Sortieren nach
Ihr Suche ergab leider kein Ergebnis! Bitte versuchen Sie es mit einem anderen Begriff.
0
12
150335280004
401503391320

BHP will Teile von US-Energiegeschäft abstoßen

Weiter zum Artikel
Melbourne, 22.08.2017

Der Bergbaukonzern BHP Billiton beugt sich dem Druck wichtiger Aktionäre und stellt einen Teil seines US-Geschäftes zum Verkauf. Der Bereich Schiefergas zähle dort nicht mehr zum Kerngeschäft, erklärte das Unternehmen am Dienstag. Deswegen bemühe man sich um einen Ausstieg.

Hedgefonds wie Elliott Management oder Tribeca fordern schon länger, die schwächelnde Sparte abzustoßen und den Aktionären mehr Geld zukommen zu lassen. Tribeca lobte umgehend die Ankündigung des in Melbourne ansässigen Konzerns.

BHP-Verwaltungsratschef Jac Nasser hatte kürzlich eingeräumt, dass die Investitionen von 20 Milliarden Dollar in das Schiefergasgeschäft vor sechs Jahren im Nachhinein ein Fehler gewesen seien. Analysten zufolge könnte der Konzern heute bei einem Verkauf wohl nur die Hälfte dieser Summe erzielen.

BHP legte am Dienstag auch die Bilanz vor: Das Unternehmen konnte den bereinigten Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 6,7 Milliarden Dollar mehr als verfünffachen. Allerdings hatten von Reuters befragte Analysten mit mehr gerechnet. Die Dividende verdreifachte sich auf 43 Cent je Aktie. Zugleich wurden die Schulden um fast zehn Milliarden Dollar gesenkt.

APA/ag
1
18
150335280004
401503391500

Kohleabbau: Trump stoppt Untersuchung zu Gesundheitsgefahren

Weiter zum Artikel
Washington, 22.08.2017

Das Weiße Haus hat eine Untersuchung über Gesundheitsgefährdungen beim Kohleabbau über Tage gestoppt. Das bestätigte eine Sprecherin des US-Innenministeriums am Montag in Washington. Die Untersuchung, in Auftrag gegeben noch unter Präsident Barack Obama, sollte dem Verdacht nachgehen, dass Anrainer in der Nähe von Kohleabbau-Gebieten bestimmten Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind.

Die Forschungsarbeiten sollen unverzüglich eingestellt werden. Es gehe darum, keine Steuergelder zu verschwenden, so die Sprecherin.

Die Trump-Regierung hatte zuletzt bereits mit mehreren Behördenanweisungen Regulierungen beim Kohlebergbau zurückgenommen. Trump hatte im Wahlkampf versprochen, dass er Tausende arbeitslos gewordene Kohlebergleute wieder in Lohn und Brot bringen will. Der Kohlebergbau ist jedoch vor allem durch einen Verfall von Nachfrage und Preisen auf den Weltmärkten unter Druck geraten, weniger durch politische Eingriffe.

APA/dpa
2
8
150335280004
401503391560

Petro Welt Technologies steigerte Umsatz und Nettogewinn

Weiter zum Artikel
Wien, 22.08.2017

Die Petro Welt Technologies AG, die frühere C.A.T. oil AG, hat im ersten Halbjahr 2017 deutlich mehr Umsatz und Nettogewinn gemacht. Die Umsatzerlöse stiegen um ein Viertel (24,8 Prozent) auf 175,7 Mio. Euro. Der Nettogewinn erhöhte sich um 12 Prozent auf 16,7 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) ging allerdings um fast 11 Prozent auf 16,7 Mio. Euro zurück.

Das starke Finanzergebnis im ersten Halbjahr 2017 in Höhe von 2,5 Mio. Euro habe sich stabilisierend auf das Konzernergebnis ausgewirkt, gab das Unternehmen Montagnachmittag bekannt. Die EBIT-Rendite betrug in den ersten sechs Monaten 9,5 Prozent, nach 13,2 Prozent davor. Die Eigenkapitalquote lag stabil bei 55,4 Prozent (55,5 Prozent).

Das Management erwartet für 2017 Umsätze in Höhe von rund 336 bis 341 Mio. Euro und sei bestrebt, die Nettogewinnmarge nahe dem Niveau des Vorjahres zu halten, heißt es im Halbjahresbericht. Der Nettogewinn für das gesamte Jahr wird in einer Bandbreite von 23 bis 27 Mio. Euro erwartet. "Diese Prognose berücksichtigt keine potenziellen externen wirtschaftlichen oder sonstigen unvorhersehbaren Schocks", so die Firma.

Im ersten Halbjahr beschäftigte Petro Welt Technologies im Schnitt 3.392 Mitarbeiter, nach 3.303 davor.

APA
3
7
150335280004
401503406020

Litauen bezieht erstmals Flüssiggas aus den USA

Weiter zum Artikel
Vilnius, 22.08.2017

Litauen hat erstmals eine Lieferung Flüssiggas aus den USA bezogen. Damit will das baltische Land unabhängiger vom russischen Erdgas werden. Die Lieferung aus den USA traf einem Bericht der Wirtschaftszeitung "Verslo zinios" (Dienstag) zufolge zu Wochenbeginn per Schiff im Ostsee-Hafen von Klaipeda ein.

"Äußerst wichtig für die ganze Region", kommentierte Außenminister Linas Linkevicius auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Dies stärke die "strategische Partnerschaft" zwischen Litauen und den USA. 

Litauen bezog bis zur Eröffnung des Flüssiggas-Terminals in Klaipeda Anfang 2015 sein Gas vollständig aus Russland. Die schwimmende Anlage wird vorwiegend vom norwegischen Energiekonzern Statoil beliefert.

Im Juni einigte sich der staatliche Gashändler Lietuvos Duju Tiekimas mit einer Tochterfirma des US-Energiekonzerns Cheniere Energy über die Lieferung von Flüssiggas aus den USA. Die vereinbarte Liefermenge soll Medienberichten zufolge 140 000 Kubikmeter Gas betragen.

APA/dpa
4
38
150326640007
701503266400

Österreicher verbrennen mehr Gas

Weiter zum Artikel
Wien, 21.08.2017

E-Control-Chef Urbantschitsch bricht eine Lanze für fossile Brennstoffe. Die Österreicher sind ihm weit voraus: Sie haben im ersten Halbjahr um 15,5 Prozent mehr Erdgas verbraucht.

Während die Bundesregierung offiziell schon seit Jahren nach einem Weg sucht, sich komplett von fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas und Kohle zu verabschieden, stimmt die Bevölkerung mit den Füßen ab: Im ersten Halbjahr 2017 stieg der Erdgasverbrauch im Land um 15,5 Prozent auf 52.000 Gigawattstunden (GWh), so vorläufige Zahlen des Energieregulators E-Control, in die "Die Presse" Einblick bekommen hat. Die wichtigsten Gründe für die neu entdeckte Liebe der Österreicher zum fossilen Brennstoff lauten kalter Winter, Wirtschaftswachstum - und paradoxerweise auch die Energiewende in Europa.

So lieferten Flusskraftwerke und Windräder in den ersten Monaten des Jahres deutlich weniger Strom als erwartet. Da zudem auch noch Frankreichs Atomkraftwerke mehrere Wochen ausfielen, mussten in ganz Europa Gaskraftwerke einspringen, um die Stromversorgung zu gewährleisten und die Stromnetze zu stabilisieren. Österreich ist keine Ausnahme.

Selbst das zwischenzeitlich stillgelegte Verbund-Kraftwerk im steirischen Mellach kam unter diesen Bedingungen wieder regelmäßig zum Einsatz. In den ersten sechs Monaten wurde um 28 Prozent mehr Gas zur Stromerzeugung verbrannt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Keine andere Energiequelle hat heuer einen ähnlich starken Anstieg hingelegt.

Gasautos besser als E-Autos?

"Das wird auch eine Weile so bleiben", sagt E-Control-Chef Wolfgang Urbantschitsch zur "Presse" und warnt das Land vor einem allzu schnellen Umstieg auf erneuerbare Energieträger. "Hundert Prozent Ökostrom führen nicht zum Ziel", sagt er. "Der Mitteleinsatz und das Risiko sind einfach zu groß." Technisch wäre eine Komplettversorgung durch Sonne, Wind und Wasser in Österreich zwar schon machbar, allerdings zu "massiv höheren Kosten". Die Fördergelder für Ökostrom müssten um ein Vielfaches angehoben und die Netze unrealistisch rasch aufgerüstet werden, um Blackouts zu vermeiden. Ökonomisch sinnvoller sei es in seinen Augen, auf bewährte Technik zu setzen. Und hier am besten auf das vergleichsweise saubere Erdgas.

Im Transportsektor wäre Gas etwa die deutlich bessere Wahl als Benzin oder Diesel. Mehr noch: "Gasautos sind auch ausgereifter als E-Autos", sagt Urbantschitsch. Die Gasautos seien sauber, günstig, und die Infrastruktur sei mit 173 Gastankstellen im Land recht gut ausgebaut. Das größte Manko aus seiner Sicht: "Gasautos waren nie so hip wie Elektromobile."

In der Strombranche haben die niedrigen Strom- und Gaspreise der vergangenen Jahre viele Gaskraftwerke an den Rand des Ruins gebracht. Der kurzfristige Einsatz zur Rettung der Netze in den Wintermonaten reicht oftmals nicht aus, um die Anlage profitabel zu betreiben. Viele Energiekonzerne fordern daher seit Langem eine Förderung für das Bereithalten von Gaskraftwerken als Reservekapazität für das Stromnetz. Davon hält der E-Control-Chef denkbar wenig: "Wir müssen aufpassen, dass wir uns bei den Förderungen nicht selbst hochlizitieren", warnt Urbantschitsch. Neue Gaskraftwerke brauche Österreich auf absehbare Zeit nicht. Wichtiger sei ein klares Signal an die Betreiber, dass ihre Kraftwerke auch künftig gebraucht würden. Erste Schritte in die Richtung gibt es bereits: So dürfen heimische Netzbetreiber Gaskraftwerke seit Kurzem mit Mehrjahresverträgen versorgen.

Gasrechnung sollte sinken

Die höhere Gasnachfrage macht sich auch bei den Preisen bemerkbar. Die OMV verkauft eine Megawattstunde Gas derzeit etwa um 16 Euro. Derartige Preise habe man im Sommer lang nicht mehr gesehen, jubelte das Unternehmen jüngst. Die E-Control relativiert: Der Gaspreis sei zwar höher als im Sommer 2016 aber weit weg von den 27 Euro, die vor wenigen Jahren üblich waren. Für die Endkunden sollte der Gaspreis daher nicht steigen, erwartet Wolfgang Urbantschitsch. Im Gegenteil: Da die Netzgebühren sinken, sollte auch die Gasrechnung für die meisten Haushalte niedriger ausfallen.

