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E.ON & Co schrumpfen zu Übernahmekandidaten

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Düsseldorf, 22.03.2017

Die deutschen Energieunternehmen E.ON und RWE rücken nach dem drastischen Wertverlust und der Konzernaufspaltung in das Zentrum von Übernahmespekulationen. Potenzielle Angreifer sind Versorger wie Engie aus Frankreich, die italienische Enel, Fortum aus Finnland oder die tschechische EPH.

Vor allem Ökostrom- und Netzgeschäfte sind begehrt. "Es werden sich in Europa einige Gelegenheiten ergeben", sagt Enel-Chef Francesco Starace. Zunächst müssten aber etwa die Wahlen im Mai in Frankreich und im September in Deutschland erst einmal gelaufen sein. Es folgt eine Übersicht über mögliche Übernahmen und Fusionen in Deutschland.

Übernahme von Uniper

Der Kraftwerksbetreiber Uniper ist nach Einschätzung von Goldman Sachs ein heißer Übernahmekandidat. Grund hierfür sei die geringe Größe des Betreibers von Kohle- und Gaskraftwerken. Die frühere Tochter von E.ON ist an der Börse 5,2 Mrd. Euro wert. Ab 2018 will sich E.ON von seinen restlichen 47 Prozent trennen. Es gibt Spekulationen, wonach der finnische Versorger Fortum interessiert sein könnte. Fortum-Chef Pekka Lundmark hatte im November erklärt, nach Übernahmezielen Ausschau zu halten. Auch der tschechische Energiekonzern EPH käme als Angreifer infrage. EPH hatte im vergangenen Jahr die deutschen Braunkohlegeschäfte von Vattenfall gekauft. Ein Branchenexperte gab zu bedenken, dass Uniper in Schweden an mehreren Atomkraftwerken beteiligt ist. "Wer will sich das Risiko ans Bein binden?"

Übernahme von Innogy

Innogy betreibt weder Atom- noch Kohlekraftwerke und gilt daher als einziger wirklich grüner deutscher Energiekonzern. Allerdings ist Innogy mit seinen Geschäften aus Ökostrom, Netzen und dem Vertrieb mit einem Börsenwert von 19,2 Mrd. Euro ein schwerer Brocken. Dem französischen Versorger Engie wird ein Interesse nachgesagt. Engie will sein Ökostrom- und Netzgeschäft ausbauen. Vorstandschefin Isabelle Kocher hat erklärt, nicht an einer Minderheitsbeteiligung interessiert zu sein. Der RWE-Konzern, der noch knapp 77 Prozent an Innogy hält, schließt einen Verkauf der Mehrheit nicht aus. "Was bleibt dann von RWE?", meldete ein mit der Versorger-Branche vertrauter Banker Zweifel an. RWE würde bei einem Verkauf von Innogy-Anteilen eine Dividendenquelle fehlen.

Übernahme von E.ON

Sollte Engie bei Innogy nicht zum Zuge kommen, könnten sich die Franzosen nach Einschätzung der Experten von Bernstein auch E.ON zuwenden. E.ON sei ähnlich attraktiv - und günstiger zu haben. Der Börsenwert beträgt 15,5 Mrd. Euro. Nachteil: Der Konzern mit seinen Geschäften Ökostrom, Netze und Vertrieb muss noch Milliardensummen für den Abriss seiner deutschen Atomkraftwerke stemmen. Zudem drücken E.ON Schulden von 26 Mrd. Euro. Interessant könnte für Investoren ein Teilverkauf, etwa der Stromnetze, sein. Vorstandschef Johannes Teyssen zählt diese aber zum Kerngeschäft. Einem Branchenkenner zufolge könnten Finanzinvestoren E.ON ins Visier nehmen. "Es gibt im Moment gute Gelegenheiten, da einzusteigen und die Schwäche bei E.ON zu nutzen. Für große Player Cinven und CVC sind solche Situationen super."

Übernahme von RWE

RWE kämpft seit Jahren mit Einbußen im Kraftwerksgeschäft. Zudem drücken den Versorger Schulden von fast 23 Mrd. Euro. Hinzu kommen hohe Belastungen durch die Beseitigung der Schäden aus dem Braunkohletagebau und für die Verschrottung der Kernkraftwerke. Attraktiv ist hingegen die Beteiligung von knapp 77 Prozent an Innogy. Ein Angreifer auf RWE müsste an den kommunalen Aktionären vorbeiziehen, die rund 23 Prozent an dem Versorger halten. 2011 hatten RWE und der spanische Versorger Iberdrola eine Fusion ausgelotet, zu der es aber nicht kam. Medienberichten zufolge hatte vor Jahren auch der französische Energieriese EdF ein Auge auf RWE geworfen. Ohne Zustimmung der deutschen Regierung könnte wohl kein deutscher Energieriese von einem ausländischen Rivalen geschluckt werden - schon gar keiner mit Atomkraftwerken in seinem Bestand.

FUSION RWE/UNIPER

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz hatte diese Idee jüngst befeuert. "Wir prüfen alle Optionen. Und alle heißt alle", entgegnete der Manager auf Nachfragen. "Ein Zusammenschluss von RWE und Uniper könnte Synergien bei der Kraftwerksführung ermöglichen", sagte Union Investment-Portfoliomanager Thomas Deser. Es müssten allerdings Kartellhürden überwunden werden. Diese könnten aber niedriger ausfallen, wenn die Politik geordnet die Kohleverstromung runterfahren und den Abbau der Arbeitsplätze abfedern wollte. Generell hätten die deutschen Versorger in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung verloren. "Sie sind von Sprintern zu Fußlahmen geworden."

Fusion E.ON/INNOGY

Durch eine solche Fusion entstünde ein neuer deutscher Energie-Champion mit einem rein rechnerisch gemeinsamen Börsenwert von fast 35 Mrd. Euro, mehr als 50 Millionen Kunden und über 80.000 Mitarbeitern. Wegen gemeinsamer Märkte dürften die Kartellauflagen hoch sein. Dies würde vor allem das Vertriebsgeschäft betreffen und weniger die staatlich regulierten Netze, sagte ein Branchenexperte. Ein großer Jobabbau wäre wahrscheinlich und würde auf den Widerstand der Arbeitnehmervertreter treffen. Auch die Führungsfrage wäre schwierig. Innogy-Boss Peter Terium und E.ON-Chef Teyssen mangelt es nicht an Selbstbewusstsein. Ein Zusammenschluss von E.ON und Innogy wäre wohl eher ein Modell für die 2020er-Jahre, sagt Union Investment-Experte Deser. "Bis dahin wird E.ON noch Atomkraftwerke betreiben. Innogy ist ja bewusst frei von Kernkraftwerken."

APA/ag.
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US-Ölbranche machen OPEC Strich durch die Rechnung

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Frankfurt, 22.03.2017

Mit der Einigung auf eine Förderkürzung schien die OPEC im November ihr wichtigstes Ziel erreicht zu haben: Die Ölpreise stiegen über 50 Dollar (46 Euro) je Fass und hielten sich seither komfortabel darüber. Genau dieser Erfolg rief aber die US-Ölbarone auf den Plan, die zu solchen Preisen mit ihrer teuren Schieferölproduktion wieder Geld verdienen können.

Das Fracking läuft erneut auf Hochtouren und sorgt zumindest in den USA für eine Ölschwemme. Die wiederum lässt den Ölpreis inzwischen wieder abtauchen. Am Mittwoch kostete ein Fass Nordseeöl erstmals seit der Vereinbarung wieder rund 50 Dollar. Zwar gehen Experten nicht von einem Preisrutsch wie vor einem Jahr aus. Die Gretchenfrage bleibt aber, wie die OPEC und Russland auf den US-Schieferölboom reagieren.

"Die Realität ist nun einmal so, dass die US-Ölförderer bei Preisen über 50 Dollar wieder zu bohren beginnen", sagte Dean Rogers, Chef-Analyst beim auf Energie spezialisierten Hedge-Fonds Kase & Co schon im Herbst voraus. In den USA sind dem Ölindustrie-Dienstleister Baker Hughes zufolge derzeit mehr als 600 Bohrlöcher aktiv. Das sind so viel wie zuletzt vor eineinhalb Jahren. Aus diesem Grund platzen die US-Lagertanks aus allen Nähten. Für eine gute Stimmung in der US-Ölindustrie sorgte auch der Amtsantritt von Donald Trump. Der neue US-Präsident ist ein Freund der Branche und hält nichts von kostspieligen Umweltauflagen.

Die Mitglieder des Öl-Kartells hatten Ende November beschlossen, erstmals seit 2008 wieder ihre Förderung zu drosseln. Russland und einige andere Exportländer schlossen sich an. Somit sollen im ersten Halbjahr 2017 täglich 1,8 Millionen Barrel weniger als zuvor aus dem Boden gepumpt werden. 2008 war die Kürzung mit allerdings 4,2 Millionen Fässern pro Tag deutlich höher ausgefallen. Dennoch: Dass sich das Kartell überhaupt mit Russland einigen konnte, galt und gilt als Erfolg. Und viele Börsianer vermuten, dass bei einem neuen Preisverfall die Scheichs und eben Länder wie Russland erneut auf die Förderbremse treten könnten. Insidern zufolge denkt die OPEC bereits über eine Verlängerung der Förderbremse bei ihrem geplanten Treffen am 25. Mai nach. Doch sicher ist das keineswegs. "Das Risiko einer Wiederaufnahme des Preiskriegs bleibt", warnte die russische Ölfirma Rosneft in einem Interview vor kurzem.

Einige Börsianer halten das aber für unwahrscheinlich: "Die Stimmung am Markt hat zwar gedreht, und das Risiko für Preisabschläge ist gestiegen", betont Analyst Tamas Vargas vom Brokerhaus PVM Oil Associates. "Wir stehen aber nicht mal in der Nähe einer Klippe." Die Analysten von Goldman Sachs bekräftigen daher ihre Preisprognose für das zweite Quartal 2017: Danach soll ein Fass US-Leichtöl WTI 57,50 Dollar kosten - um fast zehn Dollar mehr als aktuell.

Russland selbst hat zwar die Ölförderung gedrosselt, war Ende Februar von der Zielmarke aber noch weit entfernt. Dagegen kürzte Saudi-Arabien offenbar mehr als zugesagt. Zur Überraschung vieler hielten sich mehr als 90 Prozent der OPEC-Länder an die Quoten. Die Organisation steht für rund ein Drittel des weltweiten Rohöl-Angebots. Neben dem Kartell-Mitglied Saudi-Arabien sind Russland und USA mit großem Abstand und vergleichbaren Fördervolumina die größten Ölproduzenten der Welt. Vor allem Saudi-Arabien und Russland fürchten bei Förderkürzungen aber um ihre weltweiten Marktanteile und hatten lange gezögert, diese Notbremse zu ziehen.

