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Wien Energie setzt verstärkt auf Digitalisierung

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Wien, 28.09.2016

Die Wien Energie setzt verstärkt auf Digitalisierung und damit auf Innovationen und neue Partner wie Start-ups. Damit will man auch näher zum Kunden kommen. "Wir wollen innovativer werden und auch neue Kooperationen eingehen", sagte der designierte neue Wien-Energie-Chef Michael Strebl zur APA.

In der Wien Energie - die Wiener-Stadtwerke-Tochter ist für Vertrieb und Produktion zuständig - gebe es dafür gute Vorarbeiten und ein gutes Fundament. Dies soll verstärkt werden. Noch im Herbst werde ein Smart-Home-Produkt vorgestellt. Für Strebl beschleunigt sich der Umbruch am Energiemarkt immer stärker. Der gestiegene Wettbewerb, neue Anbieter und Plattformen, sich verändernde Geschäftsmodelle und vor allem die Digitalisierung erforderten von den Energieversorgern eine erhöhte Veränderungsbereitschaft und mehr Nähe zum Kunden.

Die Digitalisierung werde auch die Energiewirtschaft verändern. Ziel sei es, den "Trend der Digitalisierung maximal für unsere Kunden und für Wien Energie zu nutzen", so der ab 1. Oktober amtierende neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Wien Energie GmbH im Gespräche mit der APA. Es gebe die traditionelle Zusammenarbeit in der Energiewirtschaft, aber "auch neue Geschäftsmöglichkeiten, Kooperationen und Start-ups sind für mich ein ganz wichtiges Thema".

Google und Co als Herausforderung

Der Energiemarkt sei einer der spannendsten Märkte in der nächsten Zeit, auch weil neue Wettbewerber von außerhalb der Energieversorger kommen werden. Neue Spieler wie Google und Co sieht er als Herausforderung: "Das wird ein spannendes Match, aber ich fürchte mich nicht vor denen." Als Stärken der Wien Energie sieht er dabei unter anderem die starke regionale Verankerung, die große Kundenbasis sowie das Vertrauen der Kunden in das Unternehmen.

Die Wien Energie wolle ihren Kunden spezifische Lösungen anbieten und sie damit auch überraschen, dabei sei die Digitalisierung eine Riesenchance. Die Kundenanforderungen würden künftig differenzierter, spezifischer und bunter sein. Es werde beispielsweise auch Kunden geben, die am Energiemarkt partizipieren und selber Strom erzeugen wollten. Auch die Trennung nach traditionellen Energieträgern sieht Strebl aufbrechen: In Stadtentwicklungsgebieten beispielsweise könnte beim Heizen die Wärmepumpe, Fernwärme, Gas, Solarthermie zum Zug kommen. Entscheidend seien die Kundenbedürfnisse, "da gibt es keine Allheilmittel und keine Patentrezepte". Die Kundenzahl der Wien Energie sei mit rund 2 Millionen bei Strom, Erdgas und Fernwärme auf einem konstant hohen Niveau.

Kundennähe durch Bürgerbeteiligungsmodelle

Der Ausbau der erneuerbaren Energie soll weiter fortgesetzt werden. Die Bürgerbeteiligungsmodelle mit Anteilen an Solar- und Windkraftwerken sind für Strebl auch ein Beispiel für mehr Kundennähe.

Der neue Wien-Energie-Chef Michael Strebl (51) übernimmt am 1. Oktober die Bereiche Vertrieb, Energiedienstleistungen, Kommunikation und Marketing, Public Affairs sowie Telekommunikation. Er folgt damit Thomas Irschik, der seine aktive berufliche Laufbahn beendet. Kaufmännischer Geschäftsführer der Wien Energie ist unverändert Peter Gönitzer, technischer Geschäftsführer Karl Gruber.

Strebl war zuletzt Geschäftsführer der Salzburg Netz GmbH. Bei der Salzburg AG war er insgesamt mehr als 20 Jahre in verschiedenen Funktionen tätig. Der gebürtige Salzburger hat ein technisches und betriebswirtschaftliches Studium absolviert und ist seit 1994 in der Energiewirtschaft tätig. Erfahrungen sammelte er unter anderem an der London School of Economics (LSE) und bei Siemens/USA im Silicon Valley.

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Erneuerbare als Schwerpunkt für Österreichs EU-Vorsitz

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Brüssel, 28.09.2016

Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) will die Erneuerbaren Energien zum Thema der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018 machen. Rupprechter warb im Europäischen Parlament in Brüssel für seine Idee eines "Energiewende"-Vertrages, der den erneuerbaren Energieträgern wie Wind- und Wasserkraft Wettbewerbsgleichheit garantieren soll.

"Wir werden versuchen, auch unsere Ratspräsidentschaft im Umweltministerrat und vor allem auch die Trio-Präsidentschaft mit Estland und Bulgarien unter den Fokus der Erneuerbaren zu stellen. Natürlich werden wir auch versuchen, mit der Kommission etwas mehr positive Stimmung für Erneuerbare zuwege zu bringen", sagte Rupprechter gegenüber der APA. Die EU-Richtlinie für Erneuerbare sollte während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft 2018 abgeschlossen werden. Diese Diskussion sollte genutzt werden, sagte der Minister.

"Wir haben gerade für die Erneuerbaren leider noch sehr viel Gegenwind, auch in der Europäischen Union, weil es jetzt eine Art der Renaissance der Nuklearenergie gibt", sagte Rupprechter. Er verwies auf die Entscheidung Großbritanniens zum Bau des Atomkraftwerks Hinkley Point. Auch in Deutschland laufe die Energiewende in die falsche Richtung. Deutschlands Atomausstieg sei zwar positiv, doch werde die Nuklearenergie dort durch Braun- und Steinkohle substituiert, was den Ausstoß von Treibhausgasen erhöhe.

Gegengewicht zum Euratom-Vertrag

Der "Energiewendevertrag" sollte als Protokoll zum EU-Vertrag und zum Vertrag über die Funktionsweise der Union primärrechtlich verankert werden und "ein Gegengewicht zum Euratom-Vertrag darstellen", sagte Rupprechter. Derzeit seien durch den niedrigen Strom- und Energiepreis im Gefolge der deutschen Energiewende Investitionen in Erneuerbare nicht wirklich wettbewerbsfähig. "Wir wollen vor allem die Diskussion um die Energieunion, die nach den Vorgaben des Europäischen Rates bis 2019 spätestens stehen soll, nützen, um über die Wettbewerbsgleichheit der Erneuerbaren zu diskutieren."

Über Vertragsänderungen müssen die EU-Staaten einstimmig mit dem Europaparlament beschließen. Positive Rückmeldungen auf seine Initiative sieht Rupprechter etwa von der deutschen Umweltministerin Barbara Hendricks, auch der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel habe Interesse an dieser Diskussion. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker habe sich zum Ziel gesetzt, dass Europa Nummer eins bei Erneuerbaren weltweit werden soll, "da haben wir noch sehr viel vor uns".

EU-Ziel wird "sicher übererreicht"

Österreich werde sein EU-Ziel von einem 34-Prozent-Anteil Erneuerbarer bis 2020 "sicher übererreichen". "Wir sind schon fast bei 33 Prozent", sagte Rupprechter. "Unser Ziel, Strom zu 100 Prozent aus Erneuerbaren bis 2030 zu erreichen ist auch machbar."

Bis zur österreichischen EU-Ratspräsidentschaft 2018 rechnet Rupprechter auch mit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Beihilfenentscheidung der EU-Kommission zum AKW Hinkley Point. Nach dem jetzigen Strompreis gewähre Großbritannien fast 2 Mrd. Euro jährlich an Subventionen über 36 Jahre für den garantierten Einspeisetarif. "Das ist eine Wettbewerbsverzerrung. Wenn man dieses Geld in die Erneuerbaren stecken würde, dann wäre Großbritannien wahrscheinlich bis 2030 zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie versorgbar", kritisierte Rupprechter.

Die ÖVP-Europaabgeordnete Elisabeth Köstinger sagte, das EU-Parlament sei der Ort, um eine breite Allianz hinter einem neuen Energiewendevertrag zu sammeln. "Unsere große Herausforderung wird es sein, die Staaten im Osten Europas mitzunehmen", sagte Köstinger. Dies werde nur gelingen, wenn der Mehrwert eines Umstiegs auf Erneurbare für Wachstum und Arbeitsplätze auch sichtbar werde. Über die EU-Abgeordneten gebe es Möglichkeit, Druck auf die Regierungen auszuüben. "Das wird ein Bohren von dicken Brettern", so Köstinger.

CO2-Lastenteilung wird Teil der Brexit-Verhandlungen

Die Aufteilung der von der EU eingegangenen CO2-Reduktionsverpflichtungen müssen nach Worten von Rupprechter in den EU-Austrittsverhandlungen mit Großbritannien geregelt werden. Bisher basieren die Vorgaben auf der Annahme, dass Großbritannien Teil der EU ist. Trotz des Brexit-Votums erwartet Rupprechter, dass die EU den Pariser Klimavertrag zeitgerecht ratifiziert.

Es sei "absehbar", dass die EU-Staaten das Schnellverfahren für die Ratifizierung und die Hinterlegung der Ratifizierungsurkunden bis Mitte Oktober zuwege bringen würden, sagte Rupprechter gegenüber der APA in Brüssel. Am Freitag treffen sich die EU-Umweltminister in Brüssel, um über die Ratifizierung des Weltklimavertrages zu beraten.

Bisher haben erst wenige EU-Staaten, darunter Österreich, Frankreich, Ungarn und Deutschland, das Abkommen ratifiziert. Nachdem die Europäische Union ein Motor des Pariser Abkommens war, "ist es unser vordingliches Ziel, dass die Europäische Union auch noch zeitgerecht ratifiziert", sagte Rupprechter.

"Der Brexit ist kein Gegensatz dazu, weil wenn einmal der Antrag tatsächlich kommen sollte von Großbritannien nach Artikel 50, dann wird auch die Lastenverteilung Teil der Austrittsverhandlungen sein. Das wird auch in dem Austrittsabkommen festgelegt werden", sagte der Umweltminister. Großbritannien wird auch Vertragspartei der Weltklimakonferenz sein.

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63.680 Unterschriften aus NÖ gegen Ausbau des AKW Dukovany

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St. Pölten/Dukovany, 28.09.2016

63.680 Menschen haben die kritische Stellungnahme des Landes NÖ im grenzüberschreitenden UVP-Verfahren zum geplanten Ausbau des tschechischen Atomkraftwerks Dukovany unterschrieben. Das sei "ein klares Signal für die europäische Energiewende" und "ein klarer Auftrag, Druck nach Tschechien zu machen", sagte Landesrat Stephan Pernkopf (ÖVP), der Bilanz über die Unterschriftenaktion zog.

In Dukovany - nur 32 Kilometer von der niederösterreichischen Landesgrenze entfernt - sind zwei zusätzliche Reaktoren geplant. "Die Ausbaupläne sind aufs Schärfste abzulehnen, denn die Atomkraft ist ein nicht beherrschbares Sicherheitsrisiko", sagte der Umweltlandesrat. Man erwarte sich auf die eingebrachte Stellungnahme im UVP-Verfahren "klare fachliche Antworten auf unsere Sicherheitsbedenken".