Von Matthias Auer

"Die Presse" vom 18.08.2017
5
27
150326640007
701503266400

Gazprom strebt neuen Exportrekord an

Weiter zum Artikel
Moskau, 21.08.2017

Russischer Gaskonzern erhöht ungeachtet des Sanktionsdrucks seine Marktanteile in Europa

Kalter Winter, heißer Sommer: Gazprom profitiert heuer von dem eher kontinentalen Klima in Europa. In den ersten acht Monaten hat der Konzern auf dem europäischen Markt ein Absatzplus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt.

Bis Jahresende rechnet Gazprom mit dem Verkauf von 185 Milliarden Kubikmeter Gas ins sogenannte „ferne Ausland“ – darunter versteht der kremlnahe Konzern Europa ohne das Baltikum, aber stattdessen mit der Türkei. Das wäre ein absoluter Rekord. Schon 2016 hatte der russische Exportmonopolist mit 179,3 Milliarden Kubikmeter ein neues Allzeithoch erreicht.

„Am 9. August betrug die Tagesauslastung unserer Exportpipelines ins ferne Ausland 562 Millionen Kubikmeter. Das übersteigt die maximale Auslastung während des Winters 2015/2016“, verkündete Gazprom-Chef Alexej Miller in der vergangenen Woche stolz.

Ein Teil der Exportsteigerungen ist auf den wachsenden Energiebedarf der Europäer zurückzuführen: Sowohl Wärmegewinnung als auch Stromproduktion aus Erdgas haben zugenommen. Neben dem Faktor Wetter spielte hier auch das Wirtschaftswachstum in Europa eine Rolle. Auch die größten Konkurrenten Gazproms auf dem europäischen Markt, Norwegen, Algerien und die Vertreiber von Flüssiggas (LNG), konnten Zuwächse verzeichnen.

Gazprom im Preiskampf

Trotzdem ist Gazprom der unbestrittene Hauptgewinner der guten Konjunktur in Europa. Denn die Russen haben gegenüber ihren Konkurrenten Marktanteile gewonnen. Derzeit gehen 30,7 Prozent der EU-Gasimporte auf das Konto von Gazprom, ein Plus von 1,9 Prozent. Der russische Energieexperte Wladimir Milow nennt als Grund „Preisdumping“ vonseiten Gazproms. „Mit so billigem Gas kann LNG nur schwer konkurrieren“, schrieb der Ex-Vizeenergieminister.

Die Konkurrenz für Gazprom wird aber härter. Die jüngst von den USA erlassenen Sanktionen haben zwar keine Auswirkungen auf bestehende Lieferungen, verteuern aber künftige Pipelinebauten wie Nord Stream 2, an der sich eigentlich auch die OMV beteiligen wollte. Potenzielle Partner Gazproms werden ihr finanzielles Engagement an solchen Projekten überdenken, wenn sie mit Strafen rechnen müssen.

Zudem gibt es in den USA nicht nur den politischen Willen, russisches Erdgas durch eigene LNG-Lieferungen zu ersetzen, sondern auch wirtschaftliche Gründe, dieses Gas Richtung Europa umzuleiten: Die lange im asiatischen Markt geltende Prämie für Energielieferungen ist nämlich drastisch gesunken. Somit werden viele LNG-Produzenten sich nach anderen Märkten umsehen.

Schon Anfang 2018 könnte der Kampf um Marktanteile in Europa in die nächste Runde gehen. Für Gazprom bedeutet das weiter niedrige Preise und kaum Gewinn. Die nun veröffentlichten Zahlen demonstrieren dies. Im ersten Halbjahr erlitt das Unternehmen einen deutlichen Gewinneinbruch.

Von André Ballin

"Der Standard" vom 18.08.2017
6
50
150326640007
701503266400

Ausgestunken

Weiter zum Artikel
21.08.2017

Spätestens von 2030 an sollen in der EU nur noch emissionsfreie Pkw zugelassen werden - das fordert die Mehrheit der deutschen Länder. Doch wie realistisch ist dieses Ziel? Und wie sehr hilft das dem Klima und der Luft in den Großstädten?

Jetzt also auch die Bundeskanzlerin. Sie halte den Ausstieg aus Benzin und Diesel für richtig, sagte Angela Merkel dieser Tage in einem Interview mit der Super Illu: "Ich kann jetzt noch keine präzise Jahreszahl nennen, aber der Ansatz ist richtig." Die Bundesländer haben sich übrigens schon festgelegt, wenn auch nicht einstimmig. Im vergangenen Jahr forderte die Mehrheit per Ratsbeschluss, in der EU sollten Anreizsysteme geschaffen werden, damit "spätestens ab dem Jahr 2030 unionsweit nur noch emissionsfreie Pkw zugelassen werden". Das baldige Ende von Benzin-und Diesel-Autos, das oft nur als lautstarke Forderung der Grünen wahrgenommen wird, könnte näher sein, als viele annehmen. Doch wie wäre das eigentlich, wenn tatsächlich bereits in zwölf Jahren keine Fahrzeuge mehr verkauft werden dürften wie wir sie kennen, sondern vor allem E-Autos? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Reicht der Strom überhaupt?

3,4 Millionen Autos werden in Deutschland jährlich neu zugelassen. Derzeit sind 46 Millionen Pkw unterwegs, davon nur 34000 Elektroautos und 165000 Hybrid-Fahrzeuge. Sollten von 2030 an nur noch Wagen mit emissionsfreien Antrieben verkauft werden, dürfte ihr Anteil schon vorher schnell steigen. Unklar ist, wie schnell. Das Beratungsunternehmen Accenture rechnet wie auch die Gewerkschaft IG Metall damit, dass 2030 bereits ein Drittel aller Autos in Deutschland vollelektrisch fahren. Die Bundesnetzagentur ist in ihrem Szenario für eine schnelle Energie- und Verkehrswende konservativer, sie erwartet, dass im Jahr 2030 rund sieben Millionen Elektrofahrzeuge unterwegs sind. Diese Flotte würde dann gut vier Prozent des heutigen Stromverbrauchs benötigen. Der Gesamtverbrauch könnte trotzdem in etwa konstant bleiben, sofern eintritt, was die Netzagentur annimmt: Viele Geräte werden effizienter und könnten den E-Auto-Verbrauch ausgleichen. Dazu kommt, dass das Stromnetz künftig intelligent gesteuert werden soll: Dass also beispielsweise nicht alle Autos, die an der Steckdose hängen, gleichzeitig laden.

Und wie kommt Strom zu den Autos?

Wenn künftig Millionen Deutsche ihre Elektroautos parallel aufladen wollen, würde das nicht nur die Stromerzeugung strapazieren, sondern auch die heutigen Netze überfordern, heißt es von den Stromversorgern. Das gilt besonders dann, wenn sich Schnellladestationen mit bis zu 350 Kilowatt Ladeleistung verbreiten, wie sie die Autokonzerne an Schnellstraßen errichten wollen. Dafür müssten vielerorts die Verteilnetze auf Mittelspannung verstärkt werden, die Kabel mit 300 Quadratmillimetern Querschnitt erfordern, doppelt so viel wie bei Niederspannung - man kommt kaum umhin, die Straße dafür aufzureißen. Noch unklar ist, wer die Kosten trägt, ob nur die Autofahrer oder die Stromkunden generell. Auch anderswo muss viel gebaut werden: Der Energieversorger EnBW verdoppelt in Neubaugebieten jetzt schon die Anzahl der Trafostationen.

Reichen die Rohstoffe für Batterien?

Lithium gilt derzeit als wichtigster Rohstoff für Autobatterien, aber in den Energiespeichern stecken außerdem Kobalt, Kupfer, Nickel, Mangan, Aluminium und andere Metalle, die zum Teil mit großem Energieaufwand gefördert und verarbeitet werden müssen. Obwohl es reichlich Lithium auf der Erde gibt, hat sich der Preis seit 2014 mehr als verdoppelt. Die Frage, ob es zur Mangelware werden könnte, lässt sich jedoch nicht beantworten: Das hängt davon ab, welche Technologie sich durchsetzt. Derzeit konkurrieren mehr als vier Batterie-Varianten, die neben Lithium weitere Metalle benötigen. Es werden auch Ersatzstoffe für Lithium erforscht und so könnten auch Batterien ohne Lithium das Rennen machen. Offen ist zudem, wie sich E-Autos in anderen Ländern durchsetzen oder ob man dort alternativen Antrieben den Vorzug gibt. Schließlich ist auch noch Recycling ein Thema: Es gibt zwar bereits Verfahren, um Lithium und andere Materialien aus Batterien wiederzuverwerten, derzeit sind sie allerdings noch zu teuer.

Ist Strom die einzige Alternative?

Neben dem Elektromotor gibt es weitere Antriebskonzepte, die zumindest rechnerisch emissionsfrei sein können. Synthetische Treibstoffe, die aus nachwachsender Biomasse gewonnen und in darauf optimierten Motoren verbrannt werden, stoßen zwar Kohlendioxid aus, doch nur so viel, wie die Pflanzen zuvor aus der Luft gebunden haben. Bei einem Antrieb per Brennstoffzelle, die Wasserstoff, Methan oder Methanol in elektrischen Strom verwandelt, entsteht nur Wasser. Allerdings müssen diese chemischen Energieträger zuvor gewonnen werden. Am umweltfreundlichsten gelingt das derzeit mit überschüssigem Strom aus Windkraft- oder Solaranlagen. Der Wirkungsgrad ist jedoch nicht sehr hoch und der Wasserstoff lässt sich nicht gut speichern und transportieren. Einfacher geht das mit flüssigem Methanol oder mit Methangas. Reagiert Wasserstoff unter kontrollierten Bedingungen mit dem Treibhausgas Kohlendioxid, entsteht dabei Methan, das sich einfach im bestehenden Erdgasnetz speichern und in angepassten Benzinmotoren verbrennen lässt. Solche künstlich hergestellten Treibstoffe haben gegenüber Batterien große Vorteile: Sie brauchen nur kleine Veränderungen der bestehenden Infrastruktur für fossile Energieträger und wegen ihrer vergleichsweise hohen Energiedichte haben die Fahrzeuge größere Reichweiten, als mit heutigen Batterien möglich ist.

Schützen E-Autos das Klima?

Heute ist der Klimaschutz-Effekt von Elektroautos überschaubar. Beim aktuellen deutschen Strommix werden pro Kilowattstunde Strom (kWh) etwa 530 Gramm CO frei. Kompaktwagen wie der BMW i3 verbrauchen mit Ladeverlusten im Realbetrieb rund 17 kWh pro hundert Kilometer - macht etwa 90 Gramm CO pro Kilometer. Kompakt-Benziner brauchen mehr als das Doppelte, wenn man die Emissionen hinzuzählt, die durch Gewinnung und Transport des Kraftstoffs entstehen. Bei Elektroautos kommt jedoch der Klimaschaden in der Herstellung hinzu, vor allem der Batterien: Der Bau eines Kompaktwagens mit bescheidenen 24 kWh Batteriekapazität produziert laut einer Berechnung des Heidelberger Ifeu-Instituts etwa drei Tonnen CO mehr als der Bau eines vergleichbaren Benziners. Für den gesamten Lebenszyklus kommt das Ifeu-Institut zum Ergebnis, dass die Stromer aus Klimasicht vergleichbar mit Dieseln sind und nur rund 20 Prozent besser als Benziner. Im Jahr 2030 dürften jedoch ganz andere Bedingungen gelten. Bei einem einigermaßen zügigen Ausbau sollte der Anteil erneuerbarer Energien im Strommix bis dahin auf mehr als 50 Prozent steigen; anders sind die deutschen Klimaziele kaum zu erreichen. Auch die Herstellung der Batterien dürfte mit zunehmender Nachfrage effizienter werden. Das Ifeu-Institut schätzt daher, dass Elektroautos 2030 insgesamt im Vergleich zu Benzinern rund 40 Prozent CO einsparen. Um den weitgehend klimaneutralen Verkehr zu erreichen, den Deutschland im Paris-Abkommen für das Jahr 2050 versprochen hat, wird allerdings mehr nötig sein: eine ganz andere Mobilität.