Analysten hatten von Anfang an mit Blick auf die US-Produktion bezweifelt, dass die Preisrally nachhaltig sein würde. Schließlich haben die Amerikaner während des für sie besonders schmerzlichen Preisverfalls - Mitte Jänner 2016 fiel der Preis für die Sorte Brent aus der Nordsee auf ein Zwölf-Jahres-Tief von 27,10 Dollar je Barrel - keineswegs geschlafen. Inzwischen können sie dank technischer Innovationen Öl aus Schiefergestein zu einem Preis herauslösen, der bisher OPEC-Ländern wie Iran und Irak vorbehalten war - und die pumpen den Rohstoff auf herkömmliche Weise an die Oberfläche.

Der russische Ölgigant Rosneft sieht daher nur eine Möglichkeit, den Markt längerfristig ins Gleichgewicht zu bringen: Die US-Förderer müssten sich dem Kartell anschließen. Das ist in den USA schon aus rechtlichen Gründen undenkbar.

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Neuausrichtung in der Entwicklung von Energiesystemen

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Wien, 22.03.2017

Verkehrsministerium und Klimafonds präsentieren „Energie Forschungs-und Innovationsstrategie 2017“
 
Spätestens seit der UN-Klimakonferenz in Paris im Jahr 2015 gilt es, das Ziel einer Dekarbonisierung der Energiewirtschaft in entsprechende nationale Transformationsprozesse zu übersetzen. Welche Entwicklungen und Rahmenbedingungen benötigt Österreich also, damit der Umbau von Energienetzen, Industrie, Vekehr & Co gelingen kann?
 
Auf diese Frage versucht die „Energie Forschungs- und Innovationsstrategie 2017“ eine Antwort zu geben, die am Donnerstag in Wien präsentiert wird. Das Verkehrsministerium hat dabei gemeinsam mit dem Klimafonds in einem vor einem Jahr begonnenen, mehrstufigen Prozess Expertenmeinungen aus Industrie und Forschung zusammengeführt und die relevanten Aspekte eines wünschenswerten Strukturwandels in Richtung CO2-neutraler Energieversorgung identifiziert.
 
Ausgangspunkt dafür war die Energieforschungsstrategie für 2010, die entsprechend den jetzigen Herausforderungen aktualisiert wurde, sagt Hannes Warmuth von der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (Ögut), die die Abwicklung des Prozesses unterstützt hat. Stärker als 2010 wurde im neuen Papier etwa ein Fokus auf das Thema Wissenstransfer zwischen Forschung und Wirtschaft gelegt. „Die Frage ist, was braucht es, um Innovation auch in den Markt zu bringen“, so Warmuth.
 
Insgesamt wurden sechs Bereiche in der neuen Strategie berücksichtigt: Energiesysteme und -netze, Gebäude und urbanes System, industrielle Energiesysteme, Verkehrs- und Mobilitätssysteme, Speicher- und Umwandlungstechnologien sowie Transitionsprozesse und soziale Innovation.
 
Aus diesen Themenbereichen wurde mit jeweils bis zu zehn einschlägigen Experten ein 50-seitiges Thesenpapier entwickelt, das dann wiederum in einem erweiterten Expertenumfeld in Workshops und in Kommentaren auf einer Onlineplattform eingehend diskutiert wurde. In welcher Form man die jeweiligen Statements berücksichtigt hat, wurde nachvollziehbar und im Detail protokolliert.
 
Die erarbeiteten Vorschläge betreffen beispielsweise die Bereitstellung von Humanressourcen und Infrastruktur für die Energieforschung und den Ausbau des Angebots von Fördereinrichtungen wie dem Klimafonds, der Förderagentur FFG oder dem Austria Wirtschaftsservice (AWS). Neben der Präsentation des Strategiepapiers werden am Donnerstag auch aktuelle, für den Energiebereich relevante Forschungsförderungsprogramme des Technologieministeriums und des Klimafonds präsentiert. (pum)
 
Präsentation der Forschungs- und Innovationsstrategie am 23. März 2017, 11.30 Uhr im TUtheSky der TU Wien, Campus Getreidemarkt, 10. Stock. Informationen unter nachhaltigwirtschaften.at.

"Der Standard" vom 22.03.2017
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Kluge Stromnetze, die sich abkoppeln

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Wien, 22.03.2017

Der Energie-Experte Michael Stadler, bisher an der University of California in Berkeley, bringt die Forschung an intelligenten Stromnetzen nach Niederösterreich. Sein Schwerpunkt sind autonom funktionierende Unterordnungen, genannt Microgrids.
 
Ein bevorstehender Umbau der Stromnetze in Smart Grids soll die Erzeugung, die Speicherung und den Verbrauch von Energie möglichst effizient koordinieren. Der Einsatz CO2-neutraler Energieformen von Solar- bis zu Biomasseanlagen soll mit einer dezentralen Struktur einhergehen, bei der an vielen Orten Strom und Wärme in entsprechende Netze eingespeist wird. Bei Stromspitzen werden dann, vermittelt über den Strompreis, etwa Speicher gefüllt, verstärkt Akkus von E-Autos geladen oder zeitlich flexible Verbraucher aktiviert werden.
 
Michael Stadler tritt an, in diese neue Organisationsform der Energieversorgung eine weitere Ebene einzuziehen. Der Energiewirtschaftler und Elektrotechniker aus Niederösterreich forschte in den vergangenen zehn Jahren am Lawrence Berkeley National Laboratory der Universität von Kalifornien unter anderem an Microgrids, die als eine kleinräumigere Unterordnung von landesweiten Smart Grids fungieren sollen.
 
Regionale Netze
 
„Ein Microgrid kann ein einzelnes Gebäude, ein Uni-Campus oder ein kleinerer Stadtteil sein“, sagt der Wissenschafter. „Die regionale Zuordnung ist wichtig. Zwischen Erzeuger und Verbraucher sollen nicht tausende Kilometer liegen. Die Microgrids sollen letzten Endes auch isoliert von dem übergeordneten Gesamtnetz betrieben werden können.“
 
In den USA mit ihrer individualistischen Tradition fällt diese Idee auf fruchtbaren Boden. Blackouts, egal ob durch Hurrikans oder veraltete Energieinfrastruktur bedingt, könnten der Vergangenheit angehören.
 
Kalifornien, wo bereits bis 2030 eine Dezentralisierung des Stromnetzes abgeschlossen sein soll, gab für Stadler jenes Umfeld, in dem seine Karriere abhob: Bis Februar 2017 leitete er eine 40-köpfige Forschungsgruppe zum Thema smarte Integration in Berkeley, daneben ein 15-köpfiges Microgrid-Team. Als bisher erster Österreicher wurde der geborene Wissenschafter vom Ex-Präsidenten Barack Obama mit dem Presidential Early Career Award for Scientists and Engineers (PECASE) geehrt, der höchsten Auszeichnung der US-Regierung für Leistungen junger Wissenschafter.
 
Seit März befindet sich eines von Stadlers Büro auch in Wieselburg in Niederösterreich, nicht weit vom kleinen Ort Hofamt Priel, wo er aufwuchs. „Nach einer gewissen Zeit sehnt man sich nach etwas Abwechslung“, sagt der Summa-cum-laude-Absolvent der TU Wien über seine persönlichen Beweggründe. Beruflich hat er ein Angebot des Comet-Forschungszentrums Bioenergy 2020+ angenommen. Sein wissenschaftliches Thema hat er mitgebracht: Er wird auch hier einen Forschungsbereich zu Microgrids und Smart Grids aufbauen. Berkeley bleibt er als Gastwissenschaftler und Berater erhalten.
 
In den USA und Asien sind unzuverlässige Netze ein Argument für die Microgrids. Auch wenn die „Energiekultur“ der USA anders aussieht als jene in Europa und Österreich – Stadler glaubt, dass sie auch hier Bedeutung erlangen. „Ich könnte mir für die Zukunft eine Art Hybridsystem vorstellen. In Städten ist eine voll dezentrale Energiewirtschaft schwierig, auf dem Land dagegen kaum ein Problem.“
 
Welche Rolle die zentralen Energieversorger künftig einnehmen, ist im Detail nicht absehbar. „In den USA gibt es Tests, wie sich Microgrids gegenseitig stützen und ihren Energiehaushalt ausgleichen können“, so Stadler.
 
Microgrids in Asien
 
Potenzial haben Microgrids zudem im asiatischen Raum. „Viele Länder haben etwa die Festnetztelefonie übersprungen und sind gleich mit Mobilfunk eingestiegen. Genauso könnten Regionen mit wenig entwickelter Energieinfrastruktur gleich Microgrids aufbauen.“
 
Ein erstes Projekt Stadlers in Wieselburg widmet sich der Vernetzung von Gas-, Strom- und Wärmenetzen. „In den USA bemüht man sich, bei der Stromerzeugung die Abwärme direkt in den Microgrids zu nutzen. Hier in Österreich hat Fernwärme große Bedeutung. Biomasseanlagen könnten optimiert werden, um vermehrt auch Strom lokal zu erzeugen“, gibt der Wissenschafter ein Beispiel.
 
  Und wie macht sich Österreichs Forschungslandschaft im Vergleich zu Kalifornien? „Natürlich ist man hier sehr bemüht. Aber es gibt strukturelle Unterschiede, was Größe, Kapital und verfügbare Forscher betrifft, die man nicht wegdiskutieren kann“, erklärt Stadler. „In Kalifornien gibt es mehr Risikokapital als in ganz Europa und einen Wissenschaftlerpool mit weltweitem Einzugsgebiet.“

"Der Standard" vom 22.03.2017
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Rückschlag für Stromgroßhandel

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Salzburg, 22.03.2017

EU-Regulator gibt Deutschland recht, Verbund-Chef hofft auf Einigung.
 
Seit Jahren versucht die Europäische Union, den Energiemarkt auch auf dem Stromsektor zu liberalisieren, doch ausgerechnet im gleichsam einzigen Strom-Binnenmarkt sollen nun die Uhren zurückgedreht werden. Deutschland macht Druck, die bestehende gemeinsame Strompreiszone (für den Großhandel) mit Österreich und dem noch viel kleineren Luxemburg zu beschränken.
 
Setzt sich Deutschland durch, ist ab der zweiten Jahreshälfte 2018 mit spürbaren Strompreiserhöhungen in Österreich zu rechnen. Hintergrund: In Deutschland fehlen wegen der Energiewende Stromleitungen, um überschüssigen Strom aus Windenergie von den Küsten im Norden des Landes in den Süden der Bundesrepublik zu bringen.
 
