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Enel mit sinkendem Umsatz im ersten Halbjahr 2016

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Rom, 29.07.2016

Der italienische Energiekonzern Enel hat das erste Halbjahr 2016 mit einem Umsatzwachstum von 9,3 Prozent auf 34,1 Mrd. Euro abgeschlossen. Der Nettogewinn blieb mit 1,8 Mrd. Euro stabil, teilte der Konzern in einer Presseaussendung am Donnerstag mit.

Die Verschuldung stieg gegenüber Ende Dezember 2015 von 37,5 Mrd. auf 38,1 Mrd. Euro, berichtete der Konzern. "Trotz einiger Herausforderungen in vielen Geschäftsbereichen sind wir über die Resultate optimistisch, die wir im zweiten Halbjahr 2016 verzeichnen werden. Wir steigern daher unsere Ziele für das Gesamtjahr 2016", berichtete CEO Francesco Starace.

APA
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EDF-Verwaltungsrat stimmte für Bau von AKW Hinkley Point

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Paris, 29.07.2016

Der Verwaltungsrat des französischen Stromkonzerns EDF hat grünes Licht für den heftig umstrittenen Bau zweier neuer Atomreaktoren in Großbritannien gegeben. Damit könne EDF nun die Verträge unterzeichnen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Kritiker halten die Milliardeninvestition für ein Risiko.

Das Projekt in Hinkley Pont an der Westküste Englands soll 18 Milliarden Pfund (rund 21,5 Mrd. Euro) kosten. Rund ein Drittel soll der chinesische Partner China Nuclear Power Corporation (CGN) schultern.

"Diese Entscheidung führt das Unternehmen schnurstracks in den Bankrott und wird zu geringe Investitionen in die nukleare Sicherheit im französischen Kraftwerkspark nach sich ziehen", kritisierte die Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Österreich und andere Staaten klagen vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen die milliardenschweren Staatssubventionen für das Projekt - nach dem angekündigten Austritt Großbritanniens aus der EU dürfte diese Klage allerdings den Boden unter den Füßen verlieren

Im März war EDF-Finanzchef Thomas Piquemal zurückgetreten, weil er Zweifel hatte, ob das Unternehmen die Investition stemmen kann. Kurz vor der Entscheidung über das Projekt reichte nun auch ein Mitglied des EDF-Verwaltungsrats seinen Rücktritt ein. Der Schwerpunkt des Konzerns verschiebe sich noch mehr in Richtung Kernkraft, kritisierte Gerard Magnin in seinem Rücktrittsschreiben, das die Wirtschaftszeitung "Les Echos" am Donnerstag online veröffentlichte.

Hinkley Point C soll mit seinen beiden Reaktoren des Typs EPR (Europäischer Druckwasserreaktor) sieben Prozent des britischen Strombedarfs decken. Die Inbetriebnahme ist ab 2025 angepeilt.

EDF ist zu mehr als 80 Prozent im Besitz des französischen Staates. Der Konzern musste im vergangenen Jahr deutliche Gewinneinbußen hinnehmen und will bis 2018 fünf Prozent seiner Arbeitsplätze in Frankreich abbauen. Gewerkschaften hatten daraufhin gefordert, den teuren Neubau in England zu stoppen oder zu verschieben - sie zogen auch vor Gericht, dieser Streit ist nach französischen Medienberichten noch nicht ausgefochten.

Die Pariser Regierung hatte sich aber immer wieder hinter das Projekt gestellt, sie sieht es als Aushängeschild für französisches Know-How. Die Atomindustrie des Landes steckt in einem tiefgreifenden Umbau, EDF übernimmt dabei auch das Reaktorgeschäft des defizitären Atomkonzerns Areva. Im April wurde eine Kapitalerhöhung von vier Milliarden Euro angekündigt.

APA/dpa
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Der Brexit und das Brent

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London, 29.07.2016

Der erste Brexit-Schock scheint verdaut zu sein, aber die drohenden Konsequenzen des EU-Ausstiegs Großbritanniens lassen auch die britische Ölbranche über die Zukunft rätseln - und mit ihr Millionen von Autofahrern, Heizungsbesitzern und Anlegern.

Rohstoffkonzerne fördern in der Nordsee die wichtige Ölsorte Brent. Was bedeutet es, wenn das Vereinigte Königreich nun womöglich dem europäischen Binnenmarkt den Rücken kehren muss?

Experten erwarten: Die Verbraucher am Kontinent dürften den Brexit beim Tanken und Heizen kaum zu spüren bekommen. "Wir sehen bislang nicht, dass sich für Tankkunden und Nutzer von Heizöl in Deutschland etwas ändert", heißt es beim Mineralölwirtschaftsverband in Berlin. Auch das schwache britische Pfund wirke sich kaum auf die Ölpreise aus, weil das schwarze Gold meist in Dollar gehandelt werde.

Branchenbeobachter halten es für unwahrscheinlich, dass das Votum der Briten für einen EU-Ausstieg starke Rückwirkungen auf den weltweiten Ölpreis haben wird. Zwar war kurzfristig der Brent-Preis unmittelbar nach dem Referendum noch um über fünf Prozent gefallen. Danach gab es aber schnell eine Erholung.

Probleme indes könnten die Ölförderanlagen in Großbritannien bekommen: sie hätten Investitionen eigentlich bitter nötig. Ein Drittel der Anlagen seien über 30 Jahre alt, schätzen Experten beim schottischen Beratungsunternehmen Wood Mackenzie. Eine so lange Betriebszeit sei eigentlich gar nicht vorgesehen. Doch Nachbesserungen lohnen sich wegen der momentan niedrigen Ölpreise nicht. Rund 30 Prozent der britischen Förderanlagen schreiben den Analysten zufolge Verluste.

Und jetzt auch noch der Entscheid für den EU-Austritt. "Es gibt infolge des Brexit eine Menge politischer Unsicherheit in Großbritannien und das erhöht die Komplexität der Investitionsentscheidungen zusätzlich", sagt Wood Mackenzie-Expertin Fiona Legate. Für Rainer Wiek von der Fachpublikation "Energie Informationsdienst" ist insbesondere die Frage wichtig, ob Schottland mit seiner Offshore-Ölindustrie im Königreich bleibe oder sich in einem zweiten Referendum für den Verbleib in der EU entscheide. "Man wird sich ansehen müssen, wer dann Zugriff auf das Öl hat", sagt Wiek.

Was bedeutet ein schwaches Pfund?

Die britischen Ölkonzerne müssen nun erst einmal abwarten, welche Auswirkungen der anstehende Brexit längerfristig auf die Rohstoffpreise und die Wechselkurse hat. Damian Kahyam, Analyst bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace, hält zudem Handelsbarrieren und weitere Investitionshemmnisse für möglich. Schon alleine das schwache Pfund könne infolge des Brexit-Votums "die Kosten neuer Energieinfrastruktur hochschießen lassen, weil vieles davon importiert wird".

Dabei gilt jetzt schon: Wenn Ölkonzerne in Großbritannien Geld in die Hand nehmen, dann häufig für den Abbau statt für den Aufbau von Förderanlagen. Gebremst wird die Demontage manchmal nur noch davon, dass Konzerne wie der dänische Förderer Maersk Oil auf eine Genehmigung der Behörden warten müssen. Selbst der britisch-niederländische Öl-Gigant Royal Dutch Shell zieht sich aus einem seit den 1970er Jahren betriebenen Brent-Feld zwischen den Shetland-Inseln und Norwegen zurück. Im zweiten Quartal verdiente der Konzern 1,175 Milliarden Dollar (rund 1 Milliarde Euro) und damit gut 70 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ende Mai kündigte der Konzern an, bis zum Jahresende weitere 2.200 Jobs abzubauen - insgesamt fallen dem Ölpreistief dann mindestens 12.500 Arbeitsplätze zum Opfer. "Dies sind schwere Zeiten für unsere Industrie", sagte Shell-Manager Paul Goodfellow. Konkurrent BP leidet ebenfalls: Der bereinigte Gewinn brach im zweiten Quartal um 45 Prozent auf 720 Millionen Dollar ein.

