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Allianz von OPEC- und Nicht-OPEC-Staaten hält Öl-Limit ein

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Wien, 23.06.2017

Das Bündnis der OPEC- und Nicht-OPEC-Länder fördert nach eigenen Angaben weniger Öl als vom freiwilligen Produktionslimit vorgeschrieben. Die Vorgaben seien im Mai zu 106 Prozent erfüllt worden, teilte die OPEC in Wien mit. Im Mai hatten die 24 beteiligten Förderländer beschlossen, ihre Strategie des knapperen Öls bis zum März 2018 fortzusetzen.

Durch diesen Schritt erhoffen sie sich eine Stabilisierung des Ölpreises bei zumindest 50 Dollar oder mehr. Aktuell liegt der Preis für ein Barrel (je 159 Liter) bei rund 43 Dollar - und damit noch unter dem Niveau zu Beginn der Kampagne.

Das Förderlimit erlaubt eine Produktion von 32,5 Millionen Barrel am Tag, 1,8 Millionen Barrel weniger als vor dem Beschluss. Trotz der jüngsten Entwicklung seien die Beteiligten zuversichtlich, dass sich der Markt in die richtige Richtung bewegen werde, hieß es.

APA/dpa
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Petrobras denkt über Börsengang von Vertriebssparte nach

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Rio de Janeiro, 23.06.2017

Der staatliche brasilianische Ölkonzern Petrobras erwägt einen Börsengang seiner Vertriebssparte BR Distribuidora. Mit den Einnahmen aus der Emission könnte Petrobas seine Schulden reduzieren, sagte Konzernchef Pedro Parente. Der Verwaltungsrat sollte dem Plan im Juli zustimmen. Der Ausgabepreis für die Aktien könnte im Oktober festgelegt werden.

Die Marktbedingungen für einen Sprung auf das Börsenparkett seien derzeit günstig. Wegen Turbulenzen an den Finanzmärkten war ein Börsengang der Sparte vor zwei Jahren auf Eis gelegt worden. Analysten schätzen die Marktbewertung auf rund 10 Mrd. Dollar (9 Mrd. Euro). Die Petrobras-Sparte ist zuständig für Distribution und den Vertrieb petrochemischer Produkte.

Petrobras ist der weltweit am höchsten verschuldete Ölkonzern. Durch den Verkauf von Geschäften und Einsparungen konnte der Konzern seinen Schuldenberg seit Ende 2015 um 19 Prozent auf umgerechnet rund 107 Mrd. Euro senken. Dem staatlich kontrollierten Unternehmen machen neben einer Korruptionsaffäre auch der Ölpreisverfall und die Rezession in Brasilien zu schaffen.

APA/ag.
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Frankreich gegen Erkundung fossiler Brennstoff-Vorkommen

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Paris, 23.06.2017

Die Pariser Regierung will die Erkundung neuer Gas- und Öl-Vorkommen in Frankreich und seinen Überseegebieten verbieten. Ein solches Gesetz solle im Sommer vorbereitet und im Herbst abgestimmt werden, sagte Umweltminister Nicolas Hulot im Sender BFMTV.

Der im Mai gewählte Präsident Emmanuel Macron hatte sich bereits im Wahlkampf gegen den Abbau von Schiefergas ("Fracking") ausgesprochen. Frankreich hatte sich mit einem 2015 verabschiedeten Energiewende-Gesetz zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch aus fossilen Quellen wie Öl, Kohle und Gas bis 2030 um 30 Prozent gegenüber 2012 zu senken.

APA/dpa
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RWE plant Sonderdividende von 1 Euro

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Essen, 23.06.2017

Der deutsche Energiekonzern RWE, der in Österreich an der Kärntner Kelag maßgeblich beteiligt ist, will seine Aktionäre an der Rückzahlung der Brennelementesteuer teilhaben lassen. Der Konzern wolle für das laufende Geschäftsjahr den Stamm- und Vorzugsaktionären eine Sonderdividende von einem Euro je Anteilsschein zahlen, teilte der Versorger mit.

Die Dividende komme zu der bereits geplanten Ausschüttung von 50 Cent je Aktie hinzu. Die überwiegenden Mittel aus der Rückerstattung der Steuer sollten zur Stärkung der Finanzkraft des Unternehmens eingesetzt werden.

APA/ag.
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Fernkälte boomt: Heuer neuer Absatzrekord erwartet

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Wien, 22.06.2017

In Zeiten drückender Hitze ist Kühlung besonders begehrt. Wegen des für heuer erwarteten Rekordsommers wird in Österreich mit einem neuen Absatzrekord bei Fernkälte gerechnet. Doch verzeichnet diese Form des Kühlens schon länger einen Boom, deshalb bauen etliche heimische Energieversorger - Wien Energie, Linz und EVN - ihre Fernkälteleistung in den nächsten Jahren weiter aus.

Seit dem Jahr 2009 hat sich der heimische Fernkälte-Markt von 25 Gigawattstunden (GWh) auf zuletzt 141 GWh nahezu versechsfacht - Ende 2016 lag die installierte Fernkälteleistung bei 131 Megawatt (MW), erklärte der Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW) am Donnerstag.

Die Wien Energie will die angeschlossene Leistung in den kommenden drei Jahren - bis Ende 2020 - auf rund 200 MW ausbauen, was laut Fachverband etwa der Leistung von 1,3 Millionen herkömmlichen Kühlschränken entspricht. Die Wiener haben neben dem Allgemeinen Krankenhaus (AKH) mit dem Hauptbahnhof Wien den bis dato größten Fernkälteabnehmer der Republik. In Summe hat die Wien Energie nach eigenen Angaben derzeit 13 Fernkältezentralen mit knapp 120 MW in Betrieb, neben dem Hauptbahnhof u.a. Spittelau, Schottenring, TownTown, Wien-Süd-SCS oder die Rudolfstiftung.

Der jährliche Zuwachs an Fernkälteanschlüssen bei der Wien Energie beträgt im Schnitt 10 bis 20 MW, was je circa 200.000 bis 400.000 m2 klimatisierter Fläche entspricht. Weil 2016 so besonders gut verlaufen sei, habe man aktuell 30 MW in Planung und Bau, erklärte die Wien Energie auf APA-Anfrage. Das bekannteste Fernkälteprojekt in Bau befindet sich am Austria Campus in Wien-Leopoldstadt, es soll 2018 in Betrieb gehen.

Wien beschreitet seit mehreren Jahren einen neuen Weg, um Kühlenergie zu gewinnen. Im Mittelpunkt steht dabei die Abwärme, die beim Verbrennen von Müll in Kraftwerken entsteht - ein Konzept, das sich bei Fernwärme seit Jahrzehnten bewähre. Bei Fernkälte erzeugen Kältemaschinen Kühlenergie zum Beispiel aus Abwärme. Businesskunden bietet die Wien Energie dabei zwei Fernkälte-Lösungen an: eine dezentrale (Kälteanlagen direkt beim Kunden) und eine zentrale (Belieferung mehrerer Kunden via Fernkältenetz).

Die Linz AG hat kürzlich die Tabakfabrik in der oberösterreichischen Metropole an das derzeit mehr als zwei Kilometer umfassende Fernkältenetz angeschlossen. Die elf MW Fernkälteleistung der Linzer entsprechen laut Fachverband etwa 70.000 handelsüblichen Kühlschränken. Mit der kühlenden Energie werden zudem das Musiktheater oder das Krankenhaus der Elisabethinen in Linz gekühlt.

Auch in NÖ wird Fernkälte ausgebaut. So sind bereits das Uni-Klinikum St. Pölten von der Fernwärme St. Pölten und die Landesspitäler Baden, Mödling und Mistelbach von der EVN mit Kälte versorgt.

Mit den zuletzt 131 MW Fernkälteleistung Ende 2016 lag Österreich in Europa hinter Frankreich, Deutschland, Finnland, Italien und Norwegen auf Platz sechs, gemessen an der Landesgröße aber weiter vorn. Denn selbst Spitzenreiter Frankreich wies lediglich mehr als 700 MW installierte Fernkälteleistung auf, Deutschland und Finnland jeweils rund 250 MW, Italien etwa 200 MW und Norwegen rund 150 MW.