Dass 63.680 Menschen in den vergangenen drei Wochen die Musterstellungnahme unterschrieben haben, "ist ein klares Bekenntnis gegen die Atomkraft", sagte Pernkopf laut einer Aussendung des Landespressedienstes. Die Unterschriften werden demnach an die Behörde des Nachbarlandes weitergeleitet, außerdem habe der Landesrat den tschechischen Umweltminister um ein Treffen gebeten. "Tschechien muss die Ausbaupläne überdenken und die Energiewende einleiten", betonte der ÖVP-Politiker.

Pernkopf verwies als aktuell Vorsitzender der Landesumweltreferentenkonferenz auf einen einstimmigen Beschluss aller österreichischen Umweltlandesräte, wonach jene europäischen Länder, die weiter auf die Atomkraft setzen, keine EU-Regionalfördermittel mehr erhalten sollen. Hier sei die Bundesregierung mit Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) an der Spitze gefordert, Druck zu machen.

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Mitterlehner für österreichisch-deutsche Strompreiszone

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Wien/Salzburg, 28.09.2016

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) spricht sich für den Erhalt der gemeinsamen Strompreiszone Österreichs mit Deutschland aus, bei deren Zerbrechen sich Elektrizität in Österreich um mehrere hundert Mio. Euro im Jahr verteuern würde. Mit seinem deutschen Amtskollegen Sigmar Gabriel (SPD) wolle er das Thema demnächst nochmals erörtern, kündigte Mitterlehner an.

Die gemeinsame Preiszone sei "ein wichtiges Signal für den europäischen Binnenmarkt und darf nicht geteilt werden", betonte der für Energie zuständige Minister anlässlich einer in Salzburg beginnenden zweitägigen Tagung der E-Wirtschaft. Studien würden die Nachteile einer Auftrennung belegen. Zudem hätten sich die Ringflüsse übers polnische und tschechische Stromnetz, die mit ein Auslöser für die Diskussion über eine Trennung waren, deutlich verringert. Auf diese Punkte wolle er Gabriel hinweisen: "Ziel muss eine gute Lösung zum Vorteil beider Länder sein", so Mitterlehner in einer Sondernummer von "StromLinie".

Anzengruber: Nur noch fünf Wochen Zeit

Die Zeit für die heimische Politik für den Erhalt der gemeinsamen deutsch-österreichischen Strompreiszone drängt. Denn bis zu einer Entscheidung der europäischen Regulatoren, ACER, die eine Aufteilung bringen könnte, bleiben nur noch fünf Wochen. Darauf verwies der Präsident von Oesterreichs Energie, Wolfgang Anzengruber.

Für zirka 8. November sei die ACER-Sitzung zu dem Thema angesetzt, und Einsprüche gegen die dann getroffene Entscheidung hätten keine aufschiebende Wirkung mehr. "Dann würde es so sein, dass es zur Trennung kommt", warnte Anzengruber vor Beginn eines Kongresses von Oesterreichs Energie in Salzburg vor Journalisten. Das Thema habe mittlerweile den technischen Boden verlassen und befinde sich auf politischer Ebene.

Ein Auseinanderbrechen der gemeinsamen Preiszone könnte die Stromrechnung für Österreichs Abnehmer um mehrere hundert Millionen Euro jährlich verteuern - Anzengruber sprach von 15 bis 30 Prozent Aufschlag, die gegenüber den heutigen Preisen drohen würden. "Da geht es um den Wirtschaftsstandort Österreich", kurzfristige Windfallprofits aus dem Preisanstieg wolle man als Branche gar nicht, so der Verbund-Generaldirektor.

"Preise verändern sich sofort"

Auch nach einem "Aus"-Beschluss für die Preiszone durch ACER würde es laut Anzengruber noch zwei, drei Jahre dauern, bis nachfolgende Maßnahmen wie Engpass-Auktionierungen und Aufkäufe entsprechender Kapazitäten durch Stromhändler umgesetzt seien - "aber die Preise verändern sich sofort. Das schlägt sich sofort nieder."

"In den nächsten Wochen" müsse daher getrachtet werden, ein Zerbrechen der Preiszone zu verhindern, da sei die Politik gefordert, so Anzengruber. Dabei sollte versucht werden, das Thema gleich längerfristig zu lösen, zumindest bis zum Jahr 2025. Bei einem solchen "Brückenschlag" mit Deutschland müsse jedoch auch Österreich bereit sein, zwei Hebel in Bewegung zu setzen. Erstens werde unser Land langfristig Kapazitätsreserven kontrahieren müssen, um das Netz zu stabilisieren, und sich zweitens auch an den Kosten beteiligen müssen und diese Sache nicht immer nach Deutschland tragen.

Zum Thema geworden ist eine mögliche Aufteilung der deutsch-österreichischen Preiszone durch ungewollte Stromflüsse - sogenannte Ringflüsse - übers polnische und tschechische Stromnetz, die sich aber schon deutlich verringert haben. Rein physikalisch, betonte Anzengruber, wäre eine Trennlinie aber gar nicht an der österreichischen Grenze zu ziehen, sondern "innerhalb Deutschlands", in Nordbayern.

Änderungen bei Ökostrom-Förderregime

Zum heimischen Ökostrom-Förderregime erklärte Mitterlehner, dass an einer Umstellung unter Beachtung des neuen europäischen Beihilfenrahmens und der EU-Zielsetzung für Erneuerbare gearbeitet werde. Erste Fachgespräche und Überlegungen dazu würden bereits stattfinden. Ziel sei "ein marktkonformeres und effizienteres Fördersystem", mit dem die EU-Klima- und -Energieziele 2030 erreicht werden könnten und die Technologien "an die Marktreife heran" geführt würden, so Mitterlehner in der Publikation von Oesterreichs Energie, der Interessenvertretung der E-Wirtschaft.

Natürlich werde die Zukunft der Ökostromförderung ein zentrales Thema der neuen österreichischen Energie- und Klimastrategie sein. Vom diesbezüglichen Konsultationsprozess, der im Sommer mit dem Grünbuch eröffnet wurde, erhofft sich der Minister eine größtmögliche Beteiligung von Verbrauchern, Energiewirtschaft und Industrie. Ziel sei, "ein sicheres, nachhaltiges, wettbewerbsfähiges und leistbares Energiesystem" zu etablieren - für Haushalte wie für Unternehmen.

"Keine neue Steuerdiskussion"

Mit einer Öko-Steuerreform, wie sie von manchen - etwa Umweltverbänden - gefordert wird, liebäugelt Vizekanzler Mittelehner nicht. "Derzeit führen wir keine neue Steuerdiskussion", sagt er. Im übrigen bräuchte es bei einer in diesem Zusammenhang oft diskutierten CO2-Abgabe eine gesamteuropäische Lösung, "da kann es keinen Alleingang Österreichs geben".

Auf europäische Ebene bedürfe es einer engeren Kooperation und möglichst einheitlicher Spielregeln, um eine sichere Energieversorgung langfristig zu sichern, so der Minister. Deshalb habe sich Österreich immer für eine möglichst rasche und vollständige Umsetzung des Energiebinnenmarktes eingesetzt. Auch dem neuen Legislativpaket Brüssels stehe man grundsätzlich positiv gegenüber, "jetzt gilt es die Interessen Österreichs deutlich einzubringen". Im Energieeffizienzbereich werde sich Wien weiter für indikative Ziele aussprechen, "wir wollen Zusatzbelastungen für die Wirtschaft vermeiden".

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Wien Energie bei Sparprogramm im Plan

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Wien, 28.09.2016

Die Wien Energie GmbH hat im ersten Halbjahr mehr Umsatz und Gewinn erzielt. Die Stromerzeugung stieg um 16 Prozent. Der Absatz von Strom, Gas und Wärme ist leicht gesunken, gab die Geschäftsführung vor Journalisten bekannt. Beim Sparprogramm sei man im Plan. Weitere Bürgerkraftwerke werden angeboten.

Der Umsatz der Wien Energie GmbH ist in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,2 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro gestiegen. Die Stromerlöse erhöhten sich wegen Konsolidierungseffekten aus der EnergieAllianz um 65,4 Prozent auf 738 Mio. Euro. Die Gaserlöse sanken um 16,2 Prozent auf 182 Mio. Euro. Bei den Wärmeerlösen (inklusive Entsorgung) gab es ein Minus um 6,2 Prozent auf 294 Mio. Euro.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erhöhte sich um 26 Prozent auf 106,5 Mio. Euro, der Konzernjahresüberschuss um 25,4 Prozent auf 105,2 Mio. Euro.

Die Wien Energie will mit dem Programm "Megawatt" bis 2017 eine nachhaltige Verbesserung des Ergebnisses um 86 Mio. Euro erreichen. 50 Prozent der geplanten Maßnahmen seien bereits erreicht. Man ist optimistisch, die 86 Mio. Euro bis 2017/18 zu erreichen. Die Wien Energie sei voll auf Kurs in der Umsetzung des Programms, es gebe aber auch noch einiges zu tun, so der scheidende Vorstandsvorsitzende der Geschäftsführung, Thomas Irschik.

Rund 800 Beamte werden frühpensioniert

Beschäftigt waren in der Wien Energie im ersten Halbjahr 2.661 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente), um 33 weniger als im Vorjahreszeitraum. Vom Personalsparprogramm der Muttergesellschaft Wiener Stadtwerke seien in der Wien Energie rund 300 Mitarbeiter betroffen, davon rund zwei Drittel Beamte. Die Wiener Stadtwerke wollen im Zeitraum Oktober 2016 bis Oktober 2018 im Energiebereich insgesamt rund 900 Mitarbeiter einsparen, davon rund 800 Beamte durch Frühpensionierungen. Die Wien Energie werde das Programm in mehreren Etappen umsetzen, in einem ersten Schritt bis Jahresende mit rund einem Viertel der betroffenen Mitarbeiter, so Geschäftsführer Peter Gönitzer.

In der Stromerzeugung setzt die Wien Energie weiter auf den Erneuerbaren-Ausbau und Bürgerkraftwerke. Bisher wurden im Großraum Wien 25 Bürgerkraftwerke - 23 mit Photovoltaik und 2 mit Windrädern - realisiert. Mehr als 6.000 Personen haben sich beteiligt und zusammen rund 27 Mio. Euro investiert. Erzeugt haben die Bürgerkraftwerke bisher mehr als 27 Millionen Kilowattstunden (kWh). Das entspreche dem Jahresstromverbrauch von 300.000 Kühlschränken, so Geschäftsführer Karl Gruber. Die Bürgersolarkraftwerks-Modelle würden wegen der starken Nachfrage fortgeführt. Aktuelle weitere Bürgerkraftwerke sind ein Solarprojekt in einem Wiener Gemeindebau und eine Beteiligungsmöglichkeit für Windräder im Windpark Pottendorf.

Stärker zur Stromerzeugung eingesetzt wurden auch die Gaskraftwerke, deren Betrieb in der Strommarktentwicklung optimiert wurde. Stundenweise würden positive Deckungsbeiträge erzielt, so Gönitzer. Im ersten Halbjahr stieg die Stromerzeugung um 16 Prozent auf 2.873 Gigawattstunden (GWh).

