Sortieren nach
Ihr Suche ergab leider kein Ergebnis! Bitte versuchen Sie es mit einem anderen Begriff.
0
21
148815000008
801488189600

Mitterlehner erwartet beim Energierat konkrete Zielsetzungen

Weiter zum Artikel
Brüssel, 27.02.2017

Vizekanzler Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) erwartet sich beim Energieministerrat in Brüssel eine Abstimmung über die Angleichung der Energieziele bis 2030. Dies sei eine sehr komplexe Vorgangsweise, sagte Mitterlehner Montag vor Beginn der Sitzung. Der Energierat berät über das zuletzt von der Kommission vorgelegte umfassende Paket über "saubere Energie" für alle.

Insgesamt hat das Energiepaket 3.500 Seiten und drei Schwerpunkte. Vorrang gilt der Energieeffizienz, ferner soll die EU ihre Führungsrolle bei Erneuerbaren ausbauen und schließlich müsse es ein faires Angebot für die Verbraucher geben.

Angesprochen auf das von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker offenbar diese Woche vorzustellende Weißbuch zur Zukunft der Union sagte Mitterlehner, die Ideen zweier verschiedener Geschwindigkeiten seien ja nicht neu. "Warten wir einmal ab, was deren Inhalt ist".

In der EU-Kommission wird offenbar mit Hochdruck an dem Weißbuch gearbeitet. Wie es hieß, soll am Dienstag eine Sondersitzung der Kommissare stattfinden, am Mittwoch könnte das Papier von Juncker präsentiert werden.

APA
1
19
148815000004
401488189120

Deutsche Gewerkschaft kritisiert Energiewende

Weiter zum Artikel
Haltern, 27.02.2017

Der Chef der deutschen Gewerkschaft IGBCE, Michael Vassiliadis, hat scharfe Kritik an den Kosten der Energiewende geübt: Für den Umbau auf erneuerbare Stromerzeugung seien bereits rund 500 Mrd. Euro an Förderungen und Verbindlichkeiten angefallen - und das für die Produktion von Strom mit einem Marktwert von 100 Mrd. Euro, sagte Vassiliadis am Freitagabend bei einer Veranstaltung in Haltern.

Allein die EEG-Umlage, die den Löwenanteil bei der Energiewende-Förderung ausmacht, habe die Bürger schon mehr Geld gekostet als alle Kohlesubventionen der vergangenen fast 60 Jahre zusammen. Die Verteilung der Lasten über den Strompreis sei sozial unausgewogen, kritisierte der Gewerkschaftschef. Sozial Schwache wohnten meist zur Miete und hätten kaum Einfluss auf ihren Stromverbrauch. Besser Verdienende könnten sich eine Solaranlage aufs Dach setzen und seien dann für diesen Strom von der Umlage befreit. Die IG Bergbau Chemie Energie fordert deshalb eine Finanzierung der Energiewende über Steuern.

In der Auto-Industrie und ihren Zulieferbetrieben drohe durch die Umstellung auf Elektro-Autos ein neuer Strukturwandel mit Jobverlusten, sagte Vassiliadis. "Ein Diesel-Motor besteht aus mehr als 2.000 Teilen, ein E-Motor aus 200." Um die Autos der Zukunft zu bauen, sei deutlich weniger Personal erforderlich als bisher. Um neue Jobs zu schaffen, müssten Industrie und Politik gemeinsam in einem Zukunftspakt mehr Geld in die Entwicklung etwa von modernen Batterien, Wasserstoffantrieben und Leichtbauteilen stecken. Die IGBCE ist laut Vassiliadis für 150.000 bis 200.000 Beschäftigten etwa in der Chemie- und Kautschukindustrie zuständig, die als Zulieferer von der Autoindustrie abhängen.

APA/dpa
2
15
148815000004
401488189240

China entschärft Quotenregelung für E-Autos

Weiter zum Artikel
Berlin, 27.02.2017

Nach Informationen des "Handelsblatt" zeichnet sich im Streit zwischen Deutschland und China um eine geplante Quotenregelung für Elektroautos eine Lösung ab. Nach Gesprächen auf höchster Ebene wolle China den deutschen Forderungen weitgehend entgegenkommen und die geplanten Quotenregeln entschärfen, berichtete die Zeitung. Sie beruft sich auf "mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen".

Dem Blatt zufolge sollten ab Jänner 2018 batteriebetriebene Fahrzeuge und Hybridmodelle mindestens 8 Prozent des Absatzes jedes Autobauers in China ausmachen - sonst drohten Strafen. Im Jahr darauf sollten es bereits 10 und ein Jahr später sogar 12 Prozent des Absatzes sein. Diese Quoten hätten die deutschen Hersteller niemals so schnell erreichen können.

Laut "Handelsblatt" hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darüber mit Chinas Ministerpräsident Li Keqiang gesprochen. Außerdem habe das Kanzleramt eine ranghohe Delegation zu Gesprächen nach Peking geschickt. Nun wolle China die Regeln entschärfen.

APA/ag.
3
11
148815000004
401488202620

Biomasse-Heizkraftwerk in Klagenfurt ist fertig

Weiter zum Artikel
Klagenfurt, 27.02.2017

Das seit Jahren diskutierte Biomasse-Heizkraftwerk im Osten von Klagenfurt ist fertig. Das von der RZ-Gruppe geplante Projekt, an dem sich auch der Industrielle Cornelius Grupp mit seiner CAG Holding beteiligt hat, wurde am Montag im Turbinenraum des Werks der Öffentlichkeit präsentiert. Die Investition wird mit 50 Mio. Euro beziffert, die Fernwärmeleitung in die Stadt kostet weitere 12 Mio. Euro.

Damit geht ein jahrelanges Tauziehen zu Ende, denn eigentlich hätte das Kraftwerk schon im Winter 2015/16 Fernwärme liefern sollen, diverse Probleme sorgten jedoch für Verzögerungen. Die Riegler-Zechmeister-Gruppe holte Ende 2015 Grupp ins Boot, womit auch die Finanzierung gesichert werden konnte. Ein zweiter Kraftwerksstandort in Nordklagenfurt kam nicht zustande, das nun fertiggestellte Heizkraftwerk wird die Grundversorgung für die 27.000 Fernwärmeanschlüsse der Stadt sichern. Die Leistung beträgt 50 Megawatt Wärme, dazu kommen über die Kraft-Wärme-Kopplung 10 Megawatt Stromerzeugung. Bedarfsspitzen bei der Wärme werden vom alten Fernheizwerk abgedeckt werden, das von Schweröl auf Erdgas umgestellt worden ist. Dazu gibt es noch ein Biomassekraftwerk im Süden der Landeshauptstadt, das rund 20 Megawatt Wärme liefern kann.

Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) betonte, das Kraftwerksprojekt habe einen wirtschaftlichen Impuls für die Region bedeutet, da vorwiegend heimische Firmen zum Zug gekommen seien. Cornelius Grupp unterstrich die Bedeutung der Entscheidung für die Wärmeversorgung mit Biomasse angesichts des Klimawandels. Otto Zechmeister erklärte, für das neue Kraftwerk würden erstmals die neuen, strengeren Feinstaubgrenzwerte gelten: "Die Feinstaubwerte des Werks werden nahezu Null betragen." Die Effizienz der Anlage sei so hoch, dass außer bei extremer Kälte kein Wasserdampf durch den Kamin entweichen werde, diese Energie werde durch eine Wärmerückgewinnung genutzt. Die Übernahme des angelieferten Hackguts erfolge in einer Halle und nicht im Freien, womit die Lärmbelastung sehr niedrig sei.

Als Brennstoff werde ausschließlich naturbelassenes Waldhackgut verwendet, der Jahresbedarf betrage 70.000 bis 80.000 Tonnen absolut trockenen Holzes pro Jahr. Das Material entstehe bei der Forstbewirtschaftung und entspreche jener Menge, die nicht als Nutzholz an die Säge- oder Papierindustrie verkauft werden könne. Zechmeister betonte diese Tatsache wohl deshalb, weil die Mondi-Papierfabrik im Kärntner Wolfsberg im Vorfeld massiv gegen die Errichtung des Biomassekraftwerks aufgetreten war.

In den kommenden Jahren wollen die Stadtwerke die Zahl der Fernwärme-Kunden auf 30.000 steigern, sagte Vorständin Sabrina Schütz-Oberländer. Man wolle den Hausbrand auf diese Weise weiter reduzieren. Das würde sich positiv auf die Feinstaubbelastung der Stadt auswirken. Es gibt auch bereits Pläne, ein bestehendes Heizkraftwerk in Liebenfels ans Klagenfurter Fernwärmenetz anzuschließen. Dieses Werk gehört ebenfalls der CAG Holding. Details darüber wollte Grupp am Montag jedoch nicht nennen.

APA
4
11
148815000004
401488208020

Strittige oö. Energiestrategie beschlossen

Weiter zum Artikel
Linz, 27.02.2017

Die von Umweltlandesrat Anschober (Grüne), Vertretern der Erneuerbaren-Energiebranche und Umweltorganisationen kritisierte neue Energiestrategie des Landes OÖ ist am Montag in Linz mehrheitlich von der Landesregierung beschlossen worden. "Oberösterreich wird damit vom internationalen Vorreiter zum Nachzügler", so Anschober in einer Presseaussendung.

