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Preise für Haushaltsenergie sanken im Juli

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Wien, 26.08.2016

Die Preise für Haushaltsenergie lagen im Juli um 5,9 Prozent unter dem Wert von Juli 2015, geht aus dem von der Österreichischen Energieagentur berechneten Energiepreisindex (EPI) hervor. Verbilligt haben sich vor allem Treibstoffe und Heizöl. Im Vergleich zum Vormonat Juni sind die Haushaltsenergiepreise im Juli um 1 Prozent gesunken.

Zum Vergleich: Der Verbraucherpreisindex stieg im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,6 Prozent und lag um 0,4 Prozent unter dem Wert des Vormonats Juni 2016.

Treibstoffe waren im Juli um 10,3 Prozent billiger als vor einem Jahr. Der Preisrückgang im Jahresabstand fiel damit in etwa gleich hoch aus wie im Juni (minus 10 Prozent). Superbenzin kostete im Juli 2016 um 12,6 Prozent weniger als im Juli 2015. Bei Diesel hat sich der Abstand zum Vorjahr laut Energieagentur jedoch deutlich verringert: So sei der Preis im Februar noch um 16,2 Prozent niedriger gewesen, im Juli habe der Preisrückgang nur noch 8,7 Prozent betragen.

Eine Tankfüllung von 50 Litern habe im Juli bei Superbenzin um 8,30 Euro weniger gekostet als im Juli 2015, bei Diesel seien es 5 Euro weniger gewesen. Im Februar sei eine Tankfüllung bei Superbenzin um 12,5 Euro billiger als ein Jahr davor gewesen, bei Diesel um 10,1 Euro. Im Vergleich zum Durchschnitt der EU-28 koste Superbenzin um 13,3 Prozent weniger und Diesel um 8 Prozent weniger.

Im Vergleich zum Vormonat Juni waren Treibstoffe um 1,6 Prozent billiger - Superbenzin um 2,2 Prozent und Diesel um 1,3 Prozent. Der Heizölpreis sank im Jahresvergleich um 15,6 Prozent und im Monatsvergleich um 3,6 Prozent.

Strom verteuerte sich im Jahresvergleich um 1,1 Prozent. Gas war um 2,3 Prozent billiger und Fernwärme um 0,9 Prozent. Feste Brennstoffe insgesamt gingen um 0,7 Prozent zurück. Ausschlaggebend dafür waren vor allen Preisrückgänge bei Holzpellets (minus 3,1 Prozent) und Brennholz (minus 0,6 Prozent). Holzbriketts wurden um 2,9 Prozent teurer.

Im Monatsvergleich gab es Verbilligungen bei festen Brennstoffen und Brennholz (je minus 0,1 Prozent). Unverändert waren Strom, Gas, Pellets und Holzbriketts. Fernwärme verteuerte sich um 0,1 Prozent.

APA
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Alpiq verringerte Verlust im Halbjahr

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Olten/Lausanne, 26.08.2016

Die Restrukturierung beim Schweizer Energiekonzern Alpiq trägt erste Früchte. Der Energiekonzern hat im ersten Halbjahr 2016 den Reinverlust deutlich auf 2 Mio. Franken (1,8 Mio. Euro) verringert.

In der Vorjahresperiode hatte noch ein Minus von 886 Mio. Franken zu Buche geschlagen, das von hohen Abschreibungen geprägt, indem auf dem Kraftwerkspark Wertberichtigungen und Rückstellungen in Höhe von 834 Mio. Franken (nach Steuern) vorgenommen worden waren.

Der Betriebsgewinn (EBIT) lag im ersten Halbjahr 2016 bei 168 Mio. Franken nach einem Verlust von 458 Mio. Franken im Vorjahr, wie Alpiq am Freitag mitteilte. Der Umsatz verringerte sich wegen tieferer Großhandelspreise weiter um 8,6 Prozent auf 3,0 Mrd. Franken.

Der Verkauf der eigenen Wasserkraftwerke läuft wie bereits früher mitgeteilt nach Plan. Die erste Angebotsphase wurde laut Alpiq im Juli abgeschlossen. Der Energiekonzern hatte Anfang März 2015 angekündigt, sich von rund der Hälfte seiner Wasserkraft-Beteiligungen trennen zu wollen. Der Grund dafür waren die hohen Verluste, die der Stromkonzern im Geschäftsjahr 2015 erneut hatte hinnehmen müssen.

Die Devestitionen nicht strategischer Beteiligungen im Zuge der laufenden Portfoliobereinigung lägen ebenfalls auf Kurs, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Im ersten Halbjahr wurden unter anderem die Verkäufe der Beteiligungen an der AEK Energie AG und an der Romande Energie erfolgreich abgeschlossen. Alpiq konnte die Nettoverschuldung von 1,3 Mrd. auf 1,2 Mrd. Franken senken.

APA/sda
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Nordex winkt Großauftrag in Chile

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Düsseldorf, 26.08.2016

Der deutsche Windturbinenbauer Nordex kann sich Hoffnung auf einen Großauftrag in Chile machen. Die Verhandlungen mit der Acciona Energia über einen 183-Megawatt-Windpark liefen zwar noch, teilte der Hamburger Konzern am Freitag mit. Doch möglicherweise werde die Anlage schon 2018 stehen, damit Acciona seinen Verpflichtungen zur Stromlieferung nachkommen könne, sagte ein Sprecher.

Acciona Energia habe in Chile den Zuschlag für die Lieferung von 500 Megawatt (MW) Strom im Jahr aus erneuerbaren Energien erhalten und plane in dem Zusammenhang nun den Bau des Windparks. Chile sei derzeit der am stärksten wachsende Windmarkt Lateinamerikas.

APA/ag
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Lösung in Gasstreit zwischen Russland und Weißrussland

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Moskau, 26.08.2016

Die Bündnispartner Russland und Weißrussland haben sich in einem monatelangen Streit um Gaslieferungen nach Medienberichten auf ein neues Preissystem geeinigt. Für Weißrussland werde russisches Gas dadurch etwa um ein Drittel billiger, berichtete die Moskauer Zeitung "Kommersant" am Freitag. Die Führung in Minsk betonte aber, es sei noch keine endgültige Einigung erzielt worden.

"Die Verhandlungen über den Gaspreis gehen weiter", sagte ein Regierungssprecher der Agentur Interfax zufolge.

Weißrussland werde für Gas zunächst das Anderthalbfache des russischen Inlandspreises zahlen, berichtete "Kommersant" unter Berufung auf die Unterhändler. 2025 soll der wichtige Rohstoff in beiden Ländern gleich viel kosten. Außerdem werde der Handel von US-Dollar auf Rubel umgestellt, hieß es. So ergebe sich für 2017 ein Preis von 6.000 Rubel (aktuell 82 Euro) für 1.000 Kubikmeter Erdgas.

In dem Gasstreit hat Weißrussland bisher Schulden von etwa 265 Mio. Euro auflaufen lassen. Russland wiederum hat Öllieferungen in das Nachbarland gestoppt, mit dem es in einer Zollunion und in der Eurasischen Wirtschaftsunion verbunden ist. Moskau will Weißrussland auch militärisch enger an sich binden durch den Aufbau einer russischen Luftwaffenbasis. Dagegen sträubt sich der autoritär regierende Präsident Alexander Lukaschenko bis jetzt.

APA/dpa
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Iran unterstützt jede Initiative für Stabilität am Ölmarkt

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Teheran, 26.08.2016

Der Iran will sich nach Aussage von Ölminister Bijan Namdar Zanganeh an der Stützung der weiterhin geringen Ölpreise beteiligen. Daher werde er auch an einem Treffen des OPEC-Kartells Ende September in Algerien teilnehmen, um über eine Regulierung der Preise zu verhandeln, sagte Zanganeh am Freitag.

"Obwohl wir bei der Destabilisierung des Ölmarkts keine Rolle spielten, sind wir aber jetzt bereit, jede Initiative für dessen Stabilisierung zu unterstützen."