Neuer Windpark mit 13 Windrädern

Der Erneuerbaren-Anteil blieb mit 22 Prozent auf Vorjahresniveau. Grund dafür war, dass trotz der gestiegenen Produktion der Gaskraftwerke die Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse zugelegt hat. Gestiegen ist auch die Erzeugung aus Abfallverwertung durch den Vollbetrieb der Müllverbrennung Spittelau. Ein neuer Windpark mit 13 Windrädern wird gemeinsam mit dem Unternehmen ImWind in Andlersdorf/Orth um 70 Mio. Euro errichtet. Damit können ab kommendem Jahr 27.000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Im Bereich Wärme wird im Oktober erstmals Abwärme aus der Manner-Fabrik ins lokale Netz eingespeist. Damit werden 600 Haushalte versorgt. Im Bereich Elektromobilität hat die Wien Energie 400 Ladepunkte in Betrieb, bis Jahresende werden es 440 sein. Die Wien Energie sei mit Autoherstellern und der Stadt Wien in Gesprächen, wie man neue Möglichkeiten ausschöpfen könne, so Irschik.

Die Strom- und Gaspreise für Haushaltskunden werden wie berichtet ab 1. Oktober gesenkt. Seit 2012 seien bei der Wien Energie die Preise für Strom insgesamt um rund ein Drittel und für Gas um rund ein Viertel gesunken.

Der Stromabsatz sank im ersten Halbjahr um 4 Prozent auf 4.587 GWh. Der Gasabsatz verringerte sich wegen einer geringeren Nachfrage und der etwas wärmeren Witterung um 7 Prozent auf 3.738 GWh. Der Wärmeabsatz stieg leicht um 1 Prozent auf 3.300 GWh.

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Enel will sich von russischem Kohlkraftwerk trennen

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Rom/Moskau/Bratislava, 28.09.2016

Nach der Trennung eines ersten Anteils am slowakischen Energieversorger Slovenske Elektrarne (SE) will der italienische Energiegigant Enel weitere Assets im Ausland verkaufen, um seine Schulden zu reduzieren. Bis Ende dieses Jahres will sich der Konzern von dem russischen Kohlkraftwerk Reftinskaya Gres trennen, dessen Wert auf 250 bis 300 Mio. Euro geschätzt wird.

Zu den Interessenten am Kohlkraftwerk zählt der Mailänder Wirtschaftszeitung "Milano e Finanza" zufolge die Gruppe SGC (Siberian Generation Company) um den russischen Magnaten Andrej Melnischenko. Auch chinesische Konzerne signalisierten Interesse für das Kohlkraftwerk, das unter der Kontrolle von Enel Russland steht. Enels Tochtergesellschaft meldete 2015 Verluste von 732 Mio. Euro und rechnet für 2016 mit einem leichten Gewinn.

Unter der Führung von CEO Francesco Starace hat Enel in den vergangenen Jahren bereits Assets im Wert von 4,1 Mrd. Euro verkauft. Der Entwicklungsplan sieht Veräußerungen im Volumen von 6 Mrd. Euro vor. Das Energieunternehmen will sich demnächst auch von Minderheitsbeteiligungen an Gesellschaften in Belgien und Frankreich trennen.

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EU-Energiegemeinschaft fordert Sanktionen für Serbien

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Belgrad, 28.09.2016

Serbien dürfte sich am 14. Oktober mit Sanktionen des Ministerrates gegen die Energiegemeinschaft des Landes beschäftigen. Auslöser ist die weiterhin ausstehende Trennung von Transport und Vertrieb bei den Gasversorgern Srbijagas und Jugorozgas. Serbien wäre laut Medienberichten dazu verpflichtet gewesen, dies bis zum 1. Juli durchzuziehen.

Srbijagas besitzt einem Bericht der Energiegemeinschaft zufolge weiterhin die Lizenzen für den Gastransport und -vertrieb. Dasselbe gilt für Jugorozgas. Außerdem wurden die Bemühungen, in den Gasfirmen die notwendige Trennung herbeizuführen, die zuvor bereits eingeleitet worden waren, im letzten Jahr praktisch rückgängig gemacht.

Probleme gibt es weiterhin auch bei der Umbildung der Stromwirtschaft EPS, die bis zum 1. Juli 2016 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden sollte. Auch diese Frist wurde überschritten.

Der Sekretär der EU-Energiegemeinschaft, Janez Kopac, hatte Belgrad bereits im März vor Sanktionen gewarnt. Dabei dürfte es sich auch um die Streichung von Finanzmitteln aus dem Vorbeitrittsfonds IPA in Höhe von 50 Mio. Euro handeln. Diese Finanzmittel sollten in die Gasverbindung zwischen Serbien und Bulgarien fließen.

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Hinkley Point - EDF akzeptierte britische Bedingungen

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London/Paris, 28.09.2016

Der französische Stromkonzern EDF hat seine umstrittenen Pläne zum Bau zweier Atomreaktoren im englischen Hinkley Point bestätigt. Der Verwaltungsrat des Unternehmens akzeptierte Bedingungen der britischen Regierung, wie EDF mitteilte.

So soll der Konzern seine Kontrollbeteiligung an dem Kraftwerk vor der Fertigstellung nicht ohne Zustimmung der Londoner Regierung verkaufen können. EDF hatte den Deal bereits im Juli nach langen Diskussionen abgesegnet, die britische Regierung hatte das Projekt daraufhin aber überraschend nochmals überprüft. Mitte September gab sie Grünes Licht, stellte aber Bedingungen.

Das Projekt mit zwei Reaktoren vom Typ EPR (Europäischer Druckwasserreaktor) an der Westküste Englands soll nach früheren Angaben rund 21,5 Milliarden Euro kosten, rund ein Drittel soll der chinesische Partner CGN schultern. Im März war der EDF-Finanzchef Thomas Piquemal zurückgetreten, weil er Zweifel hatte, ob EDF die Milliardeninvestition stemmen kann.

Österreich und andere Staaten haben vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen die von der EU-Kommission gebilligten, milliardenschweren Staatssubventionen für das Großprojekt geklagt.

APA/dpa
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E-Wirtschaft: Neue Projekte rentieren sich aber kaum

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Wien/Salzburg, 28.09.2016

Die heimische E-Wirtschaft will gern in neue Stromerzeugungsanlagen investieren, diese rentieren sich aber wegen der niedrigen Großhandelspreise kaum. Womöglich erst ab 2022, wenn Deutschland die letzten AKW schließt, könnte sich das nachhaltig ändern. Bis dahin konzentriert sich die Branche auf neue Geschäftsmodelle, die Digitalisierung und einen neuen Kundentypus, der auch selbst Strom liefert.

Neue Projekte in der Schublade hat die Branche schon, immerhin sollen zu den jetzigen 60 bis 70 Terawattstunden (TWh) Strommenge im Jahr bis zum Jahr 2030 gut 20 TWh dazugebaut werden, je ein Drittel Wasserkraft, Wind und Photovoltaik, sagte Wolfgang Anzengruber, Präsident von Oesterreichs Energie. Die neue Wasserkraft könne man schonend errichten, ohne in die Nationalparks zu gehen. Zusätzlichen Bedarf an Strom gebe es, weil der Anteil der Elektrizität am Gesamtenergieverbrauch bis 2030 von heute 20 auf 30 Prozent ansteigen dürfte. "Erneuerbarer Strom statt Ölimporte aus dem Ausland", lautet für Oesterreichs-Energie-Generalsekretärin Barbara Schmidt die Devise.

Problem sei jedoch, dass ein neues Wasserkraftwerk auf Vollkostenbasis 60 Euro pro Megawattstunde (MWh) koste - bei Strompreisforwards für 2017 und 2018 aber nur auf 25 bis 26 Euro/MWh lauten würden, so Anzengruber in einem Pressegespräch. Ändern könne sich das, wenn sich Deutschland 2022 aus der Nuklearindustrie verabschiedet hat. Wie lange jedoch im Nachbarland noch Braunkohle zur Verstromung eingesetzt werde, sei unklar, das sei eine politische Frage. Selbst Gaskraftwerke würden sich "wahrscheinlich lange nicht rechnen".

On-Shore-Windkraftanlagen würden mittlerweile mit 63 Euro je MWh kaum noch viel mehr als neue Wasserkraftwerke kosten, rechnete der Strommanager vor. Photovoltaik schlage sich aber noch mit Kosten von 90 bis 100 Euro pro MWh nieder. PV werde übrigens mit 20 Cent je kWh gefördert, etwa dem Zehnfachen wie Strom aus geförderter Kleinwasserkraft.

Wichtig sei daher, "dass wir wieder auf ein Marktsystem kommen", wie der Präsident des Interessenverbandes der E-Wirtschaft betonte. Die Politik müsse sich um die Spielregeln kümmern. Wenn die Decarbonisierung das Ziel sei, müssten auch die Strategien, Gesetze und Rahmenbedingungen darauf abgestellt werden. Heute herrsche eher Planwirtschaft denn Marktwirtschaft, kritisierte Anzengruber einmal mehr.

Stärkere Verzahnung mit Kunden

Mit den Kunden müsse sich die Branche stärker verzahnen - es reiche heute nicht mehr, Kilowattstunden zu liefern und einmal im Jahr eine Rechnung zu schicken, "das wird es nicht mehr sein". "Mit Strom allein werden wir künftig nicht mehr das Geschäft machen", meinte dazu Salzburg-AG-Vorstandssprecher Leonhard Schitter. In der E-Wirtschaft müsse die Digitalisierung vorangetrieben und die Tür für Start-ups geöffnet werden, so Anzengruber. Diesen Themen widmet sich Mittwoch und Donnerstag "Oesterreichs Energie Kongress" in Salzburg.

Nötig sei für die Versorger auch eine "substanzerhaltende Ausschüttungspolitik", damit die Unternehmen investieren könnten. Diesbezüglich könne er sich beim Verbund-Haupteigentümer Republik Österreich aber nicht beschweren, fügte Anzengruber hinzu. Generell könnte es bei den Eigentümern der Branchenakteure wohl aber auch eine Bereitschaft zu Kapitalmaßnahmen geben, regte er an.

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Bringt der niedrige Ölpreis Algerien ins Wanken?

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Algier, 28.09.2016

Unter dem anhaltend niedrigen Ölpreis leiden alle Förderländer - auch Algerien. Zwar konnte die Regierung von Abdelaziz Bouteflika den ersten Schock mit einem großen Finanzpuffer abfedern - aber wie lange geht das gut? Auch die politische Stabilität des Landes steht auf dem Spiel.

"Für Algerien ist das Öl Fluch und Segen zugleich", sagt die Algerien-Expertin Dalia Ghanem-Yazbeck von Carnegie Endowment for International Peace. Öl und Gas stehen für rund 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). In den 2000ern trug dies nach Jahren eines Bürgerkriegs zur Stabilität des Landes bei. Doch 2014 endete der Dornröschenschlaf. Wegen eines Überangebots brachen die Ölpreise um bis zu 70 Prozent ein. Seitdem verharrt die OPEC-Führungsmacht Saudi-Arabien mit dem Erzrivalen Iran und Russland im Streit. Ein Treffen der Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) in Algier in diesen Tagen könnte wieder Bewegung in die festgefahrene Lage bringen.

Das hat der Gastgeber auch dringend nötig. Das Ölpreistief führte dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge in Algerien zu einem Einbruch der Öl- und Gaseinnahmen um 30 Prozent. Das Haushaltsdefizit erreichte demnach mit 16,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im vergangenen Jahr den höchsten Stand aller Zeiten. Dass Algerien dies bisher weitgehend abfedern konnte, lag maßgeblich an seinem dicken Finanzpolster: Das Land hatte vor der Krise laut Ghanem-Yazbeck die achtgrößten Währungsreserven der Welt und geringe Auslandsschulden.