Tatsächlich werden wir uns anders fortbewegen, prophezeit das Beratungsunternehmen Accenture: Wenn Car-Sharing, Elektromobilität und Autonomes Fahren Serienreife erreichen, würden diese Technologien verschmelzen. Viele Autos würden im Jahr 2030 geteilt genutzt, mit Auswirkungen auf das Klima, den Platz auf Straße und den Geldbeutel: Für etwa fünf Cent pro Kilometer könnte man in Roboter-Taxis fahren, so die Schätzung, weit günstiger als im eigenen Auto. Für die Anbieter ist das ein riesiger Markt: 1,2 Billionen Euro könnten weltweit mit solchen Mobilitätsdienstleistungen umgesetzt werden.

Und Lärm und Luft in den Städten?

Auch wenn angesichts des Dieselbetrugs ein anderer Eindruck entstanden sein mag: Die Luft in den Städten ist in den vergangenen Jahrzehnten tendenziell immer sauberer geworden. Gut genug, um sie unbedenklich einzuatmen, ist sie an vielen Stellen trotzdem noch nicht. Elektroautos können die Luft in Städten sicher verbessern; ob die Atmosphäre global betrachtet auch sauberer wird, ist stark davon abhängig, woher der Strom für die Fahrzeuge stammt. Kohle- oder Gaskraftwerke sind dafür weit weniger hilfreich als regenerative Quellen wie Wasserkraft oder Sonnenenergie. Ob mit den Elektroautos auch Ruhe in die Städte einkehren würde, hängt nicht nur von der Antriebsart ab, sondern auch von der Stadtplanung und dem Autodesign. E-Autos in Schleichfahrt sind zwar kaum zu hören, aber außerhalb von Tempo-30-Zonen sind Abrollgeräusche und Fahrtwind sogar lauter als die Geräusche von Verbrennungsmotoren. Das wird mit E-Antrieben nicht zwangsläufig besser. Immerhin gibt es beim Elektromotor keine Abgasanlage mehr, die man auf Lärm hin frisieren könnte. Wer es dann noch laut haben will, müsste schon die Stereoanlage aufdrehen.

Was bedeutet das für die Jobs?

Elektroautos sind weit weniger komplex als heutige Wagen mit Verbrennungsmotoren: für Motor und Getriebe sind nur noch 200 Einzelteile nötig statt 1400. Daraus ergibt sich zweierlei: Die Hersteller könnten diesen Umstieg schaffen, zumal sie bereits jetzt immer mehr E-Autos auf den Markt bringen. Doch am Ende werden weniger Menschen in den Fabriken benötigt; einige Zehntausend arbeiten derzeit etwa direkt an der Dieseltechnik. Ihre Jobs bei Herstellern und Zulieferern fallen weg. Insofern wäre ein langsamer Wechsel der Antriebstechnik von Vorteil, heißt es etwa vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: "Das gibt die Zeit, um den Wandel bei den Jobs möglichst ohne Entlassungen zu organisieren, sondern über natürliche Verrentung und Jobwechsel."

Die Autoindustrie rechnet bis Anfang 2019 mit einem spürbaren Rückgang der Stickoxid-Emissionen im Straßenverkehr - besonders, aber nicht nur durch die Ergebnisse des Diesel-Gipfels. Verglichen mit Jahresbeginn 2017 könnten die Emissionen der gesundheitsschädlichen Gase um 12 bis 14 Prozent sinken, erklärte der Automobilverband VDA. Kenner der Materie zweifeln die Prognose indes an. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die vor verschiedenen Gerichten für bessere Luft und damit gegen Diesel-Autos klagt, sieht kaum Verbesserungen: Höchstens fünf Prozent weniger Stickoxide und das auch nur an warmen Tagen - mehr brächten die Maßnahmen des Diesel-Gipfels nicht, zu dem sich Industrie und Politik vor zwei Wochen getroffen hatten. Autoexperte Stefan Bratzel nannte die VDA-Annahmen "optimistisch und ambitioniert". Er rechnet wie die DUH mit weniger positiven Effekten.

Der VDA-Prognose liegen drei wesentliche Punkte zugrunde: die beim Gipfel vereinbarten Software-Updates für Millionen Diesel-Fahrzeuge, die das Stickoxid um 28Prozent verringern sollen. Die im Anschluss ausgelobten Umstiegsprämien der Hersteller sowie die "natürliche Bestandserneuerung", also den ohnehin zu erwartenden Umstieg vieler Halter von alten auf neue Fahrzeuge. VDA-Präsident Matthias Wissmann sprach von einem "sehr großen Schritt zur Verbesserung der Luftqualität in Deutschland". - "Und vor allem tritt die Wirkung schon nach relativ kurzer Zeit ein", betonte er. Allerdings geht der VDA offensichtlich davon aus, dass viele das Software-Update durchführen - obwohl es freiwillig ist.

Von HANNO CHARISIUS, MAX HÄGLER UND MARLENE WEISS

"Süddeutsche Zeitung" vom 19.08.2017
7
40
150326640007
701503266400

Windpark-Auktion hart umkämpft

Weiter zum Artikel
Düsseldorf , 21.08.2017

Windstrom wird durch Auktionen immer günstiger. Laut Bundesnetzagentur ist die Vergütung in der zweiten Runde um rund 20 % gesunken. Doch missbrauchen vermeintliche "Bürgerenergiegesellschaften", hinter denen Unternehmen stecken, die ihnen gewährten Privilegien.

Vermeintliche " Bürgerenergiegesellschaften", hinter denen oft Unternehmen stecken, räumen im Milliardengeschäft mit staatlich vergüteten Windparks ab. Sie haben auch bei der zweiten Versteigerung von Windparkprojekten an Land durch die Bundesnetzagentur die meisten Zuschläge erhalten. Mit 60 von 67 Geboten, die zum Zuge gekommen sind, entfallen 95 % des gesamten Zuschlagsvolumens von gut 1 000 Megawatt auf Bürgerenergiegesellschaften, wie die Bonner Behörde am Dienstag mitteilte.

Schon im Mai hatte die Bundesnetzagentur die erstaunlichen Ergebnisse der ersten Ausschreibung bekannt gegeben. Von den bundesweit 70 geplanten Windparks an Land, die damals einen Zuschlag erhielten, gehören angeblich 65 mehrheitlich Bürgern - etwa 96 % des Volumens.

Diese Verteilung zulasten größerer Windparkbetreiber wie Eon oder Innogy widerspricht den bisherigen Verhältnissen. Es geht um viel Geld: Allein die in den ersten beiden Runden vergebenen Projekte umfassen ein Investitionsvolumen von rund 1,3 Mrd. Euro. Um den lukrativen Zuschlag, der mit verlässlich fließenden Subventionen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verbunden ist, wird hart gekämpft.

Bei der Runde im Mai gingen 13 Zuschläge für vermeintliche "Bürgerwindparks", die fest in der Hand von leitenden Angestellten des professionellen Entwicklers Enertrag aus der Uckermark sind, nach Brandenburg. Sich als Bürgerenergiegesellschaft zu tarnen, hat erhebliche Vorteile: Bürger dürfen ohne Baugenehmigung an den Auktionen teilnehmen und müssen eine deutlich kleinere finanzielle Sicherheit hinterlegen. Bei Zuschlag erhalten sie mehr Geld und mehr Zeit für die Umsetzung der Windparks als die Profi-Konkurrenz. Sie können so stärker vom technischen Fortschritt profitieren. Der Nachteil: Der Bau der Windparks wird viel mehr Zeit in Anspruch nehmen und den politisch erwünschten Ausbau der Windkraft bremsen.

"Kein Gesetzesverstoß"

Die Bundesnetzagentur kennt das Problem, stellte aber keinen Gesetzesverstoß fest: Der überwiegende Teil der Bürgerenergiezuschläge sei an Gesellschaften gegangen, aus deren Geboten ersichtlich werde, dass sie " zumindest organisatorisch einem einzelnen Projektierer zuzuordnen" sind. Auf diese Gruppe von Bietern entfallen 37 Zuschläge mit einem Zuschlagsvolumen von 660 Megawatt - rund zwei Drittel der gesamten versteigerten Kapazität.

Trotz des Missbrauchs der Vorteile für Schein-Bürgerwindparks entfaltet die 2017 gestartete erstmalige Vergabe der Windparkprojekte in Form von Auktionen weiter die erhoffte positive Wirkung für den Steuerzahler: Die staatlich finanzierten Einspeisevergütungen für den Windstrom sinken. " Der durchschnittliche Zuschlagswert ist im Vergleich zur ersten Runde um über 1 Cent pro Kilowattstunde gesunken", sagt Netzagentur-Präsident Jochen Homann. Das Ergebnis bestätige die positiven Erfahrungen aus den vorangegangenen wettbewerblichen Ausschreibungen im Offshore-und im Fotovoltaikbereich. In der Versteigerung von Meereswindparks hatte im April der Energiekonzern EnBW den Zuschlag für einen großen Meereswindpark erhalten, weil er gänzlich ohne Einspeisevergütung auskommt.

Auch laut Stefan Kapferer, Chef des Energiebranchenverbands BDEW, zeigen die Ergebnisse der zweiten Onshore-Auktion, "dass die Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energien weiter steigt". Laut Maschinenbauverband VDMA führt jedoch die große Zahl der Zuschläge für nicht genehmigte Projekte zu einem verschärften Risiko, dass die Projekte platzen. Die aktuelle Ausschreibung der Bundesnetzagentur war fast dreifach überzeichnet. Es gab 281 Gebote mit einem Volumen von 2 927 Megawatt. Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 4,28 Cent je Kilowattstunde (kWh).

Nur 4,3 Cent Vergütung

Das höchste Gebot, das noch einen Zuschlag erhielt, beträgt 4,29 Cent je kWh. Zum Vergleich: Bei der ersten "Onshore"-Auktion wurde der Windstrom im Schnitt noch mit 5,71 Cent aus dem EEG gefördert - womit "Onshore"-Wind jedoch deutlich teurer ist als der Strom aus künftigen Meereswindparks. Mitte April war die erste Ausschreibung für Windanlagen vor der deutschen Küste zu Ende gegangen. Den Zuschlag erhielten Parks mit einer Förderung von 0,44 Cent.

