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Smart-Meter-Einführung wird auf EU-Ziele reduziert

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Wien, 24.11.2017

Die Smart-Meter-Einführung in Österreich soll nun etwas weniger schnell erfolgen als ursprünglich geplant: Der ehrgeizige Fahrplan wird gelockert und entspricht den EU-Vorgaben. Für Kunden, die ihren "intelligenten" Stromzähler früher haben wollen als vom Netzbetreiber vorgesehen, gibt es neu ein "Opt-in": Der Smart Meter muss ehestmöglich, höchstens binnen sechs Monaten, installiert werden.

Eine entsprechende Änderung der Smart-Meter-Einführungsverordnung hat das Wirtschaftsministerium am Freitag in Begutachtung geschickt. Darüber hatte auch die "Presse" berichtet. Die Begutachtungsfrist läuft bis 8. Dezember.

"Jeder Konsument, der einen Smart Meter will, soll einen bekommen - auch vorzeitig. Damit wird dem Kunden das digitale Werkzeug in die Hand gelegt, um aktiv Strom - und damit Kosten und CO2 - zu sparen", so Wirtschaftsminister Harald Mahrer (ÖVP).

Der neue Zeitplan für den Rollout sieht nun vor, dass wie im EU-Ziel mindestens 80 Prozent der Haushalte bis Ende 2020 mit einem Smart Meter ausgestattet sein müssen. Bis Ende 2022 erhöht sich die Verpflichtung auf zumindest 95 Prozent. Den ursprünglichen österreichischen Plänen zufolge sollten es 70 Prozent bis Ende 2017 und 95 Prozent bis 2019 sein. Ende 2016 lag der Abdeckungsgrad in Österreich bei Haushalten, Klein- und Mittelgewerbe sowie in der Landwirtschaft laut Energieregulierungsbehörde E-Control bei 8,5 Prozent.

Kunden können den Smart Meter auch ablehnen, Zielwert ist aber, dass maximal 5 Prozent der Endkunden ein Opt-out durchführen. Mit den nun geplanten Änderungen sollen jedenfalls Rechtsunsicherheiten bei der Ablehnung der digitalen Messgeräte ausgeräumt werden. Der Netzbetreiber muss dem Kundenwunsch auf Opt-out entsprechen. Er wird diesem aber auch dann gerecht, wenn er bestimmte Software-Funktionen - vor allem die Speicherung von Tages- und Viertelstundenwerten sowie die Fernabschaltbarkeit - deaktiviert. Auf die Zielverpflichtung werden derart programmierte Smart-Meter aber künftig angerechnet.

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Energieunion ist laut EU-Energiekommissar auf gutem Weg

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Brüssel, 24.11.2017

Die Umsetzung der EU-Energieunion sei auf gutem Weg. EU-Energiekommissar Arias Canete erklärte am Freitag bei der Präsentation des dritten Berichts über die Lage der Energieunion, dass der Anteil der Erneuerbaren auf Rekordhöhe sei, bei gleichzeitig rasch sinkenden Kosten. Allerdings müsse sich die Energieinfrastruktur ebenso rasch entwickeln. Daher müssten Stromverbundnetze ausgebaut werden.

Solche intelligenten Netze seien wesentlich, um Infrastrukturen für saubere Energie zu fördern und auf dem Weg in Richtung mehr Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und mehr Sicherheit im Energiesystem einen echten europäischen Mehrwert zu schaffen, meinte Canete.

Die Kommission schlug ein Stromverbundziel von 15 Prozent für 2030 vor. Energie-, Verkehrs- und Telekommunikationsinfrastrukturen seien immer stärker miteinander verknüpft. Lokale Netze würden im täglichen Leben der EU-Bürger an Bedeutung gewinnen. Es gebe bereits beachtliche Fortschritte, doch würden im Elektrizitätsbereich weiterhin Engpässe auftreten. Daher sei das Stromverbundziel notwendig.

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Vorarlberger Energieversorger VKW senkt Erdgaspreis

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Bregenz, 24.11.2017

Der Vorarlberger Energieversorger "Vorarlberger Kraftwerke AG" (VKW) senkt zum Jahreswechsel die Erdgaspreise. Die Tarife könnten dank einer guten Beschaffungsstrategie und Einsparungen im Unternehmen um durchschnittlich rund fünf Prozent gesenkt werden, informierten die VKW am Freitag.

Der Arbeitspreis pro Kilowattstunde sinke damit um 0,15 Cent von 2,75 auf 2,60 Cent, so VKW-Vorstandsmitglied Helmut Mennel gegenüber der APA. Der Netzpreis werde Ende des Jahres neu verordnet, auch hier bestehe wohl eine Tendenz nach unten. Für die Zukunft sei eine Prognose zum Gaspreis schwierig, da die Entwicklung der Großhandelspreise nur schwer vorhersehbar sei.

Die VKW reduzierten damit das dritte Jahr in Folge die Preise für den Bezug von Erdgas. Für einen durchschnittlichen Vorarlberger Haushalt mit einem Verbrauch von 15.000 Kilowattstunden (kWh) bedeute die Senkung zum 1. Jänner 2018 eine Ersparnis von rund 27 Euro im Jahr. Im günstigeren Online-Tarif ergebe sich ein zusätzlicher Kostenvorteil von 14,40 Euro, dazu komme eine Umstiegsprämie von 30 Euro, rechneten die VKW vor.

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EVN und Wien Energie haben gemeinsamen Windpark errichtet

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Wien/Maria Enzersdorf, 24.11.2017

Der börsennotierte Versorger EVN und die Wien Energie haben im niederösterreichischen Oberwaltersdorf gemeinsam einen Windpark errichtet, der heute wie geplant den Betrieb aufnimmt. Sechs Windräder liefern künftig Strom für 12.000 Haushalte, teilten die beiden Unternehmen am Freitag mit. Investiert haben die niederösterreichische EVN und die Wien Energie insgesamt 27 Mio. Euro.

"Mit seiner Lage im windreichen Wiener Becken sowie seiner Nähe zu Abnehmern im Großraum Wien und den Betrieben des Industrieviertels ist der Windpark Oberwaltersdorf ein perfektes Beispiel für den sinnvollen Ausbau der Windenergie: regional, ökologisch und nachhaltig", so Wien-Energie-Geschäftsführer Michael Strebl und EVN-Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz.

Durch die sechs Windräder mit einer Gesamtleistung von 19,8 Megawatt (MW) könnten jährlich 26.000 Tonnen CO2 eingespart werden - das entspreche dem jährlichen Ausstoß von mehr als 11.000 Pkw, teilten EVN und Wien Energie mit.

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BASF spricht über Fusion der Tochter Wintershall mit Dea

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Frankfurt/Ludwigshafen, 24.11.2017

BASF spricht über eine Fusion seiner Öl- und Gas-Tochter Wintershall mit der vom russischen Milliardär Michail Fridman kontrollierten Dea AG. BASF würde die Aktienmehrheit an einem fusionierten Unternehmen halten, teilte der deutsche Konzern am Freitag mit. Mittelfristig sei ein Börsengang des Gemeinschaftsunternehmens eine Option.

"Der Ausgang der Gespräche ist offen und es besteht keinerlei Gewissheit, dass eine Transaktion vollzogen wird", erklärte BASF. Die Agentur "Bloomberg" berichtete unter Berufung auf Insider, die Verhandlungen seien fortgeschritten. Eine Einigung könnte in den nächsten Tagen oder Wochen erzielt werden. Die kombinierten Geschäfte könnten mit mehr als zehn Milliarden Euro bewertet werden. Die BASF-Aktien schossen bei hohen Umsätzen um mehr als drei Prozent nach oben auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 95,29 Euro. Damit führten sie die Gewinnerliste im DAX an.

Fridman hatte Dea 2015 vom Energiekonzern RWE für 5,1 Mrd. Euro gekauft, inmitten der Ukraine-Krise und Diskussionen über Sanktionen für Russland. BASF war damals ebenfalls an DEA interessiert gewesen, um damit sein eigenes Öl- und Gasgeschäft zu stärken. Inzwischen sorgen die niedrigen Ölpreise aber dafür, dass der Anteil des Gewinns von Wintershall am Konzernergebnis sinkt - im vorigen und heurigen Jahr macht das Öl- und Gasgeschäft rund acht Prozent des operativen Konzerngewinns aus, 2015 waren es noch 20 Prozent gewesen. BASF hatte deshalb im Mai betont, das Hauptaugenmerk auf die Steigerung der Profitabilität im Chemie- und im Pflanzenschutzgeschäft zu legen. Damals hatte Konzernchef Kurt Bock aber noch erklärt, Wintershall gehöre zum Kerngeschäft.

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Wirtschafts-Appell an Koalitionsverhandler für Energiewende

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Wien, 23.11.2017

ÖVP und FPÖ verhandeln bei ihren Koalitionsgesprächen am Donnerstag das Thema Energie und Umwelt. Österreichs Wirtschaft wendet sich unterdessen in einem "dringenden Appell" an die künftige Bundesregierung und fordert eine zukunftsweisende Energie- und Klimapolitik. Klimaschutz soll demnach zu einem zentralen Projekt der kommenden Legislaturperiode werden, fordern die Unternehmen.

242 österreichische Konzerne und Betriebe haben auf Initiative der Umweltorganisationen WWF und Global 2000 den "Appell der Wirtschaft" unterzeichnet. Darunter befinden sich bekannte Unternehmen wie die voestalpine, Rosenbauer, Wienerberger, Palfinger, die Umdasch-Gruppe, Spar, Rewe, die Erste Group, T-Mobile oder Ikea.

