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Frankreich baut Netz von Stromtankstellen an Autobahnen aus

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Paris, 09.12.2016

Frankreich baut das Netz von Stromtankstellen an Autobahnen aus. Die Autobahngesellschaft Asfa teilte am Freitag in Paris mit, bis zum kommenden Jahr würden 200 Schnellladestellen für Elektroautos an Autobahnen installiert. Damit gebe es künftig im Schnitt alle 80 Kilometer eine Möglichkeit, den Wagen aufzuladen.

Die Asfa betonte, die neuen Stromtankstellen erlaubten es Fahrern von Elektroautos, auch längere Strecken autonom zurückzulegen. In weniger als 30 Minuten könnten Akkus damit um mehr als 80 Prozent aufgeladen werden. Die begrenzte Reichweite der Wagen gilt bisher als eines der größten Probleme.

Zur Höhe der Investitionen äußerte sich die Asfa nicht. Die Gesellschaft teilte aber mit, das Projekt werde von der Europäischen Union kofinanziert. Auch Autohersteller wie Renault Nissan, BMW und Volkswagen seien beteiligt.

In Frankreich gab es Ende September nach offiziellen Angaben rund 14.800 frei zugängliche Ladestationen für Elektroautos. Insgesamt sind rund 80.000 strombetriebene Wagen immatrikuliert. Der Anteil an den Neuwagenverkäufen liegt bei gut einem Prozent.

APA/ag
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Katar und Glencore steigen bei Rosneft ein

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Moskau, 09.12.2016

Beim bisher größten Verkauf von Staatseigentum in Russland hat der Staat überraschend knapp ein Fünftel der Anteil am Ölriesen Rosneft an den Schweizer Rohstoffkonzern Glencore und das Emirat Katar verkauft. Die Investoren zahlen für 19,5 Prozent der Papiere rund 10,5 Mrd. Euro, wie Rosneft-Chef Igor Setschin am Mittwochabend dem russischen Präsidenten Wladimir Putin berichtete.

Das dringend benötigte Geld soll noch vor Jahresende in den Staatshaushalt fließen, um das Defizit zu senken. Der Verfall der Ölpreise hat die Rohstoffmacht in eine Wirtschaftskrise gestürzt, weshalb der Kreml heuer vermehrt Staatsunternehmen privatisiert hat.

Der Zuschlag an die ausländischen Käufer Glencore und Katar fiel aber für die Öffentlichkeit überraschend. Wegen des Zeitdrucks vor Jahresschluss war eher erwartet worden, dass der Staatskonzern Rosneft als größtes russisches Ölunternehmen die Anteile aus Staatshand vorläufig selbst zurückkauft, um Geld in den Haushalt zu bringen.

Glencore bestätigte, der Kauf solle bis Mitte Dezember abgeschlossen werden. Das Geschäft habe keinen politischen Hintergrund, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag. Putin sei jeweils über den Verhandlungsstand informiert gewesen, habe aber keinen Kontakt zum Emir von Katar gehabt. Setschin hatte nach eigenen Angaben mit etwa 30 potenziellen Käufern gesprochen.

Glencore und der Investmentfonds des Emirats Katar übernehmen je 9,75 Prozent Anteile an Rosneft. Die Investoren finanzierten den Kauf teils aus Eigenmitteln, teils aus Krediten, sagte Setschin. Nach Medienberichten ist die italienische Bank Intesa der Geldgeber. Größter Eigner bei Rosneft bleibt der russische Staat, vertreten durch die Holding Rosneftegas, mit 50 Prozent plus einer Aktie. Der britische Energieriese BP hält 19,75 Prozent.

Glencore ist seit längerem in Russland aktiv und besitzt Anteile an der Ölfirma Russneft (25 Prozent) und dem Aluminiumproduzenten Rusal (10 Prozent). Der Staatsfonds aus Katar ist am Flughafen von St. Petersburg beteiligt und steigt nun erstmals in die russische Energiebranche ein.

Russische Ölfirmen seien wegen des niedrigen Ölpreises und der westlichen Sanktionen eher unterbewertet, sagte der Analyst Waleri Nesterow von der Sberbank der Zeitung "Wedomosti". Dies könne sich aber ändern. Russland will in Absprache mit dem Ölkartell OPEC die Förderung drosseln, damit die Weltmarktpreise wieder steigen.

Rosneft hatte zuletzt in einem umstrittenen Geschäft für 330 Mrd. Rubel (4,8 Mrd. Euro) 50 Prozent der Staatsfirma Baschneft übernommen. Damit habe die Branche dem Staat Privatisierungserlöse von 15,1 Mrd. Euro gebracht, sagte Setschin. Im krisensicheren Diamantengeschäft erlöste Russland 725 Mio. Euro für 10,9 Prozent Anteil am weltweit größten Förderer Alrosa.

APA/dpa
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Fossile Brennstoffe stillen Energiehunger noch viele Jahre

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Hannover, 09.12.2016

Die noch vorhandenen fossilen Brennstoffe werden einer Studie zufolge auf absehbare Zeit den Energiehunger einer wachsenden Weltbevölkerung decken. Trotz steigender Fördermengen sind noch immer umfangreiche fossile Ressourcen vorhanden. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover vorgelegt hat.

Im vergangenen Jahr wurden demnach weltweit 4,3 Mrd. Tonnen Erdöl gefördert. Das waren um 2,5 Prozent mehr als noch im Jahr davor. Gleichzeitig stiegen 2015 die Erdöl-Ressourcen global um 3,2 Prozent auf insgesamt 354 Milliarden Tonnen. Darunter sind allerdings auch Vorkommen, die noch nicht erschlossen sind oder deren Förderung sich wirtschaftlich nicht rechnet. Erdöl ist mit einem Anteil von 35 Prozent an der Gesamtenergiemenge der wichtigste Energieträger.

In den vergangenen Jahren habe ein Überangebot an Erdöl jedoch zu einem Preisverfall und damit zu weniger Investitionen in diesem Bereich geführt. Mittelfristig bestehe deshalb die Gefahr von Versorgungsengpässen, heißt es in der Studie.

Auffällig ist laut den Autoren vor allem die weltweit wachsende Bedeutung der erneuerbaren Energien. Allein in Deutschland habe sich die Nutzung vor allem von Sonnen- und Windenergie zwischen 2005 und 2015 mehr als verdoppelt. Im vergangenen Jahr betrug ihr Anteil am Gesamtenergieverbrauch zwölf Prozent. Noch immer machten die fossilen Brennstoffe jedoch rund 80 Prozent des deutschlandweiten Verbrauchs aus. Ein Großteil der in Deutschland benötigten Energie wird weiterhin importiert.

Die Kernkraft spielt in der Bundesrepublik hingegen kaum noch eine Rolle. Neun der 17 Kernkraftwerke wurden seit der Änderung des Atomgesetzes im Jahr 2011 inzwischen abgeschaltet. 2015 trug die Atomkraft nur noch sieben Prozent zum Energieverbrauch bei.

Aus globaler Sicht bleibe die Kernenergie aber ein wichtiger Energieträger, schreiben die Macher der Studie. "Vor allem in Asien und im Nahen Osten ist mit einem Anstieg des Uranverbrauchs zu rechnen." Die globalen Uran-Vorräte seien sehr umfangreich, so dass in absehbarer Zeit kein Engpass bei der Versorgung mit Kernbrennstoffen zu erwarten sei.

Für die Energiestudie "Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen" hat die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe vor allem Erkenntnisse aus Fachliteratur und wissenschaftlichen Publikationen zusammengetragen. Zudem flossen Informationen aus der Wirtschaft, von Fachinformationen und politischen Stellen in die Studie ein.

APA/dpa
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SunPower streicht 25 Prozent der Jobs

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Zürich, 09.12.2016

Der zweitgrößte US-Solarzellenhersteller SunPower hat einen drastischen Personalabbau angekündigt. Das Unternehmen werde ein Viertel der Stellen streichen, gab SunPower am Mittwoch bekannt. Damit verlieren 2.500 Mitarbeiter ihre Jobs. Ein Großteil der Arbeitsplätze soll auf den Philippinen wegfallen, wo SunPower eine Fertigungsstätte schließt.

Die Maßnahmen dienen der Kosteneinsparung, mit der das Unternehmen auf den Preisrückgang bei Solarzellen reagiert. Die Firma kündigte bereits im vergangenen Monat an, sparen zu wollen.