"Aufgrund der Klimaerwärmung" rechnet Fachverbands-Geschäftsführer Michael Mock "mit einem starken weiteren Anstieg des Fernkälteabsatzes". Denn das Temperaturniveau werde mittelfristig weiter steigen, Tage mit über 30 und 35 Grad Celsius würden sich häufen. Weitere Gründe für die steigende Fernkältenachfrage vor allem in Ballungszentren sieht Mock in Gebäuden mit großflächiger Verglasung. In 20 Jahren werde Europa etwa so viel Kühl- wie Heizenergie benötigen. Fernkälte stelle dabei eine wichtige Energieeffizienzmaßnahme dar, denn Industrie- und Großkunden würden Fernkälte ganzjährig nutzen, etwa zum Kühlen von technischen oder medizinischen Geräten, Servern, Großküchen oder Laboratorien im Winter sowie zum Klimatisieren von Bürogebäuden, Spitälern oder Einkaufszentren im Sommer.

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Der große Hunger von US-Konzernen auf Wind- und Solarstrom

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Los Angeles, 22.06.2017

Der Appetit von US-Konzernen auf umweltfreundliche Energien ist so groß wie nie zuvor. Quer durch die Branchen kaufen Unternehmen wie General Motors, Google und Wal-Mart zunehmend Strom, der von Wind- oder Solaranlagen produziert wird.

Daran ändert auch der von US-Präsident Donald Trump ausgegebene Kurs nichts, künftig wieder mehr auf fossile Brennstoffe wie Kohle statt auf grüne Energien zu setzen. Der Grund ist die Aussicht auf niedrigere Energierechnungen.

Die Preise für Solar- und Windstrom fallen dank technologischer Fortschritte und einer weltweit gestiegenen Produktion von Panelen und Turbinen. Berücksichtigt man zudem die staatlichen Förderprogramme und andere Anreize, können die Erneuerbaren Energien für Großunternehmen durchaus günstiger zu haben sein als traditioneller Strom.

Vergangenes Jahr unterzeichneten die Konzerne bereits fast 40 Prozent der Verträge zum Bezug von Strom aus Windenergie. 2013 waren es nach Angaben des zuständigen Branchenverbands nur fünf Prozent. Bei großen Solarprojekten waren es 2016 zehn Prozent - zwei Jahre vorher spielten die Konzerne hier noch gar keine Rolle, wie Zahlen des Dateninstituts GTM Research zeigen.

"Wind- und Solarkosten fallen so schnell, dass das praktikabel wurde", sagt der bei GM zuständige Manager für Erneuerbare Energien, Rob Threlkeld. Der Autoriese spare so weltweit bereits jährlich 5 Mio. Dollar (4,5 Mio. Euro). Bis 2050 will er seinen gesamten Strom aus sauberen Quellen beziehen.

Das Wachstum der Erneuerbaren wird seit Jahren durch die strengen Auflagen zur Senkung der CO2-Emissionen getrieben, besonders in Bundesstaaten wie Kalifornien. Neuere Unternehmen wie der Google-Mutterkonzern Alphabet und Amazon zählten früh zu den großen Abnehmern. Doch auch Traditionskonzerne mischen mit, seitdem die Preise fallen. Windenergie kostet in den USA nach Verbandsangaben inzwischen zwei Drittel weniger als 2009. Die Kosten zur Einrichtung von Solaranlagen sind demnach seit 2010 um 70 Prozent gefallen. Die Konzerne profitieren auch davon, dass sie langfristige Verträge schließen können. Besitzer großer Solar- oder Windparks verkaufen Strom an Großkunden zu häufig günstigeren Konditionen als die Versorger.

Viele Unternehmen produzieren zwar mittlerweile auch ihren eigenen umweltfreundlichen Strom. Doch die Menge reicht oft nicht aus, weshalb sie weiterhin auf andere Produzenten angewiesen sind. Das gilt etwa für Wal-Mart. Der Einzelhändler habe zwar auf den Dächern Hunderter Läden Solarpanele installiert, sagt der stellvertretende Energiebeauftragte des Konzerns, Mark Vanderhelm. Um aber sein Ziel zu erreichen, bis 2025 die Hälfte seines Energiebedarfs aus umweltfreundlichen Quellen zu beziehen, reiche die Dachfläche schlichtweg nicht aus.

Die Nachfrage der Konzerne kommt vor allem Betreibern großer Anlagen zugute, wie Pattern Energy, First Solar und NextEra Energy. Stabilität garantieren die oft zehn bis 20 Jahre laufenden Verträge. Hinzu kommt die staatliche Förderung, die bis zu 30 Prozent eines Projekts ausmachen kann.

Seit 2014 sind fast 100 Weltkonzerne eine Partnerschaft mit The Climate Group eingegangen, einer Nichtregierungsorganisation, die sich für die Reduzierung umweltschädlicher Treibhausgase einsetzt. Die Unternehmen verpflichten sich, zu 100 Prozent auf Erneuerbare Energie umzusteigen. Jeden Monat schließen sich nach Angaben der Gruppe etwa zwei weitere Unternehmen dem Projekt an.

Viele große Firmen bleiben aber außen vor, weil sie etwa keine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie haben oder die Verträge mit den Betreibern zu langfristig sind, wie aus einer Studie von PricewaterhouseCoopers hervorgeht. Kleine und mittelgroße Unternehmen verbrauchen oft nicht genug Energie, um ähnlich attraktive Verträge wie die großen Konzerne aushandeln zu können.

Sorgen bereitet auch die staatliche Förderung. Zwar hat Trump den Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt. Die Regierung hat aber bisher nichts unternommen, um Anreize auf Bundesebene zur Unterstützung von Erneuerbare-Energien-Projekte zu kappen. Das mag auch daran liegen, dass viele republikanische Kongressabgeordnete aus Bundesstaaten kommen, in denen die Solar- und Windenergiebranche zu wichtigen Arbeitgebern zählt, etwa in Texas, Oklahoma und Iowa. Auch wenn 2020 auslaufende Steueranreize nicht erneuert werden sollten, sehen Branchenexperten nicht die Gefahr, dass sich die Konzerne automatisch wieder zurückziehen werden. Dazu nähmen sie die Gefahren für ihre Geschäftsmodelle durch den Klimawandel viel zu ernst.

APA/Reuters
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Ölpreise nach jüngstem Preissturz kaum verändert

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Singapur, 22.06.2017

Die Ölpreise haben sich am Donnerstag nach der erneuten Talfahrt vom Vortag wenig verändert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete in der Früh 44,79 Dollar (40,18 Euro) und damit 3 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 2 Cent auf 42,52 Dollar.

Am Vortag hatten unter anderem Meldungen über einen Anstieg der Fördermenge an Rohöl in den USA stark belastet und der Preis für Brent-Öl war erstmals seit vergangenen November unter die Marke von 45 Dollar gefallen. Nach Angaben der US-Regierung vom Vortag ist die Fördermenge auf den höchsten Stand seit August 2015 gestiegen.

Trotz einer Förderkürzung der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) herrscht am Markt weiterhin ein Überangebot. "Es ist einfach zu viel Öl auf dem Markt", sagte Experte Fereidun Fesharaki vom Beratungsunternehmen FGE. Nach Angaben des iranischen Ölministers Bijan Namdar Zanganeh wird innerhalb der OPEC über eine weitergehende Drosselung diskutiert, wobei eine Einigung allerdings schwierig sei.

APA/dpa
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TAL Österreich verzeichnete 2016 Umsatz von 20 Mio. Euro

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Matrei in Osttirol/Tristach, 22.06.2017

Die österreichische Ländergesellschaft der Transalpine Ölleitung (TAL) mit Sitz in Matrei in Osttirol hat 2016 einen Umsatz von 20 Mio. Euro (2015: 19,2 Mio. Euro) verzeichnet. In der gesamten Gruppe erwirtschaftete man einen Umsatz von 135 Mio. Euro (2015: 134,3 Mio. Euro), teilte das Unternehmen der APA mit. Die Pipeline hatte im Vorjahr die Rekordmenge von 41,4 Mio. Tonnen Rohöl transportiert.

Insgesamt 25 Mio. Euro wurden im Vorjahr investiert, vier Millionen davon in Österreich. "Das Investitionsvolumen für 2017 liegt auf dem Niveau der Vorjahre. Schwerpunkte sind weiterhin Sicherheit, Umweltschutz und die Integrität unserer Anlagen", erklärte General-Manager Alessio Lilli.