"Als verantwortungsbewusste Unternehmen wollen wir selbst zum Klimaschutz beitragen. Dafür brauchen wir tatkräftige Unterstützung aus der Politik. Wichtig ist für uns eine langfristige Ausrichtung der Energie- und Klimapolitik, um Planungs- und Investitionssicherheit zu stärken", halten die 242 Unternehmen, die gemeinsam 46 Milliarden Euro Umsatz machen und 235.000 Mitarbeiter beschäftigen, in einem der APA vorliegenden Schreiben an ÖVP-Chef Sebastian Kurz und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache fest.

Es brauche in der nächsten Legislaturperiode einen größeren Stellenwert der Energie- und Klimapolitik. Die notwendigen Schritte für den Aufbau eines zukunftsfähigen Energiesystems müssten jetzt eingeleitet werden. Dies sei wichtig, um teure Fehlinvestitionen zu vermeiden. Die Wirtschaftsunternehmen appellieren deshalb an die künftige Regierung, eine Reihe von konkreten Punkten umzusetzen. An erster Stelle fordern sie die Erstellung einer verbindlichen Gesamtstrategie für den Energie- und Klimabereich. "Ziel ist der vollständige Ausstieg aus fossilen Energieträgern bis 2050 mit Umsetzungsplan, Zwischenschritten und jährlichem Monitoring." Weiters soll die Produktion von sauberem Strom ausgebaut werden. Bis 2030 soll es 100 Prozent naturverträglichen Strom geben.

Darüber hinaus fordern die Unternehmen einen Aktionsplan für saubere Mobilität von Personen und Gütern. Ziel sei dabei eine Mobilitätswende im urbanen sowie ländlichen Raum durch Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs und Forcierung der E-Mobilität. Auch ein Maßnahmenpaket für nachhaltige Wärmeversorgung sowie ein Programm für Energieeffizienz und Energiesparen wünschen sich die Betriebe.

Die Energiewende soll zudem im Umbau des Steuer- und Abgabensystems ihren Niederschlag finden. Fossile Energieträger sollen stärker belastet werden, während der Faktor Arbeit sowie Investitionen in die Energiewende steuerlich entlastet werden sollen. Die Umgestaltung des Steuersystems soll dabei "aufkommensneutral" sein.

"Wir sind bereit unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung, effiziente Produktionstechnologien und Dienstleistungsprozesse sowie umweltschonende Mobilitätslösungen entsprechend auszurichten. Dafür brauchen wir aber auch klare Leitplanken der Politik. Bitte stellen sie sicher, dass die wesentlichen Schritte zügig und konsequent umgesetzt werden", schreiben die Unternehmen an Kurz und Strache. "Wir sehen die große Chance, neue Märkte zu eröffnen, tausende Arbeitsplätze zu schaffen und Konjunkturimpulse zu setzen. Nützen wir diese Chance und zeigen wir, dass in Österreich die Umsetzung der Energiewende gelingen wird."

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Der Siegeszug der LED ist nicht mehr aufzuhalten

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Potsdam, 23.11.2017

Preiswert und effizient in der Lichtausbeute: Der Siegeszug der LED ist nicht mehr aufzuhalten. Straßen und Plätze, Wohngebäude und Stadtwerbungen, aber auch Dekorationen gerade zur Weihnachtszeit sind taghell erleuchtet und können auf LED nicht verzichten. "Viel zu viel Licht, was nicht immer notwendig ist", sagte der Wissenschafter Christopher Kyba vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam.

Unter seiner Leitung entstand eine im Fachjournal "Science Advances" veröffentlichte, internationale Studie, nach der die Umrüstung auf LED-Beleuchtung zu steigender Lichtverschmutzung führt. Kommunen, Unternehmen und Haushalte, die auf LED (Light Emitting Diodes) umsteigen, wollten zunächst sparen. Doch oft verkehre sich das ins Gegenteil, wenn dann das Geld für weitere und noch hellere Lampen ausgegeben werde, sagte Kyba.

Während Glühbirnen eine Lebensdauer von 1.000 Stunden haben, können LED-Lampen bis zu 100.000 Stunden strahlen. Die neue Lampen-Generation ist auch beim Energieverbrauch überlegen, doch dafür relativ teuer.

Neue Satellitenaufnahmen belegen jetzt die Befürchtung, dass es auf der Erde immer heller wird. Die Forscher haben die Entwicklung der Lichtabstrahlung von 2012 bis 2016 verfolgt. Dabei habe die Intensität des künstlichen Lichts und die Größe der beleuchteten Fläche zugenommen, berichtete Kyba. Seit 2012 seien es weltweit rund zwei Prozent pro Jahr, heißt es in der Studie. Global betrachtet sei das Maß des Anstiegs der künstlichen Beleuchtung mit dem Wachstum des Bruttosozialproduktes verknüpft, so Kyba.

Die Forscher nutzten für die Studie ein Radiometer namens VIIRS (Visible/Infrared Imager Radiometer Suite), das Licht im sichtbaren und nahe dem Infrarotbereich erfasst. Es kreist dem Forschungszentrum zufolge seit Oktober 2011 auf dem Satelliten Suomi-NPP um die Erde. So entstanden nach Angaben von Kyba sehr genaue Karten.

Der Sensor an der Kamera könne jedoch Licht mit Wellenlängen unter 500 Nanometer nicht "sehen". Beim Vergleich mit Aufnahmen vor Beginn des Projektes erschienen einige Städte damit sogar dunkler, obwohl sie gleich hell oder heller strahlten. Die Lichtverschmutzung sei somit noch stärker als von VIIRS gemessen. "LED-Licht bietet viele Möglichkeiten und kann super sein", betonte Kyba. Er befürchtet aber steigende Lichtverschmutzung weltweit.

"Beim Menschen kann das Licht sogar die Innere Uhr durcheinanderbringen", sagte Franz Hölker, Projektleiter beim Forschungsverbund Verlust der Nacht. LED-Licht am Abend gaukle dem Körper vor, es sei bereits Tag, der Rhythmus komme durcheinander. Lichtverschmutzung wirkt sich auch auf nachtaktive Tiere aus, die sich nur schwer orientieren können. Es müsse über nachhaltigere Formen der Verwendung des Lichts nachgedacht werden, meinte Hölker: "Wo ist wie viel in welcher Intensität erforderlich."

Die Kommunen haben derzeit vor allem Einsparungen an Kosten, Energie und CO2 im Blick, wenn sie sich für LED entscheiden, betonte Friedrich Henckel, emeritierter Inhaber des Lehrstuhls Stadt- und Regionalökonomie an der Berliner Technischen Universität. "Es fehlt oftmals die Kompetenz und das Know-how, um auch die Qualität des Lichtes zu bewerten." Es müsse Lichtplanungsprojekte geben, in denen Sozialwissenschafter, Planer und auch Naturschützer zusammenarbeiten. An Ort und Stelle sollten sie das Thema gemeinsam angehen.

Kyba sieht Möglichkeiten, dank moderner LED-Technik die Lichtemission um zwei Drittel zu senken, ohne dass Menschen es dunkler empfinden. Er sehe ein großes Potenzial bei der LED-Revolution. Kyba: "Wir müssen aber lernen, es maßvoll und punktgenau dann einzusetzen, wenn es notwendig ist."

APA/dpa
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In Österreich wird es immer heller

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Wien, 23.11.2017

Die Umrüstung auf LED-Beleuchtung führt weltweit zu mehr Lichtverschmutzung, wie Forscher mit Satellitenaufnahmen gezeigt haben. In Österreich habe es von 2012 bis 2016 im Schnitt einen Anstieg der Lichtabstrahlung von etwa 50 Prozent gegeben, interpretierte der Astronom Günther Wuchterl auf Anfrage der APA die für Österreich gemessenen und im Fachjournal "Science Advances" veröffentlichten Daten.

Im Vergleich zu den meisten anderen in der Studie erfassten Länder weise Österreich ziemlich starke Anstiege auf, sagte Wuchterl, der die Kuffner-Sternwarte in Wien leitet und seit Jahren gegen die Lichtverschmutzung kämpft. Ein Ort in Österreich hat sich im Beobachtungszeitraum sogar verdoppelt, was - aufgrund der Werte für die Strahlungsstärke - wohl Wien ist.

Einschränkend verweist Wuchterl auf einen Hinweis der Studienautoren, dass Österreich im Oktober 2016 - es wurden in der Studie nur die Messergebnisse von wolkenfreien Oktobernächten herangezogen - Schnee hatte, was die Messergebnisse beeinflusst haben könnte. Mit einem rechnerischen Anstieg der Lichtabstrahlung von rund zehn Prozent pro Jahr seien die Ergebnisse aber "verblüffend nah an dem, was wir für die Umweltanwaltschaft in Wien herausbekommen haben".

Während die Satelliten messen, was direkt nach oben gestrahlt wird, schauen sich Wuchterl und seine Kollegen an, wie viel Energie in die Lichtglocke geht, also was von Wolken und Atmosphäre wieder zurückgestrahlt wird. Und auch hier zeige sich ein Anstieg von rund zehn Prozent pro Jahr. "Man darf diese Übereinstimmung nicht gleich als Bestätigung sehen, aber es ist plausibler als ich gedacht hätte", so Wuchterl.