Der Chef von Österreichs größtem Stromkonzern Verbund, Wolfgang Anzengruber, hofft in der Debatte noch auf einen Kompromiss. Federführend seien hier die Regulatoren für den Energiemarkt tätig, sagte Anzengruber am Montag bei einem Besuch der Verbund-Töchter in Salzburg. Mit einer Entscheidung rechnet er bereits in den nächsten zwei Monaten. Erst kürzlich bei der Bilanzpressekonferenz hatte Anzengruber die von Deutschland eingeschlagene Linie als „reinen Willkürakt“ bezeichnet.
 
Ausgerechnet am Montag gab die österreichische Regulierungsbehörde E-Control bekannt, dass ihr Einspruch gegen Deutschlands Festlegung vom Beschwerdeausschuss des europäischen Regulators ACER abgewiesen wurde. Die E-Control prüft nun weitere Rechtsmittel. Das Ziel einer einvernehmlichen Lösung bleibe aufrecht, betont der E-Control-Vorstand.
 
Derzeit gebe es zwischen Österreich und Deutschland eine Kapazität von 10.000 Megawatt, sagte Anzengruber. Wenn man an der Grenze zu Österreich eine Engstelle einbaue, sodass etwa nur noch die halbe Kapazität übrig bleibt, könnte das in Österreich den Strompreis für den Endkunden um zehn bis 15 Prozent verteuern, sagte Anzengruber. Noch größere Nachteile hätten aber andere Länder wie Ungarn, die Slowakei und die Balkanstaaten.

Von Gerald Stoiber

"Salzburger Nachrichten" Nr. 67
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E-Mobilität wird ein bisschen alltagstauglicher

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Wien, 22.03.2017

Wenn Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) und Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) gemeinsam vor die Presse treten, hat das derzeit häufig mit Elektromobilität zu tun. „Dass wir ziemlich ähnlich angezogen sind, ist Zufall“, eröffnet Leichtfried die Veranstaltung in Wien und tippt auf seine Krawatte. Auch der schwarze Ministerkollege trägt Rot auf der Brust.
 
In Sachen umweltfreundlicher Verkehr schreite man auch „Seite an Seite“, und zwar in Richtung Grün. Angesichts der Klimaziele bekanntlich nicht freiwillig: 45 Prozent der Treibhausgase verursacht der Verkehr. E-Mobilität, so die Botschaft, müsse weiter gefördert werden. Ladeinfrastruktur sei ein Schwerpunkt. Rund 18 Millionen Euro stehen dafür im aktuellen E-Mobilitätsförderpaket bereit. Rupprechter und Leichtfried sehen Österreich bei der Zahl der Neuzulassungen bereits als EU-Champion, bei der Dichte an Ladestationen liege man an dritter Stelle. Rund 2400 Ladepunkte gibt es bereits, inklusive der Privaten sind es fast doppelt so viele.
 
Am Montag verkünden die Regierungspolitiker einen weiteren Schritt Richtung mehr Alltagstauglichkeit: Österreich bekommt ein landesweites Ladenetz für Elektroautos, „Öhub“ genannt. Der „Kartensalat“, wie Rupprechter es nennt, soll dadurch etwas weniger werden. Denn bisher mischten die Energieunternehmen diesbezüglich ihre eigenen Salate. Wer zwischen Bodensee und Neusiedler See unterwegs ist, benötigt je nach Einzugsgebiet unterschiedliche Karten.
 
Mit einer Karte tanken
 
Nun haben sich elf Energieunternehmen in Sachen Interoperabilität zusammengetan, sagt der Vorstandschef des Bundesverbands für Elektromobilität, Jürgen Halasz. Damit können ab 1. April 1300 Elektrotankstellen mit einer Ladekarte, Smartphone-App oder Kreditkarte genutzt werden – zu den jeweiligen Bedingungen, die mit dem eigenen Provider vereinbart sind.
 
Das Projekt wird von Klimafonds und Ministerien mit 120.000 Euro unterstützt. Bis zum Jahresende sollen 2000 Ladestationen nutzbar werden, sagt Halasz, der davon ausgeht, dass das Netz größer wird. Derzeit sind die Energie AG Oberösterreich, EVN, Energie Steiermark, Energie Wärme und Service, Energie Graz, Innsbrucker Kommunalbetriebe, Kelag, Linz AG, Salzburg AG, Vorarlberger Kraftwerke und Wien Energie an Bord. Nicht aber die Tiroler Tiwag. Auch Smatrics ist nicht dabei. Das Joint Venture von Siemens und Verbund bietet in Österreich mit fast 400 Ladepunkten ebenfalls ein flächendeckendes System und ist Mitglied in der Open Fast Charging Alliance, über die man in fünf EU-Ländern Strom tanken kann. Künftig wollen sowohl Öhup als auch Smatrics Roaming anbieten.
 
Was die Tarife betrifft, so drängen sich Erinnerungen an die Anfangszeiten der Mobiltelefonie auf. Leicht zu durchschauen sind sie nicht. Grundsätzlich ist Schnellladen meist teurer, was vielfach am hochrangigen Straßennetz zutrifft. Die einen verrechnen eine Flatfee mit Monatsgebühren rund um zehn Euro, andere pro Nutzung, je nach Steckertyp etwa zwischen 0,78 Euro und 2,35 je Stunde. Zahlreiche Ladestationen – oft jene der langsamen Sorte – sind noch gratis.
 
Mit März startete laut Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima-und Energiefonds, ein neues Programm: „E-Mobilität in der Praxis“. Geplant ist der Abbau weiterer Hürden. Davon gibt es noch einige: Wer in einer Parkgarage eine halbe Stunde lädt, zahlt dennoch den Stundentarif. Was die Bevorzugung von E-Autos in Form eines emissionsabhängigen Parkpickerls betreffe, habe man ein offenes Ohr, so Leichtfried. Das sei aber Ländersache.

Von Regina Bruckner

"Der Standard" vom 21.03.2017
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Solarworld meldet stark geschrumpftes Eigenkapital

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Bonn, 22.03.2017

Beim deutschen Photovoltaikunternehmen Solarworld ist wegen eines teuren Restrukturierungsprogramms und hoher Verluste im Tagesgeschäft das Eigenkapital empfindlich zusammengeschrumpft. Bei der Muttergesellschaft Solarworld AG verringerte sich das Eigenkapital 2016 um mehr als 28 Mio. Euro auf 2,6 Mio. Euro, wie das Bonner Unternehmen mitteilte.

In den Tochtergesellschaften - den Produktionstöchtern in Deutschland und der US-Tochter - sei aber noch viel Substanz vorhanden, sagte ein Sprecher. Insgesamt liege das Eigenkapital des Konzerns zum Jahresende bei mehr als 120 Mio. Euro. Dies entspreche einer Eigenkapitalquote von 18 Prozent. Der Vorstand werde eine Hauptversammlung einberufen.

"Die Kosten für die eingeleiteten Maßnahmen zur Fokussierung lasten maßgeblich auf der Muttergesellschaft des Konzerns", erklärte Finanzvorstand Philipp Koecke. Deshalb sei dort das Kapital so stark zurückgegangen.

Solarworld leidet unter der Billig-Konkurrenz vor allem aus China und hatte deshalb im Februar ein Sparprogramm mit Stellenabbau angekündigt. Die Zahlen für 2016 bestätigte Solarworld noch einmal. Danach hat das Unternehmen 2016 vor Steuern und Zinsen (Ebit) einen Verlust von 99 Mio. Euro (Vorjahr: minus 4 Mio. Euro) erwirtschaftet. Der Umsatz hatte sich leicht auf gut 800 Mio. Euro erhöht. Für 2017 rechnet das Unternehmen mit einem besseren, aber weiterhin negativen Ergebnis. Die endgültigen Zahlen will Solarworld am 29. März vorstellen.

APA/dpa
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Einigung über neue Energie-Labels für Elektrogeräte

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Brüssel, 22.03.2017

Die Kennzeichnung des Energieverbrauchs von elektrischen Geräten wie Kühlschränken oder Waschmaschinen soll übersichtlicher werden. Statt des verwirrenden Labels A+++ für die sparsamsten Geräte sollen diese künftig wieder einfach mit A ausgezeichnet werden.

Darauf haben sich Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten geeinigt, wie die EU-Kommission mitteilte. Die Entscheidung muss noch formal gebilligt werden.

Die Skala geht künftig vom besonders guten A bis zu G für besonders stromschluckende Geräte. Schon früher galten diese Kategorien für die Kennzeichnung. Als moderne Geräte hinzu kamen, wurde die bessere Energieeffizienz mit zusätzlichen Pluszeichen ausgezeichnet. Die Folge: Geräte der Kategorie A wirkten zwar sparsam, doch gab es weit bessere auf dem Markt.

Die EU-Kommission verspricht sich von der besseren Kennzeichnung vor allem Energieersparnis im großen Maßstab. Umfragen zeigten, dass 85 Prozent der Europäer beim Kauf von Produkten auf die Energie-Labels achteten, hieß es.

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Petrobras macht dritten Milliardenverlust in Folge

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Rio de Janeiro, 22.03.2017

Südamerikas größter Ölkonzern Petrobras hat das dritte Jahr in Folge einen großen Milliardenverlust gemacht. Wie das halbstaatliche brasilianische Unternehmen mitteilte, betrug 2016 der Verlust 14,8 Milliarden Reais (4,3 Mrd. Euro). 2015 waren es 34,8 Milliarden Reais (10,5 Mrd. Euro) und 2014 rund 21,6 Milliarden Reais (6,5 Mrd. Euro).

Das Unternehmen nannte den niedrigen Ölpreis und eine geringere Nachfrage im Inland als Hauptgründe für das Ergebnis. Zugleich stiegen die Exporte um zwölf Prozent, pro Tag wurden rund 2,14 Millionen Barrel Öl gefördert. Das Unternehmen konnte durch den Verkauf von Anteilen seine Schuldenlast auf 94,5 Milliarden Euro etwas reduzieren. Das Unternehmen ist zu einem drastischen Sparkurs gezwungen. Es wird zudem seit Jahren durch einen Korruptionsskandal um Schmiergeldzahlungen an Politiker bei Auftragsvergaben belastet.

2013 machte der Konzern noch 7,1 Milliarden Euro Gewinn. Petrobras ist in 16 Ländern aktiv und hat rund 78.000 Mitarbeiter. Der Konzern betreibt 122 Ölplattformen, 16 Raffinerien und 8500 Tankstellen.

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Wintershall dampft Investitionen etwas ein

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Kassel, 22.03.2017

Die BASF-Tochter Wintershall blickt trotz der Erholung der Öl- und Gaspreise vorsichtig in die Zukunft. "Es bleibt stürmisch, trotz eines leichten Aufwärtstrends Ende 2016", sagte Vorstandschef Mario Mehren am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz in Kassel. "Auch 2017 wartet mit Herausforderungen." Wintershall könne damit aber umgehen.

