einem hohen Standortnachteil führen.

Die liberale Europamandatarin Angelika Mlinar wandte sich ebenfalls gegen eine Erhöhung der Reduktionsziele.

Bereits tags zuvor waren sich die EU-Abgeordneten nicht in allen Bereichen einig. Während einigen der Klimaschutz auch angesichts des Pariser Abkommens nicht weit genug geht, nannten andere die Maßnahmen erschwerend für die Industrie. EU-Energiekommissar Miguel Arias Canete sprach von entscheidenden Zeiten und die Europäische Union sollte die Speerspitze beim Klimaschutz sein. Es gehe darum, die CO2-Reduktionsziele zu erreichen, aber auch gleichzeitig verwundbare Branchen zu schützen und einen sauberen Übergang zu schaffen.

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EDF mit geringerem Gewinnrückgang als erwartet

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Paris, 14.02.2017

Der Verfall der Strompreise in Europa hat auch beim französischen Energiekonzern EDF Spuren in der Bilanz hinterlassen. Hinzu kamen Probleme bei Reaktoren, die außerplanmäßig vorübergehend stillgelegt wurden. Der Gewinn vor Sonderposten ging 2016 um 15 Prozent auf 4,1 Mrd. Euro zurück, wie das größtenteils staatliche Unternehmen am Dienstag in Paris mitteilte.

Damit aber übertraf EDF deutlich die Erwartungen der Analysten. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel um sieben Prozent auf 16,4 Mrd. Euro. EDF hatte Mitte Dezember gewarnt, dass der operative Gewinn auf 13,7 bis 14,3 Mrd. Euro sinken werde.

Die 2016-Resultate zeigten, dass das Fundament von EDF robust sei, sagte Unternehmenschef Jean-Bernard Levy während einer Telefonkonferenz. "Wie bereits prognostiziert, 2017 wird ein schwieriges Jahr und 2018 wird das Jahr der Wende."

Auf die Probleme hat EDF bereits mit Stellenstreichungen und weniger Investitionen reagiert. Um sich neue finanzielle Spielräume zu eröffnen, will der Konzern im laufenden ersten Quartal über die Ausgabe neuer Aktien vier Milliarden Euro einsammeln. Zudem will EDF sich bis 2020 von Unternehmensteilen in Höhe von 10 Milliarden Euro trennen. Mit dem Geld will der Konzern vor allem den Umbau der französischen Atomwirtschaft schaffen. So übernimmt EDF das Reaktorgeschäft von Areva und will ein neues umstrittenes Kernkraftwerk in Großbritannien bauen.

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Event Horizon 2017

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Wien

Event Horizon 2017
The Global Summit on Blockchain Technology in the Energy Sector
14. - 15. Februar 2017, Hofburg Wien 

Der Energiemarkt befindet sich im Umbruch. Bedeutendster Innovationstreiber ist die Blockchain-Technologie. Experten gehen davon aus, dass diese langfristig die gesamte Energiebranche verändern kann.

EventHorizon beleuchtet die (r)evolutionäre Technologie aus unterschiedlichen Blickwinkeln, zeigt Anwendungsbeispiele und erste Applikationen und bietet Raum für Diskussion sowie persönliche Vernetzung.

Treffen Sie weltweit führende Software-Entwickler (u.a. Vitalik Buterin, Dr. Gavin Wood), Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik (u.a. Dr. Christoph Frei, Dr. Manuel Sánchez-Jemenéz), international erfolgreiche Energy Blockchain Start-Ups, sowie etablierte Player der Energiebranche.

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Emissionshandel wird verschärft

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13.02.2017

Nach einer eineinhalbjährigen Beratungszeit wird das EU-Parlament in der nächsten Woche eine deutliche Verschärfung des Emissionshandels absegnen. Für Zementindustrie, Airlines und andere Branchen wird es künftig teurer, CO2 auszustoßen. Der Brexit könnte die Pläne aber noch einmal durcheinanderbringen.
 
Die geplante Reform des europäischen Emissionshandels für die Periode ab 2021 nimmt Gestalt an. Am Dienstag wird das Europaparlament in Straßburg über deutliche Mehrbelastungen für die Industrie abstimmen. Nur an wenigen Stellen gibt es noch Diskussionsbedarf. Auf dem Tisch liegt nun ein parteiübergreifender Konsensvorschlag, der die Vorlage der EU-Kommission noch einmal nachbessert. "Wir werden die Welt des Emissionshandels drastisch verändern", betont Peter Liese, der Sprecher der christdemokratischen EVP-Fraktion im Umweltausschuss.
 
Das Handelssystem ETS soll entscheidend dazu beitragen, dass die EU ihr CO2-Ziel bis 2030 erreicht - also eine Senkung des Ausstoßes um 40 %. Diese Reduzierung soll zu 43 % aus dem ETS kommen. Eine Reform, insoweit herrscht Einigkeit, ist unabdingbar, da aktuell nicht die richtigen Preissignale für den Ausstoß von Treibhausgasen gesendet werden. Geburtsfehler und die Wirtschaftskrise haben dazu geführt, dass heute einfach zu viele Zertifikate im Markt sind. Anstatt der ursprünglich kalkulierten CO2-Preise von rund 30 Euro je Tonne erreichen die Notierungen schon seit längerer Zeit kaum mehr als 5 Euro.
 