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Kosten für Ökostromförderung dürften 2018 zurückgehen

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Wien, 23.11.2017

Die Kosten für die Ökostromförderung dürften bei etwas höheren Mengen im kommenden Jahr sinken. Grund dafür sind laut Wirtschaftsministerium Mehreinnahmen der Abwicklungsstelle OeMAG durch den Verkauf von Ökostrom in den Jahren 2016 und 2017, prognostizierte höhere Strom-Marktpreise sowie sinkende Kosten für Ausgleichs- und Regelenergie - auch dank Verbesserungen durch die heurige Ökostromnovelle.

Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden Strom könnten die Ökostromkosten auf Basis des aktuellen Begutachtungsentwurfs von heuer knapp unter 100 Euro (inklusive 20 Prozent Mehrwertsteuer) im kommenden Jahr auf 95 oder 90 Euro zurückgehen. Ohne Steuern entspricht dies einem Rückgang von 82 auf rund 79 oder 75 Euro. Das Wirtschaftsministerium hat die entsprechenden Begutachtungsentwürfe zur Ökostromförderung zur Begutachtung ausgeschickt, die Begutachtungsfrist läuft noch bis 4. Dezember. 2016 musste ein Durchschnittshaushalt rund 120 Euro bezahlen.

Das genaue Ausmaß der Kostensenkungen ist noch offen und hängt von der Verteilung der OeMAG-Überschüsse im Ausmaß von 120 Mio. Euro ab - ob zur Gänze 2018 oder aufgeteilt auf 80/40 Mio. Euro in den kommenden Jahren. Das Wirtschaftsministerium hat in seinem Entwurf 80 Mio. Euro zugrunde gelegt. Klar sei, dass die 120 Mio. Euro jedenfalls zur Gänze weitergegeben werden, die Frage sei nur wann, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium zur APA. Es würden selbstverständlich sämtliche Stellungnahmen sorgfältig geprüft, das sei Sinn und Zweck einer öffentlichen Begutachtung. Die Arbeiterkammer hat zuletzt die Aufteilung kritisiert.

Gesenkt werden soll für die kommenden drei Jahre die Ökostrompauschale. Dieser Fixbetrag belief sich in den vergangenen Jahren auf 33 Euro (ohne Mehrwertsteuer) jährlich und soll nun auf 29,92 Euro bzw. 28,38 Euro sinken. Die Ökostromförderung besteht aus der fixen Ökostrompauschale und einem verbrauchsabhängigen Teil.

Insgesamt wird die Ökostromförderung heuer auf rund 788 Mio. Euro geschätzt. Im kommenden Jahr könnte sie dann auf 776 bis 736 Mio. Euro sinken - je nach Aufteilung der 120 Mio. Euro aus der OeMAG.

Gleichzeitig wird im Begutachtungsentwurf für das kommende Jahr ein leichter Anstieg der Ökostrom-Einspeisemengen um 277 Gigawattstunden (GWh) auf 10.106 GWh prognostiziert.

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OPEC-Förderkürzung bremst russische Wirtschaft

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Moskau, 23.11.2017

Die Förderbremse der führenden Ölstaaten belastet die russische Wirtschaft. Das Wachstum sei im Oktober deswegen geringer ausgefallen, sagte Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin am Donnerstag. Er ist damit der erste ranghohe Vertreter der Regierung in Moskau, der negative Folgen der Vereinbarung für eine Kappung der Ölproduktion einräumt.

Es seien sowohl direkte Auswirkungen zu erkennen, weil die Ölförderung zurückgehe, als auch indirekte Effekte wie geringere Investitionen. Kommende Woche berät die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) über eine Verlängerung der mit Russland und anderen führenden Ölstaaten vereinbarten Fördergrenze.

Die derzeitige Vereinbarung läuft Ende März aus. Russland hat in ihrem Rahmen zugesagt, seine Ölförderung verglichen mit Oktober 2016 um 300.000 Barrel (159 Liter) pro Tag zu kürzen. Der Ölpreis ist dank des Abkommens erstmals seit Mitte 2015 wieder über die Marke von 60 Dollar (51,07 Euro) je Barrel geklettert.

Die russische Wirtschaft hängt stark vom Ölgeschäft ab. Im Sommerquartal lag das Wachstum verglichen mit dem Vorjahr bei 1,8 Prozent. Im zweiten Quartal war es mit 2,5 Prozent noch so stark wie seit Sommer 2012 nicht mehr. Für das Gesamtjahr hatte Oreschkin zuletzt zwei Prozent Wachstum in Aussicht gestellt, nach zwei Jahren Rezession.

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Gasversorger für kalten Winter gut gerüstet

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Wien, 23.11.2017

Die Gasversorger in Österreich sind für den Fall eines kalten Winters sehr gut gerüstet und könnten die heimischen Gaskunden auch bei lang anhaltenden Kälteperioden zuverlässig mit Gas versorgen. Das hat die Überprüfung der Regulierungsbehörde E-Control ergeben, die einmal pro Jahr durchgeführt wird.

Mit Beginn der Heizsaison wurde geprüft, ob die Gasversorger über ausreichende Gasmengen durch Beschaffungs- und Speicherverträge verfügen, um die Versorgung der Haushaltskunden mit Gas gesichert aufrechterhalten und somit auch die Vorgaben der Europäischen Union erfüllen zu können.

"Das Ergebnis der Überprüfung ist im Sinne der heimischen Gaskunden natürlich sehr erfreulich. Es weist darauf hin, dass die Anbieter, die Haushaltskunden in Österreich mit Gas beliefern, ihre Verpflichtung zur sicheren Versorgung geschützter Kunden - auch in Extremsituationen - sehr ernst nehmen", so E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch am Donnerstag in einer Pressemitteilung.

Vorgesehen sind laut EU-Versorgungssicherheitsverordnung drei Szenarien, unter denen die Belieferung von Haushaltskunden durch die Gasversorger im Zeitraum Oktober 2017 bis einschließlich März 2018 gewährleistet sein muss: extreme Temperaturen an sieben aufeinander folgenden Tagen, ein außergewöhnlich hoher Gasverbrauch über einen Zeitraum von mindestens 30 Tagen und Ausfall der größten einzelnen Gasinfrastruktur unter durchschnittlichen Winterbedingungen an 30 Tagen.

Auch die österreichischen Gasspeicher seien für die Versorgungssicherheit nach wie vor von hoher Bedeutung, so die E-Control. Der Füllstand aller österreichischen Speicher liege mit rund 81 TWh (Stand: 13.11.2017) höher als Vorjahr (79 TWh, 13.11.2016). Der Füllstand zum jetzigen Zeitpunkt entspreche damit annähernd dem gesamten Endkundenverbrauch im Jahr 2016 mit rund 87,9 Terwattstunden (TWh).

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Strompreiszone: Trennung bringt nur moderaten Preisanstieg

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Wien, 22.11.2017

Die Trennung der gemeinsamen deutsch-österreichischen Strompreiszone ab 1. Oktober 2018 wird in Österreich zu einem Preisanstieg führen, der aber moderat ausfallen und für die Haushalte kaum spürbar sein wird - darüber waren sich die Experten beim "EAA-Energie Talk" der EnergieAllianz Austria am Dienstagabend einig.

"Das wird einen Preiseffekt haben. Es ist absehbar, dass die Strompreise in Österreich im Schnitt etwas hochgehen und in Deutschland etwas sinken werden - der Effekt wird in Deutschland geringer sein als in Österreich - allerdings werden die Größenordnungen nicht dramatisch sein", sagte der deutsche Energieexperte Christoph Maurer. Seiner Ansicht nach wird die Verteuerung in Österreich "einige wenige Euro pro Megawattstunde" betragen, "eine kleine einstellige Zahl".

Simulationsrechnungen würden auf einen Preisunterschied von 1 bis 3 Euro je Megawattstunde (MWh) beim Großhandelspreis hindeuten, sagte der Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS), Martin Kocher. Das bedeute für die österreichischen Abnehmer eine Belastung von 100 bis 300 Mio. Euro pro Jahr. Allerdings würden nach Einschätzung der Wirtschaftskammer von diesen 300 Mio. Euro etwa 225 Mio. Euro von der Wirtschaft zu tragen sein. Für einen österreichischen Haushalt mit einem Verbrauch von 5 MWh pro Jahr werde es keine extreme Belastung geben.

Überschaubare Kosten

Kocher verglich die Belastung für die Wirtschaft in Höhe von 225 Mio. Euro mit der Lohnsumme. "Wenn man schaut, um wie viel müsste der Lohn für jeden Mitarbeiter steigen um die gleiche Belastung zu haben, dann sprechen wir von 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten." Das seien überschaubare Kosten, daher erwarte er keine kurzfristigen Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft, sagte Kocher. Es könnte allerdings energieintensive Bereiche mit stärkeren Auswirkungen geben, "da kann es durchaus zu Wettbewerbsproblemen kommen".

Die Abwicklungsstelle für Ökostrom rechnet durch die Preiserhöhung eine Entlastung für Ökostrom, "weil wir weniger Zuschüsse brauchen", so OeMAG-Vorstand Horst Brandlmaier. Eine Auswirkung könnte auch sein, dass alte, weniger rentable Kraftwerke wieder marktfähig werden. Wind, Photovoltaik und Kleinwasserkraft könnten bei Preisen zwischen 50 und 60 Euro je MWh, wie es sie bis 2008 gegeben habe, bereits marktkonform Strom erzeugen.