Das Unternehmen halte daher an seiner Strategie fest, zu sparen und gleichzeitig zu investieren. "Das ist für uns kein Widerspruch." Ausgewählte Projekte, vor allem in günstigen Förderregionen wie Russland und Argentinien, sollen weiter ausgebaut werden. "Russland ist unsere wichtigste Schwerpunktregion. Daran wird sich nichts ändern."

Der russische Gaskonzern Gazprom ist mit Abstand der wichtigste Partner für die BASF-Tochter. "Wir brauchen Russland. Ohne Russland gibt es für Europa keine Energiesicherheit", sagte Mehren. Bei dem mit Gazprom geplanten Ausbau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 prüfe Wintershall Möglichkeiten, das Vorhaben weiter zu unterstützen und hoffe auf ein baldiges Ergebnis. Welche Möglichkeiten das seien, wollte Mehren nicht sagen, sie seien aber "nicht nur moralisch". Gegenwärtig befinde sich BASF-Chef Kurt Bock in Moskau und tausche sich dort auch mit Gazprom aus. Nord Stream 2 sei ein wichtiges Projekt, betonte auch Bock.

Gazprom wollte das Projekt gemeinsam mit den westlichen Partnern Uniper, Wintershall, Shell, OMV und Engie stemmen, führt es derzeit aber alleine weiter. Hintergrund: Polen und die Ukraine hatten von der EU und der deutschen Bundesregierung einen Stopp des Baus gefordert. Sie fürchten, dass Gazprom die neue Pipeline nutzen will, um kein Gas mehr durch Polen und die Ukraine zu leiten.

Wintershall will bis 2021 rund 4,4 Mrd. Euro in den Ausbau seiner Öl- und Gasaktivitäten investieren. Das ist weniger als noch vor einem Jahr in Aussicht gestellt. Damals hatte das Unternehmen für die kommenden fünf Jahre Investitionen von rund 4,8 Mrd. Euro angekündigt. Inzwischen bekomme Wintershall bei Investitionen aber "mehr fürs Geld". So seien etwa in Norwegen die Preise für Bohranlagen gesunken. Zur Höhe der Einsparungen in diesem Jahr wollte sich der Vorstand nicht äußern. Wintershall wolle unter anderem seine Produktion kosteneffizienter gestalten aber auch am Hauptsitz in Kassel werde geprüft, wo Kosten nochmals gesenkt werden könnten. Dazu gehöre auch, befristete Verträge nicht zu verlängern. Es sei aber keine Entlassungswelle geplant.

Die Produktion will der Konzern bis 2018 unverändert auf 190 (2016: 165) Millionen Barrel Öläquivalent (boe) steigern. In diesem Jahr sollen Umsatz und das Betriebsergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen deutlich steigen, wie Mehren die Prognose der Konzernmutter BASF bekräftigte. 2016 war der Umsatz - vor allem wegen der Trennung vom Gashandels- und Speichergeschäft, das in einem Tauschgeschäft an Gazprom ging - um 79 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro gesunken. Das bereinigte Ergebnis schrumpfte, auch wegen der gefallenen Öl- und Gaspreise, auf 517 Mio. (2015: 1,36 Mrd.) Euro.

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Treibstoff aus Sonnenlicht - Künstliche Super-Sonne startet

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Jülich, 22.03.2017

Für die Entwicklung von Techniken zur Treibstoff-Produktion mit Sonnenlicht haben Wissenschafter in Jülich bei Aachen eine große künstliche Sonne gebaut. Sie braucht zwar Strom, ist aber berechenbarer und viel intensiver als die Sonne am Himmel. Ein Ziel der Anlage ist die effiziente Erzeugung von Wasserstoff, der als besonders umweltfreundlicher Treibstoff der Zukunft, etwa für Flugzeuge, gilt.

Die strombetriebene Hochleistungs-Sonne des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) geht nun in Betrieb. Mit rund 350 Kilowatt hat die künstliche Sonne etwa das Zehnfache der Leistung herkömmlicher Laboranlagen - und mehr als alle Labor-Hochleistungsstrahler weltweit. Die Anlage besteht aus 149 Lampen, die normalerweise für Großkino-Projektoren verwendet werden. "Wir verwenden die Lampen, weil ihr Licht dem der Sonne am ähnlichsten ist", sagte DLR-Projektleiter Kai Wieghardt.

Lichtintensität von 10.000 Sonnen

Die innen verspiegelten Lampenschirme haben einen Durchmesser von einem Meter. Sie sind auf einer 14 Meter hohen und 16 Meter breiten Fläche wabenförmig angeordnet. Selbst die indirekte Strahlung von den Wänden ist noch so stark, dass der Mensch sie nur etwa eine Sekunde lang aushalten könnte. Gebündelt auf einen kleinen Fleck ist die Lichtintensität des Simulators so groß, als würde sie von 10.000 Sonnen kommen.

Auch die Bedingungen für Laborversuche sollen mit dem großen Sonnensimulator verbessert werden. Aufgrund von Wolken und Luftzirkulation unter freiem Himmel haben Forscher in der Natur nie gleiche Strahlungsverhältnisse, wie sie für reproduzierbare Versuche nötig sind. Und bisherige Laboranlagen sind zu klein, um aus den Ergebnissen Wahrscheinlichkeiten für die Praxis berechnen zu können.

Wasserstoff, der nur als chemische Verbindung vorkommt - beispielsweise im Wasser gebunden an ein Sauerstoffatom - wird in Jülich in einem direkten chemischen Prozess abgespalten. Und zwar mit Energie der künstlichen Sonne, wie Wieghardt erklärte: Metall wird damit auf 800 Grad erhitzt und mit Wasserdampf bespritzt. Das Metall reagiert mit dem Sauerstoff, der Wasserstoff bleibt übrig. Beim weiteren Erhitzen wird der Sauerstoff wieder vom Metall getrennt. In Laborversuchen soll auch untersucht werden, welches Metall sich am besten dafür eignet. Mit dem direkten Verfahren geht die DLR einen eher ungewöhnlichen Weg. Üblich ist bei der Gewinnung von Wasserstoff der Umweg über die Elektrolyse.

Energie-Reservoir der Sonne soll nutzbar gemacht werden

Die Forschungsarbeiten in der Sonnensimulation werden nach DLR-Einschätzungen "etliche Jahre" dauern. Es gelte, das schier endlose Energie-Reservoir der Sonne nutzbar zu machen: "Die Sonne schickt uns das 10.000-fache des Weltenergieverbrauchs auf die Erde. Das ist ein Vielfaches der natürlichen Ressourcen, die es an Brennstoffen und Treibstoffen noch gibt", sagte Wieghardt.

Der Sonnensimulator selbst ist ein Energiefresser: In vier Stunden Betrieb verbraucht die Anlage so viel Strom wie ein vierköpfiger Haushalt in einem Jahr. Ein relativer Wert, wie Wieghardt meinte. Denn ein Ziel sei es, mit "Synlight" die Effizienz von Solarkraftwerken zu verbessern. Wenn dadurch nur ein Solarkraftwerk ein Prozent effektiver werde, würde sich der Energieaufwand nach Einschätzung der Forscher schon bezahlt machen.

APA/dpa
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Kein Referendum in Ungarn über Erweiterung des AKW Paks

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Budapest, 22.03.2017

Über die Erweiterung des ungarischen Atomkraftwerkes Paks wird es vorerst keine Volksabstimmung geben. Die Wahlbehörde (NVB) hat die Eingabe abgewiesen, berichteten Medien am Mittwoch. Die NVB argumentierte, dass die meisten der fünf eingereichten Fragen internationale Verträge beträfen, über die kein Referendum zulässig sei. Zudem seien manche Formulierungen "nicht eindeutig", hieß es.

Die Eingabe war durch Jozsef Gal, dem Sprecher der im Parlament vertretenen Grün-Partei LMP, erfolgt. Die Fragen bezogen sich nicht nur auf eine Verhinderung des geplanten Baus zweier neuer Reaktorblöcke für das südungarische AKW an der Donau, sondern auf einen generellen Ausstieg Ungarns aus der Atomkraft.

Die Wahlbehörde verwies darauf, dass das Ergebnis eines Referendums nach ungarischem Recht für das Parlament nur für drei Jahre bindend sei. Manche der Fragen erweckten jedoch den Eindruck, als könne das Volk durch die Abstimmung definitive Entscheidungen für Jahrzehnte fällen. Zudem könnten "die Stimmbürger die umfassenden, echten Konsequenzen der Entscheidung nicht abschätzen", hieß es wörtlich in der Begründung der NVB auf ihrer Homepage.

Die Grün-Partei zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung der Wahlbehörde. Die NVB habe bloß nach Gründen gesucht, um das Referendum nicht zuzulassen, sagte LMP-Ko-Chefin und Fraktionsvorsitzende Bernadett Szel der Nachrichtenagentur MTI. Offenbar habe "die Atomlobby ihren Fuß in die Wahlbehörde gesetzt", meinte sie. Sie kündigte an, gegen die Entscheidung vor dem Obersten Gerichtshof (Kuria) vorzugehen sowie weitere Referendumsfragen einreichen zu wollen.

Die EU-Kommission hatte erst Anfang des Monats entschieden, dass Ungarn den vom russischen Konzern Rosatom durchgeführten AKW-Bau subventionieren darf. Österreich hat Widerstand gegen diese Entscheidung angekündigt. Man betrachte die Beihilfe als unzulässig und problematisch für die Förderung erneuerbarer Energien.

APA
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Solarworld kämpft wieder ums Überleben

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Bonn, 22.03.2017

Paragraf 92 des deutschen Aktienrechts ist eine Vorschrift für den Notfall: Sie regelt "Vorstandspflichten bei Verlust, Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit". Nach dieser Vorschrift kündigte die Bonner Solarworld AG einen starken Einbruch des Grundkapitals und eine außerordentliche Hauptversammlung an. Alarmsignal für die Anleger - die Aktien rauschten zeitweise um 33 Prozent in den Keller.

Das einstige Musterunternehmen der Energiewende, das in guten Zeiten 2008 sogar mal Opel kaufen wollte, steckt erneut tief in der Krise und kämpft um sein Überleben.

Das Hauptproblem für Gründer und Firmenchef Frank Asbeck ist dabei seit Jahren das gleiche: Die Billigkonkurrenz aus Asien, vor allem China, bedroht die Bonner, die gerade auf hochwertige und damit teure monokristalline Solarmodule mit hohem Wirkungsgrad setzen. Zwar gibt es EU-Schutzzölle gegen Dumping-Angebote aus China. Diese werden aber vielfach unterlaufen: Entweder schlicht durch illegalen Handel, kritisiert Solarworld, oder eleganter dadurch, dass die großen chinesischen Hersteller längst Fabriken in anderen asiatischen Ländern wie Vietnam oder Thailand aufgebaut haben.