Der Preisverfall durch die große Konkurrenz und Billigangebote aus China haben der Branche hart zugesetzt. Hinzu kam, dass die Kunden in Erwartung weiter fallender Preise Käufe aufgeschoben haben. SunPower-Chef Tom Werner sagte, er rechne mit einer Stabilisierung der Preise im kommenden Jahr und einer Verbesserung der Geschäftslage im zweiten Halbjahr 2017. Allerdings werde es wohl keine signifikante Reduzierung des Solarzellen-Angebots aus China geben.

Der Sparplan des mehrheitlich dem französische Total-Konzern gehörenden Unternehmens sieht eine Reduzierung der operativen Kosten auf 350 Mio. Dollar (326 Mio. Euro) im Jahr 2017 vor, nach 450,9 Millionen im Jahr 2015.

Die Aktien des Unternehmens, das im laufenden Quartal vermutlich zum sechsten Mal in Folge einen Verlust ausweisen wird, stiegen zu Handelsbeginn am Mittwoch um 2,7 Prozent. Bis dahin gab der Kurs in diesem Jahr um 76 Prozent nach.

APA/ag
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Allianz kauft mit Investoren Gasnetz von National Grid

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München, 09.12.2016

Der Versicherer Allianz übernimmt zusammen mit anderen Investoren die Mehrheit am britischen Gasnetz des Netzbetreibers National Grid. Das Konsortium vereinbarte die Übernahme von 61 Prozent der Anteile, wie beide Seiten am Donnerstag mitteilten. Zudem hat die Investorengruppe eine Option auf weitere 14 Prozent.

Die vereinbarten Bedingungen bewerten das gesamte Gasnetz von National Grid auf 13,8 Mrd. Pfund (12,86 Mrd. Euro). Bei Abschluss der Übernahme zahlen die Investoren direkt 3,6 Milliarden Pfund. Zudem übernehmen die Käufer Schulden der Briten.

Energienetze sind für langfristig orientierte Anleger mit ihren gut kalkulierbaren und sicheren Erträgen angesichts der Niedrigzinsen eine wichtige Anlagealternative. Das Gasnetz von National Grid ist rund 130.000 Kilometer lang und bedient rund elf Millionen Kunden. National Grid kündigte an, einen Großteil des Verkaufserlöses als Sonderdividende an seine Aktionäre auszuzahlen.

APA/dpa
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ÖAMTC schlägt Steuersenkung für Benzin vor

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Wien, 09.12.2016

Auf die Forderung des Umweltministers Andrä Rupprechter (ÖVP), den Diesel teurer zu machen, reagiert der ÖAMTC nun mit einem anderen Vorschlag. Statt das Steuerniveau des bevorzugten Diesel auf das Niveau von Benzin anzugleichen, will dieser eine Steuersenkung für Benzin auf jenes von Diesel. Dadurch soll die Mineralölsteuer auch weiterhin unter dem Niveau in den Nachbarländern bleiben.

Aktuell zahlt man laut ÖAMTC in Österreich pro Liter Benzin 48,2 Cent und pro Liter Diesel 39,7 Cent an Mineralölsteuer (MÖSt). Die Anhebung um 8,5 Cent auf Benzin-Niveau würde den Staat über 400 Millionen Euro an Einnahmen kosten, da sämtlicher Tanktourismus verloren gehen würde, so Bernhard Wiesinger, Leiter des ÖAMTC, am Freitag. Momentan seien Benzin und Diesel in Österreich geringer besteuert als in den Nachbarländern. Dadurch würden Lkw auf der Durchfahrt gerne hier tanken. Die Folge davon sei, dass ein Viertel der eingenommenen Mineralölsteuer von Tanktouristen kommen würde.

Wenn das primäre Ziel ein einheitliches Steuerniveau sei, würde es den Staat billiger kommen, die Steuerbelastung für Benzin zu senken. Dadurch würden nur 190 Millionen Euro an Einnahmen verloren gehen, wobei noch die größere Anzahl an Benzin-Tanktouristen miteingerechnet werden müsse, wodurch letztendlich kaum Einnahmen verloren gehen würden, laut Wiesinger.

Beim Thema Umwelt sieht der ÖAMTC-Chef die Zählweise von CO2-Emissionen problematisch. Diese würden aus den in einem Land verkauften Sprit-Mengen errechnet. "Verhindert man Tanktourismus durch Dieselpreiserhöhungen, so wird zwar am Papier weniger CO2 erzeugt, die Luftqualität in Österreich ändert sich jedoch gar nicht. Die Transit-Lkw rollen weiter durch unser Land, zahlen dann aber lediglich Maut und kaum einen Beitrag für ihren CO2 Ausstoß mehr", so Wiesinger.

APA
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OPEC will andere Länder bei Förderkürzung ins Boot holen

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Wien, 09.12.2016

Das OPEC-Kartell sucht die Unterstützung der Nicht-OPEC-Länder bei seinen Versuchen, den Ölpreis dauerhaft in die Höhe zu treiben. Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hat für den morgigen Samstag (10. Dezember) insgesamt 14 Nicht-OPEC-Länder zu entsprechenden Beratungen nach Wien eingeladen.

Nach bisherigen Informationen wollen allerdings nur einige Staaten kommen, darunter Mexiko, Oman, das zentralasiatische Kasachstan und die Südkaukasus-Republik Aserbaidschan.

Russland als wichtiges Nicht-OPEC-Land hatte zunächst eine Verschiebung der Gespräche ins Spiel gebracht, weil im Vorfeld noch Fragen zu klären seien, zitierte die Agentur Tass aus Verhandlungskreisen. Am Freitagnachmittag bestätigte der stellvertretende russische Energieminister Anatoli Janowski der Agentur Interfax zufolge aber das Treffen in Wien.

Die aus 14 Länder bestehende OPEC hatte sich am 30. November auf die erste Kürzung ihrer Ölproduktion seit 2008 geeinigt. Im ersten Halbjahr 2017 sollen pro Tag 1,2 Millionen Barrel weniger gefördert werden als jetzt. Damit würde die Menge auf 32,5 Millionen Barrel sinken. Zugleich hatte sich die OPEC mit Russland und anderen Ländern im Grundsatz verständigt, dass auch diese Öl-Förderstaaten etwa 600.000 Barrel am Tag weniger produzieren.

Zwar ist dieser Schritt noch nicht verbindlich. Russland leidet allerdings unter einer Wirtschaftskrise und hat daher großes Interesse an einem steigenden Ölpreis, um seine Einnahmen wieder zu erhöhen. An dem Kürzungs-Paket will es sich nach bisherigen Äußerungen mit rund 300.000 Barrel beteiligen.

Seit dem OPEC-Beschluss ist der Preis für die Nordseesorte Brent um rund 15 Prozent auf fast 55 Dollar gestiegen. Das bedeutet höhere Benzin- und Heizölpreise für die Verbraucher. Allerdings erwarten Experten mittelfristig keine weitere deutliche Verteuerung. Selbst mit den Kürzungen - sollten sie überhaupt Bestand haben - sei im ersten Halbjahr zu viel Öl auf dem Markt, so ein Experte des Forschungsunternehmens JBC. Die Frage sei auch, ob es sich bei den Förderkürzungen tatsächlich nicht eher um ein "Einfrieren" der Produktionsmenge im Vergleich zu den möglichen Förderungen handle.

APA/dpa-AFX
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Nord Stream 2: Vorvertrag über Rohrverlegung geschlossen

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Moskau, 09.12.2016

Die Gazprom-Tochter Nord Stream 2 hat einen Vorvertrag über die Verlegung der Rohre für die politisch umstrittene Erdgas-Ostseepipeline geschlossen. Demnach soll die Schweizer Firma Allseas die Verlegung des ersten 1.200 Kilometer langen Stranges übernehmen, durch den nach jetzigem Planungsstand ab Ende 2019 russisches Erdgas nach Deutschland transportiert werden soll, teilte Nord Stream 2 mit.

Trotz fehlender Genehmigungen hat Nord Stream eigenen Angaben von Ende Oktober zufolge bereits Aufträge in Höhe von vier Mrd. Euro ausgelöst, von denen aus Österreich wie berichtet auch die voestalpine profitiert. Dabei geht es etwa um die Produktion von Stahlrohren.

In Schweden hatte Nord Stream 2 Mitte September den Pipelinebau beantragt. Die Genehmigungsanträge in Deutschland, Dänemark, Finnland und Russland sollen Anfang 2017 folgen. Den Baustart visiert Nord Stream 2 für Anfang 2018 an. Die niederländische Gazprom Gerosgaz Holdings - ein Tochterunternehmen des russischen Staatskonzerns Gazprom - hält alle Anteile an Nord Stream 2.