Der britische Ölkonzern Oil & Gas UK schätzt die Gesamtkosten für Stilllegungen von britischen Produktionsanlagen über die kommenden zehn Jahre auf 16,9 Milliarden Pfund (rund 20,2 Milliarden Euro). Das sind 16 Prozent mehr als noch im Jahr 2014 angenommen. Aus Sicht der britischen Behörden geht es längst nicht mehr darum, den Abbau aufzuhalten, sondern in geordnete Bahnen zu lenken. "Die Öl- und Gasindustrie in Großbritannien ist weitgehend unerfahren mit Stilllegungsprojekten im großen Stil", heißt es in einem nach dem Brexit-Votum vorgelegten Strategiepapier. Nun gelte es, von Erfahrungen anderer Industrien zu lernen.

Das Hauptproblem der britischen Ölmultis ist aber nicht der Brexit, sondern der niedrige Ölpreis. Noch immer haben sich die weltweiten Preise nicht von ihrem starken Einbruch seit Mitte 2014 erholt. Damals kostete ein Barrel des Nordseeöls Brent noch deutlich über 100 Dollar, dann stürzte der Preis bis Anfang 2016 unter 30 Dollar ab. Trotz einer Erholung seit einigen Monaten liegt der Preis weiterhin fast durchgängig unter der Marke von 50 Dollar. Die Briten trifft das besonders hart, denn die Förderung in der Nordsee gehört zu den teuersten der Welt.

APA/dpa
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Schwacher Ölpreis: Eni mit roten Zahlen

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Rom, 29.07.2016

Der größte italienische Ölkonzern Eni ist im zweiten Quartal wie bereits im ersten Jahresviertel wegen der Ölpreisschwäche in die roten Zahlen gerutscht. Der bereinigte Verlust lag im Zeitraum April bis Juni bei 290 Mio. Euro, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Im Vorjahr erwirtschafteten die Italiener noch einen Gewinn von 505 Mio. Euro.

Analysten hatten mit einem kleinen Gewinn gerechnet. Die Aktionäre sollen dennoch eine unveränderte Zwischendividende von 0,40 Euro erhalten.

Die Produktion ging bei Eni um 2,2 Prozent zurück. Der Brent-Preis lag im zweiten Quartal 2016 durchschnittlich bei 47,03 Dollar, (42,4 Euro) während er im entsprechenden Vorjahreszeitraum bei 63,50 Dollar notierte. Die Firma steuert schon seit einiger Zeit mit Kostensenkungen gegen.

Eni leidet wie alle anderen Unternehmen der Ölbranche unter dem drastischen Preisverfall. Für das Jahr 2015 hatten die Italiener einen Milliardenverlust verbuchen müssen.

APA/ag
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Solarworld droht 2016 erneut Verlust

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Düsseldorf, 29.07.2016

Solarworld wird 2016 entgegen den ursprünglichen Planungen möglicherweise erneut Verluste schreiben. Konzernchef Frank Asbeck beklagte am Freitag den zur Jahresmitte wieder zunehmenden Preisdruck in der Solarbranche. Aufgrund dessen rechne er mit einem operativen Ergebnis (Ebit) in einem Korridor zwischen minus zehn und plus zehn Millionen Euro, teilte der seit Jahren defizitäre Solarkonzern mit.

Bisher hatte Asbeck die Rückkehr in die Gewinnzone und ein Ebit im unteren zweistelligen Millionenbereich avisiert.

Im ersten Halbjahr reduzierte sich der operative Verlust auf 3,1 (Vorjahr: minus 12,2) Mio. Euro bei einem Umsatzanstieg auf 434 (320) Mio. Euro. Asbeck bekräftigte, er gehe weiterhin davon aus, im Gesamtjahr die Absatzmenge um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2015: 1.159 Megawatt) zu steigern. Im ersten Halbjahr erhöhte sie sich um 50 Prozent auf 682 MW. Der Umsatz soll im Gesamtjahr ebenfalls um über 20 Prozent auf bis zu eine Milliarde steigen.

Asbeck bezifferte die liquiden Mittel zur Jahresmitte mit 148 Mio. Euro - um 35 Millionen weniger als Ende März. Er begründete den Rückgang mit der Tilgung von Krediten und Zinszahlungen von insgesamt 27 Mio. Euro sowie Investitionen von 9 Mio. Euro in Produktionsanlagen.

Die Solarworld-Tochter Deutsche Solar ist in erster Instanz von einem US-Gericht zur Zahlung von knapp 800 Mio. Dollar verdonnert worden. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung mit dem US-Silizium-Lieferanten Hemlock um nicht abgenommenes Silizium. Asbeck nannte die Schadenersatzforderung in seiner Höhe absurd und kündigte Rechtsmittel an. Im Geschäftsbericht warnt Solarworld, dass eine Verurteilung auf Zahlung der geforderten Summe das Unternehmen in seinem Bestand gefährden würde. Asbeck betonte aber: "Wir sind weiterhin gelassen, da wir nicht glauben, dass die Forderung in Deutschland durchzusetzen ist."

APA/ag
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London verschiebt Atomkraftwerk-Deal mit EDF

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London, 29.07.2016

Die britische Regierung hat überraschend einen Deal mit dem französischen Energiekonzern EDF zum Bau des neuen Atomkraftwerks Hinkley Point verschoben. Der britische Energieminister Greg Clark sagte einer Pressemitteilung zufolge: "Die Regierung wird jetzt sorgfältig alle Bestandteile dieses Projekts betrachten und ihre Entscheidung im frühen Herbst treffen."

Nur kurz zuvor hatte der EDF-Verwaltungsrat nach langem Zögern dem Projekt zugestimmt. Dass nun die britische Regierung auf die Bremse tritt, verärgert Unternehmensverbände und Gewerkschaften auf der Insel, die sich von dem Projekt 25 000 neue Arbeitsplätze erhoffen.

Britische Medien spekulieren, Premierministerin Theresa May habe möglicherweise Kritikern nachgegeben, denen die ausgehandelten Strompreise von rund 93 Pfund (rund 110 Euro) pro Megawatt-Stunde zu teuer sind.

Das Projekt in Hinkley Pont an der Westküste Englands soll 18 Milliarden Pfund (rund 21,5 Mrd Euro) kosten. Rund ein Drittel soll der chinesische Partner China Nuclear Power Corporation (CGN) schultern.

APA/dpa
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Chevron und Exxon leiden unter Preisverfall

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San Ramon (Kalifornien)/Irving (Texas), 29.07.2016

Der niedrige Ölpreis belastet die US-Energieriesen Exxon Mobil und Chevron. Bei Exxon Mobil brach der Gewinn im zweiten Quartal um 59 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar ein, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Die Ölproduktion ging um 0,6 Prozent auf 3,9 Millionen Barrel pro Tag zurück.

Unternehmenschef Rex Tillerson sagte, die Geschäftszahlen spiegelten insgesamt das "schwankungsanfällige Umfeld der Branche" wider.

Auch Konkurrent Chevron leidet unter dem Verfall des Ölpreises. Zwischen April und Juni entstand ein Verlust von 1,47 Milliarden Dollar - und damit das größte Minus in einem Vierteljahr seit 2001. Noch vor Jahresfrist hatte das Unternehmen 571 Millionen Dollar Gewinn erwirtschaftet. Bei Chevron fiel die Produktion sogar um rund drei Prozent auf 2,53 Millionen Barrel pro Tag. Die Aktien beider Konzerne gaben nach.

APA/Reuters
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Verbund im Halbjahr mit unerwartet starkem Gewinnrückgang

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Wien, 28.07.2016

Der börsennotierte Verbund muss wegen des Strompreisverfalls weiter sparen: Weitere Jobs werden bis Ende des Jahrzehnts gestrichen, Investitionen gekürzt. Es handle sich um ein Gesamtpaket zur Stärkung des Ertragskraft sowie des Free Cashflow und damit der Verschuldung, betonte der Vorstand am Donnerstag bei der Halbjahres-Pressekonferenz. 2017 wird ein weiterer Absatzpreis-Rückgang erwartet.