Sechs Jahre in Folge - seit 2011 - hat Asbeck real rote Zahlen erwirtschaftet. Bereits 2012 rutschte das Eigenkapital nach Rekordverlusten von mehr als 600 Mio. Euro in den Minusbereich. Der findige Geschäftsmann, zu dessen Stärken die Überzeugungskraft im Direktkontakt zählt, wusste seine Firma aber trotz hoher Schulden zu retten: Er brachte einen Schuldenschnitt durch, bei dem die Gläubiger auf 60 Prozent ihres Geldes im Tausch gegen Aktien verzichteten.

Die Aktionäre mussten 95 Prozent ihres Aktienwertes abschreiben. Zugleich brachte ein Investor aus Katar neues Geld und Solarworld übernahm Anfang 2014 von Bosch deren Solarfertigung in Arnstadt einschließlich der Mitarbeiter und kassierte dafür 130 Mio. Euro.

Danach sah Asbeck die Zukunft des Unternehmens wieder mit Optimismus, auch wenn die ersten Gewinne wohl noch über Jahre ausbleiben werden und sich für Solarworld eine zweite, existenziell bedrohliche Gefahr aufgetan hat: Der ehemalige Siliziumlieferant Hemlock aus den USA verklagte Solarworld 2013 wegen nicht erfüllter Abnahmezusagen auf umgerechnet rund 720 Mio. Euro Schadenersatz. Ein US-Gericht hat diesen Anspruch im Sommer 2016 bejaht, Solarworld ist in Berufung gegangen. Gewinnt Hemlock und kann seine Ansprüche auch in Deutschland geltend machen, wird es eng: Rücklagen für die Forderung bestehen nicht.

Das empfindliche Schrumpfen des Eigenkapitals erschwere nun auch die finanziellen Möglichkeiten für eine gütliche Einigung mit den US-Amerikanern, sagt der Solarfachmann und Branchenkenner Götz Fischbeck vom Beratungsunternehmen Smart Solar Consulting. Schnelle Entlastung auf dem deutschen Markt sieht er nicht: Nach der jüngsten Billigangebotswelle aus China sind die Preise um rund 20 Prozent eingebrochen. "Es ist extrem schwierig, dem hinterher zu sparen." Außerdem muss Solarworld bis 2019 rund 350 Mio. Euro an Darlehen und Anleihen zurückzahlen. Spätestens dann müsse die Firma den Turnaround geschafft haben, weil sie sonst kaum ausreichend neue Kredite bekommen werde.

Die außerordentliche Hauptversammlung wird vor diesem Hintergrund zu einem Canossa-Gang für Asbeck. Zunächst mal muss er den Anlegern erklären, ob das Solarworld-Geschäftsmodell angesichts der abgestürzten Modulpreise noch zukunftssicher ist. Und dann - erwarten Branchenbeobachter - dürfte das Thema Eigenkapital auf den Tisch kommen - eventuell mit einer Kapitalerhöhung und damit neuen Schmerzen für die Aktionäre.

APA/dpa
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Putin verteidigt Nord Stream 2

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Moskau, 22.03.2017

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die umstrittene neue Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 als rein wirtschaftliches Projekt verteidigt. Die Leitung für russisches Gas Richtung Europa richte sich gegen niemanden, sagte Putin am Mittwoch in Moskau bei einem Treffen mit BASF-Vorstandschef Kurt Bock.

"Wir wollen die Beziehungen mit allen unseren Partnern fortsetzen, auch mit der Ukraine als Transitland", sagte der Kremlchef der Agentur Interfax zufolge.

Der deutsche Chemieriese BASF ist über die Tochter Wintershall an der bereits bestehenden Pipeline Nord Stream und der geplanten Parallelleitung beteiligt. Der neue Strang soll den Gastransport von Russland nach Lubmin an der deutschen Ostseeküste von 2019 an auf bis zu 110 Milliarden Kubikmeter im Jahr verdoppeln. Viele nord- und mitteleuropäische EU-Staaten kritisieren, dass Europa dadurch zu abhängig von russischem Gas werde. Die Ukraine fürchtet, als Transitland ausgeschaltet zu werden. Die EU-Kommission in Brüssel sieht das Vorhaben skeptisch, die Bundesregierung hat keine Bedenken.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland hätten unter "ungünstigen Ereignissen" gelitten, sagte Putin. Er hoffe auf eine vollständige Wiederherstellung. Wegen der russischen Einverleibung der ukrainischen Halbinsel Krim sowie der Unterstützung prorussischer Separatisten in der Ostukraine hat die EU Sanktionen 2014 gegen Moskau verhängt. Russland reagierte mit Gegenmaßnahmen. Wegen der Sanktionen sowie der Wirtschaftskrise in Russland ist der deutsch-russische Handel in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.

APA/dpa
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Ursache für Alterung von Metall-Sauerstoff-Batterie gefunden

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Graz, 21.03.2017

Metall-Sauerstoff-Batterien gelten als vielversprechende Technologie für den Einsatz von Elektroautos: Ihre theoretische Energiedichte ist höher als bei gängigen Lithium-Ionen-Akkus und sie sind auch leichter. Allerdings haben sie nur eine sehr kurze Lebenszeit. Grazer Forscher schreiben dem reaktiven Singulett-Sauerstoff die Ursache für die Alterung zu - und bieten eine erste Lösung an.

Stefan Freunberger befasst sich am Institut für Chemische Technologie der TU Graz mit den Alterungsprozessen in Sauerstoffbatterien. In solchen Akkus wird die elektrische Energie durch die Reaktion von Metallen mit Sauerstoff freigesetzt, wie Freunberger gegenüber der APA schilderte. Hohe Energiedichte und hoher Wirkungsgrad sind Vorteile von Lithium-Luft-Batterien: Sie könnten potenziell zehnmal mehr Energie als Lithium-Ionen-Batterien speichern und gelten daher als aussichtsreiche Nachfolgegeneration. Ihr großes Manko ist jedoch die rasche Alterung und Nebenreaktionen, die eine mangelhafte Stabilität verursachen.

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Festkörperbatterien-Designs, verwenden Metall-Sauerstoff-Batterien Sauerstoff aus der Umgebung als Reaktionspartner. Lithium-Luft-Batterien bestehen zum Beispiel aus einer leitfähigen Elektrolytlösung und zwei Elektroden: Einer Anode aus Lithium und einer sauerstoffdurchlässigen Kathode aus einer porösen Kohlenstoffstruktur. Beim Entladen verbinden sich die Lithium-Ionen der Anode über die organische Flüssigkeit mit Sauerstoff - und über eine Zwischenstufe von Superoxid - zu Lithiumperoxid. Dieses setzt sich in fester Form an der Kathode ab. Im Zuge der Reaktion werden Elektronen freigesetzt, die als elektrische Energie z. B. zum Betreiben eines Elektroautos genutzt werden können. Beim Laden bricht das Lithiumperoxid über eine Zwischenstufe in Sauerstoff und Lithium auf.

In der jüngsten Ausgabe von "Nature Energy" hat der Grazer Forscher gemeinsam mit Kollegen der Universitäten Amiens, Montpellier und Southampton dargelegt, warum Lithium-Luft-Akkus nach kurzer Zeit einen erklecklichen Teil ihrer Leistung verlieren. Demnach ist sogenannter Singulett-Sauerstoff (Singlet Oxygen) dafür verantwortlich. Diese sehr energiereiche Form des Sauerstoffs, die beim Entladen der Akkus frei wird, greift die Kohlenstoff-Elektrode in Sauerstoff-Batteriesystemen an. Vor allem erzeuge Singulett-Sauerstoff wiederum Nebenprodukte, "die den weiteren Elektronen- und Ionenfluss erschweren", wie der Grazer Forscher gegenüber der APA erklärte.

Superoxid nicht der alleinige Grund

Bisher wurde vor allem die Wirkung von Superoxid im Zuge der Entladung als Ursache für rasche Batteriealterung angenommen. "Mir war schon länger klar, dass Superoxid nicht der alleinige Grund sein kann", schilderte Freunberger seinen Ausgangspunkt. Er verfolgte eine andere Überlegung: "Singulett-Sauerstoff ist nicht unbekannt, weil er sehr reaktiv ist". Allerdings sei bisher noch nicht überprüft worden, ob er auch in Batterien vorkommt. "Nicht zuletzt, weil es keine Methoden gab, um ihn dort zu detektieren", wie der Grazer Forscher ausführte. Die hohe Reaktionsfreude mache es schwer, diese angeregte, sehr kurzlebige Form des Sauerstoffs nachzuweisen.

Den Forschern ist dies durch eine Kombination mehrerer Methoden, bei denen Fluoreszenzverhalten als auch die Lichtemissionen eine Rolle spielen, gelungen. In der aktuellen Publikation von "Nature Energy" beschrieben sie die eigens entwickelte Detektionsmethode und belegen, dass "Singlet Oxygen" hauptverantwortlich für die Alterung des Batteriesystems ist.

Weiters legten das Team einen ersten Ansatz dafür vor, wie sich die der Singulett-Sauerstoff unschädlich machen lässt: In der Biologie sei schon lange bekannt, dass "Singlet Oxygen" ein Hauptgrund für die Alterung von Zellen ist. Die Natur bewirke die Superoxid-Dismutase (SOD) eine entsprechende Neutralisierung. "Wir haben eine Molekülklasse identifiziert, die das erfüllen kann", so Freunberger. Nun mache man sich Gedanken, wie man diese - es handelt sich um zyklische Amine - in das Batteriesystem einschleusen kann. "Hinter der Tür, die wir aufgestoßen haben, wartet noch einen Menge Arbeit", schloss Freunberger.

Service: "Singlet Oxygen Generation as a Major Cause for Parasitic Reactions during Cycling of Aprotic Lithium-Oxygen Batteries", Nature Energy. DOI: 10.1038/nenergy.2017.36. http://dx.doi.org/10.1038/nenergy.2017.36

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US-Außenministerium: Größe der Klimawandel-Bedrohung unklar

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Washington, 21.03.2017

Das US-Außenministerium ist sich nach eigenem Bekunden noch nicht darüber im Klaren, wie groß die Bedrohung durch den Klimawandel ist. "Wir sind noch dabei herauszufinden, wie groß die Bedrohung ist und wie wir einer Bedrohung begegnen", sagte Ministeriumssprecher Mark Toner in Washington.

"Wir glauben, dass Klimawandel ein Problem ist", fügte er hinzu. Allerdings sei es Ziel des neuen Außenministers Rex Tillerson, die Ausgaben des Ministeriums zu senken.