Währungsreserven schrumpften

"Algerien konnte bisher den Schock absorbieren, ohne dass es die Bevölkerung zu sehr spürte", erklärt Fiona Barsoum von der Risikoberatung Control Risks. Die Währungsreserven schrumpften dem IWF zufolge um knapp 35 Mrd. US-Dollar (31 Mrd. Euro), sind aber nach wie vor groß. Die Regierung reduzierte laut Ghanem-Yazbeck Ausgaben und stoppte etwa große Infrastrukturprojekte und Einstellungen im öffentlichen Sektor.

Allerdings traut sich Algier noch nicht, tiefergreifende Einschnitte anzugehen. Zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an den 5. Oktober 1988. Nach dem Ölpreis-Crash von 1986 kürzte die Regierung Subventionen, was einen Aufstand schürte. Dieser trug auch dazu bei, Algerien in den 1990ern in einen blutigen Bürgerkrieg zwischen Regierung und islamistischen Gruppierungen zu stürzen. Geschätzte 150.000 Menschen starben. Eine Wiederholung will die politische Elite um Präsident Bouteflika ebenso wenig wie die Bevölkerung, die das "Schwarze Jahrzehnt" durchlebte.

Doch wie lange geht die Zurückhaltung der Regierung noch gut? "Die Reserven schmelzen wie Schnee in der Sonne", sagt Ghanem-Yazbeck. "Um die derzeitigen Ausgaben zu erhalten, braucht die Regierung einen Preis von 96 US-Dollar pro Barrel - das wird so schnell nicht passieren." Irgendwann werde man gezwungen sein, entweder signifikant Schulden anzuhäufen oder Maßnahmen wie die Kürzung von Subventionen zu ergreifen, meint Barsoum. Und auch wenn sich die Ölpreise erholen - die ökonomischen Probleme bleiben. Experten sind sich einig, dass die Wirtschaft dringend weitreichende Reformen und andere Standbeine neben dem Öl- und Gasexport benötigt.

Mehr Proteste erwartet

Ghanem-Yazbeck erwartet zunehmend mehr Unzufriedenheit und Proteste - "vielleicht schlimmer als die des 5. Oktobers 1988." Ob die Bevölkerung mit Preissenkungen für Grundnahrungsmittel oder politischen Zugeständnissen beschwichtigt werden kann, wie oft in der Vergangenheit, ist fraglich. Der 79-jährige Bouteflika, seit 1999 im Amt, ist gesundheitlich angeschlagen und zeigt sich seit Jahren kaum in der Öffentlichkeit. Über Machtkämpfe im Hintergrund wird gemunkelt, öffentlich herrscht über die Zeit nach Bouteflika Unsicherheit. Das mächtige Militär könnte bei einer immer unruhiger werdenden Bevölkerung verstärkt einschreiten, meint Ghanem-Yazbeck.

Auch international könnte eine Instabilität in Algerien Folgen haben. Zwar hält sich Algier auf der weltpolitischen Bühne zurück. Doch bei Krisen in der Nachbarschaft gilt das Land oft als Stabilisator. Algerien habe etwa die UN-Verhandlungen im Krisenstaat Libyen unterstützt, Friedensgespräche in Mali vermittelt und den demokratischen Prozess in Tunesien begleitet, schreiben Experten der International Crisis Group. Ghanem-Yazbeck warnt: "Im derzeitigen geopolitischen Kontext ist ein instabiles Algerien nicht im Interesse von irgendjemandem - inklusive internationaler Partner wie Europa und den USA."

APA/dpa
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Experte: Heuer keine Eile beim Heizöl-Kauf notwendig

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Wien, 28.09.2016

Beim Heizölkauf ist derzeit keine Eile angesagt - und zwar nicht nur weil der Frühherbst derzeit mit hohen Temperaturen aufwartet. "Der Ölpreis hat eher den Druck nach unten. Von dem her kann man sich ruhig Zeit lassen, den Preis beobachten und zu einem günstigen Zeitpunkt kaufen", so David Wech vom Berater JBC Energy im Ö1-"Mittagsjournal".

Man könne wohl etwa bis ins Frühjahr oder den Frühsommer warten mit dem Heizölkauf, wenn man derzeit genug im Tank hat, um über den Winter zu kommen. "Weil über die nächsten sechs Monate sehr viele neue Ölfelder auf den Markt kommen", so Wech. "Alle im Raum Europa. Grundsätzlich wird es schwierig sein für Ölpreise hier aufzusteigen."

Die OPEC, deren Mitgliedsstaaten derzeit in Algier verhandeln, werde erst handeln, wenn der Preisdruck richtig groß werde, so Wechs Einschätzung. Das würde der Fall sein, wenn der Preis pro Barrel (159 Liter) über drei bis vier Wochen unter 40 Dollar sinke. "Wenn das nicht passiert, glauben wir, dass sie eher versuchen, den Markt sozusagen mit ihrer Rhetorik zu unterstützen." Kurzfristig erwartet Wech keine Entscheidung. Die Zeiten von Preisen um die 100 Dollar seien jedenfalls vorbei, so Wech. Das hätten auch die OPEC-Staaten realisiert.

Die Verfügbarkeit von Öl sei jedenfalls kein Problem. Jeder Dollar den Öl billiger sei, erschwere alternativen Energien den Wettbewerb, so der Fachmann.

APA
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Russland bereit zu Gesprächen mit OPEC-Mitgliedern

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Moskau, 28.09.2016

Nicht-OPEC-Mitglied Russland ist bereit zu Gesprächen mit der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), nimmt aber nicht an der Sitzung des Kartells am (heutigen) Mittwoch in Algier teil. "Weil das ein informelles Meeting ist, werden wir nicht zugegen sein", sagte Russlands Energieminister Alexander Nowak.

"Sollte es ein Angebot geben zu einem Treffen zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern, nehmen wir es an. Das ist aber ein separates Format", sagte der Ressortchef der Agentur Interfax zufolge.

In der Debatte über ein mögliches Einfrieren der Fördermenge unterstütze Russland Ausnahmen, betonte Nowak. Als Beispiele nannte er den Iran sowie Nigeria und Libyen. "Aber in erster Linie ist das Sache der OPEC, weil diese Länder Mitglieder der Organisation sind."

Bei dem Treffen des Erdöl-Kartells in der algerischen Hauptstadt Algier wollen die Mitglieder über Lösungen zur Anhebung des niedrigen Ölpreises diskutieren. Dabei steht auch ein zeitweiser Förderstopp oder eine Förderbeschränkung im Raum.

Die Weltmarktpreise für Öl waren im Sommer 2014 massiv eingebrochen und von mehr als 100 US-Dollar (aktuell 89 Euro) pro Barrel (159 Liter) zeitweise auf unter 30 US-Dollar gefallen. Die OPEC-Mitglieder liefern weltweit etwa ein Drittel des Rohöls und besitzen rund drei Viertel der bekannten Reserven.

APA/dpa
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Preise für Haushaltsenergie sanken im August um 4,5 Prozent

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Wien, 27.09.2016

Die Preise für Haushaltsenergie sind im August um 4,5 Prozent unter dem Wert von August 2015 gelegen. Laut dem von der Österreichischen Energieagentur errechneten Energiepreisindex (EPI) war der Rückgang damit etwas geringer als zuletzt. Billiger wurden Sprit und Heizöl. Gegenüber dem Vormonat Juli sanken die Haushaltsenergiepreise um 1,2 Prozent, nach einem Prozent Minus von Juni auf Juli.

Zum Vergleich: Der Verbraucherpreisindex stieg im August im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut um 0,6 Prozent und lag um 0,2 Prozent unter dem Wert des Vormonats Juli 2016. Treibstoffe waren im August um 8,3 Prozent billiger als vor einem Jahr. Der Preisrückgang im Jahresabstand fiel damit etwas geringer aus als im Juli (mit damals über 10 Prozent). Superbenzin kostete im August 2016 um 11,5 Prozent weniger als im August 2015. Bei Diesel hat sich der Abstand zum Vorjahr laut Energieagentur weiter verringert: So sei der Preis im Juli noch um 8,7 Prozent niedriger gewesen, jetzt im August habe der Preisrückgang nur noch 6,1 Prozent ausgemacht.

Im Vergleich zum Vormonat Juli war Sprit im August um 2,5 Prozent billiger - Superbenzin um 2,8 Prozent und Diesel um 2,3 Prozent. Der Heizölpreis sank im Jahresvergleich um 10,3 Prozent und im Monatsvergleich um 1,8 Prozent.

Gas war im Jahresabstand um 2,3 Prozent billiger

Strom verteuerte sich im Jahresabstand um 1,1 Prozent. Gas war um 2,3 Prozent billiger und Fernwärme um 1,0 Prozent. Feste Brennstoffe insgesamt verbilligten sich gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent. Ausschlaggebend dafür waren vor allen Preisrückgänge bei Holzpellets (minus 1,9 Prozent) und Brennholz (minus 0,6 Prozent). Holzbriketts wurden um 1,1 Prozent teurer.

Im Monatsvergleich gab es Verbilligungen bei festen Brennstoffen (-0,5 Prozent), wobei Holzbriketts und Brennholz jeweils 0,6 Prozent billiger wurden und sich Holzpellets leicht um 0,3 Prozent verteuerten. Unverändert blieben Strom und Gas, Fernwärme verteuerte sich binnen Monatsfrist geringfügig um 0,2 Prozent.

Mit Blick auf die Heizsaison 2016/17 weist die Energieagentur darauf hin, dass die Heizenergieträger heuer ein niedrigeres Preisniveau zeigen. Verglichen mit den ersten acht Monaten des Vorjahres habe der Heizölpreis um mehr als 20 Prozent nachgelassen. Gas komme um 1,5 Prozent günstiger, Fernwärme um 0,9 Prozent billiger. Strom mit plus ein Prozent (inkl. Netzkosten und Steuern) sowie feste Brennstoffe (+0,3 Prozent) seien heuer bisher relativ preisstabil.

Auch aktuell sei der Heizölpreis noch immer mehr als 10 Prozent günstiger als im Vorjahr. Gehe man davon aus, dass ein 3.000 Liter großer Tank schon im Sommer befüllt wurde, ergebe das fast 200 Euro Ersparnis gegenüber vorigem Jahr.

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Biogas: Arbeitsplätze in (strukturschwachen) Regionen Österreichs

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Wien, 27.09.2016

Jedes Jahr geben Herr und Frau Österreicher mindestens 13 Mrd. Euro für Energieimporte aus. Das entspricht einem jährlichen Kaufkraftabfluss von über 1.600 Euro je Einwohner. Während auf Erdöl und Erdgas klassisch die höchsten Ausgaben fielen, steigt seit ein paar Jahren die Importmenge für elektrischen Strom kontinuierlich an. Die Ausgaben für unsere Energieversorgung fließen dabei überwiegend nach Kasachstan (Erdöl) und Russland (Erdgas).

