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Nord Stream 2 spart EU-Gaskunden Milliarden

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Wien/Köln/Moskau, 22.09.2017

Das russisch-europäische Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 ist zwar politisch sehr umstritten, seine Verhinderung würde die Gaskunden in der EU aber jedes Jahr viele Milliarden Euro kosten - das geht aus einer Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts der Uni Köln (EWI) hervor. Mindestens 7,9 Mrd. Euro an Gaskosten würden sich die EU-Verbraucher demnach im Jahr 2020 durch Nord Stream 2 sparen.

Das EWI geht in der Studie - die von der Nord Stream 2 AG in Auftrag gegeben wurde - von zwei Szenarien aus: Im Szenario A ist die Nachfrage nach verflüssigtem Erdgas (LNG) in Asien um 5 Prozent niedriger als in der Prognose der IEA (Internationale Energieagentur) aus dem Jahr 2016. Szenario B rechnet hingegen mit einer asiatischen LNG-Nachfrage, die um ein Fünftel über der IEA-Prognose liegt, wodurch sich LNG verteuern würde. Für beide Szenarien wurde die Preiseentwicklung mit und ohne Nord Stream 2 berechnet.

Das Ergebnis: Wenn über Nord Stream 2, für die sich auch die österreichische OMV stark macht, mehr russisches Gas nach Europa gebracht werden kann, sinkt der Importbedarf für LNG und der LNG-Preis sowie der Gaspreis insgesamt sinken. Profitieren würden in beiden Szenarien - hohe und niedrige LNG-Nachfrage in Asien - alle 28 EU-Länder, einschließlich Zentral- und Südosteuropa.

Bei niedriger LNG-Nachfrage würde das Niveau der Großhandelspreise in der EU im Jahr 2020 durch Nord Stream 2 um 13 Prozent nach unten gedrückt, haben die Studienautoren errechnet. Der Wohlfahrtseffekt für die Verbraucher in den 28 EU-Ländern wird für diesen Fall mit 7,9 Mrd. Euro beziffert. Nimmt man hingegen eine deutlich höhere LNG-Nachfrage an, könnte der Gesamtnutzen für die Verbraucher sogar 24,4 Mrd. Euro betragen, der Großhandelspreis wäre um knapp ein Drittel niedriger als ohne Nord Stream 2.

2025 wäre der Nutzen für die europäischen Verbraucher laut Modellrechnung sogar noch größer, nämlich 12,9 Mrd. Euro bei niedriger LNG-Nachfrage in Asien und 34,8 Mrd. bei hoher Nachfrage.

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Vertrag von E.ON-Chef Teyssen soll verlängert werden

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Düsseldorf, 22.09.2017

E.ON-Chef Johannes Teyssen soll einem Insider zufolge den Energiekonzern in das nächste Jahrzehnt führen. Der bis Ende 2018 laufende Vertrag des Managers solle bis 2021 verlängert werden, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Donnerstag.

Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley wolle dies dem Kontrollgremium auf der Sitzung Ende kommender Woche vorschlagen, die Entscheidung solle dann Anfang 2018 fallen. Das "Handelsblatt" hatte zuerst darüber berichtet.

Der 57-jährige Teyssen führt den einst größten deutschen Versorger seit 2010. In seiner Amtszeit wurde der früher vor allem auf Atom- und Kohlekraft setzende Konzern von der Energiewende schwer getroffen. Die Folge waren vier Geschäftsjahre mit Milliardenverlusten, zuletzt ein Fehlbetrag von 16 Mrd. Euro. Teyssen hat den Konzern neu aufgestellt. Die Kohle- und Gaskraftwerke stieß er ab und setzt inzwischen auf Ökostrom.

E.ON lehnte eine Stellungnahme ab. Das Unternehmen kommentiere Personalentscheidungen grundsätzlich erst dann, wenn sie getroffen seien, sagte eine Sprecherin.

APA/ag.
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Haushaltsenergie im August teurer als im Juli und Vorjahr

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Wien, 22.09.2017

Die Preise für Haushaltsenergie sind im August - entgegen dem vorherigen Trend - im Monatsabstand und auch gegenüber dem Vorjahr wieder gestiegen. Sie lagen um 0,4 Prozent über dem Juli-Niveau und um 1,0 Prozent über dem Stand von August 2016. Das geht aus dem von der Österreichischen Energieagentur berechneten Energiepreisindex (EPI) hervor.

Im Juli und im Juni war der EPI noch um 0,6 bzw. 0,9 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert gelegen, und der Energiepreisindex hatte im Juli den tiefsten Stand seit elf Monaten erreicht. Doch nun wurden sowohl Heizöl als auch Super und Diesel im Monatsabstand (von Juli auf August) erstmals wieder teurer. Und auch gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum stiegen die Preise für Heizöl, Super und Diesel stärker als in den Vormonaten, erläuterte dazu Adrian Zelalic, Senior Expert für Preise & Marktanalyse bei der Energieagentur.

Die allgemeine Teuerung in Österreich lag freilich im August noch immer über den Steigerungen der Energiepreise, so dass sich Energie nach wie vor preisdämpfend auf den Verbraucherpreisindex (VPI) ausgewirkt hat. Dieser lag im August laut Statistik Austria bei 2,1 Prozent, nach 2,0 Prozent im Juli. Ohne Energiepreise hätte die Teuerungsrate im August 2,2 Prozent betragen. "Der preisdämpfende Effekt der Energie am VPI ist damit im August auf 0,1 Prozentpunkte gesunken", so Energieagentur-Geschäftsführer Peter Traupmann.

Nur von Dezember 2016 bis April 2017 wirkte Energie als Inflationstreiber - sonst hat sie sich seit Ende 2012 immer preisdämpfend auf die allgemeine Inflation ausgewirkt, betonte Traupmann zur APA.

Heizöl verteuerte sich zuletzt von allen Energieträgern am stärksten - im Jahres- wie im Monatsvergleich. Gegenüber August 2016 gab es einen Preissprung von 7 Prozent, gegenüber dem Vormonat Juli ein Plus von 2,0 Prozent. Die sieben Prozent Plus sind der bisher stärkste Heizölpreis-Anstieg im heurigen Jahr - für einen Tank mit 3.000 Liter Größe musste ein Haushalt im August fast 120 Euro mehr ausgeben als ein Jahr davor.

Die Spritpreise stiegen - nach ihrem 10-Monats-Tief im Juli - wieder an und lagen im August auf dem Niveau von Juni. Benzin und Diesel verteuerten sich stärker als in den Monaten davor. Superbenzin kostete um 4,6 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, Diesel wurde 3,7 Prozent teurer.

Im Monatsabstand kletterten die Spritpreise um 0,6 Prozent - und stiegen damit erstmals seit Jänner 2017. Die Dieselpreise zogen mit +0,7 Prozent stärker an als Superbenzin (+0,4 Prozent). Doch trotz dieser Anstiege im Monats- und Jahresabstand "sind sie noch immer deutlich niedriger als im EU-Schnitt", so Traupmann.

Strom verbilligte sich gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Prozent, und Gas wurde um 1,4 Prozent günstiger. Im Monatsabstand blieben Strom und Gas den sechsten Monat preislich unverändert. Fernwärme wurde gegenüber Juli 2016 um 3,1 Prozent teurer, im Monatsvergleich um 0,2 Prozent billiger.

Feste Brennstoffe verbilligten sich den dritten Monat in Folge: Der Preis sank gegenüber dem Vormonat Juli um 0,1 Prozent. Dabei wurden Holzbriketts um 0,4 Prozent erschwinglicher, Holzpellets um 0,3 Prozent, der Brennholzpreis blieb im Schnitt gleich. Im Jahresabstand verteuerten sich feste Brennstoffe mit +1,7 Prozent etwas stärker als im Juli (+1,3 Prozent). Grund dafür war ein Plus von 2,1 Prozent bei Brennholz und von 1,6 Prozent bei Holzbriketts; Holzpellets wurden um 2,1 Prozent teurer.

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Lukoil will sich von großer Raffinerie auf Sizilien trennen

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Rom/Moskau, 22.09.2017

Der russische Öl- und Gasriese Lukoil will seine große petrochemische Anlage in Priolo auf Sizilien nahe der Stadt Syrakus verkaufen, berichteten italienische Medien am Freitag. Die Anlage zählt europaweit zu den größten Raffinerien und importiert Öl aus dem Schwarzen Meer, dem Nahen Osten und Nordafrika.

Der Verkauf ist Teil einer Strategie des russischen Konzerns, der mit einer Rationalisierung seiner Aktivitäten im Ausland beschäftigt ist. Lukoil hatte 2008 vom italienischen Ölkonzern Erg eine 49-prozentige Beteiligung an der sizilianischen Raffinerie mit 1.100 Mitarbeitern übernommen, die 320.000 Barrel Öl pro Tag verarbeitet. 2014 war Lukoil zum einzigen Aktionär der Raffinerie avanciert.

Gegen die Raffinerie hatte die Staatsanwaltschaft von Syrakus Ermittlungen wegen Gefahr für die öffentliche Gesundheit. Gegen acht Personen wurden Ermittlungen aufgenommen, ihnen werden unzureichende Kontrollen der Luftqualität vorgeworfen. Die Betreiber des Raffineriekomplexes versicherten, dass sie sich stets an Italiens Umweltgesetze gehalten hätten und wiesen die Vorwürfe zurück.

Die Gewerkschaften bangen um die Jobs in einer ohnedies von Arbeitslosigkeit schwer belasteten Region. Die Arbeitnehmerorganisationen schlossen aus, dass die Verkaufspläne von Lukoil eine Reaktion auf die Justizermittlungen sein könnten.

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Petro Welt schloss Kauf von russischer Proppant-Fabrik ab

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Wien, 22.09.2017

Die Petro Welt Technologies AG, die frühere C.A.T. oil AG, hat die russische Produktion der Carbo Ceramics (Eurasia) übernommen. Der Kauf wurde am Donnerstag mit dem Erwerb aller Anteile der Carbo Ceramics Cyprus Ltd. zu einem Kaufpreis von 22 Mio. Dollar (18,5 Mio. Euro) abgewickelt, teilte Petro Welt am Freitag mit.

Carbo Ceramics ist ein globales Technologieunternehmen, das Produkte und Dienstleistungen für die Öl- und Gasindustrie anbietet. Der Carbo Ceramics (Eurasia) gehörte eine Produktionsstätte für Proppant in Kopeisk (Russland). Proppant ist ein Material - Sand oder Keramik - das beim hydraulischen Fracking verwendet wird.

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Parkplätze mit Solar-Dächern versorgen 1,4 Millionen E-Autos

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Wien, 21.09.2017

Würden rund 50 Prozent der Großparkplätze in Österreich mit Photovoltaik-Anlagen überdacht, könnten mit dem dort erzeugten Strom ungefähr 1,4 Millionen Elektroautos durchschnittlich 15.000 Kilometer im Jahr zurücklegen. Das ist das Ergebnis einer von Forschern der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien durchgeführten Studie, die kürzlich auf einer Fachkonferenz vorgestellt wurde.