Zu den wichtigsten Reformschritten gehört daher eine Verschärfung der Knappheit. Geplant ist, bis zu 1 Mrd. Zertifikate aus dem Markt zu nehmen. Sie sollen nicht in die Marktreserve gesteckt, sondern komplett gelöscht werden. Zweiter Punkt: Die Menge an Zertifikaten soll jedes Jahr nicht mehr nur um 1,74 %, sondern sogar um 2,4 % reduziert werden - ebenfalls stärker als von der EU-Kommission vorgeschlagen. Gleichzeitig soll aber sichergestellt werden, dass die 10 % effizientesten Unternehmen einer Branche auch künftig ihre Zertifikate kostenlos erhalten. Die kostenlose Zuteilung soll daher um 5 % erhöht werden. Des weiteren ist die Einführung eines Innovationsfonds vorgesehen, über den die Entwicklung neuer Technologien zur CO2-Vermeidung oder -Verwendung gefördert werden. Dieser Fonds soll mit 600 Mill. Zertifikaten bestückt werden - eine milliardenschwere Innovations- und Investitionsförderung.
 
Die angepeilte Reform wird aller Voraussicht nach die CO2-Preise noch in der laufenden Handelsperiode nach oben treiben (siehe Grafik). Besonders belastet werden unter anderem Betreiber von Kohlekraftwerken, der Flugverkehr, bei dem die kostenlose Zuteilung von 85 auf 50 % kräftig gekürzt wird, sowie vor allem die Zement-und Kalkindustrie, die künftig keine kostenlose Zuteilung mehr erhält. Die Zementhersteller spielen eine beträchtliche Rolle im System: Auf sie entfällt heute rund ein Viertel der gesamten kostenlos verteilten Zertifikate. Als Ausgleich will das EU-Parlament nun eine "Grenzabgabe" für Zementimporte in die EU einführen, um die hiesigen Hersteller zu schützen.
 
Die Rolle der Zementindustrie ist einer der wenigen noch umstrittenen Punkte der Reform - auch da andere energieintensive Branchen wie die Stahlindustrie kaum angetastet werden. Die Stahlkocher haben in dieser Woche sogar noch erreicht, dass die SPD beantragt hat, die sogenannten Kuppelgase, die zur Stromproduktion verwendet werden, auch künftig zu 100 % vom Zertifikate-Kauf freizustellen.
 
Optimisten hoffen, dass nach dem Parlamentsvotum bereits bis Sommer eine endgültige Einigung über die ETS-Reform mit den EU-Mitgliedsstaaten erreicht ist. Dabei wird es aber wohl noch einige Änderungen geben: Die Löschung von bis zu 1 Mrd. Zertifikaten ist im Rat zum Beispiel kaum mehrheitsfähig. Ob die Reform dann eine lange Halbwertszeit hat, muss sich ohnehin noch zeigen. " Sollte Großbritannien nicht nur aus der EU, sondern auch aus dem ETS aussteigen, müssen die Zahlen wohl noch einmal neu berechnet werden", sagt der SPD-Umweltpolitiker Jo Leinen.
 
(c) Boersen-Zeitung, Frankfurt

Von Andreas Heitker, Brüssel

"Börsen Zeitung" vom 10.02.2017
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Wiener verbrauchen am wenigsten Energie

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Wien, 13.02.2017

In mancher Hinsicht ist die „grüne“ Millionenstadt Wien aber immer noch Schlusslicht.
 
Der Österreichische Biomasse-Verband hat den „Atlas der Bioenergie Österreich“ veröffentlicht und darin die Bundesländer einem Energiewende-Vergleich unterzogen. Darin zeichnet sich die Bundeshauptstadt durch den geringsten Energieverbrauch und den kleinsten Ausstoß an Kohlendioxid pro Kopf aus.
 
Obwohl Wien mit fast 1,8 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Bundesland ist, beträgt sein Energieverbrauch nicht einmal die Hälfte des Wertes der wesentlich stärker industrialisierten Bundesländer Ober- oder Niederösterreich. Im Bundesländer-Vergleich verbrauchen die Wiener mit Abstand die wenigste Energie. 83 Gigajoule (oder 23.000 kWh) pro Kopf sind nur die Hälfte des Energieverbrauchs eines Durchschnittsösterreichers. Die Treibhausgasemissionen Wiens sind von 1990 bis 2014 um fünf Prozent auf 7,8 Millionen Tonnen CO2 -Äquivalente gesunken.
 