Laut bisheriger Vorgabe (aus dem Jahr 2007) sollten in Oberösterreich bis 2030 Raumwärme und Strom gänzlich aus erneuerbarer Energie kommen. Im schwarz-blauen Regierungsprogramm vereinbarte man aber zuletzt, das Konzept zu überarbeiten und die Industrie stärker einzubeziehen. Das Ergebnis: "Energie-Leitregion OÖ 2050" setzt auf relative statt absolute Ziele - also abhängig von der Wirtschaftsleistung - und auf Energieeffizienz. Diese nun verabschiedete Strategie sei "Anfängerniveau". Es brauche von der Politik eine "stringente Richtungsvorgabe" und keinen "Schlingerkurs", kritisierte Global 2000.

APA
5
49
148789080008
801487927700

EU-Minister beraten "sauberes Energie"-Paket für alle

Weiter zum Artikel
Brüssel, 24.02.2017

Der EU-Energierat berät Montag am 27. Februar über das zuletzt von der Kommission vorgelegte umfassende Paket über "saubere Energie" für alle. Insgesamt hat das Energiepaket 3.500 Seiten und drei Schwerpunkte. Vorrang gilt der Energieeffizienz, ferner soll die EU ihre Führungsrolle bei Erneuerbaren ausbauen und schließlich müsse es ein faires Angebot für die Verbraucher geben.

Angesichts des umfassenden Kompendiums werde es aber kaum Detaildiskussionen geben, hieß es in EU-Ratskreisen in Brüssel. Die Zeit sei einfach zu knapp. Vorgesehen ist aber, dass bis Jahresende das Dossier abgeschlossen wird. Österreich ist beim Rat durch Vizekanzler Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) vertreten.

Ebenfalls im Rahmen des Themas geht es um die Energieeffizienz-Kennzeichnungsverordnung. Dabei gibt es aber Kompetenzstreitigkeiten zwischen Kommission und EU-Parlament. Eine finale Verhandlungsrunde - ein Trilog zwischen Rat, Kommission und Europaparlament - ist für 21. März geplant.

Weiters steht die Gasversorgungssicherheits-Verordnung am Programm. Hier wird eine Einigung bis April angestrebt. Zuletzt hatte es Einigkeit über eine regionale Zusammenarbeit auf Risikogrundlage bei der Gasversorgung gegeben. Die EU-Kommission hatte eine regionale Zusammenarbeit mit starren Regionen vorgeschlagen. Dabei wäre Österreich in einer Gruppe mit Kroatien, Ungarn, Slowenien und Italien zusammen. Österreich bevorzugt dagegen eine risikobasierte Gruppe - diese Meinung vertreten auch Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien.

Nach gut zwei Jahren kommt auch wieder der Vorschlag für eine "blaue Energie" - die Ausschöpfung der Potenziale der Meeresenergie, Offshore-Windanlangen, Gezeitenkraftwerke - zur Sprache. Ein konkreter Plan liegt aber noch nicht vor.

APA
6
29
148789080008
801487939880

Windtner zum EAG-Abschied: Infrastruktur-Leistungen gewinnen

Weiter zum Artikel
Linz, 24.02.2017

Der scheidende Generaldirektor der Energie AG Oberösterreich, Leo Windtner, prognostiziert nach 22 Jahren als Chef, dass Infrastruktur-Leistungen an Bedeutung gewinnen werden. Aber für den Bestand des Unternehmens in der Zukunft seien weiterhin "ständig neue Business-Cases notwendig". Das mahnte er in einer Pressekonferenz ein.

Windtner, der nach seinem Rücktritt aus Altersgründen am kommenden Dienstag nach insgesamt 38 Jahren im Unternehmen seinen letzten Arbeitstag hat, stellte in Aussicht, dass sich die Geschäftsmodelle dramatisch ändern werden. Als einen Grund nannte er die Dezentralisierung der Stromerzeugung. "Mit dem schnöden Liefern von Energie werden wir nicht das Auslangen finden", sagte er. Verstärktes Service für die Kunden sei notwendig.

Er beschrieb, dass der frühere Landesenergieversorger "OKA" mit Stromabnehmern und Tarifvorschreibungen als "verstaubtes Unternehmen" mit einer aus "Privilegienrittern" bestehenden Belegschaft galt. Es habe sich zum kundenorientierten Versorgungs- und Dienstleistungsunternehmen "Energie AG Oberösterreich" gewandelt.

Als größte Herausforderung bezeichnete er die Liberalisierung des Strommarktes ab 1999. Damals hätten sich ausländische Anbieter auf die oberösterreichischen Großkunden "gestürzt", diese seien aber dem heimischen Versorger treu geblieben. Allerdings habe es dazu einen Umstieg in eine neue Unternehmenskultur gegeben. Vor der Liberalisierung habe die OKA als einer der ersten Übernahmekandidaten gegolten. Mittlerweise agiere das Unternehmen aus einer Position der Stärke. Man sei nun wesentlich fitter und habe die Marktnähe gelernt. Die EAG gehöre aktuell zu den österreich- und europaweiten Spitzenvertretern der Infrastrukturanbieter.

Einflüsse der Politik

Weiteres großes Thema in seiner Zeit an der Spitze war der lange Weg einer Privatisierung von 1997 bis 2008: Geplanter Teilverkauf von Aktien, Verhandlungen mit den Bayernwerken, verschiedene "Stromlösungen" in Österreich, ein geplanter aber wieder abgeblasener Börsegang und zuletzt ein Private Placement, bei dem oberösterreichische Banken, Leitbetriebe, die TIWAG, der Verbund und die Mitarbeiterstiftung Anteilte übernehmen. Zu den dabei und bei anderen Gelegenheiten erlebten Einflüssen der Politik stellte der Generaldirektor trocken fest: "Wenn man im Boot sitzt und rudert, hat man eine andere Perspektive als einer, der am Kai steht und beim Rudern zuschaut."

Alles zusammen habe einen Lernprozess bewirkt, aus dem eine knallharte Orientierung nach betriebswirtschaftlichen Kennzahlen herausgekommen sei. Es gelte zudem die "Dauerformel" der Veränderungsbereitschaft, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen, die Wertschöpfungsketten zu verlängern und neue Business-Cases zu schaffen. Seine persönliche Veränderung über die Jahre schilderte er mit "man wird beflügelt vom Engel der Gelassenheit". Er gehe mit einer gewissen Wehmut, aber mit der Freude und der Gewissheit, dass die EAG gut aufgestellt sei und die Zukunft gut bewältigen werde.

Bei dieser Gelegenheit legte er die Entwicklung der Geschäftszahlen vor. Der Umsatz lag 1994 bei 534,8 Mio. Euro, erreichte 1997 den Tiefststand von 404,4 Mio., den Höchststand 2011 mit fast 2,22 Mrd. und zuletzt 1,53 Mrd. Euro. Das EBIT betrug 1994 fast 16 Mio. Euro, seinen Höchststand erreichte es 2008 mit 163,7 Mio., den Tiefstand 2000 mit minus 132,6 Mio. Euro. Zuletzt waren es 135,4 Mio. Euro. Die Belegschaft ist mit zwischenzeitlichen Höchst- und Tiefstständen seit 1994 von 2.455 auf zuletzt 4.362 Köpfe gestiegen.

APA
7
25
148789080004
401487930220

Nordex senkt Umsatzprognose

Weiter zum Artikel
Frankfurt, 24.02.2017

Der Windturbinenbauer Nordex hat seine Umsatzprognose für 2017 gesenkt und den Aktienkurs damit ins Rutschen gebracht. Der Umsatz werde im laufenden Jahr voraussichtlich 3,1 bis 3,3 Mrd. Euro betragen, teilte das Unternehmen mit.

Grund für die Senkung des Umsatzziels seien niedrigere Erwartungen für das Geschäft in einzelnen Kernmärkten. Für das Jahr 2018 strebe Nordex einen Umsatz von 3,4 bis 3,6 Mrd. Euro an. Die EBITDA-Marge werde in beiden Jahren stabil erwartet.

Die Aktien stürzten bei hohen Umsätzen und mehreren Handelsunterbrechungen um 17 Prozent auf 16,36 Euro ab. Damit notierten sie auf dem tiefsten Stand seit zwei Jahren und waren mit Abstand größter Verlierer im TecDax.

APA/ag.
8
19
148789080004
401487930520

Kolumbien drosselt tägliche Ölproduktion

Weiter zum Artikel
Bogota, 24.02.2017

Auch Kolumbien drosselt seine Ölproduktion. Im Jänner wurden durchschnittlich 860.000 Barrel Öl pro Tag produziert und damit um zwölf Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor, wie das Energieministerium des Landes mitteilte. Im Gesamtjahr 2016 waren es im Durchschnitt 885.000 Barrel täglich - der niedrigste Stand seit 2011.