Das Weiße Haus hatte zuvor erklärt, Washington werde seine Zahlungen für den Green Climate Fund, ein wesentlicher Bestandteil des Pariser Klimaabkommens, einstellen. Mit dem Fonds soll Entwicklungsländern dabei geholfen werden, Maßnahmen zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes und zum eigenen Schutz vor Auswirkungen des Klimawandels zu ergreifen.

APA/dpa
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Uniper fordert Lohnverzicht von Mitarbeitern - Zeitung

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Düsseldorf, 21.03.2017

Auf seinem strikten Sparkurs fordert der deutsche Energiekonzern Uniper einem Zeitungsbericht zufolge von den Mitarbeitern weitreichende finanzielle Zugeständnisse. Der von E.ON abgespaltene Energiekonzern Uniper hatte im November bekannt gegeben, dass er bis Ende 2018 die Kosten dauerhaft um 400 Mio. Euro senken will.

In Gesprächen mit Betriebsräten und Gewerkschaften solle es unter anderem um einen Verzicht auf das Weihnachtsgeld, das Streichen von Vergünstigungen beim Strompreis sowie von Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschlägen, das Abschaffen der Erfolgsbeteiligung und variabler Gehaltskomponenten gehen, berichtet die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung".

Außerdem sollen dem Bericht zufolge alle Tarifangestellten von Uniper um eine Gehaltsgruppe heruntergestuft werden, soweit sie nicht schon auf der untersten Ebene eingruppiert sind. Gefordert werde auch, dass alle außertariflich Angestellten von Uniper im gleichen Rahmen verzichten sollen. Schätzungen zufolge entspricht dies laut "WAZ" Kostensenkungen bei den Beschäftigten von rund 25 bis 30 Prozent.

"Einen großen Teil der Einsparungen wollen beziehungsweise haben wir bereits im Bereich der Sachkosten, zum Beispiel aus den Bereichen Einkauf und IT, realisiert", erklärte eine Sprecherin. Uniper halte aber auch Maßnahmen zur Reduzierung von Personalkosten für unverzichtbar, "um unser Unternehmen vor dem Hintergrund der anhaltend schlechten Marktbedingungen nachhaltig wettbewerbsfähig aufzustellen", hieß es in einer Stellungnahme.

Ziel sei es, in partnerschaftlicher Weise mit Gewerkschaften und Betriebsräten Lösungen zu finden. Zu konkreten Maßnahmen könne man sich nicht äußern, solange diese Gespräche nicht abgeschlossen seien.

APA/dpa
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Energiekonzern CEZ machte 2016 weniger Gewinn

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Prag, 21.03.2017

Der tschechische Energiekonzern CEZ hat 2016 einen Nettogewinn in Höhe von 14,6 Mrd. Kronen (540,3 Mio. Euro) erwirtschaftet, um 29 Prozent weniger als im Jahr davor. Die Erlöse lagen 2016 bei 203,7 Mrd. Kronen, um 3 Prozent niedriger im Jahresvergleich, teilte CEZ mit.

Der Rückgang des Nettogewinns ist laut den Analysten wie in den vergangenen Jahren vor allem auf niedrige Strompreise zurückzuführen. Die zu 70 Prozent staatliche CEZ, Betreiber der Atomkraftwerke Temelin und Dukovany, ist mit rund 26.000 Mitarbeitern die größte Energiefirma in Tschechien.

APA
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Energieverbrauch blieb in Vorarlberg konstant

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Bregenz, 21.03.2017

Zwar ist der Energieverbrauch in Vorarlberg zwischen 2005 und 2015 weitgehend stabil geblieben, die bis 2020 angestrebte Reduktion um 15 Prozent liegt jedoch weit entfernt. "Das ist eine hohe Zielsetzung, die aber natürlich bestehen bleibt", sagte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). Einen schon klaren Trend nach unten gibt es hingegen bei den Kohlendioxid-Emissionen.

Wallner und der zuständige Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP) wiesen auf die großen Anstrengungen der vergangenen Jahre hin. Besonders betont wurden vom Regierungschef die Entwicklungen innerhalb des Landes in der angesprochenen Zeitspanne. So nahm die Einwohnerzahl um 6,7 Prozent (von 361.000 auf 385.000) zu, die Gebäudefläche stieg um elf Prozent an und die Zahl der Beschäftigten um 13 Prozent. Das Bruttoregionalprodukt wuchs gar um 41 Prozent (von 11,5 auf 16,1 Mrd. Euro). Der gleichbleibende Energieverbrauch bedeute folglich, "dass die Energieeffizienz beträchtlich gesteigert werden konnte", so Wallner.

Im heurigen Jahr setzt das Land insbesondere Schwerpunkte im Bereich der Ölheizungen und der E-Mobilität. Zwar spielten Ölheizungen bei Neubauten praktisch keine Rolle mehr, im Bestand aber sehr wohl. Anreiz zum Umstieg soll ein Bonus von 2.500 Euro sein, zusammen mit Bundesförderungen kann dieser noch wesentlich höher ausfallen. Zwischen 2005 und 2015 hat die Zahl der Ölheizungen in Vorarlberg um rund 50 Prozent abgenommen. Umgekehrt wurde der Anteil der erneuerbaren Energieträger von 30 auf 40 Prozent gesteigert - weshalb die Kohlendioxid-Emissionen zurückgingen.

Fokus auf Ladeinfrastruktur

Bei der E-Mobilität steht in Vorarlberg - neben der Steigerung der Zahl der E-Fahrzeuge - die Frage der Ladeinfrastruktur im Vordergrund. Derzeit gibt es im Ländle 210 Ladestationen des (gängigen) Typs zwei. Nun soll zum einen der Bedarf genau erarbeitet werden, zum anderen möchte man speziell bei Mehrparteienhäusern Ladestationen bzw. die Voraussetzungen dafür schaffen.

Vorarlberg strebt bis 2050 die Energieautonomie an. Um das Ziel zu erreichen, wurden unter anderem "101 enkeltaugliche Maßnahmen" festgelegt, von denen der Großteil sich bereits in Umsetzung befindet. Wesentliche Eckpfeiler der Strategie sind die Reduktion des Energieverbrauchs, eine gesteigerte Effizienz sowie der Ersatz herkömmlicher Energiequellen durch erneuerbare Energieträger.

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EU-Energiegemeinschaft: Verfahren gegen Serbien eingeleitet

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Belgrad/EU-weit, 21.03.2017

Das Sekretariat der EU-Energiegemeinschaft hat nun laut Medienberichten in Belgrad ein Verfahren gegen Serbien wegen der Nichteinhaltung der EU-Wettbewerbsregeln auf dem Gasmarkt eingeleitet. Dazu kam es, nachdem Belgrad zuvor in einer zweimonatigen Frist, die ihm mit dem im Jänner eingeleiteten Vorverfahren eingeräumt worden war, Probleme nicht behoben hatte.

Konkret geht es dabei um ein 2012 zwischen Serbien und Russland abgeschlossenes Gaslieferungsabkommen. In dem zwischen dem russischen Gasriesen Gazprom, Srbijagas und dem serbisch-russischen Unternehmen Jugorosgas abgeschlossenen Abkommen wurden Gaslieferungen von bis zu fünf Milliarden Kubikmeter Gas jährlich ausschließlich für den serbischen Markt vereinbart. Dies widerspricht den EU-Wettbewerbsregeln. Serbien wurde nun aufgefordert, das Problem innerhalb von zwei Monaten zu beheben.

Die EU-Energiegemeinschaft hatte 2005 mit Albanien, Bosnien, Bulgarien, Kroatien, Montenegro, Mazedonien, Rumänien, Serbien und der UNMIK für den Kosovo einen Vertrag zur Errichtung der Energiegemeinschaft Südosteuropa unterzeichnet. Der Europäische Energiebinnenmarkt wurde dadurch auf die Länder Südosteuropas erweitert. Diese wurden verpflichtet, den gemeinsamen Besitzstand der EU im Energiebereich umzusetzen. Auch die Grundprinzipien der EU-Wettbewerbspolitik müssen eingehalten werden.

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ENI und Gazprom unterzeichneten Memorandum

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Rom, 21.03.2017

Der italienische Energiekonzern ENI und der russische Energiekonzern Gazprom haben in Moskau ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Damit signalisieren die beiden Energiekonzerne ihr Interesse für eine Kooperation zur Entwicklung eines Südkorridors für russische Gasexporte in Richtung Europa, heißt es in einer Presseaussendung.

Bei der Entwicklung des Südkorridors solle es sich um neue Projekte handeln. Im Rahmen des Memorandums sollen auch die Abkommen bezüglich Lieferungen von russischem Gas in Richtung Italien revidiert werden.

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Experten: Strom aus Windkraft auf See wird deutlich billiger

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Hamburg/Düsseldorf, 21.03.2017

Der teure Strom aus Windparks auf See wird nach Einschätzung von Experten in Zukunft deutlich billiger. Die Einspeisevergütung von gegenwärtig 19,4 Cent je Kilowattstunde werde auf deutlich unter 10 Cent sinken, heißt es in einer Stellungnahme der Unternehmensberatung PwC zu einer Fachkonferenz in Hamburg.

Grund sind drastische Kostensenkungen durch die Installation immer größerer Windkraftanlagen in der Nordsee. Nach dem neuen Windenergie-auf-See-Gesetz werden die Windparks ab 1. April ausgeschrieben und an den günstigsten Anbieter vergeben. Das Verfahren hat im Ausland zu deutlich günstigeren Windparks geführt.

APA/dpa
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Deutschland schließt Energieabkommen mit Australien

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Berlin, 21.03.2017

Deutschland geht mit Australien eine Partnerschaft in den Bereichen Energie und Rohstoffe ein. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten der deutsche Wirtschaftsstaatssekretär Rainer Baake und sein australischer Kollege Gordon de Brouwer am Rande der Fachveranstaltung "Berlin Energy Transition Dialogue".

Zentrales Thema einer neuen Arbeitsgruppe ist der Austausch über langfristige Energiestrategien mit dem Ziel, den Wandel hin zu einer umweltverträglichen, sicheren und bezahlbaren Energieversorgung zu fördern und zu beschleunigen.

Durch den Austausch wollen beide Regierungen die Energieproduktivität erhöhen und den Ausbau der erneuerbaren Energien fördern. Zudem soll es um eine Diversifizierung der Energiequellen gehen. Neben Fragen des Klimawandels sollen Möglichkeiten der verstärkten Zusammenarbeit im Bereich der Markt- und Systemintegration, erneuerbare Energien, der Energieforschung und des Rohstoffhandels diskutiert werden. "Gemeinsam wollen wir geeignete Rahmenbedingungen schaffen, um die notwendigen Investitionen in die Technologien anzureizen, die wir brauchen, um unsere ambitionierten energie- und klimapolitischen Ziele zu erreichen", sagte Baake. Zudem solle ein offener und fairer Handel mit Energie und Rohstoffen ermöglicht werden.