Obwohl 21 Prozent der österreichischen Bevölkerung in der Bundeshauptstadt leben, beträgt ihr Anteil an den gesamten Emissionen Österreichs nur zehn Prozent. Die Pro-Kopf-Emissionen Wiens sind die niedrigsten in Österreich und betragen mit 4,4 Tonnen CO2 nicht einmal die Hälfte des österreichischen Schnitts von 8,9 Tonnen.
 
Hauptverursacher der Wiener Treibhausgasemissionen sind die Sektoren Verkehr (43 Prozent), Energie (20 Prozent) und Gebäude (17 Prozent).
 
Allerdings: Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch beträgt in Wien gerade einmal elf Prozent. Das ist mit Abstand der niedrigste Wert in Österreich (Bundesschnitt: 33 Prozent). Beim Pro-Kopf-Einsatz erneuerbarer Energien liegen die Wiener mit 9,4 Gigajoule abgeschlagen an letzter Stelle.
 
Die Energieversorgung Wiens wird von Erdgas (für Strom und Wärme) und Erdöl (im Verkehrssektor) beherrscht. Der Erdgas-Anteil ist in Wien mit 36 Prozent höher als in jedem anderen Bundesland. Dazu kommen 34 Prozent Erdöl und 13 Prozent Stromimporte. Da die Fossilenergien komplett aus dem Ausland bezogen werden, ist Wien deshalb auch zu 87 Prozent von Energieimporten abhängig. Auch das ist ein Negativrekord unter den Bundesländern.
 
Weiters nutzt Wien ein Viertel der gesamten Fernwärme Österreichs. Die Wiener Fernwärme basiert zu zwei Dritteln auf Erdgas, daher erreicht die Stadt nur einen Anteil erneuerbarer Fernwärme von 13 Prozent. Für den hohen Anteil brennbarer Abfälle (17%) sind die Wiener Müllverbrennungsanlagen verantwortlich. Das Waldbiomassekraftwerk in Simmering beliefert 12.000 Wiener Haushalte mit Biowärme. Während andere Bundesländer Stromüberschüsse produzieren, importiert Wien 55 Prozent seines Stromaufkommens vor allem aus Deutschland und Tschechien. Gerade 15 Prozent des Wiener Stroms stammen aus erneuerbaren Quellen.

Von Barbara Morawec

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Warum Kohle und Gas zurückkehrten

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13.02.2017

In den vergangenen Wochen sicherten die klassischen Kraftwerke die Versorgung - RWE & Co. fordern jetzt eine Reform des Marktes.
 
Der 17. Januar war für die Mitarbeiter von RWE im niedersächsischen Lingen ein Feiertag: So viel Strom wie an diesem Tag hatten sie noch nie auf einen Schlag ins Netz eingespeist. Zwischenzeitlich kletterte die Leistung auf über 3 300 Megawatt - allein in Lingen wurde damit über Stunden mehr Strom produziert als von allen Windrädern in Deutschland zusammen.
 
Nicht nur das dortige Kernkraftwerk war konstant in Betrieb. Auch die drei mit Gas befeuerten Blöcke liefen auf Hochtouren. "Wir haben alles ans Netz gebracht, was wir haben", berichtet Matthias Hartung. Der Chef von RWEs Kraftwerkssparte war an diesem Tag zufällig vor Ort.
 
Aber nicht nur in Lingen liefen die Anlagen unter Volllast, bundesweit waren Atom- und Gas-, aber auch Stein- und Braunkohlekraftwerke im Dauereinsatz. In der Spitze lagen an diesem Tag nach Daten des Thinktanks Agora Energiewende die konventionellen Kraftwerke mit einer Kapazität von 67 000 Megawatt am Netz - damit deckten sie den Stromverbrauch in Deutschland zu rund 90 Prozent ab. Die erneuerbaren Energien brachten es in der Spitze nicht einmal auf 15 000 Megawatt. Die installierten Windanlagen schöpften ihre Kapazität maximal zu zwölf Prozent aus, die Solaranlagen selbst in der Mittagszeit zu 14 Prozent.
 
Die Energiewende machte am 17. Januar weitgehend Pause. Im Süden Deutschlands und in der Mitte bedeckten dichte Wolken den Himmel, und es war neblig, die Sonne kam kaum bis zu den Solardächern. Vor allem aber war es in weiten Teilen Deutschlands äußerst windstill.
 
"Gas- und Kohlekraftwerke haben die Versorgung gesichert", hält RWE-Manager Hartung fest.
 
Und das war in diesem Winter, speziell im Januar, an vielen Tagen der Fall. Vom 17. bis zum 25. Januar blieb der Beitrag von Wind- und Solarenergie fast konstant niedrig. Von einer regelrechten "Dunkelflaute" ist seit Tagen die Rede. Die Branche debattiert über Erfolg und Misserfolg der Energiewende, vor allem aber über die aktuelle und künftige Rolle der konventionellen Kraftwerke. Deren Anteil am Strommarkt sinkt zwar kontinuierlich. Im vergangenen Jahr deckten die erneuerbaren Energien, die per Gesetz vorrangig ins Netz eingespeist werden, schon fast ein Drittel des Strombedarfs. Kohle-und Gaskraftwerke werden zunehmend aus dem Markt gedrängt. Es gibt aber eben auch Tage - wie im Januar - , an denen Wind- und Solarenergie witterungsbedingt zu einem großen Teil ausfallen - und dann müssen die konventionellen Kraftwerke bereitstehen.
 