Kolumbien ist der viertgrößte Ölproduzent in Lateinamerika - nach Venezuela, Mexiko und Brasilien. Das Land gehört aber nicht der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) an, die sich im Dezember mit mehreren Nicht-Mitgliedsländern auf eine Drosselung der Ölproduktion verständigt hatte.

Die Maßnahme soll die Ölpreise wieder steigen lassen. In den vergangenen Jahren setzten die niedrigen Preise und damit sinkenden Einnahmen zahlreichen Förderländern weltweit dramatisch zu.

APA/ag.
9
31
148789080004
401487930640

WWF-Studie sieht großes Energiesparpotenzial

Weiter zum Artikel
Wien, 24.02.2017

Großes Energiesparpotenzial sieht eine vom WWF Österreich in Auftrag gegebene Studie. Mit 59 "Smart-Savings"-Maßnahmen könnte demnach der Energieverbrauch in Österreich von 1.063 Petajoule im Jahr 2014 bis 2030 um 44 Prozent auf rund 600 PJ reduziert werden. Die Vorschläge beziehen sich auf Verkehr, Haushalte, Produktion, Dienstleistungen und Landwirtschaft.

Hauptergebnis der Studie sei das WWF-Einsparszenario "Smart Savings", das einen "ambitionierten, wirtschaftlich vertretbaren und technisch machbaren Entwicklungspfad bis 2030 im Detail" aufzeige, heißt es in dem Papier. Während der Ausbau der erneuerbaren Energien zumindest in den Anfängen in der politischen und wirtschaftlichen Realität angekommen sei, ließen sich kaum "ernstzunehmende Ambitionen bei der Reduktion des Energieverbrauchs" finden. Für das Gelingen der Energiewende seien sowohl die Reduktion des Energieverbrauchs als auch der Ausbau der Erneuerbaren notwendig.

Den größten Beitrag könnte der Verkehr mit einem Rückgang von 290 PJ bzw. 80 Prozent des Verbrauches von 2014 leisten, geht aus der Studie hervor, die Donnerstagnachmittag bei einer Veranstaltung von WWF und Ökobüro zum Thema "Energieverschwendung stoppen" präsentiert wurde. Möglich wäre dies durch eine "fast vollständige Elektrifizierung des privaten, betrieblichen und öffentlichen Verkehrsaufkommens auf der Straße und der Schiene bei gleichzeitiger Reduktion der Verkehrsleistung durch kleinräumigere Lebens- und Wirtschaftsstrukturen", heißt es in Studie. Bei den "Smart-Savings"-Maßnahmen im Verkehr genannt werden unter anderem quasi für einen Übergang die Senkung des Treibstoffverbrauchs ohne Wechsel des Kraftstoffs durch Leichtbauweise, Motoroptimierungen und Getriebewechsel. Zudem ist im "Smart-Savings"-Szenario unter anderem die Leistung des grenzüberschreitenden Gütertransports vollständig auf die Schiene verlagert.

Einsparungen von 94 PJ bzw. 39 Prozent werden bei den Haushalten gesehen, etwa durch Erhöhung der jährlichen Gebäudesanierungsrate auf 5 Prozent, effiziente Heizungsanlagen, die Reduktion des Pro-Kopf-Wohnflächenverbrauchs von derzeit 44,6 m2 auf 40,0 m2, Optimierung des Warmwasserbrauchs und den Wechsel auf Haushaltsgeräte der höchsten Energieffizienzklasse.

Produktionssektor hat noch Potenzial

Im Produktionssektor ortet die Studie ein mögliches Minus von 49 PJ bzw. 16 Prozent. Erreicht werden könnte dies unter anderem durch Effizienzgewinne in der Papierindustrie, die Verwendung einer Drehzahlregelung bei der Hälfte der verwendeten Elektro-Standmotoren, thermische Sanierung und Optimierung von Industriegebäuden und Verbrauchsreduktionen.

Im Dienstleistungssektor könnten 28 PJ bzw. 23 Prozent eingespart werden - etwa ebenfalls durch eine Erhöhung der Gebäudesanierungsrate auf 5 Prozent und die Erschließung von Potenzialen zur Wärmerückgewinnung beispielsweise in Wäschereien, Schwimmbädern und Server-Zentren.

In der Landwirtschaft können etwa durch thermisch-energetische Gebäudesanierungen, ein verbessertes Offroad-Flottenmanagement und Wärmerückgewinnung bei Trocknungs- und Heizungsanwendungen 6 PJ bzw. 26 Prozent eingespart werden.

Mit einer Umsetzung der "Smart-Savings"-Maßnahmen bereits ab 2017 könnte Österreich seinen Energiehunger trotz der bisher verpassten Chancen insgesamt um 27 Prozent reduzieren und alleine damit 20 Prozent seiner Treibhausgasemissionen vermeiden, sagen die Experten.

APA
10
30
148789080004
401487930460

EU-Umweltministerrat drängt auf Einigung bei CO2-Reduktion

Weiter zum Artikel
Brüssel, 24.02.2017

Die EU-Umweltminister versuchen bei ihrem Rat am 28. Februar eine einheitliche Linie beim Emissionshandel zu erreichen. Allerdings wollen einige Staaten einen geringeren Versteigerungsanteil für Zertifikate. So tritt Österreich hier ebenso wie Belgien statt der vorgeschlagenen 57 Prozent Senkung für eine Reduktion auf 52 Prozent ein. Auch Deutschland und Italien sind auf dieser Linie.

Generell will Österreich - vertreten durch Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) - damit auch einen höheren Anteil der Gratiszuteilungen bei den Zertifikaten. Eher einig sind sich die Staaten bei dem zuletzt von EU-Kommission und dann vom Europaparlament abgesegneten Plan des Reduktionsfaktors für die Gratiszertifikate von 2,2 Prozent ab 2021. Im EU-Parlament hatte der Umweltausschuss ursprünglich 2,4 Prozent verlangt.

Ziel Österreichs ist auch, dass wirklich abwanderungsgefährdete Anlagen 100 Prozent Gratiszuteilungen erhalten sollen. Dazu zählten Zement oder Stahl. Der heutige Überschuss an Zertifikaten am Markt bedinge aber, dass der Preis für CO2 niedrig ist. Dieser Überschuss müsse abgebaut werden.

Weiteres Thema des Rates ist die Ökologisierung des Europäischen Semesters. Ob es ähnlich wie im wirtschaftlichen Bereich, wo makroökonomische Ungleichgewichte ausgewiesen werden, künftig auch einmal ökologische Ungleichgewichte als Parameter geben wird, der zu Empfehlungen an die Staaten führen könnte, ist mehr als fraglich. Dies wäre ein starkes Signal für Umweltanliegen, hieß es in EU-Ratskreisen in Brüssel.

APA
11
31
148789080004
401487935080

Grüne für Feinstaubminderung durch Ende des Dieselprivilegs

Weiter zum Artikel
Eisenstadt, 24.02.2017

Die Grünen fordern verstärkte Maßnahmen gegen die Feinstaubbelastung in Österreich. Nachdem es heuer vermehrt zu Tagesgrenzwertüberschreitungen gekommen war, pochte Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen im Parlament, auf die Abschaffung des Steuerprivilegs für Diesel. Weiters brauche es mehr Mittel für die thermische Sanierung und Anreize für den öffentlichen Verkehr.

Das Dieselprivileg sei "längst überholt". Stattdessen gelte es, den öffentlichen Verkehr auszubauen und, dort wo ein Auto gebraucht werde, den Umstieg auf die Elektromobilität zu erleichtern. "Der Staat setzt hier einfach falsche Anreize", meinte Brunner in Eisenstadt. Es brauche zudem ein Kesseltauschprogramm für alte Heizungsanlagen. Weiters kritisierte sie, dass die Mittel für die thermische Sanierung um die Hälfte gekürzt worden seien.

Vor allem Verkehr, Industrie und Heizungen seien für die Feinstaubproblematik verantwortlich, erklärte der burgenländische Landtagsabgeordnete Wolfgang Spitzmüller. Luftschadstoffe seien laut Europäischer Umweltagentur für bis zu 8.000 Tote pro Jahr in Österreich verantwortlich. Besonders Kinder und ältere Menschen wären gefährdet. Graz habe im heurigen Jahr die meisten Tagesgrenzwertüberschreitungen, danach folge Kittsee (Bezirk Neusiedl am See).

Der Grüne Spitzmüller kritisierte, dass es im Burgenland lange Übergangszeiten beim Fahrverbot für ältere Lkw-Modelle gebe. Wien und Niederösterreich hätten diese Übergangzeiten nicht, wodurch es zu einem Ausweicheffekt kommen könne. Weiters müssten kontraproduktive Maßnahmen zurückgefahren werden. Im Burgenland betreffe dies etwa die unter neuem Konzept laufenden Landestankstellen oder den Bau der Schnellstraße S7 im Südburgenland.

Laut Umweltbundesamt gab es mit Stand 23. Februar bei den Messstellen in Graz bereits bis zu 34 Tagesgrenzwertüberschreitungen im heurigen Jahr. In Kittsee waren es 25.