Die Experten gehen auch davon aus, dass durch die Trennung der Strompreiszone die CO2-Mengen in Österreich leicht steigen und jene in Deutschland leicht sinken werden. In Deutschland sei die Stromerzeugung vergleichsweise günstig und daher werde auch viel exportiert, sagte Maurer. Allerdings werde in Deutschland auch Strom aus Braunkohle erzeugt. Wenn nun die Kapazität nach Österreich beschränkt werde, dann werde man in Österreich mehr Energie in eigenen fossilen Kraftwerken erzeugen müssen. Der Nettoeffekt auf den CO2-Ausstoß in Deutschland und Österreich zusammen werde leicht reduzierend sein, glaubt Maurer, insgesamt sei die Größenordnung aber im Hinblick auf die Klimaziele bedeutungslos.

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Uniper baut 2.000 Stellen ab

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Düsseldorf, 22.11.2017

Der deutsche Energiekonzern Uniper baut tausende Arbeitsplätze ab. "Insgesamt werden bei Uniper bis Ende 2018 rund 2.000 der ursprünglichen 14.700 Stellen wegfallen", sagte Finanzvorstand Christopher Delbrück der "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe).

Über ein Drittel davon seien Stellen von Mitarbeitern, die etwa beim einstigen Mutterkonzern E.ON verblieben sind, die bei der Schließung von Kraftwerks-Blöcken wie im Rotterdamer Hafen abgebaut wurden oder die aus Desinvestitionen resultieren. "Die weiteren 1.250 Stellen entfallen auf das Effizienzprogramm Voyager", betonte Delbrück. "Der weit größte Teil dieser Stellen ist bereits abgebaut, die verbleibenden werden bis Ende 2018 folgen."

Uniper wehrt sich derzeit gegen eine Übernahme durch Fortum. Der finnische Versorger will Anfang 2018 das Uniper-Paket von 47 Prozent von E.ON übernehmen und damit neuer Großaktionär werden. Zudem hat Fortum den übrigen Uniper-Aktionären ein Angebot von 22 Euro je Aktie unterbreitet.

Delbrück betonte, den Stellenabbau sozialverträglich gestaltet zu haben. Dabei habe Uniper natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und Abfertigungen genutzt. "In konstruktiven Verhandlungen haben wir uns mit der Mitbestimmung darauf verständigt."

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Tiroler Kraftwerk: Liste Fritz beklagt Nicht-Auskunft

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Innsbruck, 22.11.2017

Die oppositionelle Tiroler "Liste Fritz" hat in Sachen Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI) scharfe Kritik an Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) geübt. Dieser habe unter anderem Auskünfte zu Anfragen in Bezug auf die Mehrkosten beim Bau des Grenzkraftwerkes am Inn verweigert, sagte Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

Kontrolle möge der Landeshauptmann offenbar gar nicht gerne, so Haselwanter-Schneider weiter. Die Klubobfrau sprach von einem "Kampf durch den dichten Nebel", den die Liste Fritz als Partei führe, welche "die Kontrolle sehr ernst nimmt". Die Tiwag, die zu 76 Prozent am Gemeinschaftskraftwerk beteiligt ist, sei "als Landesunternehmen Eigentum der Tirolerinnen und Tiroler". "Deshalb tun wir alles, damit wir für die Bevölkerung Informationen bekommen", gab sie sich kämpferisch. Platter unterließ die Beantwortung der Anfrage zum Kraftwerk laut vorliegenden Dokumenten mit der Begründung, dass es sich um keine Angelegenheit der Landesverwaltung handle. Sie betreffe vielmehr die Unternehmenstätigkeit der Tiwag-Gruppe.

Haselwanter-Schneider konstatierte beim Kraftwerksbau im Bezirk Landeck eine "massive Kostenüberschreitung". Aus den 2010 veranschlagten 410 Millionen seien im Jahr 2017 rund 534 Millionen geworden. "Es ist legitim zu erfahren, was die Gründe dafür sind", meinte sie. Der Landeshauptmann suche sich ihrer Ansicht nach grundsätzlich aus, wozu er was sage und wozu nicht. Das sei "wie im Kindergarten", schob sie nach.

Auch bei einer Anfrage betreffend die landeseigene "Hypo Tirol" ortete Isabella Gruber, Landtagsabgeordnete der Liste Fritz, jedenfalls "Auskunftsverweigerung" seitens des Landeshauptmannes. Die Liste wollte dabei Informationen zur "Unternehmensstiftung Hypo Tirol Bank AG" haben. Auch diese verweigerte Platter mit demselben Argument, dass es sich um keine Angelegenheit der Landesverwaltung handle.

Gruber behauptete, dass es auch bei der Hypo Tirol "nicht rund läuft". "Mitarbeiter der Hypo Tirol standen vor unserer Tür", meinte sie. Vermutungen, dass die Hypo Tirol gezielt Mitarbeitern über 45 Jahren nahegelegt habe "sich neue Jobs zu suchen", seien im Raum gestanden. "Will man sich dieser Mitarbeiter entledigen, weil sie sonst in eine andere Gehaltskategorie fallen würden?", stellte sie als Möglichkeit zur Diskussion. Auffällig sei außerdem, dass im Vergleich zu 2009 im Jahr 2016 etwa 200 Mitarbeiter weniger beschäftigt gewesen seien und immer mehr von diesen Teilzeit arbeiten würden.

Unisono betonte man, dass die Opposition ein Recht darauf habe, die Anfragen und die darin gestellten Fragen beantwortet zu bekommen. Gruber beklagte darüber hinaus, dass es in dieser Hinsicht " derzeit keine geschlossene Opposition" gebe. Für die Liste Fritz nahm sie in Anspruch, dass die Kontrollrolle das "Zuhause" der Liste sei.

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D will landesweit einheitliche Strompreiszone sichern

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Berlin, 22.11.2017

Zur Absicherung des Netzausbaus will die deutsche Regierung eine Zersplitterung des deutschen Strommarkts in unterschiedliche Preiszonen verhindern. Das Kabinett verabschiedete dazu am Mittwoch eine Änderung der entsprechenden Verordnung. "Die deutsche Stromgebotszone kann auch künftig nicht einseitig durch die Übertragungsnetzbetreiber geteilt werden", teilte das Wirtschaftsministerium mit.

"Da es sich hier um eine Regelung handelt, die lediglich den Status quo festschreibt und für Rechtsklarheit sorgt, kann sie durch die derzeit geschäftsführend tätige Bundesregierung getroffen werden", sagte der zuständige Staatssekretär im deutschen Wirtschaftsministerium, Rainer Baake.

Hintergrund ist die Befürchtung des deutschen Bundes, dass sich der Ausbau von Stromtrassen durch Deutschland im Zuge der Energiewende verlangsamen könnte, wenn die Preise im Norden und Süden unterschiedlich sind und damit womöglich Anreize für weitere Investitionen fehlen. Eine Zerschlagung in mehrere Strompreiszonen wurde auch auf europäischer Ebene diskutiert und hatte vergangenes Jahr zu Meinungsverschiedenheiten zwischen der deutschen Regierung und EU-Kommission geführt. Die Brüsseler Behörde wollte der EU-Energieregulierungsbehörde (Acer) mehr Kompetenzen übertragen, was in Berlin auf Vorbehalte stieß.

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Strom-EVU müssen innovativ und kooperativ sein

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Wien, 22.11.2017

Neue Herausforderungen in der Energiewirtschaft werden den klassischen Versorgern im Strom-Bereich einiges abverlangen. Sie müssen stärker als bisher innovativ und kooperationsfähig sein, um sich nicht durch neue Player wie Google oder Amazon den Rang ablaufen zu lassen. Die Wandlung im Sektor birgt Risiken bei Wertschöpfung und Jobs, aber auch Chancen, so eine neue Studie von A.T.Kearney.

Speziell neue Energielösungen und die Erneuerbaren Energien eröffnen neue Möglichkeiten, die die Wertschöpfung der heimischen Energiewirtschaft von 2015 bis 2025 von 7,1 auf 8,8 Mrd. Euro steigen lassen können. Dabei dürfte der Anteil des konventionellen Sektors von 6,3 auf 6,1 Mrd. Euro schrumpfen, das Volumen von Renewables und neuen Lösungen könnte aber von 0,8 auf 2,7 Mrd. Euro klettern. Durch Effizienzdruck und neue Wettbewerber in Handel und Vertrieb drohe bis 2025 im konventionellen Geschäft ein Wertschöpfungsverlust von 400 Mio. Euro, während der höhere Erneuerbaren-Marktanteil 200 Mio. zusätzlich bringen könnte, erfolgreiche neue Geschäftsmodelle 500 Mio. Euro. In Summe seien die Chancen also größer als die Risiken.

Einen Teil dieser 700 Mio. Euro Wertschöpfungs-Potenzial könne die traditionelle Energiewirtschaft abgreifen, "aber nicht alles", sagte Energieexperte Florian Haslauer, Partner und Managing Director bei A.T.Kearney, am Mittwoch vor Journalisten. Dafür müssten die Energieversorger (EVU) Fähigkeiten ausbauen, die die E-Wirtschaft bisher nicht so ausgezeichnet hätten, nämlich neben Dienstleistungs- auch Innovations- und Kooperationsfähigkeit. In der Mobility gebe es Ansätze dafür, auch bei Dienstleistungen hätten die EVU schon einiges gemacht. Insgesamt werde es aber eine "Challenge, denn da sind ihnen die Wettbewerber voraus".