Die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen gegen Teheran hatte dazu geführt, dass der Iran wieder mehr Öl exportieren kann. Das Land wolle nach dem Atomabkommen aber nur sein legitimes Produktions- und Exportniveau aus der Zeit vor den Strafmaßnahmen wieder erreichen, sagte Zanganeh laut der Nachrichtenagentur Shana. Ohne den politischen Erzfeind Saudi-Arabien beim Namen zu nennen, fügte er hinzu: Diejenigen Länder, die die aktuelle Marktlage verursacht hätten, müssten dafür nun auch Verantwortung übernehmen.

Zanganeh zufolge würde der Iran nur dann mit anderen Ölproduzenten auch über eine konkrete Begrenzung der Fördermenge sprechen, wenn das Niveau von mehr als vier Millionen Barrel pro Tag wieder erreicht sei. Frühere Bemühungen des Kartells und auch von Nicht-OPEC-Ländern wie Russland hatten in diesem Jahr bisher kein Ergebnis gebracht.

Die Ölpreise bleiben derzeit auf einem im langjährigen Vergleich tiefen Stand. Als Hauptgrund gilt ein weltweiter Angebotsüberschuss. Während Verbraucher davon profitieren, macht der Preisverfall vielen Förderländern und auch der Rohstoffindustrie zu schaffen.

APA/dpa
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EVN nach drei Quartalen mit mehr Gewinn

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Wien/Maria Enzersdorf, 25.08.2016

Der börsennotierte niederösterreichische Versorger EVN hat in den ersten drei Quartalen 2015/16 mehr Gewinn und weniger Umsatz erzielt. Das Konzernergebnis stieg um 6,3 Prozent auf 198,8 Mio. Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Umsatz sank um 2,9 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro.

Geringere Erlöse aus den reduzierten Erdgashandelsaktivitäten sowie ein mengen- und preisbedingter Umsatzrückgang in Südosteuropa hätten durch gestiegene Erlöse aus der Vermarktung des in den eigenen Kraftwerken erzeugten Stroms sowie aus dem niederösterreichischen Netzgeschäft nicht ausgeglichen werden können.

Operativ stieg das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) um 5,7 Prozent auf 525,4 Mio. Euro, das EBIT um 4,5 Prozent auf 299,3 Mio. Euro. Die operativen Aufwendungen seien wegen eines Rückgangs beim Aufwand für Fremdstrombezug, Verbesserungen im Inkassobereich und Kostenreduktionen in Südosteuropa geringer ausgefallen.

Die Abschreibungen hätten sich investitionsbedingt um 4 Prozent auf 199,3 Mio. Euro erhöht. Die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen stiegen um 41,1 Prozent auf 26,8 Mio. Euro. Davon habe der überwiegende Teil eine Wertminderung der Fernwärmegesellschaft im bulgarischen Plovdiv betroffen, die aufgrund der fortgesetzten nachteiligen Regelungen des Regulators im Wärmebereich notwendig geworden sei.

Zum Ausblick teilte die EVN heute mit, dass man unter der Annahme von durchschnittlichen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen das Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2015/16 weitgehend stabil erwarte.

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US-Ölreserven überraschend gestiegen

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Washington, 25.08.2016

In den USA haben die Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche überraschend zugelegt. Die Vorräte seien um 2,5 Millionen auf 523,6 Millionen Barrel gestiegen, teilte das Energieministerium am Mittwoch in Washington mit. Experten hatten hingegen einen Rückgang um 0,85 Millionen Barrel erwartet. In der Woche zuvor waren die Ölreserven noch um 2,5 Millionen Barrel (Fass) gesunken.

Die Reserven an Benzin und Destillaten (Heizöl, Diesel) änderten sich in der vergangenen Woche kaum. Die Benzinbestände verharrten unverändert bei 232,7 Millionen Barrel. Die Vorräte an Destillaten stiegen um 0,1 Millionen auf 153,3 Millionen Barrel. Die US-Ölproduktion fiel laut Regierungsangaben um 0,6 Prozent auf 8,55 Millionen Barrel.

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EVN setzt Kraftwerke verstärkt zur Netzstabilisierung ein

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Wien/Maria Enzersdorf, 25.08.2016

Der börsennotierte niederösterreichische Versorger EVN setzt seine Kraftwerke verstärkt zur Stabilisierung des Stromnetzes ein. Die Stromerzeugung stieg in den ersten drei Quartalen 2015/16 um fast ein Fünftel.

Der Einsatz der thermischen Kraftwerke für die Lieferung von Ausgleichsenergie und das Engpassmanagement in Österreich und Deutschland sei deutlich gestiegen, teilte die EVN am Donnerstag mit. Sie leisteten damit einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit und zur Unterstützung des Systemumbaus in Richtung erneuerbare Energie und würden auch künftig dafür verfügbar sein.

In Österreich würden die thermischen EVN-Kraftwerke in den Sommermonaten 2016 und 2017 insbesondere zur Netzstabilisierung auf vertraglicher Basis eingesetzt werden. Der Vertrag über die Bereitstellung von Reservekapazitäten für den süddeutschen Raum gelte auch für die kommenden beiden Winterhalbjahre.

Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien sei wegen eines geringeren Wind- und Wasserdargebots unter dem Vorjahreswert gelegen. Insgesamt stieg die Stromerzeugung um 19,5 Prozent auf 4.662 Gigawattstunden (GWh). Davon entfielen 3.131 GWh (+40 Prozent) auf Wärmekraftwerke und 1.531 GWh (minus 8 Prozent) auf Erneuerbare, geht aus dem Zwischenbericht hervor.

Der Stromverkauf sank um 3,6 Prozent auf rund 14.300 GWh, der Erdgasverkauf um 1,8 Prozent 4.850 GWh. Der Wärmeabsatz stieg um 2,4 Prozent auf rund 1.800 GWh, dabei gab es in Südosteuropa einen Rückgang um rund 14 Prozent. Die Temperaturen seien in den für die EVN relevanten Märkten in den ersten drei Quartalen überaus mild gewesen, so die EVN in ihrer heutigen Mitteilung. In Österreich sei die Heizgradsumme - die für die Energiebranche maßgebliche Kennzahl - zwar über Vorjahr aber weiter unter dem langjährigen Durchschnitt gelegen. In Bulgarien sei die Heizgradsumme um 21,5 Prozentpunkte unter dem bereits niedrigen Vorjahreswert gelegen und auch in Mazedonien sei es wärmer gewesen.

Im Bereich Umwelt hat die EVN heuer in Südosteuropa zwei Aufträge erhalten. In Mazedonien werden drei Abwasserbehandlungsanlagen errichtet mit einem Auftragswert von zusammen 20 Mio. Euro. In Kroatien wurde die EVN mit dem Bau einer Kläranlage in Vodice beauftragt, der Wert liegt bei 6 Mio. Euro. Die Finanzierung erfolge bei beiden Projekten durch den Auftraggeber jeweils aus EU-Fördermitteln.

In Niederösterreich seien im dritten Quartal zwei Trinkwasser-Projekte abgeschlossen worden: In Zwentendorf an der Zaya sei die bereits dritte EVN-Naturfilteranlage zur natürlichen Reduktion der Wasserhärte in Betrieb gegangen. Im Waldviertel sei die Leistungsfähigkeit der Pumpwerke für das Wasserleitungsnetz um rund ein Viertel erhöht worden. Im Bereich der Erneuerbaren Energien wurde der Windpark Paasdorf-Lanzendorf planmäßig in Betrieb genommen worden, mit dem rund 13.500 Haushalte mit grünem Strom versorgt werden können. Das seit 2013/14 laufende Niederösterreich-Investitionsprogramm im Ausmaß von 1 Mrd. Euro innerhalb von vier Jahren sei in den ersten drei Quartalen plangemäß fortgesetzt worden.

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Australien soll mehr Einsatz gegen Klimawandel zeigen

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Canberra, 25.08.2016

Es gibt keine zweite Erde: Mit diesen Worten haben 154 australische Wissenschafter ihren Regierungschef aufgefordert, die Ursachen des Klimawandels zu bekämpfen. In einem am Donnerstag veröffentlichten offenen Brief forderten sie von Ministerpräsident Malcolm Turnbull CO2-Emissionen und Kohleexporte substanziell zu reduzieren, solange dies noch möglich sei. "Es gibt keinen Planeten B."