APA
12
14
148789080004
401487939700

VCÖ: Jedes 5. E-Auto in Niederösterreich zugelassen

Weiter zum Artikel
Wien, 24.02.2017

Von den derzeit knapp 9.500 E-Autos in Österreich fahren die meisten in Niederösterreich - und die wenigsten im Burgenland, berichtet der VCÖ. Dafür sind die Burgenländer für alle alpinen Abenteuer gerüstet: Sie hatten 2016 bei den Neuzulassungen im Bundesländervergleich den höchsten Anteil an SUV und Geländewagen.

Das Bundesland mit den zweitmeisten E-Autos ist Oberösterreich, es folgen die Steiermark und Wien.

Laut VCÖ führt der Umstieg auf Strom statt Benzin und Diesel zu einer erheblichen Energieeinsparung. "Der Energieverbrauch eines E-Pkw ist um rund zwei Drittel niedriger als eines Benzin- oder Diesel-Pkw", rechnete VCÖ-Experte Markus Gansterer in einer Aussendung vor.

Geht es nach Daniel Hammerl, Chef von Tesla Motors Austria & Italy, ist das Ende des Verbrennungsmotors bereits absehbar. "In 20 bis 30 Jahren fahren wir alle elektrisch", sagte er Ende des Vorjahres bei einer Veranstaltung in Wien. Tesla gilt als E-Auto-Pionier und will im kommenden Jahr ein Elektroauto um 35.000 Euro anbieten.

APA
13
9
148789080004
401487943060

OPEC sieht bei Ölförderkürzung Ziel noch nicht erreicht

Weiter zum Artikel
Wien, 24.02.2017

Die von vielen Ölförderstaaten beschlossene Kürzung der Produktion ist noch nicht im vollen Ausmaß verwirklicht. Nach Angaben eines gemeinsamen Komitees von OPEC- und Nicht-OPEC-Ländern wurde das Kürzungsziel im Jänner zu 86 Prozent erreicht. "Es gibt noch Luft für Verbesserungen, um 100 Prozent zu erreichen", teilte das Komitee in Wien mit.

Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hatte jüngst berichtet, dass ihre 13 Mitgliedsländer die Produktion sogar stärker als vereinbart auf rund 32,1 Millionen Barrel (je 159 Liter) verringert hätten.

Auch Nicht-OPEC-Staat Russland hatte die Produktion im vergangenen Monat um 120 000 Barrel - Ziel sind 300 000 Barrel - heruntergefahren. Rund ein Dutzend Ölförderstaaten außerhalb der OPEC hatte eine Kürzung um 558 000 Barrel am Tag versprochen.

Die OPEC hatte sich Ende 2016 in einem historischen Schulterschluss mit anderen wichtigen Ölstaaten auf ein tägliches Förderlimit bis Mitte 2017 von 32,5 Millionen Barrel geeinigt. Das Ziel einer Stabilisierung der Ölpreise hat die OPEC bisher erreicht. Zuletzt lagen die Ölpreise deutlich über 50 US-Dollar (47,3 Euro).

Beim nächsten regulären OPEC-Treffen im Mai in Wien wird die Entscheidung über eine Verlängerung des Produktionslimits erwartet.

APA/dpa
14
17
148780440008
801487840160

Saudi Aramco bietet für türkische OMV-Tochter Petrol Ofisi

Weiter zum Artikel
Wien, 23.02.2017

Der Ölkonzern Saudi Aramco hat Insidern zufolge ein Angebot für das türkische Tankstellen-Geschäft des österreichischen Öl- und Gaskonzerns OMV abgegeben. Saudi Aramco wird demnach als Favorit für die Übernahme der Petrol Ofisi gesehen. Ein OMV-Sprecher sagte am Mittwoch, der Konzern habe verbindliche Angebote für Petrol Ofisi erhalten. Zu Details wolle er sich aber nicht äußern.

Ein Saudi-Aramco-Sprecher äußerte sich nicht zu dem Bericht. Anderen Insidern zufolge hat auch die aserbaidschanische Socar ein Angebot eingereicht. Die OMV hatte in der Vergangenheit über reges Interesse an der Tochter berichtet und angekündigt, den Verkauf in diesem Jahr abzuschließen. Petrol Ofisi betreibt fast 2.000 Tankstellen. 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 10 Mrd. Euro.

APA/ag.
15
49
148780440008
801487855220

Kalter Winter trieb Gaspreis auf 18-Monate-Hoch

Weiter zum Artikel
Wien, 23.02.2017

Wegen der extrem frostigen Temperaturen in diesem Winter war mehr Heizbedarf gegeben, wodurch der Gaspreis in Österreich auf den höchsten Stand seit 18 Monaten geklettert ist. Gegenüber dem laufenden Monat Februar kletterte der für März im Voraus ermittelte Österreichische Gaspreisindex (ÖGPI) um fast elf Prozent, berichtete die Österreichische Energieagentur am Donnerstag.

Das Plus von elf Prozent war der größte Anstieg binnen Monatsfrist seit August 2016. Im Jänner lagen die sogenannten Heizgradtage (HGT) heuer um fast 23 Prozent höher als ein Jahr davor. Somit sei die Anzahl der HGT so hoch wie zuletzt vor 30 Jahren gewesen, erklärte die Energieagentur mit Verweis auf Daten der Statistik Austria und der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Die Heizgradtage sind ein Indikator für den Heizbedarf, der auf Basis einer Tagesmitteltemperatur von kleiner/gleich 12 Grad Celsius ermittelt wird. Dahinter steckt die Annahme, dass man in einem durchschnittlichen Haus bei einer Außentemperatur von weniger als 12 Grad heizen muss. Je höher die Zahl der Heizgradtage, desto höher fällt der Heizbedarf und damit die Heizkostenrechnung aus.

APA
16
31
148780440004
401487840340

EWE-Chef wegen Kiew-Spende abberufen

Weiter zum Artikel
Oldenburg, 23.02.2017

Der Aufsichtsrat des deutschen Energieanbieters EWE hat den Vorstandsvorsitzenden Matthias Brückmann abberufen. Das Gremium habe einstimmig beschlossen, Brückmann mit sofortiger Wirkung aus seinem Amt und dem Unternehmen zu entlassen, teilte ein EWE-Sprecher nach der Sitzung des Kontrollgremiums am späten Mittwochabend mit.

Hintergrund der Entscheidung sind mehrere Vorwürfe gegen Brückmann, darunter eine umstrittene Spende von 253.000 Euro an eine Stiftung des Ex-Boxweltmeisters Wladimir Klitschko. Neben der Spende gebe es eine "Vielzahl diverser grober Verfehlungen", hieß es in der Mitteilung.

Als Grundlage für die Entscheidung nutzten die Mitglieder des Aufsichtsrats das Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, in dem verschiedene Vorwürfe gegen Brückmann untersucht wurden.

Der größte Vorwurf drehte sich um die Spende, die der EWE-Chef im vergangenen Jahr an die Klitschko-Stiftung nach Kiew überweisen ließ, ohne den Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates zu informieren. Nach Angaben eines EWE-Sprechers hätte das Gremium der Zahlung zustimmen müssen.

Das Gutachten, das der Aufsichtsrat in Auftrag gab, stellte Regelverstöße fest. "Die festgelegten Verfahren sind nicht eingehalten worden", erklärte Heiner Schönecke, der im Präsidium des EWE-Aufsichtsrates sitzt, vor der Sitzung.

Brückmanns Anwalt hatte alle Vorwürfe zurückgewiesen. In einem Brief an den Aufsichtsratschef Stephan-Andreas Kaulvers betonte der Jurist vor der Sitzung, dass es "bei unvoreingenommener Bewertung" keinen Grund zur Abberufung Brückmanns gebe. Pflichtverletzungen, die eine fristlose Kündigung rechtfertigten, lägen nicht vor.

EWE ist eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft und überwiegend im Besitz von Städten und Landkreisen in Nordwestdeutschland. Das Unternehmen beschäftigt rund 9.000 Mitarbeiter.

APA/dpa
17
37
148780440004
401487840400

Stadt Essen prüft Ausstieg bei RWE

Weiter zum Artikel
Essen, 23.02.2017

Die Stadt Essen, Sitz des Energiekonzerns RWE seit 1898, prüft den Ausstieg aus dem Energiekonzern. "Die Verwaltung berät bereits seit dem vergangenen Jahr, ob und wie eine weitere Beteiligung an dem Unternehmen in Zukunft aussehen kann", teilte Oberbürgermeister Thomas Kufen dem "Handelsblatt" vom Donnerstag mit. "Wir denken hier in alle Richtungen." Anlass ist die Aussetzung der Dividende.

Die kommunalen Aktionäre halten derzeit knapp 24 Prozent an RWE. Essen hält 18,8 Millionen Aktien und hatte im Haushalt 25 Cent je Anteilsschein eingeplant, wie das "Handelsblatt" berichtete. Damit fehlten nun 4,5 Mio. Euro.