Dabei denkt Haslauer auch an Geschäftsmodelle etwa von Google oder Amazon, bei denen Strom ein "Beiprodukt" sei, es aber insgesamt um etwas ganz Anderes gehe, etwa den Zugriff auf Daten oder Kunden. Deshalb habe Google den Thermostathersteller Nest Labs erworben, und Amazon kooperiere seit kurzem mit dem deutschen Stromanbieter Yello mit einer Million Stromkunden, "wo auf Amazon eine Waschmaschine oder ein TV-Gerät und dazu auch Strom gekauft werden kann". Für die klassischen EVU werde es "die große Herausforderung" sein, "in neuen Themen Fuß zu fassen".

Neue Anbieter würden vor allem durch zusätzliche Chancen in die Energiewirtschaft gelockt. 80 Prozent der 1,7 Mrd. Euro an möglicher neuer Wertschöpfung bei neuen Energielösungen würden allein auf "Smart-Home-Lösungen" (smarte Hausgeräte, Vernetzungen im Haus, Lichtsteuerung) und Energiedienstleistungen (samt Contracting) entfallen, im ersten Fall gehe es um 600 bis 650 Mio. Euro gegenüber heute 100 bis 150 Mio. Euro jährlich und im zweiten Fall um 600 bis 700 Mio. Euro. Hier seien Amazon-Beispiele schon unterstellt, daher werde das traditionelle Geschäft unter Druck kommen.

Keine Jobs mehr bei den konventionellen Energien

Neues Potenzial für Jobs gebe es primär bei neuen Energielösungen, in geringem Ausmaß auch bei Erneuerbaren, nicht aber in der klassischen Branche. Während im konventionellen Energiesektor (zu rund drei Viertel Strom) die Vollzeit-Beschäftigtenzahl von 36.200 (2015) auf 27.200 (2025) sinken werde, sei bei Renewables mit einem leichten Anstieg von 3.700 auf 4.200 zu rechnen, bei neuen Lösungen von weniger als 1.000 auf 8.400. In Summe werde der Beschäftigtenstand bis 2025 im Energiesektor mit 39.800 gleich bleiben. Von den 40.600 Beschäftigten 2015 entfielen 68 Prozent auf EVU, 32 Prozent auf Bereiche außerhalb (neue Händler, neue Firmen).

Das zusätzliche Wertschöpfungspotenzial bei neuen Lösungen und Erneuerbaren (1,6 bzw. 0,3 Mrd. neu, damit 2025 dann in Summe 2,7 Mrd., nach 0,8 Mrd. 2015), werde auch den Rückgang der Wertschöpfung von 6,3 auf 6,1 Mrd. Euro im konventionellen Sektor mehr als ausgleichen, sodass insgesamt das Volumen von 7,1 auf 8,8 Mrd. Euro zulegen werde. Bei neuen Lösungen seien auch Wasserstoff-Technologien und Power-to-X mitgedacht, "doch erwarten wir hier in den nächsten zehn Jahren noch nicht die großen Wertschöpfungsbeiträge".

Für die Erneuerbaren geht Haslauer noch von einer deutlichen Ausweitung der installierten Kapazität in Österreich aus, bei Photovoltaik (PV) bis 2025 von einer Vervierfachung von 900 auf 3.600 bis 3.700 MW (auf ein Zehntel dessen, worüber Deutschland heute verfügt), bei der Windkraft von 2015-25 von einer Verdoppelung von 2.400 (heute über 2.700) auf 4.800 MW.

Das bedeute nicht doppelt so viele Windräder, da auch kleinere durch größere ersetzt würden. Klassische EVU könnten aus Sicht des Experten bei Renewables-Anlagen zugreifen, sobald die nach den 13 Jahren Förderung von den Betreibern veräußert würden, die unter Umständen das dann gegebene Marktrisiko nicht tragen wollten, etwa Fonds. Zu Beginn des Erneuerbaren-Booms hätten die traditionellen EVU, auch in Deutschland, den Trend verschlafen und hier relativ wenig investiert, so Haslauer.

Dass die Wertschöpfung der konventionellen Energiewirtschaft bis 2025 nicht so stark schrumpfen wird wie von 2005 bis 2015 (von 7,2 auf 6,3 Mrd. Euro - während die Erneuerbaren ganz neu dazukamen), liegt laut Haslauer daran, dass künftig von leicht steigenden Strompreisen und einem pro Jahr um rund ein halbes Prozent steigenden Stromverbrauch auszugehen sei. Beim Schrumpfen der Wertschöpfung 2005-15 seien vor allem die rückläufigen Strompreise die Ursache gewesen.

Windkraft und PV bald in der "Mitte"

Windkraft und PV zur Stromerzeugung würden Mitte kommenden Jahrzehnts beide "im Markt" sein. Bei Windkraft würden sich die Kosten von rund 60 Euro je Megawattstunde auf 30 Euro/MWh bzw. 3 Ct/kWh halbieren - und kürzlich habe in Deutschland der erste Betreiber einer neuen Windkraftanlage, die 2023/24 fertig sein solle, erklärt, er benötige keine Förderung. Auch PV sei schon am Weg zu einer reifen Technologie: Bei einer im Oktober in Auktion vergebenen Großanlage sei das niedrigste Angebot bei 4,29 Ct/kWh gelegen, um fast 90 Prozent unter dem Einspeisetarif von 2004 - und "schon fast auf Marktpreis", der jetzt bei 3,5 Ct/kWh liege (historische Spitze: 8 Ct).

Weltweit werde es im Zeitraum 2016-25 im Strombereich Neu-Investitionen von fast 7.900 Mrd. Dollar (heute über 6.740 Mrd. Euro) geben, davon mit über 3.300 Mrd. Dollar mehr als zwei Fünftel in Asien, mehr als ein Achtel in der EU, rund ein Zehntel in den USA.

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Wiener Stadtwerke wird von AG in GmbH umgewandelt

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Wien, 22.11.2017

Im Wiener Gemeinderat ist am Donnerstag die Umwandlung der Wiener Stadtwerke Holding von einer Aktiengesellschaft (AG) in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) besiegelt worden. Die Änderung der Gesellschaftsform wurde mit den Stimmen von SPÖ und Grünen beschlossen, die Opposition votierte dagegen. Die neue Rechtsform tritt Anfang 2018 in Kraft.

Die für den Konzern verantwortliche Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) hatte das Vorhaben, das die Stadtwerke laut ihrer Aussage "wieder näher an die Stadt" heranbringt, im Vorfeld unter anderem mit vergaberechtlichen Aspekten begründet. Eine GmbH könne als Tochter der Stadt einfacher agieren, etwa bei sogenannten In-house-Vergaben - also wenn städtische Unternehmen Aufträge an andere kommunale Firmen vergeben. Künftig kann auch der Durchgriff der Stadt auf den Vorstand unmittelbarer erfolgen. Der Kontakt muss nicht mehr über das Aufsichtsgremium stattfinden.

Für die NEOS ist die Argumentation, dass die Stadtwerke näher an die Stadt gerückt werden sollen, eine "gefährliche Drohung". Die Politik mische sich bereits jetzt zu viel in die Unternehmensstrategie ein, meinte die NEOS-Abgeordnete Bettina Emmerling im Rahmen der Debatte im Gemeinderat. Auch die ÖVP lehnt die Umwandlung in eine AG ab. Dahinter könne nur der Wunsch nach mehr politischer Einflussnahme stehen, meinte ÖVP-Mandatarin Elisabeth Olischar. FPÖ-Gemeinderat Udo Guggenbichler kritisierte die Vorgangsweise der Stadt ebenfalls und forderte, jeder im Gemeinderat vertretenen Partei einen Sitz im Aufsichtsrat einzuräumen.

Stadträtin Sima verteidigte die Maßnahme einmal mehr: "Ich bin der festen Überzeugung, dass das, was wir hier machen, ein richtiger und wichtiger Schritt für die Stadtwerke ist", sagte sie. Auch SPÖ-Mandatar Erich Valentin wies die Bedenken der Opposition zurück und betonte, dass man die Daseinsvorsorge für die Menschen sicherstellen wolle und keine Gewinnabsicht verfolgt werde. Grüne-Gemeinderat Martin Margulies versicherte zudem, dass es ausreichend Kontrollmechanismen gebe.

Die Wiener Stadtwerke erwirtschaften laut eigenen Angaben insgesamt jährlich Umsatzerlöse von knapp mehr als 3 Mrd. Euro. Rund 16.100 Mitarbeiter sind im Konzern beschäftigt. Zu den Stadtwerken gehören unter anderem die Wien Energie, die Wiener Netze, die Wiener Linien, die Bestattungs- und Friedhofsholding B&F Wien oder die WienIT.

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Uni Jena: Salzstöcke können als große Batterie dienen

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Berlin, 22.11.2017

Der Energieanbieter EWE und Forscher der Uni Jena sind dem Ziel einer Speicherung elektrischer Energie in Salzstöcken nach eigenen Angaben einen Schritt näher gekommen.

Versuche belegen demnach, dass die riesigen unterirdischen Hohlräume mit Hilfe eines Gemisches aus Salzwasser und elektrisch aufgeladenen Kunststoffteilchen als große Batterie genutzt werden können. In sechs Jahren soll die erste derartige Anlage in Betrieb gehen.

"Es besteht damit die Möglichkeit, etwas Revolutionäres zu machen, und Deutschland wieder zu einem Batterie-Land zu machen", sagte der Jenaer Chemiker Ulrich Schubert am Mittwoch in Berlin. EWE will mit der Technik überschüssigen Windstrom speichern und so die Energiewende in Deutschland voranbringen.