Sie verweisen unter anderem auf Daten der US-Klimabehörde NOAA, nach denen der Juli dieses Jahres der heißeste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen vor 136 Jahren war. Australien hatte - wie mehr als 190 andere Staaten auch - im vergangenen Jahr das Pariser Klimaschutzabkommen beschlossen. Die Erderwärmung durch den Treibhauseffekt soll demnach auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzt werden, möglichst sogar auf 1,5 Grad.

Da das Abkommen nicht bindend sei, bestehe aber die Gefahr, dass es von vielen Staaten nicht erfüllt werde, warnten die Unterzeichner. Die durchschnittlichen CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre seien 2015 auf 400 ppm gestiegen und würden jährlich um weitere 3 ppm zunehmen. "Wir sorgen uns, dass die globale Erwärmung, verstärkt durch Rückkoppelungen durch das Schmelzen des Polareises, Methanaustritt aus Permafrost und großflächige Brände, unumkehrbar werden könnte."

APA/dpa
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Robustes System zum Speichern von Solarenergie entwickelt

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Lausanne, 25.08.2016

Wie lässt sich Solarenergie am besten speichern, damit auch nachts Strom zur Verfügung steht? Eine Möglichkeit ist, damit Wasserstoff zu produzieren. Schweizer Forscher haben nun ein effizientes und stabiles System vorgestellt, das zudem ohne seltene Rohstoffe auskommt.

Durch solarbetriebene Elektrolyse lässt sich Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff spalten. Der Wasserstoff kann dann gelagert werden, als Treibstoff für Autos oder zur Stromgewinnung dienen. Bisherige Systeme hätten zwar im Labor gute Testresultate geliefert, seien aber noch zu instabil oder teuer, schrieb die ETH Lausanne (EPFL) am Donnerstag in einer Mitteilung.

Um diesen Ansatz für die kommerzielle Nutzung in großem Maßstab weiter zu entwickeln, bauten die EPFL-Forscher gemeinsam mit Kollegen vom Schweizer Forschungs- und Entwicklungszentrum CSEM ein Elektrolyse-System, das ohne seltene Metalle wie Platin auskommt. Die Elektrode besteht aus Nickel. Die nötige Spannung wird durch drei kristalline Silizium-Solarzellen erzeugt.

Das Ziel bestand darin, bewährte Komponenten zu kombinieren, um ein möglichst zuverlässiges und effizientes System zu schaffen. Kristalline Silizium-Solarzellen machen den Löwenanteil des Solarpanel-Marktes aus und sind sehr langlebig.

Bei den verwendeten Solarzellen handelte es sich allerdings um ein besonders effizientes Modell: Der spezielle Aufbau - mit Schichtung aus amorphem und kristallinem Silizium - erlaubt eine so hohe Spannung, dass nur drei dieser Solarzellen bereits ausreichen, um die für die Elektrolyse ideale Spannung zu erzeugen, schrieb die EPFL.

In Tests lief das System mehr als 100 Stunden stabil und ohne Unterbrechung und produzierte Wasserstoff mit einer Umwandlungsrate von 14,2 Prozent. Das sei in Sachen Leistung ein Weltrekord für Silizium-Solarzellen und Wasserstoff-Produktion ohne seltene Metalle, heißt es in der Mitteilung.

"Ein in der Schweiz installiertes zwölf bis 14 Quadratmeter messendes System dieser Art würde Produktion und Lagerung von genug Wasserstoff erlauben, dass ein Auto mit Brennstoffzelle damit 10.000 Kilometer im Jahr fahren könnte", wurde Christoph Ballif in der Mitteilung zitiert. Er und seine Kollegen veröffentlichten ihre Ergebnisse im "Journal of The Electrochemical Society".

APA/sda
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Biden: Nord-Stream 2 ein "schlechtes Geschäft" für Europa

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Stockholm/Moskau/Wien, 25.08.2016

US-Vizepräsident Joe Biden sagte am Donnerstag in Stockholm, die USA glauben, dass das Nord-Stream-2-Pipeline-Projekt, in das Russland und einige europäische Energiekonzerne - darunter die OMV - involviert sind, für Europa ein "schlechtes Geschäft" sei.

Die russische Gazprom und seine europäischen Partner haben sich voriges Jahr auf das Projekt, dass durch die Ostsee laufen soll, geeinigt. Viele osteuropäische Staaten und die USA sind aber der Meinung, dass die Gaspipeline die Versorgungsrouten und die Energiesicherheit der EU einschränken könnte. Die EU bezieht ein Drittel ihres Erdgases von Russland.

In der Zwischenzeit haben wie berichtet Gazprom und die fünf westlichen Partner ihre fusionskontrollrechtliche Anmeldung bei der polnischen Wettbewerbsbehörde zurückgezogen. Gazprom muss also die geplante Nord-Stream-2-Gaspipeline womöglich alleine bauen. Gazprom hätte an der Nord-Stream-2-Gesellschaft 50 Prozent halten sollen, die fünf Partner jeweils 10 Prozent, sah der im September 2015 unterzeichnete Gesellschaftervertrag vor. Der wird jedoch nicht umgesetzt, Gazprom bleibt 100-Prozent-Eigentümer der Nord Stream 2 AG.

APA/ag
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Strabag nahm erste Hürde für deutsches Stromspeicher-Projekt

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Erfurt/Wien, 25.08.2016

Der österreichische Baukonzern Strabag SE hat die erste Hürde für den Bau eines 450 Millionen Euro teuren Speichers für Ökostrom in Ostdeutschland genommen. Das Raumordnungsverfahren für das Wasserspeicher-Kraftwerk im Kreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen sei abgeschlossen, teilten das Unternehmen und das Landesverwaltungsamt in Weimar am Donnerstag mit.

Der Speicher in Leutenberg/Probstzella soll eine Leistung von 408 Megawatt haben und als Puffer im Stromnetz dienen, wie Martin Ullrich, Direktionsleiter Projektentwicklung bei Strabag, in Erfurt sagte. Für das Projekt, das 2024 ans Netz gehen könnte, würden derzeit Partner für die Finanzierung sowie den Betrieb gesucht.

Traditionelle Speicherkraftwerke dienen quasi als Batterien: Bei einem Strom-Überangebot wird Wasser in ein erhöhtes Becken in der Regel auf einen Berg gepumpt. Wird Strom gebraucht, rauscht das Wasser nach unten und treibt Turbinen zur Stromerzeugung an.

APA/dpa
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Neue Chance für letzte Ruhr-Zeche: Stromspeicher

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Bottrop, 25.08.2016

Für die letzte Zeche im Ruhrgebiet gibt es eine neue Chance: Das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop könnte nach seiner Schließung Ende 2018 zu einem riesigen Stromspeicher für 450.000 Haushalte umgebaut werden.

Die Anlage sei von der Geologie geeignet und die Kosten von etwa 250 bis 300 Mio. Euro lägen nicht höher als bei oberirdischen Speicherkraftwerken, sagte der Duisburger Professor für Wasserbau, Andre Niemann, am Donnerstag bei der Vorstellung eines Gutachtens in Bottrop.

Speicherkraftwerke werden wegen der Energiewende deutschlandweit dringend gebraucht, um den in großer Zahl produzierten Wind- und Sonnenstrom aufzunehmen. Ein Speicherkraftwerk in einer Steinkohlezeche wäre weltweit einmalig und würde "enorme Strahlkraft" auch für den Export entfalten, sagte Niemann. Allerdings rechne sich angesichts des sehr niedrigen Börsenstrompreises ein Pumpspeicherkraftwerk derzeit nicht. Die Bauzeit des Projektes läge bei etwa fünf Jahren.

"Die Zeche könnte eine große Batterie werden", sagte der Umweltminister von Nordrhein-Westfalen, Johannes Remmel (Grüne). Allerdings seien dafür bessere politische Rahmenbedingungen nötig. Ein Pumpspeicherkraftwerk müsse auf Dauer auch wirtschaftlich laufen, sonst nehme kein Investor die nötigen dreistelligen Millionensummen in die Hand. NRW möchte unter anderem Entlastungen von Speicherkraftwerken bei der EEG-Umlage.