Am Donnerstag feierte die TAL indes im Gemeindezentrum von Tristach in Osttirol das 50-Jahr-Jubiläum ihrer Inbetriebnahme. Der Baubeginn für das internationale Großprojekt erfolgte 1964, 1.000 Tage später floss das erste Öl. Seit 1967 wurden mehr als 1,4 Milliarden Tonnen Rohöl von Triest über die Alpen nach Österreich, Deutschland und die Tschechische Republik transportiert, im Hafen von Triest wurden 19.154 Schiffe entladen.

Die 753 Kilometer lange Ölleitung, die ihren Österreich-Sitz in Kienburg bei Matrei in Osttirol hat, beliefert acht Raffineriestandorte in Österreich, Deutschland und Tschechien. Damit versorgt sie Bayern und Baden-Württemberg zu 100 Prozent mit Rohöl, Österreich zu etwa 90 Prozent und Tschechien zu rund 50 Prozent.

Die internationale TAL-Group besteht aus drei Ländergesellschaften in Deutschland, Österreich und Italien. Insgesamt werden etwa 220 Mitarbeiter beschäftigt, 25 davon in Österreich. Inklusive Partnerfirmen sind über 750 Mitarbeiter in den drei Ländern für TAL tätig. Gesellschafter der TAL sind seit 31. Dezember 2016: OMV, Shell, Rosneft, ENI, C-BLUE LIMITED (Gunvor), BP, Exxon Mobil, Phillips 66/Jet, Total und MERO ?R.

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Nord Stream 2 für Poroschenko Werkzeug russischer Aggression

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Brüssel/Wien, 22.06.2017

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko wettert heftig gegen das von der deutschen Bundesregierung verteidigte Ostsee-Pipeline-Projekt Nord Stream 2. Das Projekt sei als "Werkzeug russischer Energie-Aggression" gegen die Ukraine zu betrachten, sagte Poroschenko nach einem Treffen mit EU-Ratspräsident Donald Tusk am Donnerstag in Brüssel.

Er fügte hinzu: "Und nicht nur gegen die Ukraine, gegen die gesamte Europäische Union." Die Vielfalt möglicher Energie-Quellen, Energiesicherheit und die Einhaltung von EU-Regeln seien sehr wichtig.

Die Pipeline ist auch innerhalb der Europäischen Union äußerst umstritten, insbesondere in Osteuropa. Die deutsche Bundesregierung verteidigt das Projekt hingegen. An der Finanzierung des 9,5 Mrd. Euro teuren Vorhabens der Gazprom-Tochter Nord Stream 2 sind die westeuropäischen Energieunternehmen OMV, Wintershall, Shell, Uniper und Engie beteiligt. Die Leitung soll neben der bestehenden Nord Stream 1 entstehen und schon ab 2019 russisches Gas nach Westeuropa bringen - unter Umgehung der Ukraine. Vor kurzem hatte die EU-Kommission angekündigt, sie wolle über die Betriebsbedingungen verhandeln, unter anderem den Zugang für Konkurrenten der russischen Gazprom und die Preise für die Durchleitung.

APA/dpa
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EU-Energierat beschließt Effizienz- und Gebäude-Richtlinie

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Brüssel, 21.06.2017

Beim EU-Energierat am kommenden Montag in Luxemburg sollen die überarbeiteten Richtlinien für Energie- und Gebäudeeffizienz beschlossen werden. Geplant ist eine Einigung der Mitgliedstaaten in Eckpunkten, das Europaparlament stimmt planmäßig erst später in diesem Jahr über beide Richtlinien ab.

Bis zuletzt ist die Zielsetzung bei der Effizienzrichtlinie noch strittig. Während von einem EU-Gipfel 2014 eine unverbindliche Anhebung der Energieeffizienz um 27 Prozent mit Überarbeitung auf 30 Prozent bis 2030 festgelegt wurde, verlangen Deutschland, Luxemburg und die skandinavischen Staaten nunmehr ein verbindliches Ziel. Offen ist auch noch, was die EU-Staaten bei ihren jährlichen Effizienzvorgaben alles einrechnen dürfen.

Die Gebäude-Effizienz-Richtlinie sieht die bessere Integration von Energienetzen und die Vereinfachung von Inspektionen und Regeln zur Gebäudesanierung vor. Unter anderem müssen künftig auch Ladestellen für Elektro-Autos miteingeplant werden. Für Nicht-Wohngebäude wird eine Ladestelle bei mehr als zehn Parkplätzen vorgeschrieben, bei Wohngebäuden müssen Leerverrohrungen vorhanden sein.

Auf der Tagesordnung steht auch die umstrittene Gas-Pipeline Nordstream von Russland nach Deutschland. Die maltesische EU-Ratspräsidentschaft will über den Stand der Dinge informieren. Die EU-Kommission will im zweiten Halbjahr von den EU-Staaten ein Verhandlungsmandat dafür bekommen, von Russland gibt es aber bisher keine Zusage für die Gespräche.

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Wasserstoff aus Biomasse für die Stahlerzeugung

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Wien, 21.06.2017

Forscher der Technischen Universität (TU) Wien haben ein Verfahren zur Erzeugung eines wasserstoffreichen Gases aus Biomasse entwickelt, das künftig in der Eisen- und Stahlindustrie eingesetzt werden soll. Zusammen mit der voestalpine soll nach den ersten Entwicklungsschritten an der Technologie weiter geforscht werden, um langfristig den Erdgaseinsatz zu reduzieren, wie es seitens der Uni hieß.

Im Rahmen des in Wien auch mit Hilfe einer eigenen Forschungsanlage mit einer Gesamthöhe von sieben Metern entwickelten Verfahrens wird Biomasse, wie etwa Hackschnitzel, unter hohen Temperaturen so umgewandelt, dass zwei voneinander getrennte Gasströme entstehen. Im Zuge dieses sogenannten Reformingprozesses entstehen ein wasserstoffreiches Produktgas sowie ein CO2-reiches Abgas. Vor allem für ersteres seien laut der Aussendung vom Mittwoch mehrere Verwendungsoptionen in Hüttenwerken denkbar.

"Chemisch betrachtet ist der wesentliche Reaktionsschritt im Hochofenprozess die Reduktion des Eisenerzes. In natürlichem Erz liegt Eisen in Form von Eisenoxid vor, man muss daher zunächst die Sauerstoffatome von den Eisenatomen trennen", so Johannes Schmid, Projektleiter vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der TU. Dafür braucht es den Kohlenstoff aus dem Koks. Es sei allerdings auch möglich, bis zu bestimmten Mengenanteilen Wasserstoff als Reduktionsmittel einzusetzen.

Hier käme das Produktgas der Wissenschafter ins Spiel, wobei bis dahin noch viel Entwicklungsarbeit nötig ist, wie die Forscher festhalten: "Wir konnten nun jedenfalls zeigen, dass sich ein Reduktionsgas mit Hilfe eines neuen Verfahrens aus Biomasse gewinnen lässt. Unser Produktgas ist nach unseren Messungen prinzipiell als zusätzlicher biogener Energieträger geeignet", erklärten die Projektmitarbeiter Florian Benedikt, Josef Fuchs und Stefan Müller. Die Qualität des umweltfreundlicheren Gases aus erneuerbaren Energieträgern entspreche zumindest dem, was Projektpartner voestalpine momentan für verschiedene Prozessschritte nützt. Eine potenziell noch bessere CO2-Bilanz werde erreicht, wenn das im zweiten Gasstrom enthaltene CO2 abgeschieden oder noch weiter verarbeitet wird, was mit dem neuen Verfahren möglich sei.

Ein Knackpunkt für den zukünftigen Einsatz in der Industrie sei allerdings noch die Wirtschaftlichkeit: "Für hochwertige Biomasse wie Holzhackschnitzel sind Umsetzungsperspektiven unter den aktuellen Rahmenbedingungen jedoch nicht wirtschaftlich darstellbar. Deshalb sind weiterführende intensive Forschungsarbeiten nötig, um auch kostengünstige biogene Rohstoffe nutzbar zu machen", erklärte Schmid.

http://www.dualfluid.at

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Geräte-Tests schönen Stromverbrauch

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München, 21.06.2017

Viele Haushaltsgeräte verbrauchen einem Zeitungsbericht zufolge im Alltag deutlich mehr Energie, als beim Kauf im Geschäft versprochen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf eine Studie mehrerer europäischer Umweltschutzorganisationen.

Schuld an den teils drastischen Differenzen zwischen Labor und Wohnzimmer sind demnach vor allem nicht eindeutige und technisch veraltete Tests, nach denen der Verbrauch der Geräte gemessen wird.