Kommt es in naher Zukunft tatsächlich zum vermehrten Einsatz strombetriebener Autos in Österreich, stellt sich die Frage, woher die zusätzlich benötigte Energie herkommen soll. Viel Potenzial birgt der Ausbau von Solarenergie. Dabei stand bisher die Nutzung von Flächen auf Dächern oder an Fassaden im Vordergrund. Für ihre Analyse gingen die Forscher der Boku von einem anderen Ansatz aus: Das Team um den mittlerweile an der Schweizer Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) tätigen Energieexperten Boris Salak überlegte, Parkplätze großflächig mit Photovoltaikpaneelen in einer Höhe von rund drei Metern zu überdachen.

In ihre Modellrechnungen gingen Daten von über 15.000 heimischen Großparkplätzen ein, die alle in der Nähe von Siedlungen liegen. Knapp 60 Prozent davon befinden sich in nur drei Bundesländern, nämlich in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark. Neben der geografische Lage der Parkplätze wurde die Beschattung durch umliegende Gebäude und die tatsächliche Sonneneinstrahlung in den vergangenen zehn Jahren berücksichtigt. Zusätzlich wurde analysiert, welche Firmen aus der Umgebung die dort erzeugte Energie nutzen könnten. Hier zeigt sich laut Salak "eine deutliche Relevanz für Unternehmen aus der Handelsbranche. Ihre Standorte finden sich oft in der Nähe zu Großparkplätzen".

Insgesamt beziffert die aus Mitteln des Wiener Wirtschaftskammerpreises finanzierte Studie das Erwartungspotenzial für Solarstrom von Parkplätzen mit 4,2 Terawattstunden pro Jahr. Das entspräche dann dem Bedarf von rund 1,4 Millionen E-Autos, also rund 20 Prozent aller österreichischer Kraftfahrzeuge. Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit derartiger Überbauungen haben die Wissenschafter bisher noch nicht angestellt. Man hoffe jedoch, das in Zusammenarbeit mit einem Partnerinstitut in Zukunft zu analysieren, wie Salak gegenüber der APA erklärte.

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Deutschland verpasst EU-Ziel für erneuerbare Energien

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Berlin, 21.09.2017

Deutschland könnte das EU-Ziel für den Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch einer Studie zufolge deutlich verfehlen. 2020 soll der Anteil laut EU-Richtlinie bei 18 Prozent liegen - unter derzeitigen Bedingungen klettert er in den kommenden drei Jahren aber nur auf 16 Prozent, wie der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) berechnet hat.

Dabei geht es nicht nur um den Ökostrom-Anteil beim Stromverbrauch, sondern auch um Heizungen und den Spritverbrauch im Verkehr. Im April hatte der BEE noch einen Anteil von 16,7 Prozent für 2020 vorhergesagt. Grund für die Änderung sei ein steigender Energieverbrauch bei Heizungen und im Verkehr. Das 18-Prozent-Ziel werde in "noch weitere Ferne rücken, wenn sich der Verbrauchsanstieg im Wärme-, Verkehrs- und Stromsektor ungemindert fortsetzt", heißt es beim BEE. "Die nächste Bundesregierung muss den Ausbau erneuerbarer Energien deutlich beschleunigen und nachhaltig den Verbrauch senken, damit Deutschland seine Verpflichtung gegenüber der Europäischen Union einhalten kann", forderte Geschäftsführer Peter Röttgen.

Beim Stromverbrauch lag der Anteil der erneuerbaren Energien im Jahr 2016 laut BEE bei 31,7 Prozent, im Bereich Wärme allerdings nur bei gut 13 Prozent und im Verkehr nur bei gut 5 Prozent. Unter aktuellen Bedingungen dürfte der Anteil der Ökoenergie der Berechnung zufolge bis 2020 beim Stromverbrauch auf knapp 40 Prozent steigen, bei der Wärme bei gut 13 Prozent stagnieren und im Verkehr nur leicht ansteigen auf 6,1 Prozent.

"Schuld an der schlechten Energiebilanz Deutschlands sind vor allem die Bereiche Verkehr und Wärmeversorgung der Gebäude", sagte Olaf Tschimpke, Präsident des Umweltverbands Nabu. Die Bundesregierung solle den Einbau von Öl- und Erdgasheizungen nicht länger fördern und sich für strengere Verbrauchsgrenzwerte für Pkw und Lkw einsetzen.

Vor rund zwei Wochen hatte eine Berechnung der Denkfabrik Agora Energiewende ergeben, dass Deutschland das für 2020 selbst gesteckte Klimaschutz-Ziel deutlicher verpassen wird als bisher angenommen, wenn die kommende Bundesregierung nicht schnell nachsteuert.

"Das Verfehlen von Umwelt- und Klimazielen scheint zum Markenzeichen der jetzigen Bundesregierung zu werden", sagte Klimaexpertin Tina Löffelsend vom BUND. "Die Abgaben für Heizöl, Diesel und Benzin sind deutlich niedriger als beim Strom, das hemmt den Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen im Wärme- und im Verkehrssektor." Michael Schäfer vom WWF forderte ein "Sofortprogramm Klimaschutz 2020" und schlug eine "Sonderausschreibung Klimaschutz 2020" für zusätzliche Windkraft- und Solaranlagen vor.

APA/dpa
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Mehr Ökostrom im Vorjahr - und auch mehr Fördermittel dafür

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Wien, 20.09.2017

Die Kosten für die Ökostromförderung werden für die heimischen Haushaltskunden heuer mit rund 120 Euro samt Steuern spürbar unter jenen des Vorjahres von 100 Euro liegen und auch kommendes Jahr vermutlich nur auf rund 107 Euro steigen, schätzt der Regulator E-Control. Bei künftigen Umgestaltungen des Fördersystems sei darauf zu achten, dass es "nicht marktpreiszerstörend" wirkt, so der Vorstand.

"Nach der Novelle ist vor der Novelle", sieht E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer auch nach der "kleinen Ökostromnovelle" vom Sommer weiterhin Handlungsbedarf gegeben. Für größere Systemänderungen hatte die Regierung ja eine große Reform angekündigt, die ging sich durch die vorgezogenen Neuwahlen aber nicht mehr aus. Würde das heutige System fortgeführt, lande man irgendwann bei einem Marktpreis von Null, das wäre das Ende der Marktöffnung, meinte Eigenbauer am Mittwoch vor Journalisten: "Die Kosten der Ökokostrom-Anlagen müssen sich im Preis wiederfinden."

Ob bei gleichen Ökostrom-Kosten die dreieinhalbfache Strommenge herausgeholt werden kann, wie dies SPÖ-Chef Kanzler Christian Kern Anfang September in einem extra dafür angesetzten Pressegespräch gemeint hatte, wird von den E-Control-Chefs nicht direkt kommentiert. Jedenfalls würde eine solche Entwicklung länger als eine Legislaturperiode dauern, das sei unbestritten. Diese Rechnung gehe wohl davon aus, primär die recht günstigen Technologien zu forcieren - doch habe sich der Gesetzgeber für einen Mix verschiedener Technologien entschieden, meinte Vorstandsdirektor Wolfgang Urbantschitsch. Windkraft etwa sei zwar günstiger, dafür seien die Ausgleichskosten für das Stromsystem insgesamt dann höher.

Ökostrom-Anteil auf 16,7 Prozent gestiegen

Voriges Jahr ist in Österreich erneut mehr Ökostrom produziert worden. Die erzeugte Menge an gefördertem Ökostrom stieg um sieben Prozent auf 9.770 Gigawattstunden, der Ökostrom-Anteil am Gesamtstromverbrauch erhöhte sich weiter von 16 auf 16,7 Prozent. Die gesamte Stromabgabe an heimische Endverbraucher sank im Jahresabstand um 1,6 Prozent auf 57.417 GWh.

Weil der Marktpreis für Strom 2016 abermals gesunken ist, mussten zum Ausgleich dafür zusätzliche Fördergelder herhalten, die ohnedies auch so schon höher ausfielen als 2015. Das Vergütungsvolumen - die Summe der ausbezahlten Einspeisetarife für Ökostrom (inklusive des Marktwerts des geförderten Stroms) - stieg voriges Jahr um sechs Prozent (bzw. um 53 Mio. Euro) von 958 Mio. auf 1,01 Mrd. Euro. Das Unterstützungsvolumen (ohne Marktwert) kletterte um neun Prozent von 755 Mio. auf 820 Mio. Euro.

Die Lücke des Marktpreisrückgangs musste 2016 mit rund 50 Mio. Euro Fördergeld ausgeglichen werden. Der zugrunde gelegte Marktpreis sank im Schnitt von 34 auf 29 Euro pro Megawattstunde (MWh). Für heuer wird angesichts von geschätzten rund 30 Euro/MWh Marktpreis ein stabiles Unterstützungsvolumen von 818 Mio. Euro erwartet, 2 Mio. Euro weniger als 2016. Die genaue Höhe hängt unter anderem davon ab, wie viele neue Ökostromanlagen 2017 und 2018 dazu kommen werden.

Mehr Strom aus Kleinwasserkraft und Sonne

Die größten Steigerungen bei der Ökostromerzeugung gab es 2016 bei Strom aus Kleinwasserkraft und Sonne. Die Kleinwasserkraft lieferte wegen einer besseren Wasserführung mit 1.772 GWh um 17 Prozent mehr, die Stromproduktion aus Photovoltaik wuchs um 15 Prozent auf 500 GWh. Windkraftanlagen erzeugten mit 4.932 GWh um sieben Prozent mehr.

"Der Trend der letzten Jahre setzt sich fort - die rohstoffunabhängigen Technologien erweisen sich als sehr erfolgreich", leitet die E-Control daraus ab. Denn Strom aus fester Biomasse (etwa aus mit Holz betriebenen Biomasseanlagen) wurde mit 1.982 GWh um drei Prozent weniger erzeugt, die Strommenge aus Biogas wuchs nur gering um gut ein Prozent auf 565 GWh.

Gemessen an der Zahl der neuen Anlagen, die nach dem Ökostromgesetz gefördert werden, legte die Photovoltaik am meisten zu, hier nahm die Zahl von 19.021 auf 20.656 zu. Bei den staatlich geförderten Windkraftanlagen kam 2016 eine Anlage dazu, sodass deren Zahl auf 400 stieg. Einige Windanlagen werden 2018 durch die "kleine Ökostromnovelle" dazukommen, so Urbantschitsch. Zum Abbau der Warteschlangen bei Windkraftanlagen wurde mit der Novelle für 2017/18 zusammen ja ein Sonderkontingent von 45 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Bis die Anlagen am Netz hängen, dauert es in der Regel aber zwei, drei Jahre. Zudem gibt es bei Ökostrom auch Kleinanlagen, großteils im PV-Bereich, die mittlerweile ohne Förderung errichtet werden. Auch würden immer mehr PV-Betreiber möglichst viel vom erzeugten Strom selbst verbrauchen.

2015 wurde das Ökostrom-Ausbauziel in Österreich deutlich übertroffen, für 2016 liegen noch keine endgültigen Zahlen vor. Von 2010 bis 2015 kamen 2.377 MW installierte Leistung staatlich geförderter Ökostrom-Anlagen dazu, laut Gesetz sollten es 1.650 MW sein, womit das Ziel um mehr als 40 Prozent übertroffen wurde, so Eigenbauer: "Zurückzuführen ist das vor allem auf den starken Windkraftausbau, wo die Zielerfüllung mehr als doppelt so hoch war." Auch bei Kleinwasserkraft wurde das Ausbauziel übererfüllt. Unter den Zielvorgaben blieben PV sowie feste Biomasse und Biogas. Das Ausbauziel für das Jahr 2020 von 4.400 MW installierter Leistung in Summe wird laut derzeitigen E-Control-Prognosen auf Basis der 2016er-Zahlen erreicht.