Bis 2020 werden weitere 175 Stellen abgebaut, hatte der Verbund bereits vor zehn Tagen anlässlich der Anhebung der Ergebnisprognose für 2016 bekanntgegeben. Rund zwei Drittel des zusätzlichen Stellenabbaus würden relativ bald 2017/18 erfolgen, so Verbund-Chef Anzengruber heute. Er betonte, dass der Stellenabbau sozialverträglich erfolge. Insgesamt fallen beim Verbund damit im Zeitraum 2013 bis 2020/21 rund 800 Stellen weg. Im ersten Halbjahr beschäftigte der Verbund 2.940 Mitarbeiter, um 5,1 Prozent weniger als im Jahr davor. Das Effizienzprogramm werde erweitert und sei eine Ergänzung zum bereits bestehenden Programm. Als Ziel gibt der Verbund ein Halten des Kostenniveaus (Personal und sonstiger betrieblicher Aufwand) von 2015 bis ins Jahr 2019 an.

Die Investitionen werden im Zeitraum 2016 bis 2019 um eine halbe Milliarde auf rund 1 Mrd. Euro gekürzt. Die Wachstumsinvestitionen werden nun mit rund 400 Mio. Euro angegeben, die Instandhaltungsinvestitionen mit rund 560 Mio. Euro.

Bei den Großhandels- und Absatzpreisen für Strom sieht der Verbund kurzfristig keine Erholung. Der durchschnittliche Absatzpreis lag 2015 noch bei 35 Euro je Megawattstunden (MWh), im ersten Halbjahr waren es 30,7 Euro/MWh. Für 2017 geht der Verbund von einem weiteren Absinken auf 28,7 Euro/MWh aus. Und auch 2018 müsse man damit rechnen, dass die Strompreise im schwierigen Umfeld weiter sinken könnten, so Finanzvorstand Peter Kollmann. Eine Veränderung des durchschnittlichen Absatzpreise um 1 Euro/MWh verändert das Verbund-Ergebnis (EBITDA/Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) um plus/minus 25 Mio. Euro. Eine Trennung der deutsch-österreichischen Strompreiszone würde laut Verbund wohl zu höheren Preisen in der kleineren Zone führen.

Als Gründe für die Erhöhung der Gewinnprognose für 2016 nannte Kollmann heute Verbesserungen im Stromgeschäft, ein höheres Ergebnis im Netzbereich, Kosteneinsparungen wegen bereits erfolgter Restrukturierungsmaßnahmen, flexible Produkte sowie eine Reduktion bei den thermischen Verlusten. Die geplante Reduktion der Ausschüttungsquote von 50 auf 30 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses sei im Zusammenhang mit dem Gesamtpaket und ziele auf den Free Cashflow sowie die Schuldenreduktion. Zu einer möglichen Satzungsänderung zur Dividende sagte Anzengruber, eine solche werde diskutiert.

Der Verbund setzt verstärkt auf Dienstleistungen und Kooperationen. Neben der gestern bekanntgegebenen Sechs-Jahres-Kooperation mit der voestalpine wies Anzengruber heute unter anderem darauf hin, dass Verbund der erste österreichische Kooperationspartner von Tesla Energy Power Wall sei und auch mit Kommunen zusammenarbeitet. Der E-Mobilitätsanbieter Smatrics, eine gemeinsame Tochter mit Siemens, hat österreichweit bereits 400 Ladestationen, davon 200 Highspeed.

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Niedriger Ölpreis zehrt an Gewinnen von Shell und Total

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Paris/London/La Defense, 28.07.2016

Der niedrige Ölpreis hat die Gewinne der Branchengrößen Shell und Total geschmälert. Shell verdiente unter dem Strich im zweiten Quartal mit einer Milliarde Dollar (909,84 Mio. Euro) 70 Prozent weniger als vor einem Jahr, wie der britisch-niederländische Konzern am Donnerstag mitteilte. Der bereinigte Nettogewinn des französischen Rivalen Total fiel mit 2,2 Mrd. Dollar um 30 Prozent niedriger aus.

Während Shell die Erwartungen von Analysten erheblich verfehlte, lag Total darüber. Der französische Konzern verwies darauf, dass sich der Preis der Öl-Sorte Brent seit Jahresbeginn erholt habe. Davon habe das Unternehmen profitiert, erklärte Total-Chef Patrick Pouyanne. So sei der Gewinn im Vergleich zum Vorquartal um ein Drittel gestiegen. Das angepeilte Sparziel von 2,4 Mrd. Dollar habe man somit bereits erreicht. Shell-Chef Ben van Beurden betonte dagegen, die niedrigen Ölpreise seien nach wie vor eine Herausforderung.

An der Börse startete die Shell-Aktie 3,6 Prozent tiefer in den Handel. Total notierten 0,2 Prozent schwächer.

APA/Reuters
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EnBW schreibt im ersten Halbjahr Verlust

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Frankfurt am Main/Karlsruhe, 28.07.2016

Der deutsche Energieversorger EnBW hat im ersten Halbjahr rote Zahlen geschrieben. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 194 Mio. Euro an im Vergleich zu einem Gewinn von gut einer Milliarde Euro im Vorjahreszeitraum, wie der drittgrößte deutsche Versorger am Donnerstag mitteilte.

"Das ohnehin sehr schwierige Marktumfeld hat sich in den vergangenen Monaten weiter verschlechtert", erklärte Finanzchef Thomas Kusterer Deshalb treibe die Energie Baden-Württemberg ihren Sparkurs weiter voran. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) brach von Jänner bis Juni noch stärker ein als der Umsatz: Das Ebitda belief sich auf 967,5 Mio. Euro, 24 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Der Umsatz schrumpfte um zehn Prozent auf 9,8 Mrd. Euro.

APA/ag.
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Nordex wächst dank Übernahme rasant und hebt Prognose an

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Düsseldorf/Rostock, 28.07.2016

Nach dem stürmischen Wachstum in den ersten sechs Monaten hat der Windturbinenbauer Nordex sein Ergebnisziel angehoben. Vorstandschef Lars Bondo Krogsgaard peilt nun eine operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) zwischen 8,3 und 8,7 Prozent an. Zuvor hatte er lediglich mehr als 7,5 Prozent avisiert.

"Ich bin zuversichtlich, dass wir unser Neugeschäft und den Umsatz im zweiten Halbjahr weiter ausbauen werden", sagte Krogsgaard am Donnerstag. Dabei werde die Bedeutung der übernommenen spanischen Acciona Windpower (AWP) zunehmen. AWP, deren Zahlen seit April in die Bilanz einfließen, habe bereits im zweiten Quartal einen Anteil von 53,6 Prozent am Neugeschäft erreicht.

Der Umsatz soll im Gesamtjahr auf 3,35 bis 3,45 Mrd. Euro steigen. Krogsgaard schränkte aber ein, die obere Bandbreite könne nur erreicht werden, wenn keine weiteren Projektverschiebungen eintreten. Nordex peile 2016 unverändert einen Auftragseingang von über 3,4 Mrd. Euro an.

Im ersten Halbjahr stiegen dank AWP die Erlöse um 35 Prozent auf fast 1,5 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) schnellte um 55,4 Prozent auf 136,6 Mio. Euro in die Höhe.

APA/ag.
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Tschechien stützt insolventen Steinkohleförderer OKD

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Prag, 28.07.2016

Die tschechische Regierung greift dem insolventen Steinkohleförderer OKD mit einem Millionenkredit unter die Arme. Man werde insgesamt 700 Millionen Kronen (25,89 Mio. Euro) bereitstellen, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit. "Die ersten Mittel sollen bevorzugt in die Auszahlung der Juli-Gehälter der Arbeiter fließen." Voraussetzung für den Kredit ist ein umfassender Restrukturierungsplan.

Der fallende Kohlepreis macht den aufwendigen Untertageabbau der Steinkohle in Tschechien immer weniger rentabel. Am Schicksal des Bergwerksbetreibers hängen knapp 11.000 Arbeitsplätze im strukturschwachen Nordosten des Landes. Das Unternehmen war im Jahr 2005 unter umstrittenen Umständen privatisiert worden.