Nachgedacht wird in Bottrop über ein Kraftwerk mit einem Oberbecken über Tage und einem Unterbecken in 600 Metern Tiefe im Bergwerk. Das Wasser wird hochgepumpt, wenn viel Strom in den Netzen ist und treibt beim Herabstürzen in den Schacht eine Turbine an, um wieder Strom zu erzeugen.

Der Hauptvorteil einer unterirdischen Anlage liegt in der Akzeptanz: Oberirdische Anlagen stoßen vielfach auf Proteste von Umweltschützern, mehrere Großprojekte wurden deshalb in den vergangenen Jahren wieder aufgegeben. Für eine mögliche Anlage in Bottrop wird in einer zweiten Phase der Studie ein Betreiber- und Investorenmodell geprüft.

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Verbund legt Streit mit OMV-Tochter bei

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Wien, 24.08.2016

Der Stromriese Verbund und die OMV-Tochter Econgas haben einen Streit über Gaslieferungen für das Kraftwerk Mellach beigelegt. Das bringt dem Verbund einen einmaligen Sondergewinn durch die Auflösung von Rücklagen. Das Konzernergebnis soll 2016 nun 370 Mio. Euro betragen statt wie bisher erwartet 270 Mio. Euro. Das bereinigte Konzernergebnis 2016 wird aber unverändert rund 290 Mio. Euro ausmachen.

Auch die Prognose für den Gewinn vor Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) erhöht der Verbund - von 840 Mio. Euro auf 960 Mio. Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Über Details der Vereinbarungen wurde Stillschweigen vereinbart, es werde aber nicht mehr zu den gleichen Konditionen Gas geliefert, hieß es zur APA. Der Verbund werde dafür laut geplanter Vereinbarung seine 2013 eingebrachte Klage bei dem Kartellgericht zurückziehen. Auch die OMV kann durch die Einigung einen substanziellen Ergebnisbeitrag verbuchen.

Offiziell heißt es in der Aussendung lediglich: "Das Management der Verbund AG verlautbart heute die bevorstehende Bereinigung offener Themen der Verbund Thermal Power GmbH & Co KG in Liqu. im Zusammenhang mit Gaslieferungen für das Kraftwerk Mellach".

"Operative Kooperation für die Energiezukunft"

Wichtig für beide Unternehmen ist aber, dass durch die Streitbeilegung die Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Wasserstoff vereinfacht wird. Zeitgleich gaben die beiden Unternehmen bekannt, dass sie "an einer operativen Kooperation für die Energiezukunft" arbeiten wollen. Dabei gehe es um "Stromlieferungen für OMV Standorte, Flexibilisierungskonzepte für die Stromerzeugung und -bedarf sowie die gemeinsame Prüfung von Konzepten zur Wasserstoffproduktion und -vermarktung".

Insbesondere geht es um den Umgang mit Wasserstoff, der als möglicher Speicher für Energie aus regenerativen Quellen aber als auch Rohstoff für die Industrie Zukunftspotenzial hat. Die OMV betreibt drei Wasserstofftankstellen in Österreich und plant zwei weitere und arbeitet international an Projekten zur Entwicklung von Wasserstoff. Der Verbund wiederum hat bereits im Juli eine Kooperation mit der Voest im Bereich Wasserstofftechnologie bekanntgegeben.

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Wolfgang Langhoff wird neuer Chef von BP Europa

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Bochum/London, 24.08.2016

Führungswechsel bei BP Europa: Der bisherige Strategievorstand Wolfgang Langhoff (56) übernimmt zum Jahreswechsel die Leitung des Mineralölkonzerns von Michael Schmidt (56). Der noch amtierende Vorstandsvorsitzende verlasse das Unternehmen auf eigenen Wunsch, teilte BP mit.

Schmidt hatte seit Mai 2012 an der Spitze der BP Europa gestanden, in der der britische Mineralölkonzern BP seine Geschäfte in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Österreich, Polen, der Schweiz und Ungarn zusammengefasst hat.

Sein Nachfolger Wolfgang Langhoff ist seit 1989 im Unternehmen tätig und wurde im Jahr 2013 für das Ressort Finanzen in den Vorstand berufen. Anfang 2016 übernahm er den Bereich Portfolio-Strategie mit der Auflösung des Ruhr Oel Joint Ventures zwischen BP und dem russischen Ölkonzern Rosneft.

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C.A.T.oil heißt jetzt Petro Welt Technologies

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Wien, 24.08.2016

Der börsennotierte österreichische Ölfeldausrüster C.A.T. oil AG hat sich in Petro Welt Technologies AG umbenannt. Am 23. August wurde die im Juni von der Hauptversammlung beschlossene Namensänderung ins Firmenbuch eingetragen, teilte das Unternehmen mit.

Grund war ein seit längerem anhängiger Rechtsstreit mit dem US-Baumaschinenkonzern Caterpillar Inc. ("CAT") wegen Benutzung des Namensbestandteils "CAT". Der Streit sei nun hinfällig, so das in Wien ansässige Unternehmen. Der neue Name weise auch auf den Sitz und Börsenplatz des Unternehmens im deutschsprachigen Raum hin.

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Studie: Atomkraft-Länder bei Klimazielen nachlässig

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Wien, 24.08.2016

Länder, die sich der Atomenergie verschrieben haben, schwächeln beim Erreichen der Klimaziele, fand Andrew Lawrence von der Diplomatischen Akademie Wien mit Kollegen heraus. Atomkraft-freie Staaten wie Österreich und solche mit Ausstiegsplänen haben die Treibhausgasemissionen viel stärker reduziert und erneuerbare Energien besser ausgebaut, berichten die Forscher im Fachjournal "Climate Policy".

"Weil dadurch bessere Wege zum Erreichen der Klimaziele unterdrückt werden, ist es laut unserer Evidenz kontraproduktiv, sich auf ein Bekenntnis zu Kernenergie zu versteifen", erklärten sie in einer Aussendung. Kernkraft würde gerne und lautstark als attraktive Antwort auf den Klimawandel angepriesen, doch es ist fraglich, ob sie kosteneffizient und sicher ist, so Andy Stirling von der Universität Sussex (GB).

Die Forscher haben die europäischen Staaten in drei Gruppen eingeteilt: jene, die heute ohne Kernenergie auskommen wie etwa Österreich, Dänemark und Irland, solche, die daraus aussteigen wollen (z.B. Deutschland, die Niederlande und Schweden), und schließlich Länder, die sich fast uneingeschränkt dazu bekennen, wie Großbritannien, Frankreich und Bulgarien.

Kernkraft-freie Länder haben seit 2005 ihre Emissionen um durchschnittlich sechs Prozent verringert und den Anteil erneuerbarer Energien auf 26 Prozent ausgebaut. Die Atomkraft-Ausstiegskandidaten reduzierten in der gleichen Zeit die Emissionen sogar um elf Prozent, bauten die saubereren Energiequellen aber nur auf 19 Prozent aus. Bei den bekennenden Atomenergie-Ländern sind die Emissionen sogar um drei Prozent gestiegen und der Anteil an erneuerbaren Energien erreichte nur 16 Prozent.

Österreich liegt mit einem Minus von 16 Prozent bei den Treibhausgasen und über 32 Prozent erneuerbarer Energie sogar über dem Durchschnitt der Atomenergie-Meider.

Service: http://dx.doi.org/10.1080/14693062.2016.1179616

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SBO setzt weitere Sparmaßnahmen

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Wien/Ternitz, 24.08.2016

Der börsennotierte Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann (SBO) leidet weiterhin unter den ölpreisbedingt geringen Investitionen der Ölbranche. Dadurch sinken Aufträge und Umsätze bei SBO. Der Verlust des Unternehmens, das weitere Sparmaßnahmen setzt, erhöht sich im Halbjahr jedoch nur mehr auf 16,9 Mio. Euro, nach bereits 15 Mio. Euro Minus im ersten Quartal.

Der Umsatz halbierte sich bis Juni auf 88,0 Mio. Euro, um 52,9 Prozent weniger. Der Auftragseingang sank um 28,4 Prozent auf 75,0 Mio. Euro, und der Auftragsstand lag zum 30.6. bei 21,1 Mio. Euro, nach 34,3 Mio. Euro Ende 2015 bzw. 60,9 Mio. Euro Mitte 2015, teilte SBO mit.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) drehte im Jahresabstand von positiven 45,1 Mio. Euro auf negative 5,7 Mio. Euro, nachdem heuer auch im ersten Quartal schon ein kleines Minus stand. Das operative Betriebsergebnis (EBIT) vor Sondereffekten lag bei minus 28,9 Mio. Euro; das berichtete EBIT sackte auf minus 36,2 Mio. nach positiven 19,3 Mio. Euro ab.