„Die rasche Umsetzung von ambitionierten Klimaschutzmaßnahmen hat nicht nur positive Auswirkungen auf den CO2-Ausstoß“ ist Norbert Hummel von der ARGE Kompost & Biogas Österreich überzeugt. „Jeder Euro der in österreichische Umwelt- und Energietechnik investiert wird, stärkt die Wirtschaftsleistung der Regionen und schafft damit Arbeitsplätze“. Vor allem die Biogastechnologie ist aufgrund ihres hohen Vorleistungsbedarfs und der regionalen Verbundenheit unschlagbar hinsichtlich der wirtschaftlichen Belebung in strukturschwachen Regionen. Denn keine andere Technologie im Strombereich leistet einen so starken Beitrag zur regionalen Wertschöpfung wie Biogas. Rund 80 Prozent der Geldflüsse verbleiben unmittelbar in der Region. Die heimische Wertschöpfung des Biogassektors mit 300 Biogasanlagen beträgt rund 110 Mio. Euro pro Jahr. Davon profitieren in erster Linie kleine mittelständische Betriebe am Land wie Handwerker oder Dienstleistungsunternehmen.


Die heimische Ökostromproduktion aus Biogas erhält derzeit rund 3.200 Arbeitsplätze. Aufgrund der regionalen Verteilung der Biogasanlagen überwiegend in den ländlichen Regionen. Während rund 100 Selbständige und rund 450 Mitarbeiter auf den Anlagen direkt ihr Geld verdienen, erhalten diese Arbeitsplätze über 2.600 weitere Vollzeit-Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Sektoren. Die Arbeitsplätze die durch die Investitionen auf den Anlagen erhalten werden, lagen zuletzt bei rund 60 Vollzeitäquivalenten.

Noch! Denn: „Mit jedem Tag, an dem es keine brauchbare Lösung für die Weiterführung der Biogasanlagen gibt, steigt die Zahl derer, die der Ökostromproduktion den Rücken zukehren“ analysiert Norbert Hummel die derzeitige Situation. Damit verliert man nicht nur die geschaffenen CO2-Einsparungen in der Höhe von rund 600.000 t. Hummel weiter: „Der verlorengegangene Umsatz schwächt die Wirtschaftsleistung der Regionen, Arbeitsplätze werden mutwillig vernichtet!“. Dabei hätte Biogas das Potential, die Versorgungssicherheit deutlich zu verbessern und damit Energieimporte zu vermeiden und dem Kaufkraftabfluss entgegen zu wirken.

 

Rückfragen & Kontakt:

ARGE Kompost & Biogas Österreich
Bernhard Stürmer
+43 1 890 1522
stuermer@kompost-biogas.info
www.kompost-biogas.info

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Nachfolge von Energie AG-Chef Windtner wird ausgeschrieben

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Linz, 27.09.2016

Die Nachfolge von Generaldirektor Leo Windtner, der seine Funktion als Chef der Energie AG Oberösterreich vorzeitig beenden will, wird demnächst ausgeschrieben. Das kündigte das Unternehmen nach einer Sitzung des Aufsichtsrates an.

Der Vertrag von Windtner läuft eigentlich bis 31. Oktober 2017. Vergangene Woche gab der Manager aber bekannt, dass er die Eigentümervertreter ersucht habe, sich bereits per 28. Februar 2017 von der Spitze des Unternehmens zurückziehen zu dürfen. Diese Entscheidung wurde akzeptiert.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Gerhard Falch leitet nun die Ausschreibung des Postens ein. Die Bestellung der ausgewählten Person ist für die kommende Aufsichtsratssitzung am 19. Dezember geplant.

Das Mandat von Finanzvorstand Andreas Kolar wurde in der selben Aufsichtsratssitzung heute um weitere fünf Jahre verlängert. Der 55-Jährige ist seit 1986 im Unternehmen beschäftigt, am 1. Jänner 2012 war er in den Vorstand berufen worden. Neben dem Finanzbereich ist er auch das für das Wärme-Ressort des Konzerns zuständig. Außerdem nimmt er für die Energie AG auch Aufsichtsratsmandate in verschiedenen Beteiligungsunternehmen wie der Wels Strom GmbH wahr.

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Plank warnt vor Bauernpleiten mit Biogasanlagen

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Wien, 27.09.2016

Der Generalsekretär der Landwirtschaftskammer, Josef Plank, warnt vor vielen Pleiten von Bauern, die in Biogasanlagen investiert haben. "Wir brauchen eine politische Entscheidung für eine finanzielle Unterstützung und zwar jetzt", fordert der frühere niederösterreichische ÖVP-Agrarlandesrat im "Kurier". Viele Bauern hafteten mit Grund und Boden für die defizitären Anlagen.

Plank ist auch Vorstandsmitglied beim Verband Erneuerbare Energien. Im Gegensatz zu Windkraft oder Sonnenenergie sei die Stromproduktion in Biogasanlagen konstant, also keinen Schwankungen je nach Wetter unterworfen, lobt er die Biogasanlagen im Zeitungsartikel.

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Milliardenübernahme in US-Öl- und Gasbranche

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Harrisburg (Pennsylvania), 27.09.2016

In der US-Energiebranche bahnt sich eine neue Milliardenübernahme an. Der Öl- und Gaskonzern Rice Energy mit Sitz in Canonsburg (Penssylvania) will nach eigenen Angaben den Konkurrenten Vantage Energy (Englewood/Colorado) für rund 2,7 Mrd. Dollar (2,4 Mrd. Euro) erwerben. Rice Energy wolle das Geschäft in bar, in Aktien und durch Übernahme von Schulden abwickeln.

Der Zukauf solle im vierten Quartal vollzogen werden. Die Aktien von Rice Energy gaben nachbörslich mehr als vier Prozent nach.

Viele Energiefirmen stehen wegen des Ölpreisverfalls unter Druck. Zuletzt kam es in der Branche vermehrt zu Übernahmen. Anfang September hatte Kanadas größter Pipeline-Betreiber Enbridge angekündigt, für 28 Mrd. Dollar den US-Rivalen Spectra Energy zu kaufen. Zudem erwirbt die US-Firma EOG Resources für 2,5 Mrd. Dollar den Rivalen Yates Petroleum.

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Der Kampf der OPEC für einen höheren Ölpreis

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Algier, 27.09.2016

Am Rande der Energiekonferenz in der algerischen Hauptstadt Algier treffen sich die Mitglieder des OPEC-Kartells, um über Lösungen zur Stabilisierung des niedrigen Ölpreises zu diskutieren. Dabei stehen auch ein zeitweiser Förderstopp oder eine Förderbeschränkung im Raum. Doch die Mitgliedsstaaten der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) sind politisch zerstritten.

Wie kam es zum Preisverfall auf dem Ölmarkt?

In den Jahren 2011 bis 2014 strichen die ölproduzierenden Länder satte Gewinne ein. Im Schnitt lagen die Preise für die verschiedenen Sorten Öl jenseits der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel (je 159 Liter). Dann erlebten die USA aber einen regelrechten Ölboom und überholten sogar Saudi-Arabien als größten Ölproduzenten weltweit. Die Folge: Wegen des Überangebotes an Öl sanken die Preise. Hinzu kam eine schwächelnde Wirtschaft in China, so dass gleichzeitig die Nachfrage sank.

Wie reagierten die ölexportierenden Länder auf diese Entwicklung?

Vor allem die großen Marktführer wie Russland, Iran und besonders Saudi-Arabien befeuerten diese Entwicklung nachhaltig. Statt die Fördermengen zu kappen, überschwemmten sie den Markt geradezu mit billigem Öl und fachten den Preiskampf dadurch weiter an. Die Strategie dahinter war klar: Die USA kletterten besonders durch den weiten Einsatz der umstrittenen Fracking-Methode an die Spitze, weil plötzlich Ressourcen erschlossen werden konnten, die zuvor unerreichbar waren. Mit der Ölschwemme versuchten die bisherigen Marktführer aus dem Nahen Osten, die aufstrebenden US-amerikanischen Firmen wieder aus dem Markt zu drängen.

Welche Auswirkungen hatten die niedrigen Ölpreise?

Vor allem für Deutschland und die Europäische Union waren die niedrigen Preise ein Segen und geradezu ein Konjunkturprogramm. Nach Angaben des Statistikamtes der EU, Eurostat, zahlten Verbraucher im Frühjahr dieses Jahres etwa acht Prozent weniger für Energie und Benzin als noch im Vorjahreszeitraum. Auf der anderen Seite kämpfen die ölproduzierenden Länder mit dem niedrigen Preis, besonders wenn sich ein Großteil ihres Staatshaushaltes auf die Einnahmen aus dem Ölmarkt stützt. Algeriens Energieminister Noureddine Boutarfa machte kurz vor dem informellen Treffen der OPEC-Staaten in Algier deutlich, dass ein Preis von im Schnitt unter 50 US-Dollar pro Barrel Öl nicht tragbar sei und den Markt und die Versorgungssicherheit mittel- und langfristig gefährde.

Findet jetzt ein Umdenken statt?

Experten sehen vor allem bei der OPEC-Führungsmacht Saudi-Arabien ein Umdenken: "Saudi-Arabien ist mittlerweile in einer Position, in der sie diese Öl-Schwemme selbst nicht mehr durchhalten, weil es auch an ihre eigenen Reserven geht", sagt Professor Manuel Frondel, Leiter des Bereichs "Umwelt und Ressourcen" vom Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen. "Ich gehe also davon aus, dass man sich demnächst einigen wird, und die Preise dann wieder ein bisschen ansteigen." Allerdings fuhr der Iran noch Anfang des Jahres seine Ölproduktion weiter hoch. Dennoch bestehen große Hoffnungen, dass sich die OPEC-Staaten untereinander und auch mit Russland einigen werden. Bereits Mitte September hatte Venezuelas Staatspräsident Nicolas Maduro verkündet, man sei kurz vor einer Einigung.

Wo liegen die Schwierigkeiten bei einer Einigung?

Die OPEC-Staaten sind sich uneins über eine gemeinsame Strategie, zumal zu den wirtschaftlichen Differenzen auch politischer Streit hinzukommt. Vor allem Saudi-Arabien und Iran, die eine wichtige Rolle innerhalb des Kartells einnehmen, sind zerstritten und unterstützen beispielsweise im Krieg in Syrien unterschiedliche Seiten. Das sunnitische Saudi-Arabien befürchtet einen wachsenden Einfluss des überwiegend schiitischen Irans in der Golf-Region.

Wie wahrscheinlich ist eine Einigung?

Bereits mehrfach hatten die OPEC-Staaten zuletzt versucht, eine Deckelung der Fördermenge zu besprechen. Bisher scheiterten die Gespräche jedoch immer. Da mittlerweile aber auch Länder wie Saudi-Arabien und Russland die niedrigen Preise nicht mehr gut verkraften, gehen Experten davon aus, dass sich die Länder bald einigen könnten. Dann könnte aus dem informellen Treffen in Algier auch spontan eine offizielle Sitzung werden.

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Potsdam-Institut will Schuld an Klimaschäden errechnen

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Berlin, 27.09.2016

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) will ein Simulationsmodell entwickeln, um die Schuld einzelner Staaten an den Folgen der Erderwärmung berechnen zu können. "Unser Ziel ist es, die Frage zu beantworten, wer an welchen Klimaschäden schuld ist", berichtete PIK-Mitarbeiterin Katja Frieler bei einem Fachgespräch in Berlin.