Ein hoher Anteil der Zuschläge konzentriert sich in dieser Gebotsrunde auf den Osten Deutschlands. Wie bereits bei den Ausschreibungen für Solaranlagen zeigt dies, dass neben dem Angebot Aspekte wie Flächenverfügbarkeit bei der Projektentwicklung eine Rolle spielen.

cru

"Börsen Zeitung" vom 16.08.2017
8
24
150326640004
401503301620

Siemens verlor Streit um Turbinen vor Moskauer Gericht

Weiter zum Artikel
München/Moskau, 21.08.2017

Siemens hat im Streit um sanktionswidrig auf die Halbinsel Krim gebrachte Gasturbinen eine Niederlage erlitten. Das Moskauer Schiedsgericht lehnte es in einer Eilentscheidung ab, die vier Turbinen zu beschlagnahmen, wie russische Medien am Sonntag berichteten. Die Klage sei nicht begründet.

Der Konzern hatte die russische Firma Technopromexport verklagt, weil die Gasturbinen entgegen der Lieferverträge und trotz der EU-Sanktionen auf die 2014 von Russland annektierte ukrainische Halbinsel gebracht worden waren. Siemens verlangt den Rücktransport der Turbinen oder die Rückabwickelung des gesamten Geschäfts. In der Hauptsache soll vom 18. September an verhandelt werden, hieß es.

Die Münchner waren nach eigenen Angaben bei Vertragsabschluss 2015 davon ausgegangen, dass die Ausrüstung an ein Kraftwerk auf der südrussischen Halbinsel Taman geliefert werden sollte. Schon damals berichteten russische Medien jedoch, dass die Turbinen auf die Krim gelangen könnten.

Gebaut wurden die Turbinen von der Siemens-Tochter SGTT in St. Petersburg. Moskau beharrt darauf, die Anlagen auf der Krim seien russische Fabrikate. Nach Aufflammen des Streits im Juli hatte Siemens Konsequenzen für sein Russland-Geschäft angekündigt.

APA/dpa
9
8
150326640004
401503314460

Total übernimmt Öl- und Gassparte an Total von Maersk

Weiter zum Artikel
Paris/Kopenhagen, 21.08.2017

Der französische Energieriese Total baut sein Geschäft mit einer milliardenschweren Übernahme aus. Der Konzern erwirbt die Öl- und Gassparte der dänischen Reederei A.P. Moeller-Maersk, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Der Wert der Transaktion liege bei 7,45 Mrd. Dollar (6,35 Mrd. Euro).

Maersk will sich künftig auf sein Kerngeschäft konzentrieren - der Weltmarktführer hatte im Frühjahr angekündigt, für knapp 4 Mrd. Euro vom Oetker-Konzern die Reederei Hamburg Süd zu übernehmen.

Total kauft von Maersk unter anderem Felder in der britischen und norwegischen Nordsee und setzt auf Synergieeffekte von mehr als 400 Mio. Dollar pro Jahr. Der Erwerb der Geschäfte zahle sich umgehend aus und biete in den kommenden Jahren weitere Wachstumschancen, sagte Konzernchef Patrick Pouyanne. Es sei Zeit gewesen, etwas zu unternehmen, da die Preise und Kosten gesunken seien. Für Total ist es der größte Öl-Deal seit der Übernahme von Elf im Jahr 2000.

Auch Konkurrenten wie BP, Statoil und ExxonMobil waren zuletzt in Kauflaune. Total-Aktien notierten am Montag zeitweise fast ein Prozent im Minus, während die Papiere von Maersk fast vier Prozent zulegten.

Maersk erhält der Vereinbarung zufolge Total-Aktien im Wert von 4,95 Mrd. Dollar. Zudem übernehmen die Franzosen Schulden von 2,5 Mrd. Dollar. Das Aktienpaket entspricht einer Beteiligung in Höhe von 3,75 Prozent. Maersk kündigte an, die eigenen Aktionäre sollten von dem Deal profitieren. Dies könne etwa in Form einer Sonderdividende oder eines Aktienrückkaufs geschehen.

APA/ag
10
6
150326640004
401503306240

Rosneft und Partner kaufen indische Ölfirma Essar lar

Weiter zum Artikel
Mumbai (Bombay)/Moskau, 21.08.2017

Der russische Ölkonzern Rosneft hat gemeinsam mit Partnern die milliardenschwere Übernahme der zweitgrößten indischen Ölfirma Essar Oil abgeschlossen. Mit einem Kaufpreis von 12,9 Mrd. US-Dollar (10,99 Mrd. Euro) sei es die größte ausländische Direktinvestition in Indien, teilte die Mutterfirma Essar Energy am Montag in Mumbai mit. Rosneft trage davon die Hälfte.

Essar Oil fördert Öl und Gas und betreibt in Vadinar im indischen Bundesstaat Gujarat eine der größten Raffinerien des Landes. Dazu kommt nach Firmenangaben ein Netz von 3.500 Tankstellen. Rosneft übernahm nach eigener Mitteilung einen Anteil von 49,13 Prozent an Essar Oil. Einen gleich hohen Anteil erwarben der Rohstoffhändler Trafigura und der Moskauer Investitionsfonds United Capital Partners (UCP).

Die Übernahme war im Oktober 2016 im Beisein des indischen Regierungschefs Narendra Modi und des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Goa angekündigt worden. Rosneft gehört mehrheitlich dem russischen Staat. Nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim ist der Konzern mit EU-Sanktionen belegt. Zuletzt sorgte die Nachricht für Diskussionen, dass der deutsche Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) für einen Aufsichtsratsposten bei Rosneft im Gespräch ist.

APA/dpa
11
14
150326640004
401503307800

Merkel kritisiert Schröders Rosneft-Pläne

Weiter zum Artikel
Berlin/Moskau, 21.08.2017

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihren Vorgänger Gerhard Schröder (SPD) wegen dessen geplanter Vorstandstätigkeit für den russischen Energiekonzern Rosneft kritisiert. "Ich finde das, was Herr Schröder macht, nicht in Ordnung", sagte sie am Montag der "Bild"-Zeitung.

Die Kanzlerin hob zur Begründung ihrer Kritik hervor, dass Rosneft ein "gelistetes Unternehmen" sei: Gegen den Konzern gelten in Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt Sanktionen der Europäischen Union.

Merkel selbst strebt nach ihrer Regierungszeit keinen Wechsel in die Wirtschaft an. "Ich beabsichtige keine Posten in der Wirtschaft, wenn ich nicht mehr Bundeskanzlerin bin", sagte sie. Die Kanzlerin und CDU-Spitzenkandidatin fügte sogleich aber hinzu, dass sie sich jetzt erst einmal voll auf den Wahlkampf konzentriere und "auf die Tatsache, dass ich gerne wieder Bundeskanzlerin sein möchte".

Für Schröder ist eine Leitungsposition bei dem halbstaatlichen Rosneft-Konzern vorgesehen. Der Konzernleitung wird ein besonders enges Verhältnis zum russischen Staatschef Wladimir Putin nachgesagt. Wegen der umstrittenen Angelegenheit ging zuletzt der SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz ebenfalls auf Distanz zu Schröder. Andere SPD-Politiker verteidigten dagegen das Verhalten des Altkanzlers.

APA/ag
12
42
150300720008
801503053220

Deutsche Gaspreise auf tiefstem Stand seit zwölf Jahren

Weiter zum Artikel
Hamburg, 18.08.2017

Die Preise für Erdgas sind in Deutschland auf den Stand vom Herbst 2005 gefallen. Das hat das Internetportal Verivox ermittelt. Auch mittelfristig können sich die Mieter und Eigentümer, deren Häuser und Wohnungen mit Gas beheizt werden, auf weiter sinkende Preise einrichten.

"Das internationale Gasangebot ist groß und neue Akteure wie zum Beispiel die USA drängen auf den Markt", sagte Mathias Köster-Niechziol, Energieexperte von Verivox. Bei einem Preis von 5,76 Cent je Kilowattstunde beträgt die Jahresrechnung für einen Haushalt mit Gasheizung und einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden nach den Berechnungen von Verivox aktuell rund 1.152 Euro. Das Portal Check24 kommt mit einer etwas anderen Berechnung auf 1.193 Euro für die gleiche Menge. Gas sei damit um mehr als vier Prozent günstiger als vor einem Jahr. Im Zeitraum von vier Jahren sei der Preis sogar um rund 16 Prozent gefallen. Im August 2013 lagen die Jahreskosten noch bei 1368 Euro.

Tatsächlich sind die Gaspreise heute deutlich stärker vom Weltmarkt geprägt als noch vor zwölf Jahren. Die Lieferantenstruktur hat sich zwar noch nicht wesentlich verändert. Rund 40 Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases kommen aus Russland, der Rest überwiegend aus den Niederlanden (29 Prozent) und Norwegen (21 Prozent). Das liegt auch an dem vorhandenen System von Pipelines. Die Abhängigkeit von Erdgas aus Russland könnte sich noch erhöhen, wenn die Kapazität der Ostsee-Gasleitung Nordstream sich verdoppelt.

Andererseits könnte verflüssigtes Erdgas (LNG) bald eine wachsende Rolle spielen. Die Bemühungen um einen LNG-Importterminal in Brunsbüttel in Schleswig-Holstein sind weit gediehen; gegenwärtig entsteht eine Machbarkeitsstudie. LNG facht den Wettbewerb an, weil es ohne Pipelines mit großen Tankschiffen geliefert wird, zum Beispiel aus Katar. Es kann nicht nur in das Gasnetz eingespeist, sondern auch als Treibstoff für Schiffe oder Lkw verwendet werden. Der Gasverbrauch in Deutschland wächst kontinuierlich, im ersten Halbjahr um drei Prozent.

"Im Jahr 2005 waren noch über 70 Prozent der Verträge im Gasgroßhandel in Nordwesteuropa an den Ölpreis gebunden", sagte Köster-Niechziol. "Inzwischen liegt ihr Anteil unter zehn Prozent." Und damit schwanken die Preise mit dem Gas-Weltmarkt, nicht mehr wie früher mit dem Ölpreis. Und da ist noch Luft drin. Im Fünf-Jahres-Vergleich ist der Preis an den Spotmärkten um 36 Prozent gefallen, der Übergangspreis an der deutschen Grenze sogar um 45 Prozent. Beim Verbraucher angekommen ist davon nur ein Drittel.

Für den Verbraucher ist jedoch entscheidend, wie hoch sein Endverbraucherpreis ist. Da raten die Vergleichsportale - wie es ihrem Geschäftszweck entspricht - zum Vergleichen. "Gasversorger haben einen deutlich größeren Spielraum bei der Preisgestaltung als Stromversorger und können die sinkenden Beschaffungskosten an den Verbraucher weitergeben", sagte Oliver Bohr, Geschäftsführer im Bereich Energie bei Check24. "Gaskunden profitieren von einem intensiven Wettbewerb der Anbieter." Seit 2010 habe sich die Preiskluft zwischen den Grundversorgern, die in einer Region Marktführer sind, und den alternativen Anbietern verdoppelt. Zwischen dem billigsten und dem teuersten Anbieter können mehr als 300 Euro Unterschied bestehen.