Als Antwort auf das schwierige Marktumfeld setzt SBO seine Kostenreduktionsmaßnahmen fort. So wurden die Investitionen in Sachanlagen und immaterielles Vermögen (CAPEX) im Halbjahr um 54,0 Prozent auf 5,9 (12,9) Mio. Euro zurückgefahren, ausgenommen davon blieb der Bereich F&E. Zudem werden die Betriebe in Singapur restrukturiert: Zu Ende des zweiten Quartals wurde beschlossen, die beiden Töchter dort miteinander zu verschmelzen, das soll nachhaltige Kostenvorteile bringen.

Kurzarbeit verlängert

Auch das Personal bleibt nicht verschont: Die Kurzarbeit am Standort Ternitz in NÖ wurde bis 31. Jänner 2017 verlängert, der Personalstand von SBO lag Ende Juni bei 1.183, ohne die in Texas zugekaufte Downhole Technology waren es 1.028 (nach 1.135 Ende 2015 und 1.279 Mitte 2015). "Dies entspricht einer Reduktion seit Beginn des Abschwungs im Jahr 2014 von mehr als 40 Prozent", so SBO. Ende 2014 hatte der Ölfeldausrüster noch 1.720 Mitarbeiter gezählt.

Die gesamte Oilfield-Service-Industrie sei als Folge der niedrigen Ölpreise und der am Markt verfügbaren hohen Rohöl-Mengen von erheblichen Investitionskürzungen betroffen. Aufgrund des hohen Cash-Bestands, ihrer geringen Nettoverschuldung und der hohen Eigenkapitalquote sei SBO "auch für eine längere Durststrecke gerüstet", wird im Ausblick betont.

SBO besitze eine "kerngesunde Bilanzstruktur", auch nach der Downhole-Technology-Akquisition für 103 Mio. Dollar habe SBO zum 30.6. über eine solide Eigenkapitalquote von 54,7 Prozent verfügt, nach 60,8 Prozent Ende 2015. Die liquiden Mittel seien bei 137,9 (196,3) Mio. Euro gelegen, die Nettoverschuldung bei 59,7 Mio. Euro (nach 26,2 Mio. Euro Nettoliquidität Ende 2015). Man verbessere die Kostenbasis und investiere gezielt in Wachstum. Die Kapazitäten würden weiter an die Marktlage angepasst. Die Strategie, neue Märkte für Produkte im Segment Oilfield Equipment zu erschließen, werde fortgesetzt.

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SBO-Chef erwartet 2017 Trendwende

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Wien/Ternitz, 24.08.2016

Der Chef des niederösterreichischen Ölfeldausrüsters Schoeller-Bleckmann (SBO), Gerald Grohmann, erwartet 2017 ein Ende des Ungleichgewichts am Ölmarkt, wodurch die Ölindustrie zu neuen heiß ersehnten Investments veranlasst werden könnte. 2016 sei aber auch für SBO ein "extrem schwieriges Jahr", das gelte auch für die nächsten Quartale, so Grohmann zur APA: "Der Abschwung ist noch nicht vorbei."

Die Erwartung sei, dass es 2017 zu einer Balance von Angebot und Nachfrage auf den internationalen Ölmärkten kommt und deshalb von den Playern der Ölindustrie wieder mehr investiert wird. Je länger die Investitionsflaute anhalte, desto größer werde auch der Nachholbedarf sein, "denn man kommt möglicherweise in eine Under-Supply-Situation hinein".

Bis dahin müsse man sich auf eine gewisse Zeit der Volatilität einstellen. Ja, die Zahl der Ring-Counts, also der neuen Bohrlöcher, sei schon länger - etliche Wochen - im Steigen begriffen, "aber wir sehen noch nicht, dass die Ölfirmen in einem größeren Ausmaß in Exploration und Produktion investieren - ganz im Gegenteil". Die entsprechenden Investitionen würden nämlich heuer um weitere 26 Prozent zurückgehen, lauten Schätzungen, nach bereits 21 Prozent Minus im Jahr 2015.

Ölnachfrage zieht an

Seitens der Konjunktur sieht Grohmann durchaus eine lebhaftere Ölnachfrage. In China habe sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. Aber die ohnedies recht vorsichtige Internationale Energie-Agentur (IEA) habe die Erwartung für den weltweiten Ölverbrauchsanstieg im Jahr 2016 von früher plus 1,2 Mio. Barrel täglich auf nunmehr +1,5 mb/d hinaufgesetzt - und im letzten Quartal habe der Anstieg im Schnitt sogar 1,6 Mio. Fass pro Tag betragen, so der SBO-Chef im APA-Gespräch.

Die Erwartungen für das geplante OPEC-Treffen Ende September in Algerien hängt Grohmann entsprechend früherer Erfahrungen nicht allzu hoch: "Auch bisherige Treffen sind meist ohne große Auswirkungen geblieben." Es gebe ein Tauziehen zwischen sunnitischen und schiitischen Einflussbereichen, und der auf den Ölmarkt zurückgekehrte Iran wolle auch sein Stück vom Kuchen. Endlos könne "das Spiel" aber nicht gehen, denn die Saudis und der Iran würden bereits nahe ihres Maximums fördern. Allerdings könne dieser "Poker um Marktanteile" den Aufschwung noch etwas hinauszögern, meint der SBO-Chef.

Marktbereinigung positiv

Aufgrund der guten Bilanzstruktur sieht Grohmann die SBO gut gerüstet für den für 2017 erhofften Rebound. Möglicherweise könne man von der Trendwende sogar besser profitieren als andere Ölfeldausrüster - "es wird eine Marktbereinigung kommen, die vielleicht nicht alle Konkurrenten so gut überleben wie wir".

Zum vergleichsweise geringen Verlust im zweiten Quartal betont Grohmann, dass dies einem einmaligen Sondereffekt zu verdanken sei, der mit der Neubewertung einer Option zum Erwerb von Minderheitsanteilen an der Tochter Resource zusammenhängt. Im Halbjahr führte die Bewertung zu einem nicht cash-wirksamen Einmalertrag von 10,5 Mio. Euro.

Zum Stammsitz Ternitz in NÖ ist Grohmann froh, während der Kurzarbeit den Mitarbeiterstand von knapp 320 halten zu können.

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Tesla rüstet Spitzenmodelle mit größeren Batterien auf

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Palo Alto, 24.08.2016

Tesla baut jetzt nach eigenen Angaben die Serienautos mit der schnellsten Beschleunigung und will damit ein Zeichen für Elektromobilität setzen. Die nun angekündigten Fahrzeuge der Limousine Model S mit größeren Batterien schafften es von null auf 60 Meilen pro Stunde (96,5 km/h) in 2,5 Sekunden, sagte Firmenchef Elon Musk.

Nur zwei Straßensportwagen weltweit - LaFerrari und Porsche 918 Spyder - könnten schneller beschleunigen. Sie seien aber im Gegensatz zu den Teslas keine in Serie produzierten Wagen, erklärte Musk. Damit stelle Tesla nun die schnellsten Serienautos der Welt her. "Das ist ein Zeichen dafür, dass Elektroautos die Zukunft sind", argumentierte er.

Mit den 100-kWh-Batterien soll auch die Reichweite beim Model S auf 613 Kilometer und auf 542 Kilometer beim SUV Model X steigen. Der Preis soll bei 135-000 Dollar starten. Die Verfügbarkeit sei derzeit aber eingeschränkt, weil die Produktion der größeren Batterie-Packs komplexer sei, sagte Musk. Mit dem eingenommenen Geld für die Top-Versionen solle auch die Entwicklung des für kommendes Jahr angekündigten günstigeren Model 3 finanziert werden, bei dem Tesla den Preis auf rund 35.000 Dollar drücken will, betonte er. Das Unternehmen hatte rund 400.000 Bestellungen für Model 3 bekommen, jetzt soll die Produktion schon bis 2018 von zuletzt gut 50.000 auf 500 000.Fahrzeuge pro Jahr hochgeschraubt werden, zwei Jahre früher als ursprünglich anvisiert.