Nord Stream 2 soll auf circa 1.200 Kilometern Länge von der Region Sankt Petersburg in Russland durch die Ostsee bis zur deutschen Küste führen - mit zwei parallelen Leitungen auf dem Meeresboden mit jeweils 27 Mrd. m3 Jahreskapazität, in Summe also rund 55 Mrd. m3. Die beiden Leitungen sollten 2018/19 gebaut werden und bis Ende 2019 in Betrieb gehen. Als vorläufiger Investitionsaufwand waren circa 8 Mrd. Euro veranschlagt. Die OMV versucht, das Projekt zu unterstützen.

APA/dpa
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Stromzonenteilung: Anzengruber warnt erneut vor Nachteilen

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Wien, 07.12.2016

Eine Aufteilung der österreichisch-deutschen Strompreiszone würde zu massiven Wettbewerbsnachteilen für unser Land als Wirtschaftsstandort führen. Davor warnt erneut der oberste Repräsentant der E-Wirtschaft, Oesterreichs-Energie-Präsident Wolfgang Anzengruber. EAG-Experte Erwin Mair sieht es als fraglich an, ob die Aufteilung wie von der deutschen Netzagentur gewünscht Mitte 2018 erfolgen kann.

Nach Ansicht von Mair, Geschäftsführer der Energie AG Oberösterreich Trading, gibt es zu wenig Zeit für die Umstellung der IT, wie sie für eine Preiszonentrennung nötig wäre. Solle die Trennung, wie die deutsche Bundesnetzagentur wünsche, ab Juli 2018 funktionieren, müsste mit der IT-Adaption nämlich schon in Kürze begonnen werden. "Das ist aber nicht möglich, weil die Details der Engpassbewirtschaftung noch bis Herbst 2017 unklar sein werden. So lange haben die Übertragungsnetzbetreiber Zeit, das Bewirtschaftungsmodell zu erarbeiten", so Mair in der neuen Ausgabe des Magazins "Strom Linie" von Oesterreichs Energie. Für die Umstellung der IT seien - einschlägigen Spezialisten zufolge - etwa eineinhalb Jahre zu veranschlagen.

Erfolge die Spaltung der Preiszone, werde der Stromimport aus Deutschland vor allem in Stunden mit tiefen Preisen eingeschränkt, sagt der EAG-Manager. Folglich werde es nötig sein, Kraftwerke in Österreich anders zu betreiben als derzeit und eventuell sogar zusätzliche Anlagen zum Einsatz zu bringen: "Das bedeutet, die Großhandelspreise in Österreich steigen. Auch die Standardprodukte an den Börsen, also Base- und Peakload, werden teurer." Damit würden die Beschaffungskosten für die EVU steigen, und Energieunternehmen könnten ihren Kunden keine Preiszusagen mehr machen, die über den Zeitpunkt Mitte 2018 hinausgingen. Mair zufolge würden längerfristige Lieferverträge für elektrische Energie daher entweder Preisanpassungsklauseln oder ähnliche Bestimmungen enthalten. Denn kein Energieunternehmen werde dieses heute unkalkulierbare Preisrisiko selber einseitig übernehmen, treffe das Problem alle Marktteilnehmer doch gleichermaßen.

Handels- und Vertriebssoftware anpassen

Überdies müssten die Energieunternehmen laut Mair ihre Handels- sowie Vertriebssoftware an die geänderten Bedingungen anpassen. So sei etwa in der Verrechnungs- und Kalkulationslogik zu berücksichtigen, dass es Stunden mit in Deutschland und Österreich unterschiedlichem Preisniveau gibt. Wesentliche Anpassungen seien auch bei Börsen und bei der Abwicklung länderübergreifender Strom-Fahrpläne vorzunehmen.

Anzengruber sagt in der Cover-Story der "Strom Linie", die mögliche Trennung der Preiszone an der Grenze DE-AT sei "eine klassische Symptombehandlung, die aber die eigentliche Wurzel des Problems, nämlich den fehlenden innerdeutschen Netzausbau, nicht angreift". Oesterreichs Energie plädiere klar für den notwendigen Netzausbau in Deutschland. Und um die Zeit bis dahin zu überbrücken, sei die Nutzung gemeinsamer Netzreserven, "auch unter Kostenaufteilung", notwendig, so der Präsident des Interessenverbandes.

Auch für Deutschland würde eine Stromzonentrennung Nachteile bringen, so Anzengruber. Denn Österreich leiste derzeit im gemeinsamen Marktgebiet mit seinem Kraftwerkspark einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Versorgungssicherheit. Deutschland habe heute für die Netzreserve gesicherte, jederzeit abrufbare, flexible Kraftwerke aus Österreich kontrahiert oder nutze österreichische Speicher und Pumpspeicher zur Stabilisierung der Netze. "Ohne österreichische Kapazitäten zur Stromspeicherung müsste Deutschland geförderte erneuerbare Energien in extremen Fällen sogar vermehrt abregeln", glaubt Anzengruber, auch Chef des Stromkonzerns Verbund.

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Google will gesamten Strombedarf erneuerbar abdecken

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Mountain View, 07.12.2016

Google will im kommenden Jahr den Strombedarf seiner Rechenzentren und Büros komplett mit erneuerbarer Energie decken. Mit Lieferverträgen über 2,6 Gigawatt sei der Internet-Konzern der größte einzelne Abnehmer erneuerbarer Energie weltweit, betonte der für Infrastruktur zuständige Manager Urs Hölzle in einem Blogeintrag.

"Der Energieverbrauch ist unser größter Einfluss auf die Umwelt", räumte Google in seinem ersten Umweltbericht ein. Der Konzern investiere 2,5 Mrd. Dollar (2,3 Mrd. Euro) in Sonnen- und Windenergieprojekte. Zugleich verbrauchten Googles Rechenzentren inzwischen nur die Hälfte der Energie einer typischen Anlage dieser Art. Heute werde mit der gleichen Menge Strom 3,5 Mal mehr Rechenleistung erzeugt als noch vor fünf Jahren.

Auch Apple deckt den Strombedarf seiner Büros, Läden und Rechenzentren mit erneuerbarer Energie ab. Allerdings ist der Bedarf beim iPhone-Konzern deutlich geringer als bei Google, wo trotz aller Effizienzmaßnahmen vor allem die riesigen Rechenzentren Stromfresser sind.

APA/dpa
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Shell will trotz Trump-Kritik im Iran investieren

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London, 07.12.2016

Der britisch-niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell will nach iranischen Angaben trotz der Kritik des designierten US-Präsidenten Donald Trump am Atomabkommen in der Islamischen Republik investieren. Noch am Mittwoch sollten erste Verträge unterzeichnet werden, sagte ein iranischer Regierungsvertreter. Dabei gehe es um zwei Ölfelder in der Grenzregion zum Irak sowie um ein Gasvorkommen.

Auch mit dem französischen Ölkonzern Total solle über weitere Projekte gesprochen werden. Im November hatte Total als erster westlicher Konzern Investitionen in den Energie-Sektor des rohstoffreichen Landes vereinbart.

Trump hatte im Wahlkampf das Atomabkommen des Westens mit dem Iran als "einen der schlechtesten Deals, der jemals gemacht wurde" bezeichnet. Zudem hatte er angekündigt, den Pakt neu mit der Islamischen Republik zu verhandeln. Teheran lehnt das aber ab. Der Iran ist das drittgrößte Öl-Förderland innerhalb des OPEC-Kartells. Nach der Einigung mit den westlichen Ländern im Streit um das iranische Atomprogramm wurden zuletzt zahlreiche internationale Sanktionen aufgehoben. Dennoch halten sich viele ausländische Konzerne mit Geschäften im Iran zurück. Sie haben vor allem Probleme bei der Finanzierung, weil sich die USA hohe Strafen gegen geldgebende Banken vorbehalten.

APA/ag.
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BDI wird Börse voraussichtlich am 22. 12. verlassen

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Grambach b. Graz, 07.12.2016

Der steirische Biodieselanlagenbauer BDI - BioEnergy International AG geht davon aus, dass die Aktien des Unternehmens am 22. Dezember zum letzten Mal an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Ein dementsprechender Antrag auf Widerruf der Zulassung der Aktien ("Delisting") sei heute gestellt worden, teilte BDI mit.