"Wir können davon ausgehen, dass ein fossiles Back-up noch einige Jahrzehnte notwendig ist", sagt Norbert Schwieters, der bei der Beratungsgesellschaft PwC den Energiebereich leitet. Denn der Stromverbrauch wird steigen, wenn auch Heizung und Verkehr verstärkt auf Elektrizität umgestellt werden, um die vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen.
 
Aber wie lässt sich das auch langfristig gewährleisten? Bei den aktuellen Strompreisen im Großhandel rechnen sich Kohle- und vor allem Gasanlagen kaum noch.
 
Am 17. Januar war der Betrieb des Gaskraftwerks Lingen zwar über Stunden mehr als auskömmlich. In der Spitze kletterte der Strompreis am Spotmarkt sogar auf über 143 Euro je Megawattstunde.
 
Der Alltag sieht aber anders aus. Im langfristigen Terminmarkt kostet eine Megawattstunde für die Grundlast aktuell weniger als 30 Euro, und selbst für die Spitzenlast, also die Stunden mit besonders hohem Verbrauch, sind es nur 36 bis 38 Euro. Damit lassen sich in einem Gaskraftwerk nicht einmal die Betriebskosten decken.
 
2010, als in Lingen Block Din Betrieb ging, kostete Strom in der Spitzenlast noch häufig mehr als 60 Euro. Die Anlage war eigentlich perfekt auf die Energiewende ausgerichtet. Der Ausstoß des klimaschädlichen CO2 ist gering, und die Anlage lässt sich schnell und flexibel anfahren, um Schwankungen im Angebot von Wind- und Solarenergie abzufangen.
 
Tatsächlich wird dem Block, der rund 500 Millionen Euro kostete, aber die Energiewende zunehmend zum Verhängnis. Die Spitzenzeiten deckt immer häufiger die Solarenergie ab. Speziell in den Sommermonaten ist das Angebot an erneuerbaren Energien zeitweise so stark, dass Gasanlagen mit ihren vergleichsweise hohen Brennstoffkosten keine Chancen haben.
 
Im vergangenen Jahr war Block Dan 165 Tagen überhaupt nicht in Betrieb und an vielen anderen Tagen nur für wenige Stunden. Im Sommer 2014 hatte RWE die Gaskraftwerke am Standort Lingen sogar einmal für mehrere Monate komplett eingemottet.
 
"Auf Dauer lässt sich so kein Geld verdienen", sagt RWE-Manager Hartung. Die aktuellen Großhandelsstrompreise seien "zum Sterben zu viel, zum Leben aber zu wenig". Und nach seinen Worten wird es immer schwieriger: "Je mehr Wind- und Solarenergie ausgebaut wird, umso weniger Stunden werden Kohle- und Gaskraftwerke am Netz sein. Es wird also immer teurer, die Anlagen als Back-up bereitzuhalten."
 
Der Chef von RWEs Kraftwerkssparte sieht wie viele andere Kraftwerksbetreiber in der zugespitzten Lage im Januar, die Netzbetreiber wie Amprion als "angespannt" bezeichnen, einen Weckruf. "Das zeigt, dass wir auf Sicht nicht an einem Kapazitätsmarkt vorbeikommen", sagt Hartung. In einem solchen Modell bieten Kraftwerksbetreiber ihre Anlagen in einer Auktion als Reservekapazität an, um Schwankungen im Stromangebot abzufangen - und erhalten allein für das Bereithalten eine Vergütung.
 
Neue Debatte über Kapazitätsmarkt In Großbritannien gibt es einen solchen Kapazitätsmarkt. In Deutschland hat sich die Bundesregierung trotz der Lobbyarbeit von RWE & Co. aber dagegen entschieden. Stattdessen wurde ein komplexes System an Notreserven eingeführt. Die Bundesnetzagentur definiert gemeinsam mit den großen Netzbetreibern, wie viele und welche Kraftwerke systemrelevant sind und vor allem im Winter, wenn die Lage besonders kritisch ist, bereitgehalten werden. In einzelnen Fällen kann die Behörde auch gegen den Willen eines Betreibers eine Stilllegung verhindern. Beim Gaskraftwerk im bayerischen Irsching war das der Fall.
 
Für RWE-Manager Hartung ist das aber "regulatorische Flickschusterei". Es gebe keinen Grund, "in den Erhalt der Anlagen zu investieren, geschweige denn in neue Kraftwerke".
 