APA/dpa
13
23
150300720008
801503057840

Kalter Winter trieb Gasverbrauch im Halbjahr nach oben

Weiter zum Artikel
Wien, 18.08.2017

Der kalte Winter hat im ersten Halbjahr den Gasverbrauch um mehr als 15 Prozent nach oben getrieben. "Aufgrund der kälteren Temperaturen im Jänner und Februar wurde mehr Gas zum Heizen von Gebäuden verwendet", so E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch am Freitag. Zudem wurde deutlich mehr Gas für die Stromerzeugung eingesetzt. Der Stromverbrauch stieg um 1,4 Prozent.

Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten 52.100 Gigawattstunden (GWh) Gas verbraucht - um 15,5 Prozent oder 7.000 GWh mehr als im Vorjahreszeitraum, geht aus den heute veröffentlichten vorläufigen Daten der Energieregulierungsbehörde E-Control hervor.

Gaskraftwerke wie beispielsweise das Verbund-Kraftwerk im steirischen Mellach waren in der ersten Jahreshälfte verstärkt zur Stabilisierung des Stromnetzes im Einsatz und haben dadurch den Gasverbrauch in die Höhe getrieben.

Der Stromverbrauch stieg um 1,4 Prozent bzw. 500 GWh auf 35.700 GWh. Ein Grund dafür war ebenfalls, dass die ersten zwei Monate des heurigen Jahres kälter waren als die Vorjahresmonate. "Zudem sorgte das höhere Wirtschaftswachstum für einen höheren Stromverbrauch", so E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer.

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft sank im ersten Halbjahr um fast ein Zehntel (9,7 Prozent) auf 17.300 GWh. Den stärksten Rückgang gab es dabei bei den an Flüssen gelegenen Laufwasserkraftwerken mit minus 11,1 Prozent.

Die Stromproduktion in thermischen Kraftwerken stieg um mehr als ein Viertel (28,7 Prozent) auf rund 10.500 GWh, vor allem wegen der deutlich höheren Stromproduktion von Gaskraftwerken im Jänner, Februar und Juni. Windkraftwerke produzierten um 19,1 Prozent mehr Strom als im Vorjahreshalbjahr.

Sowohl die Stromimporte als auch die Stromexporte sind heuer gestiegen. Die Importe erhöhten sich von 13.851 auf 15.573 Gigawattstunden, die Exporte von 9.555 auf 10.754 Gigawattstunden. Der Importsaldo betrug somit 4.800 GWh, das ist ein Plus 500 Gigawattstunden gegenüber dem Vorjahreshalbjahr.

APA
14
31
150300720004
401503065100

Windradbauer Siemens Gamesa streicht 600 Jobs in Dänemark

Weiter zum Artikel
München, 18.08.2017

Angesichts rückläufiger Geschäfte streicht der Windturbinen-Hersteller Siemens Gamesa 600 Arbeitsplätze in Dänemark. Mit dem Stellenabbau im Werk Aalborg sollten Kosten gesenkt und die Wettbewerbsfähigkeit erhalten werden, sagte ein Firmensprecher am Freitag. Das Unternehmen beschäftigt in Aalborg 2100 und weltweit 27.000 Mitarbeiter.

Die Siemens-Tochter, die vor Kurzem aus der Windkraftsparte des deutschen Konzerns und deren spanischem Konkurrenten Gamesa fusioniert worden war, hatte zuletzt die Bilanz des Münchner Technologieriesen getrübt. Auftragseingang und Gewinn der Tochter brachen im ersten Quartal ein, der Umsatz schrumpfte ebenfalls. Siemens hatte angekündigt, dass die Windkrafttochter die geplanten Einsparungen von 230 Millionen Euro nun in drei statt in vier Jahren verwirklichen soll.

Auch bei den Konkurrenten Nordex und Vestas läuft das Geschäft nicht rund. Bei Nordex droht ebenfalls ein Stellenabbau.

APA/ag.
15
48
150292080008
801502959680

Vestas lieferte weniger Windanlagen aus

Weiter zum Artikel
Aarhus, 17.08.2017

Der dänische Windanlagenbauer Vestas hat im zweiten Quartal weniger Turbinen gebaut und ausgeliefert als im Vorjahr. Die Rückgänge zogen sich durch alle Regionen, betrafen aber hauptsächlich EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) und hier Deutschland, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Umsatz und Ergebnis sanken daher deutlich.

Die Zahl der gelieferten Windräder sank im Quartal von 1226 auf 1192. Die damit ausgelieferte Leistung in Megawatt fiel noch deutlicher. Der Umsatz ging um 14 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro zurück, wie Vestas berichtete. Das operative Ergebnis (Ebit) nahm um fast ein Drittel auf 279 Mio. Euro ab. Hier belasteten zudem Abschreibungen auf Forschungseinrichtungen von 28 Mio. Euro. Nach Steuern verdiente Vestas 186 Mio. Euro, nach 278 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, jedoch fiel dieser deutlich stärker aus, als von den Experten erwartet.

Der Auftragseingang stieg hingegen von 1,6 Mrd. auf 2,2 Mrd. Euro. Damit erhöhte sich der Auftragsbestand zum 30. Juni auf 9,1 Mrd. von 8,2 Mrd. Euro. Vestas bestätigte daher die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen strebt einen Umsatz von 9,25 Mrd. bis 10,25 Mrd. Euro an, nach 10,2 Milliarden im Vorjahr. Die Ebit-Marge soll 12 bis 14 Prozent erreichen.

Der Markt für Windkraft befindet sich derzeit im Wandel. Die Windanlagenbauer wie auch die Energieunternehmen sehen sich zunehmenden Herausforderungen ausgesetzt, etwa durch Änderungen bei den Ausschreibungen. So setzen Länder beim Bau von Windparks vermehrt auf das wettbewerbsintensivere Auktionsmodell, um Kosten zu sparen. Deutschland, einer der größten Märkte, ist eines davon - den Zuschlag erhält dabei, wer mit den geringsten Subventionen auskommt. Das setzt sowohl Energieunternehmen als auch Hersteller preislich unter Druck.

Indien ist ein weiterer Markt, der sein Modell umstellt. So hatte etwa der Konkurrent Siemens Gamesa wegen wegbrechender Geschäfte in Indien zuletzt herbe Gewinnrückgänge verbucht.

APA/dpa
16
53
150292080004
401502960160

Expo-Siegerprojekte zur Energiezukunft aus Österreich

Weiter zum Artikel
Wien/Astana, 17.08.2017

Bei der von 10. Juni bis 10. September laufenden Weltausstellung in der kasachischen Hauptstadt Astana präsentieren sich auch österreichische Energiefirmen. Drei Austro-Projekte zur Zukunft der Energie werden im "Energy Best Practice-Pavillon" ausgestellt. Sie wurden vergangenen Herbst von einer Jury aus 144 Einreichungen ausgewählt; insgesamt konnten 23 reüssieren.

Aus Österreich kamen die Wiener Andritz Hydro mit einer speziellen Turbine sowie die Heliovis AG einem aufblasbaren Solarkonzentrator aus Kunststofffolien zum Zug. Weiters entschied sich die Jury für eine mit Photovoltaik betriebene Rikscha, ein Gemeinschaftsprojekt der größten Wiener HTL TGM (Technologisches Gewerbemuseum) und der Landwirtschaftlichen Fachschule Tulln, wie die Wirtschaftskammer am Donnerstag mitteilte.

APA
17
46
150292080004
401502973540

Mehr als 4.000 ließen sich Kauf von E-Auto vom Staat fördern

Weiter zum Artikel
Wien, 17.08.2017

Private und Betriebe können sich den Kauf eines Elektrofahrzeugs mit bis zu 4.000 Euro fördern lassen, das ist Teil des 72 Mio. Euro schweren E-Mobilitätspakets von Regierung und Autoindustrie. Bisher sind 4.003 Anträge eingegangen, teilten Verkehrs- und Umweltministerium und die Importeure am Donnerstag mit. Letztere sprachen sich im Vorfeld des Dieselgipfels erneut gegen ein Dieselverbot aus.

"Die Politik sollte Rahmenbedingungen schaffen - die technologische Umsetzung muss aber der Industrie überlassen bleiben", so Günther Kerle, Sprecher der Automobilimporteure. Alternative Antriebe kämen weder vom Preis noch von der Reichweite her an Benziner oder Dieselautos heran. Finanzielle Anreize und der Ausbau der Ladeinfrastruktur setzten an den richtigen Hebeln an.

Wer sich privat ein Auto mit Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb anschafft, bekommt eine Kaufprämie von 4.000 Euro. Betriebe, Gebietskörperschaften und Vereine können sich 3.000 Euro holen. Für Hybridfahrzeuge gibt es 1.500 Euro, für strombetriebene Zweiräder 750 Euro. Auch Kleinbusse, Nutzfahrzeuge und Leichtfahrzeuge werden unterstützt. Die Förderung kann für 2017 erworbene Fahrzeuge mit alternativem Antrieb beantragt werden.

Bisher sind etwa 15.000 reine Elektroautos und Plug-in-Hybride auf Österreichs Straßen unterwegs. 1,78 Prozent der neu zugelassenen Pkw sind E-Autos. "Mit unserem Förderpaket ermöglichen wir den Kauf von zusätzlich 16.000 E-Autos", so Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ).

Leichtfried trifft sich am 22. August mit den Automobilimporteuren beim sogenannten Dieselgipfel. Es soll dort um Maßnahmen nach dem Anfang August abgehaltenen deutschen Dieselgipfel gehen, etwa um eine von der Autoindustrie finanzierte Umstiegsprämie von einem älteren auf ein neueres Dieselauto und den Rückruf von Autos in die Werkstatt, um die Software zu aktualisieren. "Das Mindeste ist, dass die Hersteller für Österreich dieselben Zusagen machen wie in Berlin", so Leichtfried vergangene Woche. Niemand, der im guten Glauben einen Diesel gekauft hat, solle einen Schaden davontragen.

Auslöser der Debatte war der VW-Abgasskandal um die illegale Beschönigung von Abgaswerten. Der deutsche Autobauer hatte im September 2015 zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeuge unterschiedlicher Marken eine unzulässige Software eingebaut zu haben.

APA
18
57
150283440004
401502881320

Mehr Wechsel bei Strom- und Gasanbietern als je zuvor

Weiter zum Artikel
Wien, 16.08.2017

Mehr Österreicher als je zuvor haben im ersten Halbjahr den Strom- und Gasanbieter gewechselt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die Zahl der Wechsel um knapp ein Viertel auf 205.000 gestiegen, teilte die Energieregulierungsbehörde E-Control mit.

Die häufigsten Wechsel im Vergleich zur Kundenzahl verzeichneten die Oberösterreicher, Vorarlberger wechselten am seltensten. Ein Anbieterwechsel kann Verbrauchern je nach Bundesland inklusive Neukundenrabatt bei Strom bis zu 330 Euro und bei Gas bis zu 700 Euro sparen.