APA/dpa
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Snam mit Gewinn- und Umsatzrückgang im ersten Halbjahr 2016

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Rom, 27.07.2016

Der italienische Gasnetzbetreiber Snam, der mit der deutschen Allianz im Rennen um die zum Verkauf stehende Gasnetz-Tochter des Ölkonzerns OMV ist, hat im ersten Halbjahr 2016 einen Gewinn- und Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Der Nettogewinn sank um 14,1 Prozent auf 526 Mio. Euro, teilte der Konzern am Mittwoch mit.

Der operative Gewinn fiel um 14,3 Prozent auf 867 Mio. Euro. Der Umsatz ging um 45 Prozent auf 1,64 Mrd. Euro zurück. "Wir arbeiten weiter an der Umsetzung unseres Strategien Plans mit dem Ziel, Italiens Position im europäischen Gassystem zu stärken", kommentierte SNAM-Chef Marco Alvera.

Snam will im Konsortium mit Allianz für den 49-Prozent-Anteil an Gas Connect Austria bieten. Weitere Interessenten sind Medienangaben zufolge der Infrastruktur-Investor Macquarie aus Australien und der tschechische Energiekonzern EPH.

APA
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Allianz bietet zusammen mit Italienern für OMV-Gasnetz

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Wien/München, 27.07.2016

Die Allianz ist Finanzkreisen zufolge zusammen mit dem italienischen Gasnetzbetreiber Snam im Rennen um die zum Verkauf stehende Gasnetz-Tochter des Ölkonzerns OMV. Dies sagten mehrere mit dem Verkaufsprozess vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

Das Konsortium dürfte für den 49-Prozent-Anteil an Gas Connect Austria ebenso bieten wie der Infrastruktur-Investor Macquarie aus Australien und der tschechische Energiekonzern EPH.

Die "Presse" hatte zuvor berichtet, der heimische Versicherungskonzern Allianz Österreich biete im Konsortium mit dem kanadischen Pensionsfonds Borealis Infrastructure. Der italienische Pipelinebetreiber Snam sei ein Rivale der Allianz im Bieterstreit.

Die verbindlichen Offerten seien Ende der Woche fällig, sagten die Insider. Sie dürften zwischen 500 und 600 Millionen Euro liegen. Die OMV will mit dem Teilverkauf Geld für Investitionen in die Kasse bringen. Ein OMV-Sprecher sagte nur, die Verträge sollten bis Ende des Jahres unterschrieben werden.

Snam, Macquarie, die Allianz und EPH wollten sich dazu nicht äußern. Energienetze sind für Finanzinvestoren attraktiv, weil sie langfristig stabile Renditen versprechen. Snam, schon jetzt der größte Gasnetz-Betreiber in Europa, will die Branche weiter konsolidieren.

Der Teilverkauf der Gas Connect ist in Österreich umstritten. Das Pro-Lager befürwortet den Verkauf, weil wahrscheinlich ein hoher Preis erzielt werden kann, die Verkaufsgegner wollen einen sicheren Gewinnlieferanten nicht abstoßen und verweisen auf die infrastrukturelle Bedeutung.

APA/Reuters
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Statoil kürzt Investitionen nach Gewinneinbruch

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Oslo/Stavanger, 27.07.2016

Der norwegische Ölkonzern Statoil schraubt nach einem Gewinneinbruch wie der britische Rivale BP seine Investitionen weiter herunter. Im zweiten Quartal verdiente Statoil nach Angaben vom Mittwoch nur noch 913 Mio. Dollar (830,23 Mio. Euro) - etwa 70 Prozent weniger als vor Jahresfrist und deutlich weniger als erwartet.

Neben dem niedrigen Ölpreis machen dem Unternehmen hohe Kosten und schwache Renditen im Raffineriegeschäft zu schaffen. Sie drosselten deswegen ihre Investitionen erneut und wollen nun nur noch zwölf Milliarden Dollar ausgeben, eine Milliarde weniger als zuletzt. Die Statoil-Aktie gab fast vier Prozent nach.

Dem Konzern mache zu schaffen, dass auf dem Heimatmarkt die Menge des geförderten Öls zurückging, sagte Analyst Teodor Sveen-Nilsen von der Swedbank. Dazu kämen höhere Kosten für die Suche nach Förderquellen und gestiegene Betriebsausgaben.

Auch BP will seine Investitionen reduzieren. Die Branche leidet unter dem niedrigen Ölpreis. Ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent kostet derzeit etwa 45 Dollar. Das ist zwar deutlich mehr als zu Jahresbeginn, aber immer noch weniger als halb so viel wie im Jahr 2014. Fachleute gehen davon aus, dass die Multis ab einem Preis von 60 Dollar Geld verdienen.

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Verbund und voestalpine vertiefen Partnerschaft

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Linz/Wien, 27.07.2016

Der Verbund und die voestalpine intensivieren ihr Zusammenarbeit, vorerst ist eine Kooperation für 6 Jahre angedacht. Eine Fotovoltaikanlage am voest-Standort Leoben ist geplant. "Die Energiewirtschaft der Vergangenheit ist nicht mehr die Energiewirtschaft der Zukunft", so Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber. Er und Voest-Chef Wolfgang Eder verlangen stabile Rahmenbedingungen vonseiten der Politik.

Die Klimaziele der Europäischen Union sehen eine Senkung der CO2-Emissionen um 40 Prozent bis 2030 vor. Ein erster Schritt zur Erreichung dieser Ziele sei eine Brückentechnologie, bei der Erdgas anstelle von Kohle zur Stahlerzeugung eingesetzt werde, dadurch konnten die konzernweiten Emissionen bereits um 5 Prozent gesenkt worden, so Eder. In der Wasserstoffforschung arbeiten die beiden Unternehmen künftig zusammen. Zur langfristigen Perspektive betont der voest-Chef: "Wasserstoff ist der einzige realistische Weg für die Zukunft der Stahlerzeugung". Bis Ende 2016 wird es einen Errichtungsbeschluss für eine Wasserstoffanlage in Linz geben, Ende 2018 soll der Bau abgeschlossen sein.

Anzengruber betont, dass auch die Energiebranche im Wandel begriffen sei, deshalb positioniere sich der Verbund immer mehr auch im Strommanagement. Der Verbund will zukünftig auch seine Wertschöpfungskette durch die Herstellung von Wasserstoff erweitern.

Als Zeitraum der Verwirklichung einer Umstellung auf Wasserstoff sehen die beiden Industriekapitäne 15 bis 20 Jahre. Eder:"Kürzerer Zeitraum ist eine Illusion." Für jedes stahlerzeugendes europäisches Unternehmen ist Wasserstoff ein Thema, so Eder.

Beide sehen auch die Politik gefordert. "Der Industriestandort Österreich hängt von diesen Entscheidungen ab", so Anzengruber. Zum einen fordert er einen langfristigen stabilen politischen Rahmen und verlangt ein Bekenntnis der Politik zu erneuerbaren Energien. Anzengruber kann sich auch eine Steuererleichterung in den ersten Jahren nach einer Investition vorstellen um das Investitionsklima zu verbessern. Außerdem kritisiert Anzengruber Output-Förderungen als nicht zielführend.

Eine Obergrenze für die für CO2-Zertifikate fordert Wolfgang Eder, ansonsten werde der Standort Europa irgendwann uninteressant. Er kann sich auch eine Abgabenbefreiung für Benchmark-Unternehmen vorstellen.

Ein vorerst auf sechs Jahre abgeschlossener Stromliefervertrag für einzelne Unternehmensstandorte der voestalpine in Österreich vertieft zudem bereits bestehende Geschäftsbeziehungen.

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Eni und Saipem müssen wegen Schmiergeldzahlungen vor Gericht

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Rom, 27.07.2016

Eni und die Tochter Saipem müssen sich wegen Schmiergeldzahlungen in Algerien vor Gericht verantworten. Eine Mailänder Untersuchungsrichterin hat am Mittwoch die Eröffnung eines Verfahrens gegen die beiden Gesellschaften, gegen den ehemaligen ENI-Chef Paolo Scaroni sowie gegen sieben weitere Manager beschlossen.