Da bekannt sei, wie groß der Anteil der einzelnen Staaten an den Treibhausgas-Emissionen ist, bestehe die Schwierigkeit bisher vor allem darin, von Menschen verursachte Effekte, die mit dem Klimawandel nichts zu tun haben - wie etwa der Bau eines Staudammes - herauszurechnen.

Die Staatengemeinschaft hatte im Dezember 2015 in Paris ein Klimaabkommen beschlossen, das eine Begrenzung der Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad Celsius zum Ziel hat. Wissenschafter gehen jedoch trotzdem davon aus, dass dieser Wert zumindest zeitweise überschritten wird. "Die ersten Jahre, wo wir über 1,5 Grad liegen, sehen wir schon in naher Zukunft, zwischen 2020 und 2025", sagte Frieler. Die Beschlüsse müssten nun umgesetzt werden.

Das Potsdam-Institut erwartet, dass Klimafolgen wie Hitzewellen oder Dürren besonders in multi-ethnischen Ländern bewaffnete Konflikte auslösen werden. Betroffen sind laut PIK vor allem Gebiete in Nord- und Zentralafrika und in Zentralasien, die jetzt schon zu den "konfliktanfälligsten Regionen" zählen.

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Auch Energie-Tochter der KTG-Agrar-Gruppe zahlungsunfähig

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Hamburg/Neuruppin, 27.09.2016

Nach der Muttergesellschaft KTG Agrar SE hat jetzt auch ihre Energietochter ein Insolvenzverfahren beantragt. Der Vorstand der KTG Energie AG habe die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens festgestellt und wolle die Sanierung im Wege der Eigenverwaltung fortführen, teilte der Biogaserzeuger in Hamburg mit.

Daher habe der Vorstand beim Amtsgericht Neuruppin einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Dabei überprüft ein vom Gericht bestellter Sachwalter die Sanierung. Nach Angaben des Unternehmens wurden zwei externe Fachleute zusätzlich in den Vorstand berufen.

Das operative Geschäft laufe wie geplant weiter, teilte die Energietochter mit. Sie betreibt nach eigenen Angaben Biogasanlagen an 21 Standorten in Deutschland und beschäftigt 100 Mitarbeiter.

Die KTG Agrar SE hatte Anfang Juli Insolvenz angemeldet, nachdem eine fällige Zinszahlung von knapp 18 Millionen Euro für eine 2011 ausgegebene Anleihe nicht gezahlt werden konnte. Mittlerweile hat die Bremer Gustav-Zech-Stiftung die meisten Aktivitäten des insolventen Agrarkonzerns in Deutschland übernommen. Auch 50,06 Prozent an der KTG Energie AG gingen an die Stiftung.

Anfang September hieß es, dass tausende Gläubiger des insolventen deutschen Agrarunternehmens KTG Agrar nach Angaben des Sachwalters kaum auf Rückzahlung ihres Geldes hoffen können. Es sei absehbar, dass die Insolvenzquote für die Gläubiger äußerst gering ausfallen werde, eine Höhe sei derzeit nicht zu prognostizieren, teilte damals der vorläufige KTG-Sachwalter Stefan Denkhaus mit. Damit ist offen, wie viel die Anleihegläubiger von ihren rund 342 Millionen Euro Forderungen zurückbekommen werden. Die Zahl der Gläubiger schätzte der Sachwalter auf mindestens 10.000. Insgesamt hieß es damals, die KTG Agrar SE sei mit 394 Mio. Euro überschuldet.

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Saudi-Arabien dämpft Erwartungen für OPEC-Beschluss

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Algier, 27.09.2016

Saudi-Arabien dämpft vor dem Treffen führender Ölnationen die Spekulationen über eine Produktionsdrosselung. "Das ist ein beratendes Treffen", sagte Energieminister Khalid al-Falih in Algier und ließ damit durchblicken, dass Beschlüsse nicht zu erwarten sind.

Die Mitgliedsländer des Ölkartells OPEC kommen am Mittwoch am Rande des International Energy Forum in der algerischen Hauptstadt zu informellen Gesprächen zusammen. Auch Gespräche mit Russland sind geplant, das nicht der OPEC angehört. Die Ölpreise haben sich seit 2014 wegen eines Überangebots mehr als halbiert, weshalb die OPEC und Russland eine Produktionsbegrenzung ins Spiel bringen.

Insidern zufolge hat Saudi-Arabien angeboten, seine Produktion zu drosseln - vorausgesetzt, der Konkurrent Iran tut dies ebenfalls. Allerdings wolle der Iran seine Produktion von derzeit 3,6 auf 4,1 bis 4,2 Millionen Barrel pro Tag ausweiten. "Es ist nichts zu erwarten, solange der Iran nicht doch noch seine Einstellung ändert und einem Einfrieren zustimmt", sagte einer der Insider. "Aber ich glaube nicht, dass die das tun werden."

Spekulationen auf eine weiter anhaltende Ölschwemme drücken die Preise für den Rohstoff. Brent weitete seine Verluste aus und fiel um 1,9 Prozent auf 46,45 Dollar (41,25 Euro) je Barrel. Der Preis für die Sorte WTI fiel um 1,7 Prozent auf 45,16 Dollar.

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Umweltförderung: Neues Energieeffizienz-Programm für Firmen

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Wien, 27.09.2016

Ein neues Unternehmensförderprogramm mit Schwerpunkt Energieeffizienz wurde in der heutigen Kommissionssitzung der Umweltförderung beschlossen, wie das Landwirtschafts- und Umweltministerium am Dienstag mitteilte. So könnten beispielsweise Betriebe, die sich für energieeffiziente Kühl- und Gefriergeräte entscheiden, ab 2017 Umweltförderungen beantragen.

Während energieeffiziente Geräte im Kühl- und Gefrierbereich mittlerweile Standard seien, gebe es im gewerblichen Bereich einen erheblichen technologischen Marktrückstand. "Mit unserem neuen Förderungsprogramm unterstützen wir Betriebe dabei in umweltfreundliche Geräte zu investieren", so Landwirtschafts- und Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP).

Laut Ministerium stehen in der Umweltförderung im Inland heuer für betriebliche Maßnahmen insgesamt 70 Mio. Euro zur Verfügung. Die neue Förderschiene für energieeffiziente Kühl- und Gefriergeräte werde als erfolgreich erachtet, wenn rund 2.000 Geräte zur Förderung beantragt werden.

Die Förderbereiche "Klimatisierung und Kühlung für Betriebe" und "Neubau in energieeffizienten Bauweise"seien im Sinne der Energieeffizienz optimiert worden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Zudem seien in der heutigen Kommissionssitzung mehr als 850 Umweltprojekte mit einem Investitionsvolumen von rund 145 Mio. Euro genehmigt worden.

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Gabriel: "Windenergie braucht keinen Welpenschutz mehr"

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Hamburg, 27.09.2016

Deutschlands Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Bedeutung der Windenergie für die Energiewende unterstrichen, gleichzeitig aber die gedrosselten Ausbauziele der deutschen Regierung verteidigt. "Die Windenergie braucht keinen Welpenschutz mehr", sagte Gabriel bei der Eröffnung der Messe WindEnergy in Hamburg. "Sie muss sich den Herausforderungen des Marktes stellen."

Mit dem Ausschreibungssystem, das im neuen EEG festgelegt sei, gebe es einen funktionierenden Markt. "Wir können nicht ein Sondersystem für einen Teilbereich des Energiemarktes schaffen."

Der erneuerbaren Energien leisteten mittlerweile den größten Beitrag zur deutschen Stromversorgung und die Windenergie habe daran den wesentlichen Anteil, sagte Gabriel. "Mit dem Motto je schneller, desto besser sind wir jedoch an Grenzen gestoßen." Nun komme es darauf an, mit dem Netzausbau nachzuziehen, damit alle Rädchen ineinandergreifen könnten. Für die Investoren in die Windenergie gebe es klare Rahmenbedingungen und eine gute Investitionsgrundlage.

Kritik an EEG-Reform

Die deutsche Windenergie-Branche kritisiert die Politik der Regierung, weil mit dem der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Ausbauziele für die Windenergie in den kommenden Jahren zu niedrig angesetzt seien. In den Jahren 2021 und 2022 dürfen noch jeweils 500 Megawatt Offshore-Windkraft dazu gebaut werden, von 2023 bis 2025 dann 700 Megawatt. Damit würde der Zubau auf etwa einen Windpark pro Jahr begrenzt.

Die Begrenzung soll den Strompreis in Schach halten, über den der Ausbau der Offshore-Windenergie wesentlich finanziert wird. "Das könnte zu einem Fadenriss führen", befürchtet Andreas Wagner, Geschäftsführer der Stiftung Offshore Windenergie.

Gabriel konterte die Kritik bei der Windenergie-Messe. "Manche Alarmmeldungen sind übertrieben", sagte er. Der Zubau der Windenergie liege aktuell deutlich über den verabredeten Größenordnungen. Zudem gehe es nicht darum, den Ausbau zu stoppen, sondern nur das Tempo etwas abzubremsen. Auch ein Grund seien die hohen Kosten für das Netzmanagement, die wegen des stockenden Ausbaus der Netze in diesem Jahr rund eine Milliarde Euro betragen und in den kommenden Jahren weiter steigen werden. "Wir wollen daran arbeiten, dass diese Kosten gar nicht erst entstehen", sagte Gabriel.

Zahlen alle Kunden?

Der Minister wich der Frage aus, ob die Kosten auf die Kunden aller Übertragungsnetzbetreiber umgelegt werden sollten. Bisher sind die Haushalte und Unternehmen im Bereich der Netzbetreiber Tennet und 50Hertz im Norden und Osten Deutschlands betroffen, nicht jedoch die Kunden von Amprion und TransnetBW im Westen und Südwesten Deutschlands.

Bei der Hamburger Windenergie-Messe WindEnergy dreht sich bis Freitag alles um Rotoren, Getriebe und Fundamente. Rund 1.400 Aussteller aus 34 Nationen stellen in neun Messehallen auf 65.000 Quadratmetern ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Erwartet werden rund 33.000 Fachbesucher aus aller Welt. Die Veranstaltung, die erst zum zweiten Mal nach 2014 in Hamburg abgehalten wird, hat sich damit als Weltleitmesse ihrer Branche etabliert.

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2050 kann Strombedarf zur Hälfte von Bürgern gedeckt werden

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Wien, 26.09.2016

Für EU-Bürger gibt es großes Potenzial, gut die Hälfte des Strombedarfs künftig selbst zu produzieren. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die Umweltorganisationen am Montag präsentierten. Demnach könnten bis 2050 sieben von neun Österreichern zu "Energiebürgern" werden und 37 Terawattstunden (TWh) Strom produzieren, das wäre mehr als die Hälfte des derzeitigen Inlandsstromverbrauchs von 61 TWh.

"In Zukunft wird Energie nicht mehr nur von großen Energiekonzernen produziert werden, sondern von einer Vielzahl an AkteurInnen", so Johannes Wahlmüller von Global 2000. Eine Energiewende würde nicht ohne Bürger auskommen. Dafür müsse die Bundesregierung geeignete Rahmenbedingungen schaffen.