In der Branche erhält Hartung viel Unterstützung. "Wir brauchen Rahmenbedingungen, wie wir konventionelle Kraftwerke auch langfristig wieder ins Geld bekommen", forderte Johannes Kempmann, der Präsident des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), auf der Messe E-World in Essen: "Momentan haben wir noch genug Kraftwerke, aber wie sieht das 2022, 2023 oder 2024 aus?" Dann ist der Atomausstieg vollzogen.
 
NRW-Umweltminister Johannes Remmel wollte sich auf der E-World zwar nicht direkt der Forderung nach einem Kapazitätsmarkt anschließen. Aber auch der Grünen-Politiker räumte ein, dass selbst neue Kraftwerke derzeit kein Geld verdienen. Die Rahmenbedingungen seien nicht geeignet, dass die Unternehmen in neue Kapazitäten investieren könnten.
 
"Ich gehe jede Wette ein, dass das Thema Kapazitätsmärkte nach der Bundestagswahl wieder auf die Tagesordnung kommt", ist BDEW-Präsident Kempmann jedenfalls überzeugt.
 
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"Grüner" Stahl ganz ohne CO2

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Wien, 13.02.2017

Zukunftstechnologie. Voest, Verbund und Siemens bauen eine Pilotanlage, mit der aus Ökostrom statt Kohle sauberer Wasserstoff erzeugt wird. Die EU fördert das Vorzeigeprojekt.
 
Die Vorgaben der EU sind hoch: Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß um 40 Prozent, bis 2050 sogar um 80 Prozent sinken. Für die Stahlindustrie, seit jeher Großemissionär, ist es eine besondere Herausforderung, dieses Klimaziel zu erreichen. Schlichtweg hängt davon, wie Voestalpine-General Wolfgang Eder betont, die Zukunft der europäischen Stahlindustrie ab. Der Linzer Konzern, der in den letzten zehn Jahren schon rund 2,2 Mrd. Euro in Umweltanlagen gesteckt hat und zum Vorbild für die gesamte Branche geworden ist, geht auch jetzt bei einer neuen Technologie voran. Die Voest errichtet in Kooperation mit dem Verbund und Siemens in Linz eine der weltweit größten Wasserstoff-Elektrolyse-Pilotanlagen mit sechs Megawatt Leistung.
 
Die EU fördert das 18 Mio. Euro teure Projekt, das zwischen den Hochöfen und dem Stahlwerk gebaut wird, mit zwölf Mio. Euro. Weil es "eines unserer Flaggschiff-Projekte ist", sagte Executive Director Bart Biebuyck von der EU-Kommission am Dienstag. Weltweit werde beobachtet, was hier in Österreich entwickelt werde.
 
Bei "H2Future", wie das Pilotprojekt heißt, geht es schlichtweg darum, aus erneuerbarer Energie - die hierzulande in Form von Wasser und Wind vorhanden ist - mittels Elektrolyse "grünen" Wasserstoff zu erzeugen. Dieser soll dann direkt in einem industriellen Prozess, konkret der Stahlerzeugung, eingesetzt werden. Was bedeutete, dass Stahl komplett CO2-frei produziert werden könnte. Derzeit wird der industriell eingesetzte Wasserstoff nahezu gänzlich mittels eines CO2-lastigen Gastransformationsprozesses hergestellt.
 
Texas spielt Vorreiterrolle
 
Siemens liefert mit der PEM-Elektrolyseanlage die Schlüsseltechnologie für das Forschungsprojekt, berichtete Siemens-Österreich-Chef Wolfgang Hesoun. Forschung und Erprobung sind auf vier Jahre angelegt, dann soll die Anlage in den Stahlproduktionsprozess integriert werden. Mit an Bord bei der Forschung sind die Verbund-Tochter APG und die wissenschaftlichen Partner K1-MET und ECN.
 
Derzeit erzeugt die Voest aus Koks und Kohle Gas und daraus Strom. "Wir sind zwar zu mehr als 90 Prozent stromautark, aber der Vorgang ist nach wie vor sehr CO2-intensiv", betonte Eder. In der neuen Anlage in Texas, die zuletzt durch die Kostenexplosion Schlagzeilen machte, werden bereits zum Teil Kohle und Koks durch Erdgas ersetzt. Damit wird eine CO2-Reduktion von 40 Prozent erreicht. "Darauf aufbauend könnte in einem nächsten Schritt Erdgas durch Wasserstoff ersetzt werden", erklärte Eder.
 
Bis dahin wird es allerdings 15 bis 20 Jahre dauern. Denn auf dem Weg zum "grünen" Stahl aus "grünem" Wasserstoff gibt es eine große Hürde: "Wir haben die entsprechende Technologie noch nicht, wir kennen zwar die Richtung, aber der Schlüssel für das Gesamtkonzept fehlt uns", räumte Eder offen ein. Derzeit sei eine Technologieumstellung in der Stahlerzeugung "weder wirtschaftlich noch technisch darstellbar". Der Voest-Chef warnte in diesem Zusammenhang vor der in Österreich weit verbreiteten Skepsis. "Wenn wir immer nur zweifeln, werden wir nie den Durchbruch schaffen und gegen die Konkurrenz in Asien und Südamerika verlieren. Wir sind aber überzeugt, dass wir es schaffen", betonte Eder.
 