Der Prozess beginnt am 5. Dezember. Die Angeklagten werden verdächtigt, über den Öldienstleister Saipem einem algerischen Energieminister und seinen Mitarbeitern Schmiergelder in Höhe von 200 Mio. Euro gezahlt zu haben, um sich Aufträge zu sichern.

Wegen dieser Affäre waren 2011 bereits Saipems CEO Pietro Franco Tali und Finanzdirektor Alessandro Bernini zurückgetreten. Saipem befasst sich mit der Herstellung und Installation von Maschinen, Plattformen und weiteren Produkten für die Erdölgewinnung, dem Legen von Pipelines und dem Bohren nach Gas- und Ölvorkommen.

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APG-Chefin pocht auf Vetorecht für Kraftwerks-Schließungen

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Wien, 26.07.2016

APG-Vorstandschefin Ulrike Baumgartner-Gabitzer hat im Hinblick auf die Versorgungssicherheit mit Strom ihre Forderung nach einem gesetzlich verankerten Vetorecht des Übertragungsnetzbetreibers für geplante Kraftwerks-Schließungen erneuert. Im Ministerium habe mittlerweile jeder die Situation verstanden, es spieße sich aber an einer Gesetzesänderung, für die eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig sei.

Wenn Kraftwerke verkauft oder geschlossen werden sollten, sollte sich die APG "dazu äußern können, ob wir diese Kraftwerke für die Netzstabilität brauchen", so Baumgartner-Gabitzer im Interview mit dem "WirtschaftsBlatt" (Dienstag). Dabei gehe es nicht nur um die Kapazitäten, sondern auch die geografische Lage der Anlagen. "Natürlich überlegen wir uns, was passieren könnte, wenn der Verbund das Kraftwerk Mellach verkauft", so die APG-Chefin: "Der neue Betreiber würde es sicherlich eine Zeit lang weiterführen. Aber was machen wir, wenn er pleitegeht?"

Abgesehen vom Vetorecht wünsche man sich auch schnellere Stromleitungs-Genehmigungsverfahren. Mittlerweile sei alles so komplex geworden, dass sich die Vollziehung schwertue: "Zur geplanten 380-kV-Salzburg-Leitung beliefert uns regelmäßig ein Klein-Lkw mit Aktenordnern." Zu der Leitung verfügt die APG seit Jänner über den Bescheid erster Instanz. Als nächstes ist das Bundesverwaltungsgericht am Zug. "Wir hoffen im nächsten Jahr auf einen Bescheid zweiter Instanz, um den Baubeschluss fassen zu können", so Baumgartner-Gabitzer. Die Bauzeit betrage rund vier Jahre, je nachdem, welche Auflagen vorgeschrieben würden. Die Kosten lägen nach wie vor bei rund 650 Mio. Euro. "Wenn es mehr Wettbewerb gibt, dann wird es billiger. Wir schreiben den Bau ja aus", so die APG-Chefin.

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Erdgas: Südosteuropa vernetzt sich

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Wien, 26.07.2016

Ab Herbst werden das rumänische und das bulgarische Gasnetz verbunden. Das ist ein wichtiger Schritt zum vernetzten Gasmarkt auf dem Balkan, der nicht allen schmeckt.
 

Am Ende gingen die Wünsche des Premierministers auf: Er hoffe, so sagte der rumänische Regierungschef, Dacian Ciolo¸s, Anfang Juni, dass die Bauarbeiten zur Verbindung der Gasleitungssysteme seines Landes mit dem des Nachbarn Bulgarien in wenigen Monaten fertiggestellt würden. Nun, Ende Juli, steht fest: Über einen Interkonnektor kann ab Herbst Erdgas zwischen den beiden Städten Ruse und Giurgiu hin-und hertransportiert werden. Gebaut hat ihn ein Konsortium, dem das oberösterreichische Bauunternehmen Habau angehört.
 
Unter der Donau durch Bereits im April haben die beiden staatlich kontrollierten Netzbetreiber, Bulgartransgaz auf der bulgarischen Seite und Transgaz für Rumänien, die Abkommen über den Bau des letzten Teilstücks der 25 Kilometer langen Pipeline unterzeichnet. Den Zuschlag für das technisch anspruchsvollste Teilstück, das rund zwei Kilometer direkt unter dem Grenzfluss Donau gelegt wird, hat damals Habau erhalten, ebenso wenig später den Zuschlag für eine Ersatzpipeline. "Die Errichtungsarbeiten laufen super, wir haben zu bohren begonnen. Der Bau schreitet voran", sagt Habau-Geschäftsführer Karl Leidenfrost zum WirtschaftsBlatt.
 
Die Zusatzleitungen wurden auf beiden Seiten bereits verlegt.
 
In Zukunft sollen nach Angaben der bulgarischen Nachrichtenagentur Novinite hier jährlich 1,5 Millionen Kubikmeter Gas fließen. Auch deshalb wird das Projekt als Meilenstein der Diversifikation der Ergdasquellen in Südosteuropa, wie es die Europäische Energieunion vorsieht, verstanden. Um die Fortschritte vor allem in Südosteuropa zu beschleunigen, hat die Kommission eigens die sogenannte Cesec-Gruppe (siehe Kasten) eingesetzt.
 
Abhängig von Russland
 
Das EU-Mitglied Bulgarien hängt als ein Erbe der sozialistischen Vorwendezeit quasi vollständig am russischen Erdgashahn. Rumänien hingegen kann sich über eigene Erdgasquellen zu einem großen Teil selbst versorgen.
 
Rezente Gasfunde vor der Schwarzmeerküste, die Tiefseebohrungen eines Konsortiums rund um Exxon Mobile und der rumänischen OMV-Tochter Petrom bestätigten, lassen Bukarest gar vom künftigen Erdgasexport träumen. Dereinst soll eine neue Pipeline, Brua, dieses Gas bis nach Österreich schicken, so die Transgaz-Pläne.
 
Vorerst aber muss das Land aufgrund der EU-Gesetze seine Transitgasleitung vom Dörfchen Isaceea an der ukrainischen Grenze zum Verteilerpunkt Negru-Voda an der bulgarischen Grenze, die bislang russisches Gas über die Ukraine transportierte, für andere Betreiber neben dem russischen Staatsmonopolisten Gazprom öffnen. Ein entsprechendes Abkommen wurde ebenfalls vor Kurzem zwischen Transgaz und dem ukrainischen Netzbetreiber Ukrtransgaz unterfertigt.
 
Nutzung verwehrt
 
Bislang wurde die Transitroute nur von Gazprom-abgesichert durch Verträge aus den Jahren 1986 und 1996, die Ende des Jahres auslaufen-genutzt, um Gas nach Bulgarien, Mazedonien, Griechenland und die Türkei zu liefern. Die Kapazität der Transitpipeline soll der russische Staatsmonopolist rumänischen Informationen zufolge nur zur Hälfte genutzt haben. Anderen blieb der Zugang trotzdem durch die Vertragsbestimmungen verwehrt. Weil Bukarest die Vorrechte von Gazprom nicht früher beschnitten hat, hat die EU-Kommission bereits 2011 mit einem Verfahren gedroht. Rumänien selbst importiert rund zwei Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Russland.
 
Austausch mit der Ukraine
 
Rumänien muss nicht nur dafür sorgen, dass das rumänische Gasnetz mit dem ukrainischen verbunden wird, sondern auch dafür, dass der Austausch in beide Seiten passieren kann. Dies ist technisch derzeit nicht möglich. Kritiker in Rumänien gehen davon aus, dass die Anknüpfung des rumänischen Systems an die Nachbarländer den Interessen einiger Kreise im Land widerspreche. Sie wollen demnach billiges rumänisches Gas weiterhin an ihre Günstlinge verteilen, anstatt dies in einen modernen europäischen Gaskreislauf einzuspeisen.
 
Der technokratische rumänische Regierungschef Ciolo¸s war unter anderem im Herbst angetreten, diese Machtkreise zu schwächen. Längst steht fest, dass dies mehr als ein paar Monate dauern wird.

Von Eva Konzett; Patrizia Reidl

"WirtschaftsBlatt" Nr. 5147/2016
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Kleinwasserkraftwerke geraten finanziell massiv unter Druck

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Innsbruck, 26.07.2016

Strommarkt lässt Gemeinden zittern: Im Land schrillen die Alarmglocken, Energiereferent Josef Geisler bestätigt Überlegungen von Landeshaftungen.
 