Hinzu kämen fehlende oder verwirrende Informationen für die Verbraucher, wenn sich durch veränderte Geräteeinstellungen oder eine neue Software der Stromverbrauch erhöhe, kritisieren die Umweltschutzorganisationen Clasp, Ecos, EEB und Topten dem Bericht zufolge.

Durch strengere Design- und Effizienz-Vorgaben will die EU den Energieverbrauch in Europa bis 2020 um fast ein Zehntel senken. Jeder Haushalt könnte dadurch jährlich fast 500 Euro sparen, zugleich würden Klima und Umwelt geschont.

Die konkreten Verbrauchstests für die Geräte auszuarbeiten sei aber Sache der verschiedenen Standardisierungs-Organisationen, heißt es laut "SZ" von der EU-Kommission. Dort handelten Vertreter aus Industrie, Forschung und Verbraucherschutz im Konsens entsprechende Normen aus. Diese anzupassen sei oft ein langwieriger Prozess.

Für ihre Studie ließen die Organisationen dem Bericht zufolge neue Tests entwickeln, die näher am Alltag und der aktuellen Technik sein sollen. So wurden beispielsweise Ultra-HD-Fernseher auch mit entsprechendem Videomaterial und der aktuellsten Software geprüft, bei der Verbrauchsmessung von Kühlschränken wurden auch die Türen geöffnet und geschlossen. So etwas ist in den Norm-Messungen nicht vorgesehen, auf deren Basis das EU-weite Energielabel zwischen "A+++" und "G" vergeben wird.

Je nach Gerät stieg der Verbrauch demnach häufig um 20 bis 30 Prozent, in einem Extremfall war er sogar mehr als doppelt so hoch, wie die "SZ" berichtet. Allerdings nennt die Studie weder Herstellernamen noch Modelle, weil jeweils nur ein Gerät getestet wurde. Offizieller Standard wären mindestens vier Geräte desselben Modells. Die Untersuchung könnte also angreifbar sein.

APA/AFP
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Grüne: Konzerne müssen Steuermilliarden weitergeben

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Berlin, 21.06.2017

Die Grünen verlangen von den Atomkraftwerks-Betreiber, die zurückerhaltene Brennelemente-Steuer in Milliardenhöhe ihren Stromkunden auszuzahlen. "Wir fordern die Konzerne auf, diese an ihre Kunden weiterzureichen", sagte Grünen-Chef und Bundestagswahl-Spitzenkandidat Cem Özdemir.

"Es darf nicht sein, dass durch handwerkliche Fehler der Bundesregierung die Konzerne sich nun die Taschen vollstopfen. Dazu braucht es eine schnelle Regelung." Anfang Juni hatte das Bundesverfassungsgericht die zwischen 2011 und 2016 erhobene Kernbrennstoffsteuer für nichtig erklärt. E.ON, RWE und EnBW rechnen mit Rückzahlungen von insgesamt über sechs Milliarden Euro. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes sei die Quittung für den Zick-Zack Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Atompolitik, sagte Özdemir. "Dadurch erhalten die Atomkonzerne auf Kosten der Steuerzahler über sechs Milliarden Euro." E.ON, RWE und EnBW haben bereits erklärt, ihren Kunden die zurückerhaltenen Milliarden nicht weiterreichen zu wollen.

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"Menschenrechte durch deutsche Energieunternehmen verletzt"

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Bonn, 21.06.2017

Deutsche Energieunternehmen haben einer Studie zufolge in den vergangenen Jahren bei Auslandsgeschäften vielfach Menschenrechte verletzt oder gefährdet. In der am Mittwoch von den Organisationen Germanwatch und Misereor veröffentlichten Studie werden zehn Fälle dokumentiert, bei denen etwa Siemens, EnBW oder Wintershall die Missachtung ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht vorgeworfen werden.

Besonders bei Großprojekten werden laut der Studie häufig Lebensgrundlagen lokaler Gemeinschaften zerstört, Landrechte verletzt, Beteiligungsrechte der Betroffenen missachtet sowie Proteste unterdrückt und kriminalisiert. Weltweit betreffe ein Drittel der unternehmensbezogenen Vorwürfe zu Menschenrechtsverletzungen den Energie- und Rohstoffsektor. Daran seien auch immer wieder deutsche Konzerne beteiligt, kritisieren Germanwatch und Misereor.

Der Bundesregierung werfen die beiden Organisationen vor, ihrer Pflicht zum Schutz der Menschenrechte nicht ausreichend nachzukommen. Anders als Frankreich, Großbritannien und die Niederlande habe sich Deutschland noch nicht dazu durchringen können, Gesetze mit Menschenrechtsvorgaben für Auslandsgeschäfte von Unternehmen zu verabschieden.

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"Austrian World Summit": Nach dem Auftakt beginnt die Arbeit

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Wien, 21.06.2017

Fast 700 Gäste aus über 50 Nationen und rund 70 Medienvertreter haben gestern, Dienstag, beim ersten "Austrian World Summit" in der Wiener Hofburg teilgenommen. Mit dem 15. Mai 2018 steht der Termin für den zweiten Gipfel bereits fest. "Doch wir machen nicht einmal im Jahr eine Veranstaltung, sondern dazwischen passiert die reale Arbeit", erklärte Mitinitiatorin Monika Langthaler.

"Auch die beiden Schirmherren, Arnold Schwarzenegger und Bundespräsident Alexander Van der Bellen, werden uns während des Jahres begleiten und unterstützen - und so gilt: Nach der Konferenz ist vor der Konferenz." Schließlich lautet das Motto der R20-"Austrian World Summit"-Initiative, die Langthaler gemeinsam mit Schwarzenegger ins Leben gerufen hat, auch "Less Talk, More Action". Sie ist darauf fokussiert, jene Best Practise-Beispiele vor den Vorhang zu holen, die konkret zeigen, wie man das Pariser Abkommen umsetzen kann, sagte die Geschäftsführerin der Beratungsfirma Brainbows im Gespräch mit der APA.

"Es soll gezeigt werden, wie die Energietransformation, die grüne Energierevolution, konkret funktioniert und welche die wichtigen Beispiele sind, die andere ermutigen sollen, diese ebenfalls schnell umzusetzen." Die von Schwarzenegger 2011 gegründete Initiative R20 agiert dabei an der Basis, dort wo die Projekte umgesetzt werden, daher stehen die Regionen und Städte im Vordergrund.

Langthaler betonte, dass nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs), mit denen sich alle UNO-Staaten bis zum Jahr 2030 dazu verpflichten, die Lebensumstände ihrer Bevölkerung und ihr Umweltverhalten zu verbessern und das Pariser Klimaabkommen Hand in Hand gehen. "Das kann man aus unserer Sicht überhaupt nicht voneinander trennen. Die SDGs sind auch der Überbau des Pariser Agreements und es geht bei dessen Umsetzung natürlich auch darum, Armut zu bekämpfen."

"Klimaschutz ist kein Selbstzweck", hob Langthaler noch einmal einen wichtige Botschaft vieler Reden des ersten "Austrian World Summits" hervor: "Wenn in armen Ländern die Menschen Zugang zu Elektrizität und damit eine bessere Infrastruktur bekommen, dann ist das auch ein massiver Beitrag zu ihrer ökonomischen Entwicklung, für das Erziehungs- und Gesundheitssystem."

Von den international insgesamt rund 400 Projekten und Best-Practice-Beispielen, die aktuell von R20 unterstützt werden, laufen 15 unter österreichischer Beteiligung, darunter mehrere in Afrika. "Wir werden in Österreich versuchen, weitere Unternehmen dazu zu motivieren, noch schneller auf den 'Post-Paris'-Zug aufzuspringen", kündigte die ehemalige Abgeordnete der Grünen an.

http://austrianworldsummit.com/

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Erdgasautos sollte eigentlich Markterfolg winken

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Wien, 20.06.2017

Erdgasbetriebene Fahrzeuge weisen gegenüber Benzinern oder Dieselautos und sogar E-Fahrzeugen eine Reihe von Vorteilen auf, etwa beim Preis und den Emissionen. Darauf verwies der Leiter der Abteilung Gas beim Energieregulator E-Control, Bernhard Painz. "Eigentlich sollte man meinen, dass einem Markterfolg der Erdgasautos nichts im Wege steht", meinte der Experte in einem Webinar.