Das Speichern ist notwendig, weil Solar- und Windstrom anders als Kohle- oder Atomstrom nur bei passendem Wetter in großer Menge entsteht - aber noch nicht ausreichend für Zeiten mit wenig Erzeugung zwischengespeichert werden kann. Geplant ist ein Vorrat von 700 Megawattstunden, was etwa dem täglichen Strombedarf von 75.000 Haushalten entspricht.

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Uniper bläst im Kampf gegen Fortum zum geordneten Rückzug

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Düsseldorf, 21.11.2017

Im Übernahmekampf gegen den finnischen Versorger Fortum geht der deutsche Energiekonzern Uniper auf seinen Gegner zu. Zwar lehnten Vorstand und Aufsichtsrat des Konzerns das rund 8 Mrd. Euro teure Übernahmeoffert der Skandinavier nach intensiver Prüfung ab. Zugleich will Uniper-Chef Klaus Schäfer den Blick aber nach vorne richten.

Es sei wahrscheinlich, dass Fortum vom deutschen Energiekonzern E.ON Anfang 2018 das Uniper-Paket von 47 Prozent übernehmen und damit neuer Großaktionär werde. "Was wir jetzt brauchen, ist eine saubere Vereinbarung mit Fortum, die rechtlich belastbar ist, Klarheit für Mitarbeiter und Aktionäre schafft und für Fortum und Uniper gleichermaßen akzeptabel ist."

Fortum hatte mit E.ON einen Preis von 22 Euro je Aktie für den verbliebenen Uniper-Anteil von 47 Prozent vereinbart, was rund 3,8 Mrd. Euro entspricht. Am 7. November hatten die Finnen auch den übrigen Aktionären ein Angebot in derselben Höhe unterbreitet. Die Uniper-Aktie notierte in den vergangenen Wochen bei knapp 24 Euro.

In der offiziellen Stellungnahme rieten der Vorstand und Aufsichtsrat von Uniper den Aktionären davon ab, das Offert anzunehmen. Sie seien der Auffassung, dass das Abgebot nicht im Interesse von Uniper, den Aktionären, Mitarbeitern und weiteren "Stakeholdern" sei. "Das Angebot von Fortum ist nicht akzeptabel, da es den tatsächlichen Wert von Uniper nicht widerspiegelt", sagte Schäfer.

Die Konzerne passten strategisch nicht zusammen. Auch geografisch ergebe sich kein Vorteil. "Fortum bringt Uniper keinen nennenswerten Vorteil." Die Entscheidung fiel dem Unternehmen zufolge ohne Gegenstimmen. E.ON-Finanzchef Marc Spieker, der dem Kontrollgremium angehört, habe an der Abstimmung nicht teilgenommen.

Angebot wird nicht erhöht

Fortum betonte, das Angebot nicht zu erhöhen. Auch E.ON verteidigte die Höhe. "Es gilt weiterhin, dass die Fortum-Offerte für E.ON unverändert ein hochattraktives Angebot ist, über das wir im Januar entscheiden werden. Dass das Management von Uniper und Fortum die Gespräche fortsetzen, begrüßen wir", teilte der Konzern mit. Die Uniper-Aktie notierte am Dienstag bei etwa 23,80 Euro.

Uniper-Chef Schäfer bezweifelte erneut die Aussage Fortums, wonach die Finnen keine Übernahme planten. Auch der Betriebsrat hatte die Sorge geäußert, dass es zu einer Zerschlagung von Uniper und zu einem Abbau der 13.000 Jobs, darunter 5.000 in Deutschland, kommen könne. Schäfer kritisierte erneut das Vorgehen von E.ON, durch das sich der frühere Finanzchef des Konzerns hintergangen sieht. "Die Beziehung zu E.ON hat sich sehr, sehr deutlich abgekühlt." Uniper-Aufsichtsratschef Bernhard Reutersberg, ein langjähriger Weggefährte von E.ON-Chef Johannes Teyssen, verwies darauf, dass ursprünglich vereinbart worden sei, die Minderheitsanteile von Uniper marktschonend über einen mittelfristigen Zeitraum an die Börse zu bringen.

Schäfer richtete den Blick nach vorne. "Wenn Sie so wollen, bin ich aus meiner vielzitierten "Schmollecke" herausgekommen und habe mich bereits letzte Woche mit Pekka Lundmark, dem Chef von Fortum, getroffen."

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Ökonomen lehnen "Zementierung des Strommarktes" ab

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Berlin, 21.11.2017

Kritik am geplanten Kabinettsbeschluss, die Teilung in eine nördliche und eine südliche Preiszone zu verbieten

Verbrauchern, denen die Stromkosten zu hoch sind, rät die Bundesregierung, den Wettbewerb zu nutzen und sich einen anderen Anbieter zu suchen. Doch an der Strombörse soll so viel Wettbewerb nicht gelten. Am Mittwoch will die geschäftsführende Regierung eine Verordnung beschließen, die eine Aufteilung in zwei Preiszonen verbietet. Der Grund: Die EU könnte das verlangen. Monopolkommission, Ökonomen und Juristen stehen dem Abwehrplan eher skeptisch gegenüber.

Die einheitliche "Gebotszone" stellt sicher, dass der Strompreis - ohne Netz- und andere Kosten - in ganz Deutschland gleich hoch ist. Netzengpässe spielen keine Rolle. Damit der an der Börse verkaufte Strom zum Empfänger kommt, müssen aber oft zusätzliche Kraftwerke, oft im Süden, angeworfen werden. Die Kosten zahlen die Verbraucher, im Handel an der Börse spielen sie keine Rolle. Eine Trennung in zwei Gebotszonen, wohl auf Höhe des Mains, würde das ändern.

Die Politik will aber keine Trennung. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sorgt sich um höhere Strompreise im Süden. Im Norden fürchten sie um die Windenergie, wenn der Strompreis sinken würde. Deshalb jetzt die Änderung der Stromnetzverordnung.

"Volkswirtschaftlich wenig sinnvoll", nennt Jürgen Kühling von der Monopolkommission das Vorhaben. "Wir sehen die Ansätze des Gebotszonenzuschnitts sehr kritisch, was auch für die Pläne der Änderung der Stromnetzzugangsverordnung gilt", sagte er dieser Zeitung. Hans Gersbach, Chef des Wissenschaftlerbeirats beim Wirtschaftsministerium monierte, mit Kriterien für einen optimalen Zuschnitt von Preiszonen "kann man kein Verbot begründen, mehrere Zonen in Deutschland einzuführen". Mittelfristig sollten im Binnenmarkt Nationalgrenzen als Kriterium für den Zuschnitt von Strompreiszonen an Gewicht verlieren.

Marc Bettzüge, Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts der Uni Köln, sagt, die Energiewende müsse stärker auf "regionalisierte Preissignale" setzen. Das Verbot werde "eine historisch gewachsene Regulierungsform zementieren, die sich im Kontext der Energiewende als immer weniger tragfähig erweisen dürfte".

Die Knappheit im Übertragungsnetz hat Folgen: Nachbarstaaten können nicht so viel Strom nach Deutschland exportieren, wie das die Binnenmarktregeln garantieren. Zuletzt hatten sich die Dänen beschwert. Die EU-Kommission hatte schon vorher mehrere deutsche Preiszonen ins Gespräch gebracht, so wie sie das in Schweden erzwungen hat. Die wohl noch Jahre bestehende Knappheit im deutschen Stromnetz würde sich damit direkt im Strompreis niederschlagen. Im Norden würde er sinken, im Süden steigen. Investoren sollten darauf im Süden mit dem Bau neuer Kraftwerke reagieren, am Ende würden flexible Strompreise den Netzengpass ausgleichen.

Das Thema ist nicht neu, deshalb überrascht der Verbotsplan während der Bildung der neuen Regierung. Grund ist eine Untersuchung der europäischen Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden, ACER. Sie könnte aus technischen Gründen Netzbetreiber anweisen, den Strommarkt zu trennen. Darüber wäre nicht nur die Bundesregierung, sondern auch die EU-Kommission unglücklich. So eine weitreichende Entscheidung müsse politisch begründet werden, heißt es in Brüssel. Vorschläge lägen vor. Peter Rosin aus der Kanzlei White and Case äußert rechtliche Bedenken. Das Wirtschaftsministerium bewege sich mit dem Verordnungsentwurf "gleich in mehrerlei Hinsicht auf dünnem Eis". Man könne fragen, ob es sich "nicht um den unzulässigen Versuch des Unterlaufens der angedachten EU-Regelung handelt".

Es gibt aber auch Verständnis für das Berliner Verbotsvorhaben. Manuel Frondel vom Essener RWI-Wirtschaftsforschungsinstitut sieht zwar gute ökonomische Gründe für eine Spaltung des Marktes, die auch den umstrittenen Netzausbau reduzieren würde. Andererseits würden Anreize für den Bau von Windanlagen im Norden sinken, der Süden Widerstand gegen höhere Strompreise leisten. "Am Ende könnte eine solche Maßnahme die Republik buchstäblich spalten und die Akzeptanz für die Energiewende sinken."

Auch der Energiewirtschaftsverband BDEW warnt vor einer Teilung des deutschen Strommarktes. Verbandschef Stefan Kapferer sagt, es würde der "trügerische Schein" erweckt, Netzausbau sei nicht mehr so dringend. Auch würde die Höhe der Stromrechnung maßgeblich davon abhängen, "ob man nördlich oder südlich einer künstlich gezogenen Grenze wohnt".

ami

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Speicher sind Um und Auf der Energiewende

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Wien, 21.11.2017

Der größte Stromkonzern Österreichs setzt in Zukunft verstärkt auf Speicher, um Angebot und Nachfrage besser ausbalancieren zu können. Dabei gehe es um Pumpspeicher, Batterien und neue Technologien, sagte Verbund-Vorstandschef Wolfgang Anzengruber am Montag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Wenn man die richtigen Anreize setze, halte Anzengruber das Ziel von 100.000 E-Autos im Jahr 2020 weiterhin für erreichbar.