Australien ist außerordentlich reich an Rohstoffen. Das G-20-Land ist einer der größten Kohlexporteure der Welt und verfügt über namhafte Vorkommen an Erdgas und Öl, aber auch Gold, Silber, Diamanten, Eisenerz und Bauxit.

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Hohes US-Ölangebot drückt die Preise

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New York/London, 20.03.2017

Die Ölpreise sind am Montag im frühen Handel gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete in der Früh 51,37 US-Dollar (47,84 Euro). Das waren um 39 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Mai fiel um 43 Cent auf 48,88 Dollar.

Weitere Hinweise auf ein hohes US-Ölangebot drückten auf die Preise, hieß es aus dem Handel. Am Freitag hatte der Ölausrüster Baker Hughes berichtet, dass die Zahl der Bohrlöcher in der vergangenen Woche um 14 auf 631 gestiegen sei. Marktbeobachter verwiesen außerdem darauf, dass Spekulationen auf steigende Preise zuletzt deutlich zurückgegangen seien.

Im Fokus der Anleger steht auch die Frage, inwieweit das Ölkartell OPEC und weitere Förderländer ihre angekündigten Förderkürzungen tatsächlich umsetzen. Zuletzt hatte es zum Teil gegenläufige Berichte hierzu gegeben. Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte einen Anstieg der saudi-arabischen Ölproduktion im Februar gemeldet, ebenso die OPEC selbst. Dem standen allerdings Kürzungen der Fördermenge im Irak und in den Vereinigten Arabischen Emiraten gegenüber.

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Wie die USA dem Klimaschutz in die Quere kommen

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Washington, 20.03.2017

In der westlichen Welt gibt es derzeit so ziemlich genau nur eine ernst zu nehmende politische Kraft, die den Klimawandel als vom Menschen verursachtes Problem abstreitet: Die Republikanische Partei der Vereinigten Staaten. Pech für das Weltklima ist, dass die Republikaner die wichtigste Partei bei der Lösung des Problems wären.

Sie stellen den US-Präsidenten und die Mehrheit im US-Kongress, bestimmen also die Politik der größten Volkswirtschaft der Welt. Klimaschützer sprechen von einer Politik des Zertrümmerns.

Denn die Regierung von Präsident Donald Trump tut derzeit alles, um den internationalen Klimaschutz zu torpedieren. Im Wahlkampf hatte Trump erklärt, er werde aus dem jahrelang mühsam verhandelten Pariser Klimaschutzabkommen austreten. Der Plan scheint jetzt ein anderer zu sein. Der offizielle Austritt wäre zu kompliziert, würde Jahre dauern und viel Lärm erzeugen. Stattdessen kündigt die US-Regierung an, ihre selbst auferlegten Verpflichtungen einfach nicht zu erfüllen.

Im vor wenigen Tagen vorgelegten Budgetentwurf erklärte das Weiße Haus, die Ausgaben für die Umweltenergiebehörde EPA, für Fragen rund um den Klimaschutz zuständig, um rund ein Drittel zu schrumpfen, 3.200 Mitarbeiter sollen gehen. Die Ausgaben für die Forschungsabteilung der EPA, wo viele Klimaschutzprogramme entwickelt werden, sollen von 488 Millionen (454,50 Mio. Euro) auf 258 Millionen Dollar (240,29 Mio. Euro) fast halbiert werden.

Trump hat mit seiner Deregulierungs-Welle den Startschuss gegeben, um so ziemlich alles, was Barack Obama in Richtung Klimaschutz unternommen hat, aufzuheben oder abzuschwächen. Die Abgasvorschriften für Autos werden gelockert, die Vorschriften für den Kohleabbau abgemildert, die Erdölförderung forciert, Subventionen für erneuerbare Energien gekürzt.

Von der Rotstift-Politik betroffen sind neben der EPA vor allem auch die Wetterbeobachtung der Raumfahrtbehörde NASA und die Klimaforschungsbehörde NOAA. Dort haben Überzeugungstäter schon technische Vorrichtungen in die Computer gebaut, um im Falle des Falles die wissenschaftlich wertvollen Daten sichern zu können.

Auch wenn mit Außenminister Rex Tillerson ausgerechnet ein jahrzehntelanger Öl-Boss beim Abbau des Klimaschutzes ein wenig auf die Bremse tritt: Die Politik der späten Obama-Jahre, als die USA sich vom Saulus zum Paulus der Klimapolitik entwickelt hatten, erscheint aus heutiger Sicht als Strohfeuer.

In konservativen Kreisen werden erprobte Muster bemüht. "Das Klimaschutzabkommen von Paris abzulehnen ist, wie wenn man sich ein Pflaster von der Haut reißt - es tut kurz weh in Form von Protesten der UNO und anderer Regierungen. Und danach: Nichts.", schreibt Brett Schaefer von der ultrakonservativen Heritage Foundation. Es gebe keinen Nachweis, dass Paris die Erderwärmung entscheidend verlangsame, deshalb könne man das Abkommen negieren. Eine Argumentationslinie, mit deren Hilfe George W. Bush schon das Kyoto-Protokoll erfolgreich torpediert hatte.

Wie die neue Linie in Washington wirken kann, hat gerade das Treffen der G-20-Finanzminister in Baden-Baden gezeigt. Dort wurde die Ablaufzeit für Subventionen für fossile Energieträger im Jahr 2025 genauso gestrichen wie jeglicher Verweis auf das Pariser Klimaschutzabkommen. "Eine Verbeugung der übrigen Finanzminister vor der neuen Marschrichtung der USA unter Donald Trump", sieht Jan Kowalzig vom entwicklungspolitischen Hilfswerk Oxfam.

Auch ohne Paris zu verlassen, kann Trump dem internationalen Klimaschutz gewaltige Steine in den Weg legen. Indem er zum Beispiel - wie angekündigt - die US-Zahlungen an den internationalen Green Climate Fund stoppt oder die US-Mittel für das UNO-Klimasekretariat kürzt. Eine rechtliche Handhabe hat der Rest der Welt nicht, den USA drohen keinerlei Sanktionen.

Allerdings gibt es innenpolitische Hürden. "Es ist keine einfache Sache, Gesetze und Regulierungen auf bundesstaatlicher Ebene zu ändern", sagt Harvard-Professor Robert N. Stavins, ein früherer EPA-Berater. "Eher mit einem Skalpell als mit einer Axt" müsse also der neue EPA-Chef Scott Pruitt zu Werke gehen, der als Generalstaatsanwalt von Oklahoma jeden Zusammenhang von Fracking mit den Hunderten von Erdbeben in seinem Staat pro Jahr genauso bestritt wie den Zusammenhang von CO2-Ausstoß und Erderwärmung. An die Klimapolitik der einzelnen Staaten und Städte könne Trump gar nicht heran, die werde deshalb jetzt wichtiger, sagt Stavins.

Immerhin: Die Angst vor der US-Politik schweißt die Klimaschützer auch zusammen. Ohne Trump wäre das Pariser Abkommen nicht so früh in Kraft getreten, die Staaten ratifizierten extra-eilig. "Wir beobachten die Debatte in den USA mit Sorge, aber lassen uns auch nicht zu sehr von ihr ablenken", sagt Tobias Münchmeyer von Greenpeace. Andere halten sich daran fest, dass die Regierungszeit des US-Präsidenten nicht ewig dauern wird: "In den nächsten vier Jahren müssen wir Schadensbegrenzung betreiben", sagt etwa der Ökonom Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Die Hoffnungen ruhen jetzt auf anderen Ländern: "Indien baut in den kommenden drei Jahren mehr neue Solarparks als Amerika bis 2015 insgesamt, China hat im Jänner angekündigt, mehr als 100 geplante Kohlekraftwerke zu streichen, und in Lateinamerika schlagen günstige erneuerbare Energien bei Auktionen alles andere aus dem Feld", zählt Münchmeyer auf. Vor dem G-20-Gipfel in Hamburg am 7. und 8. Juli werde diese Dynamik noch deutlicher werden.

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Zu zaghafter deutscher Offshore-Windkraft-Ausbau

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Berlin, 20.03.2017

Nach Ansicht des dänischen Windparkbauers Dong Energy läuft der Ausbau der Offshore-Windkraft hierzulande noch zu zaghaft. Dass über eine Erweiterung von 700 bis 800 Megawatt pro Jahr diskutiert werde, sei "fern der Zukunft", sagte Deutschland-Chef Martin Neubert. Dong Energy baut und betreibt Windparks etwa in der Nordsee.

"Die Industrie hat bewiesen, dass sie weit mehr als 2.000 Megawatt leisten kann", meinte Neubert. Zugleich forderte der Manager ein besseres Zusammenspiel zwischen Netzbetreibern, Windpark-Entwicklern und Behörden. Bisher gebe es nur bilaterale Gespräche. Nötig sei aber ein runder Tisch mit allen Beteiligten. "Die Industrie hat ihre Hausaufgaben gemacht, hat Kosten runtergebracht. Jetzt stehen jede Menge Fertigungskapazitäten in Deutschland, aber wir kommen nicht mit dem Netz hinterher."

Über neue Stromführungen wird seit Langem gestritten - jetzt nimmt der Bau gigantischer unterirdischer Trassen quer durch Deutschland konkrete Formen an. Die Netzbetreiber Tennet, TransnetBW und 50Hertz hatten Anfang März in Berlin Routen-Vorschläge für mögliche Erdkabel-Korridore vorgelegt, mit denen Windstrom von den Küsten in die Industriezentren des Südens transportiert werden soll.

Der Ökostrom-Anteil in Deutschland soll nach dem Willen des Bundes von heute gut einem Drittel auf 40 bis 45 Prozent im Jahr 2025 steigen. Um bei der Energiewende Kosten zu sparen, wird der Betrieb neuer Windparks in Nord- und Ostsee ausgeschrieben.

Bisher war die Höhe der Vergütung vorgegeben: Jede Anlage bekam dann eine feste Summe pro Kilowattstunde - unabhängig davon, wie viele Windräder schon in der Region liefen. Künftig erhält der Bieter mit dem günstigsten Angebot den Zuschlag. Ähnliche Ausschreibungen laufen für Photovoltaik-Anlagen seit Anfang 2015. Die Bundesnetzagentur sieht darin ein erfolgreiches Mittel zur Dämpfung der Vergütungen.

In der Debatte über neue Netze müssten die gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen gemeinsam angegangen werden, sagte Neubert. Bisher sei für Dong der Netzbetreiber der einzige Ansprechpartner. Dieser wiederum spreche mit der Bundesnetzagentur und den Lieferanten.