APA
19
49
150283440004
401502891580

EU und Schweiz verbinden Emissionshandelssysteme

Weiter zum Artikel
Brüssel, 16.08.2017

Die EU und die Schweiz verknüpfen ihre Emissionshandelssysteme. Wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte, hat die EU-Behörde zwei entsprechende Vorschläge für eine Vereinbarung mit der Schweiz finalisiert. Das Abkommen soll noch heuer unterzeichnet werden und könnte 2018 in Kraft treten.

Nach Angaben der EU-Kommission ergeben sich durch die Verknüpfung geringere Kosten und Möglichkeiten zur CO2-Einsparung. Sobald die Systeme untereinander verbunden sind, können Teilnehmer am EU-Emissionshandel auch Schweizer Einheiten verwenden und umgekehrt.

Die Verhandlungen zwischen der EU und der Schweiz zu einem gemeinsamen Emissionshandel laufen bereits seit 2010. Vonseiten der EU sind für die Vereinbarung noch ein Beschluss des EU-Ministerrates und die Zustimmung des Europaparlaments erforderlich.

APA
20
46
150266160007
701502661600

Stromausfälle rückläufig -Kunden 2016 ungeplant 24 Minuten ohne Strom

Weiter zum Artikel
Wien, 14.08.2017

Stromkunden in Österreich waren im Vorjahr wegen ungeplanter Stromausfälle durchschnittlich 24 Minuten ohne Strom, teilte die Regulierungsbehörde E-Control mit. Damit ist die durchschnittliche Ausfallsdauer um drei Minuten gesunken: 2015 waren es noch 27 Minuten. Gründe dafür waren vor allem Unwetter und technische Probleme wie Trafoausfälle oder auch durchtrennte Kabel bei Bauarbeiten.

Die meisten Ausfälle habe es im April, Juni und Juli 2016 gegeben, wegen atmosphärischer Einwirkungen wie Gewitter oder Sturm, so die E-Control in einer Pressemitteilung. Die häufigste Ursache seien natur- und witterungsbedingte Ereignisse gewesen. Am zweithäufigsten seien ungeplante Ausfälle von netzbetreiberinternen Ereignissen wie Trafoausfälle, Alterung oder Überlastung ausgelöst worden. Die wenigsten ungeplanten Ausfälle seien im Oktober verzeichnet worden. Die Zuverlässigkeit des Stromsystems habe sich verbessert, abgesehen von Ereignissen wie den aktuellen Unwettern zeige sich insgesamt ein sehr positives Bild, so E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer zur APA.

Rechnet man die geplanten Unterbrechungen dazu - etwa im Zuge von Bau- oder Wartungsarbeiten -, hatten die Kunden rund 38 Minuten keinen Strom. 2015 waren es etwas mehr als 42 Minuten. Insgesamt meldeten die Stromnetzbetreiber für 2016 rund 16.000 Versorgungsunterbrechungen, das waren um knapp 200 weniger als im Jahr davor.

Verbesserungsmöglichkeiten gebe es unter anderem durch ein Abgehen von der Steuerung vor Ort hin zu ferngesteuerten Systemen und standardisierte Betriebsmittel wie beispielsweise Trafos, die derzeit vielfach noch Spezialanfertigungen seien, so Eigenbauer. Entscheidend sei auch, wie rasch die Serviceteams zur Stelle sein können.

Im europäischen Vergleich liege Österreich bei den Stromausfällen nach wie vor im sehr guten oberen Bereich, erklärte E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch in der Pressemitteilung. Die Niederlande beispielsweise hatten 2014 - neuere Zahlen für alle Länder liegen laut E-Control noch nicht vor - eine Stromausfallsdauer von durchschnittlich 23 Minuten, in Frankreich 50 Minuten, in Italien 94 Minuten und in Tschechien 121 Minuten.

Die Versorgungssicherheit habe einen hohen Stellenwert, betonte Eigenbauer zur APA. Er verweise auf Berechnungen der Linzer Johannes Kepler Universität, wonach bei einem österreichweiten Blackout von 24 Stunden volkswirtschaftliche Kosten von mehr als 800 Mio. Euro entstünden. Schäden fielen bei kürzeren Stromausfällen weniger bei den Haushalten an, sondern eher in der Industrie, in der kurze Unterbrechungen sehr relevant seien. Für Haushalte gebe es bei Unterbrechungen von weniger als einem Tag in der Regel kaum Schäden. Die Stromnetzkosten liegen in Österreich derzeit bei rund 2 Mrd. Euro pro Jahr.

Eine Herausforderung ist für Eigenbauer angesichts der Volatilitäten im Erneuerbaren-Ausbau, dass es immer weniger sichere Kraftwerke gebe. Das werde zunehmend zum Problem, wie sich beispielsweise im heurigen Winter gezeigt habe, als ein massiver Einsatz von Gaskraftwerken und hohe Importe die Versorgung bereitgestellt hätten. Pumpspeicherkraftwerke könnten kurzfristig für einen Ausgleich sorgen. Es gebe keinen Neubau von sicheren Kraftwerken wie beispielsweise Gaskraftwerken.

itz/kan/cs

APA
21
29
150266160004
401502709180

RWE: Zuwächse fördern Optimismus

Weiter zum Artikel
Essen, 14.08.2017

Der von der Energiewende gebeutelte Versorger RWE kommt nach den Milliardenverlusten langsam wieder in die Spur. "Ein erfreulicher Abschluss - das hatten wir schon lange nicht mehr", sagte Vorstandschef Rolf Martin Schmitz am Montag, als er die Zahlen für das erste Halbjahr vorstellte.

RWE habe das operative Ergebnis um sieben Prozent auf 3,2 Milliarden Euro nach oben geschraubt und peile für das Gesamtjahr Werte am oberen Rand der bisherigen Prognose an. "Die Chancen stehen also gut, dass wir zum Jahresende eine erfreuliche Gesamtbilanz ziehen können."

2016 hatte der größte deutsche Stromerzeuger nach Abschreibungen auf seine Kraftwerke unter dem Strich einen Verlust von 5,7 Milliarden Euro eingefahren. Doch das Blatt wendet sich. Die lange Zeit gefallenen Strom-Großhandelspreise haben etwas angezogen. RWE, E.ON & Co erzielten mit dem Bund eine Einigung zur Entsorgung des Atommülls. Und obendrein musste der Bund auch noch 1,7 Milliarden Euro an den Versorger zurückzahlen, die dieser nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Unrecht an Brennelementesteuer gezahlt hatte.

Auch operativ geht es teilweise wieder bergauf. Insbesondere die Gaskraftwerke seien besser ausgelastet - doppelt so hoch wie im ersten Halbjahr 2016, erläuterte Schmitz. Der Konzern werde deswegen auch ein Gaskraftwerk in den Niederlanden noch bis zum zweiten Quartal 2019 laufen lassen. Dies habe er eigentlich Anfang 2018 einmotten wollen. Die Margen der Anlagen seien höher als im Vorjahreszeitraum gewesen. Da die Gaskraftwerke ihren Strom mit geringerem zeitlichen Vorlauf veräußern, profitierten diese auch früher von den gestiegenen Preisen.

Plus im Energiehandel und bei Innogy

Die Ergebnisse in der europäischen Stromerzeugung seien besser als erwartet, erklärte Schmitz. RWE rechnet in dem Segment im Gesamtjahr nun mit einer deutlichen Steigerung der Ergebnisse, nachdem bislang ein Rückgang erwartet wurde. Zuwächse gab es in den ersten sechs Monaten im Energiehandel und bei der Ökostromtochter Innogy. Für den Gesamtkonzern peilt Schmitz nun Ergebnisse am oberen Ende der Spanne an. Das bereinigte Ebitda soll auf 5,4 bis 5,7 Milliarden Euro steigen von 5,4 Milliarden im Jahr zuvor. Beim bereinigten Nettoergebnis peilt RWE 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro an, nach 0,8 Milliarden 2016.

Zu einer möglichen Konsolidierung in der europäischen Energiebranche blieb Schmitz vage. "Ich habe schon mehrfach gesagt, dass wir alle Optionen prüfen und alle auch alle heißt", sagte der Manager zu einem möglichen Interesse an dem Konkurrenten Uniper. Deswegen schließe er da nichts aus. "Wir haben aber auch deutlich gemacht, dass wir uns sicherlich nicht mehr dauerhaft an Kernkraftwerken in anderen Ländern beteiligen werden. Und insofern ist das, glaube ich, auch eine Aussage." E.ON will ab 2018 seine Restbeteiligung an Uniper versilbern. Die Tochter betreibt wie RWE eine Reihe von Kohle- und Gaskraftwerken, ist aber auch an Kernkraftwerken in Schweden beteiligt. Auf die Frage nach einem möglichen Verkauf der restlichen RWE-Beteiligung an Innogy entgegnete Schmitz: "Wir stehen nicht unter Verkaufsdruck."

APA/ag
22
53
150266160004
401502698440

Schröders neuer Job bei Rosneft-Konzern sorgt für Kritik

Weiter zum Artikel
Moskau, 14.08.2017

Ein möglicher Posten für den deutschen Ex-Kanzler Gerhard Schröder im Vorstand des größten russischen Ölkonzern Rosneft hat für Kritik gesorgt.

Der deutsche Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer (Grüne) bezeichnete das Verhalten des SPD-Politikers als schamlos. "Er erniedrigt sich endgültig zu einem bezahlten Diener der Politik Putins", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Sonntag.

Der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrej Melnyk, bezeichnete es als moralisch verwerflich, "dass ein ehemaliger Bundeskanzler und führendes SPD-Mitglied vom Kremlchef instrumentalisiert wird".

Das Engagement wäre ein "absolut falsches Signal", das die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft sowie der Bundesregierung "total untergraben würde", sagte der Botschafter den Zeitungen. Deutschland vermittelt im Konflikt im Osten der Ukraine.

Schröder, der seit Jahren eine freundschaftliche Beziehung mit Kremlchef Wladimir Putin pflegt, könnte Ende September in der Position eines unabhängigen Direktors in den Vorstand (Board) des teilstaatlichen Unternehmens gewählt werden. Es gebe insgesamt sieben Kandidaten, darunter auch der 73-Jährige, hieß es in einem Dekret des russischen Regierungschefs Dmitri Medwedew am Freitagabend. Das Dokument wurde auf der Homepage der Regierung veröffentlicht. Auf der Liste stehen auch Energieminister Alexander Nowak sowie Rosneft-Chef Igor Setschin.

Russischen Medienberichten zufolge soll die Wahl am 29. September stattfinden. Zudem soll der Vorstand demnach von neun auf elf Mitglieder vergrößert werden. Schröder ist seit 2005 Vorsitzender des Aktionärsausschusses beim Betreiber der Ostsee-Gas-Pipeline Nord Stream, die durch die Ostsee nach Deutschland führt.