Bei Mobilität und Wärme könne Elektrizität als Ersatz für fossile Energieträger eine wichtige Rolle spielen. Im Verkehr gehe es vorwiegend um Pkw, bei schweren Lkw sei wohl Wasserstoff wegen der höheren Energiedichte die Lösung. Das Pumpspeicher-Potenzial in Österreich sei noch nicht ausgereizt, sagte Anzengruber. Der Verbund selbst verfüge aktuell über mehr als 2000 Megawatt Leistung. Weil die Kosten sänken, kämen zusätzliche 1000 MW nicht mehr wie noch vor eineinhalb Jahren auf eine Milliarde, sondern nur mehr auf 600 bis 700 Mill. Euro. „Einige Tausend Megawatt, also ein paar Gigawatt, brauchen wir schon in Österreich.“

Der Verbund sei für die Energiewende gut gerüstet, man erzeuge 95 bis 96 Prozent des Stroms CO2 -frei. Der Konzern betreibt nur mehr zwei kalorische Anlagen: das Kohlekraftwerk Mellach, das 2019 stillgelegt werden soll, und das Gaskraftwerk Mellach, das deutlich weniger CO2 ausstoße als die Kohleanlage und in Notfällen eingesetzt werde, um die zur Netzstabilisierung benötigte Leistung bereitzustellen. Von Jänner bis Oktober habe mit Ausnahme von 55 Tagen eingegriffen werden müssen, um die Versorgung abzusichern, vor allem wegen des schwankenden Stromangebots aus erneuerbaren Energien.

Um planen zu können, hofft Anzengruber bis Weihnachten auf eine vorläufige Einigung für den Abruf kalorischer Kraftwerksleistung und bis Mitte 2018 auf eine mehrjährige Lösung.

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Stromgrenze macht Strom teurer

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Wien, 21.11.2017

Die künftige Trennung der bisher gemeinsamen Stromzone mit Deutschland erhöhte bereits den Börsenpreis, so Verbund-Chef Anzengruber. Das werden auch die Kunden spüren.

Es dauert zwar noch knapp ein Jahr, bis am 1. Oktober 2018 die bisher gemeinsame Stromzone mit Deutschland Geschichte ist und eine künstliche Begrenzung an der Grenze hochgefahren wird. Der dadurch ausgelöste Preiseffekt ist aber schon heute zu sehen. "In den Preisen für 2018 ist der Strombezug bereits um 2,50 Euro je Megawattstunde teurer als in Deutschland. Das ist ein Mehrpreis von rund sechs Prozent", so Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber am Montag im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Bisher ist diese Preissteigerung zwar lediglich in den Großhandelspreisen zu spüren. Es sei aber logisch, dass die Preiserhöhung mittelfristig auch für die Kunden zu spüren sein wird, so Anzengruber weiter. Das bedeutet aber nicht nur eine höhere Stromrechnung für die privaten Haushalte. "Für den Industriestandort Österreich bedeutet das, dass er mit höheren Energiekosten als die direkte Konkurrenz in Deutschland klarkommen muss", so der Verbund-Chef.

Osteuropäische Initiative

Der Verbund sei daher auch von Anfang an gegen die Trennung gewesen. Wie mehrfach berichtet, wurde diese jedoch auf Initiative der osteuropäischen Netzbetreiber von Deutschland vorangetrieben, da der physikalische Stromfluss die Netze Polens und Tschechiens zu stark belastet hatte. Laut Anzengruber hätte dieses Problem aber auch mit weniger drastischen Maßnahmen in den Griff gebracht werden können.

Für den Verbund würden die höheren Preise nichts bringen, da gleichzeitig die Möglichkeit geringer werde, Kraftwerkskapazitäten für ein lukratives Engpassmanagement in Deutschland zur Verfügung zu stellen.

"Wir gehen davon aus, dass für den Verbund der Saldo in Summe etwa ausgeglichen sein wird." Unter Letzterem wird vor allem das Gaskraftwerk im steirischen Mellach leiden, das jüngst verstärkt für Regelenergie herangezogen wurde. "Mellach ist inzwischen vor allem als Feuerwehr im Einsatz, die die Versorgungssicherheit gewährleistet."

Nach dem teilweisen Wegfall des deutschen Regelenergiemarktes wünscht sich Anzengruber nun zumindest mehr Planungssicherheit in Österreich. Die aktuell gültigen Verträge mit der entflochtenen Netztochter APG laufen im April aus. Künftig bräuchte es jedoch mehrjährige Verträge, damit sichergestellt sei, dass die Kraftwerke auch vorhanden sind, wenn sie gebraucht werden. "Ich kann die Anlagen ja nicht in Bereitschaft halten nur auf die Hoffnung hinaus, dass jemand plötzlich sagt, er braucht sie", so Anzengruber.

Derzeit wird zu diesem Thema eine Studie erstellt, die in der Folge als Grundlage für die Ausschreibung durch die APG dienen soll. Den Rahmen legt dabei der heimische Regulator E-Control fest.

"Perfekter Eigentümer"

Abwartend zeigt sich Anzengruber angesichts der Pläne von ÖVP und FPÖ, Staatsbeteiligungen in eine Infrastrukturholding einzubringen. "Ich stehe dem neutral gegenüber", so der Verbund-Chef. Wichtig sei nur, dass der Kontakt zum Eigentümer nicht unnötig verkompliziert werde. Das Wirtschaftsministerium sei in den vergangenen Jahren ein "perfekter Eigentümer" gewesen, der sich nie in das Unternehmen eingemischt habe.

Zu möglichen Spekulationen, dass sein Vertrag nach Ablauf im Dezember 2018 nicht verlängert werden könne, will Anzengruber nichts sagen. Wie berichtet, gibt es auch Pläne, den Verbund-Vorstand zu verkleinern. Es sei hier noch keine Entscheidung getroffen, die Jobs seien ja noch nicht einmal ausgeschrieben worden, so Anzengruber. Ob er jedoch gerne weitermachen würde? "Es macht mir nach wie vor Spaß", so der Verbund-Chef.

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Petro Welt nach neun Monaten mit höherem Gewinn

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Wien, 21.11.2017

Die börsennotierte Petro Welt (ehemals C.A.T. oil) hat in den ersten neun Monaten des Jahres Umsatz und Gewinn gesteigert. Der Umsatz legte um 15,3 Prozent auf 263,1 Mio. Euro zu, das Konzernergebnis um 5,5 Prozent auf 29,4 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote stieg auf 56,5 Prozent, teilte das Unternehmen mit. Im dritten Quartal alleine betrug der Umsatz unverändert 87,4 Mio. Euro.

Der Gewinn vor Steuern erhöhte sich in den ersten drei Quartalen um 5 Prozent auf 36 Mio. Euro. Diese Steigerung sei hauptsächlich auf das verbesserte Finanzergebnis zurückzuführen. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um knapp 10 Prozent auf 3.537. Für 2017 erwartet das Management 335 bis 345 Mio. Euro Umsatz (2016: 304,4 Mio. Euro), die EBIT-Marge soll bei 10 bis 12 Prozent bleiben.

Die Übernahme der Carbo Ceramics Cyprus werde sich ab Oktober in den Ergebnissen niederschlagen. Besonders erfolgreich sei die kasachische Fracking-Tochter (PeWeTe Kazakhstan), deren Aufträge in den ersten neun Monaten 2017 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 231 Prozent zulegten, während der Umsatz um 167 Prozent anstieg.

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Umstrittenes Pipelineprojekt nimmt letzte Hürde in Nebraska

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Lincoln (Nebraska), 21.11.2017

Die seit Jahren umstrittene Ölpipeline Keystone XL hat die letzte große Regulierungshürde in den USA genommen. Die Aufsichtsbehörde des Bundesstaats Nebraska genehmigte mit drei zu zwei Stimmen den Bau der knapp 1.900 Kilometer langen Leitung des Konzerns TransCanada, durch die Öl vom kanadischen Alberta in die USA gepumpt werden soll.

Allerdings ist damit zu rechnen, dass Gegner des Projekts wie Umweltschützer vor Gericht ziehen werden. Präsident Donald Trump hat sich für den Bau der Pipeline ausgesprochen, da dadurch seiner Meinung nach Jobs entstehen und Energiekosten sinken. Die Vorgängerregierung unter Barack Obama hatte das Projekt dagegen aus Umweltschutzgründen nach jahrelanger Prüfung 2015 abgelehnt.

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Enel will Assets verkaufen

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Rom, 21.11.2017

Der italienische Energiekonzern Enel hat seinen Entwicklungsplan bis 2020 vorgestellt. Geplant sei der Verkauf von Assets im Wert von 3,2 Mrd. Euro in nicht strategischen Ländern, teilte der Konzern mit. Bis 2020 wolle das Unternehmen Investitionen im Wert von insgesamt 24,6 Mrd. Euro tätigen, berichtete CEO Francesco Starace bei der Vorstellung des neuen Strategiepapiers.

Für die Digitalisierung seines Stromnetzes will Enel bis 2020 5,3 Mrd. Euro ausgeben. Damit erhofft sich der börsennotierte Konzern Kostenreduzierungen in Höhe von 1,2 Mrd. Euro.