"Dass die Ausschüttung einer RWE-Dividende erneut ausfällt, ist kein gutes Signal an die Kommunen - auch nicht an die Stadt Essen. Darüber kann auch die Ankündigung einer Ausschüttung für 2017 nicht hinwegtrösten", erklärte Oberbürgermeister Kufen weiter.

Der Energiekonzern hatte am Mittwoch mitgeteilt, den Stammaktionären für das Jahr 2016 erneut keine Dividende auszuschütten. RWE machte einen Verlust von 5,7 Mrd. Euro.

Auch andere Kommunen kommen durch den Ausfall der Dividende in Schwierigkeiten. Im vergangenen Jahr hatte bereits Bochum Aktien verkauft, viele andere Städte prüfen laut "Handelsblatt" ebenfalls den Ausstieg.

APA/ag.
18
38
148780440004
401487842440

Energieverbrauch des Verkehrs seit 1990 verdoppelt

Weiter zum Artikel
Wien, 23.02.2017

Der Energieverbrauch des gesamten Verkehrs hat sich in Österreich seit dem Jahr 1990 fast verdoppelt. Beim Pkw-Verkehr war im Jahr 2015 die Menge an Treibstoff, die in Österreich getankt und im Ausland verfahren wurde mit 5,5 Petajoule nahezu gleich hoch wie im Jahr 1990. Hingegen ist die vom Pkw-Inlandsverkehr verbrauchte Energiemenge um 48 Prozent auf 163 Petajoule massiv gestiegen.

Noch stärker hat der Energiehunger des Lkw-Verkehrs zugenommen: Beim Inlandsverkehr um zwei Drittel auf 70 Petajoule, der Kraftstoffexport bei den Lkw hat sich von 14 auf 76 Petajoule mehr als verfünffacht, rechnete am Donnerstag der VCÖ vor.

Der Club fordert in diesem Zusammenhang einmal mehr eine verkehrssparende Siedlungsentwicklung und den starken Ausbau des Öffentlichen Verkehrs sowie der Radfahrinfrastruktur.

APA
19
28
148780440004
401487846820

Gasnetz-Betreiber SNAM setzt auf Biogas

Weiter zum Artikel
Rom, 23.02.2017

Der italienische Gasnetz-Betreiber SNAM, der im September mit der deutschen Allianz Capital Partners einen 49-Prozent-Anteil an der OMV-Pipelinetochter Gas Connect Austria (GCA) übernommen hat, setzt auf Biogas. Ab Mitte 2017 soll Biogas erstmals ins italienische Gasnetz kommen. Über hundert italienische Landwirtschaftsunternehmen, die Biogas liefern, haben den Anschluss an das Gasnetz beantragt.

Laut Schätzungen von SNAM-CEO Marco Alverá könnte Biogas künftig bis zu 15 Prozent des italienischen Gasbedarfs decken. Besonders interessante Entwicklungen gebe es im Verkehrsbereich, da die Leistung von Biogas mit jener von Strom vergleichbar seien, berichtete die Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" am Donnerstag.

SNAM plant die Entwicklung eines Netzes von Biogas-Ladestationen. Im Rahmen eines Abkommens mit dem Autobauer Fiat Chrysler (FCA) und dem Nutzfahrzeugbauer Iveco sind binnen fünf Jahren Investitionen von 200 Mio. Euro für Biogas-Ladestationen vorgesehen.

SNAM hat zusammen mit Allianz Capital Partners das 49-prozentige GCA-Paket für 601 Mio. Euro erworben. Die Gas Connect Austria betreibt ein über 900 km langes Erdgas-Hochdruckleitungsnetz in Österreich und beschäftigt rund 260 Mitarbeiter.

SNAM ist in Österreich mit 84,47 Prozent Mehrheitseigentümer der Trans Austria Gasleitung GmbH (TAG), 15,53 Prozent gehören der Gas Connect Austria. Die TAG ist für die Erdgas-Versorgung Österreichs, Italiens, Sloweniens und Kroatiens eine der wichtigsten Transportleitungen.

APA
20
42
148771800008
801487770140

RWE enttäuscht die Aktionäre

Weiter zum Artikel
Essen, 22.02.2017

Die Aktionäre von Deutschlands drittgrößtem Energiekonzern RWE gehen wegen eines Milliardenverlustes zum zweiten Mal in Folge leer aus. Für die vor allem von den Städten und Gemeinden sehnlich erwartete Dividende gebe es "noch keinen Spielraum", sagte Finanzvorstand Markus Krebber am Mittwoch.

Mit dem gesparten Geld und mit dem Milliardenerlös aus dem Börsengang der Tochter Innogy wolle der Essener Konzern lieber die 6,8 Mrd. Euro sofort in den Atomfonds zahlen, mit dem sich die deutschen Versorger von den Folgekosten des Ausstiegs aus der Kernkraft befreien können. Rückstellungen dafür und milliardenschwere Abschreibungen auf die Kohle- und Gaskraftwerke führten 2016 zu einem Verlust von 5,7 Mrd. Euro. 2015 hatte das Minus noch bei 170 Millionen gelegen.

Vor allem die an RWE beteiligten deutschen Städte und Gemeinden hatten auf eine Dividende gedrängt. "Sie können davon ausgehen, dass wir massiv enttäuscht sind", kommentierte der Geschäftsführer des Verbandes kommunaler RWE-Aktionäre (VKA), Ernst Gerlach, den erneuten Ausfall der Dividende. Notleidende Städte wie Dortmund, Essen oder Mülheim/Ruhr, die den regelmäßigen Geldsegen von RWE stets fest in ihren Haushalten einplanten, hätten mit dem Dividendenverzicht im vergangenen Jahr schon genügend zur Sanierung des Konzerns beigetragen.

Doch mit ihren insgesamt 23 Prozent an RWE haben die Kommunen kaum Einfluss auf die Entscheidung. "Wir werden uns damit abfinden müssen", sagte Gerlach. Nur die Vorzugsaktionäre, die gut sechs Prozent des Grundkapitals halten, bekommen - wie im Vorjahr - 13 Cent.

"Es ist schon eine Überraschung, dass die Dividende komplett ausfällt", sagte Fondsmanager Thomas Deser von Union Investment, "aber es ist auch nachvollziehbar. Es würde ein schlechtes Signal senden, wenn man zu generös ist." Analysten hatten im Schnitt mit 26 Cent je Stammaktie gerechnet. Zuletzt hatte RWE den Aktionären für 2014 einen Euro je Stammaktie gezahlt.

Finanzchef Krebber vertröstete sie um ein weiteres Jahr: Mit dem Konzernumbau und massiven Kosteneinsparungen seien die Weichen gestellt, um von 2017 an "wieder verlässlich eine Dividende zahlen zu können". 50 Cent je Stamm- und Vorzugsaktie sollen es werden, in den nächsten Jahren mindestens ebenso viel. "Wir werden das - darauf können Sie Gift nehmen - sehr intensiv nachverfolgen", sagte VKA-Manager Gerlach. "Kurzfristig ist das zwar enttäuschend, mittelfristig aber positiv", sagte Portfoliomanager Daniel Steger von EIC Partners aus der Schweiz. RWE-Stammaktien gaben um 0,6 Prozent nach, die Vorzüge legten dagegen um 0,25 Prozent zu.

Der Börsengang von Innogy hatte RWE 2,6 Mrd. Euro in die Kassen gespült. Das hatte Hoffnungen auf eine Dividende geschürt. Doch Krebber steckt das Geld lieber in den Fonds für die Lagerung des Atommülls, mit dem sich die Energiekonzerne zulasten des Staates von allen weiteren Risiken freikaufen können. Wie die Konkurrenten E.ON und Vattenfall will RWE die fällige Summe schon in diesem Jahr einzahlen, um sich Zinsen zu ersparen. "Die Neuregelung der kerntechnischen Entsorgung ist sinnvoll, bedeutet für RWE aber eine gewaltige finanzielle Kraftanstrengung", erklärte Krebber.

Zudem muss RWE 4,3 Mrd. Euro auf seine konventionellen Kraftwerke abschreiben, den Löwenanteil davon in Deutschland. Grund dafür seien eingetrübte Aussichten im Strom-Großhandel. Die Preise dort sind von 2011 bis 2016 fast ohne Unterbrechung gefallen. Erst Ende des Jahres erholten sie sich - teils wegen des kalten Winters, teils wegen Ausfällen in Kernkraftwerken in Frankreich. Nach Daten von Thomson Reuters liegt der Preis für Lieferung von Strom im Folgejahr an der Strombörse EEX zurzeit zwar um 50 Prozent über dem Tiefstand von 2016. Das ist aber nur die Hälfte dessen, was 2011 bezahlt wurde.

Auch operativ hat sich das Ergebnis von RWE verschlechtert - allerdings nicht überraschend. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) ging auf 3,1 (2015: 3,8) Mrd. Euro zurück, lag damit aber am oberen Rand der eigenen Erwartungen. Effizienzsteigerungen in der Erzeugung von Strom aus Kohle und Gas hätten die Einbußen im Handel zum Teil wettgemacht. Der bereinigte Nettogewinn schrumpfte auf 0,8 (1,1) Mrd. Euro.