Mit Compressed Natural Gas (CNG) betriebene Fahrzeuge seien alltagstauglich, effizient und günstiger, sicher und leise und würden nur geringe Schadstoffemissionen aufweisen, sagte Painz. Die Auswahl an verfügbaren Modellen sei jedenfalls größer als bei E-Autos, vor allem auch was leistbare kleinere Modelle betreffe. Es gebe eine ganze Reihe von CNG-Fahrzeugherstellern "von A bis V" in allen Segmenten und Größen von Pkw über Lkw bis zum Bus.

CNG spare Kraftstoffkosten - es sei um rund 50 Prozent billiger als Benzin und etwa 30 Prozent günstiger als Diesel. Auch schone CNG die Umwelt: Gegenüber Benzin betrage die CO2-Reduktion 35 Prozent, gegenüber Diesel 23 Prozent. CNG-Antriebe seien leiser und laufruhiger, Erdgas verbrenne langsamer und sei extrem klopffest. Bei CNG findet eine Verdichtung auf 200 bis 250 bar Druck statt, das Volumen verringere sich daher in diesem Ausmaß.

Reichweite kein Problem

Für Reichweiten-Ängste sei heute kein Platz mehr, denn in Kombination mit einem kleinen Zusatztank etwa für Diesel seien Reichweiten von 900 Kilometern möglich, bei reinem CNG-Antrieb allein seien es 400 km. Die Tankstellen-Dichte sei sicher noch ein Manko, doch gebe es in Österreich mittlerweile 173 Tankstellen, davon fünf mit Bioethan. Volkswirtschaftlich gesehen könnte eine verstärkte Nutzung von Erdgas in der Mobilität auch zu einer effizienteren Nutzung des vorhandenen Gasinfrastrukturnetzes beitragen, gibt der E-Control-Experte zu bedenken.

Dennoch seien in Österreich erst rund 7.000 CNG-Fahrzeuge zugelassen, mit nur langsam steigender Tendenz. In Italien dagegen seien schon rund 900.000 gasbetriebene Autos unterwegs, und die Zahl der Tankstellen liege bereits bei über 1.100. Binnen zehn Jahren strebe Italien 2.000 Tankstellen und bis zu drei Millionen CNG-Fahrzeuge an, berichtete Painz über die Initiativen im Nachbarland. Auch Deutschland mit derzeit rund 850 Tankstellen und 90.000 Fahrzeugen forciere Erdgas - im Transportsektor solle der Anteil von derzeit 0,35 auf 4 Prozent steigen. Im Vergleich dazu beträgt der Anteil in Österreich trotz vorhandener Infrastruktur nur 0,1 Prozent vom Fuhrpark. In Tschechien mit momentan 14.000 Fahrzeugen solle die CNG-Tankstellenzahl bis 2020 von heute 140 auf 200 steigen.

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Sonnenenergie in der Stadt: Optimalen Einsatz im Visier

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Graz, 20.06.2017

Solaranlagen für die Wassererwärmung und Strom aus Photovoltaikanlagen liegt bei Häuslbauern im Trend. Im städtischen Bereich spielt die Nutzung von thermischer und elektrischer Solarenergie bisher jedoch eine untergeordnete Rolle. Systemwissenschafter und Energierechtsexperten der Uni Graz untersuchten, wie sich ein optimaler Einsatz der beiden Energiequellen in Stadtquartieren umsetzen ließe.

Zunehmende Urbanisierung führt dazu, dass Städten eine immer größer werdende Rolle bei der Erreichung von Klimazielen zukommt. Das ziehe mit sich, dass optimale Strategien für eine nachhaltige Energieversorgung entwickelt werden, schilderte der Grazer Systemwissenschafter Alfred Posch im Gespräch mit der APA. "Städte sind sehr große Energieverbraucher. Gegenwärtig muss Strom und Warmwasser für die Heizung oftmals aufwendig kilometerweit von der Peripherie in die Stadt transportiert werden", erläuterte der Wissenschafter die Problematik.

Gründerzeithäuser und zeilenförmige Geschoße

Mit Unterstützung der Forschungsgesellschaft FFG beleuchtete er in einem interdisziplinären Team an der Universität Graz, inwieweit sich der Einsatz von Sonnenenergie in unterschiedlich gestalteten Stadtquartieren umsetzen, bzw. optimieren lässt. Im Zentrum der Betrachtungen von "URSOLAR" steht der innerstädtische Gründerzeitblock sowie der zeilen- und hofförmige Geschoßbau und seine jeweils unterschiedliche Nutzerzusammensetzung.

Eine Herausforderung stelle der Altstadtkern dar. Hier werde die Verwirklichung von Solarenergieanlagen beispielsweise durch Ortsbildschutzvorschriften erschwert. Auch kann es ungünstige Beschattungen geben. Auf den historischen Dächern schwarze Photovoltaik-Module zu montieren, sei gar nicht so einfach, wie Posch anführte. Hier reagiere die Industrie jedoch bereits und werde in naher Zukunft beispielsweise auch rote Panele anbieten.

Einfacher sei die Situation bei neuen Siedlungen am Stadtrand. Hier seien aber immer wieder die Frage der optimalen Ausrichtung der Dachflächen oder aber auch die Statik des Dachstuhls ausschlaggebend, ob ein Solarthermieprojekt auch ökonomisch gesehen sinnvoll ist. Auch sollten Faktoren wie natürliche Beschattung oder die Nutzung von Fassaden als Energiequellenträger in Betracht gezogen werden. "Richtig spannend" werde es in Bereichen von zeilenformigen Geschoßbauten mit gemischter Nutzung durch Wohnungen und Gewerbe, weil sich durch die Nutzer unterschiedliche Verbrauchsprofile ergeben würden.

Knifflige Regelungen in der E-Wirtschaft

Eine wichtiger Faktor für urbane Solarenergieprojekte in Mehrparteienhäusern sei das Elektrizitätswirtschaftsrecht: Durch das Versorgungsmonopol von heimischen Energieunternehmen sei es im derzeit geltenden Gesetz nicht geregelt, inwieweit Mehrparteienhäuser energieautark arbeiten können, wie es in einer Aussendung der Universität Graz hieß. "Es stellen sich die schwierigen Fragen, wer etwa die Rolle des Versorgers einnimmt, oder ob das Haus als eigenes Netz anzusehen ist", erläuterte der Energierechtsexperte Karl Stöger vom Institut für öffentliches Recht und Politikwissenschaft.

Ansatzweise seien diese Punkte in der "Kleinen Öko-Strom-Novelle", die derzeit dem Parlament vorliegt, als eigene Bestimmungen angeführt. Darin gehe es in erster Linie um die Genehmigung von "gemeinschaftlichen Erzeugungsanlagen".

Weiters seien bei Projektierungen miet- und wohnrechtliche Rahmenbedingungen nicht außer Acht zu lassen: Wenn eine Anlage installiert wird, müssen die Kosten von den Hauseigentümern, der Wohnbaugenossenschaft oder auch einem Unternehmen übernommen werden. "Es ist nicht ganz einfach, Mieter zum Tragen von Investitionen zu verpflichten". Das sei meist eine Hemmschwelle und vor allem für die großflächige Nutzung von Photovoltaik-Anlagen ein Problem, wie der Jurist hervorhob. Die Ergebnisse der bisherigen Forschungen sollen in den nächsten Wochen und Monaten zu einem Leitfaden für ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltige und optimierte Solarenergieversorgungs- und -nutzungssysteme zusammengefasst werden, sagte Posch.

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Russland verkauft Anteil an geplantem AKW in der Türkei

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Moskau, 20.06.2017

Russland beteiligt türkische Unternehmen an dem geplanten ersten Atomkraftwerk der Türkei. Das staatliche russische Atomunternehmen Rosatom werde 49 Prozent der Anteile an die drei türkischen Investoren Cengiz, Kolin und Kalyon verkaufen, berichteten die russischen Nachrichtenagenturen. Eine Summe wurde nicht genannt; die Vereinbarung solle Ende des Jahres unterzeichnet werden.

Den Berichten zufolge bleibt Rosatom mit 51 Prozent der Anteile Mehrheitseigner. Das Unternehmen hatte die Beteiligung als größte ausländische Investition seit 17 Jahren bezeichnet. Der Bau des Kernkraftwerks mit vier Reaktoren begann 2015 und soll rund 18 Milliarden Euro kosten.