Hintergrund ist ein freiwilliges öffentliches Delisting-Erwerbsangebot des Hauptaktionärs BDI Beteiligungs GmbH, für das am 9. November eine Angebotsunterlage erstellt wurde. Die Annahmefrist für das Angebot läuft laut BDI am 8. Dezember um 24 Uhr ab. Die BDI rechnet damit, dass das Delisting mit Ablauf des 22. Dezember wirksam werden wird. Vor dem freiwilligen Erwerbsangebot hielt die BDI Beteiligungs GmbH 72,46 Prozent an BDI. Den Aktionären wurde ein Preis von 13,50 Euro je Aktie angeboten.

Zu den Gründen für das Delisting verwies die BDI im Oktober unter anderem darauf, dass die Zulassung unter dem Gesichtspunkt der Nutzung des Kapitalmarkts zur Eigenmittelaufnahme keinen nennenswerten Mehrwert habe, da eine solche aus heutiger Sicht in absehbarer Zeit nicht geplant sei. Weiters entstünden erhebliche Kosten und Verwaltungsaufwendungen, die vor diesem Hintergrund nicht mehr gerechtfertigt seien. Auch führten die mit der Börsennotierung einhergehenden strengen Transparenz- und Publizitätspflichten zur Preisgabe von wettbewerbsrelevanten Informationen, die von Marktteilnehmern dahingehend genutzt werden könnten, dass sie Rückschlüsse auf Strategie, Auftragslage und technologische Umstände zuließen. Dadurch könnten für die BDI Wettbewerbsnachteile entstehen.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1996 ist die BDI AG auf die Entwicklung von Technologien zur industriellen Aufwertung von Neben- und Abfallprodukten spezialisiert. Das Leistungsspektrum umfasst Behörden-, Basic- und Detail-Engineering, die Errichtung sowie Inbetriebnahme und den anschließenden After-Sales Service.

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AKW Paks: Noch keine Entscheidung über Staatsbeihilfen

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Brüssel, 07.12.2016

Noch keine Entscheidung gibt es von der EU-Kommission über die Rechtsmäßigkeit staatlicher Beihilfen für den Ausbau des ungarischen Atomkraftwerk Paks. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärte in Brüssel, es gebe darüber hinaus eine Reihe von Verfahren zu Paks, in denen grünes Licht notwendig sein werde.

Zunächst habe sich EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska mit dem Ausschreibungsverfahren beschäftigt. Dabei sei es um Überprüfung der ungarischen Behauptung gegangen, wonach die technischen Besonderheiten des AKW es erforderlich machten, beim gleichen Anbieter zu bleiben, der auch den ersten Teil von Paks gebaut habe. Vor zwei Wochen hatte Brüssel ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn wegen der Vergabe des Milliardenauftrages zum Ausbau des Atomkraftwerks an einen russischen Staatskonzern eingestellt.

Vestager sagte, sie selbst sei eben für die Staatsbeihilfenfrage zuständig und dann gebe es noch einen dritten Bereich, in dem es um Sicherheitsfragen gehe. Hier seien die europäischen Behörden, die für die Sicherheit der Kernkraftwerke zuständig seien, gefragt.

Ungarn will, dass das Bauvorhaben mit einem geplanten Umfang von insgesamt 12,5 Milliarden Euro nach ursprünglichen Planungen 2018 beginnen und der erste der beiden Reaktoren 2023 in Betrieb gehen soll.

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Deutsche Stromnetz-Betreiber buchen mehr Reservekraftwerke

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Dortmund/Berlin, 07.12.2016

Die deutschen Übertragungsnetz-Betreiber haben für den Winter mehr Reservekraftwerke gebucht als im Vorjahr. Die Kapazität der vertraglich gesicherten Anlagen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien wuchs von rund 7,5 auf 8,3 Gigawatt, wie die Unternehmen mitteilten.

Die Kraftwerksleistungen würden bereits seit Oktober abgerufen - in der Spitze mit bis zu 6 Gigawatt. Im Vorjahr waren nur 3,5 Gigawatt Spitzenleistung benötigt worden. Die Zahlen zeigten, wie stark das Stromnetz unter Druck stehe, sagte eine Sprecherin. Eine akute Blackout-Gefahr sehen die Unternehmen aber nicht. Das Netz wird durch den gleichzeitig Ausbau erneuerbarer Energie vor allem im Norden und den Ausstieg aus der Kernenergie und die Stilllegung weiterer konventioneller Anlagen im Süden belastet.

Hinzu komme der Strombedarf der französischen Nachbarn, heißt es in der Mitteilung. In Frankreich sind derzeit mehrere Kernkraftwerke in der Revision. Wegen der großen Verbreitung von Elektroheizungen kommt es dort in harten Wintern regelmäßig zu Nachfragespitzen.

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Deutschen Atom-Konzernen stehen Entschädigungen zu

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Karlsruhe, 06.12.2016

Der beschleunigte deutsche Atomausstieg nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima hat für die deutsche Bundesregierung ein Nachspiel: Den Energiekonzernen steht für sinnlos gewordene Investitionen und verfallene Produktionsrechte ein angemessener Ausgleich zu. Dies stellte das Bundesverfassungsgericht nach Klagen von Eon, RWE und Vattenfall am Dienstag in Karlsruhe fest.

Dem Urteil zufolge ist die Gesetzesnovelle, mit der die politische Kehrtwende 2011 besiegelt wurde, zwar im Wesentlichen mit dem Grundgesetz vereinbar. Die Versorger wurden auch nicht enteignet. Es fehle aber eine "verfassungsrechtlich notwendige Ausgleichsregelung", sagte Vizegerichtspräsident Ferdinand Kirchhof bei der Verkündung.

Auf welche Weise die Unternehmen davon profitieren werden, muss sich noch zeigen. Sie waren vor das Verfassungsgericht gezogen, um später Maximalforderungen von schätzungsweise bis zu 19 Milliarden Euro einklagen zu können. So weit geht das Urteil nicht. Laut Kirchhof kann der Ausgleich "in eine finanzielle Leistung münden", aber auch "in Übergangsregelungen oder anderen Alternativen bestehen".

Das könnten beispielsweise auch Laufzeitverlängerungen für einzelne Kraftwerke sein. Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth sagte, die Ausgleichsregelungen müssten nun im Ministerium erarbeitet werden. Dafür hat die Politik bis Ende Juni 2018 Zeit. "Milliardenforderungen sind definitiv vom Tisch", zeigte sich Flasbarth aber überzeugt.

Vor gut fünf Jahren hatte die schwarz-gelbe Koalition nach dem Reaktorunglück in Japan für die 17 deutschen Kraftwerke eine erst kurz zuvor beschlossene Laufzeitverlängerung zurückgenommen. Damals wurde besiegelt, dass spätestens Ende 2022 Schluss ist mit der Atomkraft in Deutschland. Bis dahin müssen alle Meiler zu festen Terminen vom Netz. Im Vorjahr zugesagte Extra-Strommengen wurden nachträglich wieder kassiert.

Die Neuregelung bedeutete einen scharfen Einschnitt und ging deutlich über den 2002 von Rot-Grün besiegelten Atomausstieg hinaus. Der damalige "Atomkonsens" mit den Konzernen lief zwar ebenfalls darauf hinaus, dass alle Meiler nach und nach vom Netz gehen. Geregelt war das aber über Reststrommengen, deren Erzeugung noch garantiert wurde.

Die Verfassungsrichter beanstanden nun nicht die Streichung der Extra-Strommengen von 2010. In die 2002 zugeteilten Mengen durften die Konzerne dem Urteil zufolge aber vertrauen. In Kauf zu nehmen, dass Teile davon durch feste Abschalttermine ungenutzt verfallen, sei "unzumutbar, teilweise auch gleichheitswidrig". Das begründet Ansprüche von RWE und Vattenfall, die konzernintern nicht mehr alle Kapazitäten auf andere Kraftwerke umschichten konnten.

Das Urteil verpflichtet auch zum Ausgleich aller Investitionen, die im Vertrauen in die Laufzeitverlängerung zunächst getätigt wurden. Das betrifft die Zeit zwischen Dezember 2010 und März 2011 und kann allen Versorgern zugute kommen. Sie hätten nicht mit einer derart schnellen Kehrtwende rechnen müssen (Az. 1 BvR 2821/11 u.a.).