APA/ag.
21
52
148771800008
801487718000

Nachbericht IEWT: Raus aus dem Chaos

Weiter zum Artikel
Wien, 22.02.2017

Die Ökostromförderung wird vom Lobbyismus dominiert und verzerrt den Strommarkt, kritisieren Experten. Wie sich das ändern ließe, wurde bei der Internationalen Energiewirtschaftstagung (IEWT) in Wien diskutiert.

Wie es mit der Ökostromförderung in Österreich und der EU insgesamt weitergehen sollte, war eines der wichtigsten Themen bei der Internationalen Energiewirtschaftstagung (IEWT) in Wien. Laut Reinhard Haas, dem Leiter der Energy Economics Group (EEG) an der Technischen Universität Wien, haben die bisherigen Unterstützungssysteme weitgehend versagt: „Es ist nicht gelungen, die erneuerbaren Energien mit den Subventionen in den Markt zu pressen.“ Doch ihre Marktinetgration sei angesichts ihrer immer dominanteren Rolle in der Stromerzeugung dringend geboten. Gelingen kann dies aber nur, wenn der Markt entsprechende Preissignale bietet. Ferner muss gewährleistet sein, dass in ausreichendem Maß flexible und sicher verfügbare Kraftwerke, aber auch Verbrauchseinheiten sowie Speicher verfügbar sind, um die stark schwankende Stromproduktion mittels der „Erneuerbaren“ auszugleichen. „Wir brauchen ein breites Portfolio an Technologien. Flexibilität muss dabei oberste Priorität haben“, betonte Haas.
Sein Kollege Hans Auer erläuterte, die erneuerbaren Energie kannibalisierten sich gleichsam selbst und die übrigen Technologien gleich mit. Seine Argumentation: Wind- und Photovoltaikanlagen benötigen zur Stromerzeugung keinen Brennstoff und haben daher nur sehr geringe Betriebskosten. Das aber bedeutet: Je mehr Strom die Betreiber dieser Anlagen in das Netz einspeisen, desto stärker sinkt tendenziell der Großhandelspreis für Strom. Somit können die Vollkosten für die Errichtung von Wind- und Solarparks ebenso wenig über den Markt gedeckt werden wie jene anderer Kraftwerke. Folglich rufen mittlerweile die Vertreter nahezu aller Stromerzeugungsarten nach Subventionen. Von einem Strommarkt kann daher keine Rede mehr sein, konstatierte Auer: „Wir haben derzeit keinen Markt. Leider haben wir aber auch keine Planung. Es herrscht das blanke Chaos, in dem sich die lautesten Lobbies durchsetzen.“ Ihm zufolge führt dies zu ständigen anlassbezogenen Eingriffen in den „Markt“, die diesen jedoch keineswegs zum Funktionieren bringen, sondern die Misere nur immer weiter verschärfen.

Flexibilität bepreisen

Was aber tun, um das Problem wirklich zu lösen? Laut Auer ist die Sache klar: „Es ist notwendig, sicher verfügbarer Erzeugungs- und Verbrauchskapazität einen angemessenen Marktwert zu geben.“ Das bedeutet jedoch keineswegs, diesen Wert im Sinne der sogenannten „Kapazitätsmärkte“ durch die Energiepolitik bzw. die für den Energiemarkt zuständigen Behörden auf nationalstaatlicher oder europäischer Ebene vorzugeben. Denn dies würde Auer zufolge zu einer Energie-Planwirtschaft anstelle eines Energiemarktes führen.
Statt dessen gelte es unter anderem, die Intervalle im Stromgroßhandel zu verkürzen, also beispielsweise Viertelstundenprodukte für Stromlieferungen statt Stundenprodukten zu handeln. Damit ließe sich die witterungsbedingt schwankende Stromproduktion von Windparks und Solaranlagen im Rahmen des Großhandels besser ausgleichen als bisher. Und Anlagen, die diesen Ausgleich bewerkstelligen, müssen eine entsprechende Flexibilität aufweisen, womit die Flexibilität einen Marktwert erhält.

Neues Modell

Abzuwarten bleibt, ob derartige Überlegungen bei der geplanten umfassenden Neugestaltung der österreichischen Ökostromförderung („große Novelle“ des Ökostromgesetzes) Berücksichtigung finden. Zurzeit ist davon noch nichts zu hören. Seine Vorstellungen, wie die Novelle aussehen müsste, präsentierte bei der IEWT Stefan Moidl, der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft (IG) Windkraft. Ihm zufolge begehrt seine Klientel ein „variables Marktprämienmodell“. Dabei würde die Differenz zwischen den Stromgestehungskosten von Windparks und anderen Ökostromanlagen einerseits sowie den Großhandelspreisen für elektrische Energie andererseits durch eine „Marktprämie“ ausgeglichen. Grob gesprochen, steigt bzw. sinkt diese, je nachdem, wie sich die Preise sowie die Gestehungskosten entwickeln. Zuständig für die Verwaltung des neuen Fördersystems sollte laut Moidl die OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom sein, die bereits derzeit die Ökostromförderungen managt.
Doch wie auch immer es im Detail gestaltet wird, müsse das künftige Fördermodell jedenfalls ermöglichen, bis 2030 mindestens 100 neue Windkraftanlagen pro Jahr zu errichten, forderte Moidl. Damit könne die Leistung der Anlagen von derzeit etwa 2.600 Megawatt (MW) auf rund 6.500 MW mehr als verdoppelt werden. Und das diene keineswegs nur den finanziellen Interessen der Anlagenbetreiber. Vielmehr trage es dazu bei, die internationalen klima- und energiepolitischen Verpflichtungen Österreichs zu erfüllen, versicherte Moidl.

 

Dr. Klaus Fischer, © EnergyNewsMagazine.at
22
15
148771800004
401487754180

Russland und Libyen kooperieren im Ölsektor

Weiter zum Artikel
London, 22.02.2017

Russland will in Libyen im ertragreichen Ölsektor investieren. Der russische Ölkonzern Rosneft und die libysche Ölgesellschaft NOC unterzeichneten eine Absichtserklärung für die Kooperation, wie am Dienstag bekannt wurde. Die Vereinbarung wurde NOC zufolge am Montag am Rande eines Treffens in London von NOC-Chef Mustafa Sanalla und dem Rosneft-Vorsitzenden Igor Setschin unterzeichnet.

Die beiden Staatskonzerne wollen nun eine Arbeitsgruppe einrichten, die Kooperationsmöglichkeiten in den Bereichen Ölförderung und Produktion ausloten soll. Schon im vergangenen Monat hatte NOC-Chef Sanalla Pläne angekündigt, um mit ausländischen Investitionen die Ölproduktion bis 2022 auf 2,1 Millionen Barrel am Tag zu erhöhen.

Die Investitionen großer internationaler Ölkonzerne seien nötig, "um unsere Produktionsziele zu erreichen und unsere Wirtschaft zu stabilisieren", erklärte Sanalla. Das nordafrikanische Krisenland Libyen wird derzeit in weiten Teilen von bewaffneten Milizen kontrolliert. Momentan produziert das Land 600.000 Barrel Öl am Tag, vor dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Al-Gaddafi im Jahr 2011 waren es 1,6 Millionen.

APA/ag.
23
17
148771800004
401487755080

Spanischer Energiekonzern Iberdrola 2016 mit mehr Gewinn

Weiter zum Artikel
Madrid, 22.02.2017

Der spanische Energiekonzern Iberdrola hat 2016 vor allem dank eines Zukaufs im US-Geschäft mehr verdient. Während das Unternehmen zudem von niedrigeren Kosten profitierte, belasteten ungünstige Währungseffekte wie etwa die starke Abwertung des britischen Pfund das Ergebnis.

Der operative Gewinn (Ebitda) sei um 5,5 Prozent auf 7,8 Mrd. Euro gestiegen, teilte der Konzern am Mittwoch in Madrid mit. Das lag im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Der Umsatz ging um 7 Prozent auf 29,2 Mrd. Euro zurück.

Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 2,7 Mrd. Euro hängen. Das waren fast 12 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Von der Ergebnisentwicklung sollen auch die Aktionäre profitieren. Die Dividende soll um elf Prozent auf 0,31 Euro steigen.

APA/dpa
24
53
148771800004
401487761380

E-Mobilitäts-Förderung für Gemeinden wird konkret

Weiter zum Artikel
Wien, 22.02.2017

Infrastruktur- und Umweltministerium haben heute ihre Pläne für die Förderung der E-Mobilität in den Gemeinden, Vereinen und Betrieben präsentiert: Mit 1. März 2017 starten demnach vier Förderungsaktionen für Pkw Kleinbusse, Nutzfahrzeuge und E-Bikes sowie für Elektrotankstellen. Die Förderung ist Teil eines 72 Mio. Euro-Paketes von Bundesregierung und den Autoimporteuren.

Voraussetzung für den Bezug der Förderung ist, dass die Fahrzeuge ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern betrieben werden. Gebrauchtfahrzeuge sind von den Förderungsaktionen ausgenommen.