In Akkuyu soll ein Atomkraftwerk mit einer Leistung von 4.00 Megawatt errichtet werden. Das Kraftwerk soll bis zum hundertjährigen Republiksjubiläum der Türkei im Jahr 2023 voll betriebsfähig sein. Atomkraftgegner protestieren nicht zuletzt wegen der Erdbebengefahr in dem Gebiet gegen das Projekt. Auch in Sinop an der Schwarzmeerküste will die türkische Regierung in den kommenden Jahren ein Atomkraftwerk errichten lassen. Ankara argumentiert, die Atomkraft werde die Abhängigkeit der Türkei von Öl- und Gasimporten reduzieren.

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Übung: Robotik-Technologie bei AKW-Unfall im Einsatz

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Zwentendorf, 20.06.2017

Das nie in Betrieb gegangene AKW Zwentendorf ist in dieser Woche Schauplatz einer Bundesheerübung, bei der mehrere internationale Teams mit Hilfe von Robotern unter der Annahme eines Lecks radioaktives Material bergen. Eingesetzt werden robotische Systeme im Auftrag des European Response Networks for Critical Infrastructure Protection (ERNCIP) der Kommission der Europäischen Union.

Die technische Leitung der Übung ENRICH (European Robotics Hackathon) hat Frank Schneider vom Fraunhofer Institut aus Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Amt für Rüstung und Wehrtechnik (ARWT) des Bundesheeres wahrgenommen. Szenario ist ein schwerwiegender Kernkraftwerksunfall. Dabei wird die Verstrahlung als so hoch angenommen, dass ein Einsatz von Menschen viel zu riskant wäre, erläuterte Brigadier Michael Janisch bei einer Presseführung. Die Vorfälle in Tschernobyl und Fukushima sowie Probleme bei der Stilllegung von alten Atomkraftwerken hätten gezeigt, dass die Verwendung von spezialisierter Robotik-Technologie deutliche Vorteile hat.

Bei der Übung geht es darum, das Leck zu identifizieren, eine Probe zu nehmen und diese für die Analyse in eine Tonne zu transferieren. Verwendet werden echte radioaktive Quellen, weshalb die Abschirmung sehr gut sei, für die Mitarbeiter gab es mehrfache Sicherheitsschulungen, betonte Janisch. Die robotischen Systeme verschiedener Größen, deren Gewicht von 20 Kilogramm bis zu einer Tonne reicht, müssen in dem Reaktor-Gebäude zunächst mit Hilfe von Kränen 40 Meter hinauf gebracht werden, wo dann zur Erkundung des betroffenen Gebiets 3D-Laser-Scans erstellt, die Strahlenquellen gemessen, in einer digitalen Karte markiert und manipuliert werden. Janisch sprach von eine "hochkomplexen" Aufgabe, die nur durch ein Bündel an robotischen Systemen zu bewältigen sei. Das allergrößte Problem dabei sei die Funkverbindung in dem Gebäude mit zweieinhalb Meter dicken Stahlbetonwänden.

Seit 2005 ist das AKW Zwentendorf im Besitz der EVN. Das "sicherste Atomkraftwerk der Welt", so Sprecher Stefan Zach, wurde 2009 für die Erzeugung von Solarenergie umgerüstet und dient überdies als Sicherheits- und Rückbautrainingszentrum.

Service: AKW Zwentendorf, Übung ENRICH, 19.-23.6., http://enrich.european-robotics.eu/

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Chevron gewann in USA Rechtsstreit mit Ureinwohnern Ecuadors

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Washington, 20.06.2017

Im jahrelangen Rechtsstreit um Umweltverschmutzung in Ecuador hat der US-Ölkonzern Chevron einen wichtigen Sieg errungen. Der Oberste Gerichtshof der USA lehnte es ab, sich mit der Durchsetzung einer Strafzahlung in Höhe von neun Milliarden Dollar (acht Mrd. Euro) gegen das Unternehmen zu befassen.

Der Supreme Court bestätigte damit das Urteil eines US-Berufungsgerichts, das die Klage zur Auszahlung einer in Ecuador verhängten Entschädigungszahlung zurückgewiesen hatte. In dem Prozess hatten 30.000 Ureinwohner Ecuadors gegen den Ölkonzern geklagt. Chevron bestreitet nicht die Verschmutzung im Amazonasgebiet, wirft den Klägern aber vor, ecuadorianische Behörden bestochen zu haben, um ein hohes Strafmaß zu erhalten. Dieser Auffassung schlossen sich die US-Gerichte an.

Mit dem Rechtsverfahren wollten die Kläger, vertreten von dem New Yorker Anwalt Steven Donziger, den Ölkonzern in den USA belangen. Die Justizbehörden in Ecuador teilten mit, dass das Urteil des Supreme Courts außerhalb der USA keine Geltung habe: "Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs nivelliert nicht das Urteil eines ecuadorianischen Gerichts, wonach die Ölgesellschaft Schadensersatzleistungen für die Umweltschäden leisten muss."

Chevron sah sich seinerseits in seiner Auffassung bestätigt, dass Ecuador ein "erpresserisches Justizsystem" habe. "Das heutige Urteil ist ein wichtiger Schritt nach vorne, um diesem illegalen Verhalten ein Ende zu setzen", sagte Chevrons Vizechef Hewitt Pate.

Die Umweltverschmutzungen im Regenwald Ecuadors gehen auf die Ölförderung im Amazonas zwischen 1964 und 1992 zurück. Verantwortlich dafür war der US-Konzern Texaco - Chevron hatte das Unternehmen im Jahr 2001 gekauft.

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OMV fährt nach Unruhen Gasförderung in Tunesien wieder hoch

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Tunis/Wien, 20.06.2017

Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV hat in Tunesien nach den Unruhen im Frühjahr nun wieder die Arbeiten am Gasfeld Nawara aufgenommen. "Die Blockaden wurden beendet", sagte ein Unternehmenssprecher zur Nachrichtenagentur Reuters. Die Rückkehr zur Vollproduktion von rund 8.000 Barrel pro Tag sei in den nächsten zwei bis drei Monaten zu erwarten.

Die OMV hatte im Mai nach Protest- und Streikaktionen gegen die tunesische Regierung rund 700 Mitarbeiter von Drittfirmen von seinen Produktionsstätten abgezogen. Durch die Blockaden kam es zu Behinderungen der Förderung an dem im Süden des Landes liegenden Gasfeldes Nawara.

Tunesien ist im Vergleich zu seinen Nachbarn Libyen und Algerien nur ein kleiner Öl- und Gasproduzent. Auch die OMV produziert dort deutlich weniger als etwa in Libyen. Insgesamt wollen die Österreicher die Produktion in den nächsten zwei Jahren weltweit auf 350.000 Barrel pro Tag steigern.

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Plädoyer von Schwarzenegger für Klimavertrag

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Wien, 20.06.2017

Der "Austrian World Summit" in der Wiener Hofburg hat begonnen. Ausgerichtet wird der Gipfel von Arnold Schwarzeneggers Klimaschutzinitiative R20. Er hielt in seiner Auftaktrede ein Plädoyer für den Pariser Klimavertrag, der im Zentrum der Veranstaltung steht. "Trotz der kurzsichtigen Entscheidungen in Washington schreiten wir weiter voran", sagte der Ex-Gouverneur von Kalifornien.

"Ein Mann hat dem Fortschritt von Paris den Rücken zugekehrt", so Schwarzenegger weiter, aber weder das US-Volk, das zu zwei Drittel für das Klimaabkommen sei, noch Wissenschaft und Wirtschaft hätten dies getan, sagte er zur Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, sich aus dem Klimavertrag zurückzuziehen. Schwarzenegger erinnerte daran, dass er zu seiner Zeit als Gouverneur von Kalifornien seine umweltpolitischen Ziele auch ohne "Support" aus Washington umsetzen musste. Sein Resümee: "Die USA sind nicht Washington und waren es auch nie."

Die Ziele des Klimavertrags sind Mittelpunkt der Konferenz, mit Best-Practice-Beispielen soll gezeigt werden, wie diese erreicht werden können. Als Architekt des Pariser Vertrags gilt dessen ehemaliger Vorsitzender Laurent Fabius. "Ich bin nach wie vor optimistisch, doch wir müssen anerkennen, dass Trumps Entscheidung ein ernsthaftes Hindernis darstellt", sagte dieser. Es werde vor allem ein finanzielles Problem sein, etwa was die Finanzierung der Entwicklungsländer betreffe. Da liege es jetzt an den verbliebenen Nationen aktiver zu werden.