Das Ölunternehmen Rosneft steht nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel der Krim 2014 auf der Sanktionsliste der EU. Die Strafmaßnahmen verbieten es, dem Unternehmen mit Sitz in Moskau Spezialtechnik und Dienstleistungen zur Ölförderung zu liefern. Zudem dürfen europäische Banken keine Geldgeschäfte von mehr als 30 Tagen Laufzeit mit Rosneft machen. Rosneft war mit einer Klage gegen die Sanktionen gescheitert. Der Europäische Gerichtshof hatte die Maßnahmen ebenfalls für rechtmäßig erklärt.

"Sollte es Rosnefts neue Strategie sein, nach dem Scheitern seiner juristischen Mittel gegen die EU-Sanktionen auf Schröders Kontakte zu setzen, um sich der Sanktionen zu entledigen, so wäre dies höchst problematisch und eine Staatsaffäre", sagte Ulrich Delius von der Gesellschaft für Bedrohte Völker.

Im Mai hatte Rosneft-Chef Setschin bekannt gegeben, in den kommenden fünf Jahren rund 600 Mio. Euro in Deutschland zu investieren. Es gehe dabei um die Modernisierung von Raffinerien.

APA/dpa
23
34
150266160004
401502707200

OMV plant Bohrlochtest im Bezirk Gänserndorf

Weiter zum Artikel
Wien/Stripfing, 14.08.2017

Der börsenotierte Öl- und Gaskonzern OMV plant ab Mitte September einen zweiwöchigen Bohrlochtest in Stripfing (Bezirk Gänserndorf). Derzeit laufe das Bewilligungsverfahren, bestätigte Sprecher Robert Lechner am Montag einen "Ö1"-Bericht. Insgesamt plant das Unternehmen heuer rund zwölf Bohrungen im Weinviertel.

In Stripfing werde Messwerkzeug in ein existierendes Bohrloch hineingelassen, erläuterte der Sprecher. Es sei noch nicht klar, ob man dabei auf Öl oder Gas stoßen werde. Für eine Entscheidung über eine Förderung sei die Wirtschaftlichkeit ausschlaggebend, sagte Lechner. Der Test in Stripfing sei Teil eines im September 2016 vorgestellten Investitions- und Bohrprogramms der OMV in Österreich. Rund zehn Prozent des heimischen Rohöl- und Erdgasbedarfs werden laut Unternehmensangaben im Inland gewonnen, ein Großteil davon im Weinviertel.

APA
24
42
150266160004
401502716860

Deutsche Regierung hält an Privileg bei Mineralölsteuer fest

Weiter zum Artikel
Berlin, 14.08.2017

Die deutsche Regierung hält an der Begünstigung von Diesel-Kraftstoff bei der Mineralölsteuer fest. "Es gibt keine Pläne, da eine Änderung herbeizuführen", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums am Montag in Berlin. Er verwies auf die höhere Kraftfahrzeugsteuer für Diesel-Autos, die der Vergünstigung bei der Mineralölsteuer gegenüberstehe.

Am Wochenende hatte die Chefin des Umweltbundesamts (UBA), Maria Krautzberger, gefordert, das Dieselprivileg zu überprüfen. Auch Umweltverbände verlangen seit Jahren, Diesel und Benzin gleich zu besteuern, und damit Diesel an der Tankstelle teurer zu machen als bisher. "Dieselfahrer zahlen pro Liter Kraftstoff 18,4 Cent weniger als bei Benzin - den Staat kostet diese Subventionierung mittlerweile 7,8 Milliarden Euro pro Jahr, gut dreieinhalb Milliarden davon für die Pkw-Nutzung."

Selbst bei Abzug der höheren Kfz-Steuern für Diesel-Autos seien das rund eineinhalb Milliarden Euro vom Staat für die Selbstzünder pro Jahr. "Zum Vergleich: Die Förderung für Elektromobilität beträgt knapp eine Milliarde - aber bis 2020", sagte Krautzberger. Eine feste Quote für Elektroautos auf EU-Ebene halte sie wie Schulz für sinnvoll.

"Das ist eine Debatte, an der wir uns nicht beteiligen", sagte ein Sprecher des SPD-geführten Umweltministeriums am Montag in Berlin. In dieser isolierten Form mache man sich den entsprechenden Vorschlag des Umweltbundesamtes nicht zu eigen. Diesel-Fahrer hätten sich ihr Fahrzeug auch in Vertrauen auf die Steuervorteile angeschafft. Allerdings müsse das Steuersystem insgesamt ökologischer werden und kleine Einkommen entlasten.

Das SPD-geführte Wirtschaftsministerium wollte sich nicht zum Privileg äußern. Die beiden Ressorts hatte sich kürzlich noch hinter die Forderung von SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz nach einer Quote für Elektro-Autos gestellt und waren damit beim Koalitionspartner Union auf Widerstand gestoßen.

APA/dpa
25
75
150240240007
701502402400

Österreich im ersten Halbjahr EU-Spitzenreiter bei E-Autos

Weiter zum Artikel
Wien, 11.08.2017

Auch wenn E-Autos immer noch die Ausnahme sind, ist Österreich gemeinsam mit den Niederlanden im ersten Halbjahr EU-Spitzenreiter bei elektrischen Fahrzeugen: 1,4 Prozent der neuzugelassenen Pkw fahren hier mittlerweile nur mit Strom. Der EU-Schnitt lag in den ersten sechs Monaten bei mageren 0,6 Prozent, im Autoland Deutschland lag der Anteil nur bei 0,5 Prozent, so eine aktuelle VCÖ-Analyse.

"Bronze" geht an Frankreich und Schweden, wo je 1,2 Prozent der Neuwagen nur mit Strom fahren, teilte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Mittwoch mit. Deutlich salonfähiger sind E-Autos im Nicht-EU-Mitglied Norwegen, dort kamen sie in den ersten sechs Monaten schon auf 19,1 Prozent der Pkw-Neuzulassungen. Das Land forciert E-Mobilität schon länger und hat gleichzeitig auch Abgaben und Steuern auf Diesel und Benzin erhöht, so der VCÖ zur APA.

Insgesamt ist die Zahl der neuzugelassenen E-Autos in der EU laut VCÖ im ersten Halbjahr um 63 Prozent auf 46.242 gestiegen. Um das UNO-Klimaziel von Paris zu erreichen und den Klimawandel zu bremsen, sei aber deutlich mehr Tempo bei der Energiewende im Verkehr nötig. "Welche katastrophalen Folgen Unwetter haben, mussten viele Menschen in den vergangenen Tagen erleben", sagte VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Der VCÖ fordert daher erneut auf EU-Ebene für Autohersteller eine Mindestquote für schadstofffreie Pkw und drängt auf einen konkreten Ausstiegsplan aus Diesel und Benzin. Die Quote soll für "schadstofffreie Autos" gelten, also nicht nur für Elektroautos. "Hersteller können also andere Wege finden, das zu erreichen und zur Marktreife zu bringen. Bisher haben sie das nicht geschafft", so der VCÖ.

"So wie einzelne Bundesländer für neue Ölheizungen einen Ausstiegszeitplan beschlossen haben, ist das auch im Verkehr für Diesel und Benzin sinnvoll", meinte Gansterer. "Realistisch ist, dass ab dem Jahr 2030 kein Pkw mehr mit Verbrennungsmotor neu zugelassen wird."

Auch der Anteil der erneuerbaren Energie müsse stark erhöht werden. Generell sollte weniger mit dem Auto und mehr mit Öffis oder Fahrrad gefahren werden. "Dafür braucht es ein dichteres Bahnnetz, häufigere Verbindungen und einen umfassenden Ausbau der Radinfrastruktur", erklärte Gansterer.

In Österreich startet Magna Steyr in Graz ab Jahresende mit der Produktion des ersten Elektroautos, dem Jaguar I-Pace. "Wir gehen davon aus, dass reine Elektroautos im Jahre 2025 zwischen drei und fünf Prozent Marktanteil haben werden, die Hybriden 20 bis 25 Prozent", sagte Magna-Europachef Günther Apfalter dem "trend".

Für Apfalter ist die Förderung für E-Autos in Österreich zu früh gekommen. "Man sieht das auch an den Zulassungen. Hätte man noch gewartet, so hätte sich die Regierung einiges Geld erspart." Im Endeffekt sei jede Förderung eine künstliche Marktbelebung, das Produkt müsse vom Endkunden gewollt werden. "Dafür fehlt aber noch sehr viel Infrastruktur", so der Magna-Europachef.

Allgemein sind die Pkw-Neuzulassungen in Österreich im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,2 Prozent auf 27.731 Stück gestiegen. Dabei gab es bei Dieselautos einen Rückgang um 8,5 Prozent, bei den Benzinern einen Anstieg um 13,8 Prozent, teilte die Statistik Austria am Mittwoch mit. Die Hälfte der neu zugelassenen Autos waren Dieselfahrzeuge, 45,6 Prozent Benziner.

(Schluss) tpo/mf

APA
26
58
150240240007
701502402400

Deutsche verbrauchen mehr Energie

Weiter zum Artikel
Berlin, 11.08.2017

Neue Berechnungen zeigen, wie sich die Nutzung verschiedener Energiequellen ändert

Die gute Wirtschaftsentwicklung und etwas niedrigere Temperaturen zu Jahresbeginn haben die Energienachfrage in Deutschland im ersten Halbjahr angeregt. Der Verbrauch stieg nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,8 Prozent auf 6882 Petajoule.

Profitiert hätten davon vor allem der Absatz von Mineralölprodukten und Erdgas. Bei den erneuerbaren Energien hätten gute Windverhältnisse und eine hohe Zahl von Sonnenstunden trotz einer "Dunkelflaute" mit wenig Wind und wenig Sonnenschein am Jahresanfang zu einem deutlichen Anstieg der Stromeinspeisungen geführt.

Der Verbrauch von Mineralöl - das rund ein Drittel der gesamten Energienachfrage deckt - stieg demnach in den ersten sechs Monaten um 2,6 Prozent. Zu dieser Entwicklung hätten vor allem die Kraftstoffe beigetragen. Ungeachtet der lebhaften öffentlichen Debatte um die Diesel und sinkender Zulassungszahlen sei der Absatz dieses Kraftstoffs um 6,5 Prozent gestiegen. Als Grund dafür machte Uwe Maaßen von der Arbeitsgemeinschaft mehrere Faktoren aus: die wachsende Fahrleistung von innerörtlichen Paketlieferdiensten, mehr Transporte auf überregionalen Straßen und ein angesichts der Preisentwicklung verändertes Tankverhalten von gewerblichen und privaten Verbrauchern. Oft lohne es sich nicht mehr, im Ausland zu tanken, wovon deutsche Zapfstellen profitierten.

Ein Plus von 2,5 Prozent gab es auch beim Benzin, der Absatz von Flugkraftstoff erhöhte sich sogar um fast acht Prozent. Während auch die chemische Industrie mehr Rohbenzin kaufte, ging der Absatz von leichtem Heizöl zurück.

Erdgas deckt ein Viertel der deutschen Energieversorgung. Sein Absatz kletterte im Jahresvergleich um mehr als drei Prozent. Grund war die höhere Nachfrage der Verbraucher zu Heizzwecken wie auch die Nachfrage der Industrie. Der niedrige Gaspreis führt auch zu einem verstärkten Einsatz in Gaskraftwerken, die Strom und Wärme erzeugen. Diese KWK-Anlagen werden wegen ihrer vergleichsweise guten Umweltbilanz eigens gefördert.