Europaweit könnten 45 Prozent der benötigten Elektrizität von privaten Anlagen von Bürgern stammen, im Jahr 2030 könnten die EU-Bewohner 611 TWh an Strom liefern. 20 Jahre später könnten es schon 1.557 TWh sein. Mehr als ein Drittel des Stroms könnte laut der Studie über Gemeinschaftsprojekte wie Genossenschaften geliefert werden, 39 Prozent von Kleinunternehmen stammen. Private Haushalte könnten gut ein Viertel des Stroms beisteuern. "Die Ergebnisse machen das gewaltige Potenzial erst bewusst, das auf den Dächern unserer Gebäude und in Beteiligungsmodellen mit lokalen Initiativen steckt", finden Wahlmüller und Herwig Schuster von Greenpeace.

Die große Anzahl an Stromerzeugern würde auch die Sicherung der Netzstabilität verbessern. "So können etwa lokale Batteriespeichersysteme, E-Mobilität oder smarte Warmwasserboiler, überschüssige Energie aufnehmen und sie dann abgeben, wenn Mangel herrscht", so die Organisationen. So wäre bis 2030 europaweit ein Energiespeicher von 1.494 GWh denkbar, bis 2050 könnten 10.490 GWh an Elektrizität gespeichert werden. "Zum Vergleich: Alle Pumpspeicher in Österreich zusammen verbrauchten im Jahr 2015 etwa 5.051 GWh", machten die Umweltschützer fest. Die Studie von CE-Delft untersuchte, wer in Zukunft die Energiequellen für die Energiewende in Europa zur Verfügung stellen wird.

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Wiersma als Vorstand der Kelag verlängert

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Klagenfurt, 26.09.2016

Der Aufsichtsrat des Kärntner Energieversorgers Kelag hat das Vorstandsmandat von Armin Wiersma einstimmig verlängert. Wiersmas Mandat läuft bis 2022, teilte das Unternehmen am Montag via Aussendung mit. Wiersma verantwortet die Bereiche Unternehmensentwicklung, Controlling, Finanzen, Personalmanagement, Energiehandel und Vertrieb sowie die Auslandsaktivitäten der Kelag. Er ist seit 2007 Vorstand.

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Deutsche Stromnetzbetreiber erhöhen Gebühren 2017

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Düsseldorf, 26.09.2016

Die Kosten für die Energiewende schlagen sich im kommenden Jahr in Deutschland für die Verbraucher in höheren Stromnetzgebühren nieder. Nach dem Übertragungsnetzbetreiber Tennet bereiten auch die übrigen drei in Deutschland vertretenen Firmen Preiserhöhungen vor. Der vor allem in Ostdeutschland tätige Betreiber 50Hertz plant eine Erhöhung um voraussichtlich 45 Prozent.

Dies bedeutet für einen Durchschnittshaushalt Mehrkosten von etwa 15 Euro im Jahr, sagte ein Sprecher am Montag. Hauptursache seien Maßnahmen zur Stabilisierung der Stromnetze. Tennet-Chef Urban Keussen hatte eine Erhöhung der Gebühren für die großen Stromtrassen um 80 Prozent beziehungsweise 30 Euro im Jahr für einen Durchschnittshaushalt angekündigt. Im Netz von Tennet gibt es wie bei 50Hertz vergleichsweise viele Windkraftanlagen, deren Stromerträge je nach Wetter stark schwanken. Die Stromnetze müssen aber immer im Gleichgewicht gehalten werden. Einmal muss dazu etwa Strom von Reservekraftwerken zugekauft werden, ein anderes Mal werden Windkraftanlagen bei Überproduktion gegen Bezahlung abgeschaltet.

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion plant nach eigenen Angaben eine Preiserhöhung von etwa 10 bis 12 Prozent, Transnet BW eine Anhebung von rund 5 Prozent. Der Anteil der Kosten für die Übertragungsnetze an der Stromrechnung von Privathaushalten macht Experten zufolge etwa 4 Prozent aus. Der Anteil aller Netze, darunter auch die regionalen Verteilnetze, betrage etwa 20 bis 25 Prozent. Für die Energiewende werden die Leitungen in den kommenden Jahren mit Milliardensummen ausgebaut, etwa für Erdkabel oder den Anschluss von Windrädern auf hoher See. Die Kosten werden auf die Stromkunden umgelegt.

APA/ag.
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Mehr E-Autos bedeuten nicht bessere Luft

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Kopenhagen, 26.09.2016

Mehr Elektroautos auf Europas Straßen bedeuten nicht zwangsläufig bessere Luft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die Europäische Umweltagentur (EEA) am Montag in Kopenhagen veröffentlichte. Zwar würde ein höherer Anteil an Elektroautos die Emission von Treibhausgasen verringern, gleichzeitig müsste aber mehr Strom produziert werden, wobei wieder andere Schadstoffe frei würden.

Elektromobilität könne nur dann eine wichtige Rolle beim Klimaschutz spielen, wenn der Strombedarf der Elektrofahrzeuge überwiegend aus erneuerbaren Energien gedeckt werde, heißt es in der Studie, die vom Öko-Institut gemeinsam mit dem Forschungsunternehmen Transport & Mobility Leuven durchgeführt wurde. Deshalb seien wesentlich größere Investitionen in Wind und Solarstrom-Anlagen notwendig. Besonders in Ländern mit einem hohen Anteil von Kohlekraftwerken entstünden zusätzliche Emissionen und der Umweltvorteil der Elektrofahrzeuge wäre deutlich geringer als möglich.

Sollte der Anteil an strombetriebenen Fahrzeugen bis 2050 bis auf 80 Prozent steigen, könnten die CO2-Emissionen im Personenstraßenverkehr in Europa um bis zu 84 Prozent im Vergleich zu 2010 sinken, haben die Forscher errechnet. Deshalb sehen sie ein großes Potenzial in den Stromern. Doch der Energiebedarf könne eine große Herausforderung für Europas Stromproduktionskapazitäten darstellen und die bestehenden Netze arg belasten.

APA/dpa
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CO2-Ausstoß zu billig für wirksamen Klimaschutz

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Paris, 26.09.2016

Der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) ist laut einem Expertenbericht deutlich zu billig, um genug Anreize für einen effektiven Klimaschutz zu setzen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris untersuchte, wie viel Geld 41 Industrie- und Schwellenländer von CO2-Verursachern in der Wirtschaft kassieren - entweder über Steuern oder über den Verkauf von Verschmutzungsrechten wie im EU-Emissionshandel. Im Durchschnitt dieser Länder, die für 80 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen aus Energieverbrauch verantwortlich sind, kostet eine Tonne des klimaschädlichen Treibhausgases demnach 14,40 Euro. Um die realen Klimakosten abzubilden, seien selbst bei niedrigen Schätzungen aber 30 Euro pro Tonne nötig, teilte die Organisation am Montag mit.

Insgesamt würden nur für 10 Prozent der CO2-Emissionen 30 Euro oder mehr pro Tonne fällig. Für 60 Prozent des Ausstoßes müssten die Verursacher sogar gar nichts bezahlen, hieß es.

"CO2 durch Steuern oder Emissionshandelssysteme zu bepreisen, ist eines der wirksamsten Instrumente, um CO2-Emissionen zu reduzieren und dem Klimawandel zu begegnen", erklärte OECD-Generalsekretär Angel Gurria. Der Bericht zeige, dass schon moderate Preiserhöhungen deutliche Auswirkungen haben könnten.

Die Autoren stützten sich auf Daten aus dem Jahr 2012. Auch die großen CO2-Erzeuger USA, China und Indien werden dabei analysiert. Der Bericht betrachtet alle Steuern, die auf Energieverbrauch fällig werden, bei dem CO2 entsteht. Damit werden Benzinsteuern eingerechnet, obwohl sie nicht nur mit Klimaschutz begründet werden, sondern etwa auch Straßen finanzieren sollen.

Bei Emissionen im Straßenverkehr werden deshalb international die höchsten Preise pro Tonne CO2 notiert - hier liegen die meisten Länder über der 30-Euro-Marke. Steuern machen daher insgesamt auch den Großteil der staatlichen Preise für CO2-Emissionen aus, der Handel mit Verschmutzungsrechten dagegen nur 5,6 Prozent.

In Deutschland ist der Ausstoß von CO2 vergleichsweise teuer: Dort wird bei fast der Hälfte der Emissionen (48 Prozent) ein Preis von 30 Euro oder mehr fällig. In Durchschnitt kostet der Ausstoß einer Tonne CO2 59 Euro. Dies fußt auf dem hohen Preis im Straßenverkehr (knapp 220 Euro pro Tonne). In allen anderen Wirtschaftsbereichen zusammen liegt Deutschland zwar ebenfalls im oberen Fünftel der Länder, bleibt aber mit gut 23 Euro pro Tonne noch unter der 30-Euro-Marke.

"Viel zu wenige Emissionen werden über den Emissionshandel erfasst", kritisierte Eva Bulling-Schröter, Klimapolitikerin der deutschen Linken im Bundestag. Auch in Deutschland könnten Preise noch steigen. Allerdings müssten direkte Standort-Konkurrenten wie die USA und China perspektivisch vergleichbare CO2-Preise erreichen, um Waffengleichheit herzustellen.

WEB http://www.oecd.org/

APA/dpa
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Allianz/SNAM kauft 49 % der OMV-Tochter Gas Connect

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Wien, 23.09.2016

Ein Konsortium aus dem italienischen Gasnetz-Betreiber SNAM und den deutschen Allianz Capital Partners übernimmt 49 Prozent der Gas Connect Austria, dem Gaspipeline-Betreiber der OMV. Der Kaufpreis beträgt 601 Mio. Euro. Zudem darf die OMV die komplette Dividendenzahlung der Gas Connect für das Geschäftsjahr 2015 in Höhe von 80 Mio. Euro einbehalten. Widerstand kam bis zuletzt von der SPÖ.

Die Übernahme des Minderheitsanteils an der GCA erfolgt durch eine Gesellschaft, an der die Allianz 60 Prozent hält und die SNAM 40 Prozent Die Transaktion erfolgt rückwirkend per 1. Jänner 2016, der Abschluss wird bis zum Jahresende erwartet.

"Wollen Entwicklung von Gas Connect stark fördern"

SNAM hegt ambitionierte Projekte in Österreich. "Wir wollen stark die Entwicklung von GCA fördern", sagte der CEO von SNAM, Marco Alvera, nach Angaben italienischer Medien. "GCA hat eine ideale Position für die Wertschaffung im dynamischen Kontext des europäischen Gasmarkts. Mit diesem wichtigen Deal sind wir in der Lage, unsere Position in einem Land von entscheidender Bedeutung für den europäischen Gasmarkt wie Österreich zu konsolidieren", sagte Alvera.

Widerstand gegen die Pläne des OMV-Chefs Rainer Seele für einen Teilverkauf der Gas Connect gab es vor allem aus der Kanzlerpartei SPÖ. Klubobmann Andreas Schieder verlangte, dass der Verkauf der Gas Connect ans Ausland "mit aller Kraft verhindert werden muss". AK-Präsident Rudolf Kaske warnte gar vor einer Gefährdung der Gasversorgung in Österreich. Auch ÖBB-Aufsichtsratspräsidentin Brigitte Ederer meldete sich wiederholt zu Wort und sprach sich gegen den Teilverkauf der Gas Connect an einen ausländischen Eigentümer aus. Für den Fall des Verkaufs eines Minderheitsanteils forderte Ederer sowie zuvor schon SPÖ-Wirtschaftssprecher Christoph Matznetter die Verstaatlichung der verbliebenen 51 Prozent.