Viel Volatilität im System

Von der inländischen Erzeugung waren voriges Jahr rund 71 Prozent Ökostrom (inklusive jener ohne Förderung) - doch bedeutet dies auch viel Volatilität im System. Die gesamte Netzstabilisierung mittels Regelreserve schlug sich 2016 mit 90,4 Mio. Euro nieder, für die E-Control "ein sehr großer Erfolg", da es weniger als 100 Mio. Euro waren. Allein die bei der Abwicklungsstelle für Ökostrom (OeMAG) angefallenen Netzstabilisierungskosten sanken von 61 Mio. auf 43 Mio. Euro. Für heuer berichtete der Übertragungsnetzbetreiber APG bis Juni bereits von höheren Gesamtstabilisierungskosten als im gesamten Vorjahr.

"Für die Stabilisierung der Netze braucht man witterungsunabhängige Energieträger", verwies E-Control-Vorstand Urbantschitsch am Mittwoch darauf, dass man neben Wasserkraftwerken nach wie vor auch Gaskraftwerke benötige. Wie viel an kalorischer Leistung künftig nötig ist, wird soeben auf technischer Ebene ermittelt. Danach werden APG und E-Control entscheiden, wie viel Leistung davon unter Vertrag genommen werden, also für Zugriffe zur Netzstabilisierung zur Verfügung stehen.

Mit 100 Prozent Erneuerbaren ginge es derzeit nicht - jedenfalls nicht so, wie man es sich idealerweise vorstelle, nämlich mit Speicherkraftwerken, die wochenlang durchhalten könnten, so Eigenbauer: "Die 8.000 MW in Österreich reichen im Realtest nicht, die müssen ja auch immer rechtzeitig geladen werden." Durch "Dunkelflauten"-Phasen mit Windstille und kaum Sonne, die es neben dem systematischen Vorkommen im Winter auch im Sommer häufiger gebe, könne man nur mit Hilfe von Importen durchtauchen. Auch von der Frage, wie viel Strom man einführen will, hängt letztlich die Höhe der kalorischen Leistung ab, die man für nötig hält. Denn, so Eigenbauer, letztlich sei nur ein Brennstoff als Langzeitspeicher geeignet.

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ABB erhält EnBW-Auftrag zum Ausbau von Schnellladestationen

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Zürich/Karlsruhe, 20.09.2017

Der Schweizer Industriekonzern ABB hat vom deutschen Energieversorger EnBW einen weiteren Großauftrag zum Ausbau der Ladesäulen für Elektrofahrzeuge an deutschen Autobahnen erhalten. Der Auftrag sieht den Bau von 117 Schnellladesäulen an Standorten des Raststättenbetreibers Tank & Rast bis Ende 2017 vor, wie ABB mitteilte.

Die Ladesäulen werden über eine Cloudlösung ans Internet angebunden, so dass Kunden unter anderem bargeldlos bezahlen können. Bereits im Vorjahr hatte ABB einen Auftrag von EnBW für 68 solcher Ladestationen erhalten. Zum Volumen des Auftrags macht ABB keine Angaben.

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Deutschland verfehlt EU-Ziel für erneuerbare Energien

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Berlin, 20.09.2017

Deutschland könnte einer Studie zufolge das EU-Ziel für den Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch deutlich verfehlen. 2020 soll der Anteil laut EU-Richtlinie bei 18 Prozent liegen - unter derzeitigen Bedingungen dürfte er in den kommenden drei Jahren aber nur auf 16 Prozent klettern, wie der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) errechnet hat.

Die aktualisierte Trendanalyse lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Dabei geht es nicht nur um den Ökostrom-Anteil beim Stromverbrauch, sondern auch um den Wärme- und Verkehrssektor.

Im April hatte der BEE noch einen Anteil von 16,7 Prozent für 2020 vorhergesagt. Als Grund für die Änderung gibt der Verband einen Anstieg des Energieverbrauchs im Wärme- und Verkehrsbereich an. Die aktuelle Prognose geht unter anderem davon aus, dass sich der Trend zu steigendem Kraftstoff-Verbrauch im Verkehr bis 2020 rund halb so hoch fortsetzt wie im ersten Halbjahr 2017. Der Verband bezeichnet diese Rechnung als "konservativ". Das 18-Prozent-Ziel werde in "noch weitere Ferne rücken, wenn sich der Verbrauchsanstieg im Wärme-, Verkehrs- und Stromsektor ungemindert fortsetzt", heißt es beim BEE.

Einer EU-Richtlinie zufolge soll der "Anteil von Energie aus erneuerbaren Quellen am Bruttoendenergieverbrauch im Jahr 2020" bei 18 Prozent liegen. Für andere Länder gibt es andere Vorgaben, im EU-Schnitt sind 20 Prozent das Ziel. Dem BEE zufolge drohen nur fünf der 28 EU-Mitgliedsstaaten ihre Vorgaben zu verfehlen, neben Deutschland seien das Irland, Großbritannien, die Niederlande und Luxemburg. "Die nächste Bundesregierung muss die Regelungen der Energiewirtschaft grundlegend modernisieren", forderte BEE-Geschäftsführer Peter Röttgen. So könne das Innovationspotenzial der Energiewende wirtschaftlich genutzt werden.

Vor allem bei Wärme und Verkehr noch Nachholbedarf

Beim Stromverbrauch lag der Anteil der erneuerbaren Energien laut BEE bei 31,7 Prozent, im Bereich Wärme allerdings nur bei gut 13 Prozent und im Verkehr nur bei gut 5 Prozent. Unter aktuellen Bedingungen dürfte der Anteil der Ökoenergie demnach bis 2020 beim Stromverbrauch auf knapp 40 Prozent steigen, bei der Wärme bei gut 13 Prozent stagnieren und im Verkehr nur leicht ansteigen auf 6,1 Prozent.

Im Bundestagswahlkampf sind derzeit vor allem der Verkehrsbereich und die Umstellung auf elektrische Antriebe Themen, aber auch für den Ausbau von Ökostrom und den Abschied von der Braunkohle als Energieträger haben die Parteien unterschiedliche Pläne. "Den Ausbau der erneuerbaren Energien treiben wir voran und die Investitionen in erneuerbare Energien wie die Photovoltaik und in den Ausbau des Stromnetzes werden wir drastisch erhöhen", sagte Grünen-Chef Cem Özdemir der dpa. Die 20 "schmutzigsten Kohlekraftwerke" will seine Partei "sofort" abschalten.

Vor rund zwei Wochen hatte eine Berechnung der Denkfabrik Agora Energiewende ergeben, dass Deutschland das für 2020 selbst gesteckte Klimaschutz-Ziel deutlicher verpassen wird als bisher angenommen, wenn die kommende Bundesregierung nicht schnell nachsteuert.

"Das Land der Energiewende ist damit seinen Namen derzeit nicht wert", kritisierte Michael Schäfer vom WWF angesichts der BEE-Rechnung. "Die neue Bundesregierung muss zwingend ein Sofortprogramm Klimaschutz 2020 auflegen, mit dem es sicherstellt, dass Deutschland seinen Verpflichtungen gemäß Paris-Abkommen sowie EU-Recht nachkommt." Der Klimaschutz-Experte schlug eine "Sonderausschreibung Klimaschutz 2020" für zusätzliche Windkraft- und Solaranlagen vor.

APA/dpa
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E.ON plant Anteilsverkauf von Uniper an finnische Fortum

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Düsseldorf, 20.09.2017

Ein Jahr nach der Abspaltung der Kraftwerkstochter Uniper will der deutsche Energiekonzern E.ON Kasse machen und seinen verbliebenen 47-prozentigen Anteil verkaufen. Die Gespräche über eine entsprechende Vereinbarung mit dem finnischen Versorger Fortum seien fortgeschritten, teilte der Energiekonzern mit.

Die aktuellen Überlegungen sähen eine Offerte von Fortum an alle Uniper-Aktionäre in Höhe von 22,00 Euro je Aktie vor. Damit würde Uniper mit rund acht Milliarden Euro bewertet. Der hoch verschuldeten E.ON könnten somit für ihren Anteil 3,8 Mrd. Euro zufließen. E.ON wolle allerdings erst Anfang 2018 eine endgültige Entscheidung treffen. Eine Mindestannahmeschwelle sei nicht vorgesehen. Gespräche mit den Behörden würden bereits geführt.

Die bestätigten Verkaufsgespräche sorgten am Mittwoch für einen weiteren Kursanstieg. Mit einem Aufschlag von 5,7 Prozent notierten die im Nebenwerteindex MDax enthaltenen Uniper-Titel bei 22,25 Euro. Übernahmefantasien hatten die Aktien bereits in den vergangenen Monaten nach oben getrieben. Seit dem Börsengang im vergangenen Herbst stieg der Börsenwert um über vier Milliarden Euro.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits Ende Mai von Insidern erfahren, dass E.ON seinen Uniper-Anteil ins Schaufenster gestellt und Goldman Sachs damit beauftragt habe, Möglichkeiten für einen Verkauf auszuloten.

Der Energieriese hatte im vergangenen Herbst 53 Prozent seiner Kraftwerkstochter abgespalten und an die Börse gebracht. Von Anfang an hieß es, den restlichen Anteil von 47 Prozent wolle E.ON bis 2018 halten, mittelfristig aber ganz abstoßen. Neben Fortum hatte auch der Konkurrent RWE ein Interesse nicht zurückgewiesen. "Wir prüfen alle Optionen. Und alle heißt alle", hatte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz jüngst gesagt.

Uniper sitzt in Düsseldorf und beschäftigt knapp 14.000 Mitarbeiter. Wegen des Preisverfalls fielen 2016 hohe Abschreibungen auf Kraftwerke und Gasspeicher an. So stand am Ende ein Netto-Verlust von 3,2 Mrd. Euro zu Buche. Dennoch zahlte die Firma eine Dividende von 55 Cent je Aktie.

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EnBW will weg von Kohle und mehr in E-Mobilität investieren

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Karlsruhe, 20.09.2017

Der deutsche Stromkonzern EnBW will verstärkt Infrastrukturleistungen über den Energiebereich hinaus anbieten und geht davon aus, dass konventionelle Kraftwerke künftig nur noch wenig zum Ergebnis beitragen.

Das letzte EnBW-Atomkraftwerk geht 2022 vom Netz, und zur Kohle heißt es: "Wir gehen davon aus, dass die Kohlekraftwerke auf das politisch gewollte Ende zusteuern", sagte eine EnBW-Sprecherin. Wann dies sei, sei jedoch noch nicht absehbar.

Anlässlich des Capital Markets Day, einer Veranstaltung für Investoren und Analysten in Stuttgart, gab das Karlsruher Unternehmen seine Ziele für die kommenden Jahre bekannt. Bis 2025 soll das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von derzeit 1,9 Mrd. Euro auf mehr als 3 Mrd. Euro steigen. 10 Mrd. Euro sollen bis dahin investiert werden, 80 Prozent davon in erneuerbare Energien, Netze und neue Infrastrukturleistungen.