2020 soll das operative Ergebnis (Ebitda) 3,3 Milliarden Euro erreichen, das sind um knapp ein Drittel mehr als heuer. Im kommenden Jahr rechnet Enel mit einem Nettogewinn von 4,1 Mrd. Euro, der 2019 auf 4,8 Mrd. Euro und 2019 auf 5,4 Mrd. Euro wachsen soll.

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Deutsche Grüne kündigen Antrag zum Kohleausstieg an

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Berlin, 21.11.2017

Die deutschen Grünen haben einen Beschlussantrag zum Kohleausstieg im Bundestag angekündigt. Der Antrag zu einem "schnellen Ausstieg" in Deutschland werde in Kürze vorgelegt, sagte Parteichefin Simone Peter der "Rheinischen Post" zufolge.

Zwar habe es bei den Jamaika-Sondierungen heftige Auseinandersetzungen mit Union und FDP gegeben. Allerdings "gab es im Energie- und Gebäudebereich Zugeständnisse von Seiten der Union, die für das Erreichen der Klimaziele unabdingbar sind".

Aus den schließlich gescheiterten Sonderungen war ein Ergebnis-Papier hervorgegangen, demzufolge die Unterhändler von Union, FDP und Grüne den Weg für einen Kohleausstieg gezielt festlegen wollten. Alle Teilnehmer machten zudem klar, dass das Klimaziel für 2020 gilt.

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EDF meldete Mängel bei Kontrollen von Brennstäben

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Paris, 21.11.2017

Beim französischen Energiekonzern EDF sind mehrere Brennstäbe in Kernkraftwerken unzureichend kontrolliert worden. Zulieferer Areva habe EDF darüber informiert, dass es bei 14 Brennstäben Mängel bei der Qualitätskontrolle gegeben habe, teilte der weltweit größte Atomkraftwerks-Betreiber mit.

Areva könne nicht nachweisen, dass Kontrollen zur Dichtigkeit ordnungsgemäß ausgeführt worden seien. Drei der Brennstäbe seien in den französischen Reaktoren Golfech 2, Flamanville 1 und Cattenom 3 eingesetzt worden. Die übrigen seien nicht eingebaut worden. Die mangelnde Kontrolle habe keinen Einfluss auf den Betrieb.

Vergangene Woche hatte der französische Atomkonzern Areva bereits mitgeteilt, fehlerhafte Brennstäbe ausgeliefert zu haben und zugleich betont, es bestehe kein Sicherheitsrisiko. Schweizer Medien hatten dagegen berichtet, ein Atomkraftwerk in der Schweiz sei wegen Problemen mit den Brennstäben abgeschaltet worden. Laut Areva war in einer Produktionsanlage in Frankreich ein undichter Brennstab entdeckt worden. Im Anschluss habe sich herausgestellt, dass Brennstäbe, die beanstandet hätten werden sollen an Energieversorger ausgeliefert worden seien.

Der staatlich kontrollierte EDF-Konzern hatte vergangene Woche davor gewarnt, dass Atommeiler wegen Wartungsarbeiten länger abgeschaltet werden müssen als geplant und sich dies auf das Ergebnis im kommenden Jahr auswirken werde. Französische Gewerkschaftsvertreter befürchten bereits Stromausfälle in diesem Winter. Frankreichs Elektrizitätsversorgung hängt zu mehr als drei Vierteln am Atomstrom.

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Jeder sechste Kilometer wird elektrisch gefahren

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Wien, 21.11.2017

In Österreich wird immer mehr elektrisch gefahren, wenn auch vorerst nur selten mit dem Auto: Im Vorjahr wurde bereits jeder sechste Kilometer mit Strom zurückgelegt. Insgesamt sorgte die E-Mobilität im Vorjahr für eine Verkehrsleistung von rund 20 Milliarden Personenkilometern, teilte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) mit.

Der Löwenanteil entfällt dabei klar auf die Öffis: 98 Prozent der Stromkilometer wurden mit den Bahnen, Straßenbahnen, U-Bahnen und elektrischen Bussen gefahren. Privat wurden 2016 erst 400 Millionen Kilometer mit elektrobetriebenen Pkw, Fahrrädern sowie Mopeds und Motorrädern zurückgelegt. Heuer soll es im Individualverkehr zu einem Anstieg auf mehr als 500 Millionen Kilometer kommen, insgesamt werden 21 Milliarden strombetriebene Kilometer erwartet.

"Der VCÖ fordert von der kommenden Regierung ein umfassendes E-Mobilitätspaket mit der vollständigen Elektrifizierung von Österreichs Bahnen, dem Ausbau der Ladeinfrastruktur, der Förderung von E-Carsharing und dem Ausbau der Radinfrastruktur, um das große Potenzial von Elektro-Fahrrädern stärker zu nutzen", so der Verkehrsclub.

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OPEC-Mehrheit laut Iran für Verlängerung der Förderbremse

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London, 20.11.2017

Die Mehrheit der OPEC-Staaten ist dem Iran zufolge für eine Verlängerung der Förderbremse im kommenden Jahr. Die endgültige Entscheidung dürfte auf dem nächsten Treffen der Organisation Erdöl exportierender Länder am 30. November fallen, sagte Ölminister Bijan Zanganeh am Montag der iranischen Nachrichtenagentur ISNA zufolge.

Das Kartell hatte sich im vorigen Jahr mit weiteren wichtigen Öl-Ländern wie Russland auf eine Drosselung der Förderung verständigt. Die Vereinbarung war im Frühjahr bis März 2018 verlängert worden. Damit soll der Ölpreis nach dem Verfall der vergangenen Jahre auf höherem Niveau stabilisiert werden.

APA/ag.
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Verbund-Chef erhofft neue Kraftwerks-Kontrahierungsverträge

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Wien, 20.11.2017

Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber erhofft sich möglichst rasch neue Verträge für den Abruf kalorischer Kraftwerksleistung zur Stromnetz-Stabilisierung. Bis Weihnachten sollte zumindest ein Modus bis über den Sommer fixiert werden, bis zum ersten Quartal oder dem ersten Halbjahr 2018 aber eine mehrjährige Kontrahierung stehen, sonst würden kalorische Blöcke geschlossen, sagte Anzengruber am Montag.

Der jetzige Vertrag zum Abruf kalorischer Stromleistung, auch aus dem steirischen Verbund-Gaskraftwerk Mellach, läuft im April 2018 aus. Gebe es keine mehrjährige Kontrahierung, könnten thermische Erzeugungsanlagen "weg" sein, also geschlossen werden, warnte der Verbund-Generaldirektor im Klub der Wirtschaftspublizisten. Außer Mellach stünden noch die Wiener Kraftwerke in Simmering, Theiß von der EVN sowie Timelkam und Dürnrohr zur Verfügung. In Summe verfügen diese Anlagen über eine Kraftwerksleistung von rund 5.000 MW, so Anzengruber.

Benötigt würden schätzungsweise voraussichtlich 2.800 bis 2.900 MW, "sagen Fachleute". Insgesamt rede man wohl über ein Volumen von bis zu 3.000 MW. Jetzt werde einmal eine Studie erstellt, welche die Grundlage für die Ausschreibung bilden solle. Erst müsse der Regulator E-Control den Rahmen festlegen, dann sei die APG mit ihrer Ausschreibung am Wort. Anzengruber: "Die billigsten Anbieter werden dann genommen, bis genug Engpassleistung da ist." Im letzten Winter hat die Vereinbarung 2.400 MW vorgesehen, für den bevorstehenden Winter 2.900 MW.

Hauptabnehmer seien der österreichische Markt bzw. der heimische Kunde. Konkret würden etwa deutsche Stromhändler einen Leistungsabruf veranlassen, wenn sie nach Österreich Strom liefern wollten, es aber etwa zu wenig grenzüberschreitende Kapazität gebe. Per künstlichem Engpass an der Landesgrenze soll ja diese Kapazität mit Oktober 2018 auf 5.900 MW eingeengt werden, obwohl es technisch 10.000 MW Kapazität gebe, kritisierte der Chef des größten heimischen Stromkonzerns. Es hätte andere Lösungen gegeben, wiewohl auch die Geld kosten würden.

Durch das künstliche Auftrennen des gemeinsamen deutsch-österreichischen Strommarkts mit Oktober 2018 sehen die Forward-Preise für 2019 in Österreich bereits um rund 6 Prozent oder 2,50 Euro/MWh über das deutsche Niveau der Großhandelspreise gestiegen. Ein Plus von sechs, sieben Prozent sei auch in etwa die Erwartungshaltung des Verbund gewesen. Der Markt Österreich werde aber "durch höhere Preise dann beeinträchtigt", so Anzengruber. Sein Unternehmen profitiere unterm Strich kaum von diesem Anstieg der Preise. Grundsätzlichen seien für den Verbund höhere Preise zwar positiv, doch müsste man diesfalls auch wieder eigene Stromprodukte in Deutschland anpassen.

Von einer Regelung über einen Ausstieg aus der Braunkohle-Verstromung, wie sie die Grünen für die neue deutsche Bundesregierung angepeilt haben, hätte ein Anstieg der Strompreis erwartet werden können, je nach konkretem Zeitplan, so Anzengruber nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungsgespräche vergangene Nacht in Berlin. Laut Think-Tank Agora würde ein Braunkohle-Aus bis 2040 Deutschland 17 Mrd. Euro kosten - die Subventionierung der erneuerbaren Energien über das EEG koste unser Nachbarland jedoch pro Jahr 27 Mrd. Euro, so Anzengruber.

APA