Neue Architektur für Batterien notwendig

Die 100-kWh-Batterien seien die größten, die Tesla aktuell produzieren könne, hieß es. Sie bestünden zwar aus den gleichen kleinen einzelnen Zellen, wie vorherige Batterie-Versionen - erforderten aber eine neue Architektur. Für zukünftige Fahrzeuge würden neue Batterien gemeinsam mit Panasonic entwickelt.

Musk hielt sich an das Thema der größeren Batterie-Packs und wollte sich nicht zum Fahrassistenzsystem "Autopilot" äußern, das nach einem tödlichen Crash und einigen weiteren Unfällen in die Kritik geraten war. Er wiederholte lediglich, dass die anstehende nächste Software-Version Verbesserungen enthalten werde. Das "Autopilot"-System wird derzeit von US-Regulierungsbehörden geprüft.

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Deutsche Post sieht E-Transporter am Vormarsch

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Bonn/Aachen, 23.08.2016

Der elektrogetriebene Transporter der Deutschen Post kommt immer besser in Fahrt. Auf dem Gelände einer ehemaligen Waggonfabrik in Aachen soll die Produktion massiv ausgebaut werden. Dabei zeigt der Logistikriese der Autowelt, wie Elektromobilität geht.

Er kommt auf leisen Sohlen daher, ist flink, wendig, umweltfreundlich und ein Zusteller der besonderen Art: Der elektrogetriebene Transporter der Deutschen Post, kurz Streetscooter genannt, gehört zu den Lieblingsprojekten von Jürgen Gerdes. Der umtriebige Manager aus dem Unternehmensvorstand der Post, verantwortlich für Briefe, eCommerce und Pakete, hat Großes vor.

Der gesamte Fuhrpark des gelben Riesen um Paket- und Briefzustellung soll mittelfristig auf E-Transporter umgestellt werden. Bis zu 70.000 Fahrzeuge könnten das einmal werden. "Wir sind Betreiber einer der größten Fahrzeugflotten in Deutschland", erklärt Gerdes. Und die müssten mehr und mehr emissionsfrei werden.

Die Deutsche Post - jetzt auch ein Autobauer? Konzernchef Frank Appel winkt ab: Ein Automobilkonzern wolle die Post nicht werden. Aber er sei überzeugt von dem Produkt, sagte er vor wenigen Wochen, als der Streetscooter als Vorreiter für den Klimaschutz mit dem ersten Preis der "Klima-Expo NRW" ausgezeichnet wurde.

Massenproduktion im Visier

Noch ist das Fertigungsvolumen überschaubar, aber das Unternehmen will schon bald ein größeres Rad drehen. Nach dem Start der Serienfertigung folgt die Massenproduktion. Dort, wo einst Schienenfahrzeuge der Firma Talbot hergestellt wurden, laufen heute Streetscooter vom Band. Derzeit baut die Post die Kapazität aus - eine Stückzahl 10.000 Autos pro Jahr soll bald möglich werden.

Rund 2.000 dieser Fahrzeuge möchte die Post am Jahresende im Einsatz haben. Danach geht es Schlag auf Schlag. "Im Moment brauchen wir die Produktionskapazitäten für uns selbst", sagte Gerdes und deutet an, wohin die Reise geht. Geschäftskunden im In- und Ausland sind potenzielle Abnehmer.

Es gebe bereits Nachfragen von Firmen, aber auch von Kommunen, die ihre städtischen Fahrzeugflotten umstellen und die wachsende CO2-Belastung in den Innenstädten reduzieren wollen. "Derzeit prüfen wir einige Rahmenkonditionen wie die Garantiebedingungen", verriet Gerdes unlängst dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

E-Lieferwagen ohne Schnickschnack

Dass der Streetscooter auf einer Erfolgswelle schwimmt, wohingegen die Autobauer mit Elektromobilität nur schleppend vorankommen, hat vor allem einen Grund: Die Post benötigte einen einfachen, preiswerten und funktionalen E-Lieferwagen, ohne viel Schnickschnack und Design. Während Gerdes bei den Autobauern auf taube Ohren stieß, wurde er beim Start-up Streetscooter in Aachen fündig. Gemeinsam mit Instituten der Uni RWTH entwickelten die Firmengründer Achim Kampker und Günther Schuh dann Elektrofahrzeuge nach den Vorgaben der Post. Vor zwei Jahren übernahmen das Unternehmen die Streetscooter GmbH vollständig.

In der Paketzustellung ist aber auch die Konkurrenz mit E-Fahrzeugen Ball - ob UPS, Hermes oder DPD. Doch keiner tüftelt so intensiv wie die Deutsche Post an Eigenentwicklungen. Sie setzen vielmehr auf Partner der Autobranche. Über eine Testphase mit E-Fahrzeugen der Autohersteller sei die Zustellung bisher aber noch nicht hinaus gekommen, heißt es beim Paketdienstleister DPD. Es mangelt vor allem an einem: an passenden Fahrzeugen.

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Georgien verhinderte Anschlag auf wichtige Gaspipeline

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Tiflis, 23.08.2016

Georgische Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben einen Anschlag auf die Hauptgasleitung durch den Südkaukasus von Russland nach Armenien vereitelt. Sieben Festgenommene wurden in der Hauptstadt Tiflis dem Haftrichter vorgeführt, wie die Agentur Interfax meldete. "Wir sind einer großen Gefahr entronnen", sagte der georgische Ministerpräsident Georgi Kwirikaschwili.

Die Saboteure wollten die Pipeline angeblich an einem offen zugänglichen Teilstück 40 Kilometer nördlich von Tiflis zerstören. Bei ihnen seien Sprengstoff und Waffen gefunden worden.

Zum Hintergrund der Anschlagspläne gab es zunächst keine Angaben. Die Ex-Sowjetrepublik Georgien ist mit Russland verfeindet, hat aber zu Armenien ein gutes Verhältnis. Die politische Stimmung ist angespannt, weil das georgische Parlament am 8. Oktober neu gewählt wird.

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RWE bestätigt nach Halbjahr Prognose für Ökostromtochter

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Essen, 23.08.2016

Der Energiekonzern RWE hat nach Ablauf des ersten Halbjahres seine Prognose für die künftige Ökostromtochter Innogy bestätigt. Im laufenden Jahr werde der Gewinn der Tochter vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 4,1 bis 4,4 Mrd. von zuvor 4,52 Mio. Euro zurückgehen, ging aus einer Präsentation der Konzerns hervor.

Im ersten Halbjahr sei das Ebitda auf 2,385 Mrd. Euro von 2,332 Mrd. gestiegen. Der Umsatz sei hingegen auf 22,78 Mrd. Euro von 23,458 Mrd. geschrumpft. RWE hat in Innogy das Geschäft mit Ökostrom und Netzen und den Vertrieb ausgelagert und will im Herbst zehn Prozent davon an die Börse bringen. RWE ist in Österreich maßgeblich an der Kärntner Kelag beteiligt.

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Ölpreise gaben kräftig nach - Brent wieder unter 50 Dollar

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New York/London, 23.08.2016

Die Ölpreise sind am Montag kräftig gesunken und haben einen Teil der starken Gewinne der Vorwoche wieder abgegeben. Händler sprachen von einer Gegenbewegung und von einer Reaktion auf einen weiteren Anstieg der Zahl der Bohrlöcher in den USA.

Am späten Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober wieder weniger als 50 US-Dollar, nachdem der Preis in der Vorwoche erstmals seit Anfang Juli über diese Marke gestiegen war.

Ein Fass Nordsee-Öl wurde zuletzt bei 49,48 Dollar gehandelt und damit 1,40 Dollar niedriger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Oktober rutschte um 1,38 Dollar auf 47,14 Dollar ab.

Bis zum aktuellen Rückschlag hatten die Ölpreise seit Anfang August um etwa 20 Prozent zugelegt. "Nach einem solch fulminanten Anstieg ist ein Rücksetzer völlig normal", kommentierten Rohstoffexperten der Commerzbank. Sie wollten neue Preisrückgänge nicht ausschließen: "Wir sehen weiteres Korrekturpotential."