Österreich und Europa seien "Vorreiter gegenüber anderen Weltgegenden wie Asien und USA", ergänzte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber. Er befürwortet die Dekarbonisierungsstrategie der EU - unter der Voraussetzung, dass sie nicht zu einer Entindustrialisierung führt.
 
Für Anzengruber hat die Erzeugung von Wasserstoff aus Ökostrom noch aus einem weiteren Grund Charme: Es gebe nur eine Umwandlungsstufe, weshalb sich der Wirkungsgrad deutlich erhöhe (am höchsten ist er in einem Pumpspeicher, da beträgt der Verlust nur 20 Prozent).
 
Um tatsächlich "grünen" Stahl zu produzieren, braucht es freilich auch genügend Ökostrom - und dann entsprechend viel Wasserstoff. Würde die Voest ihre gesamte auf Koks und Kohle basierte Stahlproduktion umstellen, bräuchte sie 33 Terrawattstunden Ökostrom. Zum Vergleich: Das entspricht der Jahresleistung von 33 Kraftwerken. Diese Menge gibt es nicht - noch. Denn laut Biebuyck soll sich laut EU der Anteil der Erneuerbaren verdrei- bis vervierfachen.
 
Auf die Frage, ob "H2Future" ebenso bahnbrechend wie das hierzulande entwickelte LD-Verfahren für die Stahlerzeugung sein könnte, bremste Eder: "Mit Vergleichen sollte man vorsichtig sein - das LD-Verfahren war ein historischer Wurf." Was dabei herauskommt, werde das Pilotprojekt zeigen. (eid)

"Die Presse" vom 08.02.2017
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Traiskirchen wird Standort für Wiener Netze-Betriebsstelle

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Traiskirchen, 13.02.2017

Der neue Niederösterreich-Süd Standort der Wiener Netze soll in Traiskirchen (Bezirk Baden) entstehen. Dies gab Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) am Samstag per Aussendung bekannt. Die Betriebsstelle soll auf einem rund 6.200 Quadratmeter großen Gelände errichtet werden und etwa 80 Mitarbeiter beschäftigen. Der Stützpunkt soll Ende 2018 in Betrieb gehen.

Vorgesehen ist ein rund 1.800 Quadratmeter großes Gebäude welches unter anderem Büros, Werkstätten, Lager und Magazine beherbergt. Von Traiskirchen aus sollen 70 Gemeinden des südlichen Niederösterreichs und des Burgenlandes betreut werden. Zu den Aufgaben werden die Wartung des Netzes sowie der Austausch von Zählern zählen. "Diese Millionen-Investition ist ein wichtiger Impuls und eine Stärkung für den Wirtschaftsstandort Traiskirchen", meinte Babler. Die Verhandlungen über die Ansiedelung hätten über ein Jahr gedauert. Die Wiener Netze sind für das Strom-, Gas- und Telekommunikationsnetz im Großraum Wien zuständig.

APA
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China will Kampf gegen Smog drastisch verstärken

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Bad Vilbel, 13.02.2017

Im Kampf gegen die Luftverschmutzung erwägt China einem internen Plan zufolge drastische Einschränkungen der Produktion von Stahl und anderen Industriegütern. Die Maßnahmen konzentrieren sich auf die für Smog besonders anfällige Heizperiode von Ende November bis Ende Februar, wie aus einem Reuters vorliegenden Gesetzesentwurf des Umweltministeriums hervorgeht.

In dieser Zeit soll demnach in 28 Städten die Stahl- und Düngerproduktion um mindestens die Hälfte sowie die Aluminiumherstellung um wenigstens ein Drittel gekürzt werden. Die Städte im Visier des Ministeriums - darunter Peking - liegen in den Kohle- und Stahlrevieren an der Ostküste des Landes. Die Regionen sind dicht bevölkert und haben besonders stark mit Smog zu kämpfen.

Gerade im heurigen Winter führten die Abgase von Kohleheizkraftwerken, der Schwerindustrie und des wachsenden Autoverkehrs im Nordosten der Volksrepublik zu extremer Luftverschmutzung. Das Ministerium hat seine Pläne Insidern zufolge Unternehmen und Verwaltungen in den Regionen zur Stellungnahme zugestellt. Sollten die Vorhaben umgesetzt werden, würden die Schritte zu den bisher radikalsten in dem vor drei Jahren ausgerufenen Kampf gegen Smog gehören. Das Ministerium lehnte eine Stellungnahme ab.