Sein Geschäftsführer-Kollege Volker Malmen verwies auf den raschen Aufbau der Infrastruktur im Osten nach der Wiedervereinigung. "Das Stromnetzthema sollte man ähnlich behandeln." Wichtig sei es, die Regulierung zu vereinfachen und den Netzausbau zu beschleunigen.

Malmen warnte, dass Deutschland seine Vorreiterrolle bei der Offshore-Technologie verlieren könne, wenn der Ausbau stocke. "Das ist dann wieder so ein deutscher Exportschlager, den wir Deutschen mit unserem Wissen zwar entwickelt haben, aber die Vorteile nicht nutzen", sagte er. Leidtragende könnten auch Zulieferer sein.

Wenn Deutschland die Energiewende umsetzen wolle, sei bis 2050 eine Kapazität von 50 bis 60 Gigawatt aus Offshore-Wind nötig. "Bis 2020 werden wir etwa 7,7 Gigawatt haben, das sind etwas über 10 Prozent", sagte Malmen. Dabei sei das Potenzial auch in der Nordsee groß.

APA/dpa
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EU-Wälder konnten zehn Prozent des CO2-Ausstoßes aufnehmen

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Brüssel, 20.03.2017

Der Waldbestand in der EU konnte 2014 insgesamt rund zehn Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes aufnehmen. Die höchste Absorptionsfähigkeit im Verhältnis zur Waldfläche im Verhältnis zum Treibhausgas-Ausstoß wies nach Angaben von Eurostat vom Montag Schweden mit 82 Prozent auf. Österreichs Wälder konnten 5,6 Prozent der selbst verursachten CO2-Abgase verarbeiten.

Schlusslicht ist Lettland, das als einziges EU-Land sogar um 6,4 Prozent seine Treibhausgase in die Höhe schnellen ließ. Hinter Schweden folgten Litauen (50,4 Prozent), Finnland (45,4 Prozent) und Slowenien (44,5 Prozent). Schlusslichter sind neben Lettland noch Malta (unverändert), Niederlande (1,35 Prozent Absorption von CO2 durch die Wälder), sowie Griechenland (2,2 Prozent).

Der Nachbar Deutschland kam auf eine Absorptionsfähigkeit seiner Wälder von 6,3 Prozent. Der Internationale Tag des Waldes findet am morgigen Dienstag zum 21. Mal statt. Wälder bedecken rund 40 Prozent der gesamten Fläche der EU. Die höchsten Waldanteile gibt es in Finnland, Schweden, Slowenien und Estland.

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WK will Investitionshürden für Photovoltaik beseitigen

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Wien, 20.03.2017

Die Beseitigung von Investitionshürden für die Photovoltaik wünscht sich Leiter der umweltpolitischen Abteilung in der WKÖ, Stephan Schwarzer, von der neuen Energie- und Klimastrategie der Regierung. Eine wichtige Forderung der Branche sei die Abschaffung der Bescheidpflicht für Anlagen zur Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energieträger, erklärte Schwarzer am Montag in einer Aussendung.

Der Entwurf zur Ökostromnovelle, der derzeit im Parlament verhandelt werde, berücksichtige diese langjährige Forderung der Wirtschaftskammer, sagte Schwarzer. Das Gleiche gelte für die Forderung, dass die Lieferung selbst produzierten Stroms an Dritte im Rahmen von Eigenversorgungsmodellen auf ohne Konzession zulässig sein sollte.

Als weiteren großen Entbürokratisierungsschritt fordert Schwarzer die Freistellung der Montage von Solarmodulen auf Gewerbedächern von der Genehmigungspflicht im Anlagenrecht, die Gleichbehandlung gewerblicher und landwirtschaftlicher Photovoltaikanlagen bei Objektförderungen und im Elektrizitätsabgabengesetz die Abschaffung der Eigenverbrauchsbesteuerung.

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SBO-Nettoverlust 2016 ausgeweitet

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Wien/Ternitz, 17.03.2017

In dem für die Ölbranche schwierigen Jahr 2016 ist der Nettoverlust des niederösterreichischen Ölfeldausrüsters Schoeller Bleckmann Oilfield (SBO) von 19 auf 28 Mio. Euro geklettert, daher wird die schon für 2015 auf ein Drittel zusammengestrichene Dividende ganz strichen. Für das Übergangsjahr 2017 sieht man sich gerüstet durch einen hohen Cash-Bestand und niedrige Nettoschulden.

2016 sei das zweite Jahr in Folge mit dem stärksten Abschwung für die Ölfeld-Servicierer der letzten 30 Jahre gewesen. Die rückläufigen Bestellungen seien noch dazu mit einem anhaltenden Druck auf die Preise verbunden gewesen, erklärte das Unternehmen. SBO musste sparen: In den letzten zwei Jahren wurde die Mitarbeiterzahl um 40 Prozent gesenkt. Nur akquisitionsbedingt wuchs die Zahl 2016 bis 31.12. im Jahresabstand von 1.135 auf 1.200, davon 315 in Österreich und 544 in Nordamerika und Mexiko (davon 443 USA).

Der SBO-Umsatz sackte 2016 um fast 42 Prozent auf 183 (314) Mio. Euro ab. Der Auftragseingang gab um knapp 17 Prozent auf 169 (204) Mio. Euro nach. In der zweiten Jahreshälfte sei der Auftragseingang jedoch gegenüber den ersten beiden Vierteljahren angestiegen, erklärte SBO im Vorfeld des Bilanzpressegesprächs. 2015 habe man noch vom Rekordauftragseingang von 2014 profitiert - zuletzt, Ende 2016, war der Auftragspolster nur noch 21 (34) Mio. Euro fett.

Die Erwartungen für 2017 gehen vor allem für Nordamerika von einer erkennbaren Markterholung aus, heißt es im Ausblick. International sei diese Belebung aber noch nicht eingetreten, und es werde noch einige Zeit benötigen, bis die in den letzten beiden Jahren aufgebauten Lagerbestände der Kunden abgebaut seien.

2017 als Übergangsjahr

Insgesamt werde für 2017 ein Übergangsjahr erwartet. Mit dem Aufbau des Geschäftsfeldes Well Completion sowie ihrer F&E-Tätigkeit habe man sich gezielt auf den nächsten Aufschwung vorbereitet. Der hohe Cash-Bestand, die geringe Nettoverschuldung und die hohe Eigenkapitalquote "geben SBO die Flexibilität, auf kommende Herausforderungen schnell reagieren zu können". Man sei gut aufgestellt, um als Technologie- und Marktführer den nächsten Aufschwung optimal nutzen zu können.

"Die härteste Branchenkrise in der Ölfeldservice-Industrie seit 30 Jahren" habe tiefe Spuren hinterlassen, die weiter nachwirken. 2016 sei die Zahl der weltweiten Bohranlagen noch einmal um weitere 29 Prozent gesunken, nachdem es schon 2015 eine Reduktion um 40 Prozent gegeben habe Die globalen Ausgaben für E&P seien allein 2016 um 27 Prozent zurückgegangen, in den letzten beiden Jahren zusammen sogar um 42 Prozent.

Ziel des SBO-Managements sei es, das Unternehmen nicht nur sicher durch diesen Zyklus zu steuern, sondern mit der Erholung des Marktes in der Lage zu sein, rasch wieder volle Fahrt aufzunehmen. "Trotz der Marktlage lassen wir uns den Wind nicht aus den Segeln nehmen, sondern steuern proaktiv mit einer verbesserten Kostenstruktur und einem breiteren Produktangebot in die Zukunft", so der Vorstand. Im 4. Quartal hätten sich bereits "Signale zunehmender Aktivität in Nordamerika verdichtet".

Weiterer Ausbau der Geschäftsfelder

Neben allen notwendigen Kostenoptimierungen liege der strategische Fokus daher auf dem weiteren Ausbau der Geschäftsfelder. Auch nach dem Erwerb der texanischen Downhole Technology für knapp über 100 Mio. Dollar, der bisher größten SBO-Akquisition, verfüge man über solide 53 Prozent Eigenkapitalquote und lediglich 12 Prozent Gearing.

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug im Vorjahr nur noch 0,4 Mio. Euro (nach 55,1 Mio. Euro 2015); unter Berücksichtigung einmaliger Aufwendungen für Due Diligence von 2,4 Mio. und Restrukturierungsaufwendungen von 0,5 Mio., also zusammen 2,9 Mio. Euro, ist das berichtete EBITDA auf -2,5 Mio. Euro ins Minus gerutscht (nach 53,1 Mio. Euro im Jahr 2015), geht aus dem Geschäftsbericht hervor.

Das operative Betriebsergebnis (EBIT) vor Sondereffekten betrug -50,4 (2015 positive 3,7 ) Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der genannten Sondereffekte sowie einmaliger Aufwendungen für Impairment von Sachanlagen und Firmenwerten von 5,1 Mio. Euro - in Summe 8,0 Mio. Euro - betrug das berichtete Betriebsergebnis (EBIT) -58,3 (-22,1) Mio. Euro.

Das Finanzergebnis belief sich auf 13,3 (2,1) Mio. Euro, darin enthalten das Ergebnis aus der Bewertung von Optionsverbindlichkeiten von 17,2 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern betrug -45,1 (-20,0) Mio. Euro, das Ergebnis nach Steuern -28,0 (-19,0) Mio. Euro - bei einem um 41,7 Prozent auf 183,0 (313,7) Mio. Euro abgesackten Umsatz.

Die Margen spiegeln den Markteinbruch wider: Die EBITDA-Marge von SBO lag operativ lediglich bei 0,2 (17,6) Prozent, die EBIT-Marge operativ bei minus 27,5 (pos. 1,2) Prozent. Die Investitionen in Sachanlagevermögen und Immaterielle Vermögenswerte (CAPEX) wurden gegenüber 2015 um 43,4 Prozent auf 13,0 (23,1) Mio. Euro zurückgefahren.

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Enel schloss 2016 mit kräftigem Gewinn

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Rom, 17.03.2017

Der italienische Energiekonzern Enel hat 2016 von einem robusten Geschäft in Lateinamerika profitiert. Der Nettogewinn kletterte um 12,3 Prozent auf 3,243 Mrd. Euro. Der Umsatz ging wegen negativer Währungseffekte und geringerer Verkäufe von Strom in reifen Märkten um 6,7 Prozent auf 70,6 Mrd. Euro zurück.

Das Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) sank um 0,1 Prozent auf 15,2 Mrd. Euro. Die Verschuldung stieg von 37,545 auf 37,553 Mrd. Euro. Enel wird eine Dividende von 0,18 Euro ausschütten, das sind 0,02 Euro mehr als 2015.

Im laufenden Jahr will das Unternehmen verstärkt in Digitalisierung investieren. Zugleich will Enel weiterhin auf den Bereich erneuerbarer Energien setzen, teilte der Konzern mit.

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