"Unser Unternehmen kann große komplexe Energieanlagen, weitverzweigte Strom- und Gasnetze oder hoch komplizierte IT-Systeme sicher managen. Das ist unsere DNA - und aus dieser wollen wir weiter wachsen", so die Sprecherin. Die EnBW ist mit mehr als 20.000 Mitarbeitern und 19 Mrd. Euro Umsatz das drittgrößte deutsche Energieunternehmen. Es betreibt nach eigenen Angaben schon heute eines der größten Schnellladenetze für E-Autos in Deutschland und will etwa E-Mobil-Leistungen und Telekommunikations-Anbote ausbauen. Zuvor hatte das "Handelsblatt" davon berichtet.

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EU-Rechnungsprüfer fordern mehr Effizienz beim Klimaschutz

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Luxemburg/EU-weit, 19.09.2017

Beim Klimaschutz muss die EU nach einer Analyse des Europäischen Rechnungshofs schneller und effizienter handeln, um ihre Ziele für 2030 und 2050 zu erreichen. Ab 2020 müsse jedes Jahr die Hälfte mehr schädliches Treibhausgas eingespart werden als bisher, danach müsse die Rate bis Mitte des Jahrhunderts sogar drei bis vier Mal höher liegen, heißt es in dem Bericht.

Die Rechnungsprüfer monieren insgesamt in der Energie- und Klimapolitik zu hohe Kosten sowie Investitionshemmnisse. Kosteneffizienz sei vor allem bei Energiesparmaßnahmen regelmäßig ein Problem. Bei Atomprojekten seien erhebliche Kostenzuwächse und Verzögerungen festzustellen. Im Verkehr gehe der Übergang zu Fahrzeugen mit wenig Kohlendioxid-Ausstoß nicht schnell genug, monieren die Prüfer. In ihre Analyse hatten sie 269 bereits vorhandene Einzelberichte der EU und der Mitgliedsländer einbezogen und Ergebnisse zusammen getragen.

Die EU hat eine drastische Senkung der Klimagase versprochen, die für die Erderwärmung verantwortlich gemacht werden: Bis 2020 sollen sie um 20 Prozent unter dem Wert von 1990 liegen, bis 2030 dann schon um 40 Prozent, bis 2050 um 80 bis 95 Prozent. Weltweit gilt das Ziel, die globale Erwärmung im Schnitt bei weniger als zwei Grad zu stoppen - im Vergleich zur vorindustriellen Zeit.

Die Rechnungsprüfer fordern auch zusätzliche Maßnahmen, um sich für die schon nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels zu wappnen. Denn selbst der Durchschnittswert von zwei Grad plus in Europa brächte erhebliche Veränderungen: "Im Zeitraum 2071-2100 könnten die Wintertemperaturen in einigen Teilen Skandinaviens im Vergleich zum Zeitraum 1961-1990 um durchschnittlich fünf bis acht Grad Celsius ansteigen." Auch die Sommertemperaturen würden deutlich steigen.

APA/dpa
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Enercon Service Austria in Neusiedl am See baut 200 Jobs ab

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Neusiedl am See, 19.09.2017

Die im Bereich Windkraftanlagen tätige Enercon Service Austria GmbH in Neusiedl am See will rund 200 Jobs abbauen. Geschäftsführer Carsten Dirks bestätigte einen Onlinebericht der Burgenländischen Volkszeitung. Grund dafür sei die schlechte Auftragslage. Ungefähr 80 Mitarbeiter wären beim Frühwarnsystem des AMS gemeldet worden, zusätzlich seien etwa 100 Leiharbeiter betroffen.

Die Betroffenen sind laut Dirks derzeit noch beim Unternehmen beschäftigt, der Stellenabbau soll in den nächsten Monaten erfolgen. Von den rund 80 Mitarbeitern würden voraussichtlich nur etwa 50 ihren Arbeitsplatz verlieren, beim Rest werde versucht, andere Jobmöglichkeiten im Betrieb zu lukrieren. Die Mitarbeiter wären bereits informiert worden, auch ein Sozialplan sei bereits mit dem Betriebsrat ausgearbeitet worden.

Vom Stellenabbau sei der Bereich Installation und Aufbau betroffen, der komplett wegfalle, so Dirks. Man habe bereits in den letzten eineinhalb Jahren einen Auftragsrückgang zu verbuchen gehabt. Für die kommenden Monate wären überhaupt keine Aufträge in Aussicht.

Servicebereich nicht betroffen

Kerngebiet der Firma seien Wartungs- und Störungsdienstarbeiten bei Windkraftanlagen, so Dirks. Aktuell gebe es bei Enercon Service Austria GmbH rund 420 Mitarbeiter. Der Servicebereich sei vom Stellenabbau nicht betroffen.

Laut Arbeitsmarktservice Burgenland wurden 78 Personen beim Frühwarnsystem gemeldet, dabei handle es sich um 60 Arbeiter und 18 Angestellte. Enercon Service Austria ist eine Tochter des deutschen Windkraftanlagenbauers Enercon.

Der ÖGB Burgenland kritisierte, dass der Sozialplan nur für die Arbeiter und Angestellten, nicht jedoch für die Leiharbeiter gelte. "Wir hätten uns gefreut, wenn die Firmenleitung von Enercon über den Sozialplan hinaus Verantwortung gezeigt hätte", erklärte ÖGB-Landesvorsitzende Erich Mauersics per Aussendung.

APA
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Clariant verkauft Lizenz für Biotreibstoff

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Muttenz, 18.09.2017

Der Basler Spezialchemiekonzern Clariant verbucht einen Erfolg mit seinem Biotreibstoff Sunliquid. Die slowakische Enviral hat eine Lizenz für die Anwendung der Technologie erworben, um eine Großanlage für die kommerzielle Produktion von Zellulose-Ethanol aus Agrarreststoffen aufzubauen.

Enviral beabsichtige den Bau und Betrieb einer neuen kommerziellen Großanlage für Zellulose-Ethanol am Standort Leopoldov mit der Sunliquid-Technologie, teilte Clariant am Montag mit. Die Anlage solle über eine Produktionskapazität von 50.000 Tonnen verfügen. Der offizielle Spatenstich solle Ende Jahr erfolgen.

Als nächsten Schritt in der Kommerzialisierung von Sunliquid habe Clariant ferner entschieden, eine neue Geschäftslinie namens "Biofuels" als Teil des Geschäftsbereichs Catalysis zu etablieren. Diese sei für die weitere Entwicklung des gesamten Biokraftstoffgeschäfts sowie die entsprechenden Leistungsberichte verantwortlich.

Das Sunliquid-Verfahren von Clariant erlaubt es, aus Reststoffen von Pflanzen - beispielsweise Weizen- oder Maisstroh - mittels einer chemischen Reaktion Zucker herauszulösen und anschließend zu Kraftstoff zu gären. Es handelt sich um einen sogenannten Biokraftstoff der zweiten Generation und steht nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion oder zu Anbauflächen.

APA/ag.
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Gazprom unterzeichnete Vertrag mit PPD bis 2027

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Wien/Moskau, 18.09.2017

Der russische Gazprom-Konzern hat mit dem privaten kroatischen Gasimporteur Prvo Plinarsko Drustvo (PPD) einen Gas-Liefervertrag bis Ende 2027 unterzeichnet. Das Abkommen trete mit 1. Oktober in Kraft und löse einen kurzfristigen Vertrag ab, der für heuer die Lieferung von 1,73 Mrd. Kubikmetern Erdgas vorsieht, berichtete die kroatische Nachrichtenagentur Hina am Montag.

Gazprom selbst hat die Details des Vertrages nicht veröffentlicht, laut Berichten russischer Medien soll sich der Preis für das russische Gas aber an jenem des österreichischen Gas-Trading-Hubs in Baumgarten orientieren.

In den Jahren 2012 bis 2016 hatte Kroatien russisches Gas von der Schweizer Gazprom-Tochter Gazprom Swiss bezogen, in den Jahren davor waren die Lieferverträge mit Gazprom vom teilstaatlichen kroatischen Öl- und Gaskonzern INA und von der Gesellschaft Prirodni Plin abgeschlossen worden.

Zum ersten Mal seit 2010 sei Gazprom wieder zum wichtigsten Gaslieferanten Kroatiens geworden, berichtete die russische Zeitung "Kommersant" in einem Artikel mit dem Titel "Kroatien kehrt zu Gazprom zurück". Langfristige Gaslieferverträge seien in den letzten Jahren auf dem europäischen Markt die Ausnahme gewesen, zitiert "Kommersant" Branchenexperten, die den Vertrag mit dem kroatischen Importeur als klares Indiz für das Fehlen einer Alternative zu russischem Gas werten.

Der Vertrag zwischen Gazprom und PPD werde Kroatiens Importbedarf bei Erdgas fast zur Gänze decken und stelle die Umsetzung des LNG-Terminalprojekts auf der Insel Krk in Frage, bei dem die finale Investitionsentscheidung im kommenden Jahr fallen soll.

Das Projekt eines LNG-Flüssiggasterminals auf Krk hatte vor etlichen Jahren auch ein Konsortium mit Beteiligung der österreichischen OMV verfolgt, es wurde allerdings wegen geringer Nachfrage auf Eis gelegt. Kroatien verfolgt das Projekt aber weiter und hat dafür nach Angaben der kroatischen Regierung auch von der EU eine Unterstützung von gut 100 Mio. Euro zugesagt bekommen.

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Klimawandel verändert Strombedarf

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18.09.2017

Strom wird künftig vor allem in den Sommermonaten gebraucht. Immer mehr Menschen werden sich Klimaanlagen anschaffen.

Barbara Morawec Potsdam. Steigende Temperaturen durch den Klimawandel werden den Stromverbrauch in Europa grundlegend verändern. Wie sich ein ungebremster Klimawandel auf den europäischen Elektrizitätsbedarf auswirkt, hat jetzt ein deutsch-amerikanisches Forscherteam untersucht. Die Tagesspitzenlast, also die kurzzeitig auftretende hohe Leistungsnachfrage im Stromnetz, wird laut ihrer Studie in Südeuropa ansteigen: Der Gesamtbedarf verlagert sich nach und nach von Norden nach Süden. In einem Großteil der Länder wird die jährliche Spitzenlast im Sommer statt im Winter auftreten.

Die Reaktion der Menschen auf Temperaturveränderungen fällt interessanterweise gerade beim Elektrizitätsverbrauch quer durch Europa ganz ähnlich aus. „Tagesspitzenlast und Gesamtverbrauch sind offensichtlich immer dann am kleinsten, wenn die maximale Tagestemperatur bei etwa 22 Grad Celsius liegt. Beide nehmen zu, wenn die Temperatur steigt oder fällt“, erklärt Studienleiterin Leonie Wenz vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

Dieses ähnliche Verhalten im Stromverbrauch nahmen Forscher als Basis, um den künftigen Elektrizitätsbedarf im Klimawandel abzuschätzen. Europäische Länder, die bereits heute sehr hohe Temperaturen haben, wirken als Muster für die Zukunft jetzt noch kühlerer Länder.