Mit dem heute präsentierten Paket sollen bis zu 16.000 neue Elektrofahrzeuge auf die Straße kommen. Zum Vergleich: In Österreich werden jährlich rund 300.000 Pkw neu zugelassen.

APA
25
51
148771800004
401487761500

Öko-Anbieter sehen Etikettenschwindel bei Stromkennzeichnung

Weiter zum Artikel
Berlin, 22.02.2017

Deutsche Ökostrom-Anbieter haben von den Energieversorgern transparente Angaben über die Herkunft des Stromes gefordert. Etwa zwei Drittel der Verbraucher wollten wissen, welchen Energiemix aus Atom-, Kohle- oder Öko-Strom ihr Versorger liefere.

62 Prozent erwarten eine transparente Kennzeichnung, aus welchen Quellen der Strom kommt, wie aus einer Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov für mehrere Ökostromlieferanten hervorgeht. 66 Prozent wollen anhand der Kennzeichnung Tarife und Anbieter vergleichen können. "Die Verbraucher werden in die Irre geführt", kritisierte Lichtblick-Geschäftsführer Gero Lücking. "Die gesamte Branche sollte ... den Etikettenschwindel beenden." Oliver Hummel vom Anbieter Naturstrom forderte: "Auch für Strom gilt - es darf nur draufstehen, was auch drin ist." Die Kennzeichnung müsse wieder zu 100 Prozent die Strom-Einkaufspolitik der Versorger abbilden.

Die gesetzlichen Vorschriften zur Strom-Etikettierung seien unzureichend. So müssten Versorger deutlich weniger Kohle- und Atomstrom in ihrem Energiemix angeben, als sie für Kunden einkaufen.

Bei den Angaben zur Herkunft der gelieferten Energie müssten die Versorger laut der gesetzlichen Stromkennzeichnung bis zu 46 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien angeben, den sie aber gar nicht für ihre Kunden beschafften, wird weiter kritisiert. Im Gegenzug sinke der Anteil von Strom aus fossilen und nuklearen Quellen - indes nur in der Strom-Etikettierung, nicht aber im Energieeinkauf der Unternehmen.

Dabei lege mehr als die Hälfte der deutschen Verbraucher großen Wert auf saubere Energie. 26 Prozent gaben an, bereits Ökostrom zu beziehen, weitere 28 Prozent überlegen, zu Ökostrom-Tarifen wechseln. 32 Prozent der Befragten ist die Herkunft der Energie egal.

APA/dpa
26
43
148771800004
401487770020

Österreichs Gasspeicher nur zu einem Viertel gefüllt

Weiter zum Artikel
Wien, 22.02.2017

Die österreichischen Gasspeicher sind zum Winterende noch leerer als die deutschen. Hierzulande sind sie derzeit nur zu einem Viertel gefüllt, ein Jahr davor waren sie zu 42 Prozent voll. "2016 war ein extrem milder Winter, daher war der Speicherfüllstand mengenmäßig höher", erklärte die Regulierungsbehörde E-Control der APA am Mittwoch.

Am Montag (20. Februar) waren 23,7595 Terawattstunden Gas in den heimischen Speichern, geht aus der AGSI-Statistik der Gas Storage Europe (GSE) hervor. Zur GSE gehören mehr als 100 Gasspeicherstandorte in 18 Ländern, aus Österreich ist die OMV vertreten. Vor einem Jahr, am 20. Februar 2016, war der Speicherfüllstand bei 38,8287 TWh gelegen.

Heuer liegt der Speicherfüllstand auf dem Niveau der Jahre 2013, 2014 und 2015. Die E-Control wies darauf hin, dass die Speicherkapazitäten erhöht worden seien und gleichzeitig der Gasverbrauch in den vergangenen Jahren gesunken sei.

Deutschlands Gasspeicher

Die Füllstände der deutschen Erdgasspeicher sind derzeit so niedrig wie lange nicht. Mitte Jänner waren sie noch zu 57 Prozent gefüllt, Mitte Februar dann nur noch zu knapp 33 Prozent, wie am Mittwoch aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Politikers Oliver Krischer hervorging.

Auch im Vergleich zum Vorjahr ging der Füllstand demnach deutlich zurück. Im Februar 2016 hatte er 64 Prozent betragen.

In den Gasspeichern in Deutschland waren Mitte Februar 2017 etwa 78,1 Terawattstunden an Erdgas eingelagert, wie das Ministerium unter Berufung auf Angaben des Verbands Gas Infrastructure Europe weiter mitteilte. Über die Zahlen hatte zuerst die "Bild"-Zeitung berichtet.

Der Grünen-Abgeordnete Krischer bezeichnete die Füllstände als "erschreckend niedrig" und warnte vor einem Versorgungsengpass angesichts kalter Temperaturen. Um unabhängiger von Erdgas zu werden, forderte er einen stärkeren Ausbau der erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz.

APA
27
44
148771800004
401487770320

AK für Ökostrom-Ausbau statt Mega-Millionen für Biogas

Weiter zum Artikel
Wien, 22.02.2017

Die Arbeiterkammer (AK) befürchtet durch die geplante "kleine" Novelle des Ökostromgesetzes immense zusätzliche finanzielle Belastungen für die Stromkunden durch die Hilfe für unwirtschaftliche Biogasanlagen und fordert stattdessen einen "ambitionierten" Ökostrom-Ausbau. Die Begutachtungsfrist für die Reform, die auch eine Neufassung des KWK-Punkte-Gesetzes vorsieht, endet am heutigen Mittwoch.

Laut AK kämen mit der Ökostrom-Reform auf die Privathaushalte bis zu 295 Mio. Euro Mehrbelastungen zu, die den rund 300 Biogasanlagen in den kommenden Jahren zur Verfügung gestellt würden. Das meiste Geld davon, 175 Mio. Euro, solle in Nachfolgetarife für Biogasanlagen fließen, die nach Ablauf der klar vereinbarten 13 Jahre Förderperiode noch weitere sieben Jahre fixe Abnahmepreise "und damit mehr als das Sechsfache des Strom-Marktpreises" erhalten sollen. Das sei ein "unverantwortlicher Umgang" mit Geld der Stromverbraucher, so AK-Energieexperte Josef Thoman in einer Aussendung.

"Aus Gründen der Versorgungssicherheit zu begrüßen" ist für Oesterreichs Energie, den Interessenverband der heimischen Stromversorger, der neue Anlauf für ein KWK-Gesetz. Die Kraft-Wärme-Kopplung in hoch-effizienten thermischen Anlagen sei eine der wichtigsten Maßnahmen für Klimaschutz und Luftreinhaltung der vergangenen Jahre und benötige dringend eine gesicherte wirtschaftliche Basis, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. Dabei kämen allein 60 Mio. Euro pro Jahr an zusätzlicher Belastung auf Verbraucher aus den Titeln KWK und Biogas zu, rechnete der "Standard" (Mittwoch) vor.

Des weiteren sieht die Ökostrom-Sammelnovelle eine Fristverlängerung für schon bei der Förderstelle beantragte Windräder von 3 auf 4 Jahre sowie die gemeinsame Nutzung von Photovoltaik-Anlagen in mehrgeschoßigen Häusern vor.

Die E-Wirtschaft sieht die Novelle als nötigen Zwischenschritt, dem zwingend eine umfassende strategische Neuorientierung auf Basis der zur Jahresmitte erwarteten integrierten Energie- und Klimastrategie folgen müsse. Die Novelle bringe einige Verbesserungen, sei aber "sicher nicht der große Wurf, den Österreich für die erneuerbare Energiezukunft benötigt", erklärte Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, zum Abschluss der Begutachtungsfrist.

Oesterreichs Energie begrüßt die Verbesserung der Förderbedingungen, jedoch müsse die rasche Realisierung blockierter Kraftwerksprojekte umfassender ermöglicht werden. Mit einem Abbau der Warteliste werde ein Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien in Österreich bis 2030 geleistet und auch die heimische Wirtschaft stimuliert. Der Ausbau von Wasser-, Windkraft und PV bis 2030 müsse auf Grundlage der - später zu erwartenden - großen Ökostrom-Novelle zu etwa gleichen Teilen von jeweils 6 bis 8 Terawattstunden (TWh) gegenüber dem Bestand 2015 erfolgen, wird gefordert.

IG Windkraft

Dass immer wieder von steigenden Ökostromkosten zu lesen sei, decke sich nicht mit den Tatsachen, monierte am Mittwoch die IG Windkraft und verlangte einen stärkeren Abbau der Warteschlange der genehmigten Windkraftprojekte. Der aktuelle Entwurf der "kleinen" Novelle würde die Ökostrommenge in Österreich nicht steigern, obwohl dies nicht den Zielen des Regierungsprogramms entspreche. Spielraum für verstärkten Ökostromausbau sei da, er müsse nur politisch genutzt werden.

Auch der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) dementierte am Mittwoch drohende steigende Förderkosten für Ökostrom. Das Ökostromfördervolumen sinke 2017; auch unter Einrechnung einer verbesserten "kleinen" Novelle werde der Strompreise für Haushalte und Industrie zu realen Preisen nicht ansteigen, so der EEÖ. Das Herausfallen einiger Wind-, Biogas- und PV-Anlagen aus der Förderung lasse das Unterstützungvolumen 2017 um 174 Mio. Euro ohne "kleine" Novelle sinken.