Nach Reuters-Berechnungen würden die auf drei Monate ausgelegten Einschränkungen die chinesische Stahlproduktion aufs Jahr gerechnet um 8 Prozent und den Aluminiumausstoß um 17 Prozent verringern. Sollten die Einschnitte tatsächlich kommen, dürfte dies die Preise für Stahl und Aluminium in die Höhe treiben. Die Produktionskürzungen könnten andererseits aber auch die Nachfrage nach Eisenerz bremsen und insgesamt für Unruhe unter Bergbaukonzernen, Versorgern und Rohstoffhändlern sorgen. Auch das Kohlegeschäft wäre betroffen, weil nach dem Entwurf im besonders wichtigen Hafen Tianjin ab einem bestimmten Zeitpunkt keine Kohle mehr umgeschlagen werden darf. Der Verkehr soll in ins weiter nördlich gelegene Tangshan umgeleitet werden.

Bis wann das Ministerium über eine Umsetzung der Pläne entscheiden will, blieb zunächst unklar. Fraglich wäre aber ohnehin, ob die Einschränkungen überhaupt durchzusetzen sind. Darauf deutete gerade am Montag eine von Greenpeace veröffentlichte Studie hin, nach der die chinesische Stahlproduktion 2016 unter dem Strich gestiegen ist - obwohl die Pekinger Führung im Kampf gegen weltweite Überkapazitäten die Schließung zahlreicher Anlagen angekündigt hatte. Nach Berechnungen der Umweltschützer stieg die Produktion 2016 netto um 36,5 Millionen Tonnen, was mehr als dem gesamten Jahresausstoß Brasiliens entspricht. China produziert und verbraucht so viel Stahl wie kein anderes Land der Erde.

APA/ag.
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Kritik an oö. Energiestrategie und Windkraft-Verschärfungen

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Linz, 13.02.2017

Heftige Kritik üben Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne), Vertreter der Erneuerbaren Energiebranche und Umweltorganisationen an der geplanten Energiestrategie des Landes OÖ sowie am neuen Windkraftmasterplan: Es sei eine Abkehr von der Energiewende, Windkraft sei dann de facto nicht mehr möglich. Am Montag wurde der Beschluss in der Landesregierung auf Antrag Anschobers vorerst zurückgestellt.

Laut der bisherigen Energiestrategie aus dem Jahr 2007 sollten bis 2030 Raumwärme und Strom gänzlich aus erneuerbarer Energie kommen. Im schwarz-blauen Regierungsprogramm vereinbarte man aber zuletzt, das Konzept zu überarbeiten und die Industrie stärker einzubeziehen. Das Ergebnis: "Energie-Leitregion OÖ 2050" setzt auf relative statt absolute Ziele - also abhängig von der Wirtschaftsleistung - und auf Energieeffizienz.

Anschober, der die treibende Kraft hinter den ursprünglichen oö. Energiewendeplänen war, dessen Energiekompetenzen nach den Landtagswahlen 2015 aber ins schwarz geführte Wirtschaftsressort von Michael Strugl gewandert sind, kritisiert, dass etwa beim Strom statt bisher 100 Prozent nur mehr 80 bis 97 Prozent aus erneuerbare Quellen kommen sollen. Bei der Raumwärme gebe es gar kein absolutes Ziel mehr. Der beantragte Windmasterplan bedeute, dass praktisch keine neuen Projekte mehr möglich seien, "also ein Nullwind-Masterplan". Denn er sieht einen Mindestabstand zu Gebäuden von 1.000 Metern vor und die Leistungsdichte wurde erhöht.

Mehr als 200 Gemeinden hätten in den vergangenen Jahren Umbau-Konzepte erarbeitet, Tausende Arbeitsplätze seien in der Öko-Wirtschaft neu entstanden, das Land habe sich "international mit viel Engagement und Investition als Modellregion der Energiewende positioniert", so Anschober. Er sieht das Projekt nun am Abgrund: "Die bisherige von der ÖVP über zwölf Jahre mitgetragene Politik würde damit auf den Kopf gestellt, die Energiewende beendet."

Am Montag hätte die Landesregierung die neue Energiestrategie und den Windkraftplan beschließen sollen. Anschober beantragte erfolgreich einen Aufschub. Die Abstimmung wurde um zwei Wochen verschoben, in dieser Zeit will er mit dem Umweltministerium sowie mit dem Energieressort des Landes Gespräche führen. Bisher habe es nämlich mit seinem Klimaschutzressort keine einzige Verhandlungsrunde über den Inhalt gegeben.

Übergangen fühlt sich auch die Branche der Erneuerbaren Energien: "Mit uns hat niemand gesprochen. Man hat offenbar nur mit der Vergangenheitsindustrie, nicht mit der Zukunftsindustrie geredet", so Erwin Mayer vom Verband Erneuerbare Energie Österreich zur APA. Seine Mitglieder seien immerhin für 30 Prozent der Stromproduktion bundesweit - "in OÖ wird es wohl mehr sein" - verantwortlich und auch ein wesentlicher Player bei der Raumwärme, betonte er.