„Wie Hitze und menschliches Verhalten zusammenhängen, das ist Pionierforschung. Vieles weist mittlerweile darauf hin, dass die Luftqualität leidet, wenn es draußen heiß ist, Menschen gestresster, aggressiver und weniger produktiv sind und Sterblichkeits- und Kriminalitätsraten ansteigen“, erklärt dazu Max Auffhammer von der Universität von Kalifornien, Berkeley. „Von diesem Hitzestress sind alle Bereiche des Alltags betroffen, vom Wohnen bis zu Landwirtschaft und Industrie.“ Die wichtigste verfügbare Technik zur Anpassung an hohe Außentemperaturen sind Klimaanlagen für gekühlte Innenräume, was in den meisten Fällen viel Strom benötigt. Dieser steigende Bedarf der Klimaanlagen wird zusätzlichen Druck auf die Elektrizitätsnetze ausüben, wenn es draußen heiß ist.

Es ist dies die erste Studie, die stündliche Beobachtungsdaten zur Elektrizität aus 35 europäischen Ländern – die zum weltgrößten synchronen Elektrizitätsnetz verbunden sind – untersucht, um abzuschätzen, wie sich der Klimawandel auf die Intensität von Spitzenlasten und Verbrauch insgesamt auswirkt.

Während sich frühere Forschung über den Zusammenhang von Temperatur und Stromnutzung noch vorrangig auf die USA oder einzelne Länder in Europa konzentrierte, legen neuere Forschungsergebnisse nahe, dass die Folgen vor allem durch die Veränderungen in der Spitzenlast gravierend und teuer sein könnten.

Die Studie weist deutlich nach, dass künftig die Stromnetze zu Tageszeiten zusätzlich belastet werden, zu denen sie ohnehin schon sehr beansprucht sind. „Noch vor wenigen Jahrzehnten hatte kein Auto in Europa eine Klimaanlage. Heute hat fast jedes eine. Die gleiche Entwicklung wird es auch für Gebäude geben, aber nicht aus Gründen der Bequemlichkeit, sondern aus Notwendigkeit“, betont Anders Levermann, der am PIK und an der Universität Columbia in New York arbeitet. Die Menschen würden ihre Umgebung kühlen müssen, um ihre Produktivität aufrechterhalten zu können, sei es im Alltag oder bei der Arbeit.

Zwar zeigt die Studie auch, dass der Klimawandel unterm Strich nicht deutlich mehr oder gar weniger Strombedarf in Europa verursacht. Doch die geografische und zeitliche Verlagerung des Konsums wird eine echte Herausforderung für Europa sein: „Das wird sich spürbar auf die Übertragungsinfrastruktur, also Stromleitungen, den Ausbau von Spitzenkapazitäten und die Anforderungen an Speicher auswirken. Schon der bereits existierende Klimawandel wird uns vor große Herausforderungen stellen“, sagt Levermann, der am Potsdam-Institut den Bereich Globale Anpassungsstrategien leitet.

„Um die vermeidbaren Folgen des Klimawandels einzugrenzen, bleibt der einfachste Weg die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens, also die Begrenzung des Temperaturanstiegs auf deutlich unter zwei Grad Celsius.“

 

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Grüne warnen vor Kauf von EAG-Anteilen durch Macquarie

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Linz, 18.09.2017

Vor einem Einstieg der australischen Investmentfirma Macquarie beim oö. Landesversorger Energie AG (EAG) hat die Wirtschaftssprecherin der oö. Grünen, Ruperta Lichtenecker, am Sonntag gewarnt. Sie forderte eine volle Offenlegung der Firmenverflechtungen und Netzwerke der australischen Investmentfirma. Eine "österreichische Lösung" hätte zudem Priorität, so Lichtenecker in einer Presseaussendung.

So fürchten die Grünen einen schrittweisen Ausverkauf der Energie AG, der mit dem frei werdenden 10-Prozent-Anteil der Linz-AG beginne. Durch Kürzungen im Landesbudget gebe es dann auch keinen Spielraum mehr für Vorkaufsoptionen. "Damit wäre die Tür für einen Einstieg eines Investmentfonds geöffnet", warnte Lichtenecker.

Laut einem Bericht des Magazins "Trend" haben die Australier ein Auge auf den zum Verkauf stehenden 10-Prozent-Anteil der städtischen Linz AG geworfen - und möglicherweise Appetit auf noch mehr. Die Linz AG hatte bereits vor Längerem angekündigt, ihren Anteil veräußern zu wollen. Das Land Oberösterreich hätte ein Vorkaufsrecht, scheint aber nicht wirklich interessiert zu sein. Ein im Frühling unterbreitetes Verkaufsangebot der Linz AG mit kolportierten 200 Mio. Euro wurde ausgeschlagen.

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Staat soll Teil der Erneuerbare-Energien-Umlage übernehmen

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Berlin, 18.09.2017

In Deutschland fordern Industrie und Handel eine Entlastung bei der Ökostrom-Umlage durch den Staat. "Die Strompreise haben sich für Deutschland mittlerweile zu einem echten Standortnachteil entwickelt", kritisierte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, am Montag.

Die verschiedenen Stromzusatzkosten - Erneuerbare-Energien-Umlage (EEG), Netzentgelte, Stromsteuer und weitere - machten inzwischen für die Industrie rund vier Fünftel ihrer Stromkosten aus. Es gehe um Belastungen von rund 35 Milliarden Euro in diesem Jahr - eine Verdopplung gegenüber dem Jahr 2010. Als wichtigste Forderung habe sich aus der DIHK-Umfrage "Energiewende-Barometer" die Forderung an eine neue deutsche Regierung ergeben: die Stromzusatzkosten zu senken.

Schweitzer bemängelte, dass allein die EEG-Umlage in den letzten vier Jahren um 30 Prozent zugelegt habe. Er schlug vor, "Teile der EEG-Umlage aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren". Das entlaste Wirtschaft und Verbraucher direkt und stärke zudem den Investitionsstandort Deutschland. Derzeit kämen auf 19 Euro, die ein Unternehmen in Deutschland für die Erzeugung und Beschaffung von Strom ausgeben müsse, noch einmal 81 Euro an staatlich verordneten Abgaben hinzu. Der größte Posten bei den Zusatzkosten sind mit 35 Prozent Netzentgelte und Konzessionsabgaben, gefolgt von der EEG-Umlage mit 34 Prozent.

Die EEG-Umlage wird wie andere Umlagen von den Verbrauchern über den Strompreis bezahlt, wobei große Industrie-Abnehmer zu großen Teilen davon entlastet werden. Im Zuge der Umstellung von Verkehr, Wohnen und Industrie auf klimafreundliche Energie, muss Strom aus erneuerbaren Energien eine immer größere Rolle spielen. Es gilt daher als sicher, dass nach der Bundestagswahl über die Dämpfung der Strompreise und gegebenenfalls eine höhere Belastung von Öl oder Gas gesprochen wird.

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Keine Kostensenkung durch Biogasausschreibung in Deutschland

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Berlin, 18.09.2017

Ausschreibungen sollen viele der neuen Ökostrom-Anlagen billiger machen - in Deutschland hat das jetzt bei der Premiere bei Biogas nicht geklappt. Anders als bei Wind- und PV-Anlagen brachte die erste Ausschreibung für Biogas-Anlagen keine Kosteneinsparung. Alle Gebote für Projekte hätten nahe der höchst möglichen Vergütung des Stroms den Zuschlag erhalten, so die Bundesnetzagentur am Montag.

Diese liegt mit gut 14 Cent pro Kilowattstunde damit mehr als dreimal so hoch wie die für Windenergie an Land bei der letzten Ausschreibungsrunde. Die in Deutschland auf 20 Jahre garantierten Abnahmepreise für erneuerbaren Strom werden von allen Verbrauchern über die Stromrechnung finanziert. Bisher wurden die Abnahmepreise staatlich vorgegeben. Jetzt werden Projekte ausgeschrieben. Wer den geringsten Abnahmepreis verlangt, erhält den Zuschlag. Sowohl bei Wind als auch bei Solarenergie hat dies zu deutlich geringeren Preisen geführt.

Die deutsche Bundesnetzagentur erklärte am Montag, Grund für die relativ hohen Preise bei Biomasse sei auch, dass das Volumen der Ausschreibung mit einer Leistung von gut 120 Megawatt nicht ausgeschöpft wurde. Alle Gebote zusammen hätten nur eine Menge von 40 MW erreicht, so dass jedes genehmigte Gebot einen Zuschlag erhalten habe. Die überwiegende Gebote kamen zudem von Betreibern bestehender Anlagen, die so den Förderzeitraum verlängern konnten. Neuanlagen kamen kaum zu Zug. Die Branche führt dies auf den staatlich festgelegten Höchstpreis für den Strom zurück, der Investitionen in neue Projekte nicht erlaube.

Die deutsche Regierung setzt bei den erneuerbaren Energien kaum noch auf Biomasse. Diese gilt wegen der Mais-Monokulturen als Rohstoff als wenig umweltfreundlich. Zudem ist sie im Vergleich zu Wind oder Sonne teuer. Das jährliche Ausschreibungsvolumen wurde so für die nächsten Jahren auf maximal 200 Megawatt begrenzt.

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Wien Energie mit Erzeugungs- und Umsatzplus im Halbjahr

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Wien, 15.09.2017

Der kalte Winter hat der Wien Energie im ersten Halbjahr einen Anstieg bei der Strom- und Wärme-Erzeugung, beim Gas- und Wärme-Absatz sowie beim Umsatz gebracht. Lediglich der Stromabsatz blieb leicht unter dem Vorjahresvergleich. Registriert wird von der Wien Energie ein erhöhter Wettbewerb am Markt. Kunden will man noch mehr mit flexiblen Tarifen und anderen Innovationen locken.

Der Umsatz legte bis Juni um 9,6 Prozent auf 596,4 Mio. Euro zu, neben der kalten Witterung auch durch vermehrten Einsatz der thermischen Kraftwerke zur Stromnetz-Stabilisierung. Die Erzeugung wuchs in Summe um 11,0 Prozent auf 6.457 Gigawattstunden (GWh), dabei bei Strom um 14,8 Prozent auf 3.297 GWh und bei Fernwärme um 7,3 Prozent auf 3.160 GWh, wie die Wien-Energie-Geschäftsführung zur APA sagte. Der Gas- und der Wärme-Absatz stiegen um 5,9 bzw. 6,5 Prozent auf 3.959 bzw. 3.514 GWh, hier wirkte sich stark die Kälte aus. Der Stromabsatz sank leicht um 1,4 Prozent auf 4.425 GWh, bedingt durch Energieeffizienzmaßnahmen und mehr Stromwechsler. Der gesamte Energieabsatz wuchs um 3,2 Prozent auf 11.899 GWh.

"Das Marktumfeld wird anspruchsvoller, und der Wettbewerb nimmt zu", so der Vorsitzende der Wien-Energie-Geschäftsführung, Michael Strebl. Er verwies darauf, dass in Österreich in den ersten sechs Monaten über 205.000 Strom- und Gaskunden ihren Anbieter gewechselt haben. In Wien, mit bereits mehr als 50 Strom-, über 30 Gas-Lieferanten, seien es 67.000 Kunden gewesen. Das seien die höchsten Wechselraten seit Liberalisierungsbeginn 2001/02. Für den Wettbewerb sehe man sich aber gut aufgestellt.