Der Einsatz von Kohle ging insgesamt zurück. Der Steinkohleverbrauch sank im ersten Halbjahr um 6,7 Prozent, vor allem weil neun Prozent weniger Kohle in Kraftwerken verbrannt wurde. Der Einsatz von Koks und Kohle in der Eisen- und Stahlindustrie ging nur leicht zurück. Dagegen stieg der Absatz von Braunkohle um knapp drei Prozent. Die Zunahme sei auf eine bessere Verfügbarkeit der Kraftwerke zurückzuführen. Deren Stromerzeugung bewege sich damit wieder auf einem mehrjährigen Durchschnittsniveau. Der Anteil der Kernenergie sank wegen Kraftwerksrevisionen um 17,5 Prozent. Stein- und Braunkohle decken damit je 11 Prozent der deutschen Energieversorgung ab, die Kernenergie kam auf fünf Prozent.

Die erneuerbaren Energien steigerten laut dem Bericht ihren Beitrag zum gesamten Energieverbrauch im ersten Halbjahr 2017 um mehr als sechs Prozent. Die Stromeinspeisung aus Wind- und Photovoltaikanlagen legte um 19 und 14 Prozent zu. Die Biomasse erhöhte ihren Beitrag um fünf Prozent. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft sank hingegen um 18 Prozent. 35 Prozent des verbrauchten Stroms stammte zwar aus regenerativen Anlagen, gemessen am gesamten deutschen Energieverbrauch betrug ihr Anteil aber lediglich knapp 14 Prozent.

Keine Angaben machte die Arbeitsgemeinschaft zu den Klimagasemissionen. Die hochzurechnen sei "reine Spekulation". Zuvor hatten die Anti-Kohleund Klimaschutzorganisation "Agora Energiewende" unter Verweis auf die Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen erklärt, im ersten Halbjahr 2017 seien die energiebedingten CO2-Emissionen gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um fast fünf Millionen auf 428 Millionen Tonnen gestiegen. Das entspreche einem Plus von 1,2 Prozent. Auch für das Gesamtjahr 2017 sei mit einem Anstieg zu rechnen.

Die Lücke zum Klimaschutzziel der Regierung von 40 Prozent weniger CO2-Emissionen im Jahr 2020 werde damit nicht kleiner, sondern bleibe bei 150 Millionen Tonnen, hatte Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende, erklärt. Um das Ziel zu erreichen, müsse unmittelbar nach der Wahl ein "Sofortprogramm Klimaschutz 2020" mit schnell wirkenden Maßnahmen für Strom, Wärme und Verkehr aufgelegt werden.

Unterdessen haben die Stromnetzbetreiber ihre Abrechnung der Ein-und Auszahlungen für den Ökostrom im Juli vorgelegt. Demnach wurden an die Betreiber knapp 2,8 Milliarden Euro ausgezahlt, während sich die Einnahmen auf 2,15 Milliarden Euro beliefen. Der Fehlbetrag von 650 Millionen Euro im Juli reduziert den Überschuss auf dem Konto auf 4,2 Milliarden Euro. Er bleibt damit der höchste Überschuss in einem Juli. Grund dafür ist unter anderem die diesjährige Anhebung der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auf den Rekordwert von 6,88 Cent je Kilowattstunde.

ami

"Frankfurter Allgemeine Zeitung" Nr. 184
27
66
150240240004
401502438820

Wien Energie bastelt mit Grätzel-Bewohnern an Angeboten

Weiter zum Artikel
Wien, 11.08.2017

Die eigenen vier Wände umweltschonend kühlen? Gemeinsame Elektro-Lastenräder für Einkäufe? Abwärme nutzen für eisfreie Gehwege? So ähnlich könnte bald die Angebotspalette der Wien Energie erweitert werden. Der Stromversorger startet im Herbst ein Pilotprojekt im Stadtentwicklungsgebiet "Viertel Zwei" beim Prater. Gemeinsam mit den Bewohnern will man dort neue Angebote entwickeln und testen.

"Urban Pioneers Community" lautet der klingende Name des Vorhabens, wie das Unternehmen die APA informierte. Die Idee: Bewohner des neuen Stadtteils - die ersten Mieter der 300 Wohnungen ziehen demnächst ein - sollen aus Nutzersicht überlegen, welche Services und Leistungen sie gerne in ihrem Lebensumfeld hätten. Die Experten der Wien Energie und Forschungsinstitute als Kooperationspartner werden sich dann bemühen, entsprechende Lösungen zu finden, die freilich auch markttauglich sein müssen.

"Wien Energie arbeitet bereits sehr erfolgreich mit Start-ups und anderen innovativen Industrien zusammen. Jetzt gehen wir einen Schritt weiter und holen unsere Kundinnen und Kunden selbst als Partner mit ins Boot", erklärte Geschäftsführer Michael Strebl: "Gemeinsam entwickeln und testen wir Produkte und Services, die ganz genau ihren individuellen Bedürfnissen entsprechen."

Was bei diesem Nachdenkprozess herauskommt, stehe natürlich noch nicht fest. Aber denkbar seien beispielsweise neue Tariftypen genauso wie Neuerungen im Bereich Mobilität oder Smart Living. Welche Sharing-Angebote soll es geben? Wie wollen sich die Bewohner im Grätzel fortbewegen? Welche Möglichkeiten gibt es, die Abwärme eigener Haushaltsgeräte sinnvoll zu nutzen? Wie lässt sich die eigene Wohnung mit Solarstrom kühlen? Derlei Fragestellungen bzw. Anforderungen könnten etwa Thema in den Workshops sein, die ab November starten und zu denen die "Viertel Zwei"-Bewohner eingeladen werden, so eine Sprecherin.

Im Frühjahr 2018 sollen dann bereits erste konkrete Konzepte erarbeitet werden. Produkttests, Marktforschung und Datenanalysen werden ebenfalls einfließen. Das Projekt selbst ist auf drei bis fünf Jahre ausgelegt. Ideen, die sich in der Praxis bewähren, könnten dann auch auf andere Wohnviertel oder gar flächendeckend ausgerollt werden, hieß es.

APA
28
45
150240240004
401502438940

Saudi-Arabien schließt Kappung von Ölförderung nicht aus

Weiter zum Artikel
Dubai, 11.08.2017

Saudi-Arabien schließt eine weitere Drosselung der Ölförderung nicht aus. Sein Land werde aber keinen Alleingang unternehmen, sagte Energieminister Chalid al-Falih der staatlichen Zeitung "Al-Schark Al-Ausat" vom Freitag. Die Perspektive einer weiteren Förderbegrenzung liege auf dem Tisch, zitierte das Blatt den Energieminister.

Sollten weitere Schritte nötig sein, sei es, die Fördermenge zu erhöhen, sei es, sie zu senken, dann werde das zeitnah geprüft. Alle Ölproduzenten müssten dann einem Schritt zustimmen, sagte Falih.

Die OPEC, der Saudi-Arabien angehört, und mehrere nicht zu dem Förderkartell gehörende Länder hatten sich auf eine gemeinsame Kappung ihrer Ölproduktion geeinigt, um einen weiteren Verfall des Ölpreises zu verhindern.

APA/ag
29
36
150240240004
401502452020

Innogy-Chef lässt Gerüchteküche zu Übernahmen kalt

Weiter zum Artikel
Essen, 11.08.2017

Der Chef der RWE-Ökostromtochter Innogy sieht keine Übernahmewelle auf die europäische Energiebranche zurollen. In Medienberichten war unter anderem dem französischen Versorger Engie und der italienischen Enel ein Interesse an Innogy nachgesagt worden. "Das hat alles keine geschäftliche Grundlage.

Ich würde das mit Vorsicht genießen wollen, was da an Gerüchten durch die Gegend getragen wird", sagte Innogy-Chef Peter Terium am Freitag. Innogy selbst brauche auch keinen strategischen Partner, fügte er bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Halbjahr hinzu. Die RWE-Tochter konnte von Jänner bis Ende Juni operativ zulegen. Das britische Vertriebsgeschäft erwies sich aber einmal mehr als Bremsklotz.

Der Essener Versorger RWE hält noch knapp 77 Prozent an der Tochter. Vorstandschef Rolf Martin Schmitz, der am Montag seinen Halbjahresbericht vorlegt, hat einen Verkauf weiterer Anteile nicht ausgeschlossen und damit das Übernahmefieber angeheizt. Auch der Konkurrent E.ON und seine frühere Tochter Uniper werden in der Branche als Übernahmekandidaten gehandelt. "Nicht nur die Presse macht hier relativ viel heiße Luft. Es sind natürlich auch viele Banken unterwegs, die im Eigeninteresse natürlich gerne beraten und da auch ihre Gebühren abkassieren", sagte Terium, der nach dem Börsengang von Innogy im vergangenen Jahr vom RWE-Chefsessel auf den der Tochter gewechselt war. "Wir sind hier, um bei der Innogy den besten Job zu machen", fügte der Manager hinzu. "Dafür brauchen wir grundsätzlich keinen strategischen Partner. Das schaffen wir auch alleine."

Terium drücken andere Sorgen. So konnte der Versorger im ersten Halbjahr zwar den operativen Gewinn im Rahmen der Markterwartungen um 2,3 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro verbessern. Dies war aber lediglich dem Geschäft mit dem Strom- und Gasnetzen zu verdanken. Die Ökostromsparte kämpfte wegen schwächerer Windverhältnisse ebenso mit Einbußen wie das Vertriebsgeschäft. Dort fuhr die britische Tochter Npower einen Verlust von 12 Mio. Euro ein. Sie werde auch im Gesamtjahr rote Zahlen schreiben, räumte Terium ein. Wann dies nicht mehr der Fall sei, wage er auch wegen der Forderung der britischen Politik nach günstigen Preise nicht zu sagen.

"Die Wettbewerbssituation bleibt weiterhin sehr angespannt", erklärte der Konzern. Zwar konnte die Tochter Npower nach vielen Abgängen im zweiten Quartal rund 50.000 Kunden gewinnen, andere konnten aber nur gehalten werden, indem ihnen günstigere Konditionen eingeräumt wurden. Der Versorger kämpft in Großbritannien seit längerem mit Kundenschwund und Problemen bei der Abrechnung. Terium hatte 2015 das Management ausgetauscht. Die Kosten sollen gesenkt und 2.400 Jobs gestrichen werden.

Der Markt, auf dem auch der Konkurrent E.ON vertreten ist, gilt als besonders hart umkämpft. Für RWE ist Großbritannien mit knapp fünf Millionen Kunden ebenso der wichtigste Auslandsmarkt wie für E.ON mit sieben Millionen. Auch E.ON hatte nach eigenen Angaben "ein paar hunderttausend" Kunden verloren, im Halbjahr aber noch einen operativen Gewinn von mehr als 200 Mio. Euro eingefahren. Einen Rückzug von der Insel planen E.ON und Innogy nach eigenen Angaben nicht.

APA/ag