Die Kleinwasserkraftwerke sind in den vergangenen Monaten in die Problemzone gerutscht. Mit dem Verfall der Strompreise geraten vor allem jene Kraftwerke in finanzielle Schieflage, die erst vor wenigen Jahren in Betrieb gegangen sind. Die Refinanzierung über die Stromeinspeisung spielt es derzeit nicht. Statt Gewinne abzuwerfen, werden die Kleinkraftwerke zur Sparkasse. "Bei nicht einmal drei Cent je Kilowattstunde kann niemand Wasserkraftwerke betreiben, geschweige denn revitalisieren oder neue errichten",sagte der Präsident von Kleinwasserkraft Österreich Christoph Wagner. Dem Verband gehören mehr als 1000 Wasserkraftbetreiber in Österreich an. Aufgrund der niedrigen Preise befürchtet Wagner, dass möglicherweise ein Drittel der Kleinkraftwerke stillgelegt wird. Sechs Cent für eine Kilowattstunde wären aus seiner Sicht betriebswirtschaftlich notwendig.
 
Auch in Tirol hat sich die Situation massiv zugespitzt. Zuletzt wurden intensive Gespräche in der Landesregierung geführt. Rund 950 Kleinwasserkraftwerke gibt es im Land, sie versorgen an die 435.000 Haushalte. Gemeinden, die in den vergangenen Jahren in Kleinwasserkraft investiert haben und jetzt Darlehen zurückzahlen müssen, geraten unter Druck. Und sie stehen letztlich im Innsbrucker Landhaus auf der Matte. Selbst das im Oktober 2014 eröffnete und als Vorzeigekleinkraftwerk bezeichnete Kraftwerk Stanzertal im Oberland ist davon betroffen. Als Gesellschafter der Wasserkraft Stanzertal GmbH fungieren die Gemeinden St. Anton, Pettneu, Flirsch, Strengen und Zams sowie die E-Werke Reutte, die Energie-&Wirtschaftsbetriebe St. Anton GmbH, die Stadtwerke Imst und der Projektentwickler Infra.
 
Mit sechs bis sieben Cent haben die Betreiber gerechnet, aus den Stromerlösen sollten letztlich die Investitionskosten abgegolten und die Kredite bedient werden. Das ist derzeit aber nicht möglich. Die Bürgermeister haben deshalb bereits bei der Landespolitik vorgesprochen, über Lösungen wird verhandelt. 58 Millionen wurden in das Kraftwerk Stanzertal investiert.
 
Energiereferent und Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (VP) bestätigt die prekäre Lage der "neu errichteten Anlagen".Jene, die bereits abgeschrieben seien, hätten keine großen Probleme. "Schuld an der Misere ist die völlig verfehlte Energiepolitik in Europa und die falschen Förderungen",übt Geisler scharfe Kritik. Gleichzeitig geht er davon aus, dass die Strompreise doch wieder anziehen würden. "Es gibt leichte Anzeichen dafür, für die in Tirol angestrebte Energiewende benötigen wir nämlich auch die Kleinwasserkraft."
 
Als mögliche Hilfestellungen für die Gemeinden werden Landeshaftungen überlegt. "Es geht außerdem darum, Kredite zu strecken, damit die betroffenen Kommunen die finanzielle Belastung stemmen können."Und einige würden wohl frisches Kapital benötigen. Angesprochen auf das Kraftwerk Stanzertal geht Geisler davon aus, dass hier sicher ein Ausweg gefunden wird, "schließlich gibt es mit den E-Werken Reutte einen leistungsfähigen Gesellschafter".
 
Die Gemeinde Strengen hat rund 230.000 Euro an Darlehen für das Kraftwerk Stanzertal aufgenommen. Für Bürgermeister Harald Sieß ist die Finanzierung trotz der niedrigen Energiepreise allerdings gesichert. Er bestätigt Verhandlungen darüber. Die Entscheidung über den Kraftwerksbau bereut er keinesfalls. "Das war eine wichtige Investition in die Zukunft."

Von Peter Nindler

"Tiroler Tageszeitung" vom 25.07.2016
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EU nimmt Verkehrssektor ins Visier

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Brüssel, 26.07.2016

In ihrem ersten größeren Klimapaket seit dem Pariser Abkommen hat die Europäische Kommission den EU-Mitgliedstaaten nun konkrete CO2-Senkungsziele bis 2030 vorgegeben. Betroffen sind alle Branchen, die bislang nicht in den Emissionshandel eingebunden sind - und damit vor allem der Verkehrssektor.

Die Europäische Kommission hat die ambitionierten Klimaschutzziele der EU bekräftigt, die bis 2030 eine Senkung der Treibhausgasemissionen um mindestens 40 % vorsehen. Die in den europäischen CO2-Handel eingebundenen Industrie- und Energiebranchen müssen demnach eine Senkung ihrer Emissionen um 43 % erreichen; alle anderen Sektoren sollen 2030 im Vergleich zu 2005 etwa 30 % weniger CO2 ausstoßen. Die Brüsseler Kommission einigte sich nun auf konkrete nationale Vorgaben, über die dieses Ziel erreicht werden kann. Betroffen hiervon sind die Bereiche Verkehr, Gebäude, Abfälle oder auch Land- und Forstwirtschaft. Diese Branchen sind in Ländern wie Deutschland immerhin für rund die Hälfte der Treibhausgasemissionen verantwortlich.
 
Die verbindlichen Ziele, welche die EU-Mitgliedstaaten nun umsetzen müssen, sehen Emissionssenkungen zwischen 0 und 40 % vor (siehe Tabelle). Deutschland gehört mit einer Vorgabe von minus 38 % zu den am stärksten betroffenen Staaten.
 
Der für die Energieunion zuständige EU-Kommissionsvize Maros Sefkovic sagte in Brüssel, für die Mitgliedstaaten seien die Vorgaben keine Überraschung, sondern mit ihnen zuvor abgesprochen. Die nationalen Ziele berücksichtigten auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in den einzelnen Ländern. EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete betonte, die Ziele seien "realistisch, fair und flexibel" und setzten die richtigen Anreize auch für Investitionen. Das Paket sei ein weiterer Schritt hin zu einer CO2-armen Wirtschaft. Nach Angaben der EU-Kommission wurden die Treibhausgasemissionen von 1990 bis 2014 bereits um insgesamt knapp 25 % gesenkt. Die Wirtschaft sei im gleichen Zeitraum deutlich gewachsen.
 
Zeitgleich mit den nationalen Vorgaben veröffentlichte die Kommission auch eine Strategie für eine emissionsarme Mobilität in Europa. Der Verkehr verursache aktuell ein Viertel der Treibhausgasemissionen, sagte die zuständige Kommissarin Violeta Bulc in Brüssel. Daher wolle sich die EU für eine höhere Effizienz des Verkehrssystems, die raschere Einführung alternativer und emissionsarmer Energieträger sowie des Übergangs zu emissionsfreien Fahrzeugen einsetzen.
 
Unter anderem sollen im kommenden Jahr CO2-Grenzwerte für Lastkraftwagen und Busse eingeführt werden, um die hier steigenden Emissionen zu stoppen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) wandte sich gegen starre Grenzwerte.
 
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(c) Boersen-Zeitung, Frankfurt

"Börsen Zeitung" vom 21.07.2016
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Repower verkauft Geschäft in Rumänien

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Bern, 26.07.2016

Der Schweizer Energiekonzern Repower verkauft sein Geschäft in Rumänien an die MET Gruppe. Auch die 30 Mitarbeiter werden von dem in Zug ansässigen Energiehandelsunternehmen übernommen, wie Repower am Montag mitteilte.

Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Verkauf des Geschäfts in Rumänien entspreche der im Dezember 2015 formulierten Strategie, sich auf die Märkte Schweiz und Italien zu konzentrieren.