Bei Vattenfall war bis zuletzt unklar, ob sich der schwedische Staatskonzern überhaupt auf deutsche Grundrechte berufen kann. Ausnahmsweise ist das möglich - ansonsten hätte das Unternehmen keine Möglichkeit, sich in Deutschland vor Gericht gegen den Atomausstieg zu wehren. Der Konzern streitet zusätzlich vor einem Schiedsgericht in den USA um 4,7 Milliarden Euro Entschädigung.

Eine RWE-Sprecherin sagte in Karlsruhe, nun sei der Gesetzgeber gefordert. Von Entschädigungen in Milliardenhöhe gehe sie aber nicht aus. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter forderte, die Entschädigung auf "das Notwendigste" zu beschränken. Es dürften "nicht erneut Geschenke an die Atomindustrie verteilt werden". SPD-Bundesvize Ralf Stegner machte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mitverantwortlich. "Ihr Zick-Zack-Kurs wird die Steuerzahler Milliarden kosten", meinte er.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz warnte davor, Kraftwerken die Laufzeit zu verlängern. Die Risiken erforderten "einen unverzüglichen und endgültigen Atomausstieg", sagte BUND-Chef Hubert Weiger.

Schäuble bleibt ruhig

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble sieht die finanziellen Auswirkungen des Verfassungsgerichtsurteils gelassen. Die Folgen seien nicht so aufregend, sagte Schäuble am Dienstag in Brüssel. Die Richter seien im wesentlichen der Position der Bundesregierung gefolgt.

Wie sich das Urteil gegebenenfalls auf die Haushalte für die Jahre 2017 und 2018 auswirke, könne er noch nicht bemessen. Das deutsche Finanzministerium verwies ergänzend darauf, dass das Gericht dem Gesetzgeber eine Frist bis zum 30. Juni 2018 gegeben habe. Es habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es zu den bemängelten Punkten verschiedene Möglichkeiten einer verfassungskonformen Umsetzung gebe, sagte ein Sprecher.

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WKÖ will Änderung der Lastenteilung von CO2-Emissionen

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Brüssel, 06.12.2016

Österreichs Wirtschaftskammer (WKÖ) plädiert für einen flexibleren Ansatz bei der Lastenteilung von Treibhausgasemissionen. Die EU hat eine CO2-Reduktion um 40 Prozent bis 2030 vereinbart. Nach einem Vorschlag der EU-Kommission müsste Österreich die Emissionen im Bereich, der nicht unter den Emissionshandel fällt (Verkehr, Landwirtschaft und Gebäude), seinen CO2-Ausstoß um 36 Prozent senken.

Dieser Wert ergibt sich aus der Wirtschaftsleistung pro Kopf und einem Kosteneffizienzkriterium. Nach Ansicht der Wirtschaftskammer verstößt der Plan der EU-Kommission gegen faire Wettbewerbsbedingungen. So reichten die Reduktionsziele der EU-Kommission von 0 Prozent für Bulgarien bis 40 Prozent für Luxemburg und Schweden. Nötig wäre es auch, dass sich die EU auf "niedrig hängende Früchte", also auf leicht zugängliche Potenziale bei der Emissionsreduktion konzentriere, forderte WKÖ-Fachreferent Franz Brudl. So könnte es etwa billiger sein, wenn Österreich Klimaschutzmaßnahmen in Bulgarien mitfinanziere, als in eigene Anlagen zu investieren.

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Putin: Russland verkauft mehr Gas nach Europa als je zuvor

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Tscheljabinsk, 06.12.2016

Der russische Energieriese Gazprom verkauft Kremlchef Wladimir Putin zufolge mehr Gas als je zuvor an europäische Staaten. Jeden Tag liefere der Konzern mehr als 600 Millionen Kubikmeter Gas in den Westen des Kontinents, sagte Putin am Montag bei einem Arbeitsbesuch in Tscheljabinsk im Uralgebirge. Das sei mehr als zu Sowjetzeiten.

Bei einem Treffen mit Arbeitern des Pipelineherstellers Eterno warb der russische Präsident für das Großprojekt Nord Stream 2. Trotz Schwierigkeiten in der Abstimmung etwa mit Polen seien wichtige Partner wie Firmen aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Frankreich dabei geblieben, sagte er.

Durch die Ostseepipeline Nord Stream 2 soll von 2019 an Gas von Russland nach Deutschland gepumpt werden. Die Leitung ergänzt die bestehende Röhre Nord Stream 1 und wird von einem Konsortium großer Energiekonzerne gebaut, darunter die deutschen Firmen Wintershall - eine Tochter der BASF - und die Eon-Abspaltung Uniper.

Polen, die baltischen Staaten und das wichtige Transitland Ukraine sehen das Projekt skeptisch. Sie fühlen sich umgangen. Kritiker warnen vor zunehmender Abhängigkeit von russischem Gas. Putin wies die Befürchtungen zurück. Die Abhängigkeit sei gegenseitig, sagte er.

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Asfinag setzt auf NÖ Autobahn-Rastplatz auf Öko-Strom

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Hinterbrühl, 06.12.2016

Durch "smartflower" soll auf dem Rastplatz Hinterbrühl an der Wiener Außenringautobahn (A21) künftig die Hälfte des für die LED-Beleuchtung benötigten Stroms aus Öko-Erzeugung kommen. Die Photovoltaik-Anlage ist astronomisch gesteuert, sturm- und temperaturfest. Die Asfinag sprach von einem Pilotprojekt, die Investitionen betrugen 19.000 Euro.

Der jährliche Energiebedarf für den Rastplatz mit 29 Lichtpunkten beträgt laut einer Aussendung 7.000 Kilowattstunden, 50 Prozent davon soll die neue "Stromblume" beisteuern. Die mit Windwächtern ausgestattete Anlage sei bei Temperaturen von minus 20 bis plus 50 Grad Celsius einsatzbereit und drehe sich laufend - auch an trüben Wintertagen - nach der Sonne. Für dieses System hatte die smartflower energy technology GmbH mit Sitz in Güssing/Burgenland mit ihrem Kooperationspartner Austrian Institute of Technology (AIT) beim Staatspreis Innovation 2014 einen Sonderpreis erhalten.

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NÖ Photovoltaik Technik Ges.m.b.H. endgültig insolvent

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Korneuburg/Neudorf bei Staatz, 06.12.2016

Die Sanierung der Photovoltaik Technik Ges.m.b.H. mit Sitz in Neudorf bei Staatz/NÖ ist laut Kreditschützern gescheitert, das Unternehmen endgültig insolvent. Ein noch 2015 abgeschlossener Sanierungsplan sei nicht erfüllt worden, weil die Finanzierung der zweiten Quote nicht möglich gewesen sei. Die Produktion wurde Creditreform zufolge bereits eingestellt.

Am 15. September 2015 war auf Eigenantrag der Photovoltaik Technik Ges.m.b.H. am Landesgericht Korneuburg ein Konkursverfahren eröffnet worden. Die Fortführung der 2001 gegründeten Firma, die sich mit der Produktion und Montage von Photovoltaikmodulen beschäftigte, war geplant.

Von der Insolvenz sind laut Creditreform und AKV zehn Arbeitnehmer betroffen. Die Passiva betragen etwa 2,8 Mio. Euro.

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VCÖ kritisiert Diesel-Verbrauch in Österreich

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Wien, 06.12.2016

Der Verbrauch von Diesel ist zwischen 1990 und 2015 in Österreich von 2,4 auf 7,6 Mrd. Liter gestiegen, während der Benzin-Absatz von 3,3 auf 2,2 Mrd. Liter zurückgegangen ist, schreibt der VCÖ in einer Aussendung. Heuer sei mit einem Anstieg des Diesel-Verbrauchs auf 7,8 Mrd. Liter zu rechnen. Während in Österreich der Diesel-Anteil 78 Prozent betrage, seien es im EU-Schnitt 71 Prozent.

In Deutschland entfallen demnach 65 Prozent des Treibstoffes auf Diesel, in den Niederlanden 60 Prozent. Am niedrigsten sei der Diesel-Anteil in Zypern mit 39 Prozent, am höchsten in Litauen mit 86 Prozent.

Auch pro Kopf liege Österreich beim getankten Diesel hinter Luxemburg an zweiter Stelle - beide Länder verzeichnen einen starken Tanktourismus. In Österreich gehen pro Einwohner 0,63 Tonnen Diesel durch die Zapfsäulen, während es im EU-Schnitt 0,38 Tonnen seien.