"Schleichende globale Katastrophe"

Den Ehrenschutz beim ersten Austrian World Summit hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen inne. "Die unangenehmen Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, indem man sie ignoriert", sagte er zum Klimawandel, den er als "schleichende globale Katastrophe" bezeichnete. Der Ausstieg der US-Regierung könne nur bedeuten, dass man mit anderen Partnern den Kampf aufnehmen und umso intensiver fortsetzen solle. "Die Erde kennt kein 'I will be back'", schloss Van der Bellen in Anspielung an Schwarzeneggers Rolle als "Terminator". Er sehe in der Zukunft, nach dem Ende der fossilen Epoche, ein nachhaltiges und umweltschonendes Zeitalter kommen.

"Von alleine werden sich die Dinge nicht in die richtige Richtung entwickeln", sagte zuvor Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) in seiner Rede. "Wir leben in einer Zeit der Veränderungen, die für jeden von uns spürbar sind", so der Kanzler zu den Themen Digitalisierung, Klimawandel, Globalisierung. Man werde die Globalisierung ebenso wenig rückgängig machen können, wie man Technologien "nicht auf den Dachboden sperren" kann. Man müsse den Klimawandel bekämpfen: "Wir müssen uns ein 'Big Picture' vornehmen", an dem man konsequent arbeite. Diese Aufgabe verglich Kern mit der "kühnen Vision" mit der US-Präsident John F. Kennedy 1961 die Mondlandung ankündigte, die acht Jahre später dann Realität wurde. "Wir sollten das mit derselben Mentalität tun", so Kern zum Kampf gegen den Klimawandel.

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Kern sieht "Agrar-Lobby" bei Erneuerbaren

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Wien, 20.06.2017

Mit Teilnehmern aus rund 50 Nationen und dem Klimavertrag im Zentrum ist die "Austrian World Summit" in der Wiener Hofburg international ausgerichtet, die Ökostromnovelle und die Förderung Erneuerbarer wurden von Bundesregierungsvertretern trotzdem thematisiert. Man müsse "Lobbyinteressen massiv zurückdrängen", sagte Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) im Hinblick auf künftige Förderungen.

Es gelte nicht nur Erneuerbare massiv auszubauen, sondern auch effizienter einzusetzen. Er habe vor der Hofburg mit den Betreibern einer Biogasanlage diskutiert, die ihn auf vor 13 Jahren zugesagte Förderungen angesprochen hätten. "Wir haben es hier mit einer Technologie zu tun, wo man hochdimensionierte Subventionen hat", sagte Kern. Da fehle das Geld dann für die neuen Technologien, weil man die stärkste Lobby, den Agrarsektor bedient habe. Nur das Kriterium, was effizient und gut für die Umwelt ist, solle gelten. Dann könne die Energieproduktion mit dem selben finanziellen Einsatz vervierfacht werden. Man habe Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler, argumentierte der Kanzler, der angab "Lobbyinteressen massiv zurückdrängen" zu wollen.

"Wenn wir Biomasse abschalten, dann schalten wir Atomenergie ein", sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP). Erneuerbare sollten stattdessen gestärkt werden, anstatt so kurzfristig zu denken. Das Ziel für Österreich sei weiterhin 100 Prozent Strom aus Erneuerbaren bis 2030, sagte der Minister, fast 34 Prozent habe man da erreicht. Was die Ökostromnovelle betrifft, so hoffe er auf ein Übereinkommen mit der Opposition, so Rupprechter unter Hinweis auf Gespräche mit den Grünen.

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Ziegler wird Sprecher des BEÖ

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Wien, 19.06.2017

Beim Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ) übernimmt Roland Ziegler (54) als Sprecher des Vorstands ab sofort die Nachfolge von Jürgen Halasz. Halasz werde sich nach knapp drei Jahren aus dem BEÖ-Vorstand zurückziehen und sich verstärkt seinen Tätigkeiten bei der Wien Energie zuwenden, teilte der BEÖ am Montag mit.

Ziegler ist bei der EVN für Energie-Dienstleistungen verantwortlich und seit eineinhalb Jahren Mitglied des BEÖ-Vorstands. Der BEÖ vertritt die Interessen von elf österreichischen Energieversorgern beim Aufbau einer flächendeckenden Infrastruktur für Elektro-Fahrzeuge.

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Strom aus Windkraft - Österreich unter EU-Durchschnitt

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Brüssel, 19.06.2017

Mehr als zehn Prozent der Stromproduktion in der EU kommt aus der Windkraft. Nach jüngsten Eurostat-Daten vom Montag war dabei Dänemark mit einem Anteil von 43 Prozent im Vorjahr einsam an der Spitze. Schlusslichter waren die Slowakei und Malta mit je weniger als einem Prozent. Österreich kam auf 7,6 Prozent Windanteil und lag dabei unter dem EU-Durchschnitt von 10,1 Prozent.

Hinter Dänemark rangierte Litauen mit 27 Prozent auf dem zweiten Platz. Über der 20-Prozentmarke lagen Irland und Portugal.

Mit 315.000 Gigawatt-Stunden von insgesamt 3,1 Millionen Gigawatt-Stunden lag der Windkraft-Anteil bei der Stromerzeugung an vierter Stelle in der EU. In Österreich betrug die Gesamtmenge an erzeugtem Strom 67.669 Gigawatt-Stunden, 5.145 Gigawatt-Stunden davon entfielen auf Windkraft (7,6 Prozent).

Bei der Verteilung je nach Produktionsart von Strom in der EU lagen im Vorjahr konventionelle thermische Kraftwerke mit 49 Prozent voran, vor Strom aus Atomkraft (26 Prozent) und aus Wasserkraft (12 Prozent).

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Umweltschützer im Clinch mit der Kleinwasserkraft

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19.06.2017

Forderung. "Keine Subvention für Neuanlagen"

Irgendwann ist es genug: "Mit 3100 Kleinwasserkraftwerken seien Österreichs Bäche und Flüsse genug verbaut", sagt Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbands im Gespräch mit dem KURIER. Er fordert einen Ausbau-Stopp.

"Drei Viertel aller Ausbaupläne der Kleinwasserkraft-Branche liegen in nationalen und Europaschutzgebieten", betont Maier. Seit Jahren würden neue Kleinwasserkraftwerke nur noch in "ökologisch sensiblen Gebieten" geplant. Um diesem Trend einen Riegel vorzuschieben, fordern die Umweltschützer, dass ein neues Ökostromgesetz keine Förderungen für Kleinwasserkraftwerks-Neubauten mehr vorsehe. Derzeit sind 1,5 Millionen im Jahr für neue Kleinwasserkraftanlagen vorgesehen. Insgesamt erhielten die bestehenden 3100 kleinen Wasserkraftwerke 86,2 Millionen Euro an Förderungen für ihren Strom. Der Grund: Der Marktpreis für elektrische Energie ist seit Jahren so niedrig, dass sich der Betrieb von kleinen Anlagen wirtschaftlich nicht rechnet.

Für Maier ist das ein weiterer Kritikpunkt: Wenn weiter Subventionen in neue Kleinkraftwerke gesteckt würden, komme man nie in die Wirtschaftlichkeit. Sein Vorschlag: Das Fördervolumen für Neuanlagen zur Gänze in die Revitalisierung der bestehenden Kleinwasserkraftwerke umlenken. Damit könnte die Stromproduktion dieser Anlagen deutlich erhöht werden, ohne dass ökologisch wertvolle Flussläufe zerstört würden. Für diese Effizienzsteigerung sollten aber auch ökologische Kriterien vorgeschrieben werden.

Verhinderungs-Taktik Auch wenn es einiges an Ausbauplänen der Kleinwasserkraft gibt, verwirklich wird kaum etwas. Beispiel: das von der EVN geplante Kleinwasserkraftwerk Ferschnitz an der Ybbs. Seit fünf Jahren versucht der niederösterreichische Versorger die Genehmigungen dafür zu erhalten. Regionale Fischerei-Vertreter wehren sich bis zuletzt. Nun liegt der Fall beim EuGH.

Paul Ablinger, Geschäftsführer des Kleinwasserkraftwerks-Verbands, kann den Gegner-Argumenten wenig abgewinnen. Er führt ins Treffen, dass es an den heimischen Flüssen mehr als 30.000 "Querverbauungen", also etwa Wehranlagen, gebe, aber nur 3100 Kleinwasserkraftwerke. Diese Querverbauungen könnten für die Wasserkraft genützt werden", sagt er. Da gebe es großes Interesse.