APA/sda
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BP schraubt Investitionen nach Gewinneinbruch weiter zurück

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London, 26.07.2016

Angesichts der Kosten für die gigantische Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor mehr als sechs Jahren schreibt der britische Energiekonzern BP weiter rote Zahlen. Im zweiten Quartal musste das Unternehmen einen Verlust von 1,4 Milliarden Dollar (1,28 Mrd. Euro) hinnehmen, wie BP am Dienstag mitteilte.

Im Vorjahreszeitraum war das Minus mit 5,8 Milliarden Dollar allerdings noch mehr als vier Mal so hoch ausgefallen. BP kämpft sechs Jahre nach der Katastrophe im Golf von Mexiko noch immer mit den Belastungen aus der "Deepwater-Horizon"-Katastrophe. Der um die Folgekosten für das Unglück bereinigte Gewinn brach im zweiten Quartal um 45 Prozent auf 720 Millionen US-Dollar ein. Im Vorjahr hatte BP noch 1,3 Milliarden Dollar verdient.

Der Ölriese kündigte an, nun im laufenden Jahr weniger als 17 Mrd. Dollar investieren zu wollen. Um die Kosten zu reduzieren, hatte BP im vergangenen Jahr seine Ausgaben dreimal zurückgefahren und fast 10 Prozent der 80.000 Mitarbeiter gekündigt.

Erst kürzlich hatte das Unternehmen die Kosten für die Katastrophe nach der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" im April 2010 auf 61,6 Milliarden Dollar festgelegt. "Wir freuen uns sehr, dass wir endlich einen Schlussstrich unter die materiellen Verpflichtungen für "Deepwater Horizon" ziehen können", betonte BP-Chef Bob Dudley bei der Vorstellung der Quartalszahlen. Durch den "tragischen Unfall" sei BP "stärker" und "disziplinierter" geworden.

Die "Deepwater Horizon" war am 20. April 2010 explodiert. Elf Arbeiter kamen ums Leben, hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. 87 Tage dauerte es, bis BP das Leck schließen konnte. Die Küsten der US-Bundesstaaten Louisiana, Texas, Mississippi, Alabama und Florida wurden schwer verschmutzt.

Auch die niedrigen Ölpreise machten dem Konzern zu schaffen. Während BP vor einem Jahr noch 62 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kassierte, waren es im zweiten Quartal lediglich 46 Dollar. Druck bringen die derzeit niedrigen Gewinnmargen im Raffineriegeschäft, die nach Aussage von Dudley zwischen April und Ende Juni auf den niedrigsten Stand seit 2010 rutschten. Zwar hat sich der Ölpreis inzwischen wieder etwas erholt im Vergleich zum Jahresbeginn, doch das Umfeld wird nicht einfacher. Der Margendruck dürfte im dritten Quartal zunehmen und die Produktion wegen Wartungsarbeiten zudem niedriger ausfallen, warnte Dudley am Dienstag.

Trotz des Gewinneinbruchs zeigte sich Dudley zuversichtlich: "Wir führen signifikante Verbesserungen in unser Geschäft ein, die unabhängig vom Ölpreis sind. Wir sind auf einem guten Weg unser Geschäft wettbewerbsfähig zu machen", erklärte Dudley in einer Mitteilung.

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Hochspannungsleitung Albanien-Mazedonien ist gesichert

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Tirana/Skopje, 26.07.2016

Durch einen 50-Millionen-Euro-Kredit der deutschen Förderbank KfW werden nun laut Medienberichten Voraussetzungen für den Bau einer 126 Kilometer langen 400-kV-Hochspannungsleitung zwischen Elbasan (Zentral-Albanien) und Bitola (Südwestmazedonien) gesichert werden. Der Kreditvertrag soll heute von der albanischen Regierung unterzeichnet werden.

Das Bauvorhaben im Volumen von 70 Mio. Euro soll laut dem Internetportal BIRN zudem auch vom albanischen Stromübertragungssystems OST (Operatori i Sistemit te Transmetimit) und der Europäischen Union mitfinanziert werden. Der Beginn der Bauarbeiten ist für Anfang 2017 geplant, die Fertigstellung der Hochspannungsleitung wird für 2018 erwartet.

Erst kürzlich wurde eine 400-kV-Hochspannungsleitung zwischen Tirana und der kosovarischen Hauptstadt Prishtina fertiggestellt, die ebenfalls von der KfW mitfinanziert wurde.

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Fernkälte legte 2015 um fast 30 Prozent zu

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Wien, 26.07.2016

Die Fernkälte als Alternative zu Klimaanlagen ist in Österreich weiter am Vormarsch. Voriges Jahr stieg der Fernkälte-Verbrauch österreichweit um beinahe 29 Prozent auf 138 Gigawattstunden (GWh), teilte der Fachverband der Gas- und Wärmeversorger am Dienstag mit. Die Länge des Fernkälte-Netzes wuchs um gut ein Viertel auf knapp 18 Kilometer.

Auch künftig solle die Fernkälte zur Dämpfung des Stromverbrauchs beitragen. Die Stromeinsparung der aktuell genehmigten Fernkälte-Projekte mit 40 GWh pro Jahr entspreche dem Jahresstromverbrauch von 15.000 Haushalten.

In Wien soll die Fernkälteleistung bis 2020 auf 200 Megawatt (MW) ausgebaut werden - das entspreche der Kühlleistung von weit über 1,2 Millionen herkömmlichen Kühlschränken, hieß es am Dienstag. Vor einem Jahr wurde erklärt, dass 13 Fernkältezentren in Wien rund 100 MW Leistung produzieren. Jährlich will die Wien Energie das Fernkälte-Volumen um 10 bis 20 MW steigern, das genaue Ausmaß hänge von der Kälteabnahme durch Kunden rund um die Zentren ab, hieß es am Dienstag auf Anfrage beim Fachverband.

Hergestellt wird Fernkälte unter anderem aus nutzbarer Abwärme aus Industrie, Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) oder Abfallverbrennung. Die "saubere Kälte" verbrauche gegenüber konventionellen Klimaanlagen fünf- bis zehnmal weniger Primärenergie und spare ebenso viel an Kohlendioxid (CO2), so der Fachverband.

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US-Konzern fordert knapp 800 Mio. Dollar von Solarworld

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Düsseldorf, 26.07.2016

Im Streit um einen Liefervertrag fordert der US-Konzern Hemlock knapp 800 Millionen Dollar (728 Mio. Euro) Schadenersatz vom Bonner Solarkonzern Solarworld. Der Silizium-Lieferant legte seinen Berechnungen ausstehende Zahlungen von rund 585 Mio. Dollar mit einer jährlichen Verzinsung von 12 Prozent zugrunde, hieß es in einer Erklärung des zuständigen US-Gerichts.

Damit summieren sich die Forderungen auf 793,5 Millionen Dollar. Richter Thomas L. Ludington hatte Schadenersatzansprüche von Hemlock für berechtigt erklärt und die US-Firma aufgefordert, ihre Forderungen aufzulisten. Sein erstinstanzliches Urteil steht aber noch aus. Solarworld-Chef Frank Asbeck hatte zuletzt bekräftigt, im Falle einer Niederlage Rechtsmittel einzulegen.

Hemlock hat die Solarworld-Tochter Deutsche Solar verklagt. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung um nicht abgenommenes Silizium. In den Boom-Jahren der Solarbranche waren Zellenhersteller bereit, fast jeden Preis für Silizium zu zahlen und schlossen langfristige Verträge. Im Abschwung rächte sich das. Im Geschäftsbericht warnt Solarworld, dass eine Verurteilung auf Zahlung der geforderten Summe das Unternehmen in seinem Bestand gefährden würde. Asbeck hatte die liquiden Mittel zuletzt mit rund 183 Mio. Euro beziffert. 2015 verbuchte der seit Jahren Verluste schreibende Konzern bei einem Umsatz von 763 Mio. Euro einen Fehlbetrag von 33,2 Mio. Euro.

Richter Ludington hatte dem Antrag von Hemlock auf ein beschleunigtes Verfahren ohne Jury und weitere Anhörung stattgegeben. Solarworld-Chef Asbeck hatte im Reuters-Interview im Frühjahr erklärt, dass er sich auf einen langen Klageweg einstelle. Er bezweifele, dass im Falle einer Verurteilung die Vollstreckung in Deutschland durchsetzbar sei, da der Vertrag gegen das europäische Kartellrecht verstoße. Das hätten hiesige Rechtsgutachten ergeben.