Der VCÖ kritisiert einmal mehr, dass die Mineralölsteuer in Österreich auf Diesel um 8,5 Cent pro Liter niedriger sie als auf Eurosuper. "Damit wird jener Treibstoff steuerlich begünstigt, der beim Verbrennen mehr gesundheitsschädliche Schadstoffe verursacht", heißt es in der Aussendung. Diese steuerliche Besserstellung koste laut Wifo mehr als 600 Millionen Euro pro Jahr.

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OPEC berät am Samstag in Wien erneut über Fördermengen

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Moskau/Wien, 06.12.2016

Die großen Ölförderländer wollen am Samstag erneut über ihre künftigen Fördermengen beraten. Es sei ein Treffen in Wien angesetzt worden, sagte eine Sprecherin des russischen Energieministers Alexander Nowak am Dienstag. Teilnehmen werden demnach Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) sowie Nicht-Mitglieder, zu denen auch Russland zählt.

Vorige Woche hatten die großen Ölstaaten im Kampf gegen den Preisverfall des Rohstoffs beim ordentlichen OPEC-Ölminister-Meeting in Wien beschlossen, erstmals seit acht Jahren ihre Fördermenge zu reduzieren. Ab dem 1. Jänner sollen OPEC-weit täglich 32,5 Mio. Barrel gefördert werden, um 1,2 Mio. Fass/Tag weniger als bisher. Jedoch gibt es für einige Mitglieder Ausnahmen: Der Iran, Nigeria und Libyen müssen ihre Ölfördermenge nicht senken.

Dagegen kündigte Russland als bedeutendes Ölland außerhalb der OPEC an, die eigene Förderung im ersten Halbjahr 2017 um 300.000 Barrel pro Tag zu senken. Nowak forderte weitere Ölstaaten auf, sich an der Reduzierung zu beteiligen.

Der Einigung von voriger Woche waren lange und zähe Verhandlungen vorausgegangen. Die Vereinbarung bedeutet eine scharfe Abkehr von der 2014 auf Initiative des OPEC-Schwergewichts Saudi-Arabiens begonnenen Strategie, die Märkte regelrecht zu fluten. Damit sollten neue Konkurrenten, insbesondere Fracking-Firmen in den USA, aus dem Markt gedrängt werden.

In der Folge sank der Ölpreis von mehr als 100 Dollar (93 Euro) pro Barrel im Juni 2014 auf unter 30 Dollar Anfang dieses Jahres. Der Preisverfall machte dabei zunehmend auch den traditionellen Ölförderländern zu schaffen. Verbraucher konnten sich indes über niedrige Kraftstoff- und Heizkosten freuen.

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Murkraftwerk: Energie Steiermark baut ohne 50-%-Partner

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Graz/Wien, 06.12.2016

Der Aufsichtsrat der Energie Steiermark hat am Montag einstimmig beschlossen, mit dem Bau des Murkraftwerks auch ohne einen fixen 50-Prozent-Partner zu beginnen. Bisher hat nur die Energie Graz ihre Beteiligung mit 12,5 Prozent zugesichert, für weitere Investoren sei man weiterhin offen. Die Wien Energie hatte sich zuletzt als Partner geziert und untersucht das Millionen-Projekt noch im Detail.

Zum Ärger der Kraftwerksgegner wie der Plattform "Rettet die Mur" sowie der Grazer KPÖ und Grünen ist der Beschluss zum Baustart noch im angebrochenen Winter nun gefallen. Laut Konzern-Sprecher Urs Harnik-Lauris sollen noch vor Jahresende die Arbeiten beginnen. Die Staustufe soll bis 2019 fertig sein und "rund 20.000 Grazer Haushalte bzw. Elektro-Autos mit CO2-freiem Strom versorgen". Das Projekt sorge laut dem Energieversorger für eine nachhaltige Reduzierung der Abhängigkeit von Stromimporten.

Für das Projekt liege eine positive Wirtschaftlichkeits-Berechnung vor, weshalb man den Baustart ohne einen Partner nicht als Risiko sehe, versicherte der Sprecher auf APA-Anfrage. Die Beteiligung eines Partner sei weiterhin jederzeit möglich, wurde betont. Bereits im September war ein Aufsichtsratsbeschluss getroffen worden, dieser sei jedoch noch an die Beteiligung eines Partners gekoppelt gewesen. Nun wird vorerst allein mit der Energie Graz an Bord gebaut.

Die Stadt Graz errichtet gleichzeitig einen Zentralen Speicherkanal: "Mit diesem Parallel-Projekt um rund 80 Mio. Euro können die derzeit bei Starkregen ungeklärt in die Mur fließenden Abwässer aufgefangen und in die Kläranlage Gössendorf gebracht werden", erklärte die Energie Steiermark. 99 einzelne Öko-Maßnahmen sollen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur sorgen. Der aktuelle Bestand an Büschen und Bäumen werde durch Aufforstung um ein Drittel erweitert.

Die Gegner sehen das Kraftwerk jedoch von einer anderen Seite: Erst Ende November hat der Naturschutzbund Steiermark die Bäume entlang der Mur gezählt, die durch den Bau des Wasserkraftwerks beseitigt werden dürften. Mehr als 16.500 seien gefährdet, und von einer Bestandserweiterung könne keine Rede sein. "Rettet die Mur" zufolge soll die Staustufe nicht rentabel sein, weshalb sich auch der Verbund im März vom Projekt zurückgezogen habe.

LHStv. Michael Schickhofer (SPÖ) erklärte am Montag als Eigentümer der Energie Steiermark: "Das Murkraftwerk ist ein Stück Zukunft für Graz. Mehr als 1.800 neue Arbeitsplätze während der Bauphase, ein neues Naherholungsgebiet für die Grazerinnen und Grazer und komplett CO2-freie Stromerzeugung bringen Arbeitsplätze, Aufschwung und saubere Luft." Es handle sich um ein Projekt, "von dem noch unsere Kinder profitieren werden", so der steirische SPÖ-Chef.

Die Grazer Grünen kritisierten dagegen, dass die Bauentscheidung "wider aller wirtschaftlicher Vernunft" gefallen sei. "Dass keine anderen Investoren zu finden sind, belegt eindeutig, dass die Mur-Staustufe Graz ein wirtschaftlich riskantes Projekt ist. Dass die Energie Steiermark nun weitere 50 Prozent der Projektkosten schultern und damit die Gesamtkosten nahezu allein tragen will, ist nicht anders zu erklären, als dass hier politisch massiver Druck ausgeübt wird, nicht zuletzt von Bürgermeister Siegfried Nagl", meinte Umweltsprecherin Grünen Andrea Pavlovec-Meixner in einer Aussendung.

Die Grazer Vizebürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) meinte: "Dieser Beschluss ist gefallen, obwohl die Finanzierung des Baus zu 50 Prozent ungeklärt ist. Es erscheint fahrlässig, wenn sich das Kontrollorgan des Landesenergieunternehmens zu diesem folgenschweren Schritt entschließt, obwohl sich eine Versicherung des Vorstandes über die Finanzierung nach der anderen in Luft aufgelöst hat." Wenn sich die Aufsichtsräte darauf verlassen, dass der steirische Finanzlandesrat Schickhofer in den kommenden Monaten einen Finanzier herbeizaubert, seien sie "mehr als blauäugig", so Kahr.

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EU-Energierat: Gasversorgung darf keine Achillesferse sein

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Brüssel, 06.12.2016

Die Versorgungssicherheit mit Gas dürfe nicht die Achillesferse Europas bleiben, erklärte der EU-Ratsvorsitzende und slowakische Energieminister Peter Ziga am Montag in Brüssel. Einig waren sich die Ressortchefs über eine regionale Zusammenarbeit auf Risikogrundlage bei der Gasversorgung.

EU-Energiekommissar Miguel Arias Canete sprach von einer soliden und robusten regionalen Kooperationsmöglichkeit. Außerdem könnte ein solches Risikomanagement auch bei der Stromversorgung zum Tragen kommen. "Nichts ist in Stein gemeißelt", es gehe darum, vernünftige Kompromisse anzustreben, sagte Canete.

Die EU-Kommission hatte eine regionale Zusammenarbeit mit starren Regionen vorgeschlagen. Dabei wäre Österreich in einer Gruppe mit Kroatien, Ungarn, Slowenien und Italien zusammen. Österreich bevorzugt dagegen eine risikobasierte Gruppe - diese Meinung vertreten auch Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien. Canete erklärte, niemand habe Einwände gegen die Risikobasis gehabt.