Keinesfalls den Ökostromkosten zuzurechnen sei die Förderung von fossilen Erdgas-Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen durch das geplante KWK-Gesetz in der Höhe von 37,5 Mio. Euro, wie dies via Zeitungsartikel geschehen sei, so der EEÖ. "Wer sich mit falschen Zahlen gegen den Ökostromausbau stellt, stellt sich letztlich gegen den Klimaschutz und akzeptiert eine Versorgungslücke bei Strom sowie Atom- und Kohlestromimporte."

Die Umweltorganisation WWF fordert von der Regierung, die Ökostrom-Novelle deutlich zu verbessern. Der jetzige Vorschlag bringe zwar einige Verbesserungen, das größte Problem sei aber die Länge der Warteschlange bei der Umsetzung noch nicht realisierter Projekte. Da gleichzeitig Anlagen, die schon in die Jahre gekommen sind, sowie auch ein Teil der Biogasanlagen, vom Markt verschwinden, drohe sogar ein Rückgang der Ökostromerzeugung und ein Anstieg der CO2-Emissionen.

APA
28
42
148771800004
401487773740

Tiwag-Projekt im Kaunertal: Zweifel an Wirtschaftlichkeit

Weiter zum Artikel
Innsbruck, 22.02.2017

Gutachter des Internationalen Wasserkraftverbandes (IHA) haben im Auftrag des Tiroler Energieversorgers Tiwag das Projekt im Kaunertal unter die Lupe genommen. Während die Tiwag-Verantwortlichen das Zeugnis für das Vorhaben "unter dem Strich" als "gut" bewerteten, sah der WWF eine "Blamage". Die Leiterin des IHA-Prüfteams, Helen Locher, äußerte u.a. Bedenken hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit.

Aus derzeitiger Sicht sei es etwa aufgrund der Preise am Strommarkt keine "gute Idee", das Projekt in Angriff zu nehmen, erklärte Locher am Mittwoch bei einem Hintergrundgespräch, wiewohl die Expertin betonte, dass dies allein eine ökonomische Entscheidung des Unternehmens sei. So argumentierte freilich auch Tiwag-Vorstandsdirektor Johann Herdina: "Es ist eine wirtschaftliche Entscheidung, ob wir dann (bei Vorliegen aller Genehmigungen, Anm.) das Risiko nehmen möchten. Das ist eine Zukunftsentscheidung". Gleichzeitig gab Herdina zu bedenken, dass es eine Langfristplanung sei und dass sich der "Return on Investment" bei derartigen Projekten gewöhnlich erst nach Jahren einstelle.

Der IHA hat im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsbewertung des - nach derzeitigem Stand - 1,3 Mrd. teuren Vorhabens, mit dem das bestehende Kraftwerk Kaunertal zu einer Kraftwerksgruppe ausgebaut werden soll, insgesamt 23 Themenbereiche analysiert. Vom Projektmanagement über die Wirtschaftlichkeit bis hin zu den ökologischen Auswirkungen. Bei acht Bereichen erhielt das Projekt laut dem Prüfbericht die beste Note, nämlich gemäß der "besten bewährten Praxis". Zehnmal wurde die "grundlegend gute Praxis" erreicht, wobei sieben Mal ein Mangel und drei Mal zwei Mängel festgehalten wurden. Bei den Themenfeldern "Wirtschaftliche Auswirkungen", "Betroffene Gemeinden und Existenzgrundlagen" sowie "Restwasserstrecke" blieb man jedoch unter der "grundlegend guten Praxis". Zwei Kriterien ("Indigene Bevölkerung" und "Umsiedelung") wurden nicht untersucht.

Vor allem wurde die Kommunikation mit den Stakeholdern, also den Betroffenen vor Ort bzw. anderen Interessengruppen wie NGOs, als ausbaufähig angesehen. Etwa gebe es bei den Gesprächen mit den Gemeinden und den bereitgestellten Informationen, etwa die Restwasserstrecken betreffend, Aufholbedarf, so die Diagnose.

"Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden, obwohl es da und dort Verbesserungsbedarf gibt", erklärte Herdina, der einräumte, dass die Einbindung und Information der Betroffenen verbessert werden kann. Aber etwa beim Themenbereich "Betroffene Gemeinden" könne man erst besser abschneiden, "wenn wir uns mit Sölden einigen". Wegen eines Widerstreitverfahrens mit der Gemeinde Sölden liegt das Projekt derzeit auf Eis.

Komplett anders fiel die Analyse des WWF aus: Das Kaunertal habe mit Abstand weltweit "das schlechteste Ergebnis eingefahren, das jemals für ein Kraftwerk veröffentlicht wurde". Gleich dreimal habe das Projekt die schlechteste jemals veröffentlichte Note (Level 2) kassiert. Das 2013 vom IHA bewertete Walchenseekraftwerk in Bayern hingegen erfüllte beispielsweise in allen Bereichen die "grundlegend gute Praxis". Auch die anderen in Europa geprüften Vorhaben, die auf der IHA-Homepage veröffentlicht wurden, blieben entweder gar nicht oder höchstens einmal unter der "grundlegend guten Praxis".

"Inhaltlich bestätigt das Assessment unsere langjährige Kritik. Ob bei wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Region, auf die lokale Gemeinschaft oder auch beim verbleibenden Restwasser: In allen unseren zentralen Kritikpunkten fällt das Tiwag-Projekt durch", argumentierte Christoph Walder, Flussexperte des WWF, der an Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) appellierte, das "Monsterprojekt" zu stoppen.

Im Zuge der Erweiterung des Kraftwerks Kaunertal ist geplant, das bestehende Kraftwerk für 1,3 Mrd. Euro zu einer Kraftwerksgruppe auszubauen. Die Pläne sehen den Bau einer Oberstufe im Platzertal (Gemeindegebiet Pfunds) und die Errichtung eines Pumpspeicherkraftwerks vor. Zusätzliches Wasser soll von der Gurgler und Venter Ache in den Gepatschstausee abgeleitet werden. Durch den Ausbau plant die Tiwag zusätzlich 913 GWh aus natürlichem Zufluss pro Jahr erzeugen zu können.

APA
29
66
148763160008
801487682000

Ökostromnovelle - Kritik von Betreibern und Global 2000

Weiter zum Artikel
Wien, 21.02.2017

Die geplante "kleine" Novelle des Ökostromgesetzes bringt nach Ansicht von Erneuerbaren-Vertretern sowie der Umweltorganisation Global 2000 keinen Ausbau von grünem Strom. Die Begutachtungsfrist für die geplanten Gesetzesänderungen endet am 22. Februar.

Die Ökostrom-Sammelnovelle sieht im Wesentlichen Regelungen für Biogasanlagen, eine Fristverlängerung für bereits bei der Förderstelle beantragte Windräder von drei auf vier Jahre sowie die gemeinsame Nutzung von Photovoltaik-Anlagen in mehrgeschoßigen Häusern vor.

Für die IG Windkraft ist "klar", dass die Vorschläge "bisher nicht mehr Ökostrom bringen würden als beim bereits geltenden Gesetz und der jährliche Ausbau an Windkraft sogar gekürzt würde", so der Interessenverband in einer Pressemitteilung. Da die tatsächlich verfügbaren Fördermittel für Windkraft gekürzt würden, würde die Novelle zu einer Verringerung des jährlichen Windkraftausbaus führen.

Die IG Windkraft werde am 2. März gemeinsam mit betroffenen Gemeinden mit "einer Aktion neuerlich auf die lange Warteschlange beim Ökostromgesetz vor der Nationalratssitzung beim Parlament aufmerksam machen", wurde heute angekündigt.

Mehr CO2-Emissionen

Nach Einschätzung von Global 2000 führt das Paket zu weniger Ökostrom und mehr CO2-Emissionen. Eine höhere Investitionsprämie für Kleinwasserkraft bringe nach offizieller Einschätzung des Wirtschaftsministeriums weniger als 10.000 Tonnen CO2-Einsparung. Für alte unwirtschaftliche Biogasanlagen würden Stilllegungsprämien gewährt. Dies bringe im schlechtesten Fall Mehremissionen von 23.376 Tonnen CO2, wenn diese von allen Biogasanlagen, die die Anforderungen erfüllen, angenommen würden. Es sei "bedenklich", dass die Regierung keine geeigneten Maßnahmen ergreife, um die wegfallenden Ökostrommengen zu ersetzen. Mit einer einmaligen "Klimajob-Aktion" könnten beispielsweise 260 Windräder rasch errichtet werden, womit der Wegfall von stillgelegten Biogasanlagen mehr als kompensiert werden könnte.

Der Energieversorger oekostrom AG begrüßt den Vorstoß zu mehr Photovoltaik in mehrgeschoßigen Bauten, fordert aber in "in einer Linie mit der IG Windkraft" einen kurzfristigen Warteschlangenabbau bei der Ökostromförderung.

APA