Auch Macquarie und EU Stream waren im Rennen

Auch einem Konsortium des australischen Fonds Macquarie mit der slowakischen EU Stream - hinter der die private tschechische Energiegesellschaft EPH steht - waren zuletzt gute Chancen eingeräumt worden, den Zuschlag für die Gas Connect zu bekommen. Der mögliche Kaufpreis war von Branchenkennern auf 500 bis 600 Mio. Euro geschätzt worden.

Die SNAM handelt nicht mit Gas, sondern ist ein reiner Netzbetreiber (TSO, Transmission System Operator) und hat in Italien einen Marktanteil von 30 Prozent, bei Gasspeichern sogar 90 Prozent.

Die Gas Connect Austria betreibt ein mehr als 900 km langes Erdgas-Hochdruckleitungsnetz in Österreich und beschäftigt rund 260 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist für die Vermarktung und Bereitstellung von Transportkapazitäten an den Grenzübergangspunkten und für die im Inland benötigten Transportkapazitäten für Erdgas zuständig. Die Absatzmenge beläuft sich auf 152 Mrd. Kubikmeter pro Jahr - in Österreich werden rund 7,9 Mrd. Kubikmeter verbraucht. Über die großen Transitleitungen WAG (West-Austria-Gasleitung), SOL (Süd-Ost-Leitung), HAG (Hungaria-Austria-Gasleitung) und PW (Penta-West-Gasleitung) werden aber auch Deutschland, Frankreich, Slowenien, Kroatien und Ungarn mitversorgt.

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Nachbericht Austrian Energy Day: „Sinnlose Spaltung“

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Wien, 23.09.2016

Ein Zerschlagen der deutsch-österreichischen Preiszone im Stromgroßhandel wäre kontraproduktiv, hieß es beim Austrian Energy Day der Strombörse EXAA und der Montel in Wien.

Ist die Spaltung der deutsch-österreichischen Preiszone im Stromgroßhandel noch abzuwenden? Diese Frage war einer der Schwerpunkte beim Austrian Energy Day der österreichischen Strombörse EXAA und des Medienunternehmens Montel in Wien am 22. September. Der deutsche Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte Ende August sinngemäß verlautet, die Spaltung sei beschlossene Sache. Dem widersprach vor etwa zwei Wochen Klaus-Dieter Borchardt von der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission: Mögliche Alternativen würde nach wie vor diskutiert, unter anderem auch die Aufteilung Deutschlands in eine nördliche und eine südliche Preiszone.
Der Hintergrund ist: Im Norden der Bundesrepublik wurden in den vergangenen Jahren Windparks mit hohen Leistungen gebaut, ein Trend, der sich weiter fortsetzt. Allerdings reichen die innerdeutschen Leitungen nicht aus, um den Strom zu den Verbraucherzentren im Süden zu transportieren. Überdies stehen durch den Windkraftausbau große zusätzliche Strommengen zur Verfügung. Dies führte zu stark gefallenen Preisen an der deutschen Strombörse EEX. Deshalb wird der günstige Strom vermehrt von Deutschland nach Österreich importiert. Physisch fließt dieser jedoch über die Netze in Polen und Tschechien und belastet sie stark. Die dortigen Netzbetreiber wandten sich daher 2014 an die Agentur der europäischen Regulierungsbehörden (ACER). Ihr Wunsch: Die Möglichkeiten für Stromimporte von Deutschland nach Österreich sollten eingeschränkt werden, um so die unerwünschten „Ringflüsse“ durch Polen und Tschechien einzuschränken. Im September 2015 veröffentlichte die ACER eine „Opinion“, in der sie dieser Meinung zustimmte.
Wie der Wiener Rechtsanwalt Bernd Rajal von der Kanzlei Schoenherr beim Austrian Energy Day feststellte, ist die „Opinion“ nicht rechtsverbindlich. Außerdem widerspricht sie dem EU-Recht, unter anderem der „Electricity Regulation“ aus dem Jahr 2009. Dieser zufolge darf auf einer Leitung kein Engpass festgelegt werden, wenn er dort nicht auch physisch existiert. Und die Leitungen zwischen Deutschland und Österreich sind mehr als ausreichend, um die Importe zu bewältigen. Ähnlich urteilte die EU-Kommission im April 2010 bei einer Klage gegen den schwedischen Netzbetreiber Svenska Kraftnät, fügte Rajal hinzu. Das Problem ist ihm zufolge, dass sich Netzbetreiber in Deutschland dennoch schon jetzt so verhalten, als sei die „Opinion“ der ACER rechtsverbindlich und die Trennung des österreichischen Strommarktes vom deutschen fix.

Netzproblem in Deutschland

Ähnlich argumentierte Benedikt Ennser, der Leiter der Rechtsabteilung der Sektion Energie im Wirtschaftsministerium: „Das Netzproblem besteht in Deutschland. Der Ausbau der überregionalen Stromleitungen hält mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien, darunter der Windkraft, nicht Schritt.“ Seiner Ansicht nach wäre es sinnvoll, „die erneuerbaren Energien fit für den Markt und den Markt fit für die erneuerbaren Energien“ zu machen. Dies bedeute unter anderem, dass die Betreiber von Ökoenergieanlagen darauf achten müssten, wie sich ihre Stromeinspeisung auf das Netz auswirkt. „Auch sie müssen Verantwortung für das Funktionieren des Systems zur Stromversorgung übernehmen“, konstatierte Ennser.
Für sinnlos hält eine Spaltung der deutsch-österreichischen Strompreiszone Michael Ritzau vom Büro für Energiewirtschaft und technische Planung (BET) in Aachen: „Diese Zone ist die liquideste in ganz Europa. Wenn man sie zerschlägt, leidet der gesamteuropäische Markt.“ Ritzau plädierte dafür, das Problem mit den Stromflüssen durch Polen und Tschechien schrittweise zu lösen. Bereits im Mai ging an der deutsch-polnischen Grenze ein Phasenschiebertransformator in Betrieb. Mit dieser Anlage lassen sich unerwünschte Stromflüsse begrenzen. Laut Ritzau hat das die Lage bereits entlastet. Ein weiterer Phasenschiebertransformator ist an der deutsch-tschechischen Grenze geplant. Überdies würden die überregionalen Stromleitungen in Deutschland ausgebaut - langsam, aber doch. Es dauere etwa drei bis vier Jahre, um die Spaltung der Preiszone umzusetzen. Bis dahin werde es voraussichtlich  ausreichende innerdeutsche Leitungen geben, „sodass die Spaltung gar nicht mehr notwendig ist“, argumentierte Ritzau.

Aufs Schlimmste vorbereiten

Robert Slovacek, der Geschäftsführer der Verbund Trading GmbH, der Stromhandelsgesellschaft des Verbunds, plädierte ebenfalls dafür, die Preiszone aufrecht zu erhalten. Dies sei auch für Deutschland vorteilhaft. Unter anderem könnten flexible österreichische Pumpspeicherkraftwerke zum Ausgleich der stark schwankenden Stromproduktion der deutschen Windparks genutzt werden. „Bei einer Spaltung der Preiszone wäre das erheblich schwieriger als jetzt“, warnte Slovacek. Allerdings müsse sich ein Händler „immer auf das Schlimmste vorbereiten“. Daher erarbeite die Verbund Trading Möglichkeiten, mit denen sie eine Spaltung der Preiszone bewältigen könne. Das betreffe etwa die Absicherung gegen unerwünschte Preisentwicklungen („Hedging“). Kommt es zu der Spaltung, ist laut Slovacek klar: „Die Preise für die Endkunden werden steigen. Und die Preisschwankungen werden zunehmen.“

Überversorgter Ölmarkt

Mit einem anderen „heißen“ Thema befasste sich Alexander Pögl von der Wiener JBC Energy, die sich auf Ölpreisanalysen spezialisiert hat. Ihm zufolge ist der Markt zurzeit massiv überversorgt. Preissteigerungen sind daher nicht vor Mitte kommenden Jahres zu erwarten. Die meisten Mitglieder der OPEC produzierten derzeit auf dem höchstmöglichen Niveau. Werde angesichts dessen ein „Einfrieren“ der Förderung diskutiert, sei das „schon ein bisschen zu hinterfragen.“ Ein diesbezüglicher formeller Beschluss werde allerdings ohnehin nicht zustande kommen, wenn nicht alle OPEC-Staaten einschließlich des Irans mitspielen. Gerade dieser aber hatte sich solchen Vorschlägen in letzter Zeit stets verweigert. Am 28. September findet am Rande der International Energy Conference in Algier ein informelles OPEC-Treffen statt. Überdies ist ein Treffen mit Vertretern der Russländischen Föderation geplant, die ebenfalls zu den wichtigsten Erdölförderländern gehört. Laut Pögl hätte die OPEC gute Gründe, zu handeln: Verglichen mit den Jahren 2011 bis 2014 entgehen ihren Mitgliedern wegen der verfallenen Preise derzeit Einnahmen von rund sieben Milliarden US-Dollar -  und das pro Tag.

Erdgas: Importe steigen

Nicht nur der Ölmarkt ist indessen überversorgt, sondern auch jener für verflüssigtes Erdgas (LNG), berichtete Madeline Jowdy von der Pira Group beim Austrian Energy Day. Ihr zufolge ist daher in den kommenden Jahren mit sinkenden Preisen zu rechnen, umso mehr, als weitere Kapazitäten „on stream“ kommen. Die Analystin geht davon aus, dass bis 2020 weltweit rund 500 Millionen Kubikmeter pro Tag an zusätzlichem LNG verfügbar sein werden. Das entspricht etwa dem Fünffachen jener Menge, die seit Anfang 2015 neu auf den Markt kam. Jowdy zufolge wurden 2015 etwa 54,2 Milliarden Kubikmeter Gas in Form von LNG nach Europa importiert. Diese Menge könnte bis 2020 auf rund 83,3 Milliarden ansteigen, bis 2030 auf etwa 113,9 Milliarden Kubikmeter.
Zunehmen dürften allerdings auch die Gasimporte aus der Russländischen Föderation, von denen die EU weniger abhängig zu werden wünscht: Jowdy geht von einem Wachstum von 158 Milliarden Kubikmeter im Jahr 2015 auf 178 Milliarden Kubikmeter im Jahr 2030 aus. Der russländische Gaskonzern Gazprom habe bereits gezeigt, dass er gegenüber LNG von jenseits des Atlantiks durchaus konkurrenzfähig ist. Rechtliche Hindernisse für den Export von US-amerikanischem LNG nach Europa bestehen übrigens nicht mehr, teilte Jowdy dem EnergyNewsMagazine mit. Die Betreiber der entsprechenden Projekte hätten die notwendigen Genehmigungen der US-Behörden eingeholt. Grundsätzlich sind laut Jowdy auch Exporte nach China möglich. Allerdings sträubten sich die Chinesen gegen eine allzu enge energiewirtschaftliche Bindung an die Amerikaner. Denn wie Exporte per Pipeline erfolgen auch LNG-Exporte meist auf Basis langfristiger Lieferverträge, im Rahmen derer bestimmte Mengen abgenommen und auch bei Nichtnutzung bezahlt werden müssen (Take-or-Pay-Verträge).

 

Dr. Klaus Fischer, © EnergyNewsMagazine.at