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Deutscher Regulator: Preiszone ist Illusion

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Wien, 06.12.2016

Im Streit um die gemeinsame österreichisch-deutsche Strompreiszone bleiben die Fronten verhärtet. Während Österreichs Regulierungsbehörde E-Control diese für ein europäisches Integrationsprojekt hält und daran mit allen Mitteln festhält, findet das deutsche Pendant, die Bundesnetzagentur, die Zone sei eine Illusion.

Weil die Netze zu schwach sind, könne nämlich gar nicht nicht jede erzeugte Kilowattstunde Strom von Deutschland nach Österreich transportiert werden, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, am Montag bei einer Tagung in Wien. "Die Vorstellung der gemeinsamen Preiszone ist in Europa eine Ausnahme", so Homann.

Derzeit werde mehr Strom gehandelt als weitergeleitet werden kann. "Wir haben einen unbeschränkten Handel bei beschränkten Transportmöglichkeiten", konstatierte Homann. Im heurigen Jänner seien es in der Spitze mehr als 9 Gigawatt gewesen, die Netze hätten aber nur eine Kapazität von 2,5 GW.

Wie nun damit umgehen? Homann ist entschieden gegen sogenannte Redispatch-Maßnahmen, also grobe Eingriffe in den Stromfluss. Redispatch-Maßnahmen seien "keine Dauerlösung", "nicht für strukturelle Probleme gedacht", so der deutsche Regulator.

Auch nach dem Ausbau des deutschen Netzes auf 7,5 Gigawatt bis 2030 wird es laut Homann immer wieder zu viel Strom geben. "Wir haben Schätzungen mit Handelsspitzen von 12 Gigawatt", so der Regulator. Wobei es da immer lediglich um ein paar Stunden im Jahr gehe.

Anstatt weiter auf teure Redispatch-Maßnahmen zu setzen - 2015 seien dafür 1,1 Mrd. Euro an Netzkosten angefallen -, will Homann "in diesen paar Stunden im Jahr" den Handel beschränken, wie er bekräftigte.

Bereits Ende Oktober hat die Bundesnetzagentur die deutschen Übertragungsnetzbetreiber angewiesen, Maßnahmen zur Engpassbewirtschaftung vorzubereiten. Ab Mitte 2018 sollen diese greifen.

Strom wird in Österreich nicht teurer

Dass dies, wie Energiekonzerne in Österreich sagen, den österreichischen Strompreis um zehn bis 15 Prozent in die Höhe treiben wird, glaubt Homann nicht. "Es gab keine deutliche Reaktion am Markt, als wir das angekündigt haben."

Der Verband der europäischen Regulatoren (ACER) hat dazu bereits eine in Österreich äußerst kritisch beäugte Entscheidung getroffen: Ein künstlicher Stromengpass zwischen Deutschland und Österreich wird unterstützt. Die heimische E-Control wehrt sich dagegen.

Deutschland hat das Strukturproblem

E-Control-Chef Wolfgang Urbantschitsch erneuerte bei der "Handelsblatt"-Veranstaltung seine Kritik. Der Engpass liege nicht an der deutsch-österreichischen Grenze, sondern das "strukturelle Problem" bestehe in Deutschland, so hätten die Redispatch-Maßnahmen überwiegend in der Mitte des Nachbarlands stattgefunden.

Die Auftrennung der gemeinsamen Strompreiszone mit Deutschland widerspräche dem Binnenmarktgedanken, argumentiert Urbantschitsch. Das "Mittel der Wahl" sei freilich der Ausbau des Netzes. Es brauche eine weitere Verbindung zwischen Österreich und Deutschland, namentlich die geplante 380-kV-Leitung von St. Peter (Oberösterreich) nach Isar/Ottenhofen. Das kurze österreichische Stück ist bereits genehmigt, in Deutschland geht es um 60 Kilometer. Bis es so weit ist, will Urbantschitsch jedenfalls weiter mit Redispatch arbeiten.

Hinter dem Streit um die Strompreiszone steht folgendes Problem: In Deutschland wurden im Norden wegen des Atomausstiegs massiv Windräder und Co. gebaut. Der Netzausbau hinkt hinterher, die großen Strommengen können also gar nicht in den Süden transportiert werden, wo die großen Verbraucher sitzen. Die Folge sind unter anderem Ringflüsse, was wiederum Tschechien und Polen sauer aufstößt. Der Strom, den Deutschland zum Beispiel nach Österreich oder Italien verkauft, verstopft nämlich die polnischen und tschechischen Leitungen. Das kann rein physikalisch nicht verhindert werden, denn Strom sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstands.

Mittlerweile geht es um riesige Mengen. 2015 exportierte Deutschland laut Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE 84,8 Terawattstunden Strom, bei Einfuhren von 35,6 TWh. Die Stromlieferungen von Deutschland nach Österreich beliefen sich auf 12,9 TWh.

Was Redispatch-Maßnahmen betrifft, sind diese laut Homann mittlerweile schon nicht mehr ungefährlich. Früher sei einmal im Jahr eingegriffen worden, jetzt täglich, und zwar in die regulären Pläne der Kraftwerke. Das "Risiko, dass jemand etwas falsch macht", sei dementsprechend höher.

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Umfrage: OPEC-Förderung in November auf Rekordniveau

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London, 06.12.2016

Kurz vor der Entscheidung zur Drosselung der Produktion haben die Staaten des Ölkartells OPEC eine Rekordmenge gefördert. Die Produktion belief sich im November zusammen auf 34,19 Millionen Barrel pro Tag nach 33,92 Millionen Barrel im Vormonat, wie aus einer Reuters-Umfrage am Montag hervorgeht. Grund seien höhere Fördermengen in Ländern wie dem Irak, Nigeria und Libyen.

Das OPEC-Schwergewicht Saudi-Arabien reduzierte dagegen seinen Ausstoß. Experten zufolge dürfte es dem Kartell nun schwerer fallen, die geplante Förderkürzung ab dem kommenden Jahr durchzusetzen.

Die OPEC hatte sich vorige Woche erstmals seit 2008 auf eine Förderbremse geeinigt, um den Ölpreis zu stabilisieren. Die 14 Mitgliedsländer verständigten sich auf eine Drosselung um knapp 1,2 Millionen Barrel pro Tag auf 32,5 Millionen Barrel. Der Ölpreis steht seit 2014 wegen des Überangebots unter Druck. Die OPEC-Länder stehen für rund ein Drittel der weltweiten Ölförderung.

Seit voriger Woche hat sich der Rohstoff deutlich verteuert. Die OPEC trifft sich nun am 10. Dezember mit Vertretern anderer Ölförderländer, um deren Beitrag zu erörtern. Einige dieser Nicht-OPEC-Staaten wie Russland hatten bereits signalisiert, ebenfalls ihre Öl-Produktion zurückzufahren.

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OMV-Chef: Investitionen in der Öl- und Gasbranche nötig

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Wien, 05.12.2016

Investitionen in der Öl- und Gasindustrie seien nötig, denn diese seien Dynamik für die Wirtschaft und Unternehmen und wichtig für die Energieversorgung, betonte OMV-Chef Rainer Seele am Montag bei der diesjährigen "Handelsblatt"-Tagung "Energiewirtschaft Österreich" in Wien. Derzeit erlebe man allerdings das Gegenteil.

Die OPEC-Entscheidung für eine Förderkürzung sei ein Signal für den Leidensdruck in den Ölunternehmen und ölfördernden Ländern. Der Ölpreis werde sich gemäß der Umsetzung entwickeln. Seele verwies heute auf OPEC-Schätzungen, wonach bis 2040 Investitionen von 10 Billionen Dollar (derzeit 9,4 Billionen Euro) nötig sein werden, um die Öl- und Gasnachfrage künftig decken zu können. Europa werde auch in den kommenden Jahren nicht auf Öl und Gas verzichten können. Um das Niveau bei Öl- und Gas aufrecht erhalten zu können, seien Investitionen nötig. Investitionen brauchten aber auch das richtige Umfeld. Eine rückläufige Gasproduktion etwa wie in den Niederlanden treibe in Europa den Importbedarf in die Höhe. Russland spiele die Hauptrolle bei der Versorgung in Europa und sei der Schlüssel zur Versorgungssicherheit.