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Brüssel entbindet E.ON von Verpflichtungen

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Brüssel, 26.07.2016

Der deutsche Energiekonzern E.ON und seine neue Gas- und Kohle-Tochter Uniper sind fast fünf Jahre früher als geplant von Verpflichtungen zugunsten der Konkurrenz auf dem deutschen Gasmarkt entbunden worden.

Unter anderem aufgrund des gestiegenen Wettbewerbs sei es nicht mehr erforderlich, dass das Unternehmen seine langfristigen Buchungen von Netzkapazitäten einschränke, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Der Konkurrenz stünden inzwischen ausreichende Gas-Transportkapazitäten zur Verfügung.

Seit der Aufspaltung des E.ON-Konzerns in "alte" und "neue" Energie zu Jahresbeginn wird das Gasgeschäft von der Tochter Uniper geführt. Auf Drängen der EU-Kommission hin hatte sich E.ON 2010 nach einer kartellrechtlichen Untersuchung zur Freigabe umfangreicher Netzkapazitäten verpflichtet. Zugleich wurde festgelegt, dass das Unternehmen nicht mehr als 54 Prozent Gesamtkapazität buchen darf. Die Verpflichtungen sollten ursprünglich bis April 2021 gelten.

Zwischenzeitlich war der Gaspreis deutlich gefallen - allein 2014 gaben die Tagespreise an der Energiebörse EEX im Jahresmittel um 22 Prozent nach. In Deutschland nahmen die Gaskraftwerke deutlich weniger ab, weil sie wegen der Energiewende und der Konkurrenz von Wind- und Sonnenenergie immer seltener nachgefragt wurden.

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Haushaltsenergie-Preise im Juni um 5,8 Prozent unter Vorjahr

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Wien, 25.07.2016

Die Preise für Haushaltsenergie sind im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,8 Prozent gesunken. Der Preisrückgang hat sich damit etwas verlangsamt, im Mai lagen die Haushaltsenergiepreise noch um 6,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dies geht aus dem von der Österreichischen Energieagentur berechneten Energiepreisindex (EPI) hervor. Billiger waren im Juni vor allem Treibstoffe und Heizöl.

Im Vergleich zum Vormonat Mai 2016 stiegen die Preise für Haushaltsenergie um 1,3 Prozent und damit etwas weniger stark als im Mai (+2,1 Prozent gegenüber April). Abgeschwächt hat sich hier vor allem die Teuerung bei Sprit und Heizöl. Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,6 Prozent und gegenüber Mai um 0,1 Prozent gestiegen.

Sprit war im Juni 2016 um 10 Prozent billiger als im Juni 2015 (Mai: minus 11,9 Prozent). Superbenzin kostete um 10,1 Prozent weniger und Diesel um 10 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat Mai stiegen die Treibstoffpreise um 2,7 Prozent. Die Teuerung im Monatsvergleich fiel damit etwas geringer aus als im Mai mit plus 4,2 Prozent. Diesel verteuerte sich von Mai auf Juni 2016 um 3,1 Prozent, Superbenzin um 2 Prozent. Superbenzin war damit so teuer wie zuletzt im September 2015, Diesel wie im Oktober 2015.

Heizöl war im Jahresvergleich um 16,3 Prozent günstiger. Eine Tankfüllung von 3.000 Litern kostete laut Energieagentur damit um 380 Euro weniger als im Juni 2015. Im Vergleich zum Mai 2016 war Heizöl im Juni um 3,5 Prozent teurer, eine Tankfüllung (3.000 Liter) war um 310 Euro teurer als im Jänner.

Der Gaspreis sank im Vergleich zu Juni 2016 um 2,3 Prozent und lag damit auf dem niedrigsten Wert seit September 2011. Strom war um 1,1 Prozent teurer, Fernwärme um 1 Prozent billiger.

Feste Brennstoffe kosteten um 0,4 Prozent weniger. Holzbriketts verteuerten sich dabei um 1,6 Prozent. Brennholz verbilligte sich um 0,3 Prozent. Holzpellets kosteten um 2,7 Prozent weniger. Die Verbilligungen der vergangenen Monate ließen den Pellets-Preis auf den niedrigsten Wert seit Oktober 2012 fallen.

Im Vergleich zum Vormonat Mai verteuert sich Fernwärme um 0,4 Prozent. Billiger waren feste Brennstoffe (minus 1,0 Prozent), Brennholz (minus 1,1 Prozent), Holzpellets (minus 0,8 Prozent) und Holzbriketts (minus 0,7 Prozent). Der Strom- und Gaspreis bleiben unverändert.

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WWF will Vorarlberg bei Wasserkraftausbau einbremsen

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Bregenz, 25.07.2016

Einerseits Lob für die ambitionierten Klimaschutzziele, andererseits aber auch Tadel für eine zu einseitige Ausrichtung erhält das Land Vorarlberg in Form einer aktuellen Studie des WWF. Vorarlberg brauche einen ausgewogeneren Mix von erneuerbaren Energieträgern, um seine "Flussjuwele dauerhaft zu schützen", so die Umweltorganisation.

Der WWF hat die Vereinbarkeit von Energiewende und Gewässerschutz erstmals in einer Studie auf Bundesländerebene untersuchen lassen. Den Beginn machte Vorarlberg. Auf Basis der Energiebilanzen der Statistik Austria wurde ein Szenario einer naturverträglichen Energiewende bis 2050 erstellt und mit der aktuellen Energiepolitik des Bundeslandes verglichen. Die WWF-Berechnungen belegten, dass in Vorarlberg bis 2050 eine Reduktion des Endenergiebedarfs um 44 Prozent machbar ist. "Das Land hat sich sogar noch höhere Ziele gesetzt" und sei somit "Vorbild für ganz Österreich".

Die Pläne zum Wasserkraftausbau in Vorarlberg könnten laut WWF-Studie allerdings stark zurückgeschraubt werden: Für die Energiewende genüge ein Plus von 75 GWh bis 2050, das aktuelle Ziel des Landes, die Wasserkraftnutzung bis 2050 um 350 GWh zu steigern, "ist naturverträglich nicht umsetzbar", so Bettina Urbanek, Gewässerpolitik-Expertin beim WWF Österreich. Bei geänderter Schwerpunktsetzung im Erneuerbaren-Mix sei dies auch gar nicht nötig. So könnten in Vorarlberg 172 km Fließgewässerstrecken dauerhaft bewahrt werden. Darunter befinden sich beispielsweise Abschnitte der Bregenzer Ache, deren Zubringer Mellenbach, Schmiedebach und Subersach, sowie des Lech-Zubringers Stierlochbach oder der Meng.

Allein eine zusätzliche Solarenergie-Nutzung brächte nach WWF-Berechnungen ein realistisches Plus von 951 GWh bei Photovoltaik und von 557 GWh bei Solarthermie. Eine weitere Steigerung der Biomasse-Nutzung habe ein Potenzial von weiteren 448 GWh. Die energetische Verwertung von Abfällen könnte bereits ab 2020 die Nahwärmenetze der Vorarlberger Ballungszentren wesentlich unterstützen.

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Ölsorte Brent auf Zweieinhalb-Monatstief

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Frankfurt/London, 25.07.2016

Spekulationen auf ein Überangebot in den USA haben am Montag die Ölpreise belastet. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um rund zwei Prozent auf 44,81 Dollar (40,7 Euro) je Barrel (159 Liter). Das war der niedrigste Preis seit Mitte Mai. US-Leichtöl WTI kostete mit 43,22 Dollar 2,2 Prozent weniger.

Zum einen belaste die Aussicht auf weiterhin hohe US-Bestände die Preise. Zum anderen setzten viele Anleger angesichts einer schleppenden Konjunktur weltweit auf eine sinkende Nachfrage. "Die Marktstimmung ist angeschlagen. Die Finanzanleger ziehen sich weiter aus dem Ölmarkt zurück und verstärken somit den Abgabedruck", schrieben die Commerzbank-Analysten in einer Kurzstudie.

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