Neben den bewährten Basisprodukten wolle man auch weiterhin neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt bringen, so Strebl. Aktuell haben mehr als 100.000 Kunden einen börsengebundenen (Float-)Tarif (rund 60.000 bei Strom und 40.000 bei Erdgas). Zudem bastelt die Wien Energie an Geschäftsmodellen mit Photovoltaik-Anlagen in Mehrfamilienhäusern, wie sie durch die letzte Ökostromnovelle möglich geworden sind, sowie an Power-to-Heat-Lösungen.

Roboter werden wichtiger

Speziell durch die Kooperation mit Start-ups und anderen innovativen Projektpartnern wolle man schneller und flexibler auf den sich ständig verändernden Markt antworten, so Technik-Geschäftsführer Karl Gruber. Das beziehe sich etwa auf den Einsatz eines Service-Chatbots im Kundenkontakt oder auf Smarte Drohnen, die zu Anlagen-Inspektionen an schwer unzugänglichen Stellen eingesetzt werden, etwa auf Strommasten oder an Schornsteinen von Windrädern, um nicht jedes Mal Industriekletterer hinaufschicken zu müssen. Gerade in Entwicklung sind Datenbrillen (Augmented Reality) für die Kraftwerkswartung. Und der Website-Kundenberatungs-Chatbot "BotTina" ist lernfähig und gibt Auskünfte an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr.

Den Mitarbeiterstand hat der Wien-Energie-Konzern - im Sinne des Abbauprogramms der Wiener-Stadtwerke-Gruppe - im Jahresabstand um weitere 72 Vollzeitäquivalente auf 2.589 reduziert. Das Programm startete im Herbst 2016 und läuft noch bis Herbst 2018. Bei der Wien Energie ist es zu knapp 40 Prozent umgesetzt, insgesamt wird sich im Unternehmen der Personalstand per Saldo um 300 vermindern, soweit möglich über natürliche Fluktuation. Zugleich werden aber speziell für neue, innovative Aufgaben auch Leute gesucht und eingestellt. Neben frischen Kräften von außen fördere und qualifiziere man auch interne Talente, sagt Wien-Energie-Geschäftsführer Finanzchef Peter Gönitzer.

Seinen Angaben zufolge ist die positive wirtschaftliche Entwicklung der Wien Energie im ersten Halbjahr neben einem besseren energiewirtschaftlichen Deckungsbeitrag (kalter Winter, zeitweise höhere Strompreise und optimierte Kraftwerks-Einsätze) auch auf Effizienz- und Reorganisationsmaßnahmen zurückzuführen. Das laufende Ergebnisverbesserungsprogramm etwa werde ab 2018 nachhaltig das Ergebnis um 86 Mio. Euro pro Jahr verbessern.

Das operative Ergebnis (EBIT) kletterte im Halbjahr um 17,5 Prozent auf 46,4 Mio. Euro. Das Finanzergebnis fiel mit 68,5 Mio. Euro um fast ein Viertel schlechter aus (-23,3 Prozent), Grund dafür sind Belastungen bei den Pensionsrückstellungen durch die niedrigen Zinsen. Das führte zu einem mit 114,8 Mio. Euro um 10,8 Prozent geringeren Jahresüberschuss. Der Cashflow dagegen wuchs leicht um zwei Prozent auf 170,3 Mio. Euro, die Nettoverschuldung wurde um 4,3 Prozent auf 999,7 Mio. Euro gedrückt.

Reserveleistungen

Erstmals stellt die Wien Energie auch im bevorstehenden Winterhalbjahr 2017/18 Kraftwerkskapazitäten als Reserve zur Netz-Stabilisierung bereit - und erstmals auch für Deutschland. Kürzlich wurde dazu eine Vereinbarung mit dem führenden deutschen Netzbetreiber Tennet abgeschlossen, so die Wien-Energie-Geschäftsführung.

Konkret stellt man über den Winter für Deutschland 278 MW Leistung für das Engpassmanagement zur Verfügung, die anderen zwei Drittel benötigt man für die eigenen Kunden. Auch heuer im heißen Sommer, also im dritten Quartal, hat die Wien Energie mit ihrem Gaskraftwerk in Wien-Simmering Stützungsleistungen fürs Netz vorgenommen, weil im deutsch-österreichischen Raum Strom gefehlt hat, da in Deutschland wegen des Niedrigwassers weniger zur Kraftwerkskühlung zur Verfügung gestanden ist.

In den Sommersaisonen hält die Wien Energie für den Übertragungsnetzbetreiber APG schon seit zwei Jahren Reserveleistung vor, auch heuer wieder - 800 MW. Die Einsätze der thermischen Kraftwerke haben sich bis Juni im Jahresabstand verdoppelt. Im Halbjahr half die Wien Energie der APG 75 Mal bzw. 447 Stunden bei der Stromnetz-Stabilisierung. Insgesamt vervielfachte sich die Zahl der Einsätze durch die Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen seit 2013 von damals 15 auf jetzt bis zu 150 Einsätze pro Jahr. Auch in den Folgejahren werde diese Vereinbarung mit der APG nötig sein, erwartet man in der Wien-Energie-Chefetage.

Diese Netz-Stabilisierung-Verträge sollten jedoch viel länger laufen können und nicht jeweils nur für ein, zwei Jahre, wünscht sich die Wien Energie. Dafür müsse wie in Deutschland auch in Österreich der regulatorische Rahmen entsprechend aufgestellt werden, so Gruber: "Wenn man keine Kraftwerksstilllegungen will, muss man längere Verträge machen können." Fünf bis sieben Jahre wären "ein guter Zeitraum", das würde sich mit dem wirtschaftlichen Planungshorizont und günstigen Amortisationszeiträumen decken.

Nächstes Jahr, 2018, stehen bei der Wien Energie Entscheidungen zu den thermischen Kraftwerken an, bestätigt Strebl. Darauf hatte dieser Tage auch die zuständige Wiener Stadträtin Ulli Sima verwiesen, da im Jahr 2025 wohl ältere Anlagen zu schließen seien und wegen der langen Planungszeiten 2018 entschieden werden müsse. Strebl sagte, dabei gehe es um Gaskraftwerke, die vor 20, 30 Jahren errichtet wurden. Auch für die spezielle Ausbildung des Kraftwerkspersonals müsse man entsprechend gerüstet sein. Derzeit gebe es am Markt für Investitionen in neue Kraftwerke noch keine Preissignale, so Gruber. Derzeit stelle man sich so auf, dass man die Wärme auch unabhängig von KWK herstellen könne, "wir wünschen uns aber, dass die Dienstleistung Netz-Stabilisierung auch abgegolten wird".

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Angezählte Stromzähler

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15.09.2017

Die Umrüstung auf DIGITALE STROMZÄHLER hinkt dem Zeitplan um Jahre hinterher. Jetzt prüft der Rechnungshof die stockende Umstellung durch die Energieversorger.

Erster zu sein kann unerwartete Folgen haben. Vor drei Jahren installierte Oberösterreich als erstes Bundesland Österreichs 160.000 der neuen Stromzähler nach EU-Vorgaben in den Haushalten, sogenannte "Smart Meter". Nun steht der Rechnungshof vor der Tür.

Dass die Prüfer ausgerechnet hier Nachschau halten, hat einen guten Grund. Von den Prüfobjekten gibt es außerhalb Oberösterreichs wenig zu sehen. Denn Österreichs Energieversorger hinken bei der Einführung dem österreichischen Zeitplan weit hinterher. Statt wie vorgesehen in 70 können bestenfalls in zwölf Prozent der Haushalte die alten Zähler ersetzt werden, schätzt die Branchenorganisation Österreichs Energie. Und über den Zielwert von 95 Prozent 2019 kann man nur müde lächeln. Jetzt will der Rechnungshof wissen, warum Oberösterreich zumindest ansatzweise schaffte, was andere verabsäumen. Zum Vergleich dient Niederösterreich -dort wurde der Rollout eben bis weit ins Jahr 2018 verschoben, da die Tests nicht und nicht fehlerfrei ablaufen wollten.

Das Dilemma hat mehrere Gründe. Tatsächlich ist die neue Technologie nicht trivial. Statt wie bisher einmal pro Jahr den Stromverbrauch abzulesen, können Smart Meter die Werte im Sekundentakt automatisch an den Energieversorger übermitteln. Dazu braucht es sehr sichere Datenleitungen (entweder über Funk oder über Kabel) und die Einbindung ins IT-System der Netzbetreiber.

Allerdings: Das Schreckensgespenst, dass Verbrauchsdaten normaler Haushalte in falsche Hände kommen, habe zu überschießend hohen Sicherheitsstandards geführt, heißt es unisono von den Geräteherstellern wie Siemens, Kapsch oder Landis+Gyr. Man musste einiges an Entwicklungsarbeit leisten, was mehr koste und länger dauere.

Auch dürften die nationalen gesetzlichen Terminvorgaben für die Umstellung zu ehrgeizig gewesen sein. Die EU-Fristen sind deutlich großzügiger. Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Österreichs Energie: "Man hätte berücksichtigen müssen, dass wir an einer Zukunftstechnologie arbeiten, für die es auf diesem Level europaweit noch kein Vorbild gab." Ihr Problem: Werden die Vorgaben nicht rasch geändert, drohen den Energieversorgern empfindliche Verwaltungsstrafen.

VERZÖGERUNG HAUSGEMACHT?
Die Verzögerungen sind allerdings nicht nur fremdverursacht. In der E-Wirtschaft hat man sich auch mit der seit 2009 (EU-Binnenmarktrichtlinie) absehbaren Umstellung nicht gerade beeilt. Es ist ein Monsterprojekt, das zwar theoretisch Einsparungen (etwa Wegfall personalintensiver Ablesungen) und neue Geschäftsmodelle (etwa Tarife für Elektroautos) ermöglicht. Aber es bindet erst einmal viele Ressourcen. Jeder Gerätestandort muss angefahren, Termine müssen vereinbart, Leitungen neu verlegt werden. Das alles multipliziert mit der schieren Menge der betroffenen Geräte (5,5 Millionen Stromzähler) macht das Unterfangen zu einem logistischen Albtraum.

Noch komplexer ist die Einbindung der Daten aus den Messgeräten in die eigene Unternehmenssoftware und die Retourmeldung an die Kunden. Außerdem sind die Kosten von 1,5 bis zwei Milliarden Euro vorerst einmal von den Energieunternehmen (Netzbetreibern) zu tragen. Erst in den kommenden Jahren würden sie über den Umweg der behördlich genehmigten Netztarife wieder zu den Unternehmen zurückfließen.

Walter Boltz, Boss der E-Control zu jener Zeit, als die Zeitpläne beschlossen wurden, kann mit den Argumenten der Energieversorger wenig anfangen. Für ihn sind das nur Ausreden, Smart Meter seien eine durchaus gängige Technologie und die für Österreich notwendigen Anpassungen nicht besonders aufwendig: "Hätten sich manche Firmen mit der gleichen Akribie der Einführung gewidmet wie dem Verhindern, wären jetzt schon fünf Millionen Zähler bei den Kunden", sagt der heutige Start-up-Unternehmer.