Das Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 zum Bau einer weiteren Pipeline durch die Ostsee sei nichts anderes als eine Stärkung der Versorgungssicherheit in Europa. Es stelle eine hohe Transportsicherheit und eine Diversifikation für den österreichischen Markt dar. Es sei wichtig, auch den Transport aus bestehenden Quellen zu diversifizieren. Generell sei Österreich aber in Europa aber in einer komfortablen Situation, übertroffen nur noch von den Niederlanden. Für die Versorgungssicherheit Österreichs und der Slowakei wichtig sie die Pipeline zwischen Schwechat und Bratislava.

Energiepolitisch sei es in Europa wichtig, dass Kohle durch Gas ersetzt werde. Im Zuge der Energiewenden in Europa sei Gas ein idealer und unverzichtbarer Partner für die erneuerbaren Energie. Damit könnten 15 Prozent der Treibhausgasemissionen eingespart werden. Die Nachfrage nach Öl werde zurückgehen, jene nach Gas steigen.

Der Raffinerie-Markt in Europa werde noch stärker unter Druck kommen. Es sei daher Flexibilität nötig, um in nachhaltigen Märkten tätig sein zu können. Die Entwicklung gehe in Richtung Petrochemie und Veredelung.

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Preiszonendiskussion Teil der Strommarkt-Verwerfungen

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Wien, 05.12.2016

Die Diskussion der deutsch-österreichischen Strompreiszone ist für ihn nur ein Teil der Verwerfungen am europäischen Strommarkt. Das betonte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner am Montag bei der diesjährigen Energietagung des "Handelsblatt" in Wien. Österreich werde gegen die Entscheidungen der EU-Regulierungsbehörde ACER alle Rechtsmittel ergreifen. Dazwischen werde man auch verhandeln.

Man werde sich bemühen, eine etwas wirtschaftsfreundlichere Lösung zu finden. Das in der Vorwoche von der EU-Kommission vorgestellte Winterpaket der EU-Kommission sei ein wichtiger Schritt zur Systementwicklung. In Österreich werde die Klima- und Energiestrategie gemeinsam mit den Stakeholdern entwickelt. Das Ziel, 20 Prozent weniger Treibhausgase zu emittieren, und das 34-Prozent-Ziel bei den Erneuerbaren Energien würden übererfüllt. Positiv sei auch das Energieeffizienzgesetz.

Bei der Klima- und Energiestrategie soll nach dem Grünbuch nun das Weißbuch im ersten Halbjahr 2017 fertiggestellt werden. Darin enthalten sein werden die Ziele bis 2030 und die Perspektiven bis 2050.

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Anzengruber sieht weiterhin niedrige Strompreise

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Wien, 05.12.2016

Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber sieht weiterhin niedrige Strompreise und spricht sich für Reformen aus, damit der Markt wieder Anreize für Investitionen gibt. Aus dem aktuellen System kämen keine Investitionsanreize. Die Strompreise gingen auf einer stagnativen Ebene weiter, sagte der Verbund-Chef am Montag bei der diesjährigen "Handelsblatt"-Jahrestagung "Energiewirtschaft Österreich" in Wien.

Die Strompreise würden volatiler werden, vor allem wenn die Preiszonen in Europa immer kleiner würden. Bei den derzeitigen Großhandelspreise von rund 30 Euro pro Megawattstunden (MWh) könnten keine neuen Kraftwerke errichtet werden. Am billigsten seine derzeit Braunkohlekraftwerke, gefolgt von Wind- und Wasserkraftwerken.

Im derzeitigen Preissystem seien bei voller Verfügbarkeit nur erneuerbare Energien im Markt. Wenn variable erneuerbare Energie nicht mehr im Markt seine, so sei die Reihenfolge Braunkohle, Steinkohle und Gas. Diese Reihenfolge müsse umgedreht werden.

Bei der Dekarbonisierung des Energiesystem verwies Anzengruber auch auf die niedrigen Preise für CO2-Zertifkate. Bei den aktuellen Werte werde es zu keinem Effekt zur CO2-Reduktion kommen. Man werde wohl nicht um eine Diskussion zu CO2-Mindestpreisen herumkommen. Wenn es nicht gelinge, Gas als Brückentechnologie zu etablieren, werde man die Dekarbonisierung des Energiesystems nicht erreichen.

Im Zuge der Digitalisierung gehe es für die Energieversorger darum, weg vom klassischen reinen Commodity-Lieferanten hin zu Dienstleistungen zu kommen und auch beide Kulturen zusammenzuführen. Die EVU müssten den Dienstleistungsbereich kompetent aufbauen, seien aber in diesem Feld nicht allein, sondern es gebe unter anderem auch IT- und Internetfirmen sowie Start-ups. Die Branche werde sich künftig auch mehr vernetzen müssen, hieß es.

Anzengruber geht von einem stark steigenden Stromanteil an der gesamten Energieversorgung aus, weil dies eine Chance zur Dekarbonisierung darstelle. Der Anteil werde von aktuell rund 20 Prozent bis 2030 auf 30 Prozent steigen.

Zu möglichen Kooperationen mit der OMV verwies Anzengruber heute auf Gespräche bezüglich Wasserstoff-Technologie. OMV-Chef Rainer Seele nannte weiters unter anderem auch Kooperationen mit Service-Providern, nationalen Ölgesellschaften sowie IT-Firmen insbesondere beim Thema Sicherheit.

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OMV könnte 2 Mrd. Dollar in Abu Dhabi investieren

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Wien, 05.12.2016

Eine Verlagerung der Produktion in Niedrigkosten-Länder ist erklärtes Ziel von OMV-Chef Rainer Seele, Verhandlungen mit Abu Dhabi laufen bereits seit Monaten. Konkret soll es um eine Beteiligung an der Erschließung neuer Ölfelder am Festland des Emirates im Wert von bis zu 2 Mrd. Dollar (1,88 Mrd. Euro) gehen, berichtet der "Kurier" am Montag und beruft sich dabei auf Brancheninsider.

Demnach will die ADCO - On-Shore-Tochter der nationalen Ölgesellschaft ADNOC - die 15 größten Ölfelder des Landes erschließen. Die Produktionskapazität wird auf insgesamt 1,6 Mio. Barrel pro Tag geschätzt. Die OMV könnte sich daran mit 5 bis 10 Prozent beteiligen, im Gespräch seine eine Investition von einer oder zwei Milliarden Dollar, heißt es in dem Bericht. Eine zehnprozentige Beteiligung entspräche einer Tagesproduktion von 160.000 Barrel - die derzeitige Gesamtproduktion (Öl und Gas) der OMV beläuft sich auf etwas über 300.000 Barrel.

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Hongkonger Tycoon bietet Milliarden für Duet

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Sydney, 05.12.2016

Der Hongkonger Milliardär Li Ka-Shing unternimmt einen weiteren Versuch, seine Beteiligungen im Energiesektor Australiens auszubauen. Seine Holding Cheung Kong Infrastructure verkündete am Montag, den australischen Energiekonzern Duet für 7,3 Mrd. australische Dollar (5,09 Mrd. Euro) übernehmen zu wollen.

Das Gebot von drei Dollar pro Aktie entspricht einem Aufschlag von 28 Prozent auf den Duet-Schlusskurs vom Freitag. Nach Bekanntwerden des Übernahmeangebots legte das Papier am Montag um mehr als 16 Prozent zu.

Das Duet-Management prüfe den Vorschlag, teilte der Energiekonzern mit. Die Aktionäre sollten vorerst nichts unternehmen, da unklar sei, wie es mit dem Übernahmevorhaben weitergehe. Duet gehören Strom- und Gasnetze im Bundesstaat Victoria sowie die wichtigste Gas-Pipeline in Westaustralien.

Bei dem Gebot handelt es sich um den jüngsten Versuch des Hongkonger Tycoons Li, seine Aktivitäten in Australien auszubauen. Über Cheung Kong besitzt er unter anderem bereits Stromnetze in Victoria und Südaustralien. Zuletzt scheiterte Li allerdings im August mit dem Versuch, das größte Stromnetz des Landes, AusGrid, zu kaufen. Die Regierung unterband das Geschäft mit Verweis auf Sorgen um die nationale Sicherheit.

Analysten urteilten am Montag, die Übernahme von Duet könnte für Li aus den gleichen Gründen schwierig werden. In Australien wird derzeit verstärkt darüber diskutiert, wie es zu bewerten ist, wenn strategisch wichtige Einrichtungen in ausländische Hände geraten.

Li ist einer der reichsten Männer Asiens. Seine Holding Cheung Kong Infrastructure ist unter anderem in China, Großbritannien, den Niederlanden, Portugal, Neuseeland und Kanada aktiv.

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