Die Windenergiebranche ist ebenfalls alarmiert: Mit dem Masterplan würde die Windnutzung in OÖ der Geschichte angehören und man würde stattdessen auf Kohle- und Atomstrom aus den Nachbarländern setzen, so Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft. Die geplanten Abstandsregelungen für Windräder würden ganz OÖ zur windkraftfreien Zone machen, sogar die bisherigen Vorrangzonen. "Die Branche hat sich aber an diesen Vorgaben orientiert" und schon mehrere hunderttausend Euro in die Planung investiert, beklagt er. Dabei hätte Windenergie durchaus Potenzial in OÖ: "Bis 2030 könnten mit zusätzlich 100 Windrädern 30 Prozent der Haushalte versorgt werden", rechnete Moidl vor.

Heftige Kritik kam zudem von Umweltorganisationen: Global 2000 sieht in der Energiestrategie einen "Salto rückwärts": Dass Österreich das Pariser Klimaschutzabkommen ratifiziert hat, scheine an der Landesregierung völlig vorbeizugehen, so Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000. Dass nun eine "Nachdenkpause" eingelegt werde, werte man positiv.

Die Plattform atomstopp_oberoesterreich sieht "keinen Masterplan, sondern einen Desasterplan", dessen Konstrukteuren man "jegliche Glaubwürdigkeit ihrer gern proklamierten Antiatomrhetorik absprechen" müsse. "Wer der Atomindustrie ernsthaft ein Ablaufdatum verpassen will, kann sich nicht gleichzeitig einer optimierten Nutzung der Windkapazität verweigern", so die Plattform-Sprecher Gabriele Schweiger und Roland Egger.

APA
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OPEC senkte Ölfördermenge im Jänner deutlich

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Wien, 13.02.2017

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat ihre Ölfördermenge zu Jahresbeginn - entsprechend der neuen Kürzungs-Vereinbarung - deutlich gedrosselt. Im Jänner förderten die Kartellmitglieder zusammen im Schnitt 32,14 Mio. Fass pro Tag, geht aus dem neuen OPEC-Monatsbericht von Februar unter Hinweis auf Sekundärquellen hervor.

Im Dezember hatten die OPEC-Mitglieder noch 33,03 Mio. Barrel (je 159 Liter) am Tag gefördert - um 890.000 Fass im Tagesschnitt mehr als im Jänner -, im November 33,37 Millionen. Am stärksten gesenkt worden sei der Output in Saudi Arabien, dem Irak und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), während er in Nigeria, Libyen und dem Iran gestiegen sei.

Die seit 1. Jänner geltende Vereinbarung sieht für die Saudis eine Förderung von 10,1 Mio. Barrel am Tag vor, laut Bericht waren es zuletzt 9,95 Mio. Fass täglich, um fast 500.000 Barrel weniger als im Dezember (10,44 Mio./Tag). Die Saudis bestreiten ein Drittel der gesamten OPEC-Menge. Der Irak, Nr. 2 im OPEC-Reigen, drosselte von 4,64 auf 4,48 Mio. Fass/täglich, zugestanden sind ihm 4,4 Mio. Barrel/Tag. Drittstärkstes Fördermitglied ist der Iran mit zuletzt 3,78 Mio. Fass pro Tag, etwas mehr als im Dezember, gefolgt von den VAE mit 2,93 Mio. Barrel/Tag, weniger als im Dezember.

Die gesamte weltweite Ölförderung nahm im Jänner dem Bericht zufolge gegenüber dem Monat davor um 1,29 Mio. auf 95,82 Mio. Barrel/Tag ab, im Jahresabstand ein Rückgang um 0,46 Mio. Fass pro Tag. Der OPEC-Anteil an der globalen Ölproduktion betrug im Jänner 33,5 Prozent, um 0,5 Prozentpunkte geringer als im Monat Dezember. 2016 ist die OPEC-Produktion vom ersten bis zum vierten Quartal schrittweise angestiegen, obwohl normalerweise die Nachfrage im dritten Quartal am höchsten ist und im vierten nur noch knapp über dem zweiten liegt, was auch 2016 der Fall war.

2017 dürfte die weltweite Ölnachfrage gegenüber 2016 um 1,19 Mio. (oder 1,26 Prozent) auf 95,81 Mio. Barrel im Tagesschnitt wachsen, eine Aufwärtsrevision um 35.000 Fass/Tag, so der OPEC-Monatsbericht. 2016 dürfte der globale Bedarf um 1,32 Mio. auf 94,62 Mio. Barrel/Tag geklettert sein, unter anderem wegen Anpassungen der China-Schätzung um 70.000 Fass/Tag. China benötigte voriges Jahr pro Tag im Schnitt 11,38 Mio. Fass Rohöl, rund 12,03 Prozent der Weltmenge - heuer sollen es mit 11,64 Mio. Barrel/Tag um 2,35 Prozent mehr sein, der Weltanteil würde leicht auf 12,15 Prozent ansteigen. Zum Vergleich: Europa benötigt mit 14 Mio. Fass/Tag kaum mehr als China, die USA täglich 20 Mio. Fass.

APA