Balkan als Alternative Weil Kraftwerks-Neubauten in Österreich so gut wie unmöglich sind, weichen die Versorger ins Ausland aus. Etwa auf den Balkan. Wien Energie, Kelag, aber auch die EVN sind dort mit Kleinwasserkraftwerken präsent.

Aber auch am Balkan wird es schwieriger. Die NGO "RiverWatch" warnt bereits vor "Raubbau an Europas wertvollsten Flüssen". 1829 Kraftwerkspläne internationaler Versorger hat RiverWatch am Balkan untersucht. "Sie bedrohen einen wesentlichen Teil des europäischen Naturerbes", lautet das Fazit.

Von Irmgard Kischko

"Kurier" vom 16.06.2017
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AR-Chef der EEX wiedergewählt

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19.06.2017

Die Leipziger Strombörse European Energy Exchange (EEX) hat Rechtsanwalt Dr. Jürgen Kroneberg als Vorsitzenden des neu gewählten Aufsichtsrats wiederbestimmt. Als seine Stellvertreter wurden Hans Schweickardt, AR-Chef von Polenergia, Jürg Spillmann, Verwaltungsratsmitglied der Züricher Eurex, sowie der sächsische Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Hartmut Mangold gewählt. Neu im EEX-Kontrollgremium sind der Executive Director Trading von EnBW Energie Baden-Württemberg, Peter Heydecker, der Head of Strategic Partnerships des französischen Stromriesen Electricité de France, Xavier Lafontaine, sowie Vincent van Lith, Executive Director European Head of Energy der Frankfurter Niederlassung von ABN Amro. Dem 18-köpfigen Aufsichtsrat der Deutsche-Börse-Tochter gehören neben Stromerzeugern und Netzbetreibern Stromhandelsfirmen, Leipzigs Oberbürgermeister und - natürlich - diverse Vertreter der Deutschen Börse an.

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Beinhartes Match um EU-Gasmarkt

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19.06.2017

USA gegen Russland. Senat in Washington will Europas Energiekonzernen Teilnahme an Nord Stream verbieten

Ein Gesetzesentwurf des US-Senats, der die Sanktionen gegen den Iran und Russland ausweiten soll, versetzt Europas Energie-Branche in Aufruhr. Ganz unverhohlen wird in dem Entwurf nämlich festgehalten, worum es eigentlich geht: um den Verkauf amerikanischen Flüssiggases nach Europa und die Verdrängung russischen Erdgases vom europäischen Markt.

Per diesem geplanten Gesetz wollen die Amerikaner europäischen Energiekonzernen verbieten, Geld in russische Pipelines zu stecken, sich an diesen zu beteiligen oder Pipeline-Teile zu liefern. Tun sie das doch, würden sie am US-Markt mit Sanktionen belegt. Das träfe in Österreich gleich zwei Großunternehmen: die OMV und die voestalpine. Der heimische Öl- und Gaskonzern hat der russischen Gazprom eine Beteiligung an der Finanzierung des zweiten Pipeline-Strangs der Nord Stream zugesagt. Und die Voest liefert dafür Spezialbleche.

Kein Wunder also, dass Bundeskanzler Christian Kern die amerikanischen Vorstöße scharf kritisierte. Zusammen mit dem deutschen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel wies er "die völkerrechtswidrigen exterritorialen Sanktionen gegen europäische Unternehmen, die sich am Ausbau der europäischen Energieversorgung beteiligen", zurück.

Neben der OMV hat auch der deutsche Energiekonzern Uniper, die französische Engie und die niederländisch-britische Shell eine Finanzierung der Nord Stream zugesagt. Rund 4,5 Mrd. Euro - die Hälfte der Gesamtkosten - wollen fünf Konzerne zur Verfügung stellen, falls die russische Gazprom keine Projektfinanzierung für den Bau der Nord Stream II aufstellt.

Europa braucht mehr Gas Rund ein Drittel des gesamten europäischen Gasverbrauchs von 500 Milliarden Kubikmeter im Jahr kommt aus Russland. Der Rest ist Eigenproduktion und Import aus Norwegen und Nordafrika. Aus den USA, die seit einigen Jahren mit Fracking mehr Gas fördern, als sie brauchen, kommt bisher aber fast nichts nach Europa. Die europäischen Flüssiggas-Anlagen (u. a. in Rotterdam), wo das amerikanische Gas angeliefert werden könnte, sind nur zu einem Viertel ausgelastet.

Geht es nach dem Willen der Amerikaner, sollte sich das ändern. Dies ist aber nur möglich, wenn sie russisches Gas verdrängen. Denn Europas Gasverbrauch steigt nicht mehr. Im Gegenteil: er sinkt jährlich ein kleines bisschen. Warum sich die USA und Russland dennoch um ein Match um Europas Gasmarkt liefern, hat einen wesentlichen Grund: Europas Eigenversorgung mit Gas wird in den nächsten Jahren dramatisch schrumpfen. Das größte EU-Gasfeld Groningen in den Niederlanden ist fast ausgefördert und die britischen Nordseefelder liefern jährlich um bis zu zehn Prozent weniger Gas.

"Dieser Produktionsrückgang verläuft viel rascher als der Nachfragerückgang", sagt ein Gasexperte. Daher müssen die fehlenden Mengen durch Importgas ersetzt werden. Russland will den Großteil der Fehl-Mengen mit dem Bau der zweiten Röhre der Nord Stream-Pipelin abdecken. Bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Gas sollen auf diese Weise zusätzlich nach Europa transportiert werden. Für US-Flüssiggas wäre dann wenig Platz.Die USA sind aber nicht die Einzigen, die diese 1224 km lange Nord Stream II, die von Russland durch die Ostsee nach Deutschland gelegt werden soll, verhindern wollen. Auch Teile der EU - allen voran die Polen und Balten - lassen an dem Projekt kein gutes Haar. Brüssel versucht nun sogar, EU-Recht für die Nutzung der Pipeline, die mit Ausnahme von wenigen Kilometern nicht durch EU-Territorium verläuft, vorzuschreiben. Gazprom müsste dann Fremdlieferanten Gas durch die Pipeline transportieren lassen - für die Russen undenkbar. Und zu guter Letzt macht auch Greenpeace gegen die Pipeline mobil. Sie bedrohe Naturschutzgebiete, sagt Greenpeace und fordert die OMV zum Rückzug aus dem Projekt auf.

von Irmgard Kischko

"Kurier" vom 17.06.2017
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China will 2018 doch strenge Quote für E-Autos einführen

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Düsseldorf, 19.06.2017

China will nun doch bereits im kommenden Jahr strenge Quoten für Elektroautos einführen. Das "Handelsblatt" berichtete am Montag, der überarbeitete Entwurf der Verordnung sehe wie bisher vor, dass 2018 mindestens acht Prozent der im Land verkauften Wagen eines Herstellers Elektro- oder Hybridfahrzeuge sein müssen. In den beiden Folgejahren seien dann zehn und zwölf Prozent vorgesehen.

Allerdings gewähre die Regierung nach einem komplexen Verfahren mehr Punkte je Auto, wenn es eine höhere Reichweite und eine bessere Energieeffizienz habe, berichtete die Zeitung weiter. Deutsche Autobauer können diese Vorgaben bisher nicht erfüllen.

Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte bei seinem Besuch in China Ende Mai daher auch über die Auflagen für die Autohersteller gesprochen und von "guten Verabredungen" berichtet. Unklar war demnach noch der Zeitpunkt der Einführung und in welchem Umfang sich die Hersteller die Anzahl verkaufter E-Autos eines Jahres zu ihren Gunsten auf die Quote eines anderen Jahres anrechnen lassen können.

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Großfusion in US-amerikanischer Ölbranche

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New York, 19.06.2017

In der US-Energiebranche kommt es zu einer Milliardenfusion. Der Öl- und Gaskonzern EQT kündigte am Montag die Übernahme des Konkurrenten Rice Energy an. Der Kaufpreis wurde auf 6,7 Mrd. Dollar (6 Mrd. Euro) beziffert. EQT will ihn sowohl in bar als auch in Form von Aktien begleichen. Die Rice-Anteilseigner sollen 27,05 Dollar je Aktie erhalten.

Das ist ein Aufschlag von gut 37 Prozent auf den Rice-Schlusskurs am Freitag.

APA/ag.