Der Rückgang der Ölpreise wird auch mit der Entwicklung der Bohrlöcher in den USA erklärt. Am späten Freitagabend hatte Baker Hughes, eine Zulieferfirma für die Ölindustrie, den achten Wochenanstieg der Bohraktivitäten in Folge gemeldet. Nach Einschätzung der Commerzbank hatte es eine ähnlich lange Phase mit steigenden Zahlen von Bohrlöchern in den USA zuletzt vor mehr als zwei Jahren gegeben. Die steigende Bohraktivität schürt am Markt die Erwartung auf ein wachsendes Öl-Angebot und belastet die Preise.

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E-Mobilität treibt Postzustellung mit Roboter voran

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Wien/Bonn, 23.08.2016

Die Post-Zustellung über selbstfahrende Elektrofahrzeuge gewinnt an Fahrt. Die Schweizerische Post testet ab September in drei Gemeinden selbstfahrende Roboter, diese sind im Schritttempo auf den Gehsteigen unterwegs. In der Testphase erhalten sie noch einen menschlichen Begleiter.

Die Tests werden in der Stadt Bern, in Köniz BE sowie in Biberist SO durchgeführt, wie das Post-Tochterunternehmen Mobility Solutions AG am Dienstag in Bern bekannt gab. Die Test-Roboter können auf einer Distanz von rund sechs Kilometern Lasten von bis zu 10 Kilogramm befördern.

Kommt der Roboter an seinem Ziel an, sendet er ein SMS mit der Nachricht "Ihre Sendung ist da" an den Empfänger, und der Deckel des Roboters öffnet sich. Sobald der Deckel geschlossen wird oder wenn der Empfänger nicht zu Hause ist, kehrt das Gefährt an den Ausgangspunkt zurück.

Bei der Österreichischen Post sind bereits 1.142 Elektrofahrzeuge in Betrieb. Konkret sind es 232 Autos, 335 Mopeds und 575 Räder.

APA/sda/dpa
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E-Mobilität ermöglicht Österreich über 30.000 Jobs bis 2030

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Wien, 22.08.2016

Die Elektromobilität bietet Österreich großes wirtschaftliches Potenzial. Bis zum Jahr 2030 kann die heimische Automobilbranche durch den Ausbau der E-Mobilität insgesamt bis zu 33.900 Jobs und 3,1 Mrd. Euro Wertschöpfung generieren, zeigt eine Studie im Auftrag des Klima- und Energiefonds (KliEn).

Vom Wachstum der konventionellen Autoindustrie kann Österreich in den nächsten Jahren der Studie zufolge weniger als andere Länder profitieren, dafür aber durch die E-Mobilität. Gerade als Zulieferer punkte die heimische Fahrzeugindustrie. "Um den Industriestandort Österreich zu stärken und das heimische Wachstum auszubauen, braucht es neue Märkte", meint Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) dazu. Unser Land könne durch die E-Mobilität die Vorreiterrolle beim Umweltschutz ausbauen und zugleich neue Jobs schaffen.

Im Herbst werde eine Strategie zur Förderung von E-Mobilität präsentiert, kündigte Leichtfried an. Bis zum Jahr 2020 solle es flächendeckend in ganz Österreich Lade-Infrastruktur geben. Innovative Technologien könnten nur mit gezielter Forschungsförderung und der Unterstützung zukunftsweisender Projekte rasch in den Markt gebracht werden, ist KliEn-Geschäftsführerin Theresia Vogel überzeugt.

Noch Forschungsbedarf ortet die Studie "E-MAPP: E-Mobility and the Austrian Production Potential" vor allem zu den Produktionsprozessen von Brennstoffzellen und Lithium-Ionen-Batterien. Ein wesentlicher Schritt zur Marktreife sei die Senkung von Produktionskosten, so Vogel. Mithilfe der vom KliEn beauftragten Studie solle die Förderung des Ausbaus und der Forschung noch gezielter vorangetrieben werden, heißt es.

Österreichs Stärken äußern sich laut der Studie durch ein großes Wachstumspotenzial sowohl für Komponenten für konventionelle Fahrzeuge als auch im Bereich der neuen Komponenten für die E-Mobilität. Dieses Potenzial lasse sich jedoch nur realisieren, wenn sich die Firmen hier in die neuen Wertschöpfungsketten einbringen. Durch die alleinige Weiterentwicklung von Produktionstechnologien seien keine großen Kostensenkungen möglich.

Herausforderungen in Produktionsstrukturen beträfen vorwiegend Hersteller von Gesamtfahrzeugen wie KTM oder Magna. Hier müssten geeignete Produktionsstrukturen zur kosteneffizienten Herstellung von E-Mobilitäts-Fahrzeugen etabliert werden. Im Bereich der Komponenten beträfen die Herausforderungen vorwiegend die jeweiligen Lieferanten, im Bereich Produktionstechnologien den Maschinen- und Anlagenbau.

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Uniper kämpft mit schwachem Stromgeschäft

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Düsseldorf, 22.08.2016

Der E.ON-Kraftwerkstochter Uniper brechen im schwächelnden Stromgeschäft die Gewinne weg. Vor dem geplanten Börsengang verbuchte die deutsche Uniper im Halbjahr einen Nettoverlust von 3,9 Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Ursache hierfür waren vor allem die bereits von E.ON bekanntgegebenen milliardenschweren Abschreibungen auf Kraftwerke.

Dank Zuwächsen wegen günstiger Gaslieferverträge im Handelsgeschäft konnte Uniper zwar das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um 50 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro steigern. In der europäischen und russischen Stromerzeugung schrumpften aber die Ergebnisse. Die niedrigen Stromhandelspreise in Deutschland und Skandinavien machen den Düsseldorfern weiter zu schaffen.

E.ON will Mitte September rund 53 Prozent der Anteile von Uniper abspalten und den eigenen Aktionären ins Depot legen. Mittelfristig will E.ON auch die verbleibenden 47 Prozent an Uniper versilbern, allerdings nicht vor 2018.

In der europäischen Stromerzeugung fiel das Ergebnis im Halbjahr um ein Fünftel auf 400 Mio. Euro. Außerhalb Europas fuhr Uniper sogar nur noch fünf Mio. Euro nach 150 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum ein. Ursache sei der Brand im russischen Kraftwerk Beresowskaja 3 gewesen. Die Reparaturarbeiten würden nicht vor Mitte 2018 beendet sein. Zuvor hatte Uniper einen Zeitraum bis mindestens Ende 2017 genannt.

Uniper-Chef Klaus Schäfer sieht trotz der Probleme eine "gute Basis für die Börsennotierung im September". Mut machten auch die Verbesserung des regulatorischen Umfeldes in wichtigen Auslandsmärkten und die zuletzt wieder gestiegenen Großhandelspreise für Strom, sagte der Manager.

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Amazon kooperiert in Deutschland mit Tankstellenkette Shell

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Berlin/Seattle/London, 22.08.2016

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon verbündet sich im Paketgeschäft mit dem britisch-niederländischen Ölmulti Shell. "Shell und Amazon testen seit Juli sogenannte Amazon-Locker an zehn Shell-Stationen in München", sagte István Kapitány, Chef des weltweiten Tankstellengeschäfts bei Shell, dem "Handelsblatt" (Montag).

Dabei gehe es darum, unabhängig von Paketdiensten wie etwa dem deutschen Marktführer DHL selbst Pakete zustellen zu können.

Amazon und Shell wollen so dem Blatt zufolge erste Erfahrungen für den Ausbau der Zusammenarbeit sammeln. Zunächst sei angedacht, eine dreistellige Zahl von Shell-Stationen in Deutschland mit Paketautomaten auszustatten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Branchenkreise. Kunden können sich ihre Bestellungen dann zu diesen Automaten mit Schließfächern schicken lassen, falls sie beispielsweise nicht zu Hause anzutreffen sind.

Eine Amazon-Sprecherin wollte sich am Montag zu Zahlen und weiteren Details der Zusammenarbeit nicht äußern. Sie erklärte lediglich: "Zusätzlich zu den verschiedenen bereits etablierten Lieferoptionen können Kunden in Deutschland seit kurzem an einigen Standorten Amazon-Locker als Lieferoption wählen."