Was die flächendeckende Einführung wohl erschwert, ist die hohe Zahl der Netzbetreiber. Neben den großen Übertragungsnetzbetreibern der Bundesländer gibt es rund 130 kleinere Versorger für Städte oder einzelne Regionen. Für die ist der Aufwand der Umstellung meist zu groß, sie müssen sich mit Mitbewerbern zusammenschließen.

Und so sind die Erfolgsmeldungen aus der schönen neuen Stromwelt, die heuer zu 70 Prozent digital vermessen sein sollte, bescheiden. Niederösterreich etwa berichtet nach zwei Jahren Probeläufen immer noch von mangelnder Zuverlässigkeit der Technologie. Sprecher Stefan Zach: "Wir werden sicher nur dann in den endgültigen Rollout gehen, wenn wir hundertprozentig sicher sind, dass die Geräte funktionieren." Im Burgenland hat man zwar bereits 35.000 Zähler umgestellt, allein die direkte Datenanbindung an die Zentrale konnte erst bei 15 Prozent der Geräte aktiviert werden.

VERGABE BEEINSPRUCHT.
In Wien wiederum hat man noch nicht einmal mit Tests begonnen. Erst im August bekam ein Konsortium rund um Siemens den Zuschlag zur Umsetzung des 230 Millionen Euro schweren Umrüstungsauftrags inklusive Softwareeinbindung.

Vorarlberg, Tirol und Salzburg können hingegen noch nicht einmal die gemeinsam geplante Entscheidung für einen Technologieanbieter abhaken. Zwar hat ein Hersteller Anfang September bereits eine Ausschreibung gewonnen: Doch das heißt noch lange nicht, dass nun endlich auch mit den Planungen begonnen werden kann, von Tests oder gar einem Rollout nicht zu reden. Die Entscheidung wurde vom Mitbewerber Siemens prompt beeinsprucht. Stimmt das Gericht dem Einspruch zu, heißt das: zurück zum Start.

Und selbst beim Musterschüler Oberösterreich ist die Bilanz durchwachsen. Die Smart Meter der ersten Tranche entsprechen nicht mehr den gesetzlichen technischen Vorgaben. Sie dürfen nur dank einer Ausnahmegenehmigung den Zielquoten angerechnet werden.

Von Markus Groll

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Führungswechsel bei der EVN

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15.09.2017

Die Hofübergabe beim niederösterreichischen Versorger EVN steht unmittelbar bevor. Der neue Chef wird wohl Stefan Szyszkowitz heißen.

Den Sommer über ist Bettina Glatz-Kremsner, Aufsichtsratspräsidentin des niederösterreichischen Energieversorgers EVN, nicht untätig gewesen. Immerhin musste sie einen neuen Vorstand für das Unternehmen suchen. Bekanntlich ist ja der seit 2011 an der Spitze der EVN stehende Peter Layr im Juni aus persönlichen Gründen vorzeitig zurückgetreten.

Die Ausschreibung für einen Vorstandsposten, dem die Aufgaben "Beschaffung und Einkauf", "Informationsverarbeitung" sowie die Geschäftsbereiche "Netze", "Kraftwerke" und "Umwelt" zufallen werden, lief bis Mitte Juli. Danach wurde sondiert.

Dem Vernehmen nach finden dieser Tage die Hearings der möglichen Kandidaten statt. Jedenfalls noch im September soll der Neue im Vorstand präsentiert werden, denn Layrs Vertrag endet bereits am 30.September.

Wie viele Bewerber es für den Posten gab, wurde im Vorfeld nicht verraten, aber als sehr wahrscheinlich gilt, dass es zu einer hausinternen Nachbesetzung kommt.

Unter Unternehmenskennern gilt es als wahrscheinlich, dass der 52-jährige Stefan Szyszkowitz, ein EVN-Urgestein, seit 2011 im Vorstand tätig und für die Bereiche Finanzwesen, Controlling, Personal und Kommunikation zuständig, künftig auch als Vorstandssprecher tätig sein wird.

Für den Juristen und ehemaligen Studentenpolitiker spricht seine zielstrebige, aber auch verbindliche Art.

Auch sein Einsatz für die EVN im schwierigen Markt Bulgarien kommt ihm sicher zugute. Außerdem ist Szyszkowitz ein exzellenter Netzwerker mit blendenden Kontakten zu Rot und Schwarz.

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Australischer Investor soll Interesse an EAG-Einstieg haben

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Linz, 15.09.2017

Die australische Investmentfirma Macquarie soll an einem Einstieg beim oberösterreichischen Landesversorger Energie AG (EAG) interessiert sein. Laut einem Bericht des Magazins "Trend" habe sie ein Auge auf den zum Verkauf stehenden 10-Prozent-Anteil der städtischen Linz AG geworfen - und möglicherweise Appetit auf noch mehr.

Die Linz AG hat bereits vor Längerem angekündigt, ihren Anteil veräußern zu wollen. Das Land Oberösterreich hätte ein Vorkaufsrecht, scheint aber nicht wirklich zu ziehen: Ein im Frühling unterbreitetes Verkaufsangebot der Linz AG wurde ausgeschlagen. Angeblich wurden 200 Mio. Euro gefordert, während der Marktwert auf 160 bis 190 Mio. Euro geschätzt werde. "Das war aus unserer Sicht nicht vorteilhaft", zitiert "Trend" den zuständigen LHStv. Michael Strugl (ÖVP), der aber betonte, das Land habe sich noch nicht festgelegt.

Nimmt das Land sein Vorkaufsrecht nicht in Anspruch, könnten die Australier, die bereits seit Jahren Europa im Fokus haben, ins Spiel kommen: Laut "Trend" würden sie aber gerne mehr als 10 Prozent kaufen. Das Magazin bringt daher ein Modell ins Spiel, das bereits mit der Energie Steiermark umgesetzt worden sei: Macquarie habe vor zwei Jahren den 25-Prozent-Anteil des französischen Energiekonzerns EdF am steirischen Landesversorger für kolportierte 260 Mio. Euro gekauft und auf ein Vetorecht verzichtet. Das Unternehmen könne so ohne Einmischung arbeiten, der Investor lukriere seine Dividende.

Um ein ähnliches Modell in Oberösterreich umzusetzen, müssten aber weitere Eigentümer verkaufen. Neben dem Land mit gut 52 Prozent, der Linz AG und einem Konsortium um die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, das knapp 14 Prozent hält, zählen noch Tiwag, Verbund, voestalpine, Oberbank, Sparkasse, Oö. Landesbank , OÖ. Versicherung und die Mitarbeiter zu den Miteigentümern des oberösterreichischen Energieversorgers.

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Grüne präzisierten Verwendung ihrer Klimamilliarde

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Salzburg, 15.09.2017

Die Spitzenkandidatin der Grünen für die Nationalratswahl Ulrike Lunacek hat am Freitag bei einem Pressegespräch in Salzburg ihre Forderung nach einer Klimamilliarde präzisiert: Mit diesem Betrag solle die thermische Sanierung von Gebäuden, der Ausbau der E-Mobilität, ein leistbarer öffentlicher Verkehr und eine Aktion zum Austausch von Heizkesseln unterstützt werden.

Immer noch würden in Österreich fossile Brennstoffe mit rund vier Milliarden Euro pro Jahr gefördert. In einem ersten Schritt sollte davon eine Milliarde für die von ihr genannten Maßnahmen verwendet werden. Danach solle die Subventionierung der fossilen Brennstoffe weiter reduziert werden. Denn Österreich sei beim Abbau des CO2-Ausstoßes in Europa Schlusslicht. Während die Emissionen seit 1990 in der EU um 24 gesunken seien, hätten sie in Österreich sogar zugelegt. "Es ist Feuer am Dach", sagte Lunacek.

Seit dem Klimaschutzabkommen von Paris vor zwei Jahren hätten die Grünen 20 Anträge zum Thema eingebracht. Alle seien von der Regierung vertagt oder abgelehnt worden, beklagte die Spitzenkandidatin. "Auch wenn sich inzwischen alle Parteien ein grünes Mäntelchen umhängen, wir sind die einzigen, die Tacheles reden und etwas tun." Bei den übrigen Parteien komme das Thema Umwelt- und Klimaschutz über Sonntagsreden nicht hinaus. Lunacek verwies darauf, dass die Grünen in jenen Bundesländern, in denen sie mitregieren, ihren Worten bereits Taten folgen lassen hätten. Als Beispiel nannte sie die Novelle des Salzburger Raumordnungsgesetzes, das beispielsweise die fortschreitende Bodenversiegelung eindämpfen solle.

Die Listenerste der Grünen in Salzburg, Christine Steger, sprach die von vielen Parteien angekündigten Steuereinsparungen an. Dies hätte vor allem einen Abbau der Sozialleistungen zur Folge und betreffe jene Menschen, die ohnedies schon am wenigsten Gehör fänden. Gerade Sozialleistungen seien der Fugenkitt, indem Ungleichheiten durch Transferleistungen gedämpft würden. Nutznießer der steuerlichen Entlastung seien jene, die schon jetzt viel haben.

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Europäischer Autoverband stellt Bedingungen für CO2-Ziele

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Frankfurt, 14.09.2017

Europas Autoindustrie will sich nur unter bestimmten Bedingungen auf mittelfristig schärfere Emissionsziele für das klimaschädliche Kohlendioxid einlassen. Der europäische Autoherstellerverband Acea schlägt zunächst eine Reduzierung der CO2-Abgasemissionen von 2021 bis 2030 von 20 Prozent vor. "Das ist eine scharfe Reduktion", so Verbandspräsident und Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche.

Bedingung soll aber sein, dass die ohne Abgase fahrenden Elektroautos künftig gut beim Käufer ankommen und eine entsprechende Ladeinfrastruktur vorhanden ist, sagte er auf der Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt. Das endgültige Reduktionsziel für 2030 soll demnach im Jahr 2025 überprüft werden. "Wenn Elektroautos von den Kunden stärker akzeptiert werden, könnten die Ziele auch noch höher gesetzt werden - und umgekehrt", sagte Zetsche. Wie stark der Aufschwung bei Elektromobilität konkret sein müsse, damit die vorgeschlagenen Ziele umgesetzt werden können, müsse Gegenstand der Diskussion mit der EU-Kommission in Brüssel werden, sagte Acea-Generalsekretär Erik Jonnaert.

Die deutsche Regierung reagierte zurückhaltend. Das Umweltministerium verwies in Berlin darauf, dass es nicht Aufgabe der Automobilindustrie sei, Vorschläge für die eigene Regulierung zu machen. "Diese Vorgaben macht immer noch die Politik", betonte ein Ministeriumssprecher. In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass die EU-Kommission noch in diesem Herbst Vorschläge machen wolle. Das Umweltministerium setze unverändert auf eine Quote für emissionsarme Fahrzeuge, um so die Elektromobilität zu fördern.

Bis 2021 müssen Autohersteller nach EU-Vorgaben derzeit die Emission von CO2 in ihrer Fahrzeugflotte auf 95 Gramm pro gefahrenem Kilometer senken, sonst drohen ihnen empfindliche Strafen. Derzeit liegen etwa die deutschen Autobauer Daimler und BMW noch deutlich über dieser Schwelle - im vergangenen Jahr lag der Ausstoß pro gefahrenen Kilometer bei jeweils mehr als 120 Gramm. Die Dieselkrise erschwert den Autobauern, die Ziele zu erreichen, da Dieselantriebe im direkten Vergleich mit Benzinern bei gleicher Leistung wegen des geringeren Kraftstoffverbrauchs weniger CO2 ausstoßen. Zudem verkaufen die Autobauer im Schnitt immer stärker motorisierte große Autos, was die Ziele ebenfalls erschwert.

Derzeit bröckelt der Marktanteil von Dieselfahrzeugen unter anderem wegen der Diskussion um Fahrverbote insbesondere bei privaten Autokäufern in Deutschland und auch in Europa deutlich. Streitpunkt ist der Ausstoß von gesundheitsgefährdenden Stickoxiden (NOx). Im September 2015 war aufgeflogen, dass der Volkswagen-Konzern Diesel-Abgastests auf dem Prüfstand manipuliert hatte, rund 11 Millionen Fahrzeuge weltweit waren betroffen.

Ob Elektroautos bei den Autokäufern wie von den Herstellern geplant auch wirklich nachgefragt werden, steht noch in den Sternen. Noch sind die Autos teurer, haben geringere Reichweiten. Oft fehlen auch ausreichende Lademöglichkeiten. Am Markt verfügbare Elektromodelle verzeichnen zwar hohe Wachstumsraten, das Niveau der Nachfrage ist aber weiter niedrig.

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US-Sanktionen gefährden Finanzierung von Nord Stream 2

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Moskau/Wien, 14.09.2017

Die Finanzierung des Pipeline-Projekts Nord Stream 2 ist nach Darstellung des österreichischen Ölkonzerns OMV durch die US-Sanktionen gegen Russland gefährdet. "Die neuen US-Sanktionen machen die Finanzierung von großen Projekten wie von Nord Stream 2 fast unmöglich", wurde OMV-Chef Rainer Seele von der russischen Nachrichtenagentur Interfax zitiert.

Das Finanzierungsmodell des knapp zehn Milliarden Euro teuren Projekts müsse daher wahrscheinlich überarbeitet werden. Die europäischen Partner sollten dabei jedenfalls zuerst auf ihr eigenes Kapital bauen, sagte der Manager.

OMV gehört neben der deutschen Uniper und der BASF-Tochter Wintershall zu den fünf westlichen Partnern, die sich an der Finanzierung des vom russischen Monopolisten Gazprom vorangetriebenen Projekts beteiligen. Die mehr als 1.200 Kilometer lange Pipeline soll Erdgas von Russland durch die Ostsee bis nach Deutschland pumpen.

Auch Uniper-Chef Klaus Schäfer und der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel hatten die US-Sanktionen gegen Russland kürzlich kritisiert. Gabriel warnte vor einem Schaden für die Energieversorgung in Europa und drohte den USA mit handelspolitischen Gegenmaßnahmen.

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Saudi Aramco hält an Börsenplänen fest

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Bangalore/Riad, 14.09.2017

Der saudi-arabische Ölkonzern Aramco hält an seinen Börsenplänen fest. Der Prozess, einen Teil des Unternehmens an die Börse zu bringen, sei weiterhin auf dem Weg, teilte Aramco am Donnerstag mit. Die Agentur Bloomberg hatte zuvor unter Berufung auf Insider berichtet, dass Saudi-Arabien derzeit einen Alternativplan vorbereite.

Die Regierung peile den Sprung auf das Börsenparkett weiterhin für die zweite Jahreshälfte 2018 an. Allerdings könnte ein enger Zeitplan zu Problemen führen. Die Notierung könnte sich deshalb um ein paar Monate in das Jahr 2019 verschieben.

Der Börsengang von Aramco könnte der größte aller Zeiten werden. Saudi-Arabien will bis zu 5 Prozent der Aramco-Anteile an die Börse bringen und damit schätzungsweise 100 Mrd. Dollar (83,5 Mrd. Euro) erlösen. Die Papiere sollen an der Börse in Riad sowie an einem internationalen Finanzplatz notiert werden. Als Favoriten gelten New York und London.

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Energiesprecher der Parteien im Wettstreit der Ideen

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Wien, 14.09.2017

Weg mit dem Diesel-Privileg und her mit einer Öko-Steuerreform bei den Grünen, gegen Verbote oder höhere Besteuerung bei den NEOS, für eine freie Wahl des Verkehrsmittels bei SPÖ und ÖVP: Einen Monat vor den Nationalratswahlen versuchten sich die Energiezuständigen von vier Parlamentsparteien in einem Energiepolitik-Beauty-Contest. Die Argumente entsprachen weitgehend den bekannten Positionen.

In die Haare gerieten sich die Diskutanten beim "Trendforum" von Oesterreichs Energie am Mittwochabend nicht, und es wurde auch kein Schlagabtausch - dennoch blieben Konturen erkennbar. Grünen-Umwelt- und -Energiesprecherin Christiane Brunner meinte, das Zeitalter der Fossilenergien sei mit dem Pariser Klimavertrag zu Ende, es gehöre das steuerliche Diesel-Privileg abgeschafft und der CO2-Emissionspreis erhöht. Die Frage, ob man Dieselautos verbiete, werde in einigen Jahren obsolet sein, weil sie dann ohnedies niemand mehr wolle.

Sepp Schellhorn von den NEOS betonte, er sei "nicht für Verbote und auch nicht für eine höhere Besteuerung". Aus Sicht seiner Partei gehe es unter anderem um Dekarbonisierung, Dezentralität, Demokratisierung im Energiesektor - Stichworte Prosumer, Blockchain -, Digitalisierung und Degression der Kosten, etwa die Verbilligungen bei Windrädern oder Batterien. Es müssten die Rahmenbedingungen für innovative Lösungen passen und etwa Power-to-Gas gefördert werden; Netze und Speicher gehörten ausgebaut, der Anteil von Strom im Energiemix angehoben. Und beim Ökostrom sei auf europäischer Ebene eine Marktintegration nötig, sagte Schellhorn.

SPÖ-Energiesprecher Wolfgang Katzian plädierte - gefragt nach den wichtigsten Punkten zum Thema "Umbau des Energiesystems" - für eine Anhebung des nationalen Stromdeckungsgrades auf 100 Prozent bis zum Jahr 2030 und eine starke Senkung der Nettostromimporte. Ferner: Ausbau der Erneuerbaren mit einer marktbasierten Förderung, Ausbau der Netze, Erhöhung der Energieeffizienz und der Flexibilität im Energiesystem durch Speicherausbau. Mit der nächsten großen Ökostromnovelle müssten die Erneuerbaren an den Markt herangeführt werden, "denn bis 2030 wollen wir Strom fast nur noch erneuerbar herstellen". Zugleich sei zu befürchten, dass es in der Stromerzeugung womöglich nicht ausreichend systemrelevante (kalorische) Kraftwerke gebe, weil der Markt versagt habe, so Katzian.

ÖVP-Energiesprecher Josef Lettenbichler sprach sich ebenfalls für einen Erneuerbaren-Ausbau und mehr Energieeffizienz aus, aber auch für beschleunigte Genehmigungsverfahren und mehr Geld für F&E. Dass Österreich im Klimaschutz "Schlusslicht" sei, wie dies Grün-Mandatarin Brunner behauptet hatte, bestritt er. Im Gegenteil sei unser Land beim Umbau Richtung Erneuerbare "Vorreiter". Es tue ihm weh, dass US-Präsident Donald Trump den Ausstieg aus dem Paris-Vertrag verkündet habe, denn "wir allein, die EU und Österreich, können die Welt nicht retten", "das wäre standortschädigend. Ökologie und Ökonomie müssen Hand in Hand gehen." Damit zog sich der VP-Abgeordnete freilich den Unmut von Katzian zu. Er könne das "Geschwurbel über Harmonisierung von Ökonomie und Ökologie" nicht mehr hören, so der SP-Mandatar.

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EU-Energieziele erfordern "Investments in einem Affentempo"

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Wien, 14.09.2017

Die Energie- und Klimaziele der Europäischen Union erfordern aus Sicht von Wilhelm Molterer, dem geschäftsführenden Direktor des Europäischen Fonds für Strategische Investitionen (EFSI), in ganz Europa Investitionen "in einem affenartigen Tempo". Allein im Energiebereich seien von 2020 bis 2030 jedes Jahr Investments von 380 Mrd. Euro nötig. Das sei "gewaltig", so Molterer am Donnerstag in Wien.

Wolle man pro Jahr 380 Mrd. Euro bewegen, erfordere das eine europäische Initiative auch in der Finanzierung, meinte Molter, der von 2011 bis 2015 Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) war, bei einem Symposium in Wien: "Die Finanzierung erfordert eine massive politische Stärkung der Energie-Union", denn je fragmentierter die Aufbringung der Mittel erfolge, umso teurer werde sie. Dass die Genehmigungsdauer immer länger werde, stehe dem diametral entgegen.

Kritik übte Molterer an Erschwernissen durch die Regulatoren. Es sei "grotesk", dass die regulatorischen Rahmenbedingungen den Anforderungen nicht folgen würden. Das wirke sich auch als Kostentreiber aus: "Je höher die regulatorische Unsicherheit ist, desto höher sind die Kapitalkosten." Es müsse daher eine regulatorische Kohärenz mit den politischen Zielen geben.

Es werde immer schwieriger, bei erneuerbaren Energien oder Stromleitungen einen Business Case darzustellen, "weil niemand weiß, was den Regulatoren einfällt", so Molterer bei einer Veranstaltung u.a. von WKÖ, ÖGUT und Grenzlandverein in Kooperation mit der Vertretung der EU-Kommission in Wien. Bisher habe man bei bestimmten Projekten die Arbitrage zwischen benachbarten Strommärkten für den Business Case nutzen können, die Arbitrage werde aber kleiner. Auch mit Pumpspeicher-Investments sei man vor 15 Jahren noch auf der sicheren Seite gewesen, heute seien diese "ökonomisch fraglich".

Ganz essenziell sei, wie sich das EU-Budget ab 2020 mit derartigen Themen befassen werde. Und auf die EIB und andere Förderbanken komme einiges an Arbeit zu. Die EIB als die größte Förderbank vergebe pro Jahr rund 80 Mrd. Euro, aktuell stehe ein Volumen von 540 bis 560 Mrd. Euro aus. Für den Energiesektor allein sei 2012 bis 2016 ein Volumen von 63 Mrd. Euro an Darlehen und Garantien bereitgestellt worden. Der von Molterer geleitete EFSI vergibt Garantien an die EIB, damit diese risikoreichere Finanzierungen übernehmen kann. "Praktisch bei jedem Windpark ist eine EIB-Finanzierung mit dabei." Bei Stromleitungen werde es ohne privates Geld nicht gehen, zu prüfen sei, wie PPP-Modelle für Verteilnetze mit dem EFSI abgewickelt werden könnten, so Molterer.

Der EFSI ist eine gemeinsame Initiative von EIB-Gruppe und EU-Kommission zur Überwindung der Investitionsschwäche in der EU.

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