Schon seit längerem wird erwartet, dass Amazon die Paketzustellung zunehmend auch in eigene Hände nimmt. In den USA etwa sicherte sich der Versandriese für mehrere Jahre eine eigene Flotte von Transportflugzeugen. Die traditionellen Versanddienste seien in Spitzenzeiten mit der Menge von Amazon-Lieferungen überfordert, deshalb baue man eigene Kapazitäten aus, hatte das Unternehmen zum Jahresbeginn erklärt. Für Deutschland kündigte Amazon zudem den Aufbau eigener Verteilzentren in Stadtnähe an. Als Modellprojekt dafür galt ein solches Zentrum in Olching bei München, doch lief bereits zu Jahresbeginn die Suche nach weiteren geeigneten Standorten.

Ein Deutsche-Post-Sprecherin zeigte sich angesichts der Zusammenarbeit von Amazon mit Shell gelassen. Die Post verfüge selbst über rund 3.000 Paketstationen, rund 200 davon lägen an Tankstellen, betonte sie. Dabei arbeite die Post mit allen großen Tankstellenbetreibern zusammen. "Die Services, die Amazon testet, bieten wir seit Jahren." Gleichzeitig bekräftigte sie, die Post werde auch weiterhin eng mit Amazon zusammenarbeiten.

Bei dem neuen Service bekommen die Kunden nach Amazon-Angaben eine E-Mail-Benachrichtigung mit individuellem Abholcode, sobald die Sendungen an der sogenannten Abholstation bereitliegen. Dieser Code wird dann bei der Abholung eingegeben oder ein Barcode per Lesegerät eingescannt. Ab Zustellung haben die Kunden drei Werktage Zeit, um ihre Sendung abzuholen. Nicht abgeholte Pakete würden danach an Amazon zurückgesandt und durch die Warenrücknahme erstattet, hieß es. Zur Frage, ob weitere Partner für ähnliche Kooperationen infrage kommen, äußerte sich Amazon nicht.

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Greenpeace: Verkehr bis 2035 auf Alternativen umstellen

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Berlin, 22.08.2016

Der komplette Verkehr in Deutschland muss aus Sicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace bis spätestens zum Jahr 2035 auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Dies sei notwendig, um das beim Klimagipfel in Paris beschlossene Klimaziel zu erreichen, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu beschränken, sagte der Greenpeace-Verkehrsexperte Daniel Moser der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Die Politik muss den Herstellern jetzt ehrlich sagen, dass der Verbrennungsmotor ein Auslaufmodell ist und sie ihre Produktpalette darauf einstellen müssen." Moser begrüßte die aktuelle Debatte in Norwegen. Norwegen hat im Kampf gegen den Klimawandel ehrgeizige Ziele: Wenn es nach den Plänen der Regierungsparteien geht, sollen ab 2025 alle neuen Fahrzeuge nur noch emissionsfrei fahren. Damit soll der Ausstoß von klimaschädlichen Abgasen verringert werden. Das ist ein wichtiger Punkt im Nationalen Transportplan, der derzeit in Deutschland heftig diskutiert wird.

Deutschland müsse bis zur Bundestagswahl 2017 ein ähnliches Ziel wie Norwegen verankern, sagte Moser. "Wenn Deutschland den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor verschläft, verliert das Land seine Position als Innovationsführer im Bereich Mobilität, Umwelt und Klimaschutz." Schon heute drängten mit Konzernen wie Google oder Tesla mächtige neue Spieler auf den Markt. "Wenn die deutschen Hersteller in den kommenden Jahren bei E-Autos und neuen Mobilitätsangeboten nicht links überholt werden wollen, dann müssen sie schleunigst reagieren."

Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, hatte am vergangenen Dienstag gesagt, für Deutschland könnten die norwegischen Pläne kein Vorbild sein. Effiziente Verbrennungsmotoren und das Elektrofahrzeug seien keine Gegensätze, sondern ergänzten einander: "Beide Antriebsarten sind notwendig, wenn die Politik ambitionierte Klimaziele erreichen will."

Moser sagte, generell könne eine zukunftsfähige Mobilität nur gelingen, wenn die Rolle des Autos im Verkehr deutlich kleiner werde. "Besonders in Städten wird der Abschied vom eigenen Pkw schneller vonstatten gehen als es sich viele bislang vorstellen."

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Wiener Forscher: Menschheit hat Natur beschleunigt

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Wien, 22.08.2016

Nicht nur die gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen laufen immer schneller ab, die Menschen haben auch für die Natur das Rad der Zeit beschleunigt, fanden Wiener Wissenschafter heraus. Durch die Landnutzung werden weltweit die Stoffe in Pflanzen doppelt so schnell umgesetzt wie in einer natürlichen Vegetation, berichten sie im Fachmagazin "Nature Geoscience".

Bisher war weitgehend unbekannt, wie lange eine Substanz wie Kohlenstoff in der Biomasse gebunden bleibt, bis er wieder in den Kreislauf abgegeben wird, also zum Beispiel in die Atmosphäre oder in den Boden gelangt, so die Wissenschafter um Karl-Heinz Erb vom im Wien ansässigen Institut für Soziale Ökologie der Universität Klagenfurt. Dadurch war die Vegetation in den Klimamodellen schlecht berücksichtigt und deren Vorhersagen ungenau.

Erb und Kollegen haben nun diese globale Biomasse-Umsatzrate bei den heutigen Landnutzungs-Verhältnissen errechnet, und wie groß sie bei einer natürlichen Vegetation wäre. Wenn die Flora weltweit sich selbst überlassen wäre, bliebe ein Kohlenstoff-Atom im Schnitt dreizehn Jahre in der Biomasse gebunden, durch Ackerbau und Forstwirtschaft wurde diese Zeitspanne auf sieben Jahre verkürzt, erklärte Erb der APA.

Landnutzung als Hauptursache

Zu 59 Prozenten ist der Umbruch von Wäldern zu landwirtschaftlichen Flächen für diese Beschleunigung verantwortlich, die Forstwirtschaft zu 26 Prozenten und die Beweidung von natürlichen Grasländern zu 15 Prozenten, so die Forscher.

Mit diesem Wissen könne und müsse man nicht nur die Klimamodelle genauer machen, sondern es sollte auch in öko-politischen Entscheidungen berücksichtigt werden, meint Erb. Je mehr Biomasse man nutzt, indem man die Landnutzung ausdehnt und intensiviert, umso mehr werden die Ökosystem-Umsatzraten beschleunigt. Es könnte passieren, dass dadurch noch weniger Kohlenstoff in der Vegetation gebunden bleibt als ohnehin und der Klimawandel nicht gebremst, sondern vorangetrieben wird.

Vermehrte Biomasse-Nutzung

Weltweit ist aber der Bedarf an Biomasse am steigen, weil immer mehr Menschen ernährt werden müssen und der Fleischkonsum steigt - Tiere müssen viel mehr Pflanzennahrung aufnehmen als sie Fleisch "liefern". Zudem soll Biomasse fossile Brennstoffe als Energieträger ersetzen. Zum Beispiel in Österreich ist der Weg zu erneuerbaren Energien sehr auf Biomasse ausgerichtet, so Erb. Man müsse sich für lokale oder globale Strategien aber jeweils genau anschauen, ob die vermehrte Biomasse-Nutzung klimatechnisch nicht mehr schadet als bringt.

Die natürliche Vegetation in Österreich wäre zum Großteil (über 90 Prozent) Wald, erklärte der Ökologe. In tiefen Lagen würden dichte Eichen-Hainbuchen vorherrschen, mit zunehmender Seehöhe Nadelhölzer zunehmen und sich die Wälder lichten. Im Gebirge gäbe es auch alpine Matten und Grasländer und in den Tälern Feuchtgebiete und Sümpfe. Durch das viele Ackerland, das in eigentlichen Waldgebieten angelegt wurde, und die intensive forstwirtschaftliche Nutzung befände sich Österreich wohl im "gehobenen Mittelfeld", was die globale Biomasse-Umsetzrate betrifft, schätzt Erb.

Service: http://dx.doi.org/10.1038/ngeo2782

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